Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 33 / 2019


    Die Erzeugerpreise für Raps haben sich gegenüber Vorwoche kaum bewegt und lagen zuletzt bei 359 EUR/t. Viele Verkäufer üben sich in Zurückhaltung und haben den Großteil ihrer Rapsernte 2019 eingelagert, da das aktuelle Preisniveau nicht ihren Vorstellungen entspricht. Auch die Börsennotierungen in Paris geben nur wenig Unterstützung, sie haben in der Berichtswoche nur um knapp 2 auf 375,50 EUR/t zugelegt. Die Rapsernte in Deutschland ist mittlerweile in den meisten Regionen abgeschlossen, im Osten Niedersachsens müssen noch kleine Restflächen geerntet werden. Bisher wird von durchschnittlichen Erträgen berichtet, die sogar besser ausfallen als im Vorjahr, aber trotzdem unter dem Schnitt der vergangenen Jahre liegen. Die Ölgehalte liegen bis zu 1 % unter den Vorjahresergebnis.

    Die Rapsschrotpreise bleiben auf niedrigem Niveau und lagen zuletzt bei 195 EUR/t, zwischenzeitlich sanken sie sogar auf den tiefsten Stand seit Januar 2018. Das Kaufinteresse am Rapsschrotmarkt hat sich in den vergangenen Handelstagen etwas belebt. Angetrieben wurde es durch einige Druckpartien der Ölmühlen auf den vorderen Terminen. Im gesamten Bundesgebiet, vor allem aber in Norddeutschland, wird auch schon Ware für den Zeitraum Februar bis Juli 2020 angefragt und teilweise kontrahiert. Die Nachfrage nach Sojaschrot auf den vorderen Terminen hat gegenüber der Vorwoche etwas nachgelassen. Landwirte sind aktuell mit Erntearbeiten beschäftigt und als Käufer von Mischfutter selten aktiv. Das wiederum bremst die Ölschrotnachfrage der Mischfutterhersteller. Vorsorglich ordern sie keine größeren Mengen, das passiert erst, wenn Kontrakte mit Veredelungsbetrieben geschlossen werden. Häufig lebt die Nachfrage dann kurzfristig auf.

    Die Sojaölpreise sind kräftig gestiegen, mit 681 EUR/t fob Hamburg wurden die Forderungen gegenüber der Vorwoche um 20 EUR/t angehoben. Das Plus ist nach Aussage von Marktteilnehmern vor allem mit dem für Sojabohnen bullischen USDA-Report zu begründen, der zum Wochenauftakt veröffentlicht wurde. Darin hat das US-Landwirtschaftsministerium seine Prognose zur US-Sojaerzeugung und infolgedessen auch die globale Schätzung gekürzt. Die Erzeugung wird den Bedarf bei weitem nicht decken können und wird die Vorräte deshalb schrumpfen lassen. Rapsöl profitierte nur leicht und stieg um 5 auf 770 EUR/t fob Hamburg. Größere Sprünge werden durch die verhaltene Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie verhindert. Saisontypisch dürfte die Marktbelebung noch bis September auf sich warten lassen. Für Sonnenblumenkerne und deren Nachprodukte fiel der neuste USDA Bericht bärisch aus, mit 52,6 Mio. t könnte eine neue Rekordernte zustande kommen. Das dürfte zum Preisrückgang in Rotterdam beigetragen haben.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 15.08.2019

  • Marktbericht KW 32 / 2019


    Am deutschen Rapsmarkt zeigt sich in der aktuellen Handelswoche das, was Erzeuger bereits vor zwei Wochen angemerkt haben – ihnen werden in der Regel nicht mehr als maximal 360 EUR/t geboten. In der Vorwoche hatten sie diese Marke erreicht und sind jetzt aber wieder um 1 EUR/t zurückgefallen. Es gilt damit ein Preisniveau, dass sich in den letzten Monaten der Vorsaison viele gewünscht hätten. Aber jetzt, in der neuen Saison und angesichts schwacher deutscher und EU Rapsernte, entspricht das Niveau den Vorstellungen der Erzeuger nicht. Die meisten wollen höhere Preise sehen, um sich von größeren Mengen aus der neuen Ernte zu trennen, aber die Ölmühlen bleiben zurückhaltend. Sie beharren auf ihren Preisvorstellungen. Das haben sie 2018/19 schon getan und letzten Endes waren es dann eher die Erzeuger die Zugeständnisse machen mussten, um alterntige Ware loszuwerden. Denn bei guter Importversorgung saßen die Verarbeiter tendenziell am längeren Hebel. Gleiches deutet sich mit der Aussicht auf ein großes Exportangebot aus der Ukraine in der Saison 2019/20 erneut an. Eine preiswirksame Versorgungslücke muss sich bei guter Importversorgung nicht auftun. Was die deutsche Rapsernte 2019 betrifft, so sind die Ergebnisse hinsichtlich Ertrag und Qualität im Süden Deutschlands enttäuschend, werden aber Richtung Norden besser, melden Marktteilnehmer. Dennoch liegen die aktuellen Ernteschätzungen in fast allen Bundesländern deutlich unter Vorjahr, schon wegen des deutlichen Flächenrückgangs.

    Am Sojaschrotmarkt hat sich die Nachfrage in den vergangenen Tagen belebt. Auslöser waren die attraktiven Preise, diese haben im Vorwochenvergleich sowohl für Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt als auch für Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt um 6 auf 318 EUR/t bzw. 293 EUR/t nachgegeben. Zudem fragen Mischfutterbetriebe aktuell mehr Ware nach, da sie ihre Produktion, aufgrund umfangreicherer Käufe seitens der Landwirte, angekurbelt haben. Die Rapsschrotpreise haben in den vergangenen sieben Tagen um 5 auf 196 EUR/t nachgegeben. Grund dafür ist die geringe Nachfrage nach Rapsschrot, die besonders auf den vorderen Terminen großen Preisdruck erzeugt. Das wirkt sich aber auch auf spätere Positionen aus. Für September/Oktober sind die Forderungen ebenfalls um 5,50 EUR/t gesunken, Liefertermine ab November gaben im Schnitt um 2,80 EUR/t nach.

    Am Pflanzenölmarkt geht es ruhiger zu. Das lässt sich an den Preisen ablesen, die sich zumeist kaum verändert haben. Rapsöl kostet aktuell 765 EUR/t fob Hamburg und hat sich damit gegenüber der Vorwoche um 3 EUR/t vergünstigt. Druck erzeugt Marktbeobachtern zufolge die gestiegene Verkaufsbereitschaft, nachdem sich die Preise vor zwei Wochen sprunghaft befestigt hatten. Der aktuelle Rückgang muss nun aber keine Schwächephase einläuten; die Aussicht auf eine kleine EU-Rapsernte 2019 bringt nach wie vor Unterstützung. Zudem gibt es Meldungen über rege Nachfrage nach Rapsöl aus dem Nahrungsmittelbereich im vierten Quartal 2019. Absehbar dürfte ab September/Oktober auch die Nachfrage der Biodieselproduzenten für Rapsöl als Rohstoff für die Herstellung des kältestabileren Rapsmethylesters (Winterware) aufleben. Die Sojaölpreise haben sich gegenüber der Vorwoche am stärksten verändert, 661 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Nachlass von 9 EUR/t. In Chicago hat der Sojakomplex auf Wochensicht an Wert verloren. Den Markt beschäftigt vor allem die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China. Das belastet die Notierungen und schlägt bis auf die Kassamärkte durch.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 08.08.2019

  • Marktbericht KW 31 / 2019


    In Frankreich und Deutschland wird von schwachen Erträgen und niedrigen Ölgehalten von teilweise nur 37 bis 38 % berichtet und sind die Folge extremer Hitzewellen im Juni und Juli. Außerdem haben die EU-Kommission sowie das französische Analysehaus Tallage ihre Rapsernteprognosen für die EU gekürzt. Doch all das scheint dem Terminmarkt keine weitere Unterstützung zu bringen. In Paris sind die Kurse seit drei Handelstagen rückläufig, zuletzt haben sie mit minus 5 EUR/t binnen eines Tages sogar deutlich an Wert verloren. Am Kassamarkt hierzulande macht sich die schwächere Tendenz noch nicht bemerkbar, auf Wochensicht sind die Rapserzeugerpreise im Bundedurschnitt um 4 auf 360 EUR/t gestiegen. Doch die Abgabebereitschaft bleibt verhalten, da Erzeuger angesichts der schwachen Ertragsund Qualitätsergebnisse in vielen Regionen sowie der weiter zurückgenommen EU-Ernteschätzungen höhere Preis sehen wollen. Das Spekulieren um den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf erster größerer Mengen aus der neuen Ernte hat begonnen.

    Am Rapsschrotmarkt herrscht Stillstand, sowohl was die Umsätze, als auch was die Preise betrifft. Juli-Ware wird schon seit der Monatsmitte kaum noch offeriert und zum Monatsende ist nun kaum noch eine Parität mit Angebot am Markt. Das liegt aber auch daran, dass sich die Käuferseite sehr bedeckt hält und allenfalls sporadisch Ware anfragt, dann aber häufig für spätere Termine im vierten Quartal 2019, teilweise auch schon für das erste Quartals 2020. Doch im Prinzip wartet der Markt auf Nachfragebelebung. Die Sojaschrotpreise tendieren zwar auf Wochensicht leicht fester, aber die Nachfrage bleibt abwartend. Vor allem die Sojabohnenernte in den USA interessiert den Markt, da Deutschland große Mengen Sojabohnen und Schrot von dort erhält. Der Umfang der dortigen Ernte hat im Zuge der internationalen Handelsstreitigkeiten und Verschiebung der Warenströme eine entscheidende Bedeutung für den Preisverlauf am hiesigen Kassamarkt bekommen.

    Die Rapsölpreise sind auf 768 EUR/t gestiegen und liegen damit rund 3 EUR/t über Vorwochenlinie. Unterstützt werden sie durch die schwachen EU-Ernteprognosen, die zuletzt für Deutschland und Frankreich, aber auch für die gesamte EU nochmals heruntergesetzt wurden. Ein knapperes Rohstoffangebot könnte die Verarbeitung der Ölmühlen begrenzen, was zu einem knapperen Angebot an Nachprodukten führen könnte. Sojaöl hat sich gegenüber Vorwoche um 15 auf 670 EUR/t verteuert und folgt damit den Vorgaben der Sojaölkurse in Chicago, die zuletzt mit umgerechnet 559,55 EUR/t rund 6,90 EUR/t über Vorwochenlinie schlossen. Zudem hat Ägypten einen Sojaöltender über 30.000 t zur Lieferung im September ausgeschrieben, was den Preisen zusätzlich Auftrieb gibt.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 01.08.2019

  • Marktbericht KW 30 / 2019


    Im Süden Schleswig-Holsteins werden seit Mitte der 30. Kalenderwoche bereits die ersten Rapsbestände lagertrocken eingefahren. Spätestens zum Wochenende werden dann wohl auch die anderen Regionen folgen. Zum Ertragsniveau gibt es noch keine stichhaltigen Angaben. Das Statistikamt Nord erwartet aber zufriedenstellende Rapserträge für Schleswig-Holstein. Auch in Mecklenburg- Vorpommern wurden erste Partien Raps eingebracht, die Bandbreite der Erträge und Qualitäten ist, je nach Standort und Niederschlagsverteilung, groß. Erste Rapserträge liegen zwischen 25 und 40 dt/ha mit Ölgehalten zwischen 39 und 42,5 %. Im östlichen Niedersachen zeigen erste Rapspartien – wie erwartet – zumeist schwache Erträge. In Sachsen-Anhalt liegen die Rapserträge bislang zwischen 20 und 30 dt/ha; die Ölgehalte sind häufig nicht zufriedenstellend. Auch in Sachsen enttäuschen Erträge und Qualitäten. Aus Südbaden werden niedrige 30 dt/ha gemeldet. In Bayern ist die Rapsernte bereits in vollem Gange, die Erträge streuen bisher stark. Von unterdurchschnittlichen Druschergebnissen und niedrigen Ölgehalten von unter 40 % wird berichtet. Nur aus Hessen sind die Meldungen bislang recht positiv, mit Erträgen von rund 40 dt/ha bei guten Ölgehalten. Die zumeist schwachen Erträge und enttäuschenden Ölgehalte animieren aktuell nicht gerade zum Verkauf. Erzeuger warten mehrheitlich ab, über welche Mengen und Qualitäten sie am Ende verfügen. Niemand möcht sich bei Kontraktabschlüssen verkalkulieren oder Preissteigerungen verpassen. Schließlich zeigen die Notierungen in Paris nach oben, wenngleich der Kassamarkt zuletzt nicht so recht mitzog und die Preise lediglich stabil zur Vorwoche sind. Doch solange die Preise nicht den Rückwärtsgang einlegen, dürften Erzeuger auch weiterhin nur sporadisch aus der neuen Ernte anbieten.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Lage weiterhin ruhig. Rapsschrot wird zuletzt mit 201 EUR/t bewertet. Zu Beginn der Berichtswoche wurden die Rapsschrotpreise von den Rapskursen in Paris unterstützt und stiegen kurzzeitig auf 208 EUR/t. Dieses Niveau konnten sie aber nicht lange halten. Die Nachfrage nach Rapsschrot ist verhalten. Aktuell sind in 14 von 16 Bundesländern Sommerferien, weshalb kaum Akteure am Markt sind. Rapsschrot wird derzeit eher von Handelsunternehmen gekauft und weniger von Mischfutterherstellern. Die Sojaschrotpreise haben sich stabilisiert. Ware mit 49 % Pro-Fettgehalt wird genau wie in der Vorwoche mit 321 EUR/t bewertet, Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt liegt bei 295 EUR/t. Der Sojaschrotmarkt befindet sich in einem Sommerloch, Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der Markt erst Anfang bis Mitte September wieder in Schwung kommen wird. Angebot aus Übersee ist reichlich vorhanden.

    Die Rapsölpreise sind kräftig gestiegen. Fob Hamburg wurden zuletzt 765 EUR/t erreicht, was einem Plus von 31 EUR/t oder 4,2 % zur Vorwoche entspricht. Zudem ist es das höchste Preisniveau seit fast 9 Monaten. Auftrieb geben die im Juli fast durchgängig gestiegenen Rapsterminkurse in Paris, mit über 374 EUR/t liegen diese auf einem 6-Monatshoch. Der kräftige Kursanstieg ist auf die schwachen Ernteprognosen zurückzuführen, besonders in Deutschland und Frankreich, aber auch für die EU insgesamt. So steht die Gemeinschaft vor der kleinsten Rapsernte seit 13 Jahren, Meldungen über sehr geringe Ölgehalte im Süden und Südosten Europas trüben das Bild zusätzlich und liefert weiteren Kurs- und damit Preisauftrieb, der auch bei den Nachprodukten ankommt. Von der Aufwärtstendenz beim Rapsöl zeigen sich die anderen Pflanzenöle unbeeindruckt. Sojaöl fob Hamburg kostet mit 655 EUR/t aktuell 5 EUR/t weniger als vor einer Woche. Auslöser sind schwächere Notierungen für Sojabohnen und Nachprodukte an der Börse in Chicago, nachdem sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China erneut zugespitzt hat und nun bereits seit einem Jahr währt. Eine Beilegung des Konflikts ist nach wie vor nicht in Sicht. Es bleibt bei gelegentlich versöhnlicheren Tönen, aber ein wirkliches Entgegenkommen gibt es von beiden Seiten nicht.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 25.07.2019

  • Marktbericht KW 29 / 2019


    Am deutschen Rapsmarkt passiert weiterhin nicht viel, die Umsätze bleiben verhalten. Unsicherheit über Umfang und Qualität der laufenden Ernte bremsen das Geschäft, noch gibt es zu wenig Informationen über Ölgehalte und tatsächliche Erträge. Als Bremsklotz erweist sich aber auch die Aussicht auf steigendes Rapsangebot aus der Ukraine in den kommenden Monaten. Mancher rechnet wegen der jüngst beschlossenen Umsatzbesteuerung ukrainischer Exporte ab 2020 mit massivem Angebots- und Preisdruck von dort. Schwarzmeer-Exporteure dürfte das veranlassen, möglichst viel Raps bis Jahresende 2019 abzustoßen. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) schätzt die Rapsernte 2019 in Deutschland aktuell auf 2,97 Mio. t und damit 19 % kleiner als im bereits schwachen Vorjahr. Im Juni hatte der Verband noch mit 3,07 Mio. t gerechnet, doch wegen der Hitzewelle in der zweiten Monatshälfte, die Ertragsspitzen gekostet haben dürfte, wurde die Schätzung nun noch einmal gekürzt. Deutsche Landwirte haben nach Angaben des DRV bis zu 10 Tage früher mit der Rapsernte begonnen als im langjährigen Durchschnitt, heißt es, aber noch sei es zu früh für stichhaltige Qualitätsschätzungen, zumal die Ergebnisse von Region zu Region stark variieren.

    Am Rapsschrotmarkt geht es ruhig zu. Mischfutterhersteller halten sich mit dem Kauf weiterer Partien oder dem Abschließen von Kontrakten für den Herbst oder später zurück, obwohl die Zeichen eigentlich auf Preisanstieg stehen. Schließlich dürfte die Rohstoffversorgung mit absehbar kleiner EU-Rapsernte knapper ausfallen, doch noch scheint das niemanden nervös zu machen. Das liegt aber auch daran, dass sich viele schon vor Wochen zu vergleichswiese hohen Preisen für die Monate August bis Oktober 2019 eingedeckt haben. Dadurch kommt kein Druck bei den Käufern auf und die letzten Lücken in der Herbstversorgung wollen viele nun zu möglichst niedrigen Preisen füllen. Daher setzt sich die Zurückhaltung weiter fort, wenigstens so lange, bis die Preise mal einen deutlichen Sprung nach oben machen. Zwar haben sich die Rapsschrotpreise gegenüber Vorwoche um 4 auf rund 200 EUR/t im Bundesdurchschnitt befestigt, aber das reicht nicht aus, Mischfutterhersteller zum Kauf zu bewegen.

    Die Rapsölpreise haben sich etwas befestigt, 734 EUR/t fob Hamburg sind nur 2 EUR/t mehr als vor einer Woche. Preisunterstützung bringen Meldungen über etwas größere Biodieselnachfrage. So werden bereits erste Gespräche über Winterware, Rapsmethylester, für den Herbst geführt, wenngleich noch ohne Geschäftsabschlüsse. Auftrieb geben aber vor allem die schwachen Ernteprognosen für Raps in der EU und in Deutschland. Mit Beginn der Rapsernte scheinen sich schwächere Erträge zu bestätigen und dass die Anbaufläche deutlich geschrumpft ist, war ja ohnehin schon bekannt. Die EU-Rapsernte könnte unter 18 Mio. t ausfallen, die deutsche Ernte nur rund 3 Mio. t erreichen, so die aktuelle Schätzung. Sojaöl kostet aktuell 660 EUR/t fob Hamburg und damit 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung bringen feste Sojaölkurse in Chicago, die sich seit nunmehr sechs Handelstagen in kleinen Schritten, aber beständig, nach oben entwickeln. Ein wesentlicher Grund ist der deutliche Rückgang der Sojabohnenverarbeitung in den USA, der die Sojaölvorräte schrumpfen lässt, den Markt entlastet und dadurch Kursunterstützung bringt.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 19.07.2019

  • Marktbericht KW 28 / 2019


    Die Rapsernte in Deutschland ist angelaufen, sodass in manchen Regionen bereits erste neuerntige Mengen verfügbar sind. Im Durchschnitt für Nordrhein-Westfalen, Westfalen-Lippe, Rheinland- Pfalz, Bayern und Südbaden ergibt sich ein Erzeugerpreis von 342 EUR/t, der stabil zur Vorwoche ist und dem Vorjahresniveau entspricht. Stabile Preise, aber noch zurückhaltende Umsätze charakterisieren den neuerntigen Rapsmarkt in Deutschland. Noch immer werden alterntige Kontrakte abgewickelt. Manche Ölmühle soll für den Herbst bereits reichlich Importraps aus der Ukraine in den Büchern haben. Das könnte Nachfrage und Preisentwicklung in den kommenden Wochen bremsen.

    Am Rapsschrotmarkt liefen die Geschäfte in der vergangenen Berichtswoche ruhig ab, der Fokus liegt auf der neuen Ernte. Diese abwartende Haltung spiegelt sich auch in den Preisen wider, die sich innerhalb der vergangenen sieben Tage kaum bewegt haben. Wenn Kaufinteresse besteht, konzentriert es sich zumeist auf August/Oktober, spätere Termine werden kaum besprochen. Üblicherweise bewegt sich um diese Zeit im Jahr wenig am Rapsschrotmarkt. Die meisten Marktteilnehmer sind anderweitig beschäftigt, mehr mit der Logistik als mit dem Handel. Das Rapsschrotangebot ist vorhanden, aber nicht überreichlich. Es reicht aber aus, um den Bedarf zu decken. Wenn gekauft wird, dann nur kleine Mengen gekauft. Am Sojaschrotmarkt geht es weiterhin ruhig zu. Die Nachfrage ist gering und es gibt kaum Impulse, die die Käufer zum handeln bewegen. Auch das Angebot an Sojaschrot ist reichlich vorhanden und kann das Kaufinteresse nicht schüren.

    Die Rapsölpreise tendieren fester. Zuletzt wurden 732 EUR/t fob Hamburg verlangt, das waren 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung bringt die Aussicht auf eine kleine deutsche sowie EU-Rapsernte 2019 und entsprechende Versorgungslücken. Die Ernte hat in weiten Teilen Europas begonnen, nun kommt es auf die Erträge an und auf die Zufuhrmöglichkeiten aus anderen Ländern, vor allem aus der Schwarzmeerregion. Unterstützung erhielten die Rapsölpreise auch durch feste Sojaölpreise. Fob Hamburg wurden zuletzt 650 EUR/t gefordert und damit 13 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Aussaatverzögerungen für Sojabohnen in den USA dürften Ertragseinbußen folgen, eine kleinere US-Ernte 2019 den überversorgten globalen Sojamarkt entlasten.

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    Dateigröße: 85 KDatum: 11.07.2019

  • Marktbericht KW 27 / 2019


    Vergleichsweise hochpreisig startet die Saison 2019/20. Die Rapserzeugerpreise frei Erfasserlager lagen im Bundesdurschnitt Anfang Juli bei 350 EUR/t, ein leichter Rückgang von 1 EUR/t zur Vorwoche, aber das Vorjahr wird deutlich übertroffen. Zum Saisonauftakt 2018/19 hatten die Preise nur bei 337 EUR/t gelegen, allerdings waren sie in den Wochen danach kräftig gestiegen. Ein solcher Verlauf muss sich 2019/20 nun erst einmal zeigen. Doch das bereits zu Beginn höhere Preisniveau und die avisiert noch kleinere Rapsernte 2019 in Deutschland und der EU heben die Erwartungen der Erzeuger an eine Hausse und ähnlichen Preisverlauf wie im Vorjahr. Dagegen spricht jedoch die gegenüber dem Vorjahr noch einmal sehr viel größere ukrainische Ernte. Marktteilnehmer rechnen mit massivem Exportdruck von dort. Ähnlich dem Vorjahr dürfte Schwarzmeerware Versorgungslücken schließen und die Preise deckeln. Der Anteil Importware an der Verarbeitung könnte weiter steigen, die Verwendung von Inlandsraps gleichzeitig zurückgehen.

    Die Nachfrage nach Sojaschrot ist stetig, aber nicht besonders hoch. Dies ist saisonbedingt aber üblich, da mit Beginn der neuen Ernte andere Produkte in den Fokus der Mischfutterhersteller rücken. So wird Rapsschrot mit Beginn der Rapsernte oft attraktiver, weil es im Vergleich zum Sojaschrot günstiger wird. Mischfutterbetriebe sind zudem hauptsächlich an vorderer Ware interessiert. Die Sojaschrotpreise haben zuletzt stark nachgegeben, Grund für den Preisrückgang sind die gesunkenen Sojaschrotkurse in Chicago. Die Rapsschrotpreise sinken stetig und erreichten zuletzt das niedrigste Niveau seit Januar 2018. Trotz niedriger Preise ist die Nachfrage nach Rapsschrot verhalten. Für diese Jahreszeit ist das aber eher unüblich. Die Nachfrage konzentriert sich auf August/Oktober. Mit Beginn der Rapsernte in der EU und der laufenden Ernte in der Ukraine ist das Angebot an Rapsschrot hierzulande alles andere als knapp, berichten Marktteilnehmer.

    Rapsöl hat im Wochenverlauf deutlich an Wert verloren und kostete zuletzt 726 EUR/t fob Hamburg, was einem Rückgang von 15 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Druck erzeugt eine zurückhaltende Nachfrage; zudem hat sich die Stimmung an der Börse in Paris verdunkelt: Die Rapsterminkurse sind seit 8 Handelstagen rückläufig und fielen zuletzt auf ein 6-Wochentief. Die Kassapreise für Raps und Nachprodukte lässt dies ebenfalls schwächeln. Auch die Sojaölpreise tendieren schwächer, auf Wochensicht haben sie um 8 auf 637 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Als Zugpferd des Pflanzenölmarktes trägt diese Entwicklung zum Rückgang der Raps- und Palmölpreise bei. Die Sojaölpreise zeigen in ihrem Verlauf eine starke Abhängigkeit von den Entwicklungen der internationalen Terminkurse für Sojabohnen und Nachprodukte und die haben zuletzt den Rückwärtsgang eingelegt.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 04.07.2019

  • Marktbericht KW 26 / 2019


    Marktteilnehmer berichten von äußert ruhigen Geschäften mit Raps zur sofortigen Lieferung. Die Ölmühlen legen den Fokus auf die neue Ernte, doch Erzeuger halten sich mit weiteren Kontrakten zurück und warten ab, welche Mengen die Rapsernte 2019 bringt. Regional könnte die Ernte in der 27. Kalenderwoche starten, damit würde sie etwas später als im Vorjahr beginnen. Auch wenn die Ertragserwartungen besser sind als 2018, die Ergebnisse dürften sehr heterogen ausfallen. In Deutschland wird aufgrund von Flächenkürzungen eine sehr viel kleinere Ernte erwartet, und auch in der EU wird das Rapsangebot wohl nicht reichen. Doch nicht überall sind die Prognosen schlecht. Die Ukraine sieht einer Rekordernte von 3,9 Mio. t entgegen und steht bereits in den Startlöchern, diese am EU-Markt zu platzieren und damit an das exportstarke Vorjahr anzuknüpfen.

    Das Angebot an Sojaschrot ist nach wie vor reichlich. Allerdings fehlt es an Kaufinteresse seitens der Mischfutterbetriebe, die ausreichend mit Ware versorgt sind. Zudem sinken die Sojaschrotpreise beider Qualitäten seit acht Tagen stetig. Das veranlasst Mischfutterhersteller abzuwarten, da die Preise noch weiter zurückgehen könnten. Erst ein starker Preisanstieg würde die Nachfrage ankurbeln. Ölmühlen halten ihre Prämien stabil, weshalb die leichten Preisbewegungen also nicht auf Nachfrage zurückzuführen sind, sondern auf die Kursverläufe in Chicago. Ähnlich verhielt es sich beim Handel mit Rapsschrot innerhalb der vergangenen sieben Tage. Die Nachfrage von Mischfutterherstellern ist gering und es ist momentan nicht abzusehen, wann diese wieder aufleben wird, obwohl Rapsschrot zuletzt so günstig war wie seit Anfang Februar 2018 nicht mehr.

    Die Rapsölpreise zeigen sich stabil, 741 EUR/t fob Hamburg sind nur 1 EUR/t mehr als vor einer Woche. Es herrscht ein genereller Mangel an Impulsen. Die Nachfrage nach Rapsöl aus der Biodieselindustrie ist saisonbedingt verhalten, Soja- und Palmmethylester dominieren den Markt zusammen mit dem allzeit gesuchten UCOME. Vom Terminmarkt erhielt Rapsöl zuletzt keine richtungsweisenden Impulse. Unverändert sind die Sojaölpreise mit 645 EUR/t fob Rotterdam. Aus den USA gibt es Berichte über enttäuschende Sojaölexporte, was die Notierungen für Sojaöl in Chicago zuletzt aber nur unwesentlich belastete, sie bleiben auf 2-Monatshoch.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 27.06.2019

  • Marktbericht KW 25 / 2019


    Mangels Verkaufsbereitschaft steht der Kassamarkt fast still. Vordere Ware ist für die Ölmühlen in der Regel nicht mehr interessant, während auf Terminen ex Ernte die Zurückhaltung der Rapserzeuger die Geschäfte bremst. Wegen Ertragsunsicherheit halten sie sich mit Offerten zurück. Besonders im Osten der Republik ist das der Fall, von dort werden sehr heterogene Rapsfeldbestände gemeldet. Unterschiedlichen Blüh- dürften unterschiedliche Reifezeitpunkte folgen. Erzeuger agieren mit Vorsicht und warten auf Preissteigerungen. Die Zurückhaltung spiegelt sich auf Käuferseite wider. So sollen Handelsunternehmen in Deutschland im Schnitt erst 20 % Raps in den Büchern haben, was zu diesem Zeitpunkt wenig ist. Die Erzeugerpreise für Raps liegen im Bundesdurchschnitt bei 351 EUR/t, was einem Plus von 1 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Stärker hat sich Raps ex Ernte verteuert. Der Kontraktpreise liegt jetzt bei 358 EUR/t und damit 7 EUR/t über Vorwochenlinie. Daran zeigt sich, dass die kommende Ernte nun klar im Fokus steht.

    Die Sojaschrotpreise haben sich auf Wochensicht befestigt. 44er Ware kostete zuletzt 314 EUR/t fob Hamburg, während 49er Ware 345 EUR/t erzielte. Beide Qualitäten haben sich damit um 10 EUR/t gegenüber der Vorwoche verteuert, was auf die Befestigung der Sojaschrotkurse an der Börse in Chicago zurückgeht. Währenddessen haben sich die Rapsschrotpreise kaum verändert. Im Bundesdurchschnitt werden 208 EUR/t genannt, was nur ein leichtes Plus von 2 EUR/t ist. Der Preisabstand zum Sojaschrot hat sich damit verringert, sodass Rapsschrot in der Gunst der Käufer gestiegen ist. Die Umsätze bleiben dennoch verhalten. Mischfutterhersteller haben keinen drängenden Bedarf und beschränken sich auf Preisbeobachtung. Bei einem leichten Anstieg wird noch keiner nervös. Solange die Versorgung ausreichend ist, wird nur das nötigste gekauft und auf Vergünstigungen gewartet.

    Für Rapsöl wurden zuletzt 740 EUR/t fob Hamburg gefordert, was einem Plus von 14 EUR/t zur Vorwoche und einem 4-Wochenhoch entspricht. Auftrieb geben festere Rapsterminkurse in Paris, die zuletzt wieder deutlich über die Marke von 370 EUR/t kletterten, gestützt von den festen Sojakursen in Chicago, aber auch von den Rapsertragssorgen in Teilen Europas. Nach Angaben des EU-Prognosedienstes MARS mangelt es den Böden in einigen Regionen weiterhin an Feuchtigkeit und für den größten Rapserzeuger der Gemeinschaft, Frankreich, liegen die Ertragsprogosen deutlich unter dem Fünfjahresmittel. Etwas Unterstützung bringt außerdem die ungebrochen lebhafte Biodieselnachfrage, auch wenn sich diese vor allem auf Ware aus Altspeisefetten bezieht. Sojaöl hat sich entgegen der festen Tendenz am Weltmarkt vergünstigt. 645 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Rückgang von 10 EUR/t zur Vorwoche. Angesichts kräftiger Kurssteigerungen für Sojabohnen und Nachprodukte in Chicago ist dies durchaus überraschend. Fast scheint es, dass Trockenheit, Aussaatverzögerungen und Erntesorgen für Sojabohnen in den USA am hiesigen Kassamarkt spurlos vorrübergehen, zumal die Sojaölpreise nun schon seit vier Wochen rückläufig sind.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 19.06.2019

  • Marktbericht KW 24 / 2019


    Der Rapsmarkt hat sich spürbar beruhigt, nachdem die Preise den Weg nach unten eingeschlagen haben. Zwar ist die Sorge um geringe Erträge noch nicht vom Tisch, zumal auch in Frankreich gerade die Ertragsprognose deutlich zurückgenommen wurde, aber insgesamt hat sich der Zustand auf den Feldern mit den jüngsten Regenfällen insoweit verbessert, dass die jetzige Entwicklungsphase ausreichend mit Wasser versorgt ist. Auf Großhandelsebene wurden die Gebote in Verlauf der zurückliegenden Tage um 4 EUR/t zurückgenommen, die Erzeugerpreise sind demgegenüber kaum gesunken und liegen nur 0,70 EUR/t unter Vorwochenlinie. Hinsichtlich der Ernte 2019, die in der Vorwoche noch Umsatz verzeichnete, ist es ebenfalls sehr ruhig geworden. Auch hierfür wurden die Gebote um 4 EUR/t ermäßigt. Damit bleiben die Niveaus allerdings höher als für alterntige Ware. Im Schnitt werden 2 EUR/t mehr genannt. Auf Erzeugerebene sind demgegenüber kaum noch Preisunterschiede zwischen alter und neuer Ernte erkennbar. Spot-Ware wird mit 349,75 EUR/t im Bundesdurchschnitt frei Erfasserlager bewertet, für Lieferungen ex Ernte werden 350,97 EUR/t genannt.

    Am Rapsschrotmarkt geht es kurz vor Veröffentlichung neuer USDA-Zahlen und aufgrund des verlängerten Pfingstwochenendes zum Auftakt der aktuellen Handelswoche äußerst ruhig zu. Die Preise haben auf Wochensicht um 7 auf 206 EUR/t im Bundesdurschnitt nachgegeben. Die Käuferseite veranlasst dies, wie so häufig, zum Abwarten. Solange die Preise rückläufig sind, wird auf weitere Vergünstigungen spekuliert. Noch deutlicher als der Rapsschrotmarkt hat sich der Sojaschrotmarkt in den vergangenen Handelstagen abgekühlt. Die Spitzenpreise von 353 EUR/t für 49er und 327 EUR/t für 44er Ware aus der Vorwoche konnten nicht gehalten werden. Zuletzt wurden die Forderungen auf 335 bzw. 304 EUR/t gekürzt. Ausschlaggebend ist das freundlichere Wetter in den USA, das die dortigen Aussaatbedingungen verbessert und die Notierungen in Chicago unter Druck setzt. Am Sojaschrotmarkt verhält es sich ansonsten genau wie beim Rapsschrot, Mischfutterhersteller warten geduldig auf weitere Preisrücknahmen.

    Die beiden Zugpferde am Pflanzenölmarkt, Soja- und Palmöl, fanden in der Berichtswoche keine unterstützenden Impulse. Beide sind nun bereits die dritte Woche in Folge rückläufig. Die Sojaölpreise hängen in ihrem Verlauf an den Weltmarktentwicklungen, die ihrerseits momentan sehr stark vom USSojamarkt geprägt sind. Schwere Regenfälle haben die Sojaaussaat in den USA gebremst und Sorgen um die Ernte geschürt, was den Notierungen für Sojabohnen und Nachprodukte in Chicago kräftig Auftrieb gab. Das war sogar am hiesigen Kassamarkt zu spüren, als die Preise sprunghaft zulegten, das war Ende Mai. Seitdem geht es jedoch wieder allmählich nach unten, wobei erneut Impulse aus den USA richtungsweisend sind. Dort haben sich die Aussaatbedingungen mittlerweile gedreht, sodass US-Farmer mit der Sojaaussaat zügig vorankamen. 60 % der Flächen sind bestellt und damit 21 Prozentpunkte mehr als vor einer Woche. Marktteilnehmern zufolge setzt dies eine starken bärischen Impuls, der auch die Sojaölpreise fob Hamburg um 5 auf 655 EUR/t drückte.

    Rapsöl hat sich vom schwächeren Soja- und Palmöl mit nach unten ziehen lassen. Mit 726 EUR/t fob Hamburg kostete es zuletzt 10 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Zudem bringt eine Biodieselnachfrage, die zwar lebhaft ist, sich aber auf Ware aus günstigerem Soja- und Palmöl oder auf das attraktive UCOME konzentriert, den Rapsölpreisen keine Unterstützung.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 13.06.2019

  • Marktbericht KW 23 / 2019


    Festere Sojanotierungen haben die Rapskurse steigen lassen und auch die Kassapreise hierzulande mit nach oben gezogen. Raps der alten Ernte kostete zuletzt rund 350 EUR/t, neuerntig werden im Schnitt 355 EUR/t veranschlagt. Das sind 2,50 EUR/t bzw. 1,60 EUR/t mehr als vor einer Woche. Die Vermarktung alterntiger Ware ist im Wesentlichen abgeschlossen, nur noch Restmengen werden jetzt in Spekulation auf weitere Preissteigerungen im Juni zurückgehalten. Die kommende Ernte rückt immer stärker in den Fokus, und zwar auf beiden Seiten des Marktes. Ölmühlen werden aufgrund schwacher Ernteprognosen für Deutschland und Frankreich, aber auch für die EU insgesamt, nervös und wollen sich eindecken. Erzeuger finden festere Preise vor und sind deshalb eher verkaufsbereit. Daher werden nun häufiger Verhandlungen geführt und Kontrakte abgeschlossen.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Lage momentan wieder sehr ruhig. Physische Ware geht so gut wie gar nicht über den Tisch. Entweder bieten Mühlen kaum Ware an, weil die Margen immer noch vergleichsweise gering sind oder aber sie finden keine Käufer. Üblicherweise wollen Verkäufer zu dieser Jahreszeit ihre Ware unbedingt los werden oder Käufer finden kaum Ware. In diesem Jahr ist die Marktsituation dagegen ungewöhnlich: Es gibt kaum Käufer, aber auch wenige Verkäufer am Markt, da die Preisvorstellungen zu weit auseinander gehen. Die Sojaschrotpreise sind in den vergangenen 7 Tagen unabhängig von der Qualität zunächst stark gestiegen, gaben dann aber wieder leicht nach. Grund für den starken Anstieg waren die Sojabohnenkurse in Chicago, die durch die Aussaatverzögerungen in den USA kräftig Auftrieb bekamen. Durch den starken Aufwärtstrend bleiben Käufer dem Sojaschrotmarkt zumeist fern.

    Die Rapsölpreise tendieren schwächer, 736 EUR/t fob Hamburg sind 6 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Am Markt sind die Einflüsse gegensätzlich: Während schwächere Sojaöl- und Palmölpreise belasten, wirken gekürzte EU-Rapsernteprognosen und die Aussicht auf eine knappere Marktversorgung im Wirtschaftsjahr 2019/20 bullisch. Begrenzt wird der Preisrückgang bei Rapsöl außerdem durch die seit vergangener Woche lebhaftere Biodieselnachfrage in Deutschland, die sich zwar vor allem auf UCOME bezieht, Standardware aus Pflanzenöl wird aber ebenfalls beigemischt. In der Regel ist das Verhältnis zwischen den beiden 50:50 um die diesjährige Biodieselquote von 75 % zu erfüllen. Die Sojaölpreise stehen fortgesetzt unter Druck, das hohe Niveau von vor zwei Wochen, als sie auf 685 EUR/t fob Hamburg nach oben geschnellt waren, konnte nicht gehalten werden. Aktuell kostet Sojaöl 660 EUR/t und damit 15 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Den Sonnenblumenölpreisen hat es sich damit von oben her wieder angenähert und war zuletzt nur noch 4 EUR/t teurer. Sojaöl hat in den vergangen zwei Wochen gegenüber Raps- und Sonnenblumenöl, die sich beide im Preis kaum verändert haben, wieder deutlich an Konkurrenzfähigkeit gewonnen. Allerdings dürfte es zugleich Marktanteile an das ebenfalls preisgünstigere Palmöl verloren haben.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 06.06.2019

  • Marktbericht KW 22 / 2019


    Feste Kurstendenz, besonders für Sojabohnen in Chicago, aber auch für Raps in Paris, geht am hiesigen Kassamarkt nicht spurlos vorüber. Die Preise konnten sich etwas befestigen. Auf Erzeugerebene wurden zuletzt 354 EUR/t im Bundesmittel gefordert und damit knapp 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Nicht nur die Preise sind gestiegen auch der Markt hat sich dem Vernehmen nach etwas belebt. Zumindest zeigen sich Anbieter nun gesprächsbereiter. Am physischen Markt findet alterntige Ware jedoch weiterhin kaum Käufer. Regional ist von Erzeugerseite die Abgabebereitschaft für die kommende Ernte gestiegen. Denn die kühle Witterung und ab und zu Regenschauer sorgen derzeit für gute Bedingungen für die Pflanzenentwicklung auf dem Feld. Insgesamt bleibt der Rapsmarkt in Deutschland aber von einem ruhigen Handelsverlauf gekennzeichnet. Was die Vorräte in den Erzeugerlagern betrifft, so dürfte das meiste geräumt sein, vielleicht etwas weniger als in Normaljahren, da einzelne noch größere Mengen in der Hoffnung auf Preissteigerungen im Juni dem Markt vorenthalten. Schwächere Rapsernteprognosen für die EU-28 schüren diese, aber größere Bedarfslücken und damit deutliche Preisaufschläge sind bei guter Importversorgung der Ölmühlen fraglich.

    Am Sojaschrotmarkt sind die Preise in den vergangenen 4 Tagen für Sojaschrot beider Qualitäten stark gestiegen und legten im Schnitt um 13 EUR/t zu. Grund dafür waren die deutlich festeren Sojabohnenkurse in Chicago; in den USA verzögern Regenfälle immer noch die Aussaat. Vorher hatte sich die Nachfrage am Sojaschrotmarkt leicht belebt, wegen der Preissteigerung dürfte sie nun erstmal abflachen, da Käufer auf eine Gegenbewegung hoffen und abwarten. Das Angebot an Sojaschrot ist ausreichend vorhanden, deutsche Mühlen sind gut mit US-Bohnen gedeckt. Am Rapsschrotmarkt ist das Kaufinteresse an physischer Ware auf den vorderen Terminen sehr verhalten und konzentriert sich hauptsächlich auf August/Oktober. Die Abgabebereitschaft fast aller deutschen Ölmühlen hält sich momentan in Grenzen. Die Margen sind vergleichsweise gering, weshalb es für sie nicht attraktiv genug ist, mehr Raps zu Schrot zu verarbeiten.

    Der Rapsölmarkt findet keine klare Richtung, bärische und bullische Signale wechseln täglich. Zuletzt waren die Ernteaussichten für Raps in der EU-28 witterungsbedingt erneut getrübt. Über den Umfang der Rapsernte 2019 und die Rohstoffversorgung im kommenden Wirtschaftsjahr wird erheblich diskutiert und weist Raps und Nachprodukten mal den Weg nach oben, mal nach unten. Rapsöl fob Hamburg kostete zuletzt 742 EUR/t und damit leichte 2 EUR/t mehr als vor einer Woche. Etwas Unterstützung bringt die in der aktuellen Handelswoche lebhaftere Biodieselnachfrage in Deutschland. Ein Stück weit ist die aber zu relativieren, da sie sich auf UCOME, also Biodiesel aus Altspeisefetten mit besonders hohem THGEinsparpotenzial konzentriert. Marktteilnehmer berichten von schlechten Margen aus dem Rapsölverkauf, sodass sich die Ölmühlen mit Offerten derzeit zurückhalten. Sojaöl kann sich dem Einfluss des schwachen Palmöls nicht entziehen. Die festeren Sojanotierungen an der Chicagoer Börse konnten nicht verhindern, dass die Kassapreise um 10 auf 675 EUR/t fob Hamburg nachgaben.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 88 KDatum: 29.05.2019