Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 08 / 2020


    Im Fahrwasser festerer Rapsterminkurse haben auch die Erzeugerpreise hierzulande wieder den Weg nach oben gefunden. Damit lassen sich, wenn auch sehr vereinzelt, noch einmal Restmengen aus der Ernte 2019 mobilisieren. Doch im Großen und Ganzen ist das Geschäft mit der alten Ernte gelaufen. Erzeuger sind zumeist ausverkauft oder haben jüngste Preisbefestigung zur Abgabe letzter Partien genutzt, während gleichzeitig die Ölmühlen für alterntige Ware nur noch sporadisch als Käufer am Markt auftauchen. Das Geschäft schwenkt nun immer deutlicher auf Lieferungen ex Ernte 2020 um. Verarbeiter sind aufgrund der avisiert weiterhin knappen Inlandsversorgung mit Raps in der Saison 2020/21 früher bzw. stärker als in anderen Jahren daran interessiert, Vorkontrakte abzuschließen. Ex Ernte 2020 scheitert es daher nicht am Kaufinteresse der Ölmühlen, sondern eher an der mangelnden Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Das ist zwar nicht überall der Fall und je näher die Rapsernte 2020 rückt, desto abgabebereiter werden die Landwirte, sodass zuletzt auch einige Abschlüsse in die Bücher geschrieben wurden. Aber im Großen und Ganzen bleibt es ein ruhiger Vorkontrakthandel. Das könnte auch noch eine Weile so bleiben. Denn die Feldbestände haben sich bei mildem Wetter schnell entwickelt und sind damit anfällig für Frost, mit dem noch bis in den April hinein gerechnet werden muss. Solange sich die Landwirte in Deutschland ihrer Erträge nicht sicherer sind, werden sie keine zu großen Mengen vertraglich binden, um nicht Gefahr zu laufen, diese am Ende nicht liefern zu können. Die Rapserzeugerpreise lagen zuletzt bei 380 EUR/t im Bundesdurchschnitt, was einer Steigerung von 4 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Die Kontraktpreise liegen bei 372 EUR/t und damit ebenfalls 4 EUR/t höher als zuvor.

    Am Rapsschrotmarkt sind die Preise im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Rapsschrot kostete zuletzt mit 225 EUR/t rund 2 EUR/t mehr. Gestützt wurden die Preise durch die festeren Sojaschrot- und Rapsnotierungen. Am Sojaschrotmarkt ist das Kaufinteresse besonders an vorderer Ware momentan eher zurückhaltend. Die Nachfrage der Mischfutterbetriebe konzentriert sich mehr auf spätere Termine. So ist der Markt ruhig und wartet auf richtungsweisende Impulse. Aus Argentinien kommen aufgrund des Ausfalls einer insolventen Ölmühle weiterhin weniger Schiffe mit Importware. Der Fokus vieler Marktteilnehmer richtet sich momentan auf die laufende brasilianische Sojabohnenernte, die bisher in Rekordhöhe avisiert wird. Preisauftrieb bringen neben der Sorge um Angebotsengpässe die festen Sojaschrotkurse in Chicago. Das überträgt sich auf die hiesigen Kassapreise.

    Erst zwei Wochen Rückgang, dann zwei Wochen Stagnation – nun haben sich die Rapsölpreise überraschend befestigt. Überraschend deshalb, weil sich fundamental wenig verändert hat. Das Coronavirus sorgt nach wie vor für Verunsicherung was die chinesische, aber auch was die Weltwirtschaftsentwicklung betrifft. Die Aussichten auf die EU-Rapsernte 2020 sind tendenziell etwas besser als im herausragend schwachen Vorjahr, flächenbedingt jedoch keineswegs gut. Auch wenn sich die Rapsfeldbestände bei mildem Wetter bisher gut bis sehr gut entwickelt haben, sind sie dadurch zugleich umso anfälliger für Frost, sodass Erzeuger sehr vorsichtig agieren, wenn es um Vorkontrakte geht. Die Versorgungslage beim Rapsöl für das kommenden Wirtschaftsjahr wird als knapp eingeschätzt, was an den geringen Rohstoffvorräten liegt. Vom Biodieselmarkt kommen ebenfalls keine neuen Impulse, nach lebhaftem Januar-Geschäft ist die Nachfrage im Februar deutlich abgeflaut. All diese Einflüsse sind nicht neu und die anderen Pflanzenöle tendieren schwächer. Die Unterstützung dürfte somit von den Rapsterminkursen in Paris kommen, die sich seit vier Handelstagen im Plus bewegen und zuletzt wieder über die Marke von 400 EUR/t geklettert sind. Das zieht die Rapsölpreise fob Hamburg um 39 EUR/t auf 845 EUR/t und damit auf ein 4-Wochenhoch. Der Sojaölmarkt, international wie auch hierzulande, wird von der Unsicherheit über die Auswirkungen des Coronavirus auf Nachfrage, Logistik und Märkte weiterhin unter Druck gehalten. Fob Hamburg gaben die Preise auf Wochensicht um 22 EUR/t auf 710 EUR/t nach. Schwache Palmölpreise und die Meldung über einen Rückgang der US-Biodieselnachfrage belasten zusätzlich.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 20.02.2020

  • Marktbericht KW 07 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise haben in der aktuellen Handelswoche weiter nachgegeben. Druck erzeugen schwächere Terminkurse gepaart mit mangelndem Kaufinteresse der Ölmühlen, die in der Regel bis Saisonende über Kontrakte versorgt sind. Erst im Übergang auf die neue Ernte könnten Lücken aufkommen, die das Kaufinteresse kurzfristig beleben. Rapserzeuger sind auf dem erreichten schwächeren Preisniveau kaum noch zur Abgabe alterntiger Restmengen bereit; die meisten sind allerdings mittlerweile ohnehin ausverkauft – nur wenige schieben noch Restmengen vor sich her. Das war zur gleichen Zeit des Vorjahres anders gewesen. Und nicht nur weil die Versorgung seinerzeit weniger knapp war, sondern auch weil die Preisvorstellungen weitgehend unerfüllt blieben. Der typische Preisanstieg, wie er in dieser Saison im November startete und im Januar auf einen Hochpunkt zulief, fand in der Vorsaison nicht annähernd statt, sodass ungewöhnlich große Mengen in der Hoffnung auf Preisbefestigung bis zur neuen Ernte oder auch noch darüber hinaus in Erzeugerhand blieben. Am Rapsmarkt schwenkt der Fokus nun langsam auf die Ernte 2020 um. Das zeigt sich auch in der Preisentwicklung: Alterntiger Raps wird zu 375,70 EUR/t und damit 2,60 EUR/t unter Vorwochenlinie gehandelt. Vorkontrakte haben sich derweil um 2,00 auf 368,20 EUR/t verteuert. Immer mehr Kaufanfragen für Rapskontrakte ex Ernte 2020 werden registriert und führen teilweise auch zu Geschäftsabschlüssen. Doch häufig scheitern diese noch an der Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Die blicken nämlich durchaus besorgt oder wenigstens mit Vorsicht auf die Entwicklung ihrer Feldbestände. Diese sind vielerorts ungewöhnlich weit entwickelt, was positiv ist, jedoch mangelt es den Kulturen dadurch an Winterhärte. Vergangene Jahre haben gezeigt, dass noch bis in den April hinein mit Frosteinbrüchen gerechnet werden muss, die alles ändern können. Niemand möchte sich jetzt verkalkulieren und zu große Mengen vertraglich festsetzen, die er am Ende nicht liefern kann.

    Am Sojaschrotmarkt sind die Preise gegenüber Vorwoche deutlich gestiegen. Grund hierfür sind feste Sojaschrotkurse in Chicago und der gefallene Euro. Zudem gibt die Sorge um einen Angebotsrückgang in Argentinien Preisauftrieb. Dort ist schon seit einigen Wochen eine wichtige Ölmühle aufgrund von Liquiditätsengpässen ausgefallen, weshalb dort vorerst keine Sojabohnen mehr verarbeitet werden. Die Nachfrage der Mischfutterbetriebe in Deutschland beschreiben Marktteilnehmer als stetig bis rege. Zum Ende der vergangenen Woche ist das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller am Rapsschrotmarkt aufgelebt. Besonders Ware zur Lieferung im Zeitraum Februar bis Juli ist gefragt. Dieses Kaufinteresse ist in den vergangenen zwei Tagen aber wieder etwas abgeflaut. Viele Marktteilnehmer haben auf die Veröffentlichung der USDA-Schätzung gewartet. Die Rapsschrotpreise am hiesigen Kassamarkt haben sich gegenüber Vorwoche leicht um 3 auf 222 EUR/t befestigt.

    Die Rapsölpreise haben sich weiter stabilisiert. Noch vor zwei Wochen hatten sie kräftig nachgegeben, doch nun stützt die Befestigung beim Soja- und Palmöl, außerdem die wieder lebhaftere EU-Biodieselnachfrage, die sich Marktteilnehmern zufolge vor allem auf Rapsmethylester richtet. Darüber hinaus wird von einem regional knappen Angebot an rohem Rapsöl berichtet, sodass die Ware teilweise gesucht wird. Marktteilnehmer begründen dies mit der knappen EU-Rapsversorgung und einer geringeren Verarbeitung. Zudem sind auch die Erwartungen an die EU-Rapsernte 2020 gering, sodass die Rohstoffversorgung knapp bleiben dürfte. Fob Hamburg wurden für Rapsöl zuletzt 806 EUR/t und damit 4 EUR/t mehr als in der Vorwoche verlangt. Die Sojaölpreise hatten in der Vorwoche einen kräftigen Rückgang hingelegt, diesen in der aktuellen Berichtswoche aber zum Teil wieder ausgeglichen. 733 EUR/t fob Hamburg entsprechen einer Steigerung von 23 EUR/t oder 3,2 %. Marktteilnehmer sehen darin eine Korrektur, nachdem die Panik rund um die Verbreitung des Coronavirus Terminmarktkurse und Kassapreise in der Vorwoche auf Talfahrt geschickt hatte. Zudem hat der kräftige Preisrückgang der Vorwoche einige Käufer auf den Plan gerufen, deren Nachfrage nun ebenfalls Unterstützung liefert.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 13.02.2020

  • Marktbericht KW 06 / 2020


    Im Sog der aus Wochensicht deutlich schwächeren Rapsterminkurse in Paris haben auch die Kassapreise hierzulande verloren. Die Rapserzeugerpreise lagen im Bundesdurchschnitt zuletzt bei 378 EUR/t und damit 8 EUR/t unter Vorwochenlinie. Mit den Preisrückgängen der vergangenen Woche und den so gut wie geräumten Lagerbeständen in Erzeugerhand hat sich die Verkaufsbereitschaft deutlich verringert; die Geschäfte haben sich spürbar beruhigt. Erzeuger ergreifen erste Düngermaßnahmen und sind ansonsten in Sorge um ihre Bestände, entweder weil die Wassersversorgung regional unzureichend ist oder es den Kulturen an der nötigen Winterhärte mangelt, sollte es in den kommenden Wochen noch zu Frosteinbrüchen kommen. Während die Abgabebereitschaft für Restmengen der Ernte 2019 nun äußerst zurückhaltend ist, kommen auch von der Nachfrageseite keine Impulse. Das Kaufinteresse der Verarbeiter bleibt dem Vernehmen nach gering. Marktteilnehmer vermuten wesentlich kleinere Restbestände der alten Ernte in Erzeugerhand als vor einem Jahr. Kleinere Ernte gepaart mit kräftigem Preisauftrieb im Januar hatte die Vorräte kräftig schrumpfen lassen. Die meisten Landwirte dürften mittlerweile ausverkauft sein. Viele haben die Hochpreisphase zum Verkauf genutzt und sind rückblickend auch froh darüber. Mancher bereut allerdings, das hohe Preisniveau nicht auch schon für umfangreichere Vorkontraktabschlüsse genutzt zu haben.

    Die Ölschrotpreise haben sich in der Berichtswoche unterschiedlich entwickelt. Während die Sojaschrotpreise nachgaben, hat sich Rapsschrot leicht befestigt. Die Sojaschrotpreise werden von den schwachen Sojaschrotkursen in Chicago belastet. Diese hatten den tiefsten Stand seit Anfang September 2019 erreicht. Die Ausbreitung des Coronavirus und eine damit verbundene mögliche Abschwächung der chinesischen Wirtschaft und Nachfrage, erzeugte im Verlauf der Berichtswoche weiterhin Druck. Am Rapsschrotmarkt sind die Preise zum Ende der vergangenen Woche gestiegen, da eine Ölmühle in Nordostdeutschland überraschend ihre Produktion stoppen musste. Zwischenzeitlich lagen die Preise auf dem höchsten Stand seit Anfang April 2019. Zuletzt gaben die Forderungen für Rapsschrot aber wieder leicht nach, da die hohen Preise viele Anbieter an den Markt gelockt haben. Da seitens der Mischfutterbetriebe aber nur sehr wenig Kaufinteresse besteht, bremste dies den Preisauftrieb.

    Obwohl der Druck vom Weltmarkt momentan hoch ist, haben sich die Rapsölpreise im Vorwochenvergleich leicht befestigt. Zuletzt wurden 802 EUR/t verlangt, das waren 5 EUR/t mehr als in der Woche zuvor. Im Grunde ist die Stimmung am Pflanzenölmarkt aber weiterhin gedämpft, da die Ausbreitung des Coronavirus die Angst vor einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft schürt. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Biodiesel, die in der ersten Januarwoche noch ungewöhnlich hoch war, kräftig gesunken. Die Preise für Sojaöl sind deutlich um 60 auf 710 EUR/t abgerutscht. Hauptbelastungsfaktor ist der mögliche Nachfragerückgang Chinas. Sojaöl kostete damit zuletzt genau so viel wie Sonnenblumenöl.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 06.02.2020

  • Marktbericht KW 05 / 2020


    Die Erzeugerpreise für Raps haben ihren steilen Anstieg durch den Druck des Weltmarkts vorerst beendet. Sowohl die Rapsnotierungen in Paris als auch die Sojakurse in Chicago haben im Wochenvergleich deutlich an Wert verloren. Die Angst vor einer Pandemie, ausgelöst durch den Coronavirus, hält die Märkte im Bann. Besonders betroffen von der pessimistischen Marktstimmung sind die Preise für die Ernte 2019. Diese gaben innerhalb von einer Woche um mehr als 8 auf 386 EUR/t nach. Damit befinden sie sich aktuell wieder auf dem Niveau von Anfang Januar 2020. Die rückläufigen Gebote haben das Geschäft für die alterntigen Restmengen, deutlich gebremst. Die Preise für Kontrakte ex Ernte 2020 haben hingegen nur um 5 auf 369 EUR/t nachgegeben. Angesichts der geringen Ernteaussichten 2020 ist das für viele Erzeuger noch zu wenig, um Vorkontrakte abzuschließen. Sie hoffen auf Preissteigerungen und warten mit der Vermarktung ab. Es wird von einer guten Deckung der Ölmühlen berichtet. In Norddeutschland suchen sie kaum noch Ware für das erste Quartal 2020. Das Kaufinteresse liegt auf Lieferterminen ab April 2020. Da aber kaum noch nennenswerte Mengen aus der alten Ernte zur Verfügung stehen, dürfte das Rapsangebot bis zur neuen Ernte am europäischen Markt knapp bleiben. Deshalb könnte es, sobald die preisdrückenden Faktoren am Weltmarkt eingepreist sind und die Erzeugerpreise in Deutschland wieder Eigendynamik entwickeln, preislich wieder Luft nach oben geben.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Nachfrage in den vergangenen Tagen wieder entflammt. Die Meldung über den Ausfall einer Ölmühle in Nordostdeutschland treibt viele Käufer an den Markt. Deshalb wird insbesondere auf den vorderen Terminen aktuell viel Ware gesucht. Bisher kann die Nachfrage noch ausreichend von den Ölmühlen gedeckt werden. Am Sojaschrotmarkt haben sich die Preise gegenüber Vorwoche weiter befestigt. Mischfutterhersteller fragen relativ rege Ware nach, was den Markt unterstützt. Zudem rechnen Marktteilnehmer für die kommenden Wochen mit steigendem Kaufinteresse seitens der Mischfutterindustrie, da niedrige Temperaturen den Futtermittelbedarf der Mischfuttererzeuger steigern dürfte. Gleichzeitig kommt Unterstützung aus Südamerika. In Argentinien hat eine große Ölmühle aufgrund von Liquidität ihr Verarbeitungstempo zurückgefahren. Da Deutschland große Mengen an Sojaschrot aus Argentinien importiert, schürt das die Sorge um weniger Schiffslieferungen nach Deutschland.

    Die Auswirkung des Coronavirus in China ist auch an den Pflanzenölmärkten deutlich zu spüren. Sie gaben im Vergleich zur Vorwoche überwiegend kräftig nach. Die Angst vor einer Pandemie schürt die Sorge um die chinesische Wirtschaft. Sollte sich die Krankheit weiter so rasch ausbreiten wie bisher, könnte die Nachfrage der größten Wirtschaftsmacht zurückgehen und auch die internationalen Handelsströme gestört werden. Rapsöl sank infolgedessen um 45 auf 797 EUR/t. Neben der trüben Marktstimmung aufgrund des Coronavirus erzeugten zudem gestiegene Rapsölimporte Druck. Die schrumpfende Nachfrage nach Biodiesel belastet den Rapsölmarkt zusätzlich. Marktteilnehmern zufolge könnte diese aber in den kommenden Wochen wieder aufleben. Sojaöl kostete zuletzt 770 EUR/t und damit rund 12 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Auch hier ist der Hauptauslöser für den Preisrückgang die Sorge um die chinesische Wirtschaft. Zusätzlich werden die Forderungen für Sojaöl von der Meldung des Nationalen Verbandes der Ölsaatenverarbeiter (NOPA) belastet. Laut NOPA sind die Vorräte an Sojaöl durch eine sinkende Nachfrage stärker als erwartet gestiegen.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 30.01.2020

  • Marktbericht KW 04 / 2020


    Je nach Region sind die Meldungen in der Berichtswoche uneinheitlich. Entweder wird die Nachfrage als stark abgeflaut beschrieben oder das Angebot als sehr gering oder beides. In jedem Fall werden somit aber Geschäftsabschlüsse in größerem Umfang verhindert, nur sporadische wird Raps der Ernte 2019 jetzt noch gehandelt. Die Vorräte sind ohne Zweifel stark geschrumpft, sodass nur noch Restmengen zu vermarkten sind, aber damit halten sich die Anbieter nun in der Hoffnung auf weitere Preissteigerungen bis Saisonende oder gerade auch im Übergang auf die kommende Saison 2020/21 sehr zurück. Unzweifelhaft ist auch, dass die meisten Ölmühlen, nachdem einzelne zuletzt noch nennenswerte Mengen Inlandsraps gekauft haben, nun erst einmal gedeckt sind, wenigstens für das erste Quartal, teilweise aber auch darüber hinaus, sodass Liefertermine ex Ernte 2020 seit vergangener Woche zunehmend stärker in den Fokus geraten. Am Preisverlauf auf Erzeugerebene lässt sich das ablesen: Während die Forderungen für Raps zur sofortigen Lieferung gegenüber der Vorwoche um 3,40 auf 394,70 EUR/t im Bundesmittel zurückgenommen wurden, sind die Vorkontraktpreise vergleichsweise leichter um 1,60 auf 374,50 EUR/t im Schnitt erster verfügbarer Regionalmeldungen gesunken. Was die Feldbestandsentwicklung betrifft, so mangelt es regional immer noch an Niederschlägen. Zudem haben die milde Witterung und anhaltender Sonnenschein erste Rapsschädlinge hervorgelockt; Rapsstängelrüssler wurden bereits gesichtet. Vereinzelt wurden nun deshalb Gelbschalen im Raps aufgestellt, um den Zuflug von Schädlingen zu bonitieren.

    Die Sojaschrotpreise sind im Vorwochenvergleich deutlich gestiegen. Grund für den Preisanstieg ist das sinkende Angebot an Sojaschrot besonders auf den Terminen Januar und Februar. Für Lieferungen zu diesen Terminen wird Ware allmählich knapp, da Verarbeitungsrückgänge in Südamerika den Warenfluss von dort verlangsamt haben. Die Aktivität der Mischfutterbetriebe am Sojaschrotmarkt reduziert sich in der Berichtswoche auf das Abwickeln von Kontrakten. Am Rapsschrotmarkt hat sich die Nachfrage belebt. Die meisten Käufer suchen vor allem Ware zur Lieferung im Februar, vereinzelt wird sogar noch Rapsschrot zur Lieferung im Januar geordert. In den Preisen spiegelt sich das rege Kaufinteresse bisher aber nicht wider. Sie haben im Vergleich zur Vorwoche um 4 auf 206 EUR/t nachgegeben. Üblicherweise kommt das Geschäft mit Rapsschrot ab Mitte Januar, wieder in Schwung. In den kommenden Wochen könnten die Rapsschrotpreise wieder nach oben ziehen.

    Der Höhenflug am europäischen Pflanzenölmarkt scheint zumindest vorerst beendet, denn in der aktuellen Berichtswoche tendieren alle Pflanzenölpreise durch die Bank schwächer. Soja- und Sonnenblumenöl hatten bereits in der vergangenen Woche die Schwächephase eingeläutet und haben nun weiter an Wert verloren. Sojaöl erzielte zuletzt einen Preis von 782 EUR/t fob Hamburg, was noch einmal 18 EUR/t oder 2,3 % weniger als in der Vorwoche waren. Als Zugpferd des Pflanzenölmarktes hat diese Entwicklung Sogwirkung auf die übrigen Pflanzenölpreise. Rapsöl konnte sich der Schwächetendenz der anderen Pflanzenöle nicht entziehen und hat um 18 EUR/t oder 2,1 % auf 842 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Dazu trägt aber auch der Rückgang der EU-Biodieselnachfrage bei. Hitzig, mit ungewöhnlich lebhafter Nachfrage und kräftigem Preisauftrieb, war der Biodieselmarkt in das neue Jahr gestartet. Doch nun scheinen Beimischer erst einmal gedeckt, sodass sich das Kaufinteresse für Termine bis einschließlich April nun spürbar abgekühlt hat und sich auf Lieferungen ab Mai oder sogar erst wieder ab Juni verlagert. Von der Börse in Paris kamen zuletzt zwar wieder bullische Impulse, doch über die 420 EUR/t sind die Rapsterminkurse bisher noch nicht wieder gestiegen. Marktteilnehmer zufolge ist die Richtung aktuell unklar.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 23.01.2020

  • Marktbericht KW 03 / 2020


    In den meisten Regionen Deutschlands berichten Marktteilnehmer von einem äußerst knappen Rapsangebot aus der Ernte 2019. Viele Erzeuger sind ausverkauft oder halten nur noch Restmengen in Spekulation auf weitere Preissteigerungen zurück. Doch die Zahl derer, die auf weitere Preissteigerungen in den kommenden Wochen setzen, wird kleiner, denn schließlich hat Raps in den zurückliegenden Wochen einen regelrechten Höhenflug hingelegt – der Markt bzw. die Preise scheinen überhitzt. Außerdem kam die Unterstützung im Wesentlichen von den festeren Terminkursen in Paris und hier deutet sich seit Beginn der aktuellen Handels-woche möglicherweise eine Trendwende an: Seit vergangenem Freitag haben die Notierungen 4 EUR/t an Wert verloren und sind damit wieder unter die Marke von 420 EUR/t gerutscht. Aus dem Markt ist zu vernehmen, dass die jüngsten Preissteigerungen auf Erzeugerstufe nur geringe Mengen mobilisieren konnten, was den weit abgebauten Lagerbeständen zuzuschreiben ist. Wo nichts ist, kann auch nichts gehandelt werden, ganz gleich wie attraktiv die Preise auch sein mögen. Langsam ist ein Umschwenken des Marktes auf die Ernte 2020 zu spüren. So nimmt die Zahl der Offerten aus der Landwirtschaft zu. Gleichzeitig ist das Kaufinteresse der Ölmühlen für Termine ex Ernte 2020 erwacht, sodass nun auch immer wieder Abschlüsse in die Bücher geschrieben werden. Womöglich ist es die knappe Rapsversorgung, die die Verarbeiter aktuell als Käufer an den Markt zieht. Es gilt, die Anschlussversorgung 2020/21 abzusichern.

    Am Rapsschrotmarkt ist das Kaufinteresse seitens der Mischfutterhersteller etwas aufgelebt. Nachdem sie in der vergangenen Woche mit der Planung für 2020 beschäftigt waren, ist das Kaufinteresse in der aktuellen Berichtswoche erwacht. Das ist in jedem Jahr im Januar nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen üblicherweise der Fall. Besonders gefragt sind Lieferungen ab Februar bis Oktober. Ölmühlen sind gleichzeitig daran interessiert ihre Ware zu verkaufen. Da so ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage besteht, sind die Rapsschrotpreise im Vorwochenvergleich recht stabil. Die Sojaschrotpreise sind hingegen im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen. Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt kostete zuletzt 334 EUR/t und damit 4 EUR/t mehr als vor einer Woche. 44er Ware hat sich um 2 auf 306 EUR/t verteuert. Gestützt wurde der Sojaschrotmarkt von den Sojaschrotkursen in Chicago, die im Vorwochenvergleich um umgerechnet 2 auf 295 EUR/t zugelegt haben.

    Die Rapsölpreise haben sich um 5 auf 860 EUR/t fob Hamburg befestigt. Dabei profitierten sie von den auf Wochensicht weiter gestiegenen Rapsterminkursen in Paris. Außerdem lieferte eine stetige bis lebhafte und damit für den Januar ungewöhnlich hohe Biodieselnachfrage fortgesetzt Unterstützung. Sowohl Biodiesel aus Altspeisefetten als auch Ware aus Pflanzenölen (saisonbedingt zurzeit aus Rapsöl) findet wegen der Anhebung der THG-Quote auf 6 % derzeit problemlos Käufer. Neueste USDA-Zahlen für Sojabohnen bzw. Sojaöl fielen bärisch aus, Produktions- und Vorratsschätzungen wurden leicht angehoben. Die Sojaölpreise ließ das um 10 auf 800 EUR/t fob Hamburg sinken.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 16.01.2020

  • Marktbericht KW 02 / 2020


    In Westeuropa, so auch in Deutschland, wird die Rapsversorgung zusehends knapper. Die Zufuhren aus der Ukraine verlieren spürbar an Fahrt. Ukrainische Exporteure hatten sich in der ersten Wirtschaftsjahreshälfte 2019/20 alle Mühe gegeben so viel Raps der Ernte 2019 wie möglich zu vermarkten, bevor sie seit dem Kalenderjahreswechsel höhere Umsatzsteuern entrichten müssen, was die Attraktivität des ukrainischen Exportgeschäftes erheblich schmälert. So gehen Marktteilnehmer von Lagerbeständen an Raps in der Ukraine von nur noch 150.000 t aus, wobei nicht klar ist, wie viel davon überhaupt noch für den Export und speziell für die Lieferung nach Deutschland zur Verfügung steht. Auch, ob diese Mengen überhaupt frei verfügbar oder längst vertraglich gebunden sind, ist nicht klar. Aber so oder so wird in der zweiten Saisonhälfte aus der Ukraine nicht mehr viel Raps nach Deutschland kommen können, um die hiesigen Versorgungslücken zu schließen. Auch die deutsche Ernte ist schon weitgehend vermarktet, höchstenfalls ein Drittel der Ernte 2019 befindet sich noch in Erzeugerhand, zumeist weniger, und wird in der Erwartung weiterer Preissteigerungen zurückgehalten. Nun käme es eigentlich auf Zufuhren aus anderen Drittstaaten an – in den vergangenen Jahren kamen in der zweiten Saisonhälfte regelmäßig bedeutende Mengen Raps aus Australien zu uns – doch Anbaurückgänge und extreme Witterung (sengende Hitze, Trockenheit und Buschfeuer, die weiterhin nicht unter Kontrolle sind) werden dort nur eine kleine Ernte zulassen, sodass das australische Rapsangebot für den Export spärlich ausfallen wird. Das wenige, was überhaupt veräußert werden kann, könnte außerdem durch chinesische Käufer sozusagen abgefangen werden. Für den EU-Markt wird wohl kaum etwas übrigbleiben.

    Die deutsche Rapsversorgung steht auf wackeligen Beinen und bis zur neuen Ernte sind es noch einige Monate hin. Die stetige und teils kräftige Befestigung der Rapsterminkurse in Paris, wie auch der Erzeugerpreise hierzulande, ist bisher ungebrochen, ein Ende der Hausse in der zweiten Januarwoche noch nicht in Sicht, was Anbieter abwarten lässt. So enttäuschend wie die deutsche Rapsernte 2019 ausgefallen war, sehen viele Erzeuger jetzt die Chance für ihre Restmengen noch höhere Forderungen durchzusetzen und damit die Umsatzverluste einzudämmen. Am Sojaschrotmarkt wird zum Jahresstart kaum Ware bewegt. Das Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe ist verhalten, da sie vorerst mit der Planung für 2020 beschäftigt sind. Da sich auch an der Börse die Sojaschrotkurse kaum verändert haben, kommen von dort ebenfalls keine Impulse. Der Phase-eins Deal zwischen den USA und China ist weitestgehend eingepreist und auch die Witterungsbedingungen in Südamerika bewegen kaum. Am hiesigen Kassamarkt wird sich die Lage voraussichtlich in den kommenden zwei Wochen kaum ändern. Marktteilnehmer berichten, dass der Sojaschrotmarkt üblicherweise erst nach dem brasilianischen Karneval Anfang Februar so richtig in Schwung kommt.

    Am Rapsschrotmarkt geht es hingegen auf der Angebotsseite etwas lebhafter zu. Mühlen sind besonders am Verkauf von prompter Ware und auf Terminen ab August 2020 interessiert. Käufer sind aber auch am Rapsschrotmarkt kaum zu finden. Auch sie sind noch mit der Planung für 2020 beschäftigt. Die Rapsölpreise tendieren fester. Zuletzt wurden 855 EUR/t fob Hamburg genannt, was einem Plus von 10 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Auftrieb geben die Befestigung anderer Pflanzenöle, die gestiegenen Rapsterminkurse in Paris sowie eine lebhafte Nachfrage aus dem Biodieselbereich. Im Gegensatz zu den anderen Pflanzenölen fällt der Anstieg der Rapsölpreise jedoch verhalten aus. Sojaöl hat sich im Berichtszeitraum um 55 auf 810 EUR/t fob Hamburg befestigt, womit der Preisrückstand zum Rapsöl auf 45 EUR/t zusammengeschmolzen ist. Dabei profitiert es vor allem vom Anstieg der US-Terminkurse, die ihrerseits Unterstützung in der Annäherung zwischen China und den USA finden. Der sogenannte Phase-1-Deal ist greifbar und würde die US-Sojaexporte nach China wohl deutlich ankurbeln. Die Aussicht darauf stimmt Börsenteilnehmer optimistisch; sie positionieren sich entsprechend. Nicht für die Bohne, wohl aber für das Öl wirkt auch jüngster US-Verarbeitungsrückgang bullisch. Denn dadurch schrumpft das Angebot an Nachprodukten, Sojaöl und -schrot, am US-Markt, was Druck von den Preisen nimmt.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 09.01.2020

  • Marktbericht KW 51 / 2019


    Auch oder gerade weil die Preise weiter steigen, wird Raps am Kassamarkt kaum umgesetzt. Das Angebot bleibt nach wie vor verhalten. Erzeuger haben nur noch Restmengen auf Lager, die sie zu möglichst hohen Preisen verkaufen wollen, dazu warten die meisten weitere Preissteigerungen ab. Daher sind die angebotenen Mengen in den meisten Regionen sehr überschaubar, während sich einige Marktteilnehmer in Südbaden jetzt von ihren Restbeständen trennen. Die stark gestiegenen Börsennotierungen in Paris ermöglichen Preissteigerungen am hiesigen Kassamarkt. So lagen die Rapspreise zuletzt bei 385 EUR/t frei Lager des Erfassers und damit 6 EUR/t über Vorwochenlinie. Im Streckengeschäft in Ostdeutschland wurde die Marke von 400 EUR/t überschritten. Nicht nur für die restlichen Lagermengen ist die Verkaufsbereitschaft der Landwirte eher gering, sondern auch für Ware aus der kommenden Ernte 2020. Die milden Temperaturen schüren die Sorge um die Frosthärte der Winterkulturen, zudem sind die Ertragserwartungen durch die Einschränkung der Stickstoffgaben infolge der Düngeverordnung eher gering.

    Am Sojaschrotmarkt hat sich das Kaufinteresse etwas gelegt. Im Vorweihnachtsgeschäft wird zwar immer noch vereinzelt Ware nachgefragt, die Energie fließt allerdings in die Beschaffung von Transportkapazitäten. Viele Speditionen liefern über die Feiertage nicht, weshalb Ware jetzt noch schnell ausgeliefert werden muss. Zudem ist am hiesigen Kassamarkt weiterhin der Ausfall einer Ölmühle in Argentinien zu spüren. Bisher sind die Lieferungen von dort zwar nicht geschrumpft, da aber unsicher ist, ob das weiterhin so sein wird, decken sich viele Marktteilnehmer vorsorglich mit Sojaschrot ein. Der Rapsschrotmarkt schläft im Vorweihnachtsgeschäft langsam ein. Ware wird nur noch wenig gehandelt und bis zum kommenden Jahr sind die Geschäfte in trockenen Tüchern. Nur noch vereinzelt wird ein LKW Rapsschrot nachgefragt. Das kommende Jahr wird noch wenig besprochen. Aufgrund des Preisanstiegs wird im Hintergrund rege Absicherungsgeschäft getätigt.

    Die Sojaölpreise wurden in der Berichtswoche von den Kursen in Chicago kräftig unterstützt. Aufgrund der Entwicklungen der Handelsgespräche zwischen den USA und China, die sich auf das sogenannte „Phase eins“ Abkommen einigten, legten diese im Vorwochenvergleich umgerechnet um 42 auf 668 EUR/t. Zudem beflügelte die Ankündigung der argentinischen Regierung Ausfuhrsteuern auf Agrarprodukte zu erheben, die Kurse. Sollten argentinische Exporteure dadurch weniger Sojabohnen und Nachprodukte ins Ausland verkaufen, eröffnen sich neue Exportchancen insbesondere für die USA, was den gesamten Sojakomplex stützt. Der Kursanstieg trieb die Preise hierzulande in die Höhe, die im Vorwochenvergleich um 7 auf 755 EUR/t gestiegen sind. Die feste Tendenz der Soja- und Palmölpreise zieht auch die Rapsölpreise weiter nach oben. Sie werden aber auch von der sich abzeichnenden kleinen EU-Rapsfläche zur Ernte 2020 unterstützt. Sollte die Rapsernte im kommenden Jahr ähnlich klein ausfallen wie 2019, dürfte auch die Herstellung von Nachprodukten zurückgehen. Rapsöl hat sich um 27 auf 845 EUR/t verteuert und erreicht damit den höchsten Stand seit Januar 2017.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 19.12.2019

  • Marktbericht KW 50 / 2019


    Die deutschen Rapspreise haben im Vorwochenvergleich nochmals zugelegt und nähern sich mit 379 EUR/t frei Lager des Erfassers weiter der Marke von 400 EUR/t. Damit übertreffen sie das Vorjahresergebnis mittlerweile um 21 EUR/t, den Preis von 2017 sogar um fast 30 EUR/t. In den meisten Regionen haben die Erzeuger nur noch Restmengen auf Lager. Entsprechend abwartend ist die Haltung der Landwirte, die trotz der gestiegenen Preise ihre Restbestände zurückhalten. Sie spekulieren für die verbliebenen Mengen auf Preis-steigerungen und hoffen auf 400 EUR/t oder mehr. So ist das Angebot in fast ganz Deutschland knapp bemessen. Die Nachfrage nach Raps bleibt aber weiterhin hoch, sodass die Ölmühlen hohe Prämien zur Bedarfsdeckung zahlen. Das treibt die Kassamarktpreise in die Höhe. In Niedersachsen und in Thüringen hat das Interesse an Raps ex Ernte 2020 wieder etwas zugenommen. Auf den Feldern ist Ruhe eingekehrt und der Großteil der Feldbestände geht in überwiegend gutem Zustand in den Winter.

    Am Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage lebhaft, viele Mischfutterhersteller decken sich vor den Feiertagen mit Ware ein. Marktteilnehmer berichten zudem von möglichen Versorgungsengpässen in den kommenden Wochen. In Argentinien, aus dem ein Großteil des Sojaschrotes stammt, das hierzulande verkauft wird, gibt es finanzielle Probleme bei einer wichtigen Ölmühle. Sollte dies länger anhalten, könnten die Lieferungen von dort abnehmen und das Angebot am hiesigen Kassamarkt reduzieren. Am Rapsschrotmarkt sind die Forderungen im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls gestiegen. Damit hat Rapsschrot in den vergangenen zwei Wochen 14 % an Wert gewonnen und liegen auf dem höchsten Stand seit Juni 2019. Die meisten Mischfutterhersteller sind zwar bis Weihnachten gedeckt, sodass nur noch wenig Ware nachgefragt wird. Das Angebot ist aber knapp. Ölmühlen haben kaum noch größere Mengen im Angebot; Händler nur vereinzelt. Wer jetzt noch kaufen möchte, muss deutliche Preiszugeständnisse machen.

    Die festen Palmölpreise stützten, wie auch schon in den vergangenen Wochen, die Rapsölpreise. Diese haben im Vergleich zu den anderen Pflanzenölen aber am wenigsten zugelegt, im Vorwochenvergleich um 12 auf 818 EUR/t. An der Marktlage hat sich im Grunde kaum etwas geändert; die Rapsölpreise werden nach wie vor von der enttäuschenden EU-Rapsernte 2019 gestützt, die das Angebot an Rohstoffen und damit auch an Nachprodukten schmälert.

    Mögliche Versorgungsengpässe im Januar und Februar aufgrund von Ölmühlenstillständen stützten die Sojaölprämien in der Berichtswoche. Zudem ist die Nachfrage nach Sojaöl weiterhin lebhaft. Auch die festeren US-Sojaölkurse geben den Sojaölpreisen hierzulande Auftrieb. Zudem stützt die Aussicht auf Exportgeschäfte mit Ägypten, das kürzlich 30.000 t Sojaöl und 10.000 t Sonnenblumenöl zur Lieferung im Januar und Februar ausschrieb. So sind sie im Vorwochenvergleich um 37 auf 748 EUR/t gestiegen und haben ihren Abstand zum Rapsöl von 95 EUR/t in der Vorwoche auf 70 EUR/t verkleinert.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 12.12.2019

  • Marktbericht KW 49 / 2019


    In Westeuropa hat sich der Rapsmarkt wieder etwas stabilisiert. Die Versorgung mit Raps bleibt weiterhin knapp, sodass europäische Ölmühlen auch in den kommenden Monaten abhängig von Importen sein werden. Das und die im Vorwochenvergleich gestiegenen Rapsschrotpreise geben den Kassapreisen für Raps Auftrieb. Zusätzliche Unterstützung kommt von der Terminbörse in Paris, wo die Rapskurse im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls zugelegt haben. Die Kassamarktpreise lagen zuletzt mit 374 EUR/t frei Lager des Erfassers rund 1 EUR/t über Vorwochenlinie. Hierzulande halten sich Erzeuger in den meisten deutschen Regionen, trotz des höheren Preisniveaus, mit dem Verkauf ihrer Ware zurück. Es werden deshalb kaum Abschlüsse in die Bücher geschrieben, sodass die gehandelten Mengen überschaubar bleiben. In Bayern sind die größten Teile der diesjährigen Rapsernte ohnehin bereits vermarktet, auch in Sachsen stehen nur noch geringe Mengen zur Verfügung. Kontrakte auf die kommende Ernte 2020 werden kaum abgeschlossen. In Westfalen wird ebenfalls nur noch sporadisch Raps offeriert. Nur aus Rheinland-Pfalz wird von einer höheren Abgabebereitschaft der Erzeuger berichtet. Auf der Nachfrageseite sind die Impulse ebenfalls klein. Im Rheinland fahren Ölmühlen ihre Verarbeitung aufgrund sinkender Verarbeitungsmargen zurück, fragen nur sporadisch Ware nach und kaufen lediglich das Nötigste. Die Ölmühle in Rostock wird aktuell mit Raps aus Lettland versorgt. Die Feldarbeiten sind mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Wintergetreide und Raps zeigt sich überwiegend in gutem Zustand. In Thüringen haben vor allem Niederschläge und milde Temperaturen gute Entwicklungsbedingungen geschaffen.

    Am Sojaschrotmarkt hat sich die Nachfrage belebt. Viele Mischfutterbetriebe beginnen sich nun vor Weihnachten mit Ware einzudecken. Üblicherweise treibt die zunehmende Nachfrage im Weihnachtsgeschäft die Preise in jedem Jahr etwas nach oben. Deshalb versuchen die meisten Käufer sich schon vorher zu versorgen, um noch von den niedrigeren Preisen zu profitieren. Das legt zudem den Fokus auf die logistische Planung, damit genug Transportkapazitäten vorhanden sind, um das Sojaschrot fristgerecht an den Verbraucher auszuliefern. Die Nachfrage nach 49er Sojaschrot ist genau wie in den Vorwochen deutlich höher als die nach 44er. Am Rapsschrotmarkt kehrt hingegen Ruhe ein. Im Gegensatz zum Sojaschrotmarkt haben sich Mischfutterbetriebe in den vergangenen Wochen gut bis Weihnachten versorgt und kaufen bis Jahresende nun nur noch das Nötigste. Gleichzeitig ist das Angebot an Rapsschrot etwas kleiner geworden. Das stützt die Preise.

    Die Rapsölpreise sind eine weitere Woche in Folge zurückgegangen und lagen mit 806 rund 1 EUR/t unter Vorwochenlinie. So nähert es sich dem Preisniveau der anderen pflanzlichen Öle weiter an. Kostete es Mitte November noch 139 EUR/t mehr als Sojaöl, sind es aktuell nur noch 95 EUR/t. Es mangelt an Unterstützung aus der Biodieselindustrie. Nicht nur die Nachfrage nach Biodiesel generell ist gering, sondern insbesondere das Kaufinteresse der Beimischer an Rapsmethylester ist deutlich zurückgegangen. Da Rapsmethylester aus Rapsöl hergestellt wird, schmälert das gleichzeitig die Nachfrage nach dem Öl. Dabei muss dieser aufgrund seiner hohen Kältestabilität noch bis Mitte April beigemischt werden. In den kommenden zwei Wochen erwarten Marktteilnehmer aber noch ein etwas regeres Vorweihnachtsgeschäft mit Rapsöl, was die Preise unterstützen könnte. Die Sojaölpreise haben im Vorwochenvergleich um 11 auf 711 EUR/t zugelegt. Damit kostet Sojaöl aktuell wieder mehr als Sonnenblumenöl, was in der vergangenen Woche genau umgekehrt war. Sojaöl wurde von steigenden Palmölpreisen mit nach oben gezogen, obwohl der Druck vom Weltmarkt momentan hoch ist. Sowohl die Sojabohnen- als auch die Sojaölkurse in den USA haben im Vorwochenvergleich deutlich an Wert verloren.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 05.12.2019

  • Marktbericht KW 48 / 2019


    Ölmühlen in Deutschland haben ihre Prämien für Liefertermine im ersten Quartal 2020 gegenüber der Vorwoche wieder etwas zurückgenommen, wodurch sich die Umsätze am Kassamarkt vorerst wieder beruhigt haben. Nachdem die Nachfrage der Ölmühlen erst in der vergangenen Woche für Termine im neuen Jahr so richtig ins Laufen kam, wurde sie nun durch die geringeren Verarbeitungsmargen erst einmal wieder ausgebremst; die Rapsölpreise sind seit zwei Wochen rückläufig. Ein Ende der Hausse am Rapskassamarkt muss das aber nicht bedeuten, vielleicht nur eine kurze Pause. Denn das Angebot an Inlandsraps ist nach Ein-schätzung des Handels mittlerweile stark geschrumpft. Außerdem dürften die ukrainischen Importe nach dem Jahreswechsel deutlich an Fahrt verlieren. In der ersten Jahreshälfte 2020 könnten damit Angebotseng-pässe entstehen. Ölmühlen hatten in der Vorwoche begonnen sich daraufeinzustellen und einige Kaufkontrakte für Termine im neuen Jahr abgeschlossen, aber ihre Versorgung bis Wirtschaftsjahresende 2019/20 ist damit bestimmt noch nicht gesichert. Die Rapserzeugerpreise in Deutschland liegen aktuell bei 372 EUR/t im Bundesdurchschnitt für Ware zur sofortigen Lieferung. Das entspricht einem Abschlag von 3 EUR/t zur Vorwoche.

    Die Sojaschrotpreise befinden sich aktuell auf einem attraktiven Preisniveau, was einige Käufer an den Markt bringt. Ware mit 49 % Pro-Fettgehalt ist beliebter als 44er Sojaschrot. Ölmühlen haben sich zudem in der laufenden Berichtswoche mit Sojaschrot aus Brasilien eingedeckt, da der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar momentan sehr schwach ist. Das macht das Sojaschrot für Käufer aus dem Ausland attraktiv.Neben reichlichen Exporten Richtung EU hat Brasilien außerdem große Mengen Soja nach China verkauft. Marktteilnehmer berichten, dass das Angebot in dem südamerikanischen Land deshalb immer knapper wird und bald zur Neige gehen dürfte. Die Rapsschrotpreise haben in der Berichtswoche etwas zugelegt. Die Exportgeschäfte Richtung Frankreichsind leicht gestiegen und haben das Angebot an den Hafenstandorten etwas abgebaut. Die Nachfrage der Ölmühlen hat sich ebenfalls etwas belebt. Besprochen werden hauptsächlich die Liefertermine Dezember/Januar.

    In den vergangenen vier Handelstagen haben die Rapskurse an der Börse in Paris an Wert verloren. Dem scheinen sich die Kassapreise für Rapsöl angeschlossen zu haben. Sie sanken zuletzt auf 807 EUR/t fob Hamburg und verfehlen die Vorwochenlinie damit um 20 EUR/t. Neben schwächeren Rohstoffnotierungen dürfte der bereits in der Vorwoche begonnene Preisrückgang auf die schwache Nachfrage nach Rapsöl aus der Biodieselindustrie zurückzuführen sein. Biodieselbeimischer hatten sich vor allem im August und September 2019 mit winterhartem Biodiesel (Rapsmethylester) eingedeckt und seitdem keine größerenMengen mehr nachgekauft. Vier Wochen vor Weihnachten wird klar, dass sich die Nachfrage bis Jahresende wohl auch nicht mehr beleben wird, zumindest für Ware zur sofortigen Lieferung nicht mehr.

    Beimischer sind bis Jahresende ausreichend versorgt, sodass die Nachfrage auf Termine im neuen Jahr und bereits auch schon für Lieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2020 umschwenkt. Die Preise für Rapsöl im November und Dezember 2019 kann das natürlich nicht stützen. Die geringe Nachfrage nach Rapsöl trifft in der aktuellen Handelswoche auf ein steigendes Angebot seitens der Ölmühlen, die jetzt, kurz vor Weihnachten, noch einige Bestände auflösen wollen. Sojaöl gibt die 3 EUR/t Preiszuschlag aus der Vorwoche wieder ab und wird aktuell zu 700 EUR/t fob Hamburg gehandelt. Druck kommt vom internationalen Markt: in Chicago haben die Notierungen für Sojabohnen und Nachprodukte in den vergangenen Tagen an Wert verloren.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 28.11.2019

  • Marktbericht KW 47 / 2019


    Bis Jahresende 2019 sind die meisten Ölmühlen längst ausreichend versorgt. Entsprechend ruhig ist der Geschäftsverlauf auf Lieferterminen im November/Dezember. Doch auf Terminen im neuen Jahr hat sich der Markt gewandelt: Die Rohstoffnachfrage der Verarbeiter hat sich spürbar belebt; das Kaufinteresse gilt besonders dem Lieferzeitraum Februar und März 2020. Marktbeobachter berichten, dass die Versorgung der Ölmühlen im neuen Jahr noch lückig ist. Das und die drohenden Importrückgänge aus der Ukraine in Kombination mit einem voraussichtlich schwachen australischen Angebot am EU-Markt treibt die Verarbeiter als Rohstoffkäufer an den Markt. Die Rapserzeugerpreise tendieren fester, zuletzt wurden 375 EUR/t im Bundesdurchschnitt festgestellt, was einem Aufschlag von 2 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Steigende Ölmühlennachfrage und festere Preise sowie die Aussicht auf Importrückgänge heben die Verkaufsbereitschaft von Rapserzeugern. Nach Angaben des Handels, gab es zuletzt mehr Raps-Offerten aus der Landwirtschaft. Es ist durchaus nicht unüblich, dass Rapserzeuger vor Weihnachten noch die eine oder andere Teilmenge verkaufen, wobei die Preisaufschläge die Abgabebereitschaft in diesem Jahr zusätzlich ankurbeln. Als schwierig erweist sich die Einschätzung der noch verfügbaren Rapsmengen aus inländischer Erzeugung. Die meisten haben aber wohl zwei Drittel ihrer Ernte oder auch schon mehr verkauft, doch einzelne könnten auch noch vergleichsweise große Mengen zurückhalten. Denn der Angebotsdruck aus der Ukraine könnte viele Landwirte bewogen haben, abzuwarten bis dieser nachlässt und die Preise steigen. Ein Szenario, das nach dem Jahreswechsel eintreten könnte.

    Am Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage nach 48er Ware wie auch schon in der Vorwoche lebhafter als das Kaufinteresse an Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt. Für das Preisniveau am hiesigen Kassamarkt werden die Entwicklungen der Anbauflächen in Südamerika und die Witterungsbedingungen im Vegetationsverlauf entscheidend sein. Die Entwicklungen dort haben großen Einfluss auf die Sojabohnen- und Sojaschrotkurse in Chicago, die wiederum die Forderungen am Kassamarkt im Wesentlichen bestimmen. Am Rapsschrotmarkt sind die Preise zu Beginn der Berichtswoche zunächst auf 191 EUR/t gestiegen, da Verkäufer ihre Ware zurückhielten. Im Grunde ist aber auf allen Paritäten ausreichend Ware verfügbar. Gleichzeitig ist das Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe aber weiterhin gering, sodass das höhere Preisniveau von 191 EUR/t im weiteren Wochenverlauf nicht gehalten werden konnte und die Forderungen zuletzt wieder leicht auf 187 EUR/t nachgaben.

    Am deutschen Rapsölmarkt ist die Lage zur Vorwoche im Grunde unverändert. Die Rapsölpreise, die in den vergangenen zwei Wochen von den deutlich festeren Palmölpreisen profitierten, haben im Vergleich zur Vorwoche mangels Unterstützung nun um 12 auf 827 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Sie werden zudem von schwächeren Sojaölkursen belastet, die wegen der zuletzt pessimistischen Stimmung im Handelsstreit zwischen den USA und China unter Druck gerieten. Die Sojaölpreise widersetzten sich hingegen den schwächeren Vorgaben aus Übersee und legten im Vorwochenvergleich um 3 auf 703 EUR/t zu.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 24.11.2019