Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 42 / 2019


    Die schwache deutsche Rapsernte 2019 hat den Handel vielerorts zum Erliegen gebracht. Wo wenig Ware vorhanden ist, werden die Preise noch genauer beobachtet. Erzeuger halten zumindest in Sachsen und im Rheinland ihre noch nicht vermarkteten Rapspartien zurück und wollen bei dem aktuellen Preisniveau nicht verkaufen. Im Osten hat der Preisanstieg für die alte Ernte 2019 und die neue Ernte 2020 Erzeuger aufhorchen lassen. Hier wurden sogar teilweise Abschlüsse in die Bücher geschrieben. Gebote für die kommende Rapsernte 2020 sind bei Erzeugern auch immer wieder im Gespräch. Gleichzeitig hat aber auch die Nachfrage der Ölmühlen stark nachgelassen, da sie bis Ende des Jahres gut gedeckt sind. Die Kassamarktprämien für das Frühjahr 2020 sind dagegen stabil geblieben. Auch das Importangebot bleibt groß und verhindert einen deutlichen Preisanstieg. Im Rostocker Hafen werden diverse kleine und größere Lieferungen für die deutschen Ölmühlen entladen. Infolgedessen sind die Erzeuger für Raps frei Lager des Erfassers im Vorwochenvergleich um 2 auf 368 EUR/t gesunken. Vielerorts sind die Feldarbeiten noch nicht abgeschlossen, sodass der Verkauf in den Hintergrund rückt. In den meisten Regionen haben die jüngsten Niederschläge die Vegetationsbedingungen deutlich verbessert, wodurch sich die Feldbestände überwiegend gut entwickelt haben. In Niedersachsen ist der Feldaufgang besser als im vergangenen Jahr, aber erneut nicht optimal. Dort war es, wie auch in vielen anderen Regionen, zur Aussaat zu trocken. Bis auf den spätgedrillten Raps haben sich auch in Thüringen die Rapskulturen gut entwickelt. Dadurch wurden die Bedenken der Landwirte etwas ausgeräumt.

    Am Rapsschrotmarkt wurden in der vergangenen Berichtswoche kaum Geschäfte getätigt, bei reichlichem Angebot fehlt es an Nachfrage. Da Mischfutterhersteller bis Ende des Kalenderjahres noch gut gedeckt sind, besteht bei ihnen kaum Kaufinteresse. Ölmühlen können also nur verkaufen, indem sie Preiszugeständnisse machen. Diese Situation zieht sich momentan durch ganz Deutschland, ist aber besonders im Norden spürbar. Die Sojaschrotpreise wurden durch die Sojaschrotkurse in Chicago unterstützt. Unabhängig von der Qualität legten sie im Vergleich zu Vorwoche um 5 EUR/t zu. Damit hat sich der Preisabstand zwischen Raps- und Sojaschrot wieder vergrößert, was Rapsschrot wettbewerbsfähiger macht. Das deutsche Sojaschrotangebot ist reichlich, was auch die Preisdifferenz zwischen Import- und Inlandsraps zeigt. Seit Anfang Oktober hat sie sich stetig vergrößert und betrug zuletzt 17 EUR/t, so viel wie seit dem Frühjahr 2019 nicht mehr.

    Am Pflanzenölmarkt hat sich im Vergleich zur Vorwoche kaum etwas verändert. Der Handel verläuft ruhig und es findet wenig Geschäft statt. Am Rapsölmarkt warten die Marktteilnehmer auf neue Impulse, momentan gibt es einen Stillstand. Die rege Nachfrage nach Biodiesel, die in diesem Jahr Mitte August ungewöhnlich früh entflammt war, ist schon wieder verebbt. Auch die kleine EU-Rapsernte, die auch das Angebot an Nachprodukten schmälert ist schon längst eingepreist. Zudem werden Lücken weiterhin durch Importe aus anderen Mitgliedsstaaten und Drittländern gedeckt. Auch die schwächeren Rapskurse in Paris bieten keine Unterstützung und ziehen die Rapsölpreise mit nach unten. Die Sojaölpreise haben um 2 auf 680 EUR/t leicht zugelegt, während die Sonnenblumenölpreise um 2 auf 672 EUR/t nachgaben. Damit liefern sie sich weiterhin ein Kopf-an-Kopf Rennen. So widersetzen sich die Sojaölpreise zudem den Vorgaben aus Chicago, wo die Notierungen um umgerechnet 4,30 EUR/t im Vorwochenvergleich nachgegeben haben.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 88 KDatum: 17.10.2019

  • Marktbericht KW 41 / 2019


    Die deutschen Rapspreise sind eine weitere Woche infolge gestiegen und lagen zuletzt bei 370 EUR/t frei Erfasserlager im Bundesmittel und damit 2 EUR/t über Vorwochenniveau. Für größere Sprünge fehlt die nötige Unterstützung aus Paris, dort haben die Terminkurse ebenfalls um 2 EUR/t zugelegt. Am Markt werden dennoch kaum Geschäfte abgeschlossen, da die Abgabebereitschaft der Erzeuger nach wie vor verhalten ist. Sie warten ab und spekulieren auf weitere Preiszuschläge. Raps bleibt aber gefragt und der Bedarf wird größtenteils über Importware gedeckt. So werden aktuell 66.000 t Raps in Rostock aus der Ukraine entladen. Insgesamt hat Deutschland bis zum 7.10.2019 mit 334.315 t schon doppelt so viel Raps importiert wie zum Vorjahreszeitpunkt. In Deutschland wird aufgrund der ungünstigen Aussaatbedingungen und der Frustration vieler Landwirte über die negative wirtschaftliche Entwicklung der Ernten in den vergangenen Jahren sowie der Mangel an Pflanzenschutzmitteln, eine kleine Rapsfläche zur Ernte 2020 erwartet. Nun haben sich aber die Vegetationsbedingungen, vor allem durch die ausreichenden Niederschläge deutlich verbessert. Im Osten von Deutschland ist der Raps überwiegend gut entwickelt, sodass es vorerst nicht zu nennenswerten Umbrüchen mehr kommt. Deshalb wird erwartet, dass die deutsche Rapsfläche doch etwas größer ausfallen könnte. Das Unternehmen Strategie Grains schätzte die Fläche auf 1 bis 1,2 Mio. ha, im Vorjahr waren es 850.000 ha.

    Am Ölschrotmarkt war es in der vergangenen Berichtswoche ruhig und es ging kaum Ware über den Tisch. Das Kaufinteresse an vorderem Sojaschrot hält sich in Grenzen, dafür wird für den Sommer 2020 nachgefragt und zuletzt auch aggressiv offeriert. Grund dafür sind die wettbewerbsfähigen Offerten für brasilianische Importware auf diesen Terminen. Diese setzen auch die Preise in Nordamerika und Nordeuropa kräftig unter Druck. Die Terminbörse in Chicago bietet den Preisen wenig Unterstützung, die Sojaschrotkurse gaben im Vorwochenvergleich ebenfalls nach. Am Rapsschrotmarkt geht es ruhig zu, die Umsätze laufen schleppend. Mischfutterbetriebe fragen kaum Ware nach und sind auf den vorderen Positionen gut gedeckt. Auch die festen Rapskurse in Paris konnten die Schrotpreise nicht unterstützen. Zuletzt wurde Rapsschrot mit 192 EUR/t bewertet, das sind 1 EUR/t weniger als in der Vorwoche und rund 50 EUR/t weniger als zum gleichen Zeitpunkt 2018.

    Die Rapsölpreise konnten ihr Vorwochenniveau nicht halten und sind um 7 auf 816 EUR/t fob Hamburg gesunken. Damit überschreiten sie das Vorjahresniveau aber immer noch deutlich um 51 EUR/t. Grund für den Preisnachlass ist die geringere Nachfrage aus der Biodieselindustrie nach Rapsmethylester, der die Preise seit Mitte August bis Ende September deutlich in die Höhe getrieben hatte. Zwar findet auf den vorderen Terminen noch das ein oder andere Geschäft statt, von reger Nachfrage kann aber nicht mehr die Rede sein, was die Preise unter Druck setzt. Marktteilnehmer berichten zudem, dass die Preisdifferenz zwischen den Terminen Oktober/Januar und Februar/April in diesem Jahr ungewöhnlich hoch ist, sie betrug zuletzt 19 EUR/t. Käufer konzentrieren sich deshalb mehr auf Liefertermine ab Februar, statt auf prompte Ware. Die Sojaölpreise haben in der Berichtswoche ebenfalls um 7 auf 678 EUR/t nachgegeben und widersetzten sich damit den Vorgaben aus Übersee, wo die Terminkurse um umgerechnet 15 EUR/t gestiegen sind. Damit verkleinert sich die Preisdifferenz zwischen Soja- und Sonnenblumenöl von 6 auf 4 EUR/t im Vorwochenvergleich.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 88 KDatum: 10.10.2019

  • Marktbericht KW 40 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise haben sich weiter befestigt. Frei Erfasserlager wurden zuletzt 368,50 EUR/t im Bundemittel festgestellt, was einem leichten Plus von 0,70 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Für größere Preissprünge reicht es nicht, da aus Paris nicht die nötige Unterstützung kommt. Die Umsätze mit Inlandsraps sind weiterhin verhalten, wobei es auf beiden Seiten des Marktes an Engagement mangelt. Importraps füllt die Lücken, die die kleine Inlandsernte hinterlässt. Ölmühlen sind in der Regel bis Jahresende mit Rohstoff versorgt. Leichte Preisunterstützung bringen die Spekulationen um Ernteeinbußen in für die EU wichtigen Rapslieferländern: In Kanada verzögern Regen- und Schneefälle die Ernte, in Australien setzt Trockenheit den Feldbeständen zu.

    Am Rapsschrotmarkt haben sich die Preise in den vergangenen Tagen deutlich befestigt, 193 EUR/t im Bundesdurschnitt entsprechen einem Plus von 13 EUR/t zur Vorwoche. Marktteilnehmern zufolge ist dies auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen bringen festere Soja- und auf hohem Niveau stabile Rapsnotierungen den hiesigen Rapsschrotpreisen Unterstützung. Zum anderen wurden die Druckpartien einiger Ölmühlen abgebaut.

    Auch die Sojaschrotpreise haben sich in der Berichtwoche befestigt, wobei sie vor allem von den gestiegenen Sojakursen profitierten. US-Sojavorräte die kleiner als erwartet ausfallen und eine Ernte 2019, die auf kleinerem Areal fußt und aktuell nur langsam Fahrt aufnimmt, legt Ernteeinbußen nahe und könnte die globale Sojaversorgung und damit den Angebotsdruck am Markt eindämmen. Hierzulande kostete Sojaschrot mit einem ProFett-Gehalt von 44 % zuletzt 300 EUR/t, was einem Wochenplus von 7 EUR/t entspricht. 49er Ware hat sich in der gleichen Zeit um 8 auf 325 EUR/t verteuert.

    Die Rapsölpreise haben das hohe Niveau der Vorwoche nicht halten können, 823 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Rückgang von 17 EUR/t. Grund ist die mittlerweile schwächere Nachfrage nach Rapsöl aus dem Biodieselsektor. Ungewöhnlich früh und deutlich war das Kaufinteresse nach Rapsmethylester (Winterware) in diesem Jahr bereits Mitte August aufgeflammt und hatte die Preise zwei Wochen lang kräftig nach oben getrieben. Die lebhafte Nachfrage ließ auch höhere Forderungen für Rapsöl seitens der Ölmühlen gegenüber den Biodieselherstellern zu und brachte sogar dem Rohstoff Raps Unterstützung. Doch nun hat sich die Nachfrage abgekühlt, die Biodieselpreise tendieren schwächer und auch die Ölmühlen können Forderungen von 840 EUR/t nicht mehr durchsetzen. Vom Terminmarkt gab es auch keine Unterstützung mehr, die Rapsnotierungen zeigen sich auf dem erreichten hohen Niveau mal fester, mal schwächer, aber weitere Zugewinne sind jetzt nicht mehr drin, wo die kleinen EU-Rapsernten eingepreist und die Versorgung über Schwarzmeerware zumindest vorerst gesichert scheint. Dennoch bleibt das Preisniveau im Vergleich zu vergangenen Monaten hoch und der Vorsprung gegenüber anderen Pflanzenölen groß. Sojaöl kostete zuletzt 685 EUR/t fob Hamburg und damit genau so viel wie vor einer Woche. Für Stabilität sorgen festere US-Sojanotierungen.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 88 KDatum: 02.10.2019

  • Marktbericht KW 39 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise haben sich in der 39. Kalenderwoche weiter befestigt und ihren Vorsprung gegenüber dem Vorjahr ausgebaut. Der durchschnittliche Einkaufspreis für Inlandsraps vom Erzeuger wurde zuletzt bei 368 EUR/t festgestellt und übertrifft die Vorjahreslinie um 19 EUR/t. Unterstützung bringt vor allem die weiterhin stetige bis lebhafte Biodieselnachfrage, Rapsmethylester zur Beimischung ab Oktober ist gefragt. Die Rapsölpreise profitieren und auch auf der Rohstoffseite kommt die feste Tendenz an. Am Rapsmarkt soll es aber grundsätzlich eher ruhig zugehen. Erzeuger sind auf aktuellem Preisniveau zwar abgabebereiter und Ölmühlen aufgrund der hohen Rapsöl-Margen und gesteigerten Verarbeitung an Rohstoff interessiert, doch zumeist wird ukrainischer Importraps abgewickelt. Nichtdestotrotz bringen stabile bis festere Rapsterminkurse und mindestens stetige Biodieselnachfrage den Erzeugerpreisen eine weitere Woche Unterstützung.

    Die Forderungen für Rapsschrot liegen aktuell bei 180 EUR/t im Bundesmittel, was einem Rückgang von 3 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Die Umsätze laufen weiterhin schleppend, es mangelt an Nachfrage aus der Mischfutterindustrie. Preisdruck erzeugen aber auch die wachsenden Vorräte an Rapsschrot bei den Ölmühlen. Aufgrund attraktiver Rapsöl-Margen haben viele Verarbeiter derzeit einen hohen Durchsatz, aber das Beiprodukt Rapsschrot fließt kaum ab. Manche Ölmühlen ist deshalb eher zur Preiszugeständnissen bereit, um die Lager zu räumen und das hohe Verarbeitungsniveau weiter halten zu können. Der Sojaschrotmarkt entwickelt ebenfalls weiterhin kaum Eigendynamik. Meldungen über logistische Probleme in brasilianischen Häfen, machten Marktteilnehmer offenbar nicht nervös. Die Preise knickten zuletzt nach unten ab: 49er Ware kostet aktuell 317 EUR/t und damit 7 EUR/t weniger als vor einer Woche; 44er Ware hat sich um 6 auf 293 EUR/t vergünstigt.

    Stetige bis lebhafte Biodieselnachfrage und ein knappe Rapsversorgung bringen den Rapsölpreisen weiteren Auftrieb. Zuletzt wurden 840 EUR/t fob Hamburg erreicht, was einem Plus von 15 EUR/t zur Vorwoche entspricht und das höchste Preisniveau seit Februar 2017 ist. Von den anderen Pflanzenölpreisen entfernt sich Rapsöl damit immer weiter, die Preisdifferenz zum Sojaöl beträgt fast 23 %. Vor vier Wochen waren es erst 19 % und vor 2 Monaten noch keine 15 %. Rapsöl wird immer teurer, bleibt aber gefragt. Dabei profitiert es vor allem von der saisonbedingt lebhaften Nachfrage nach Rapsmethylester, während Biodiesel aus Soja- und Palmöl in den kommenden Monaten bis April 2020 kaum Käufer finden wird. Anders ausgedrückt, kann Rapsöl zur Verwendung in der Biodieselproduktion aktuell seinen Saisonvorteil einen höheren Kältestabilität gegenüber den anderen Pflanzenölen ausspielen. Marktteilnehmer berichten, dass die Ölmühlen aufgrund der hohen Crush-Margen für Rapsöl äußerst verkaufsbereit sind. Die Sojaölpreise fanden in den Berichtswoche keine Unterstützung, das hohe Niveau konnte nicht gehalten werden. Zuletzt sanken sie auf 685 EUR/t fob Hamburg und damit 14 EUR/t unter Vorwochenlinie. An der Börse in Chicago sind die Sojaölkurse seit 3 Handelstagen rückläufig.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 88 KDatum: 26.09.2019

  • Marktbericht KW 38 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise klettern weiter nach oben. Zuletzt erreichten sie rund 367 EUR/t im Bundesmittel, womit sie die Vorwochenline um etwa 2 EUR/t übertreffen. Noch wesentlich deutlicher ist der Preisunterscheid gegenüber dem Vorjahr. Während sich die Preise 2019/20 bisher nahezu durchgängig nach oben entwickelt haben, war der Verlauf im Vorjahr ein ganz anderer. Damals waren die Preise zunächst sprunghaft gestiegen, dann aber wieder fast ebenso deutlich zurückgefallen. Vor genau einem Jahr hatten die Rapserzeugerpreise im Bundesdurchschnitt kräftig verloren und rutschten auf 353 EUR/t. Damit haben die Preise aktuell ihren Vorsprung gegenüber dem Vorjahr auf 14 EUR/t ausgebaut. Unterstützung finden die Kassapreise vor allem in den weiter gestiegenen Notierungen für Raps in Paris sowie in den kürzlich sprunghaft gestiegenen Rohölkursen. Was den Handel betrifft, so sind die Meldungen je nach Region uneinheitlich. Insgesamt laufen die Rapsgeschäfte zwar eher ruhig, aber regional flammt die Verkaufsbereitschaft dann doch immer wieder mal auf. Den einen oder anderen Erzeuger motivieren die Preissteigerungen zur Abgabe, andere warten lieber noch ab und setzen auf weitere Befestigung. Ölmühlen sind derweil zumeist ausreichend versorgt, dabei in großen Teilen auch mit Importware. Aber vereinzelt gibt es dann doch Aktivität.

    Ansonsten steht vor allem die Winterrapsaussaat im Fokus: Marktteilnehmer sind gespannt, wie viel Raps angesichts der Trockenheit tatsächlich in den Boden kommt. Aus Rheinland-Pfalz heißt es, dass die Bodenverhältnisse weiterhin viel zu trocken und die jungen Rapsfeldbestände oft lückig und unterentwickelt sind. Und auch im Saarland soll der Raps unter Trockenheit leiden.

    Die Sojaschrotpreise haben auf Wochensicht unabhängig von der Qualität um 4 EUR/t zugelegt. Unterstützung bekamen sie von den Sojaschrotkursen in Chicago und logistischen Engpässen in brasilianischen Häfen, weshalb zuletzt in europäischen Häfen weniger Ware aus Südamerika angeliefert wurde. Mischfutterbetriebe zeigen weiterhin kaum Kaufinteresse für Sojaschrot und sind gut gedeckt. Sie ordern nur kleine Mengen für den dringenden Bedarf.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Lage weiterhin ruhig. Auf den vorderen Lieferterminen haben Ölmühlen zwar noch reichlich Rapsschrot im Angebot, Mischfutterbetriebe haben aber ihre Läger voll und sind zeigen wenig Kaufinteresse. Trotz der schleppenden Geschäfte am Rapsschrotmarkt konnten sich die Preise gegenüber Vorwoche leicht befestigen. Rapsschrot hat um 6 auf 183 EUR/t zugelegt.

    Die Nachfrage nach Rapsöl aus der Biodieselindustrie reißt nicht ab und beschert den Rapsölpreisen weitere Zugewinne. Zuletzt wurden 825 EUR/t fob Hamburg genannt, womit die Vorwochenlinie noch einmal um 15 EUR/t übertroffen wird. Weitere Unterstützung bringen schwache EU- und deutsche Rapsernte 2019, die die Rohstoffversorgung limitieren und darüber hinaus die häufig unzureichenden Ölgehalte. Zudem ist fraglich wie gut sich die Rohstoffversorgung in Deutschland in den kommenden Monaten durch Zufuhren aus dem Ausland ergänzen lassen wird. Bisher sieht es günstig aus, weil aus der Ukraine und Kanada deutlich mehr kommt. Andererseits dürfte China stärker als Käufer von ukrainischem Raps in Erscheinung treten und in Australien deutet sich eine erneut schwache Rapsernte an, die dessen Exportmöglichkeiten, auch in die EU, begrenzen dürfte. Weitere Unterstützung erhält Rapsöl von den zuletzt deutlich gestiegenen Mineralölkursen. Binnen eines einzigen Handelstags legten die Notierungen um knapp 15 % zu. Grund ist der Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien. Betroffen sind Anlagen der größten Raffinerie des Landes, deren tägliche Ölfördermenge von 5,7 Mio. Barrel um etwa die Hälfte gesunken sein soll. Auch die anderen Pflanzenöle profitieren von den kräftig gestiegenen Rohölkurse. Sojaöl kletterte um 21 auf 699 EUR/t fob Hamburg und profitiert zusätzlich von der Meldung über eine Anhebung der Biokraftstoff-Beimischungsquote in den USA auf 10 % ab 2020, die eine höhere Biodieselproduktion und Sojaölverarbeitung zur Folge haben

    dürfte.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 90 KDatum: 19.09.2019

  • Marktbericht KW 37 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise haben sich weiter befestigt. Im Bundesdurchschnitt wurden zuletzt 365 EUR/t genannt, was einem Plus von 3 EUR/t zur Vorwoche entspricht und das Vorjahr sogar um 7 EUR/t übertrifft. Unterstützung bringen festere Terminkurse und die knappere EU-Versorgung. Regional haben jüngste Preisaufschläge die Verkaufsbereitschaft der Erzeuger geweckt, teilweise warten sie aber auch noch ab und hoffen auf weitere Preissteigerungen, gerade wenn sie bereits einen Großteil der neuen Ernte verkauft haben. Ölmühlennachfrage ist derzeit vorhanden, angetrieben vom hohen Rapsölpreisniveau, das attraktive Margen beschert und die Verarbeitung angekurbelt hat. Volle Rappschrotlager erwiesen sich zwar als Bremsklotz, aber die Rohstoffnachfrage der Mühlen hat sich dennoch belebt. Die Nachfrage der Verarbeiter konzentriert sich auf Termine ab Dezember – das zeigt sich in entsprechenden Preisaufschlägen gegenüber dem Fronttermin. Vorne sind die meisten recht gut gedeckt. Begrenzt wird der Preisauftrieb am Kassamarkt durch das umfangreiche Angebot aus der Ukraine. In Mecklenburg-Vorpommern werden bis zum Ende der aktuellen Handelswoche Rapszufuhren vom Schwarzmeer in eine Gesamthöhe von 80.000 t erwartet. Die Winterrapsaussaat ist in manchen Regionen noch nicht abgeschlossen, aber jüngste Regenfälle schaffen günstige Voraussetzungen dafür. Wenn es um die Aussaatfläche geht, so sind die Meldungen uneinheitlich: Mancherorts ist die Rapsfläche weiter zurückgegangen, teilweise aber auch im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen, da Raps in der Fruchtfolge kaum zu ersetzen ist.

    Die Lage am Rapsschrotmarkt ist weiterhin unverändert. Ölmühlen haben viel im Angebot und würden gerne verkaufen. Käufer sind am Markt aber kaum zu finden: Sie sind besonders auf den vorderen Positionen gut gedeckt. Das spiegelt sich auch in schwächeren Preisen wider. Marktteilnehmer berichten, dass der Markt für die Liefertermine November/Januar und Februar/April Boden gefunden hat. Allerdings weniger, weil auf den Terminen rege Nachfrage besteht, sondern eher weil Mühlen auf diesen Positionen wegen geringer Marge nicht verkaufen wollen. Am Sojaschrotmarkt ist es weiterhin ruhig. Ein großes Angebot steht geringem Kaufinteresse gegenüber, da die Mischfutterbetriebe auch mit Sojaschrot gut gedeckt sind. Marktteilnehmer vermuten, dass ab Anfang Oktober etwas leben in den Markt zurückkehren könnte. Unterstützung bringen auch die Sojaschrotkurse in Chicago nicht, diese haben um umgerechnet 15 auf 567 EUR/t nachgegeben.

    Rapsöl hat sich auf Wochensicht um 6 auf 810 EUR/t verteuert. Auftrieb bringen weitere Kursgewinne für Raps in Paris. Zusätzliche Unterstützung liefert die stetige Nachfrage aus dem Biodieselsektor, Rapsmethylester steht neben dem allseits gefragten UCOME im Käuferfokus. Doch auch von der Angebotsseite gibt es Unterstützung. Ölmühlen haben Schwierigkeiten ihre Rapsschrotvorräte aufzulösen, obwohl sie bereits Preiszugeständnisse machen. Die Ware verscherbeln will dann aber auch keiner, sodass die Verarbeitung durch volle Rapsschrotlager teilweise verlangsamt wird. Sojaöl gab um 3 auf 678 EUR/t fob Hamburg nach.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 12.09.2019

  • Marktbericht KW 36 / 2019


    Ölmühlen in Deutschland sind zumeist gut mit Raps gedeckt, darunter jede Menge Importware, besonders aus der Ukraine. Deshalb ist die Nachfrage auf den vorderen Terminen zurückhaltend, auf späteren Positionen wenigstens etwas lebhafter. Nur im Süden Deutschlands war prompte Ware zuletzt gefragter und es wurden einige Partien vermarktet. Erzeuger können Gebote um 360 EUR/t aber zumeist nicht zur Abgabe motivieren. Diese Preise liegen zwar über der Vorjahreslinie, aber unter den Vorstellungen der Landwirtschaft, vor allem bei der noch wesentlich kleineren Rapsernte 2019. Die meisten konzentrieren sich aktuell auf die Herbstaussaat. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Winterrapsaussaat im Gange. Der Wetterwechsel gepaart mit Niederschlägen schafft gebietsweise gute Bedingungen. In Brandenburg kommen selten Neugeschäfte zustande; den Markt beschäftigen Trockenheit und flächendeckend ungünstige Aussaatbedingungen für Winterraps. Im Osten Niedersachsens sind die Aussaat- und Auflaufbedingungen oft ungünstig. An vielen Standorten ist es bislang zu trocken. In Rheinland-Pfalz ist die Rapsaussaat unter meist viel zu trockenen Bodenverhältnissen abgeschlossen worden. Schwache Feldaufgänge und weiter rückläufige Flächen werden befürchtet.

    Das Angebot am Rapsschrotmarkt ist auf den vorderen Terminen weiterhin sehr groß. Nicht nur deutsche Mühlen, sondern auch einige Seestationen wollen Importware aus Tschechien und Polen los werden. Das große Angebot spiegelt sich auch in den Preisen wider. Diese haben im Vorwochenvergleich deutlich nachgegeben und erreichten einen neuen Tiefpunkt seit Dezember 2017. Das große Angebot für Liefertermine im September beeinflusst auch die Forderungen für Ware im Oktober, die im Vorwochenvergleich ebenfalls nachgegeben haben. Ab November rechnen Marktteilnehmer damit, dass der Angebotsdruck etwas nachlässt. Käufer gäbe es genug auf diesen Positionen; es kommt auch immer wieder zu Geschäftsabschlüssen. Der Großteil wartet allerdings auf Preisnachlässe. Dem Sojaschrotmarkt bringen festere US-Sojakurse Unterstützung. 44er Sojaschrot hat um 7 auf 297 EUR/t zugelegt, 49er Ware kostete zuletzt mit 322 EUR/t ebenfalls 7 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Den Pflanzenölmärkten mangelt es an Impulsen, sodass sich die Preise zur Vorwoche fast nicht geändert haben. Die Rapsölpreise haben auf Wochensicht um 2 auf 804 EUR/t fob Hamburg nachgegeben und sich damit auf dem erreichten hohen Niveau knapp behauptet. Der Preisabstand zu den anderen, konkurrierenden Pflanzenölen bleibt groß, allein zum Sonnenblumenöl sind es schon 114 EUR/t, vor drei Wochen waren es noch 82 EUR/t Unterschied. Marktteilnehmer sprechen von geringen Umsätzen, obwohl es nach wie vor Kaufanfragen, sowohl aus der Biodieselindustrie, als auch aus dem Speisebereich, gibt. Sojaöl hat sich derweil um 4 auf 681 EUR/t fob Hamburg verteuert. An der Börse in Chicago haben sich Sojabohnen – und Sojaölkurse in den vergangenen Tagen nach oben entwickelt, was auch den Kassapreisen hierzulande Unterstützung bringt.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 05.09.2019

  • Marktbericht KW 35 / 2019


    Die kleine EU-Rapsernte 2019 hat den Importbedarf der EU deutlich erhöht. Mehr Ware könnte dabei aus Kanada importiert werden, da viele kanadische Farmer die EU-Kriterien bereits erfüllen. Auch aus der Ukraine dürften große Mengen Raps geliefert werden. Bisher sind auch die meisten Ölmühlen in Deutschland noch gut gedeckt, teilweise sogar bis ins neue Jahr hinein. Marktteilnehmer gehen deshalb davon aus, dass sich der Markt erst ab 2020 wieder spürbar beleben wird. Es sei denn, es gibt unvorhersehbare Preissprünge an der Terminbörse in Paris. Durch die Unterstützung der Börsenkurse in Paris, die in den vergangenen zwei Tagen fester tendierten, konnten sich auch die Rapspreise leicht befestigen. Sie lagen zuletzt mit 363 EUR/t im Bundesdurchschnitt rund 1,50 EUR/t über Vorwochenlinie.

    Die Lage am Rapsschrotmarkt ist unverändert: Es wird viel prompte Ware von den Mühlen angeboten, wofür sich kaum Käufer aus der Mischfutterindustrie finden lassen. Dadurch entsteht zumindest auf den vorderen Terminen ein Angebotsüberhang, der Druck auf die Preise ausübt. Gleiches gilt für die Preise für Lieferungen im November/Januar. Ab Februar 2020 halten sich die Mühlen mit dem Verkauf von Rapsschrot noch zurück. Das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller an Sojaschrot ist nach wie vor gering. Besonders für 2019 wird kaum Ware nachgefragt, etwas mehr dagegen für 2020 bis einschließlich Oktober. Wenn überhaupt gehen für diese Termine aber auch nur geringe Mengen über den Tisch. Da die Preise für Sojaschrot schon seit Anfang Juni rückläufig sind und seitdem für 44er Sojaschrot fob Hamburg um 36 EUR/t nachgegeben haben spekuliert der, der nicht unbedingt kaufen muss, auf weitere Vergünstigungen.

    Die Rapsölpreise haben sich auf hohem Niveau weiter befestigt. Nach dem kräftigen Sprung in der Vorwoche konnten sie das erreichte Niveau nicht nur halten, sondern sogar noch um weitere 4 auf 806 EUR/t fob Hamburg ausbauen. Unterstützung bringt nach wie vor die lebhafte Nachfrage aus der Biodieselindustrie, auch wenn sich diese etwas abgekühlt haben soll und die gut gedeckten Ölmühlen in Deutschland die zusätzliche Nachfrage gut decken können. Preisauftrieb geben auch die teilweise schwachen Rapsernten in Europa – jüngst korrigierte der EU-Prognosedienst MARS seine Ertragsschätzung für die EU sogar nochmals nach unten. Knappe Inlandsversorgung auf der einen und ungewöhnlich lebhafte Nachfrage aus dem Biodieselbereich auf der anderen Seite bleiben die wichtigsten Impulsgeber am Rapsölmarkt.

    Die Sojaölpreise widersetzen sich dem Aufwärtstrend der anderen Pflanzenöle. Zu sehr verunsichert die neuerliche Eskalation zwischen China und den USA. Am hiesigen Kassamarkt wird von abwartender Haltung und geringen Umsätzen berichtet.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 86 KDatum: 29.08.2019

  • Marktbericht KW 34 / 2019


    Die Rapspreise haben sich weiter leicht befestigt und sind um 3 auf 361,50 EUR/t im Bundesdurchschnitt gestiegen. Die Vorjahreslinie wird damit nur noch um rund 2 EUR/t verfehlt. Vor einem Jahr hatten die Rapserzeugerpreise in der 34. Kalenderwoche ein Topp erreicht, wie sich dann in den Folgemonaten zeigen sollte, war es sogar das höchste Preisniveau im gesamten Wirtschaftsjahr 2018/19. Schon in den Folgewochen war es damals steil bergab gegangen. Dem folgte zwar eine Phase der Befestigung, aber 364 EUR/t frei Erfasserlager sollten im Bundesdurchschnitt bis zum Wirtschaftsjahresende nicht mehr erreicht werden – zur Überraschung und Enttäuschung deutscher Rapserzeuger. Marktteilnehmer spekulieren nun, wie es preislich weitergeht. Weitere Befestigung oder Preisrutsch wie im Vorjahr? Das ist schwierig zu beurteilen. Zwar ist die Marktlage mit einer noch sehr viel kleineren Inlandsernte ganz anders, mit den gestiegenen Importmöglichkeiten aus der Ukraine, dann aber auch doch wieder nicht. Zumindest gab es zuletzt Unterstützung vom Terminmarkt, wo der Widerstand von 380 EUR/t wieder durchbrochen wurde. Bleibt die Tendenz fest, wird das auch den Kassamarkt nach oben ziehen.

    Deutliche Preissteigerungen sind aber wohl nur mit Kaufimpulsen der Ölmühlen möglich. Doch auch hier hat sich das Bild gewandelt. Hohe Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie treibt die Verarbeitung und damit den Rohstoffbedarf in die Höhe, sodass Ölmühlen als Käufer aktiver geworden sind. Doch auch hier bliebt die Frage, ob die Nachfrage anhält.

    Die Rapsschrotpreise befinden sich momentan im freien Fall und erreichten zuletzt einen neuen Tiefstand seit Januar 2018. Aus Wochensicht ist das zwar nur ein leichter Rückgang, seit Beginn des Jahres 2019 hat der Preis allerdings um 52 EUR/t nachgegeben. Grund für die jüngste Entwicklung ist der Angebotsdruck am Rapsschrotmarkt. Nahezu alle Ölmühlen bieten große Mengen an, während es kaum Nachfrage gibt. Das Kaufinteresse von Mischfutterherstellern ist gering, da Veredelungsbetriebe kaum Ware nachfragen. Dadurch entsteht ein Angebotsüberhang an Rapsschrot, der die Preise schwächeln lässt. Am Sojaschrotmarkt ist die Lage ruhig, was saisonbedingt zwar üblich, normalerweise aber nicht ganz so schleppend ist. Kaufinteresse besteht kaum, da die Läger der Mischfutterhersteller gut gefüllt sind. Die Sojaschrotpreise hierzulande orientieren sich deshalb in dieser Woche hauptsächlich an den Sojaschrotkursen in Chicago.

    Die Rapsölpreise zogen kräftig an und legten innerhalb von sieben Tagen um 43 auf 810 EUR/t zu. Das zog auch die anderen Pflanzenölpreise mit nach oben. Unterstützung bietet das geringe Angebot an Rapsöl. Schwache Ernten in vielen Teilen Europas lassen die Rapsofferten sinken, weshalb auch das Angebot an Nachprodukten geringer wird, was im Gegenzug die Preise antreibt. Zudem stützt auch die lebhafte Nachfrage nach Rapsöl aus der Lebensmittelbranche und dem Biodieselsektor. Ein weiterer stützender Faktor sind die Rapsterminkurse in Paris. Diese haben um rund 5 auf 378,50 EUR/t zugelegt. Sojaöl hat ebenfalls um 4 EUR/t auf 685 EUR/t zugelegt und widersetzt sich damit der schwächeren Tendenz der Sojaölkurse in Chicago, die um umgerechnet 14 auf 569 EUR/t nachgegeben haben.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 22.08.2019

  • Marktbericht KW 33 / 2019


    Die Erzeugerpreise für Raps haben sich gegenüber Vorwoche kaum bewegt und lagen zuletzt bei 359 EUR/t. Viele Verkäufer üben sich in Zurückhaltung und haben den Großteil ihrer Rapsernte 2019 eingelagert, da das aktuelle Preisniveau nicht ihren Vorstellungen entspricht. Auch die Börsennotierungen in Paris geben nur wenig Unterstützung, sie haben in der Berichtswoche nur um knapp 2 auf 375,50 EUR/t zugelegt. Die Rapsernte in Deutschland ist mittlerweile in den meisten Regionen abgeschlossen, im Osten Niedersachsens müssen noch kleine Restflächen geerntet werden. Bisher wird von durchschnittlichen Erträgen berichtet, die sogar besser ausfallen als im Vorjahr, aber trotzdem unter dem Schnitt der vergangenen Jahre liegen. Die Ölgehalte liegen bis zu 1 % unter den Vorjahresergebnis.

    Die Rapsschrotpreise bleiben auf niedrigem Niveau und lagen zuletzt bei 195 EUR/t, zwischenzeitlich sanken sie sogar auf den tiefsten Stand seit Januar 2018. Das Kaufinteresse am Rapsschrotmarkt hat sich in den vergangenen Handelstagen etwas belebt. Angetrieben wurde es durch einige Druckpartien der Ölmühlen auf den vorderen Terminen. Im gesamten Bundesgebiet, vor allem aber in Norddeutschland, wird auch schon Ware für den Zeitraum Februar bis Juli 2020 angefragt und teilweise kontrahiert. Die Nachfrage nach Sojaschrot auf den vorderen Terminen hat gegenüber der Vorwoche etwas nachgelassen. Landwirte sind aktuell mit Erntearbeiten beschäftigt und als Käufer von Mischfutter selten aktiv. Das wiederum bremst die Ölschrotnachfrage der Mischfutterhersteller. Vorsorglich ordern sie keine größeren Mengen, das passiert erst, wenn Kontrakte mit Veredelungsbetrieben geschlossen werden. Häufig lebt die Nachfrage dann kurzfristig auf.

    Die Sojaölpreise sind kräftig gestiegen, mit 681 EUR/t fob Hamburg wurden die Forderungen gegenüber der Vorwoche um 20 EUR/t angehoben. Das Plus ist nach Aussage von Marktteilnehmern vor allem mit dem für Sojabohnen bullischen USDA-Report zu begründen, der zum Wochenauftakt veröffentlicht wurde. Darin hat das US-Landwirtschaftsministerium seine Prognose zur US-Sojaerzeugung und infolgedessen auch die globale Schätzung gekürzt. Die Erzeugung wird den Bedarf bei weitem nicht decken können und wird die Vorräte deshalb schrumpfen lassen. Rapsöl profitierte nur leicht und stieg um 5 auf 770 EUR/t fob Hamburg. Größere Sprünge werden durch die verhaltene Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie verhindert. Saisontypisch dürfte die Marktbelebung noch bis September auf sich warten lassen. Für Sonnenblumenkerne und deren Nachprodukte fiel der neuste USDA Bericht bärisch aus, mit 52,6 Mio. t könnte eine neue Rekordernte zustande kommen. Das dürfte zum Preisrückgang in Rotterdam beigetragen haben.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 86 KDatum: 15.08.2019

  • Marktbericht KW 32 / 2019


    Am deutschen Rapsmarkt zeigt sich in der aktuellen Handelswoche das, was Erzeuger bereits vor zwei Wochen angemerkt haben – ihnen werden in der Regel nicht mehr als maximal 360 EUR/t geboten. In der Vorwoche hatten sie diese Marke erreicht und sind jetzt aber wieder um 1 EUR/t zurückgefallen. Es gilt damit ein Preisniveau, dass sich in den letzten Monaten der Vorsaison viele gewünscht hätten. Aber jetzt, in der neuen Saison und angesichts schwacher deutscher und EU Rapsernte, entspricht das Niveau den Vorstellungen der Erzeuger nicht. Die meisten wollen höhere Preise sehen, um sich von größeren Mengen aus der neuen Ernte zu trennen, aber die Ölmühlen bleiben zurückhaltend. Sie beharren auf ihren Preisvorstellungen. Das haben sie 2018/19 schon getan und letzten Endes waren es dann eher die Erzeuger die Zugeständnisse machen mussten, um alterntige Ware loszuwerden. Denn bei guter Importversorgung saßen die Verarbeiter tendenziell am längeren Hebel. Gleiches deutet sich mit der Aussicht auf ein großes Exportangebot aus der Ukraine in der Saison 2019/20 erneut an. Eine preiswirksame Versorgungslücke muss sich bei guter Importversorgung nicht auftun. Was die deutsche Rapsernte 2019 betrifft, so sind die Ergebnisse hinsichtlich Ertrag und Qualität im Süden Deutschlands enttäuschend, werden aber Richtung Norden besser, melden Marktteilnehmer. Dennoch liegen die aktuellen Ernteschätzungen in fast allen Bundesländern deutlich unter Vorjahr, schon wegen des deutlichen Flächenrückgangs.

    Am Sojaschrotmarkt hat sich die Nachfrage in den vergangenen Tagen belebt. Auslöser waren die attraktiven Preise, diese haben im Vorwochenvergleich sowohl für Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt als auch für Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt um 6 auf 318 EUR/t bzw. 293 EUR/t nachgegeben. Zudem fragen Mischfutterbetriebe aktuell mehr Ware nach, da sie ihre Produktion, aufgrund umfangreicherer Käufe seitens der Landwirte, angekurbelt haben. Die Rapsschrotpreise haben in den vergangenen sieben Tagen um 5 auf 196 EUR/t nachgegeben. Grund dafür ist die geringe Nachfrage nach Rapsschrot, die besonders auf den vorderen Terminen großen Preisdruck erzeugt. Das wirkt sich aber auch auf spätere Positionen aus. Für September/Oktober sind die Forderungen ebenfalls um 5,50 EUR/t gesunken, Liefertermine ab November gaben im Schnitt um 2,80 EUR/t nach.

    Am Pflanzenölmarkt geht es ruhiger zu. Das lässt sich an den Preisen ablesen, die sich zumeist kaum verändert haben. Rapsöl kostet aktuell 765 EUR/t fob Hamburg und hat sich damit gegenüber der Vorwoche um 3 EUR/t vergünstigt. Druck erzeugt Marktbeobachtern zufolge die gestiegene Verkaufsbereitschaft, nachdem sich die Preise vor zwei Wochen sprunghaft befestigt hatten. Der aktuelle Rückgang muss nun aber keine Schwächephase einläuten; die Aussicht auf eine kleine EU-Rapsernte 2019 bringt nach wie vor Unterstützung. Zudem gibt es Meldungen über rege Nachfrage nach Rapsöl aus dem Nahrungsmittelbereich im vierten Quartal 2019. Absehbar dürfte ab September/Oktober auch die Nachfrage der Biodieselproduzenten für Rapsöl als Rohstoff für die Herstellung des kältestabileren Rapsmethylesters (Winterware) aufleben. Die Sojaölpreise haben sich gegenüber der Vorwoche am stärksten verändert, 661 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Nachlass von 9 EUR/t. In Chicago hat der Sojakomplex auf Wochensicht an Wert verloren. Den Markt beschäftigt vor allem die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China. Das belastet die Notierungen und schlägt bis auf die Kassamärkte durch.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 89 KDatum: 08.08.2019

  • Marktbericht KW 31 / 2019


    In Frankreich und Deutschland wird von schwachen Erträgen und niedrigen Ölgehalten von teilweise nur 37 bis 38 % berichtet und sind die Folge extremer Hitzewellen im Juni und Juli. Außerdem haben die EU-Kommission sowie das französische Analysehaus Tallage ihre Rapsernteprognosen für die EU gekürzt. Doch all das scheint dem Terminmarkt keine weitere Unterstützung zu bringen. In Paris sind die Kurse seit drei Handelstagen rückläufig, zuletzt haben sie mit minus 5 EUR/t binnen eines Tages sogar deutlich an Wert verloren. Am Kassamarkt hierzulande macht sich die schwächere Tendenz noch nicht bemerkbar, auf Wochensicht sind die Rapserzeugerpreise im Bundedurschnitt um 4 auf 360 EUR/t gestiegen. Doch die Abgabebereitschaft bleibt verhalten, da Erzeuger angesichts der schwachen Ertragsund Qualitätsergebnisse in vielen Regionen sowie der weiter zurückgenommen EU-Ernteschätzungen höhere Preis sehen wollen. Das Spekulieren um den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf erster größerer Mengen aus der neuen Ernte hat begonnen.

    Am Rapsschrotmarkt herrscht Stillstand, sowohl was die Umsätze, als auch was die Preise betrifft. Juli-Ware wird schon seit der Monatsmitte kaum noch offeriert und zum Monatsende ist nun kaum noch eine Parität mit Angebot am Markt. Das liegt aber auch daran, dass sich die Käuferseite sehr bedeckt hält und allenfalls sporadisch Ware anfragt, dann aber häufig für spätere Termine im vierten Quartal 2019, teilweise auch schon für das erste Quartals 2020. Doch im Prinzip wartet der Markt auf Nachfragebelebung. Die Sojaschrotpreise tendieren zwar auf Wochensicht leicht fester, aber die Nachfrage bleibt abwartend. Vor allem die Sojabohnenernte in den USA interessiert den Markt, da Deutschland große Mengen Sojabohnen und Schrot von dort erhält. Der Umfang der dortigen Ernte hat im Zuge der internationalen Handelsstreitigkeiten und Verschiebung der Warenströme eine entscheidende Bedeutung für den Preisverlauf am hiesigen Kassamarkt bekommen.

    Die Rapsölpreise sind auf 768 EUR/t gestiegen und liegen damit rund 3 EUR/t über Vorwochenlinie. Unterstützt werden sie durch die schwachen EU-Ernteprognosen, die zuletzt für Deutschland und Frankreich, aber auch für die gesamte EU nochmals heruntergesetzt wurden. Ein knapperes Rohstoffangebot könnte die Verarbeitung der Ölmühlen begrenzen, was zu einem knapperen Angebot an Nachprodukten führen könnte. Sojaöl hat sich gegenüber Vorwoche um 15 auf 670 EUR/t verteuert und folgt damit den Vorgaben der Sojaölkurse in Chicago, die zuletzt mit umgerechnet 559,55 EUR/t rund 6,90 EUR/t über Vorwochenlinie schlossen. Zudem hat Ägypten einen Sojaöltender über 30.000 t zur Lieferung im September ausgeschrieben, was den Preisen zusätzlich Auftrieb gibt.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 88 KDatum: 01.08.2019