Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 7 / 2018


    In den vergangenen Jahren traten bei manchen Ölmühlen im Übergang auf die neue Ernte Engpässe auf, es gab Versorgunglücken, die kurzfristig gefüllt werden mussten. Entweder hatten die Mühlen doch etwas zu knapp kalkuliert oder aber die Ernte verzögerte sich oder beides kam zusammen. Den Landwirten bescherte dies in den Vorjahren häufig höhere Erlöse. Nicht wenige hielten Teilmengen der alten Ernte in Spekulation auf festere Preise im Zeitraum Mai bis Juli zurück. In diesem Jahr ist aber vieles anders. Die meisten Ölmühlen haben sich längst umfangreich mit günstigen Rapsimporten aus der Ukraine oder auch aus Australien eingedeckt. Kaufanfragen für Raps gibt es auf den vorderen Positionen daher kaum, die Preise sind eher nominell, da kaum Umsatz dahintersteckt. Grund für die geringe Rohstoffnachfrage der Ölmühlen sind neben einer guten Abdeckung aber auch die geringen Erlöse mit dem Verkauf von Rapsöl. Seit Monaten beklagen die Mühlen in Deutschland nun schon zu geringe Erlösmöglichkeiten – viele haben die Verarbeitung gedrosselt, da die Ware kaum abfließt. Daran wird sich möglicherweise bis zur Ernte auch nichts ändern, denn große Mengen Biodiesel aus Argentinien erreichen die EU-28. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Übergang auf die Rapsernte 2018 Versorgungslücken bei den Verarbeitern auftun, wird daher aktuell geringer eingeschätzt als in den Vorjahren. Sollten sich die Vermarktungschancen für die Rapserzeuger tatsächlich nicht verbessern, wären Preisaufschläge kaum durchsetzbar. Ölmühlen in Deutschland haben inländischen Raps der Ernte 2017 bislang eher vernachlässigt und ihre Prämien auf die rückläufigen Rapsterminkurse in Paris nicht angehoben. Dadurch liegt das Erzeugerpreisniveau weit unter Vorjahr und bremst die Verkäufe aus der Landwirtschaft nach wie vor. Zuletzt lag der Durchschnittspreis für Inlandsraps vom Erzeuger bei 334 EUR/t, zwar 1 EUR/t über Vorwoche aber deutliche 74 EUR/t unter Vorjahreslinie. Entsprechend viel Raps der alten Ernte ruht aktuell in den Erzeugerlägern, mehr als üblich. Doch irgendwann müssen sich die Landwirte wohl oder übel – ob die Preise nun steigen oder nicht – von ihren alterntigen Partien trennen, um Platz für die neue Ernte zu schaffen. Noch ist Zeit, aber günstige Biodieselimporte – große Mengen SME aus Argentinien und bald wohl auch PME aus Indonesien – nehmen heimischer Ware die Absatzmöglichkeiten. Ölmühlen dürften sich mit Rohstoffeinkäufen daher auch weiterhin zurückhalten.

    An der Situation am hiesigen Sojaschrotmarkt hat sich im Prinzip nicht geändert. Es geht weiterhin sehr ruhig zu. Mit den deutlichen Preisbefestigungen der vergangenen Tage hat sich das ohnehin schon geringe Kaufinteresse sogar noch weiter abgekühlt. Sojaschrot mit 49 % Proteingehalt wird mit 359 EUR/ fob Hamburg offeriert, 44er Ware mit 332 EUR/t, das ist jeweils das höchste Niveau seit März 2017. Die Preissteigerungen sind auf deutlich festere Sojaschrotkurse in Chicago zurückzuführen. Davon kann auch Rapsschrot profitieren und wird höher bewertet, aber das ist nicht der einzige Grund. Dem Vernehmen nach wird Rapsschrot knapper und das hat den einen oder anderen Mischfutterhersteller in Kauflaune versetzt und die Kassapreise um 6 auf 207 EUR/t steigen lassen.

    In der vergangenen Woche zeigte sich der Pflanzenölsektor stabil, die Forderungen tendierten teilweise sogar leicht fester. Rapsöl fob Hamburg zog sogar um 15 EUR/t auf 685 EUR/t an, Grund war jedoch eher eine Mischung aus Währungsveränderungen und den Vorgaben von den US-Sojakursen, die auch Raps in Paris mitzogen. Da aber Rapsöl von der Biodieselindustrie derzeit kaum nachgefragt wird, handelt es sich mehr um Preisverschleierungen hinter denen keine relevante Menge steht. Überraschend gut konnte sich indes Sojaöl behaupten. Immerhin haben die US-Sojaölkurse auf Wochensicht einen kräftigen Rutsch von rund 4 % hinnehmen müssen. Das hat sich am Kassamarkt jedoch nicht bemerkbar gemacht. Fob Hamburg wurden unverändert zur Vorwoche 680 EUR/t genannt.

    Dateigröße: 44 KDatum: 15.02.2018

  • Marktbericht KW 6 / 2018


    Mit Hilfe des schwächeren Euro legten wenigstens an der Börse die Rapskurse zu, aber das fand keinen Nachhall am Kassamarkt. Dort gibt es wenig Neues zu berichten. Die Ölmühlen zeigen sich weiterhin desinteressiert und haben ihre Prämien auf die Terminkurse sogar zurückgenommen. Sie spiegeln das geringe Kaufinteresse nach Rapsöl wider. Das ist schon jetzt so stark zurückgegangen wie sonst erst Monate später im Jahr und lässt sich ganz eindeutig auf die Konkurrenz an Biodiesel aus Übersee zurückführen. Jetzt kommt auch noch hinzu, dass die Rapsschrotpreise wieder sinken. Diese hatten die Verarbeitungsmargen in den Vorwochen wenigstens etwas unterstützen können, immerhin hatten sie ein 7-Monatshoch erreicht. Damit ist es nun wieder vorbei. Und ab April ist aufgrund des Einsatzes von Übergangsware beim Biodiesel mit verstärktem Verbrauch von importiertem Sojamethylester SME zu rechnen. Das dürfte den Druck auf die Rapsölpreise weiter aufrechterhalten. Damit gibt es wenig Chancen für steigende Prämien. Und das Kaufinteresse an Raps zur Lieferung auf späteren Terminen tendiert gegen Null. Die Erzeuger verkaufen zwar sporadisch Kleinstmengen an alterntiger Ware, aber eher aus Frust oder Liquiditätsgründen. Die Gebote sind in der laufenden Woche noch einmal zurückgenommen worden, so dass im Schnitt 332,77 EUR/t genannt werden. Das ist so wenig wie vor der Ernte 2016 für Raps gezahlt wurde und bedeutet einen Preisabstand zum Vorjahr von 71 EUR/t. Noch desillusionierter sind die Landwirte über die Gebote ex Ernte, die um 327 EUR/t schwanken und damit 43 EUR/t unter Vorjahresniveau liegen. Da wächst bei einigen der Wunsch nach viel Kälte und Auswinterungsschäden, die den Preisen einen Impuls nach oben geben könnten.

    Am Sojaschrotmarkt ist es ruhig. Die meisten Marktteilnehmer warten die weitere Bestandentwicklung in Südamerika ab. Dabei sorgen die wechselnden Wettervorhersagen für volatile Kurse. Dass die Preise für Sojaschrot nicht nachgaben, obwohl die US-Sojakurse schwächer schlossen, lag auch am festen US-Dollar, der Importe verteuert. Die Forderungen für Rapsschrot haben ihre Aufwärtstendenz vorerst beendet. Über die fob-Paritäten läuft nun so gut wie gar kein Geschäft mehr, denn die meisten Käufer haben sich mit ausreichend Ware eingedeckt. Während wenigstens sporadisch die Sommertermine besprochen werden, ist auf den hinteren Terminen der Umsatz vollends zum Erliegen gekommen. Die meisten Futtermittelbetriebe warten aktuell auf sich abschwächende Preise, immerhin hatte Rapsschrot Ende Januar das höchste Niveau seit Juni 2017 erreicht. Aber mit dem Druck vom Sojamarkt hat Rapsschrot zwischenzeitlich immerhin 0,3 % an Wert verloren.

    Die jüngst von Indonesien erfolgreich bei der WTO durchgesetzten Zollsatzsenkungen auf Palmöl und die seit September reduzierten Zollsätze für Biodiesel aus Argentinien belasten zunehmend die Pflanzenöl- und Biodieselpreise in der EU-28 und in Deutschland. Rapsöl leidet als heimischer Rohstoff für Biodiesel besonders unter den Einfuhren. Die Konkurrenz am Markt ist deutlich gestiegen und die Forderungen gehen in die Knie. Fob Hamburg wurde zuletzt 670 EUR/t genannt, 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche und damit der niedrigste Stand seit drei Jahren. Für viele Marktbeobachter kommt es jedoch überraschend, dass die Nachfrage nach Rapsöl bereits zum jetzigen Zeitpunkt und damit deutlich früher als saisonal üblich zurückgeht. Sojaöl wurde ebenfalls schwächer gehandelt als vor sieben Tagen. Mit 680 EUR/t fob Hamburg kostete prompte Ware 13 EUR/t weniger als zuvor. Grund ist die schwache Tendenz der US-Sojaölkurse, die vier Tage im Minus schlossen und auf Wochensicht knapp 2 % nachgaben. Zudem überraschten die Dezemberzahlen zur US-Sojaölverarbeitung, nach denen der US-Sojaölbestand zuletzt über den Erwartungen und über Vorjahr lag. Da der Biodieselabzug nach Angaben der EIA und die Exporte rege waren, muss die Nachfrage auf Seiten der Nahrungsmittelhersteller eingebrochen sein. Aktuelle Spekulationen über gestiegene Palmölendbestände in Malaysia setzten derzeit die Notierungen in Kuala Lumpur unter Druck. Das macht sich auch am Kassamarkt bemerkbar. Cif Rotterdam gaben die Forderungen um 9 EUR/t auf 530 EUR/t nach. Wobei auch das schwächere Sojaöl zusätzlichen Abwärtssog ausübt. Sonnenblumen fob Rotterdam zeigte sich hingegen stabil und fielen nur leicht um 1 EUR/t auf 643 EUR/t.

    Dateigröße: 40 KDatum: 08.02.2018

  • Marktbericht KW 5 / 2018


    Raps wird nach wie vor kaum umgesetzt. Hiesige Ölmühlen beklagen weiterhin zu geringe Verarbeitungsmargen. Zwar haben sich die Absatzmöglichkeiten für Rapsschrot verbessert, aber die Rapsölnachfrage der Biodieselindustrie ist nach wie vor zurückhaltend. Entsprechend gering sind somit der Rohstoffbedarf und die Bereitschaft für Raps mehr zu bezahlen. Wenn die Läger nicht ohnehin voll sind, greifen viele auf günstigen Importraps aus Australien oder der Ukraine zurück. Die Konkurrenz durch Drittlandsware macht es für die Erzeuger umso schwieriger ihre Forderungen durchzusetzen. Zu Preisen weit unter ihren Vorstellungen sind viele nicht bereit, Ware abzugeben. Die meisten halten sich mit Verkäufen zurück und spekulieren auf Preisanstiege im Übergang auf die Ernte 2018.

    Die Mischfutterindustrie kauft nach wie vor kaum Sojaschrot. Zwar wurden die Forderungen für Ware beider Qualitäten zuletzt wieder etwas zurückgenommen, aber das Preisniveau ist immer noch hoch und schreckt die Käufer ab. Nur wer unbedingt Ware braucht, kauft von vorne her die eine oder andere kleinere Partie, aber die meisten Mischfutterhersteller sind derzeit gut mit Ware gedeckt, die Läger sind voll, die Versorgung vorerst gesichert. Anders sieht die Situation am Rapsschrotmarkt aus. Auf Lieferterminen Februar bis April 2018 fanden zuletzt etwas mehr Geschäfte statt. Mittlerweile hat sich die Nachfrage allerdings auch schon wieder abgekühlt, heißt es. Die Preise zeigten sich dank festerer Vorgaben aus Chicago und Paris zuletzt aber noch stabil. Umsätze finden in der Hauptsache am Niederrhein statt. Hier ist Ware zur Lieferung im Februar günstiger als im März/April, das sorgt zumindest prompt für etwas Umsatz.

    Die Flaute am Pflanzenölmarkt hat sich in der zurückliegenden Woche fortgesetzt. Die Forderungen tendierten überwiegend nach unten. Rapsöl ist stark unter Druck geraten. Fob Hamburg gaben die Forderungen um 25 EUR/t auf 675 EUR/t nach. Der Markt schafft es derzeit nicht eine eigene Dynamik zu entwickeln. Rohstoff für die Rapsölproduktion ist ausreichend vorhanden aber Käufer und Verkäufer finden nicht zusammen. Sobald die Forderungen nur leicht ansteigen, verebbt unmittelbar das Kaufinteresse. Das liegt auch daran, dass Ölmühlen und Biodieselproduzenten derzeit eine extreme schlechte Marge aufweisen und nur zu deutlich schwächeren Preise einkaufen wollen oder auch können, als von den Erzeugern gefordert. Neueste Zahlen belegen, dass zwischen September 2017 und Januar 2018 rund 600.000 t argentinischer Biodiesel in die EU-28 eingeführt wurde. Der europäische Biodieselverband (EBB) hat daher bei der EU-Kommission eine Antisubventionsuntersuchung gegen die argentinischen Einfuhren beantragt, die am 31.01.2018 eröffnet wurde. Die Untersuchung kann bis zu 13 Monaten dauern, vorläufige Maßnahmen können jedoch frühestens in neun Monaten eingeführt werden. Auch für Sojaöl fob Hamburg wurde mit 693 EUR/t weniger geboten als vor einer Woche. Mit einem Minus von 17 EUR/t erreichten die Forderungen das niedrigste Niveau seit Ende Juni 2016. Die Sojaölkurse in Chicago haben sich dagegen fester entwickelt auf Wochensicht ging es rund 1 % nach oben. Allerdings setzte der Kurssprung erst vor dem vergangenen Wochenende ein und konnte sich bisher nicht am Kassamarkt durchsetzen.

    Dateigröße: 43 KDatum: 01.02.2018

  • Marktbericht KW 4 / 18


    Am deutschen Rapskassamarkt herrscht nach wie vor Umsatzflaute, die Verkäufe beschränken sich zu Preisen weit unter den Vorstellungen der Erzeuger auf das Nötigste. Da die Ölmühlen nach wie vor geringe Erlöse aus dem Rapsölverkauf Richtung Biodieselindustrie beklagen, heben sie ihre Prämien auch weiterhin nicht an. Damit schlägt der Kursrückgang für Raps in Paris voll durch und zieht die Kassapreise noch weiter runter – der Rückstand zum Vorjahr vergrößert sich immer mehr. Mittlerweile beträgt er 68 EUR/t. Die Kontraktpreise für Ware der Ernte 2018 gaben zuletzt sogar noch stärker nach und liegen bei nur noch 325 EUR/t. Kaum einer hofft auf Kaufimpulse von den Ölmühlen in nächster Zeit. Denn die Umsätze mit Rapsöl an Biodieselproduzenten werden wohl auch weiterhin nicht in Schwung kommen. Stattdessen hoffen Anbieter auf eine Befestigung des US-Dollarkurses. Dadurch würde sich der Euro im Gegenzug abschwächen, was dem Exportgeschäft gut täte sowie den regen Warenstrom aus der Ukraine und aus Australien wenigstens abbremsen könnte. Das würde dem Inlandsraps dann wieder bessere Absatzchancen Richtung Ölmühlen bescheren. Jüngst wurde allerdings noch von überdurchschnittlichen Rapsexporten aus der Ukraine berichtet, die im Wesentlichen EU-Mitgliedstaaten erreichen. Das Land verfügt über besonders große Überschüsse, denn 2017 hatten ukrainische Landwirte die größte Ernte seit zehn Jahren eingefahren. Mancher Verkäufer spekuliert auf logistische Schwierigkeiten bei den Rapsimporten. Andere hoffen, dass Teile der SME-Importe aus Argentinien, die in großer Konkurrenz zu heimischem RME stehen und Preisdruck aufbauen, ggf. auch noch umdestiniert werden oder an Importbeschränkungen scheitern. All diese Szenarien scheinen aber eher unwahrscheinlich. Von den Ölmühlen ist zu hören, dass sie im Spot-Bereich sowie auf Terminen bis einschließlich März mittlerweile gut eingedeckt seien. Das hat die Nachfrage auf den vorderen Positionen abgekühlt. Das zeigt sich in unveränderten Prämien (trotz rückläufiger Rapskurse in Paris) und nimmt den Anbietern somit jegliche Motivation Ware zu verkaufen. Für spätere Termine besteht ohnehin noch so gut wie kein Kaufinteresse, die Ernte 2018 wird kaum besprochen, geschweige denn kontrahiert. Ansonsten ist Hochwasser wichtiges Thema am hiesigen Rapskassamarkt. Die Schifffahrt auf Mosel und Oberrhein wurde bereits eingestellt. Über den Rhein sei kaum noch Ware zu bewegen, heißt es. Die Winterrapsflächen sollen in gutem Zustand sein, von Auswinterungsschäden aufgrund des bis dato milden Winters keine Spur.

    Am Sojaschrotmarkt geht es sehr ruhig zu. Die Preise haben im Verlauf der zurückliegenden Woche zwar deutlich angezogen, dafür verantwortlich waren Kursbefestigungen in Chicago aufgrund der anhaltenden Trockenheit in Argentinien. Das hat die ohnehin ruhige Nachfrage nach Sojaschrot noch weiter abgekühlt. Die Preise für Sojaschrot mit 49 % Proteinanteil lagen am 23.01.2018 bei 342 EUR/t und damit 21 EUR/t über Vorwochenstand. 44er Ware hat in der gleichen Zeit um 20 EUR/t auf 317 EUR/t zugelegt. Rapsschrot konnte sich im Wochenverlauf um 9 EUR/t auf 203 EUR/t befestigen und trotzt damit den schwächeren Vorgaben von den Rapskursen in Paris, die zuletzt weiter abrutschten. Ausschlaggebend ist eine etwas höhere Nachfrage der Mischfutterindustrie auf den vorderen Lieferterminen. Zudem orientiert sich Rapsschrot preislich am Sojaschrot, das mit kräftiger Unterstützung von den US-Sojakursen in Chicago deutlich zulege konnte.

    Die Forderungen für Sojaöl haben sich vergünstigt. Fob Hamburg wurden 710 EUR/t genannt und damit 10 EUR/t weniger als in der zurückliegenden Woche. Druck kam vor allem von den schwächeren Sojaölkursen in Chicago, die von der Entwicklung der Palmölnotierungen belastet wurden. Die US-Sojaölbilanz ist nach den aktuellen Zahlen des USDA an sich sehr eng, dennoch halten sich Börsenakteure derzeit mit Kaufpositionen zurück. Deutlich stärker fiel der Preisrückgang bei Rapsöl aus. Fob Hamburg ging es im Vorwochenvergleich um 20 auf 700 EUR/t nach unten. Hier bestimmt vor allem die Unsicherheit über die zukünftige Marktentwicklung das Geschehen. Denn neben der Aussicht auf umfangreiche Biodiesellieferungen aus Argentinien ab dem kommenden Frühjahr, werden auch die Stimmen, die für ein Verbot von Palmöl in der EU-28 in den kommenden Jahren plädieren, lauter. Darüber hinaus grassieren Pläne wonach die EU-Kommission die Biodieselquoten in den kommenden Jahren absenken will. Vor diesem Hintergrund tun sich Käufer schwer, die Marktlage einzuschätzen und halten sich weiterhin zurück.

    Dateigröße: 44 KDatum: 25.01.2018

  • Marktbericht KW 3 / 2018


    Das besonders hohe Eurokursniveau von über 1,22 USD hält die Entwicklung der Rapsterminkurse in Paris weiter in seinem bärischen Griff. Selbst von den zuletzt deutlich festeren Vorgaben von den US-Sojakursen konnten die Rapsnotierungen nicht profitieren und schlossen weiter schwächer, auf dem tiefsten Stand seit März 2016. Der Kursdruck überträgt sich auch auf den Rapskassamarkt in Deutschland, sowohl auf Großhandels- als auch auf Erzeugerebene gaben die Preise nach. Somit bewegen sich die Erzeugerpreise weiterhin deutlich unter Vorjahresniveau. Rapserzeuger in Deutschland sind daher nach wie vor kaum bereit Ware aus der knappen Ernte 2017 zu veräußern, sie warten ab und hoffen auf Preisbefestigungen. Aber die Aussichten darauf sind trübe. In den Vorjahren hatte sich die Hoffnung auf steigende Preise ab April bis Juni häufig erfüllt, aber 2018 dürfte das anders laufen. Bärische Argumente sind neben dem starken Euro vor allem die avisiert großen Biodieselimporte aus Argentinien. Die machen sich schon jetzt bemerkbar, insofern, als dass es an den entscheidenden Kaufimpulsen aus der Biodieselindustrie mangelt – das bekommt letztlich auch die Rohstoffseite in Form von Preisabschlägen zu spüren. Der feste Euro verringert zudem die Exportkraft deutscher Außenhändler, erhöht aber die Kaufkraft der Importeure bzw. vergünstigt Lieferungen aus Drittstaaten. Auch das nimmt den Preisen aktuell jede Chance auf nachhaltige Befestigung. Der starke Euro treibt die Importe aus der Ukraine und Australien, die Ölmühlen füllen ihren Zwischenläger vorzugsweise mit günstigem Auslandsraps. Ölmühlen ordern aktuell, wenn überhaupt, sehr überschaubare Mengen Inlandsraps zur prompten Lieferung. Mit ihren Prämien, die sie bestenfalls unverändert halten, gleichen sie den kräftigen Rückgang der Rapsterminkurse aber nicht aus. Zu ihren Preisvorstellungen finden sie daher momentan kaum eine Offerte.

    Die Nachfrage am Sojaschrotmarkt ist weiterhin eher ruhig, die Umsätze bescheiden. Käufer fragen sich, ob es bei dem momentanen Preisniveau für Sojaschrot bleiben wird, oder ob in den kommenden Wochen mit Vergünstigungen zu rechnen ist. Lieferengpässe für Sojaschrot aus Argentinien konnten zuletzt aufgelöst werden, das hebt die Aussicht auf Preisnachlässe. Allerdings ist die Trockenheit und damit die Sorge um mögliche Ertragseinbußen in Argentinien trotz Regenfällen noch nicht vom Tisch. Die Chicagoer Sojanotierungen hat das zuletzt steigen lassen. Am hiesigen Kassamarkt konnten sich die Preise dadurch wieder berappeln und lagen zuletzt nur 3 EUR/t unter Vorwoche. Für Rapsschrot gibt es Nachfrage auf den vorderen Positionen, das hat die Preise stabilisiert. Prompte Ware kam am 17.01.2018 auf einen Durchschnittspreis von 194 EUR/t, plus 1 EUR/t zur Vorwoche. Damit trotzten sie den bärischen Signalen aus Paris.

    Sojaöl fob Hamburg wurde mit 720 EUR/t unverändert zur Vorwoche bewertet. Zwar hat das USDA zuletzt die US-Sojaölbilanz 2017/18 erneut knapper bewertet, durch den Feiertag in den USA zum Wochenbeginn hatten die Börsenakteure allerdings bisher keine Zeit ihre Positionen auf US-Sojaöl anzupassen. Rapsöl tendierte hingegen schwächer. Fob Hamburg gaben die Forderungen um 10 auf 720 EUR/t nach. Weiterhin fehlt die notwendige Nachfrage der Biodieselindustrie, dazu lähmt der feste Euro das Exportgeschäft.

    Dateigröße: 43 KDatum: 18.01.2018

  • Marktbericht KW 2 / 2018


    Die Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie ist sehr gering, es scheint, dass Biodieselhersteller für das erste Quartal 2018 besser eingedeckt sind als erwartet. Zudem ergänzen Biodieselimporte seit Mitte Dezember das Angebot. Das begrenzt die Erlösmöglichkeiten der Ölmühlen mit Rapsöl und dämpft somit deren eigene Rohstoffnachfrage. Sie halten ihre Prämien auf Rapssaat daher unverändert oder haben sie leicht zurückgenommen. Aber zumindest die festeren Rapsterminkurse in Paris bescheren leichte Preissteigerungen, auch auf Erzeugerebene. Trotzdem liegen die Forderungen weiterhin deutlich unter Vorjahr, sodass viele Landwirte nicht bereit sind Ware abzugeben. Zuletzt lag der Preis für Inlandsraps vom Erzeuger bei 343 EUR/t im Bundesdurchschnitt, leichte 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche aber 57 EUR/t weniger als zum Vergleichszeitpunkt 2016. Die Kontraktpreise für die Ernte 2018 konnten sich auf 337 EUR/t befestigen.

    In der vergangenen Woche hatte sich die Rapsschrotnachfrage belebt, Mischfutterhersteller und Handel zeigten sich interessiert an Ware zur Lieferung im Zeitraum Februar bis April 2018 und es wurde die eine oder andere Partie gehandelt. Mittlerweile hat sich die Nachfrage wieder etwas beruhigt, festere Rapsterminkurse liefern allerdings nach wie vor Preisunterstützung. Am 09.01.2018 lagen die Forderungen bei 192 EUR/t und damit 7 EUR/t über Vorwoche. Die Sojaschrotnachfrage ist anhaltend gering. Vor dem Hintergrund einer avisiert reichlichen globalen Versorgung spekulieren viele auf Preisnachlässe und kaufen tendenziell nur das Nötigste. Für Sojaschrot mit Proteingehalt 44 % lagen die Forderungen am 09.01.2018 bei 303 EUR/t und damit 13 EUR/t über Vorwoche. 49er Ware kam auf einen Durchschnittspreis von 327 EUR/t, ebenfalls ein Plus von 13 EUR/t auf Wochensicht.

    Nach dem Weihnachtsurlaub kehrt langsam wieder Aktivität am Markt für Pflanzenöle ein. Allerdings mit eher überschaubaren Umsätzen. Bei Sojaöl gab es keine relevanten Impulse. Sowohl die Notierungen für US-Sojabohnen, als auch für US-Sojaöl haben sich in der vergangenen Woche kaum verändert. Entsprechend stabil tendieren die Forderungen für Sojaöl am inländischen Kassamarkt. Fob Hamburg wurden 730 EUR/t verlangt, 5 EUR/t über Vorwochenlinie. Auch die Rapsölpreise konnten sich auf dem relativ niedrigen Niveau behaupten. Mit 720 EUR/t fob Hamburg, lagen die Forderungen rund 5 EUR/t über dem Niveau der vergangenen Woche. Zum Vergleich: Mitte Januar 2017 wurden 880 EUR/t verlangt, das waren knapp 20 % mehr als derzeit.

    Dateigröße: 42 KDatum: 11.01.2018

  • Marktbericht KW 1 / 2018


    So wie das alte Jahr aufgehört hat, fängt das neue Jahr an! Es bleibt ruhig am heimischen Kassamarkt. Viele Landwirte sind noch im Urlaub. In den Handelshäusern ist das Geschehen von Abwicklungen und Inventuren geprägt. – Neugeschäft fehlt. Die Preise, welche für die Abgeber wenig Anlass zum Verkauf bieten, sind daher nominell. Der Rapspreis ist in den vergangenen Wochen kräftig abgestürzt. Er liegt im Schnitt bei 340,50 EUR/t frei Erfasserlager. Damit ist der Wunschpreis der Landwirte in weite Ferne gerückt. Vor einem Jahr lag der Rapspreis um diese Zeit bei 396,20 EUR/t – Tendenz steigend. Auch die Großhandelsebene ist von sehr geringem Geschäft geprägt. Der Markt läuft erst sehr langsam an, zumal in der letzten Jahreswoche überhaupt kein Geschäft getätigt wurde. Es waren teils nicht einmal Gebote genannt worden. Und bei den sinkenden Kursen entsteht keine Eile zu handeln. Die Ölmühlen scheinen ausreichend gedeckt zu sein, zumal auch größere Mengen an Importraps zur Verfügung stehen.

    Am Rapsschrotmarkt herrscht nach der kurzen Geschäftswoche zwischen den Jahren Ruhe. Die meisten Verarbeitungsbetriebe haben keinen Bedarf und sind gut versorgt. Viele Marktakteure befinden sich zudem im Urlaub und für die meisten Unternehmen steht der Jahresabschluss an, der bei ruhenden Geschäften aufgrund der Stichtagserfassung von Vorräten, Verbindlichkeiten etc. einfacher zu erstellen ist. Darüber hinaus ist bei vielen ausländischen Handelspartnern der 06.01. ein wichtiger Feiertag, so dass gerade aus Frankreich oder auch Spanien die gesamte Woche über keine Nachfrage erwartet wird. Auch auf dem Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage, aus den genannten Gründen, sehr verhalten. Die Forderungen haben sich dennoch leicht befestigt. Viele Akteure sind von der anhaltenden Trockenheit in Argentinien verunsichert. Noch ist die Situation nur in einigen Landesteilen kritisch, aber von den kommenden zwei bis drei Wochen wird maßgeblich abhängen, ob das maximale Ertragspotential erreicht wird.

    In der vergangenen Woche war es feiertagsbedingt sehr ruhig und die Ruhe setzt sich fort, viele Marktteilnehmer sind auch noch in der aktuellen Woche im Urlaub, so dass kaum Aktivitäten am Markt zu beobachten sind. Die leicht festeren Vorgaben der US-Sojaölkurse in Chicago aus der vergangenen Woche haben jedoch ausgereicht, um auch die Forderungen für Sojaöl am Kassamarkt zu unterstützen. Fob Hamburg wurden zuletzt 735 EUR/t und damit 5 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Rapsöl hat hingegen wieder deutlich verloren. Die fehlende Nachfrage aus dem Biodieselsektor belastet die Preise anhaltend. Mit 715 EUR/t fob Hamburg kostete Rapsöl rund 20 EUR/t weniger als zuletzt.

    Dateigröße: 38 KDatum: 08.01.2018

  • Marktbericht KW 51


    Am Rapsmarkt findet lediglich auf den vorderen Positionen noch etwas Geschäft statt. Langsam machen sich aber die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage bemerkbar, die Käufer ziehen sich zunehmend vom Markt zurück. Insgesamt scheint das Kaufinteresse keineswegs drängend zu sein, denn auf die rückläufigen Rapsterminkurse in Paris haben die Mühlen ihre Prämien nicht angehoben, für die zweite Jahreshälfte 2018 haben sie sie sogar noch zurückgenommen. Auf Lieferterminen im neuen Jahr besteht wachsende Unsicherheit. Importraps aus Australien und besonders die argentinischen Biodieselimporte, die ab dem Frühjahr in großen Ladungen europäische Häfen erreichen dürften, drücken auf die Rapsnotierungen in Paris und schmälern zugleich das Kaufinteresse für Inlandsraps der Ölmühlen in Deutschland. Die Grundstimmung bleibt damit bärisch. Das zeigt sich auch, wie bereits in den vergangenen Wochen, auf Erzeugerpreisebene. Die Forderungen lagen am 20.12.2017 bei 347 EUR/t im Bundesmittel, 3 EUR/t unter Vorwoche und deutliche 51 EUR/t unter Vorjahreslinie. Rapserzeugern fehlt es damit weiterhin an Verkaufsanreizen.

    Sojaschrothändler zeigen sich durchaus zufrieden mit dem aktuellen Preisniveau, was fehlt, ist jedoch das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller. Abgesehen von kleineren Mengen zur prompten Lieferung geht aktuell nicht mehr viel über die Bühne. Einzelne Interessenten blicken zwar auch mal auf Termine bis einschließlich April 2018 aber ohne konkrete Kaufanfragen zu stellen. Größere Geschäfte werden kurz vor Beginn der Weihnachtsfeiertage nicht mehr erwartet. Das gilt auch für Rapsschrot. Mit bedeutenden Kaufimpulsen wird daher auch erst wieder im neuen Jahr gerechnet. Auf Wochensicht haben die Sojaschrotpreise angesichts ruhiger Nachfrage und Druck aus Übersee weiter nachgegeben. Am 19.12.2017 wurden für Sojaschrot mit 49 % Proteingehalt 311 EUR/t gefordert, 9 EUR/t weniger als eine Woche zuvor. 44er Ware kam auf 288 EUR/t, ebenfalls ein Rückgang von 9 EUR/t. Indes konnte sich Rapsschrot um 1 EUR/t auf 184 EUR/t marginal befestigen.

    Die Preise für Raps- und Sojaöl haben weiter deutlich nachgegen. Für Rapsöl fehlt es an Nachfrage aus der Biodieselindustrie. Nach einer kurzen Kaufwelle im November hatte sich die Biodieselnachfrage und damit auch der Rapsölbedarf der Biodieselindustrie wieder reduziert. Eine weitere Kaufwelle blieb aus. Mittlerweile haben viele Mineralölkonzerne ihre Bücher geschlossen, das Biodieseljahr 2017 ist im Prinzip durch. Allerdings sind die Absatzaussichten für Rapsöl im neunen Jahr keineswegs besser, denn ab Frühjahr werden argentinische Biodieselimporte das hiesige Angebot ergänzen und Preisdruck aufbauen. Mit 735 EUR/t lag der Rapsölpreis zuletzt 25 EUR/t unter Vorwoche. Ebenfalls deutlich ist der Rückgang beim Sojaöl, mit 730 EUR/t lagen die Forderungen auf Wochensicht 20 EUR/t niedriger. Hier machen sich vor allem die schwächeren US-Sojanotierungen bemerkbar. Regenfälle in Argentinien haben die dortige Situation auf dem Feld entspannt und die Sorge um Ertragseinbußen weggespült, einer reichlichen Versorgung 2017/18 steht daher nichts im Wege.

    Dateigröße: 43 KDatum: 21.12.2017

  • Marktbericht KW 50 2017


    Die Rapspreise kennen derzeit nur eine Richtung – nach unten. Dabei kommen die Terminkurse dem niedrigen Niveau während der Ernte 2017 schon sehr nahe. An der Börse verlor der Fronttermin in den vergangen 5 Tagen gut 8 EUR/t an Wert, die Kontrakte der Ernte 2018 hingegen nur um 4 EUR/t. Gleichzeitig sind im Norden nur noch die Prämien für die Termine der Ernte 2017 im Plus, die der Ernte 2018 sind bereits in den Discount gerutscht. Denn die Verarbeitungsmargen stützen nur auf den vorderen Positionen die Prämien, so dass am Kassamarkt nur noch für den Januar Gespräche stattfinden. Allerdings nur hinsichtlich der Prämie, an Ware ist derzeit niemand interessiert. Zu Unsicher ist die Lage bezüglich der tatsächlichen Canola-Lieferungen aus Australien. Hier bleibt die Frage offen, ob bereits der Bedarf vollständig gedeckt ist bzw. ob noch frei verfügbare Partien verfügbar sind. Gleichzeitig sieht es auch auf der Nachfrageseite sehr unsicher aus. Denn die Angebotsmenge an südamerikanischen Biodiesel kann bislang keiner quantifizieren. Das bedeutet keiner weiß, wie viel Biodiesel aus Deutschland weniger benötigt wird. Und das hat maßgeblich Auswirkungen auf die Verarbeitungsmenge und damit auch auf den Rohstoffeinkauf. Am Niederrhein haben sich die Prämien zur Vorwoche indes nicht verändert. Im Tagesgeschäft wird keine Ware mehr umgesetzt. Ölmühlen halten für Dezember bereits keine Gebote mehr heraus und Landwirte sind mit dem Preisrutsch erst einmal vom Markt verschwunden. Immerhin haben die Erzeugerpreise im Vergleich zur Vorwoche 5 EUR/t verloren und haben damit nur noch einen Abstand von 5 EUR/t zum bisherigenTiefpunkt in dieser Saison. Der war am 12.09.2017 mit 344,50 EUR/t erreicht worden. Die Gebote für Raps ex Ernte 2018 haben zuletzt die Linie von 330 EUR/t erreicht. So niedrige Kontraktpreise wurden zuletzt im Frühjahr 2016 genannt.

    Nachdem in der vergangenen Woche die Forderungen für Sojaschrot aufgrund der zu heißen und zu trockenen Vegetationsbedingungen in Argentinien kräftig angezogen haben, hat sich in der laufenden Woche die Situation wieder etwas entspannt. Für die kommenden Tage wird mit ergiebigen Niederschlägen in Argentinien gerechnet, so dass sich die Bodenfeuchte deutlich verbessern dürfte und im Anschluss auch die Aussaat im üblichen Zeitfenster abgeschlossen werden könnte. Ansonsten ist das Jahr 2017 in Bezug auf die Sojaschrotabdeckungen durch. Hier und da wurden noch kleinere Mengen bis 1.000 t gehandelt, größere Geschäfte werden auf das kommende Jahr verschoben. Nach dem die Spekulationen am Markt wieder abgeebbt sind und sich die Preise deutlich schwächer tendierten, besteht kein Notwendigkeit zu kaufen. Darüber hinaus hat das USDA in seinem aktuellen Monatsbericht die üppige globale Sojaversorgung erneut bestätigt. Für die Ernte 2017/18 in Brasilien rechnen Marktbeobachter sogar mit bis zu 110 Mio. t, so dass das Angebot auch in den kommenden Monaten reichlich bleiben dürfte. Rapsschrot wurde hingegen in der zurückliegenden Woche vermehrt nachgefragt. Besonders auf Februar-April-Termin und für Mai-Juni 2017 hat die Deckung deutlich zugenommen. Branchenkenner sprechen von mittlerer Aktivität, nach den umsatzschwachen Vorwochen ist die zumindest auffällig. Das zeigte sich auch an den festeren Rapsschrotpreisen, die sich gegenüber den schwachen Rapskursen in Paris gut behaupten konnten.

    Der Kursverfall bei Palmöl in Kuala Lumpur setzte sich in der vergangenen Woche weiter fort. Enttäuschende Exportzahlen aus Malaysia in den vergangen 40 Tagen haben trotz Produktionsrückgang zu deutlich gestiegenen Palmölvorräten im Land geführt. Die Palmölnotierungen haben um mehr als 5 % seit vergangener Woche verloren und auch die Kassapreise belastet. Cif Rotterdam wurden 564 EUR/t genannt, das entspricht einem Preisrückgang seit dem 01.11.2017 von fast 12 %. Ebenfalls schwächer tendierte Rapsöl, weil es vor allem von den unsicheren Zukunftsaussichten belastet wird, die sich in der schwachen Nachfrage der Biodieselindustrie zeigt. Noch kann nicht abgeschätzt werden, mit welchen Mengen das Damoklesschwert der argentinischen Biodieselexporte in die EU-28 ab dem kommenden Frühjahr 2018 die heimische Branche belasten wird. Rapssaat als Rohstoff ist jedenfalls ausreichend vorhanden und bald eintreffende australische Exporte dürften auf der Rohstoffseite für niedrige Preise sorgen. Die Preisveränderungen bei Sonnenblumenöl fielen indes minimal aus. Fob Rotterdam gaben die Forderungen leicht nach. In US-Dollar gerechnet, musste Sonnenblumenöl zwar einen deutlicheren Rückgang hinnehmen, der schwächere Euro vergünstige jedoch die Einfuhren. Auch Sojaöl konnte sich in der zurückliegenden Woche behaupten.

    Dateigröße: 89 KDatum: 14.12.2017

  • Marktbericht KW 49


    Am Rapskassamarkt sorgen steigende Terminkurse für Preisbefestigungen. Die Ölmühlen halten sich mit Käufen aber weiterhin zurück und ihre Prämien konstant oder haben sie sogar mit den steigenden Kursen leicht zurückgenommen. Viele scheinen bis einschließlich Januar 2018 erst einmal gut mit Ware eingedeckt zu sein. Kaufanfragen beziehen sich daher zumeist erst wieder auf Liefertermine ab Februar. Die von den festeren Terminkursen angetriebenen, leicht festeren Kassapreise können die Abgabebereitschaft der Landwirtschaft weiterhin nicht ankurbeln, auf den vorderen Terminen ist kaum eine Offerte zu finden. Da müssten die Mühlen schon ihre Prämien anheben oder die Terminkurse weiter kräftig zulegen, damit sich die Erzeugerpreislinie 2017/18 der des Vorjahres annähert. Denn zuletzt bestand hier ein Rückstand von 37 EUR/t. Viele Landwirte halten sich bei unerfüllten Preisfantasien nun schon seit Wochen zurück. Sie hoffen auf Preisaufschläge, wenn die Versorgung der Mühlen knapper und der Bedarf dann wieder drängender wird. Allerdings dürften im Januar erste Lieferungen Austral-Raps Deutschland erreichen und das Angebot ergänzen. Fraglich also, inwieweit Rapsverkäufer im neuen Jahr im Stande sein werden, ihre Preisvorstellungen gegenüber den Mühlen durchzusetzen. Diese sollen ihr Kaufinteresse zuletzt auch schon vom Januar weg auf Termine im Februar konzentriert haben. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass die australische Rapsernte in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen könnte als in 2016. Konnten Ölmühlen in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2017 lange Zeit auf australische Rapslieferungen zurückgreifen, um die eigene Versorgung abzusichern, dürften die Möglichkeiten hierzu im kommenden Frühjahr begrenzter ausfallen.

    Die Sojaschrotkurse an der Börse in Chicago sind in den vergangenen drei Handelstagen kräftig gestiegen. Zuletzt schlossen sie auf umgerechnet 317,5 EUR/t, das entspricht einem Plus von 5,9 % zur Vorwoche. Der Kursanstieg hat sich auch auf die Kassapreise in Deutschland übertragen. Für Sojaschrot mit 44 % Proteingehalt wurden am 06.12.2017 im Bundesdurchschnitt 312 EUR/t gefordert, 18 EUR/t mehr als noch vor einer Woche. Ware mit 49 % Anteil kam auf einen Preis von 335 EUR/t, ein Anstieg von 17 EUR/t auf Wochensicht. Hauptgrund für den Kursanstieg in Chicago ist die Trockenheit in Argentinien. Marktteilnehmer in Deutschland sind allerdings skeptisch ob jüngste Kurs- und Preissprünge schon einen Aufwärtstrend bedeuten. Erst wenn sich die Befestigung als nachhaltig erweist, könnte dies für Bewegung am Markt sorgen. Käufer warten vorerst ab. Die festeren Sojaschrotpreise haben auch beim Rapsschrot für eine leichte Aufwärtsbewegung gesorgt.

    Am deutschen Markt für Pflanzenöle kehrt mehr und mehr die vorweihnachtliche Ruhe ein. Es wird nur wenig Pflanzenöl nachgefragt. Wichtige Abnehmer wie die Biodieselindustrie scheinen ihren Bedarf während der kurzen Marktbelebung Anfang November größtenteils gedeckt zu haben. Aktuell blicken die meisten Marktakteure auf die anstehende Bekanntgabe näherer Details zu den US-Importzöllen auf ausländischen Biodiesel. Von der bis dato noch nicht endgültigen Ausgestaltung der Gesetzesregelung hängt auch die Entwicklung des EU-Biodieselmarktes ab dem kommenden Frühjahr ab. Argentinischer Biodiesel könnte die Nachfrage nach Rapsöl als Rohstoff für die heimische Biodieselproduktion massiv einschränken. Vor diesem Hintergrund gab Rapsöl fob Hamburg im Vergleich zur Vorwoche um 8 auf 790 EUR/t nach. Die Forderungen für Sojaöl konnten indes den schwachen Vorgaben der US-Sojaölkurse in Chicago nichts entgegenhalten. Die US-Sojaölkurse notierten zuletzt rund 2 % unter der Vorwoche. Viele Börsenakteure zeigten sich enttäuscht, dass die Trump-Administration die US-Biodieselmandate für 2018 auf dem aktuellen Niveau belassen hat und haben Kasse gemacht. Fob Hamburg wurden 745 EUR/t genannt, rund 10 EUR/t unter Vorwochenniveau.

    Dateigröße: 44 KDatum: 07.12.2017

  • Marktbericht KW 48 2017


    Ölmühlen in Deutschland halten ihre Prämien bei unveränderten Verarbeitungsmargen konstant. Die Rapskurse in Paris haben allerdings auf Wochensicht weiter nachgegeben. Vor allem der starke Euro belastete, weil er die Konkurrenzfähigkeit von EU-Raps am Weltmarkt verringert. Damit haben die Ölmühlen in Deutschland die Kursrückgänge nicht ausgeglichen. Auch wenn Kaufinteresse für kurzfristige Ware vorhanden sein soll, der Bedarf scheint alles andere als drängend zu sein, andernfalls hätten sie ihre Prämien angehoben. Die Preise tendieren somit schwächer und minimieren die Verkaufsbereitschaft für Raps. Entsprechend dünn ist die Offertenlage aktuell. Das gilt insbesondere für Dezember 2017. Aber auch auf späteren Terminen finden die Mühlen zu ihren Preisvorstellungen kaum ein Angebot.

    Am Rapsschrotmarkt ist keine Belebung in Sicht. Futtermittelproduzenten haben sich offenbar mit günstigen Alternativen vollgesogen, die Läger sind gut gefüllt, die Nachfrage ist daher zurückhaltend. Erst wenn die Ware knapper wird, könnten sich die Geschäfte wieder beleben. Das wird aber voraussichtlich nicht vor Frühjahr nächsten Jahres passieren, so die Einschätzung von Marktbeteiligten. Der ruhige Marktverlauf spiegelt sich in der Preisentwicklung wider. Am 29.11.2017 lag der durchschnittliche Verkaufspreis der Ölmühlen in Deutschland bei 175 EUR/t und damit unverändert auf dem Niveau der Vorwoche. Die Sojaschrotpreise fanden lediglich Unterstützung in stabilen US-Sojakursen, angetrieben von Trockenheit in argentinischen Sojaanbaugebieten. Am hiesigen Kassamarkt geht es nach wie vor ruhig zu. Futtermittelbetriebe ordern nach wie vor kaum Ware. Am 29.11.2017 lag der Preis für 49er Sojaschrot bei 318 EUR/, für 44er Ware bei 294 EUR/t.

    Die Preise für Sojaöl konnten gegenüber anderen Pflanzenölen den geringsten Rückgang verbuchen. Fob Hamburg mussten Käufer mit 755 EUR/t rund 10 EUR/t weniger bezahlen als vor einer Woche. Die anstehende Entscheidung zur Ausgestaltung der US-Importzölle auf ausländischen Biodiesel am 05.12.2017 dürfte für mehr Klarheit am Markt sorgen. Die zurzeit bestehende Unsicherheit lähmt den Markt, da ohne geltende Beschlüsse die kommenden Monate nur schwer abschätzbar und planbar sind. Rapsöl büßt ebenfalls deutlich ein. Fob Hamburg gehen die Forderungen um 17 auf 798 EUR/t zurück. Auch hier warten die Akteure auf mehr Details zur US-Entscheidung, um die Konsequenzen für das hiesige Geschäft abwägen zu können.

    Dateigröße: 42 KDatum: 30.11.2017

  • Marktbericht KW 47


    Am Rapskassamarkt ist der November bereits durchgehandelt, aber auch auf Terminen im Dezember kommen derzeit kaum mehr Geschäfte zustande. Grund ist die schwache Nachfrage der Ölmühlen, die ihre Prämien auf die rückläufigen Rapsterminkurse nicht anheben. Denn bei vielen scheint der Rohstoffbedarf vorerst gedeckt zu sein, außerdem hat die Biodieselnachfrage etwas nachgelassen und kann momentan allenfalls noch als stetig bezeichnet werden. Die schwächeren Gebote für Inlandsraps dämpfen die Verkaufsbereitschaft am Kassamarkt, wo kaum noch Ware auf den vorderen Positionen angeboten wird. In den kommenden Wochen könnte sich der Markt aber durchaus noch einmal beleben. Denn am Biodieselmarkt ist mit einer weiteren Kaufwelle vor dem Jahresende zu rechnen, da viele Mineralölkonzerne ihren Bedarf für 2017 noch nicht vollständig gedeckt haben dürften. Das würde einen preistreibenden Impuls setzen, der sich über die Mühlen bis auf die Erzeugerebene durchschlagen könnte. Die Rapserzeugerpreise liegen mit 358 EUR/t im Bundesmittel 1 EUR/t unter Vorwochenniveau. Deutlicher sind die Kontraktpreise ex Ernte 2018 zurückgegangen, um 6 EUR/t auf 337 EUR/t.

    Mischfutterhersteller sind nach wie vor nicht am Ölschrotmarkt aktiv. Ihren Bedarf haben sie bereits vor Wochen langfristig gedeckt. Preisbefestigungen beim Sojaschrot sind daher nicht etwa das Ergebnis einer höheren Nachfrage, sondern das Resultat zweier deutlicher Kurssprünge für Soja in Chicago. Die haben die Sojaschrotpreise hierzulande auf Wochensicht um 8 EUR/t nach oben getrieben, auf 316 EUR/t für 49er und auf 292 EUR/t für 44er Ware. Die Nachfrage hat sich damit offenbar noch weiter abgekühlt – kaum einer ist bereit, die Aufschläge zu bezahlen. Auch Rapsschrot ist für die Mischfutterindustrie momentan nicht interessant. Nicht nur, dass es keine Nachfrage für Ware auf den vorderen Positionen gibt, auch das Termingeschäft ruht. Denn auf Lieferterminen ab Februar 2018 werden deutliche Preisaufschläge gefordert, die kaum einer zahlen will. Die Rapsschrotpreise tendierten mit 175 EUR/t zuletzt wieder auf Vorwochenniveau.

    Am deutschen Markt für Pflanzenöle war es in der vergangenen Woche sehr ruhig. Der ein oder andere Akteur bezeichnete den Markt sogar als tot, was auch für den Papiermarkt zutraf. Es gab keine nennenswerten Impulse. Auch der Eurokurs zeigte sich zur Vorwoche stabil mit nur geringfügigen Veränderungen. Es scheint so, als warteten viele Marktteilnehmer auf die anstehenden Entscheidungen zu den US-Importzöllen auf argentinischen und malaysischen Biodiesel am 05.12.2017, bevor man sich neu orientiert. Die Sojaölkurse in Chicago haben sich im Verlauf der vergangenen Woche leicht schwächer entwickelt. Fob Hamburg haben sich die Forderungen jedoch befestigt. Promptes Sojaöl zur Lieferung im Dezember kostete mit 765 EUR/t rund 15 EUR/t mehr als in der zurückliegenden Woche. Sonnenblumenöl fob Rotterdam tendiert hingegen minimal fester und wurde zu 374 EUR/t gehandelt, rund 1 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Für Rapsöl wurde ebenfalls mehr als vor sieben Tagen genannt. Fob Hamburg stiegen die Forderungen um 20 auf 815 EUR/t. Allerdings handelt es sich hierbei um eher nominelle Preise, umgesetzt wurde kaum etwas. Der ein oder andere Biodieselproduzent schien aber noch Anschlussbedarf zu haben.

    Dateigröße: 43 KDatum: 23.11.2017