Markt
04.09.2017

Monatsbericht August 2017: Rapsnachfrage bleibt verhalten, Kaum Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie, Überwiegend ruhiger Verlauf am Sojaschrotmarkt, Rapsschrot war im August die attraktivere Futtermittelkomponente

Niedrige Erträge und unterdurchschnittliche Qualitäten dürften zu einer dünnen Versorgung mit Raps in Deutschland führen. Mit entsprechend höheren Importen muss das Defizit dann ausgeglichen werden.

Rapsnachfrage bleibt verhalten
Niedrige Erträge und unterdurchschnittliche Qualitäten dürften zu einer dünnen Versorgungmit Raps in Deutschland führen. Mit entsprechend höheren Importen muss das Defizit dannausgeglichen werden. Mitte August war die Rapsernte in Deutschland so gut wie abgeschlossen, dieErnteergebnisse enttäuschten. Der Prognosedienst der EU-Kommission MARS schätzte in seinemAugustbericht den Rapsertrag 2017 in der EU-28 auf 32,7 dt/ha, das sind 0,6 dt/ha (1,9 %) mehr alsnoch im Juli prognostiziert. Damit läge der Durchschnittsertrag rund 0,8 % über dem langjährigenMittel. Für Deutschland hat der Dienst allerdings seine Ertragsschätzung von 37 dt/ha auf 35,9 dt/hareduziert. Am Kassamarkt zeigten die Ölmühlen zwar mehr Kaufinteresse für Ware zur promptenLieferung als noch im Vormonat, ihre Prämien hoben sie aber trotzdem nicht an. Damit ergab sich einPreisniveau, zu dem viele Rapserzeuger nicht bereit waren, weitere Mengen aus der neuen Ernte zuverkaufen. Grund für die Zurückhaltung der Mühlen, wenngleich grundsätzliches Kaufinteresse für denRohstoff besteht, waren, wie schon im Juli, unzureichende Erlöse aus dem Verkauf der Nachprodukte,vor allem Rapsöl.

Kaum Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie
Biodieselproduzenten verarbeiten in den Sommermonaten vor allem preisgünstigeres Sojaundbesonders Palmöl zu Biodiesel. Entsprechend geringer fällt die Rapsölnachfrage aus. Ein weitererentscheidender Grund ist wohl, dass viele Marktakteure zunächst die Entscheidung der EUKommissionhinsichtlich einer möglichen Senkung der EU-Anti-Dumping-Zölle für Biodiesel ausArgentinien und Indonesien abwarten wollen. Diese wird aber erst im September fallen. Solange bleibtes ruhig am Biodieselmarkt und die Hersteller schieben ihre Rapsöleinkäufe nach hinten. DieErlössituation für die Ölmühlen hat sich somit nicht verbessert. Biodieselhersteller – wenn sie dennüberhaupt am Rapsölmarkt aktiv sind – zeigen wenig Kaufbereitschaft auf derzeitigem Preisniveau.

Überwiegend ruhiger Verlauf am Sojaschrotmarkt
Wochenlang hielten sich Mischfutterhersteller mit Sojaschrotkäufen im Frühsommer zurückund spekulierten auf sinkende Preise. Ihr Bedarf schien noch keinesfalls drängend zu sein undRekord-Sojaernten in Südamerika sowie eine avisiert umfangreiche US-Ernte 2017 gaben allenAnlass, hinsichtlich der Versorgung 2017/18 optimistisch zu sein. Gegen Ende der erstenAugustwoche kam allerdings Leben in den bis dato ruhigen Sojaschrotmarkt. VieleFuttermittelhersteller hatten zu diesem Zeitpunkt Kontrakte mit den Veredelungsbetriebenausgehandelt und waren nun bestrebt, die eigene Versorgung abzusichern. Die üppige globaleVersorgung dürfte aber bei anhaltend günstiger US-Witterung weiter zunehmen. Damit bleibt derPreisspielraum nach oben begrenzt. Das wissen auch die Mischfutterhersteller und nahmen zumMonatsende kaum noch Ware ab. Die Betriebe haben sich ausreichend im August mit Sojaschroteingedeckt, um ihre Kontrakte auf Mischfutterlieferungen für die kommenden 6-12 Monate erfüllen zukönnen.

Rapsschrot war im August die attraktivere Futtermittelkomponente
Der Ölschrotmarkt war in den zurückliegenden Wochen vor allem von der zunehmendenVergünstigung von Rapsschrot gegenüber Low-Protein-Sojaschrot gekennzeichnet. DasPreisverhältnis von Rapsschrot zu 44er Sojaschrot lag zwischenzeitlich bei rund 66 %. LautFaustregel der Mischfutterindustrie ist bis zu einem Verhältnis von 70 % Rapsschrot die bevorzugteProteinkomponente für die Rationsgestaltung. Genau das zeigte sich auch am Markt: Diezunehmende Vergünstigung von Raps- gegenüber Sojaschrot lenkte das Kaufinteresse derFuttermittelindustrie verstärkt auf Rapsschrot. Nach dem die Versorgung gesichert war, nahm dieNachfrage seit Mitte August wieder ab.