Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 3 / 2018


    Das besonders hohe Eurokursniveau von über 1,22 USD hält die Entwicklung der Rapsterminkurse in Paris weiter in seinem bärischen Griff. Selbst von den zuletzt deutlich festeren Vorgaben von den US-Sojakursen konnten die Rapsnotierungen nicht profitieren und schlossen weiter schwächer, auf dem tiefsten Stand seit März 2016. Der Kursdruck überträgt sich auch auf den Rapskassamarkt in Deutschland, sowohl auf Großhandels- als auch auf Erzeugerebene gaben die Preise nach. Somit bewegen sich die Erzeugerpreise weiterhin deutlich unter Vorjahresniveau. Rapserzeuger in Deutschland sind daher nach wie vor kaum bereit Ware aus der knappen Ernte 2017 zu veräußern, sie warten ab und hoffen auf Preisbefestigungen. Aber die Aussichten darauf sind trübe. In den Vorjahren hatte sich die Hoffnung auf steigende Preise ab April bis Juni häufig erfüllt, aber 2018 dürfte das anders laufen. Bärische Argumente sind neben dem starken Euro vor allem die avisiert großen Biodieselimporte aus Argentinien. Die machen sich schon jetzt bemerkbar, insofern, als dass es an den entscheidenden Kaufimpulsen aus der Biodieselindustrie mangelt – das bekommt letztlich auch die Rohstoffseite in Form von Preisabschlägen zu spüren. Der feste Euro verringert zudem die Exportkraft deutscher Außenhändler, erhöht aber die Kaufkraft der Importeure bzw. vergünstigt Lieferungen aus Drittstaaten. Auch das nimmt den Preisen aktuell jede Chance auf nachhaltige Befestigung. Der starke Euro treibt die Importe aus der Ukraine und Australien, die Ölmühlen füllen ihren Zwischenläger vorzugsweise mit günstigem Auslandsraps. Ölmühlen ordern aktuell, wenn überhaupt, sehr überschaubare Mengen Inlandsraps zur prompten Lieferung. Mit ihren Prämien, die sie bestenfalls unverändert halten, gleichen sie den kräftigen Rückgang der Rapsterminkurse aber nicht aus. Zu ihren Preisvorstellungen finden sie daher momentan kaum eine Offerte.

    Die Nachfrage am Sojaschrotmarkt ist weiterhin eher ruhig, die Umsätze bescheiden. Käufer fragen sich, ob es bei dem momentanen Preisniveau für Sojaschrot bleiben wird, oder ob in den kommenden Wochen mit Vergünstigungen zu rechnen ist. Lieferengpässe für Sojaschrot aus Argentinien konnten zuletzt aufgelöst werden, das hebt die Aussicht auf Preisnachlässe. Allerdings ist die Trockenheit und damit die Sorge um mögliche Ertragseinbußen in Argentinien trotz Regenfällen noch nicht vom Tisch. Die Chicagoer Sojanotierungen hat das zuletzt steigen lassen. Am hiesigen Kassamarkt konnten sich die Preise dadurch wieder berappeln und lagen zuletzt nur 3 EUR/t unter Vorwoche. Für Rapsschrot gibt es Nachfrage auf den vorderen Positionen, das hat die Preise stabilisiert. Prompte Ware kam am 17.01.2018 auf einen Durchschnittspreis von 194 EUR/t, plus 1 EUR/t zur Vorwoche. Damit trotzten sie den bärischen Signalen aus Paris.

    Sojaöl fob Hamburg wurde mit 720 EUR/t unverändert zur Vorwoche bewertet. Zwar hat das USDA zuletzt die US-Sojaölbilanz 2017/18 erneut knapper bewertet, durch den Feiertag in den USA zum Wochenbeginn hatten die Börsenakteure allerdings bisher keine Zeit ihre Positionen auf US-Sojaöl anzupassen. Rapsöl tendierte hingegen schwächer. Fob Hamburg gaben die Forderungen um 10 auf 720 EUR/t nach. Weiterhin fehlt die notwendige Nachfrage der Biodieselindustrie, dazu lähmt der feste Euro das Exportgeschäft.

    Dateigröße: 43 KDatum: 18.01.2018

  • Marktbericht KW 2 / 2018


    Die Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie ist sehr gering, es scheint, dass Biodieselhersteller für das erste Quartal 2018 besser eingedeckt sind als erwartet. Zudem ergänzen Biodieselimporte seit Mitte Dezember das Angebot. Das begrenzt die Erlösmöglichkeiten der Ölmühlen mit Rapsöl und dämpft somit deren eigene Rohstoffnachfrage. Sie halten ihre Prämien auf Rapssaat daher unverändert oder haben sie leicht zurückgenommen. Aber zumindest die festeren Rapsterminkurse in Paris bescheren leichte Preissteigerungen, auch auf Erzeugerebene. Trotzdem liegen die Forderungen weiterhin deutlich unter Vorjahr, sodass viele Landwirte nicht bereit sind Ware abzugeben. Zuletzt lag der Preis für Inlandsraps vom Erzeuger bei 343 EUR/t im Bundesdurchschnitt, leichte 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche aber 57 EUR/t weniger als zum Vergleichszeitpunkt 2016. Die Kontraktpreise für die Ernte 2018 konnten sich auf 337 EUR/t befestigen.

    In der vergangenen Woche hatte sich die Rapsschrotnachfrage belebt, Mischfutterhersteller und Handel zeigten sich interessiert an Ware zur Lieferung im Zeitraum Februar bis April 2018 und es wurde die eine oder andere Partie gehandelt. Mittlerweile hat sich die Nachfrage wieder etwas beruhigt, festere Rapsterminkurse liefern allerdings nach wie vor Preisunterstützung. Am 09.01.2018 lagen die Forderungen bei 192 EUR/t und damit 7 EUR/t über Vorwoche. Die Sojaschrotnachfrage ist anhaltend gering. Vor dem Hintergrund einer avisiert reichlichen globalen Versorgung spekulieren viele auf Preisnachlässe und kaufen tendenziell nur das Nötigste. Für Sojaschrot mit Proteingehalt 44 % lagen die Forderungen am 09.01.2018 bei 303 EUR/t und damit 13 EUR/t über Vorwoche. 49er Ware kam auf einen Durchschnittspreis von 327 EUR/t, ebenfalls ein Plus von 13 EUR/t auf Wochensicht.

    Nach dem Weihnachtsurlaub kehrt langsam wieder Aktivität am Markt für Pflanzenöle ein. Allerdings mit eher überschaubaren Umsätzen. Bei Sojaöl gab es keine relevanten Impulse. Sowohl die Notierungen für US-Sojabohnen, als auch für US-Sojaöl haben sich in der vergangenen Woche kaum verändert. Entsprechend stabil tendieren die Forderungen für Sojaöl am inländischen Kassamarkt. Fob Hamburg wurden 730 EUR/t verlangt, 5 EUR/t über Vorwochenlinie. Auch die Rapsölpreise konnten sich auf dem relativ niedrigen Niveau behaupten. Mit 720 EUR/t fob Hamburg, lagen die Forderungen rund 5 EUR/t über dem Niveau der vergangenen Woche. Zum Vergleich: Mitte Januar 2017 wurden 880 EUR/t verlangt, das waren knapp 20 % mehr als derzeit.

    Dateigröße: 42 KDatum: 11.01.2018

  • Marktbericht KW 1 / 2018


    So wie das alte Jahr aufgehört hat, fängt das neue Jahr an! Es bleibt ruhig am heimischen Kassamarkt. Viele Landwirte sind noch im Urlaub. In den Handelshäusern ist das Geschehen von Abwicklungen und Inventuren geprägt. – Neugeschäft fehlt. Die Preise, welche für die Abgeber wenig Anlass zum Verkauf bieten, sind daher nominell. Der Rapspreis ist in den vergangenen Wochen kräftig abgestürzt. Er liegt im Schnitt bei 340,50 EUR/t frei Erfasserlager. Damit ist der Wunschpreis der Landwirte in weite Ferne gerückt. Vor einem Jahr lag der Rapspreis um diese Zeit bei 396,20 EUR/t – Tendenz steigend. Auch die Großhandelsebene ist von sehr geringem Geschäft geprägt. Der Markt läuft erst sehr langsam an, zumal in der letzten Jahreswoche überhaupt kein Geschäft getätigt wurde. Es waren teils nicht einmal Gebote genannt worden. Und bei den sinkenden Kursen entsteht keine Eile zu handeln. Die Ölmühlen scheinen ausreichend gedeckt zu sein, zumal auch größere Mengen an Importraps zur Verfügung stehen.

    Am Rapsschrotmarkt herrscht nach der kurzen Geschäftswoche zwischen den Jahren Ruhe. Die meisten Verarbeitungsbetriebe haben keinen Bedarf und sind gut versorgt. Viele Marktakteure befinden sich zudem im Urlaub und für die meisten Unternehmen steht der Jahresabschluss an, der bei ruhenden Geschäften aufgrund der Stichtagserfassung von Vorräten, Verbindlichkeiten etc. einfacher zu erstellen ist. Darüber hinaus ist bei vielen ausländischen Handelspartnern der 06.01. ein wichtiger Feiertag, so dass gerade aus Frankreich oder auch Spanien die gesamte Woche über keine Nachfrage erwartet wird. Auch auf dem Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage, aus den genannten Gründen, sehr verhalten. Die Forderungen haben sich dennoch leicht befestigt. Viele Akteure sind von der anhaltenden Trockenheit in Argentinien verunsichert. Noch ist die Situation nur in einigen Landesteilen kritisch, aber von den kommenden zwei bis drei Wochen wird maßgeblich abhängen, ob das maximale Ertragspotential erreicht wird.

    In der vergangenen Woche war es feiertagsbedingt sehr ruhig und die Ruhe setzt sich fort, viele Marktteilnehmer sind auch noch in der aktuellen Woche im Urlaub, so dass kaum Aktivitäten am Markt zu beobachten sind. Die leicht festeren Vorgaben der US-Sojaölkurse in Chicago aus der vergangenen Woche haben jedoch ausgereicht, um auch die Forderungen für Sojaöl am Kassamarkt zu unterstützen. Fob Hamburg wurden zuletzt 735 EUR/t und damit 5 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Rapsöl hat hingegen wieder deutlich verloren. Die fehlende Nachfrage aus dem Biodieselsektor belastet die Preise anhaltend. Mit 715 EUR/t fob Hamburg kostete Rapsöl rund 20 EUR/t weniger als zuletzt.

    Dateigröße: 38 KDatum: 08.01.2018

  • Marktbericht KW 51


    Am Rapsmarkt findet lediglich auf den vorderen Positionen noch etwas Geschäft statt. Langsam machen sich aber die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage bemerkbar, die Käufer ziehen sich zunehmend vom Markt zurück. Insgesamt scheint das Kaufinteresse keineswegs drängend zu sein, denn auf die rückläufigen Rapsterminkurse in Paris haben die Mühlen ihre Prämien nicht angehoben, für die zweite Jahreshälfte 2018 haben sie sie sogar noch zurückgenommen. Auf Lieferterminen im neuen Jahr besteht wachsende Unsicherheit. Importraps aus Australien und besonders die argentinischen Biodieselimporte, die ab dem Frühjahr in großen Ladungen europäische Häfen erreichen dürften, drücken auf die Rapsnotierungen in Paris und schmälern zugleich das Kaufinteresse für Inlandsraps der Ölmühlen in Deutschland. Die Grundstimmung bleibt damit bärisch. Das zeigt sich auch, wie bereits in den vergangenen Wochen, auf Erzeugerpreisebene. Die Forderungen lagen am 20.12.2017 bei 347 EUR/t im Bundesmittel, 3 EUR/t unter Vorwoche und deutliche 51 EUR/t unter Vorjahreslinie. Rapserzeugern fehlt es damit weiterhin an Verkaufsanreizen.

    Sojaschrothändler zeigen sich durchaus zufrieden mit dem aktuellen Preisniveau, was fehlt, ist jedoch das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller. Abgesehen von kleineren Mengen zur prompten Lieferung geht aktuell nicht mehr viel über die Bühne. Einzelne Interessenten blicken zwar auch mal auf Termine bis einschließlich April 2018 aber ohne konkrete Kaufanfragen zu stellen. Größere Geschäfte werden kurz vor Beginn der Weihnachtsfeiertage nicht mehr erwartet. Das gilt auch für Rapsschrot. Mit bedeutenden Kaufimpulsen wird daher auch erst wieder im neuen Jahr gerechnet. Auf Wochensicht haben die Sojaschrotpreise angesichts ruhiger Nachfrage und Druck aus Übersee weiter nachgegeben. Am 19.12.2017 wurden für Sojaschrot mit 49 % Proteingehalt 311 EUR/t gefordert, 9 EUR/t weniger als eine Woche zuvor. 44er Ware kam auf 288 EUR/t, ebenfalls ein Rückgang von 9 EUR/t. Indes konnte sich Rapsschrot um 1 EUR/t auf 184 EUR/t marginal befestigen.

    Die Preise für Raps- und Sojaöl haben weiter deutlich nachgegen. Für Rapsöl fehlt es an Nachfrage aus der Biodieselindustrie. Nach einer kurzen Kaufwelle im November hatte sich die Biodieselnachfrage und damit auch der Rapsölbedarf der Biodieselindustrie wieder reduziert. Eine weitere Kaufwelle blieb aus. Mittlerweile haben viele Mineralölkonzerne ihre Bücher geschlossen, das Biodieseljahr 2017 ist im Prinzip durch. Allerdings sind die Absatzaussichten für Rapsöl im neunen Jahr keineswegs besser, denn ab Frühjahr werden argentinische Biodieselimporte das hiesige Angebot ergänzen und Preisdruck aufbauen. Mit 735 EUR/t lag der Rapsölpreis zuletzt 25 EUR/t unter Vorwoche. Ebenfalls deutlich ist der Rückgang beim Sojaöl, mit 730 EUR/t lagen die Forderungen auf Wochensicht 20 EUR/t niedriger. Hier machen sich vor allem die schwächeren US-Sojanotierungen bemerkbar. Regenfälle in Argentinien haben die dortige Situation auf dem Feld entspannt und die Sorge um Ertragseinbußen weggespült, einer reichlichen Versorgung 2017/18 steht daher nichts im Wege.

    Dateigröße: 43 KDatum: 21.12.2017

  • Marktbericht KW 50 2017


    Die Rapspreise kennen derzeit nur eine Richtung – nach unten. Dabei kommen die Terminkurse dem niedrigen Niveau während der Ernte 2017 schon sehr nahe. An der Börse verlor der Fronttermin in den vergangen 5 Tagen gut 8 EUR/t an Wert, die Kontrakte der Ernte 2018 hingegen nur um 4 EUR/t. Gleichzeitig sind im Norden nur noch die Prämien für die Termine der Ernte 2017 im Plus, die der Ernte 2018 sind bereits in den Discount gerutscht. Denn die Verarbeitungsmargen stützen nur auf den vorderen Positionen die Prämien, so dass am Kassamarkt nur noch für den Januar Gespräche stattfinden. Allerdings nur hinsichtlich der Prämie, an Ware ist derzeit niemand interessiert. Zu Unsicher ist die Lage bezüglich der tatsächlichen Canola-Lieferungen aus Australien. Hier bleibt die Frage offen, ob bereits der Bedarf vollständig gedeckt ist bzw. ob noch frei verfügbare Partien verfügbar sind. Gleichzeitig sieht es auch auf der Nachfrageseite sehr unsicher aus. Denn die Angebotsmenge an südamerikanischen Biodiesel kann bislang keiner quantifizieren. Das bedeutet keiner weiß, wie viel Biodiesel aus Deutschland weniger benötigt wird. Und das hat maßgeblich Auswirkungen auf die Verarbeitungsmenge und damit auch auf den Rohstoffeinkauf. Am Niederrhein haben sich die Prämien zur Vorwoche indes nicht verändert. Im Tagesgeschäft wird keine Ware mehr umgesetzt. Ölmühlen halten für Dezember bereits keine Gebote mehr heraus und Landwirte sind mit dem Preisrutsch erst einmal vom Markt verschwunden. Immerhin haben die Erzeugerpreise im Vergleich zur Vorwoche 5 EUR/t verloren und haben damit nur noch einen Abstand von 5 EUR/t zum bisherigenTiefpunkt in dieser Saison. Der war am 12.09.2017 mit 344,50 EUR/t erreicht worden. Die Gebote für Raps ex Ernte 2018 haben zuletzt die Linie von 330 EUR/t erreicht. So niedrige Kontraktpreise wurden zuletzt im Frühjahr 2016 genannt.

    Nachdem in der vergangenen Woche die Forderungen für Sojaschrot aufgrund der zu heißen und zu trockenen Vegetationsbedingungen in Argentinien kräftig angezogen haben, hat sich in der laufenden Woche die Situation wieder etwas entspannt. Für die kommenden Tage wird mit ergiebigen Niederschlägen in Argentinien gerechnet, so dass sich die Bodenfeuchte deutlich verbessern dürfte und im Anschluss auch die Aussaat im üblichen Zeitfenster abgeschlossen werden könnte. Ansonsten ist das Jahr 2017 in Bezug auf die Sojaschrotabdeckungen durch. Hier und da wurden noch kleinere Mengen bis 1.000 t gehandelt, größere Geschäfte werden auf das kommende Jahr verschoben. Nach dem die Spekulationen am Markt wieder abgeebbt sind und sich die Preise deutlich schwächer tendierten, besteht kein Notwendigkeit zu kaufen. Darüber hinaus hat das USDA in seinem aktuellen Monatsbericht die üppige globale Sojaversorgung erneut bestätigt. Für die Ernte 2017/18 in Brasilien rechnen Marktbeobachter sogar mit bis zu 110 Mio. t, so dass das Angebot auch in den kommenden Monaten reichlich bleiben dürfte. Rapsschrot wurde hingegen in der zurückliegenden Woche vermehrt nachgefragt. Besonders auf Februar-April-Termin und für Mai-Juni 2017 hat die Deckung deutlich zugenommen. Branchenkenner sprechen von mittlerer Aktivität, nach den umsatzschwachen Vorwochen ist die zumindest auffällig. Das zeigte sich auch an den festeren Rapsschrotpreisen, die sich gegenüber den schwachen Rapskursen in Paris gut behaupten konnten.

    Der Kursverfall bei Palmöl in Kuala Lumpur setzte sich in der vergangenen Woche weiter fort. Enttäuschende Exportzahlen aus Malaysia in den vergangen 40 Tagen haben trotz Produktionsrückgang zu deutlich gestiegenen Palmölvorräten im Land geführt. Die Palmölnotierungen haben um mehr als 5 % seit vergangener Woche verloren und auch die Kassapreise belastet. Cif Rotterdam wurden 564 EUR/t genannt, das entspricht einem Preisrückgang seit dem 01.11.2017 von fast 12 %. Ebenfalls schwächer tendierte Rapsöl, weil es vor allem von den unsicheren Zukunftsaussichten belastet wird, die sich in der schwachen Nachfrage der Biodieselindustrie zeigt. Noch kann nicht abgeschätzt werden, mit welchen Mengen das Damoklesschwert der argentinischen Biodieselexporte in die EU-28 ab dem kommenden Frühjahr 2018 die heimische Branche belasten wird. Rapssaat als Rohstoff ist jedenfalls ausreichend vorhanden und bald eintreffende australische Exporte dürften auf der Rohstoffseite für niedrige Preise sorgen. Die Preisveränderungen bei Sonnenblumenöl fielen indes minimal aus. Fob Rotterdam gaben die Forderungen leicht nach. In US-Dollar gerechnet, musste Sonnenblumenöl zwar einen deutlicheren Rückgang hinnehmen, der schwächere Euro vergünstige jedoch die Einfuhren. Auch Sojaöl konnte sich in der zurückliegenden Woche behaupten.

    Dateigröße: 89 KDatum: 14.12.2017

  • Marktbericht KW 49


    Am Rapskassamarkt sorgen steigende Terminkurse für Preisbefestigungen. Die Ölmühlen halten sich mit Käufen aber weiterhin zurück und ihre Prämien konstant oder haben sie sogar mit den steigenden Kursen leicht zurückgenommen. Viele scheinen bis einschließlich Januar 2018 erst einmal gut mit Ware eingedeckt zu sein. Kaufanfragen beziehen sich daher zumeist erst wieder auf Liefertermine ab Februar. Die von den festeren Terminkursen angetriebenen, leicht festeren Kassapreise können die Abgabebereitschaft der Landwirtschaft weiterhin nicht ankurbeln, auf den vorderen Terminen ist kaum eine Offerte zu finden. Da müssten die Mühlen schon ihre Prämien anheben oder die Terminkurse weiter kräftig zulegen, damit sich die Erzeugerpreislinie 2017/18 der des Vorjahres annähert. Denn zuletzt bestand hier ein Rückstand von 37 EUR/t. Viele Landwirte halten sich bei unerfüllten Preisfantasien nun schon seit Wochen zurück. Sie hoffen auf Preisaufschläge, wenn die Versorgung der Mühlen knapper und der Bedarf dann wieder drängender wird. Allerdings dürften im Januar erste Lieferungen Austral-Raps Deutschland erreichen und das Angebot ergänzen. Fraglich also, inwieweit Rapsverkäufer im neuen Jahr im Stande sein werden, ihre Preisvorstellungen gegenüber den Mühlen durchzusetzen. Diese sollen ihr Kaufinteresse zuletzt auch schon vom Januar weg auf Termine im Februar konzentriert haben. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass die australische Rapsernte in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen könnte als in 2016. Konnten Ölmühlen in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2017 lange Zeit auf australische Rapslieferungen zurückgreifen, um die eigene Versorgung abzusichern, dürften die Möglichkeiten hierzu im kommenden Frühjahr begrenzter ausfallen.

    Die Sojaschrotkurse an der Börse in Chicago sind in den vergangenen drei Handelstagen kräftig gestiegen. Zuletzt schlossen sie auf umgerechnet 317,5 EUR/t, das entspricht einem Plus von 5,9 % zur Vorwoche. Der Kursanstieg hat sich auch auf die Kassapreise in Deutschland übertragen. Für Sojaschrot mit 44 % Proteingehalt wurden am 06.12.2017 im Bundesdurchschnitt 312 EUR/t gefordert, 18 EUR/t mehr als noch vor einer Woche. Ware mit 49 % Anteil kam auf einen Preis von 335 EUR/t, ein Anstieg von 17 EUR/t auf Wochensicht. Hauptgrund für den Kursanstieg in Chicago ist die Trockenheit in Argentinien. Marktteilnehmer in Deutschland sind allerdings skeptisch ob jüngste Kurs- und Preissprünge schon einen Aufwärtstrend bedeuten. Erst wenn sich die Befestigung als nachhaltig erweist, könnte dies für Bewegung am Markt sorgen. Käufer warten vorerst ab. Die festeren Sojaschrotpreise haben auch beim Rapsschrot für eine leichte Aufwärtsbewegung gesorgt.

    Am deutschen Markt für Pflanzenöle kehrt mehr und mehr die vorweihnachtliche Ruhe ein. Es wird nur wenig Pflanzenöl nachgefragt. Wichtige Abnehmer wie die Biodieselindustrie scheinen ihren Bedarf während der kurzen Marktbelebung Anfang November größtenteils gedeckt zu haben. Aktuell blicken die meisten Marktakteure auf die anstehende Bekanntgabe näherer Details zu den US-Importzöllen auf ausländischen Biodiesel. Von der bis dato noch nicht endgültigen Ausgestaltung der Gesetzesregelung hängt auch die Entwicklung des EU-Biodieselmarktes ab dem kommenden Frühjahr ab. Argentinischer Biodiesel könnte die Nachfrage nach Rapsöl als Rohstoff für die heimische Biodieselproduktion massiv einschränken. Vor diesem Hintergrund gab Rapsöl fob Hamburg im Vergleich zur Vorwoche um 8 auf 790 EUR/t nach. Die Forderungen für Sojaöl konnten indes den schwachen Vorgaben der US-Sojaölkurse in Chicago nichts entgegenhalten. Die US-Sojaölkurse notierten zuletzt rund 2 % unter der Vorwoche. Viele Börsenakteure zeigten sich enttäuscht, dass die Trump-Administration die US-Biodieselmandate für 2018 auf dem aktuellen Niveau belassen hat und haben Kasse gemacht. Fob Hamburg wurden 745 EUR/t genannt, rund 10 EUR/t unter Vorwochenniveau.

    Dateigröße: 44 KDatum: 07.12.2017

  • Marktbericht KW 48 2017


    Ölmühlen in Deutschland halten ihre Prämien bei unveränderten Verarbeitungsmargen konstant. Die Rapskurse in Paris haben allerdings auf Wochensicht weiter nachgegeben. Vor allem der starke Euro belastete, weil er die Konkurrenzfähigkeit von EU-Raps am Weltmarkt verringert. Damit haben die Ölmühlen in Deutschland die Kursrückgänge nicht ausgeglichen. Auch wenn Kaufinteresse für kurzfristige Ware vorhanden sein soll, der Bedarf scheint alles andere als drängend zu sein, andernfalls hätten sie ihre Prämien angehoben. Die Preise tendieren somit schwächer und minimieren die Verkaufsbereitschaft für Raps. Entsprechend dünn ist die Offertenlage aktuell. Das gilt insbesondere für Dezember 2017. Aber auch auf späteren Terminen finden die Mühlen zu ihren Preisvorstellungen kaum ein Angebot.

    Am Rapsschrotmarkt ist keine Belebung in Sicht. Futtermittelproduzenten haben sich offenbar mit günstigen Alternativen vollgesogen, die Läger sind gut gefüllt, die Nachfrage ist daher zurückhaltend. Erst wenn die Ware knapper wird, könnten sich die Geschäfte wieder beleben. Das wird aber voraussichtlich nicht vor Frühjahr nächsten Jahres passieren, so die Einschätzung von Marktbeteiligten. Der ruhige Marktverlauf spiegelt sich in der Preisentwicklung wider. Am 29.11.2017 lag der durchschnittliche Verkaufspreis der Ölmühlen in Deutschland bei 175 EUR/t und damit unverändert auf dem Niveau der Vorwoche. Die Sojaschrotpreise fanden lediglich Unterstützung in stabilen US-Sojakursen, angetrieben von Trockenheit in argentinischen Sojaanbaugebieten. Am hiesigen Kassamarkt geht es nach wie vor ruhig zu. Futtermittelbetriebe ordern nach wie vor kaum Ware. Am 29.11.2017 lag der Preis für 49er Sojaschrot bei 318 EUR/, für 44er Ware bei 294 EUR/t.

    Die Preise für Sojaöl konnten gegenüber anderen Pflanzenölen den geringsten Rückgang verbuchen. Fob Hamburg mussten Käufer mit 755 EUR/t rund 10 EUR/t weniger bezahlen als vor einer Woche. Die anstehende Entscheidung zur Ausgestaltung der US-Importzölle auf ausländischen Biodiesel am 05.12.2017 dürfte für mehr Klarheit am Markt sorgen. Die zurzeit bestehende Unsicherheit lähmt den Markt, da ohne geltende Beschlüsse die kommenden Monate nur schwer abschätzbar und planbar sind. Rapsöl büßt ebenfalls deutlich ein. Fob Hamburg gehen die Forderungen um 17 auf 798 EUR/t zurück. Auch hier warten die Akteure auf mehr Details zur US-Entscheidung, um die Konsequenzen für das hiesige Geschäft abwägen zu können.

    Dateigröße: 42 KDatum: 30.11.2017

  • Marktbericht KW 47


    Am Rapskassamarkt ist der November bereits durchgehandelt, aber auch auf Terminen im Dezember kommen derzeit kaum mehr Geschäfte zustande. Grund ist die schwache Nachfrage der Ölmühlen, die ihre Prämien auf die rückläufigen Rapsterminkurse nicht anheben. Denn bei vielen scheint der Rohstoffbedarf vorerst gedeckt zu sein, außerdem hat die Biodieselnachfrage etwas nachgelassen und kann momentan allenfalls noch als stetig bezeichnet werden. Die schwächeren Gebote für Inlandsraps dämpfen die Verkaufsbereitschaft am Kassamarkt, wo kaum noch Ware auf den vorderen Positionen angeboten wird. In den kommenden Wochen könnte sich der Markt aber durchaus noch einmal beleben. Denn am Biodieselmarkt ist mit einer weiteren Kaufwelle vor dem Jahresende zu rechnen, da viele Mineralölkonzerne ihren Bedarf für 2017 noch nicht vollständig gedeckt haben dürften. Das würde einen preistreibenden Impuls setzen, der sich über die Mühlen bis auf die Erzeugerebene durchschlagen könnte. Die Rapserzeugerpreise liegen mit 358 EUR/t im Bundesmittel 1 EUR/t unter Vorwochenniveau. Deutlicher sind die Kontraktpreise ex Ernte 2018 zurückgegangen, um 6 EUR/t auf 337 EUR/t.

    Mischfutterhersteller sind nach wie vor nicht am Ölschrotmarkt aktiv. Ihren Bedarf haben sie bereits vor Wochen langfristig gedeckt. Preisbefestigungen beim Sojaschrot sind daher nicht etwa das Ergebnis einer höheren Nachfrage, sondern das Resultat zweier deutlicher Kurssprünge für Soja in Chicago. Die haben die Sojaschrotpreise hierzulande auf Wochensicht um 8 EUR/t nach oben getrieben, auf 316 EUR/t für 49er und auf 292 EUR/t für 44er Ware. Die Nachfrage hat sich damit offenbar noch weiter abgekühlt – kaum einer ist bereit, die Aufschläge zu bezahlen. Auch Rapsschrot ist für die Mischfutterindustrie momentan nicht interessant. Nicht nur, dass es keine Nachfrage für Ware auf den vorderen Positionen gibt, auch das Termingeschäft ruht. Denn auf Lieferterminen ab Februar 2018 werden deutliche Preisaufschläge gefordert, die kaum einer zahlen will. Die Rapsschrotpreise tendierten mit 175 EUR/t zuletzt wieder auf Vorwochenniveau.

    Am deutschen Markt für Pflanzenöle war es in der vergangenen Woche sehr ruhig. Der ein oder andere Akteur bezeichnete den Markt sogar als tot, was auch für den Papiermarkt zutraf. Es gab keine nennenswerten Impulse. Auch der Eurokurs zeigte sich zur Vorwoche stabil mit nur geringfügigen Veränderungen. Es scheint so, als warteten viele Marktteilnehmer auf die anstehenden Entscheidungen zu den US-Importzöllen auf argentinischen und malaysischen Biodiesel am 05.12.2017, bevor man sich neu orientiert. Die Sojaölkurse in Chicago haben sich im Verlauf der vergangenen Woche leicht schwächer entwickelt. Fob Hamburg haben sich die Forderungen jedoch befestigt. Promptes Sojaöl zur Lieferung im Dezember kostete mit 765 EUR/t rund 15 EUR/t mehr als in der zurückliegenden Woche. Sonnenblumenöl fob Rotterdam tendiert hingegen minimal fester und wurde zu 374 EUR/t gehandelt, rund 1 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Für Rapsöl wurde ebenfalls mehr als vor sieben Tagen genannt. Fob Hamburg stiegen die Forderungen um 20 auf 815 EUR/t. Allerdings handelt es sich hierbei um eher nominelle Preise, umgesetzt wurde kaum etwas. Der ein oder andere Biodieselproduzent schien aber noch Anschlussbedarf zu haben.

    Dateigröße: 43 KDatum: 23.11.2017

  • Marktbericht KW 46


    Der feste Eurokurs lastet auf den Rapsnotierungen in Paris, die zuletzt wieder unter die Marke von 380 EUR/t rutschten. Zwar haben die großen Ölmühlen in Deutschland auf den Kursrückgang reagiert und ihre Prämien auf den vorderen Positionen leicht angehoben, das reicht aber nicht aus, die Rapspreise stabil zu halten. Die Großhandelspreise tendieren somit schwächer und die Offerten sind spürbar zurückgegangen. Das setzt die Ölmühlen jedoch offenbar nicht sonderlich unter Druck – bei vielen scheint der Bedarf nach einigen regen Handelstagen nun erst einmal gedeckt und die Nachfrage daher keineswegs drängend zu sein. Weitere Nachfrageimpulse aus dem Biodieselsektor könnten den Rapsmarkt in den kommenden Wochen aber erneut stützen.

    Am Sojaschrotmarkt geht es unverändert ruhig zu. Von Mischfutterherstellern kommen nach wie vor so gut wie keine Kaufanfragen, die meisten sind vorerst gut mit Ware versorgt. Allenfalls überschaubare Mengen zur prompten Lieferung werden momentan überhaupt umgesetzt, mit großen Käufen halten sich hingegen alle zurück. Schrothändler rechnen erst im Frühjahr 2018 wieder mit einer Belebung der Geschäfte. Druck kommt zudem von deutlich schwächeren US-Sojakursen. Gegenüber Vorwoche haben die Preise weiter nachgegeben, minus 5 EUR/t für beide Qualitäten. Am Rapsschrotmarkt ist es in der Berichtswoche das gleiche Bild: Fehlende Nachfrage der Mischfutterindustrie sowie schwächere Terminkurse, Raps in Paris fiel zuletzt wieder unter die Marke von 380 EUR/t, drücken auf die Preise und fördern so die Zurückhaltung auf der Käuferseite. Zuletzt wurden 175 EUR/t im Bundesdurchschnitt gefordert, 2 EUR/t weniger als vor einer Woche.

    Nach den kräftigen Preisanstiegen der vergangenen Wochen hat sich der Markt für Pflanzenöle wieder beruhigt. Die Forderungen tendierten durch die Bank weg schwächer. Grund hierfür ist unter anderem der wieder festere Euro. Sojaöl hat allerdings in erster Linie unter den schwächeren Vorgaben der USSojaölkurse gelitten. Diese haben auf Wochensicht rund 3 % nachgegeben. Die von der USDA unverändert prognostizierten hohen US-Sojaerträge der laufenden Ernte haben den Markt überrascht und sowohl die Bohnen- als auch die Sojaölkurse unter Druck gebracht. Fob Hamburg sanken die Forderungen im Vorwochenvergleich um 15 auf 750 EUR/t. Rapsöl gab sogar noch deutlicher nach. Fob Hamburg wurden mit 795 EUR/t etwa 30 EUR/t weniger gefordert. Schwächere Rapskurse in Paris und eine geringere Nachfrage der Biodieselindustrie haben die Preise belastet.

    Dateigröße: 43 KDatum: 16.11.2017

  • Marktbericht KW 45


    Nach wochenlanger Lethargie bringt eine anziehende Biodieselnachfrage Leben in den Markt. Nicht nur UCOME, sondern auch Rapsmethylester steht bei den Mineralölkonzernen nun hoch im Kurs, denn die diesjährige Erfüllung der Biodieselquote wird zunehmend drängender und der Bedarf scheint längst noch nicht gedeckt zu sein. Davon profitieren nicht nur die Biodieselproduzenten. Auch die Mühlen können mit Rapsöl, das sich bereits deutlich befestigt hat, nun mehr erlösen, verarbeiten mehr Raps und ordern weiteren Rohstoff nach. Die höhere Rapsnachfrage der Mühlen ist aber nicht nur auf verbesserte Absatzmöglichkeiten in Richtung Biodieselindustrie zurückzuführen, zusätzlich scheinen die Vorräte an Importraps in den Lägern der Mühlen fast aufgebraucht zu sein. Es entstehen Lücken in der Versorgung, die zügig geschlossen werden wollen. Das gesteigerte Kaufinteresse der Mühlen lässt sich an der Entwicklung der Prämien ablesen. Auf die seit mehreren Tagen in Folge kräftig gestiegen Rapskurse in Paris haben die Verarbeiter ihre Prämien konstant gehalten oder sogar angehoben. Das mündet in höheren Großhandelspreisen für Raps. Prompte Ware franko Hamburg erzielte zuletzt 378 EUR/t, und damit 11 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Am Niederrhein wurden für Ware zur Lieferung im November 388 EUR/t gefordert, das sind sogar 15 EUR/t mehr als zuvor. Auch auf Erzeugerebene ist der Impuls aus dem Biodieselsektor offenbar angekommen. Nachdem die Preise hier wochenlang vor sich hindümpelten und deutlich unter Vorjahreslinie lagen, haben sie sich zuletzt befestigt. Im Bundesdurschnitt wurden am 08.11.2017 358 EUR/t gefordert, 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Damit haben sich die Rapserzeugerpreise dem Vorjahresniveau angenähert, den Rückstand auf 18 EUR/t verringert. Die höheren Gebote haben die Abgabebereitschaft der Landwirte erhöht.

    An den Ölschrotmärkten halten sich die Käufer zurück. Zum einen warten viele jetzt erst einmal den neusten USDA-Bericht am Donnerstag ab, insbesondere was die Prognose zur US-Sojaernte 2017 angeht. Der Report könnte nach Einschätzung von Marktbeobachtern leicht bullisch ausfallen, da mit einer weiteren Anhebung der US-Ernteprognose kaum zu rechnen ist. Zum anderen sind viele Mischfutterhersteller in Deutschland aber auch schon längst ausreichend mit Rohstoff gedeckt. Die Versorgung ist für die nächsten Monate erstmal gesichert. Entsprechend dünn ist das Neugeschäft. Anders sieht es jedoch für Termine im kommenden Jahr aus. Verkäufer rechnen mit mehr Geschäftsabschlüssen für Sojaschrot zur Lieferung ab Februar 2018. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Sojaschrot mit Proteingehalt 49 % lag am 08.11.2017 bei 313 EUR/t, für Sojaschrot mit 44 % Proteinanteil bei 289 EUR/t und für Rapsschrot bei 177 EUR/t – allesamt leicht fester.

    In der vergangenen Woche hatten sich die Pflanzenölpreise in Deutschland noch durchweg befestigt. Ausschlaggebend waren festeren Vorgaben von den Rohstoffterminmärkten sowie Währungseffekte. In der aktuellen Woche ist die Entwicklung dagegen uneinheitlich. Weiter deutlich gestiegen, um weitere 25 EUR/t auf 825 EUR/t fob Hamburg, sind die Preise für Rapsöl. Ausschlaggebend ist die größere Biodieselnachfrage, die die Erlösmöglichkeiten für die Ölmühlen in Deutschland verbessert. Mancher berichtet allerdings auch von Schwierigkeiten Rapsöl auf dem gestiegenen Preisniveau abzusetzen, die Nachfrage habe sich infolge des Preisanstiegs zuletzt etwas abgekühlt. Sojaöl fob Hamburg kann immerhin um weitere 5 EUR/t auf 765 EUR/t zulegen, festere Sojaölkurse unterstützen. Viele Marktteilnehmer warten jetzt erst einmal den neuesten USDA-Report am Donnerstag ab, der frische Zahlen zur Versorgung des internationalen Pflanzenölmarktes bringen dürfte.

    Dateigröße: 44 KDatum: 09.11.2017

  • Marktbericht KW 44


    An der Situation am Rapskassamarkt hat sich zu Wochenbeginn nichts geändert. Ware ist weiterhin kaum zu bekommen. Das meiste liegt entweder noch in den Erzeugerlägern oder beim Erfassungshandel. Es heißt, dass erst ab einem Preisniveau von 275 EUR/t aufwärts, die Geschäfte Fahrt aufnehmen können. Davon sind die Erzeugerpreise aber noch weit entfernt, lagen sie am 25.10.2017 doch gerade einmal bei 250 EUR/t im Bundesdurschnitt. Die bislang geringen Preisbewegungen – Raps dümpelt nun schon seit Wochen impulslos vor sich hin – können die Verkaufsbereitschaft der Landwirte nicht anfachen. Es müsste schon mal einen Preissprung von 10 EUR/t geben, um das Handelsinteresse zu wecken. Nach wie vor scheitern derartige Preissprünge an den Vorstellungen der Mühlen, die ihre Prämien unverändert halten. Ihnen fehlen zum einen die Erlösmöglichkeiten Richtung Biodieselindustrie, zum anderen füllen sie Bedarfslücken derzeit offenbar noch mit Importware und sind daher am Zukauf nennenswerter Mengen Inlandsraps kaum interessiert. Etwas Preisunterstützung kommt zumindest seit einigen Tagen aus Paris, wo sich die Rapsnotierungen geringfügig aber stetig befestigen. Große Sprüngen blieben aber auch hier bislang aus, dafür bräuchte es weitere Unterstützung von außen.

    Am umsatzschwachen Kassamarkt für Sojaschrot in Deutschland sind es momentan vor allem die Vorgaben aus Übersee, nach denen sich die Preise richten. Die Impulse fielen zuletzt jedoch gemischt aus. Einerseits gehen die US-Sojabohnenernte und die Aussaat in Südamerika zügig voran. Andererseits kauft China derzeit umfangreich Soja aus den USA. Der entscheidende Impuls kam daher zuletzt vom Devisenmarkt: Ein deutlich schwächerer Eurokurs verteuert Sojabohnen am Weltmarkt für hiesige Importeure. Dadurch haben sich die Preise leicht befestigt. Am 30.10.2017 wurde für Sojaschrot mit 44 % Proteinanteil ein Durchschnittspreis von 290 EUR/t gefordert. Für 49er Ware wurden 314 EUR/t genannt. Rapsschrot erzielte zuletzt 179 EUR/t. Es handelt sich jeweils um Preise für Ware zur Lieferung im November.

    Alle Pflanzenölpreise wiesen zuletzt gegenüber Vorwoche eine deutlich festere Tendenz auf. Dabei berichten Marktbeobachter, dass die Handelsaktivitäten am deutschen Markt für Pflanzenöle sehr gering waren. In einigen Bundesländern werden in dieser Woche nicht nur Allerheiligen, sondern auch der einmalige Reformationstag begangenen. Viele Marktteilnehmer haben daher den Brückentag frei genommen und entsprechend gering sind die Geschäftsaktivitäten. Für Sonnenblumenöl fob Rotterdam wurden zuletzt 696 EUR/t genannt und damit 18 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Grund hierfür dürfte der deutlich schwächere Eurokurs sein, der seit der EZB-Sitzung in der vergangenen Woche kräftig verloren hat. Damit werden Waren, die in USD gehandelt und in die EU-28 eingeführt werden, währungsbedingt teurer. Palmöl cif Rotterdam legt ebenfalls kräftig zu und verteuerte sich um 19 auf 638 EUR/t. Treiber sind neben den generell gestiegenen Pflanzenölpreisen auch die, dank höherer Ausfuhren Malaysias, festeren Palmölkurse in Kuala Lumpur.

    Auch Sojaöl hat kräftig zugelegt. Fob Hamburg zogen die Forderungen gegenüber Vorwoche um 17 auf 760 EUR/t an. Ursächlich waren auch hier die Terminmarktnotierungen von Sojaöl in Chicago. Die Kurse legten in den vergangenen Tagen deutlich um 2 % auf ein 6-Wochenhoch zu. Die Nachricht aus der Vorwoche, dass die US-Biodieselmandate unverändert gelassenen werden, geben weiterhin Auftrieb und beflügeln die Fantasie der Anleger. Für Rapsöl fob Hamburg wurden ebenfalls deutlich höhere Preise gefordert. Mit 800 EUR/t wurden zuletzt 25 EUR/t mehr genannt als vor einer Woche. Neben den festeren Terminmarktnotierungen für Raps an der Börse in Paris, könnte dies auch der langerwartete saisontypische Nachfrageanstieg aus der Biodieselindustrie sein, der den Preisauftrieb mit bedingt. Ob sich dahinter ein nachhaltiger Anstieg verbirgt, muss sich in den kommenden Wochen noch zeigen.

    Dateigröße: 44 KDatum: 02.11.2017

  • Marktbericht KW 43


    Der Rapsmarkt wartet nach wie vor auf Kaufimpulse. Diese kommen aber weder von Seiten der Ölmühlen noch aus der Biodieselindustrie. Biodieselproduzenten beklagen eine geringe Marge, da, für die Jahreszeit unüblich, immer noch kaum Rapsmethylester (RME) nachgefragt wird. Das wiederum bedeutet geringe Erlöse mit Rapsöl für die Ölmühlen, die deshalb weniger Raps einkaufen und sich in den zurückliegenden Wochen vor allem mit Importware versorgt haben und den heimischen Rohstoff eher vernachlässigten. Die einen sehen noch kein Ende dieser Situation und erwarten daher vorerst keine steigenden Prämien. Denn zumindest entlang der Rheinschiene zehren die Mühlen wohl noch von Importraps; es soll noch viel Ware aus Frankreich und der Ukraine im Umlauf sein. Händler beziffern den Importanteil an der Verarbeitungsware auf 70 bis 80 %.

    Andere gehen aber davon aus, dass sich das Blatt langsam wenden könnte. Es wird berichtet, dass die Vorräte an Importraps schwinden und letzte freie Mengen lagernder oder schwimmender Importe bald aufgezehrt sein dürften. Mit neuen australischen Rapslieferungen ist zudem frühestens Mitte Januar 2018 zu rechnen. Die hiesige Rapsversorgung der Mühlen könnte somit langsam enger werden und inländischer Raps, der aufgrund schwacher Nachfrage in den zurückliegenden Wochen noch reichlich auf Lager liegt, in den Fokus der Käufer rücken. Für Rapserzeuger und Händler könnte sich die Erlössituation in den kommenden Wochen im Zuge dessen verbessern. Zwar liegen die Prämien weiterhin mehr oder weniger unverändert, doch mit festeren Rapskursen könnte die Abgabebereitschaft aus der Landwirtschaft steigen, zumal das Frühjahr 2018 für Rapsvermarkter hierzulande durchaus problematisch werden könnte. Denn dann werden ungebremst große Mengen günstiges Sojamethylester (SME) aus Argentinien in der EU-28 anlanden, so auch in Deutschland.

    Mineralölkonzerne könnten ab Frühjahr 2018 verstärkt auf die Überseeware zurückgreifen, anstatt RME aus inländischer Produktion zu ordern. Es gibt die Befürchtung, dass SME aus Argentinien deutschem RME den Rang ablaufen wird. Die Marge für die Biodieselproduzenten und somit auch für die vorgelagerten Mühlen und Rapserzeuger wird das nicht verbessern. Die fragliche bis unbefriedigende Erlössituation, die für das kommende Frühjahr zu erwarten ist, könnte die Abgabebereitschaft der Rapsverkäufer in Deutschland in den bevorstehenden Wintermonaten ankurbeln. Mancher wird sich womöglich entscheiden, sich lieber jetzt von seiner Ware zu trennen, bevor im Frühjahr 2018 sowohl Prämien als auch Matif-Raps fallen könnten.

    Die Rapserzeugerpreise bewegen sich nicht von der Stelle. Es fehlen preistreibende Impulse, sodass unverändert 350 EUR/t veranschlagt werden. Der Abstand zur Vorjahreslinie hat sich dadurch allerdings weiter vergrößert. Denn 2016 hatten die Forderungen im Oktober Woche um Woche kräftig angezogen. Der Preisrückstand zum Vorjahr erhöht sich in der aktuellen Kalenderwoche auf 26 EUR/t. Das sind noch einmal 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Die Sojaschrotpreise haben kräftig nachgegeben. Im Bundesdurschnitt lagen die Forderungen für die Ware mit einem Rohproteingehalt von 44 % am 25.10.2017 bei 283 EUR/t. Das sind 14 EUR/t weniger als noch in der Vorwoche. Noch etwas stärker ist der Preisrückgang bei der 48er Ware. Der Durchschnittspreis liegt bei 305 EUR/t, minus 15 EUR/t zur Vorwoche. Ausschlaggebend sind bärische Signale aus Übersee: Die Sojaaussaat in Südamerika geht bislang zügig voran, aus der laufenden US-Ernte werden gute Erträge und Qualitäten gemeldet. Der Erntefortschritt liegt zwar unter Vorjahr aber über dem 5-jährigen Mittel. All das sind Faktoren, die das Bild einer reichlichen Sojaversorgung im Wirtschaftsjahr 2017/18 zeichnen. Bis an den hiesigen Sojaschrotmarkt reicht der Preisdruck und lässt die ohnehin zurückhaltende Mischfutterindustrie in Erwartung weitere Vergünstigungen erst recht abwarten. Auch für Rapsschrot ist das Kaufinteresse sehr gering.

    Die US-Umweltbehörde EPA hat zu Beginn der laufenden Woche bekannt gegeben, dass die US-Biodieselmandate für 2018 nicht verändert werden. Jüngst wurden Biodieselimporte aus Argentinien und Malaysia mit einer Importsteuer von 70 bzw. 51 % belegt, was die Einfuhr nicht mehr wirtschaftlich machen würde. Noch ist das Verfahren nicht abgeschlossen, aber die 1,5 Mio. t Biodiesel, die 2016 in die USA exportiert wurden, dürften wohl nicht mehr erreicht werden. Allerdings ist die US-Sojaölbilanz trotz der üppigen US-Sojaernte sehr eng und ohne Importe dürften die angestrebten Biodieselmandate nicht umzusetzen sein. Besonders kanadischer Canola wird von der Entwicklung profitieren, ob die zur Verfügung stehenden Mengen allerdings ausreichen werden, ist fraglich. Die Sojaölnotierungen in Chicago haben schon auf die politische Entscheidung reagiert und schlossen zuletzt 2,2 % über Vorwochenniveau.

    Am deutschen Kassamarkt sind die Preisbefestigungen noch nicht angekommen. Fob Hamburg wurde Sojaöl zur sofortigen Lieferung mit 733 EUR/t rund 5 EUR/t unter Vorwochenlinie gehandelt. Für Sonnenblumenöl fob Rotterdam werden unverändert 671 EUR/t genannt, von weiterem Erntedruck ist damit nicht mehr auszugehen. Bei einem sehr ruhigen Markt gaben auch die Forderungen für Rapsöl nach. Fob Hamburg mussten Käufer mit 760 EUR/t rund 15 EUR/t weniger bezahlen als in der vergangenen Woche. Grund ist die fehlende Inlandsnachfrage, da die Margen für Biodieselproduzenten und Ölmühlen zu gering ist. Sie kaufen nur kurzfristig geringe Mengen zur prompten Lieferung. Unabhängig davon bleibt abzuwarten, mit welchen Mengen an Biodiesel Argentinien im kommenden Frühjahr auf den europäischen Markt drängt. Die sich daraus ergebende Unsicherheit lähmt den langfristigen Rohstoffbezug von Rapsöl zusätzlich.

    Dateigröße: 48 KDatum: 26.10.2017