Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 46


    Der feste Eurokurs lastet auf den Rapsnotierungen in Paris, die zuletzt wieder unter die Marke von 380 EUR/t rutschten. Zwar haben die großen Ölmühlen in Deutschland auf den Kursrückgang reagiert und ihre Prämien auf den vorderen Positionen leicht angehoben, das reicht aber nicht aus, die Rapspreise stabil zu halten. Die Großhandelspreise tendieren somit schwächer und die Offerten sind spürbar zurückgegangen. Das setzt die Ölmühlen jedoch offenbar nicht sonderlich unter Druck – bei vielen scheint der Bedarf nach einigen regen Handelstagen nun erst einmal gedeckt und die Nachfrage daher keineswegs drängend zu sein. Weitere Nachfrageimpulse aus dem Biodieselsektor könnten den Rapsmarkt in den kommenden Wochen aber erneut stützen.

    Am Sojaschrotmarkt geht es unverändert ruhig zu. Von Mischfutterherstellern kommen nach wie vor so gut wie keine Kaufanfragen, die meisten sind vorerst gut mit Ware versorgt. Allenfalls überschaubare Mengen zur prompten Lieferung werden momentan überhaupt umgesetzt, mit großen Käufen halten sich hingegen alle zurück. Schrothändler rechnen erst im Frühjahr 2018 wieder mit einer Belebung der Geschäfte. Druck kommt zudem von deutlich schwächeren US-Sojakursen. Gegenüber Vorwoche haben die Preise weiter nachgegeben, minus 5 EUR/t für beide Qualitäten. Am Rapsschrotmarkt ist es in der Berichtswoche das gleiche Bild: Fehlende Nachfrage der Mischfutterindustrie sowie schwächere Terminkurse, Raps in Paris fiel zuletzt wieder unter die Marke von 380 EUR/t, drücken auf die Preise und fördern so die Zurückhaltung auf der Käuferseite. Zuletzt wurden 175 EUR/t im Bundesdurchschnitt gefordert, 2 EUR/t weniger als vor einer Woche.

    Nach den kräftigen Preisanstiegen der vergangenen Wochen hat sich der Markt für Pflanzenöle wieder beruhigt. Die Forderungen tendierten durch die Bank weg schwächer. Grund hierfür ist unter anderem der wieder festere Euro. Sojaöl hat allerdings in erster Linie unter den schwächeren Vorgaben der USSojaölkurse gelitten. Diese haben auf Wochensicht rund 3 % nachgegeben. Die von der USDA unverändert prognostizierten hohen US-Sojaerträge der laufenden Ernte haben den Markt überrascht und sowohl die Bohnen- als auch die Sojaölkurse unter Druck gebracht. Fob Hamburg sanken die Forderungen im Vorwochenvergleich um 15 auf 750 EUR/t. Rapsöl gab sogar noch deutlicher nach. Fob Hamburg wurden mit 795 EUR/t etwa 30 EUR/t weniger gefordert. Schwächere Rapskurse in Paris und eine geringere Nachfrage der Biodieselindustrie haben die Preise belastet.

    Dateigröße: 43 KDatum: 16.11.2017

  • Marktbericht KW 45


    Nach wochenlanger Lethargie bringt eine anziehende Biodieselnachfrage Leben in den Markt. Nicht nur UCOME, sondern auch Rapsmethylester steht bei den Mineralölkonzernen nun hoch im Kurs, denn die diesjährige Erfüllung der Biodieselquote wird zunehmend drängender und der Bedarf scheint längst noch nicht gedeckt zu sein. Davon profitieren nicht nur die Biodieselproduzenten. Auch die Mühlen können mit Rapsöl, das sich bereits deutlich befestigt hat, nun mehr erlösen, verarbeiten mehr Raps und ordern weiteren Rohstoff nach. Die höhere Rapsnachfrage der Mühlen ist aber nicht nur auf verbesserte Absatzmöglichkeiten in Richtung Biodieselindustrie zurückzuführen, zusätzlich scheinen die Vorräte an Importraps in den Lägern der Mühlen fast aufgebraucht zu sein. Es entstehen Lücken in der Versorgung, die zügig geschlossen werden wollen. Das gesteigerte Kaufinteresse der Mühlen lässt sich an der Entwicklung der Prämien ablesen. Auf die seit mehreren Tagen in Folge kräftig gestiegen Rapskurse in Paris haben die Verarbeiter ihre Prämien konstant gehalten oder sogar angehoben. Das mündet in höheren Großhandelspreisen für Raps. Prompte Ware franko Hamburg erzielte zuletzt 378 EUR/t, und damit 11 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Am Niederrhein wurden für Ware zur Lieferung im November 388 EUR/t gefordert, das sind sogar 15 EUR/t mehr als zuvor. Auch auf Erzeugerebene ist der Impuls aus dem Biodieselsektor offenbar angekommen. Nachdem die Preise hier wochenlang vor sich hindümpelten und deutlich unter Vorjahreslinie lagen, haben sie sich zuletzt befestigt. Im Bundesdurschnitt wurden am 08.11.2017 358 EUR/t gefordert, 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Damit haben sich die Rapserzeugerpreise dem Vorjahresniveau angenähert, den Rückstand auf 18 EUR/t verringert. Die höheren Gebote haben die Abgabebereitschaft der Landwirte erhöht.

    An den Ölschrotmärkten halten sich die Käufer zurück. Zum einen warten viele jetzt erst einmal den neusten USDA-Bericht am Donnerstag ab, insbesondere was die Prognose zur US-Sojaernte 2017 angeht. Der Report könnte nach Einschätzung von Marktbeobachtern leicht bullisch ausfallen, da mit einer weiteren Anhebung der US-Ernteprognose kaum zu rechnen ist. Zum anderen sind viele Mischfutterhersteller in Deutschland aber auch schon längst ausreichend mit Rohstoff gedeckt. Die Versorgung ist für die nächsten Monate erstmal gesichert. Entsprechend dünn ist das Neugeschäft. Anders sieht es jedoch für Termine im kommenden Jahr aus. Verkäufer rechnen mit mehr Geschäftsabschlüssen für Sojaschrot zur Lieferung ab Februar 2018. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Sojaschrot mit Proteingehalt 49 % lag am 08.11.2017 bei 313 EUR/t, für Sojaschrot mit 44 % Proteinanteil bei 289 EUR/t und für Rapsschrot bei 177 EUR/t – allesamt leicht fester.

    In der vergangenen Woche hatten sich die Pflanzenölpreise in Deutschland noch durchweg befestigt. Ausschlaggebend waren festeren Vorgaben von den Rohstoffterminmärkten sowie Währungseffekte. In der aktuellen Woche ist die Entwicklung dagegen uneinheitlich. Weiter deutlich gestiegen, um weitere 25 EUR/t auf 825 EUR/t fob Hamburg, sind die Preise für Rapsöl. Ausschlaggebend ist die größere Biodieselnachfrage, die die Erlösmöglichkeiten für die Ölmühlen in Deutschland verbessert. Mancher berichtet allerdings auch von Schwierigkeiten Rapsöl auf dem gestiegenen Preisniveau abzusetzen, die Nachfrage habe sich infolge des Preisanstiegs zuletzt etwas abgekühlt. Sojaöl fob Hamburg kann immerhin um weitere 5 EUR/t auf 765 EUR/t zulegen, festere Sojaölkurse unterstützen. Viele Marktteilnehmer warten jetzt erst einmal den neuesten USDA-Report am Donnerstag ab, der frische Zahlen zur Versorgung des internationalen Pflanzenölmarktes bringen dürfte.

    Dateigröße: 44 KDatum: 09.11.2017

  • Marktbericht KW 44


    An der Situation am Rapskassamarkt hat sich zu Wochenbeginn nichts geändert. Ware ist weiterhin kaum zu bekommen. Das meiste liegt entweder noch in den Erzeugerlägern oder beim Erfassungshandel. Es heißt, dass erst ab einem Preisniveau von 275 EUR/t aufwärts, die Geschäfte Fahrt aufnehmen können. Davon sind die Erzeugerpreise aber noch weit entfernt, lagen sie am 25.10.2017 doch gerade einmal bei 250 EUR/t im Bundesdurschnitt. Die bislang geringen Preisbewegungen – Raps dümpelt nun schon seit Wochen impulslos vor sich hin – können die Verkaufsbereitschaft der Landwirte nicht anfachen. Es müsste schon mal einen Preissprung von 10 EUR/t geben, um das Handelsinteresse zu wecken. Nach wie vor scheitern derartige Preissprünge an den Vorstellungen der Mühlen, die ihre Prämien unverändert halten. Ihnen fehlen zum einen die Erlösmöglichkeiten Richtung Biodieselindustrie, zum anderen füllen sie Bedarfslücken derzeit offenbar noch mit Importware und sind daher am Zukauf nennenswerter Mengen Inlandsraps kaum interessiert. Etwas Preisunterstützung kommt zumindest seit einigen Tagen aus Paris, wo sich die Rapsnotierungen geringfügig aber stetig befestigen. Große Sprüngen blieben aber auch hier bislang aus, dafür bräuchte es weitere Unterstützung von außen.

    Am umsatzschwachen Kassamarkt für Sojaschrot in Deutschland sind es momentan vor allem die Vorgaben aus Übersee, nach denen sich die Preise richten. Die Impulse fielen zuletzt jedoch gemischt aus. Einerseits gehen die US-Sojabohnenernte und die Aussaat in Südamerika zügig voran. Andererseits kauft China derzeit umfangreich Soja aus den USA. Der entscheidende Impuls kam daher zuletzt vom Devisenmarkt: Ein deutlich schwächerer Eurokurs verteuert Sojabohnen am Weltmarkt für hiesige Importeure. Dadurch haben sich die Preise leicht befestigt. Am 30.10.2017 wurde für Sojaschrot mit 44 % Proteinanteil ein Durchschnittspreis von 290 EUR/t gefordert. Für 49er Ware wurden 314 EUR/t genannt. Rapsschrot erzielte zuletzt 179 EUR/t. Es handelt sich jeweils um Preise für Ware zur Lieferung im November.

    Alle Pflanzenölpreise wiesen zuletzt gegenüber Vorwoche eine deutlich festere Tendenz auf. Dabei berichten Marktbeobachter, dass die Handelsaktivitäten am deutschen Markt für Pflanzenöle sehr gering waren. In einigen Bundesländern werden in dieser Woche nicht nur Allerheiligen, sondern auch der einmalige Reformationstag begangenen. Viele Marktteilnehmer haben daher den Brückentag frei genommen und entsprechend gering sind die Geschäftsaktivitäten. Für Sonnenblumenöl fob Rotterdam wurden zuletzt 696 EUR/t genannt und damit 18 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Grund hierfür dürfte der deutlich schwächere Eurokurs sein, der seit der EZB-Sitzung in der vergangenen Woche kräftig verloren hat. Damit werden Waren, die in USD gehandelt und in die EU-28 eingeführt werden, währungsbedingt teurer. Palmöl cif Rotterdam legt ebenfalls kräftig zu und verteuerte sich um 19 auf 638 EUR/t. Treiber sind neben den generell gestiegenen Pflanzenölpreisen auch die, dank höherer Ausfuhren Malaysias, festeren Palmölkurse in Kuala Lumpur.

    Auch Sojaöl hat kräftig zugelegt. Fob Hamburg zogen die Forderungen gegenüber Vorwoche um 17 auf 760 EUR/t an. Ursächlich waren auch hier die Terminmarktnotierungen von Sojaöl in Chicago. Die Kurse legten in den vergangenen Tagen deutlich um 2 % auf ein 6-Wochenhoch zu. Die Nachricht aus der Vorwoche, dass die US-Biodieselmandate unverändert gelassenen werden, geben weiterhin Auftrieb und beflügeln die Fantasie der Anleger. Für Rapsöl fob Hamburg wurden ebenfalls deutlich höhere Preise gefordert. Mit 800 EUR/t wurden zuletzt 25 EUR/t mehr genannt als vor einer Woche. Neben den festeren Terminmarktnotierungen für Raps an der Börse in Paris, könnte dies auch der langerwartete saisontypische Nachfrageanstieg aus der Biodieselindustrie sein, der den Preisauftrieb mit bedingt. Ob sich dahinter ein nachhaltiger Anstieg verbirgt, muss sich in den kommenden Wochen noch zeigen.

    Dateigröße: 44 KDatum: 02.11.2017

  • Marktbericht KW 43


    Der Rapsmarkt wartet nach wie vor auf Kaufimpulse. Diese kommen aber weder von Seiten der Ölmühlen noch aus der Biodieselindustrie. Biodieselproduzenten beklagen eine geringe Marge, da, für die Jahreszeit unüblich, immer noch kaum Rapsmethylester (RME) nachgefragt wird. Das wiederum bedeutet geringe Erlöse mit Rapsöl für die Ölmühlen, die deshalb weniger Raps einkaufen und sich in den zurückliegenden Wochen vor allem mit Importware versorgt haben und den heimischen Rohstoff eher vernachlässigten. Die einen sehen noch kein Ende dieser Situation und erwarten daher vorerst keine steigenden Prämien. Denn zumindest entlang der Rheinschiene zehren die Mühlen wohl noch von Importraps; es soll noch viel Ware aus Frankreich und der Ukraine im Umlauf sein. Händler beziffern den Importanteil an der Verarbeitungsware auf 70 bis 80 %.

    Andere gehen aber davon aus, dass sich das Blatt langsam wenden könnte. Es wird berichtet, dass die Vorräte an Importraps schwinden und letzte freie Mengen lagernder oder schwimmender Importe bald aufgezehrt sein dürften. Mit neuen australischen Rapslieferungen ist zudem frühestens Mitte Januar 2018 zu rechnen. Die hiesige Rapsversorgung der Mühlen könnte somit langsam enger werden und inländischer Raps, der aufgrund schwacher Nachfrage in den zurückliegenden Wochen noch reichlich auf Lager liegt, in den Fokus der Käufer rücken. Für Rapserzeuger und Händler könnte sich die Erlössituation in den kommenden Wochen im Zuge dessen verbessern. Zwar liegen die Prämien weiterhin mehr oder weniger unverändert, doch mit festeren Rapskursen könnte die Abgabebereitschaft aus der Landwirtschaft steigen, zumal das Frühjahr 2018 für Rapsvermarkter hierzulande durchaus problematisch werden könnte. Denn dann werden ungebremst große Mengen günstiges Sojamethylester (SME) aus Argentinien in der EU-28 anlanden, so auch in Deutschland.

    Mineralölkonzerne könnten ab Frühjahr 2018 verstärkt auf die Überseeware zurückgreifen, anstatt RME aus inländischer Produktion zu ordern. Es gibt die Befürchtung, dass SME aus Argentinien deutschem RME den Rang ablaufen wird. Die Marge für die Biodieselproduzenten und somit auch für die vorgelagerten Mühlen und Rapserzeuger wird das nicht verbessern. Die fragliche bis unbefriedigende Erlössituation, die für das kommende Frühjahr zu erwarten ist, könnte die Abgabebereitschaft der Rapsverkäufer in Deutschland in den bevorstehenden Wintermonaten ankurbeln. Mancher wird sich womöglich entscheiden, sich lieber jetzt von seiner Ware zu trennen, bevor im Frühjahr 2018 sowohl Prämien als auch Matif-Raps fallen könnten.

    Die Rapserzeugerpreise bewegen sich nicht von der Stelle. Es fehlen preistreibende Impulse, sodass unverändert 350 EUR/t veranschlagt werden. Der Abstand zur Vorjahreslinie hat sich dadurch allerdings weiter vergrößert. Denn 2016 hatten die Forderungen im Oktober Woche um Woche kräftig angezogen. Der Preisrückstand zum Vorjahr erhöht sich in der aktuellen Kalenderwoche auf 26 EUR/t. Das sind noch einmal 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Die Sojaschrotpreise haben kräftig nachgegeben. Im Bundesdurschnitt lagen die Forderungen für die Ware mit einem Rohproteingehalt von 44 % am 25.10.2017 bei 283 EUR/t. Das sind 14 EUR/t weniger als noch in der Vorwoche. Noch etwas stärker ist der Preisrückgang bei der 48er Ware. Der Durchschnittspreis liegt bei 305 EUR/t, minus 15 EUR/t zur Vorwoche. Ausschlaggebend sind bärische Signale aus Übersee: Die Sojaaussaat in Südamerika geht bislang zügig voran, aus der laufenden US-Ernte werden gute Erträge und Qualitäten gemeldet. Der Erntefortschritt liegt zwar unter Vorjahr aber über dem 5-jährigen Mittel. All das sind Faktoren, die das Bild einer reichlichen Sojaversorgung im Wirtschaftsjahr 2017/18 zeichnen. Bis an den hiesigen Sojaschrotmarkt reicht der Preisdruck und lässt die ohnehin zurückhaltende Mischfutterindustrie in Erwartung weitere Vergünstigungen erst recht abwarten. Auch für Rapsschrot ist das Kaufinteresse sehr gering.

    Die US-Umweltbehörde EPA hat zu Beginn der laufenden Woche bekannt gegeben, dass die US-Biodieselmandate für 2018 nicht verändert werden. Jüngst wurden Biodieselimporte aus Argentinien und Malaysia mit einer Importsteuer von 70 bzw. 51 % belegt, was die Einfuhr nicht mehr wirtschaftlich machen würde. Noch ist das Verfahren nicht abgeschlossen, aber die 1,5 Mio. t Biodiesel, die 2016 in die USA exportiert wurden, dürften wohl nicht mehr erreicht werden. Allerdings ist die US-Sojaölbilanz trotz der üppigen US-Sojaernte sehr eng und ohne Importe dürften die angestrebten Biodieselmandate nicht umzusetzen sein. Besonders kanadischer Canola wird von der Entwicklung profitieren, ob die zur Verfügung stehenden Mengen allerdings ausreichen werden, ist fraglich. Die Sojaölnotierungen in Chicago haben schon auf die politische Entscheidung reagiert und schlossen zuletzt 2,2 % über Vorwochenniveau.

    Am deutschen Kassamarkt sind die Preisbefestigungen noch nicht angekommen. Fob Hamburg wurde Sojaöl zur sofortigen Lieferung mit 733 EUR/t rund 5 EUR/t unter Vorwochenlinie gehandelt. Für Sonnenblumenöl fob Rotterdam werden unverändert 671 EUR/t genannt, von weiterem Erntedruck ist damit nicht mehr auszugehen. Bei einem sehr ruhigen Markt gaben auch die Forderungen für Rapsöl nach. Fob Hamburg mussten Käufer mit 760 EUR/t rund 15 EUR/t weniger bezahlen als in der vergangenen Woche. Grund ist die fehlende Inlandsnachfrage, da die Margen für Biodieselproduzenten und Ölmühlen zu gering ist. Sie kaufen nur kurzfristig geringe Mengen zur prompten Lieferung. Unabhängig davon bleibt abzuwarten, mit welchen Mengen an Biodiesel Argentinien im kommenden Frühjahr auf den europäischen Markt drängt. Die sich daraus ergebende Unsicherheit lähmt den langfristigen Rohstoffbezug von Rapsöl zusätzlich.

    Dateigröße: 48 KDatum: 26.10.2017

  • Marktbericht KW 42


    Die Situation am Rapsmarkt bleibt weiterhin unverändert. Das Erzeugerpreisniveau liegt aus Sicht der Landwirte zu niedrig, sodass das Angebot unverändert dünn ausfällt. Zudem gibt es aber auch keine Nachfrage der Verarbeiter, denn viele Ölmühlen sind vorerst noch gut mit Importware aus dem nahen Ausland versorgt. Ein Zustand der noch bis Mitte November andauern könnte. Dementsprechend haben die Mühlen in Deutschland keinen weiteren Bedarf und heben ihre Prämien nicht an, im Gegenteil, sie haben sie sogar noch zurückgenommen. Grund dafür sind aber auch die nach wie vor fehlenden Impulse aus dem Biodieselsektor. Hier kommen die Umsätze nicht wirklich in Gang und gerade die Nachfrage nach Rapsmethylester bleibt verhalten. Trotz zunehmend drängenden Quotenerfüllung für Biodiesel halten sich die Mineralölkonzerne zurück. Teilweise dürfte dies an einer geringeren Dieselnachfrage liegen.

    Im August 2017 gab es nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft BLE einen Zugang bei den Ölmühlen von 1,11 Mio. t. Ölsaaten in- und ausländischer Provenienz. Davon waren fast 850.000 t Raps und so 12 % weniger als im August 2016. Ähnlich hoch fiel auch die Verarbeitung mit 1,1 Mio. t aus, davon 832.000 t Raps. Das waren 4 % weniger als im Vorjahresmonat. Damit beginnt das laufende Wirtschaftsjahr mit einer kleineren Rapsverarbeitung. Aus Raps wurden im August 352.000 t Öl und 476.000 t Schrot gewonnen. Die Rapsvorräte der Ölmühlen sind ebenfalls gegenüber Vorjahresmonat gesunken. Demgegenüber lagerte bei den Ölmühlen Ende August noch deutlich mehr Rapsöl und unterstreicht damit die schleppende Vermarktung aufgrund der verhaltenen Nachfrage; mit 69.600 t waren es knapp eine Viertel mehr. Demgegenüber war die Höhe der Rapsschrotlagerbestände mit 54.300 nahezu identisch mit dem Vorjahresstand.

    Am Sojaschrotmarkt geht es äußerst ruhig zu. Die zurückgenommene USDA-Ernteschätzung für US-Soja hatte in der vergangenen Woche einen Sprung der Sojakurse in Chicago ausgelöst. Auch an den hiesigen Sojaschrotmarkt hat sich das bullische Signal übertragen. Auf den vorderen Positionen schnellten die Sojaschrotpreise am 13.10.2017 um bis zu 10 EUR/t nach oben. Das hat die Nachfrage komplett auf Eis gelegt. Das hat sich bis jetzt auch so fortgesetzt, denn Mischfutterhersteller verweigern den Preisaufschlag. Was für den Sojaschrotmarkt gilt, lässt sich auch auf den Rapsschrotmarkt übertragen. Auch hier gibt es kaum Kaufinteresse. Lediglich auf späteren Terminen wird vereinzelt Ware geordert. In Magdeburg und Wittenberg ist nun auch wieder vorderes Angebot verfügbar, das aber keine Beachtung findet. Zwar haben sich die Rapsschrotpreise nach der Spitze am vergangenen Freitag wieder etwas abgeschwächt, Käufer werden dadurch aber nicht animiert.

    Am deutschen Pflanzenölmarkt war es in den zurückliegenden Tagen anhaltend ruhig. Seit dem USDABericht vom 12.10.2017 ist kaum etwas am passiert. Marktbeobachter werten die Oktober-Schätzung des US-Agrarministeriums deutlich weniger bullisch, als es die Börsenakteure in Übersee tun. Die USSojaölkurse tendierten fester, denn die Prognose der US-Versorgungsbilanz fiel erneut enger aus. Für weitere Verunsicherung sorgt allerdings die geplante Reduzierung der US-Biodieselmandate, denn nach wie vor ist unklar, in welcher Höhe diese ausfällt. Marktteilnehmer in Europa sehen die festen Kurse aber mit Skepsis und glauben nicht an eine nachhaltige Trendwende der Notierungen, sie erwarten mittelfristig wieder schwächere Tendenzen. Fob Hamburg kam die abrupte Befestigung der US-Sojanotierungen zumindest noch nicht an, Sojaöl zur sofortigen Lieferung gab leicht auf 733 EUR/t und damit 5 EUR/t gegenüber Vorwoche nach. Sonnenblumenöl fob Rotterdam hielt das Vorwochenniveau von 671 EUR/t. Die bald endende EU-Ernte scheint keinen weiteren Druck mehr auszuüben. Der Euro notierte zudem kaum verändert zur Vorwoche und brachte auch keine Impulse in den Handel. Palmöl cif Rotterdam legte hingegen kräftig zu und wurde zuletzt mit 625 EUR/t bewertet, rund 18 EUR/t über der zurückliegenden Woche. Damit spiegelt die Preisentwicklung die festeren Kurse an der Börse in Kuala Lumpur exakt wieder.

    Dateigröße: 44 KDatum: 19.10.2017

  • Marktbericht KW 41


    Die Situation am Rapskassamarkt scheint verfahren. Erzeuger in Deutschland können trotz kleiner Ernte 2017 weiterhin keine höheren Preise erwarten, sodass sie nach wie vor nicht bereit sind zu verkaufen. Mancher rechnet damit, dass auf derzeitigem Preisniveau in diesem Jahr nur noch wenig Geschäft stattfinden wird. Solange keine Verkaufsanreize geschaffen werden, legen viele ihre Ware lieber auf Lager und hoffen auf Preisanstiege im Frühjahr 2018, wenn die Ware knapper und der Bedarf somit drängender wird. Momentan haben die Mühlen keine Not zu kaufen. Das spiegelten die Einkaufspreise für Inlandsraps vom Erzeuger wieder. Gegenüber Vorwoche tendierten sie leicht schwächer: Am 11.10.2017 lagen sie bei 350 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Der Preisrückstand zum Vorjahr hat sich damit auf 12 EUR/t vergrößert. Das Problem ist, das von den Rapsnotierungen an der Börse in Paris keine Preisunterstützung ausgeht. Zuletzt sind die Notierungen auf 364 EUR/t zurückgegangen, ein 1-Monatstief. Denn EU-weit kann die Rapsernte 2017 durchaus zufrieden stellen und von den US-Sojakursen kamen eher bärische Impulse, die Raps in Paris nach unten drückten. Damit kann die Preisunterstützung eigentlich nur noch von den Ölmühlen kommen. Diese heben ihre Prämien auf die fallenden Kurse jedoch nicht an, weshalb die Preise fortgesetzt schwächer tendieren. Der Grund sind unverändert die mangelnden Erlöse aus dem Nachproduktverkauf, gerade Rapsöl wird durch die Biodieselindustrie kaum geordert. Deutschen Raps zu crushen, lohnt sich für die Mühlen daher kaum, sie weichen auf Importware als kostengünstige Alternative zu Inlandsraps aus, von der sie noch mindestens bis in den November hinein zehren werden. Eigentlich steht jetzt die Verwendung von Rapsmethylester (RME) bei den Mineralölkonzernen im Vordergrund, geordert wird, wenn überhaupt jedoch Biodiesel aus Altspeisefetten (UCOME) mit besonders hohem THGEinsparpotential. Da viele Beimischer aber noch die diesjährige Quote erfüllen müssen, UCOME begrenzt ist und RME aufgrund seiner hohen Kältetoleranz im Winter bevorzugt wird, könnte sich der Markt im angebrochenen vierten Quartals dieses Jahres bald beleben. Wenn das passiert, dürfte die Rapsölnachfrage anziehen und den Mühlen höhere Erlöse bescheren, die ihrerseits dann mehr Rohstoff ordern dürften. Preisanstiege bis auf die Erzeugebene wären dann noch möglich und könnten das Verkaufsinteresse der Landwirte heben. Für das Frühjahr 2018 stehen dann nämlich auch schon große Mengen Sojamethylester aus Argentinien an den EU-Märkten in den Startlöchern. Das französische Unternehmen Saipol hat darauf bereits reagiert und verkündet, Biodieselproduktion und Raps-Crush zur Jahresmitte 2018 deutlich herunterzufahren. Damit könnten sich die Vermarktungschancen für EU-Rapserzeuger also noch verschlechtern.

    Gerade am Niederrhein gestaltet sich die Vermarktung von Rapsschrot schwierig. Hier ist Importware aus Benelux im Markt, die noch nicht so recht abfließen will. Das drückt die Nachfrage nach heimischer Ware und begrenzt den Preisspielraum der Mühlen nach oben. Am 11.10.2017 wurden im Bundesdurchschnitt 179 EUR/t gefordert, 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Von der Mischfutterindustrie kommen allerdings Kaufimpulse auf Positionen bis einschließlich Januar 2018. Am Sojaschrotmarkt geht es derzeit weiterhin eher ruhig zu. Einige Mischfutterhersteller sind jedoch wieder als Käufer von Sojaschrot am Markt aktiv und ordern Ware auf den vorderen Positionen, nicht rege aber durchaus stetig. Zwei große Fragezeichen bei vielen Marktteilnehmern sind aber momentan die Sojaernte in Nordamerika auf der einen und die Sojaaussaat in Südamerika auf der anderen Seite. Die Preise bewegten sich zuletzt auf Vorwochenniveau.

    Die Geschäfte am deutschen Markt für Pflanzenöle verliefen in der vergangenen Woche ausgesprochen schleppend. Nur vereinzelt wurden Abschlüsse getätigt. Die Preise bewegten sich entsprechend kaum. Sojaöl fob Hamburg kostete hingegen mit 738 EUR/t rund 3 EUR/t mehr als vergangene Woche. Der leichte Anstieg rührt von der Befestigung der US-Sojaölkurse, die nach kräftigen Verlusten jüngsten wieder fester schlossen. Für Unsicherheit sorgen weiterhin die bisher nicht näher bezifferte Absenkung der USBiodieselmandate, die für einen deutlichen Nachfragerückgang der US-Biodieselindustrie nach Sojaöl führen könnte. Daher zeigten sich viele Marktteilnehmer zurückhaltend und warten nähere Informationen ab, auch in Bezug auf die kommende USDA-Schätzung für Oktober zum Ende der aktuellen Woche. Das knappe Angebot der Sojaölraffinate zumindest für prompte Lieferung scheint weiter anzuhalten. Für November 2017 fob Rotterdam ist derzeit Ware nur auf Anfrage und wenn mit kräftigem Aufgeld verfügbar. Rapsöl wurde zu unveränderten Preisen gehandelt. Für Oktober wurden fob Hamburg 775 EUR/t genannt. Die Prämie für Rapsölraffinat gab hingegen um 5 auf 40 EUR/t leicht nach.

    Dateigröße: 47 KDatum: 12.10.2017

  • Marktbericht KW 40


    Einen Rapsmarkt scheint es momentan nicht zu geben. Wie sich auch die Kurse in Paris bewegen – ob nach oben oder unten – Käufer und Verkäufer lassen sich nicht animieren. An der grundsätzlichen Einstellung hat sich nichts geändert. Die Ölmühlen zeigen sich bis Jahresende gut versorgt, die Landwirte haben ihre guten Partien eingelagert und sind derzeit mit Feldarbeiten beschäftigt. Die im Zuge schwacher Terminnotierungen zurückgenommenen Rapsgebote bieten zudem keinen Anreiz gerade jetzt zu vermarkten. Sie warten auf preistreibende Signale. Doch die gibt es momentan nicht. Die Pflanzenölpreise tendieren schwächer, so dass die Ölmühlen ihre Prämien aufgrund der geringen Margen nicht erhöhen können. Der Euro hat sich nach der Schwächetendenz und den damit besseren Voraussetzungen für Drittlandsgeschäfte zuletzt wieder stabilisiert und so die Stimmung am Exportmarkt eingetrübt. Die Mineralölkurse wurde zurückgenommen und verschlechtern so die Konkurrenzfähigkeit von Biodiesel und bremsen so die Nachfrage nach Rapsöl zur Biokraftstoffproduktion. Das größte Gewicht hat derzeit der Sojamarkt. Die laufende Ernte in den USA verläuft zwar langsamer als sonst, aber die Aussicht auf eine Rekordmenge begrenzt den Preisspielraum nach oben – auch für Raps. Hierzulande haben sich die Rapspreise kaum bewegt. In Ostdeutschland wurde teils deutlich weniger geboten, so dass im Vergleich zur Vorwoche der Durchschnittspreis auf 350,40 EUR/t etwas abgesenkt wurde.

    Während die Forderungen für Sojaschrot zurückgenommen wurden, hat sich vorderes Rapsschrot im Vergleich zur Vorwoche sogar verteuert und läuft damit den Rapskursen entgegen. Allerdings haben die Lieferpositionen ab November 2017 nachgegeben. Mit 1-2 EUR/t zur Vorwoche aber vergleichsweise moderat, wenn man berücksichtigt, das Raps an der Börse 7 EUR/t verloren hat. War das Kaufinteresse schon in den Vorwochen mit den schwächeren Preisen sehr verhalten, ist es nun bei nahezu unveränderten Forderungen geradezu erlahmt. Außerdem sehen sich die Käufer in der komfortablen Situation, dass vordere Ware günstiger offeriert wird als die Folgetermine. So entsteht kein Handlungsdruck und außerdem wird gehofft, dass sich an dieser Situation auch in den kommenden Wochen nichts ändert.

    Nach einer kurzen Phase der Schwäche hat sich der Eurokurs wieder befestigt und liegt damit sogar über Vorwochenlinie, das vergünstigt etwas die Importe. Die Sojaschrotforderungen hatten in den vergangenen Tagen cif Rotterdam teils kräftig zugelegt, mussten zuletzt aber einen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben und folgten damit den US-Sojanotierungen. Importware bleibt damit aber etwas teurer als in der Vorwoche, während Sojaschrot fob deutscher Mühle günstiger verfügbar ist. Es werden 2 EUR/t weniger fob Hamburg verlangt. 44er Ware kostet aktuell 284 EUR/t, 48er um die 306 EUR/t.

    Im Vergleich zur Vorwoche haben sich am niederländischen Pflanzenölmarkt die Forderungen deutlich ermäßigt. So werden für Rapsöl zur Lieferung im November noch 754 EUR/t genannt und so 9 EUR/t weniger als noch vor einer Woche. Die Preisvorstellungen der Käufer liegen bei 742 EUR/t. Damit ist die Differenz unüberwindbar, es kommen keine Umsätze zustande. Demgegenüber haben die Raffinate vergleichsweise wenig im Preis nachgegeben. Sie verzeichnen mit 805 EUR/t ein Minus von 3 EUR/t zur Vorwoche. Das knappe Angebot an Sojaölraffinat kann sich demgegenüber behaupten und kostet unverändert 780 EUR/t. Hier liegt der Aufschlag zum rohen Sojaöl bei 50 EUR/t, während die Prämie bei den Folgeterminen unverändert 45 EUR/t beträgt. Hier ist die Nachfrage ebenfalls weiterhin sehr verhalten. Käufer hoffen auf deutlichere Preisnachlässe im Zuge der laufenden US-Sojaernte.

    Dateigröße: 304 KDatum: 05.10.2017

  • Marktbericht KW 39


    An den Terminbörsen in Chicago schwächeln die Sojanotierungen und auch in Winnipeg ist der Rapskurs leicht zurückgegangen. Aber nicht so die Notierungen in Paris. Der schwache Euro befeuerte die Kurse, die im Vergleich zur Vorwoche um 7,25 EUR/t zulegten. Daran kam auch der Kassamarkt nicht vorbei und obgleich die Ölmühlen an prompter Ware nicht das geringste Interesse zeigen, wurden die Prämien nicht zurückgenommen. Damit zeigen auch die Großhandelspreise zur Vorwoche einen großen Sprung von 13 EUR/t, der aber am Markt wenig Wirkung zeigt, denn Umsätze sind damit nicht verbunden. Ganz konsequent werden an einigen Standorten Gebot für Oktober nicht mehr genannt, für November werden 9 EUR/t mehr geboten als vor einer Woche. Dabei mag auch der festere Rohölkurs eine wichtige Rolle spielen, der die Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel verbessert. So wird aus der Branche von einer etwas lebhafteren Nachfrage nach Rapsöl berichtet. Aber anscheinend reichen diese Impulse nicht aus, den deutschen Rapsmarkt zu beleben. Das könnte auch daran liegen, dass die Erzeuger momentan vorrangig auf den Feldern beschäftigt sind, entweder mit der Maisernte oder mit der Getreideaussaat. Außerdem haben die Erzeugerpreise gegenüber Vorwoche nur um 3,80 EUR/t auf durchschnittlich 350,60 EUR/t zugelegt. Und da die Gebote frei Erfasserlager sich noch immer unter Vorjahreslinie bewegen, sehen sie keine Veranlassung, sich von ihrer eingelagerten Ware zu trennen. Denn eigentlich müssten die Preise ja bei 5 % geringeren Erträgen im Schnitt 5 % über Vorjahr liegen. Bis dato sind es gerade einmal 1,50 EUR/t (0,4 %) mehr.

    Die Lager der Mischfutterhersteller sind gut gefüllt. Vor dem Hintergrund der avisiert üppigen US-Sojaernte bleibt die Versorgung in den kommenden Monaten komfortabel. In Südamerika wird mit einer Ausweitung der Sojabohnenanbaufläche gerechnet. Damit gibt es in naher Zukunft wenig Gründe auf Versorgungsengpässe zu spekulieren. Feste Sojakurse zum Ende der vergangenen Woche haben die Schrotpreise angeschoben. Für 44er Sojaschrot fob Hamburg wurden zuletzt 286 EUR/t, für 49er Ware 308 EUR/t genannt, jeweils 8 EUR/t über Vorwoche. Die Großhandelspreise für Non-GMO-Sojaschrot legten von 11 EUR/t auf 434 EUR/t für 45,5er Ware zu. Rapsschrot leidet weiterhin unter fehlender Nachfrage. Die Versorgung scheint auseichend und wer kurzfristigen Bedarf hat, findet in anderen Proteinträgern preisgünstige Alternativen zu Rapsschrot. Der Großhandelspreis gab entsprechend nach und lag zuletzt bei 176 EUR/t, rund 5 EUR/t weniger als vor sieben Tagen.

    Nach dem in der vergangenen Woche vorderes Sojaöl kräftiges Aufgeld erzielt hatte, sind die Preise wieder deutlich gefallen. Grund waren deutlich schwächere Sojaölkurse in Chicago. Die Notierungen gaben auf Wochensicht um mehr als 4 % nach. Außerdem beruhte der Preissprung am deutschen Kassamarkt auf dem knappen Angebot für prompte Ware, die nun gänzlich ausverkauft ist. In der aktuellen Woche werden für alle Pflanzenöle Preise erst ab Novemberlieferung genannt. Sojaöl fob Rotterdam zur Lieferung im November wird mit 735 EUR/t offeriert und damit auf Vorwochenlinie.

    Rapsöl folgt den festeren Rapskursen der Terminbörse. Der schwächere Euro macht Rapsöl aus dem Euroraum zudem für ausländische Kunden attraktiver. Im Wirtschaftsjahr 2016/17 wurde mit 1,2 Mio. t bereits so viel Rapsöl wie noch nie aus Deutschland exportiert. Derzeit melden sich auch die Biodieselhersteller am Markt zurück, so dass etwas mehr Nachfrage besteht. Fob Hamburg werden aktuell 760 EUR/t fob genannt, das sind 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 40 KDatum: 28.09.2017

  • Marktbericht KW 38


    Am deutschen Rapsmarkt ist die Lage im Prinzip unverändert zur Vorwoche. Die unterdurchschnittliche Rapsernte 2017 hält viele Erzeuger auf derzeitigem Preisniveau von Verkäufen ab. Das Problem ist, dass die Rapserträge 2017, abgesehen von Deutschland und Tschechien, EU-weit durchschnittlich oder sogar überdurchschnittlich ausgefallen sind, beispielsweise in Frankreich, wo die Erträge das Vorjahresergebnis um 31 % und den fünfjährigen Durchschnitt um 11 % übertroffen haben, so der EU-Prognosedienst MARS. Für die EU-28 fällt das Ernteergebnis daher unter dem Strich zufriedenstellend aus. Das spiegeln auch die Rapskurse in Paris wider. Der Kurssprung, den deutsche Landwirte vielfach erwartet hatten, blieb schlichtweg aus. Das gegenwärtige Matif-Kursniveau erscheint vielen Rapserzeugern zu niedrig. Hinzu kommt noch die Zurückhaltung der Ölmühlen. Sie heben ihre Prämien nicht an. Dafür ist das Kaufinteresse offenbar nicht hoch genug bzw. die Erlösmöglichkeiten aus dem Verkauf von Öl und Schrot zu gering, als dass sie dazu bereit oder imstande wären. Ein weiterer Grund sind nach wie vor umfangreiche und gegenüber heimischer Ware günstigere Importe, zum Beispiel aus der Ukraine, die das hiesige Angebot ergänzen und von den Mühlen bevorzugt wird. Ein zu niedriges Kursniveau auf der einen und das anhaltend schwache Kaufinteresse der Ölmühlen auf der anderen Seite bringen nun schon seit Wochen bärische Impulse. Die Rapserzeugerpreise bewegen sich daher fortgesetzt unter Vorjahreslinie. Rapserzeuger und Ölmühlen hoffen jetzt auf Impulse von den Mineralölkonzernen. Viele werden im vierten Quartal noch die diesjährige Beimischungsquote erfüllen müssen und dazu verstärkt Biodiesel einkaufen, dabei im Wesentlichen Rapsmethylester, der aufgrund seiner Kältestabilität in den Wintermonaten bevorzugt zum Einsatz kommt. Das könnte Impulse setzten, die bis auf Erzeugerebene reichen.

    Am Sojaschrotmarkt ist es vor allem die avisiert umfangreiche US-Sojaernte 2017 von über 120. Mio. t, die für Zurückhaltung auf der Käuferseite sorgt. Die Mischfutterindustrie wartet Ernteverlauf und Ergebnisse ab. Was in den USA bislang an Sojabohnen von den Feldern geholt wurde (< 10 % der Gesamternte) zeigt sehr gute Erträge und Qualitäten. Daher stehen die Vorzeichen momentan eher auf rückläufige Preise in den kommenden Wochen. Viele warten auf Vergünstigungen, bevor sie sich mit weiterem Sojaschrot eindecken. Auch am Rapsschrotmarkt schielen die Käufer auf die US-Sojaernte. Da Soja- und Rapsschrot teilweise Substitute darstellen und somit um Marktanteile in Konkurrenz stehen, würden die Rapsschrotpreise schwächeren Sojaschrotpreisen nach unten folgen. Zudem setzt aber auch die EU-weit abgeschlossene Rapsernte bärische Impulse. Diese wird jetzt verarbeitet, sodass das Rapsschrotangebot wächst, so auch in Deutschland.

    In der zurückliegenden Woche überraschte insbesondere der kräftige Preissprung bei Sojaöl. Ware zur prompten Lieferung fob Hamburg verteuerte sich um 68 auf 813 EUR/t. Grund ist, dass vordere Ware knapp war und Käufer deutliche Aufgelder zahlen mussten, um an Sojaöl zu kommen. Zusätzliche Impulse gingen von einem plötzlichen Anstieg der US-Sojabohnenkurse zum Ende der vergangenen Woche aus. Das hat die Nachfrageseite aus Sorge weiter steigender Kurse kurzzeitig beflügelt und so den Preisanstieg mit angefacht. Wie viele Mengen gehandelt wurden, ist nicht bekannt. Fob Rotterdam war Septemberware nur auf Anfrage erhältlich, spätere Termine zeigten aber keine Tendenz für einen so kräftigen Anstieg. Rapsöl fob Hamburg wird unverändert zur Vorwoche mit 750 EUR/t bewertet. Allerdings scheint das Kaufinteresse insbesondere der Biodieselindustrie für vordere Lieferungen allmählich anzuziehen. In den Wintermonaten wird bevorzugt Rapsöl als Rohstoff für Biodiesel eingesetzt, da dieses für hiesige Breitengrade ein vorteilhafteres Kälteverhalten aufweist. Marktbeobachter warteten schon einige Wochen auf die saisonal typische Nachfragebelebung, die dieses Jahr auf Grund der immer noch bestehenden Unsicherheit durch die jüngst herabgesetzten Importzölle auf argentinischen Biodiesel später als üblich anzieht.

    Dateigröße: 44 KDatum: 21.09.2017

  • Marktbericht KW 37 2017


    Die Entscheidung der EU-Kommission, die Anti-Dumping-Zölle auf argentinischen Biodiesel deutlich abzusenken, von im Schnitt 24 auf 6 %, sorgt auch am deutschen Rapskassamarkt für Preisdruck. Denn die Notierungen für Raps in Paris reagierten umgehend auf diese Nachricht und rutschten um fast 5 EUR/t ab. Das war am vergangenen Donnerstag, doch seitdem finden die Matif-Kurse weiterhin keine Unterstützung. Die schwächere Tendenz überträgt sich auch auf die Erzeugerpreise hierzulande, denn die Ölmühlen halten weiter an ihren Prämien fest und sind nicht bereit, den Kursrückgang in Paris abzufangen. Damit wird Rapserzeugern in Deutschland nun noch weniger für ihre Ware geboten. Bereits vor der EU-Zollentscheidung hatten sie ein unzureichendes Preisniveau beklagt. Doch jetzt dürfte sich ihre Verkaufsbereitschaft mit dem weiteren Rückgang der Gebote noch weiter abkühlen. Die Einkaufspreise für Inlandsraps vom Erzeuger lagen am 13.09.2017 bei 345 EUR/t. Das waren 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche und ein Minus von mittlerweile 12 EUR/t gegenüber Vorjahreszeitpunkt. Die Hoffnungen liegen jetzt auf der Biodieselbranche. Das Rapspreisniveau ist niedrig und die Nachfrage nach Rapsmethylester (RME) seitens der Mineralölkonzerne saisonbedingt (aufgrund der vergleichsweise höheren Winterhärte) steigend. Biodieselhändler berichten bereits seit der Vorwoche von Absatzsteigerungen und entsprechenden Preisbefestigungen. Im Oktober könnte die Nachfrage dann noch weiter an Fahrt aufnehmen. Mineralölkonzerne, die mehr RME nachfragen, könnten die Erlössituation für die Ölmühlen verbessern. Davon würden letztlich auch die Rapserzeuger profitieren, wenn die Mühlen ihre Prämien anhöben, um Ware zu sichern. Doch auch wenn der Biodieselabsatz für die Wintermonate gesichert scheint, spätestens ab dem Frühjahr 2018 dürfte das zusätzliche Angebot aus Argentinien spürbaren Preisdruck aufbauen. Rapsverkäufer könnten daher durchaus versuchen, ihre Ware in den kommenden Wochen zu noch vergleichsweise hohen Preisen an die Ölmühlen zu bringen.

    Wie zu erwarten, hat sich an der ruhigen Marktsituation der Vorwoche nichts geändert. Das Geschäft mit der Mischfutterindustrie ruht, die Erlöse aus dem Verkauf von Schrot und Öl sind für die Mühlen in Deutschland nur bedingt zufriedenstellend. Sie drücken auf die Sojaschrotpreise hierzulande und beruhigen die Umsätze noch mehr. Denn die wenigen Käufer am Markt haben sich jetzt zurückgezogen. Die Prognose einer nochmals umfangreicheren US-Sojaernte erhöht die Aussicht auf eine reichliche Marktversorgung mit Soja sowie auf weitere Preisnachlässe in den kommenden Wochen. Auch am Rapsschrotmarkt halten sich die Käufer mehrheitlich zurück, weshalb die Nachfrage auch hier überschaubar ausfällt. Im Gegensatz zum Sojaschrotmarkt findet aber zumindest auf Termin auch mal etwas Geschäft statt, wie es heißt. Gleichzeitig ist das Angebot groß, besonders am Niederrhein, aber auch an den übrigen Paritäten in Deutschland, außer im Osten der Republik.

    Am deutschen Markt für Pflanzenöle sanken die Forderungen für nahezu alle Pflanzenöle außer für Palmöl. Hier legten die Preise cif Rotterdam kräftig zu und stiegen auf Wochensicht um 26 auf 619 EUR/t. Wobei der feste Eurokurs den Anstieg deutlich abgeschwächt hatte, denn in US-Dollar betrug die Preisbefestigung sogar 35 USD/t. Die Entwicklung war vornehmlich von den Terminmärkten in Kuala Lumpur getrieben, denen rückläufige Produktionsmengen und eine rege Nachfrage Auftrieb verliehen. Sojaöl gab hingegen nach. Fob Hamburg wurden 745 EUR/t genannt, rund 15 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Der Rückgang begründet sich mit schwächeren Sojaölkursen in Chicago. Diese haben nach Erreichen des 9-Monatshochs in der vergangenen Woche durch Gewinnmitnahmen leicht konsolidiert und im Zuge ebenfalls schwächerer US-Sojabohnenkurse nachgegeben. Sonnenblumenöl fob Rotterdam wurde weiterhin zu stabilen Preisen gehandelt. Mit 813 USD/t sanken die Forderungen um 2 USD/t. In Euro umgerechnet ergab sich durch den festeren Wechselkurs eine stärke Abschwächung um 7 auf 679 EUR/t. Für große Aufregung hat indes die Entscheidung der EU-Kommission für eine Absenkung der Importzölle auf argentinischen Biodiesel vom 07.09.2017 geführt. Nach Angaben von Beobachtern hat kaum ein Marktteilnehmer mit der deutlichen Zollsatzsenkung gerechnet, so dass der Markt in eine Art Schockstarre fiel und die Konsequenzen der EU-Entscheidung erst einmal durchdeklinieren muss. Da auch noch der Septemberreport des USDA am 12.09.2017 anstand, ebbte das Geschehen am Markt für Rapsöl fast vollständig ab. Die Preise fob Hamburg kamen unter Druck und gaben um 15 auf 750 EUR/t nach. Ab dem Frühjahr 2018 dürfte Argentinien wieder vermehrt Biodiesel in die EU-28 einführen und für erhebliche Konkurrenz vor allem für Biodiesel aus Rapsöl darstellen. Da die USA vor kurzem erst ihre Importzölle auf argentinischen Biodiesel erhöht haben, stehen daher noch zusätzliche Menge zur Verfügung, die nach Europa oder auch China strömen könnten. Die heimische Nachfrage nach Rapsöl dürfte sich nach dem Winter somit reduzieren und nach Meinung von Marktbeobachtern bis zu 1,5 Mio. t weniger Rapssaat zur Rohstoffgewinnung benötigen. Eine Lösung könnte darin bestehen, mehr Rapsöl zu exportieren, um die entstehenden Überhänge in der EU-28 abzubauen. Mit der Oktober-WASDE des USDA dürfte dann auch eine abschließende Einschätzung der Ölsaatenernte auf der Nordhalbkugel möglich sein, die als strategische Grundlage für die mittelfristige Planung von Ölmühlen, Händlern und Biodieselproduzenten benötigt wird. Bis dahin werden eher ruhige Wochen mit wenigen Impulsen erwartet.

    Dateigröße: 47 KDatum: 14.09.2017

  • Marktbericht KW 36 2017


    Am 07.09.2017 wird die EU-Kommission über die Schutz-Zölle auf Biodiesel aus Argentinien und Indonesien entscheiden. Sollten künftig keine Zölle mehr erhoben werden, wäre ab dem nächsten Frühjahr mit einem deutlichen Anstieg der Biodieselimporte aus diesen beiden Ländern in die Mitgliedstaaten der EU-28 zu rechnen. Das zusätzliche Angebot hätte Preisdruck zur Folge und die

    Biodieselhersteller, und somit auch die vorgelagerten Ölmühlen und die Rapserzeuger, müssten dann um ihren Absatz bangen. Die momentane Zurückhaltung rührt aber nicht nur von der bevorstehenden Zoll-Entscheidung her, am hiesigen Markt ist auch die unterdurchschnittliche deutsche Ernte 2017 Grund für die anhaltend geringe Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Aufgrund der avisierten Knappheit warten sie nach wie vor auf höhere Preise. Doch die Rapskurse in Paris finden weiterhin keine klare Richtung, vor allem aber halten die Mühlen hierzulande ihre Prämien so gut wie unverändert. Sie sind aufgrund unzureichender Erlösmöglichkeiten nach wie vor nicht bereit, mehr für den Rohstoff zu bezahlen. Am 06.09.2017 lagen die Rapserzeugerpreise daher bei im Schnitt 349 EUR/t – aus Erzeugersicht aufgrund der schwachen Ernte viel zu wenig. Das sind zwar 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche frei Lager des Erfassers veranschlagt wurden, aber 8 EUR/t weniger als im Vorjahr. Der Abstand zur Vorjahreslinie hat sich damit sogar noch vergrößert.

    Festere Sojakurse haben die Sojaschrotpreise steigen lassen und damit die ohnehin verhaltene Nachfrage zusätzlich gedämpft. Sojaschrothändler rechnen auch in den kommenden Wochen nicht mit einer Belebung des Marktes, vor allem, weil derzeit so gut wie kein Geschäft mehr mit den Mischfutterherstellern stattfindet. Denn viele haben sich bereits längerfristig mit Ware versorgt, die Läger sind voll. Zudem könnte die Mischfutterproduktion 2017 geringer ausfallen als im Vorjahr. Dem Vernehmen nach haben sich auch die Rapsschrotpreise ein wenig von den festeren Vorgaben aus Chicago nach oben ziehen lassen, vereinzelt wird von Preisaufschlägen zwischen 1,50 und 2,00 EUR/t berichtet. Doch im Bundesdurchschnitt ist keine Aufwärtsbewegung zu erkennen. Mit 182 EUR/t fob Ölmühle liegen die Preise sogar 1 EUR/t unter Vorwoche. Die Umsätze am Rapsschrotmarkt bleiben überschaubar, die Nachfrage ist auf aktuellem Preisniveau zurückhaltend.

    Die Sojaölkurse in Chicago haben sich auch auf Wochensicht um 2,4 % befestigt. Grund hierfür ist die Rekordproduktion von US-Biodiesel im Juni, der zu 51 % aus Sojaöl hergestellt wird. Die stark geförderte Biodieselbeimischung in den USA und das absehbare Ende argentinischer Biodieselimporte sorgt für Auftrieb. Das hat sich auch am Kassamarkt bemerkbar gemacht. Fob Hamburg legten die Forderungen um 34 auf 760 EUR/t zu. Unverändert zur vergangenen Woche wurde indes Rapsöl gehandelt. Fob Hamburg wurden 765 EUR/t genannt. Viele Marktteilnehmer blicken gespannt auf die Bekanntgabe der EUKommission in dieser Woche, ob und wie deutlich die EU-Importzölle auf Biodiesel abgeschafft oder reduziert werden. Vor dieser richtungsweisenden Entscheidung zeigt sich der Markt sehr ruhig, denn sollte es zu Abschaffung kommen, dürften ab kommendem Frühjahr die Biodieselimporte deutlich steigen und den Bedarf an Rapsöl zur Biodieselproduktion stark einschränken.

    Dateigröße: 43 KDatum: 07.09.2017

  • Marktbericht KW 35 2017


    Rapserzeuger in Deutschland warten nach wie vor auf steigende Preise. Auf derzeitigem Niveau sind sie kaum bereit, weitere Menge aus der neuen Ernte abzugeben, zumal die Rapsernteprognose für Deutschland alles andere als zufriedenstellend ausfällt – sowohl DRV und DBV, als auch zuletzt das BEML prognostizieren eine Rapsernte noch unterhalb dem ohnehin bereits ernteschwachen Vorjahr in Deutschland. Der Deutsche Bauernverband (DBV) beziffert die Anbaufläche für Winterraps in Deutschland zur Ernte 2017 auf 1,31 Mio. ha. Trockenheit und späte Fröste machten den Feldbeständen jedoch zu schaffen und sorgten für Lücken in den Beständen und Ertragseinbußen. Noch weiter wurde das Ertragspotential durch witterungsbedingt erhöhten Krankheits- und Schädlingsdruck sowie durch eine Hitzewelle im Juni herabgesetzt. Zum Schluss konnte die Rapsernte dann noch nicht einmal mehr planmäßig eingebracht werden, denn immer wieder sorgten teils starke Regenfälle für Ernteunterbrechungen. So kam es sogar zu Auswüchsen. Dem über Monate ungünstigen Witterungsverlauf müssen die Rapserträge in Deutschland Tribut zollen: Im Bundesmittel liegt der Ertrag bei unterdurchschnittlichen 33 dt/ha. Zum Vergleich: das Mittel der vergangenen 5 Jahre liegt bei 39 dt/ha. Der DBV erwartet eine Erntemenge für Deutschland von insgesamt 4,3 Mio. t Raps, 6 % weniger als im Vorjahr und sogar rund 18 % weniger als im 5-jährigen Durchschnitt. Zusätzlich enttäuschen auch die Ölgehalte vielfach. Sie liegen häufig nur bei etwa 40 %. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat sich der Prognose des DBV jüngst angeschlossen und taxiert die Rapserntemenge 2017 ebenfalls auf unterdurchschnittliche 4,3 Mio. t. Auffallend ist, dass die Rapspreise in Deutschland trotz der schwachen Ernteaussichten nicht höher liegen – zum Leidwesen der Erzeuger. Unter anderem könnte dies auf die momentan gute Versorgung mit Importware zurückzuführen sein. Günstige Ware kommt jetzt auch aus dem Baltikum nach Deutschland. Ein weiterer Grund für das aus Erzeugersicht zu niedrige Preisniveau ist die unverändert geringe Nachfrage nach dem Rohstoff. Denn die Ölmühlen beklagen bereits seit Wochen eine unzureichende Erlössituation aus dem Verkauf der Nachprodukte, vor allem Rapsöl, sodass sie ihre Prämien nicht anheben. Impulse für steigende Preise können dann nur noch von den Rapskursen in Paris kommen. Diese spiegelten die avisierte Knappheit in Deutschland zuletzt aber kaum wider. Denn für die EU-28 sehen die Ernteprognosen gar nicht schlecht aus. Zusammen mit einem besonders festen Euro hat das die Matif-Kurse zum Wochenauftakt nachgeben lassen.

    Das Kaufinteresse am deutschen Sojaschrotmarkt ist nach wie vor nicht drängend. Wenn sich die Preise in den kommenden Wochen bewegen, dann wohl eher nach unten, denn einer großen US-Ernte steht momentan nichts im Wege. Mischfutterbetriebe sind vorerst gut mit Ware eingedeckt, heißt es. Die Läger sind voll, der Bedarf nicht drängend. Die Preise haben demzufolge nachgegeben. 44er Sojaschrot lag am 29.08.2017 bei einem Preis von 278 EUR/t im Bundesdurchschnitt und damit 6 EUR/t unter Vorwoche. 49er Ware hat sich indes um 5 EUR/t auf 302 EUR/t vergünstigt. Bei Rapsschrot scheint die Schwächephase überwunden zu sein, die Preise konnten sich gegenüber Vorwoche weiter leicht befestigen, um 2 EUR/t auf 185 EUR/t im Bundesdurschnitt. Die Abgabebereitschaft der Mühlen konnte dies zumindest etwas steigern. Kaufinteresse ist nach wie vor vorhanden.

    Die in der Vorwoche deutlich festeren Sojaölkurse in Chicago haben zwischenzeitlich leicht konsolidiert, lagen aber zuletzt immer noch rund 1,6 % über Vorwochenniveau. Fob Hamburg gaben die Forderungen nur minimal nach. Käufer mussten für prompte Ware mit 725 EUR/t rund 2 EUR/t weniger bezahlen als in der Vorwoche. Etwas deutlicher fiel der Abschlag in Rotterdam aus. Der fob Preis sank hier um 17 auf 720 EUR/t. Die geplante Einführung der Importzölle auf argentinischen und indonesischen Biodiesel dürfte den US-Soja- und Canolaölmarkt deutlichen Auftrieb verleihen und für festere Kurse sorgen. Sofern die jüngst gegebenen Empfehlungen in vollem Umfang umgesetzt werden. Die Bilanz für US-Sojaöl ist derzeit schon recht eng und auch in Kanada wird am Verarbeitungslimit gecrushed, bei ebenso enger Versorgungsbilanz für Canolaöl. Daher dürften zukünftig vermehrt Ölimporte aus Südamerika oder Öl- bzw. Biodieselausfuhren aus der EU-28 in die USA fließen. Palmöl stellt nach Meinung von Marktexperten keine Rohstoffalternative dar, da es nicht über die entsprechenden US-Nachhaltigkeitskriterien verfügt. Diese Gemengelage stützte auch die Rapsölpreise in der vergangenen Woche. Ware zur sofortigen Lieferung zog um 20 auf 765 EUR/t an und das trotz des deutlich gestiegenen Eurokurses. Spätere Termine tendierten auch fester, wenngleich weniger stark.

    Dateigröße: 47 KDatum: 31.08.2017