Markt
25.02.2019

Richtig satt werden

Neues Forschungsmagazin TU intern+plus zum Thema Ernährung in Zeiten von Bevölkerungsexplosion und Klimawandel erschienen.

Was hat ein abgedunkelter Raum im Keller eines Gebäudes der TU Berlin mit der Zukunft der Ernährung zu tun? Vielleicht mehr als all die Quadratkilometer voller beleuchteter Gewächshäuser, die in weiten Teilen Hollands die Nacht zum Tag machen. In dem Projekt „Indoor Grow Lab“ am TU-Fachgebiet Lichttechnik unter Leitung von Prof. Dr. Stephan Völker untersuchen Wissenschaftler*innen Licht, um zu verstehen, welche Parameter Pflanzen brauchen, um nicht nur groß, sondern auch gesund, nährstoffreich und medizinisch wirksam zu werden. Und sie konstruieren Leuchten, um genau diese Parameter mit wenig Energieaufwand zu erzeugen, damit sich die Energiebilanz rechnet, und stapeln die Pflanzen übereinander. 
Wie diese und andere Forschungen dazu beitragen können, den Herausforderungen an die Ernährung in Zeiten von Bevölkerungsexplosion und Klimawandel zu begegnen, damit beschäftigt sich das neue Forschungsmagazin TU intern+plus „Richtig satt werden“.

Im Leitartikel „Essen für alle“ erörtern vier Wissenschaftler der TU Berlin Wege, neun Milliarden Menschen künftig satt zu bekommen, und geben Einblicke in ihre Arbeit. Sie erforschen Möglichkeiten, Insekten im Wuchs mit Spurenelementen zu versetzen, und entwickeln klimagerechte Gewächshäuser. Sie klären über Irrtümer auf, wie den, das nicht behandeltes Essen das gesündeste ist, und wissen, warum vegane Ernährung unter dem Gesichtspunkt der Bioverfügbarkeit von Zink eher ungesund ist. 
Was das überhaupt ist – „gesunde“ Ernährung –, darüber entfachte sich zwischen der TU-Professorin Dr. Nina Langen und dem Ernährungswissenschaftler und Buchautor Uwe Knop ein heftiger Streit. 
Wie man sich fleischlos auch mit veganen Bratlingen genussvoll ernähren kann, untersuchen TU-Lebensmitteltechnologinnen. Sie wollen aus Erbsenmehl das „bessere“ Fleisch machen. Und wie die wichtigen ungesättigten Fettsäuren im Rapsöl beim Kochen und Braten erhalten bleiben, wird am Fachgebiet Lebensmittelchemie und Analytik erforscht.

Ein großes Thema im Zusammenhang mit Ernährung ist die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln. In dem Magazin werden unterschiedliche Ansätze beschrieben: die Ökobilanzierung von Fruchtfolgen, die möglichst präzise Bestimmung der Bodenparameter mithilfe von KI-Algorithmen oder der Einsatz von Drohnen und Robotern in der Landwirtschaft. 


Der Blick in die Vergangenheit zeigt Trends und Gegentrends in der Esskultur und was von den alten Griechen in Sachen gesunde Lebensweise zu lernen ist. 
Auch Lifestyle-Themen werden aufgegriffen wie das Kaffeerösten, um die raffinierten Kaffeearomen eines Baristas reproduzieren zu können, oder wie es dazu kam, dass alkoholfreies Bier zu einem Wellness-Getränk avancierte.

Quelle: idw

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