Markt
09.01.2019

Monatsbericht Dezember 2018: Rapspreise kaum verändert, Schwache Rapsernte begrenzt Exporte, Knappes Angebot hat Rapsschrot verteuert, Sojaschrotumsätze ruhig aber stetig

Weder vom Terminmarkt noch von den Ölmühlen kamen im Dezember die erhofften Impulse. Die Rapskurse in Paris reagierten kaum auf die Meldungen über reduzierte Winterrapsflächen in Deutschland und Frankreich und auch die Ölmühlen hielten ihre Prämien unverändert.

Rapspreise kaum verändert

Weder vom Terminmarkt noch von den Ölmühlen kamen im Dezember die erhofften Impulse. Die Rapskurse in Paris reagierten kaum auf die Meldungen über reduzierte Winterrapsflächen in Deutschland und Frankreich und auch die Ölmühlen hielten ihre Prämien unverändert. Damit entwickelten sich die Rapspreise stabil bis leicht schwächer, sodass Erzeuger für die Restmengen aus einer kleinen Ernte 2018 weiterhin keine Verkaufsanreize fanden. Viele werden die Ware solange zurückhalten bis die Preise ihren Vorstellungen entsprechen, dafür müssten sie aber wohl erst einmal um rund 25 EUR/t zulegen, vorher wird es kaum Neugeschäft geben. Das Kontraktgeschäft ex Ernte 2019 verlief im Dezember noch ungewöhnlich ruhig. Anfragen gab es kaum, aber Erzeuger sind auf aktuellem Preisniveau ohnehin wenig abgabebereit.

Schwache Rapsernte begrenzt Exporte

Im bisherigen Verlauf des Wirtschaftsjahres 2018/19 (Juli bis Oktober) hat Deutschland die Gesamtmenge von 2,14 Mio. t Raps importiert. Das waren 19 % weniger als im Vorjahreszeitraum, obwohl die schwache Ernte 2019 den Bedarf ergänzende Mengen aus dem Ausland zuzukaufen eigentlich erhöhen sollte. Mit 1,67 Mio. t gehen rund drei Viertel auf das Konto von EU-Staaten, was aber einem Rückgang von fast 24 % zum Vorjahr entspricht, denn nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen EU-Staaten waren die Rapsernten 2018 enttäuschend und reduzieren deshalb den exportierbaren Überschuss. Dafür wurde bislang deutlich mehr Raps aus Australien geliefert. Allerdings könnte der Warenstrom von dort bald nachlassen, denn die Australier erwarten wegen Dürre deutliche Ertragseinbußen an Raps in östlichen Anbauregionen. Während sich die knappe Rapsversorgung in Deutschland in den Importen bislang nicht widerspiegelt, tut sie es aber in den Rapsausfuhren. Diese sind deutlich um fast 70 % auf etwa 21.100 t gesunken. Da das meiste zur Abdeckung des inländischen Bedarfs gebraucht wird, fallen die exportierbaren Überschüsse entsprechend geringer aus.

Knappes Angebot hat Rapsschrot verteuert

Am Rapsschrotmarkt hat sich die Nachfrage im Dezember deutlich beruhigt. Mischfutterhersteller sind auf den vorderen Positionen gut gedeckt, vereinzelte Lücken bis Jahresende 2018 waren Ende November noch geschlossen worden. Ohne Not beobachten Käufer nun den Preisverlauf. Die geringere Nachfrage trifft auf ein sehr begrenztes Angebot. Mancherorts ist vorne kein Rapsschrot mehr zu bekommen, so zum Beispiel in Hamburg, sodass verbliebene Kaufinteressenten auf die Rostocker Parität ausweichen, dort aber für die knappe Ware tiefer in die Tasche greifen mussten. Zudem war Frachtraum trotz wieder gestiegener Flusspegel im Dezember weiterhin knapp und teuer, bremste das Neugeschäft zusätzlich und forderte von den Mischfutterbetrieben Preisaufschläge um kurzfristig Ware zu mobilisieren.

Sojaschrotumsätze ruhig aber stetig

Am Sojaschrotmarkt waren die Umsätze im Dezember verhalten, zur Monatsmitte lagen die Forderungen fast unverändert auf dem Niveau von vor vier Wochen. Impulsgeber ist allenfalls die Börse in Chicago, aber von dort kommen keine richtungweisenden Signale. Anbieter gehen davon aus, dass sich die Preise für 44er Sojaschrot auch in den kommenden Wochen stabil um 300 EUR/t bewegen werden. Das Kaufinteresse ist ruhig aber stetig. Wenn sie nicht dringend Lücken zu schließen haben, halten sich die meisten Käufer zurück, denn der Handelskonflikt zwischen den USA und China bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Zwar sind zuletzt nach monatelangem Stillstand einige Partien Sojabohnen aus den USA nach China geflossen, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sich die Geschäfte jetzt wieder normalisieren. Wahrscheinlich haben die Chinesen mit den gekauften Mengen lediglich wieder ihre Silos aufgefüllt und könnten sich daher wieder zurückziehen, schätzen Marktteilnehmer.

 

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