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Marktbericht KW 50 / 2020
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Am Rapsmarkt geht es ruhiger zu, nach den lebhaften Geschäften im November hatten sich die Verkaufsaktivitäten bereits in der Vorwoche abgekühlt. Nicht nur, weil es an Unterstützung vom Terminmarkt her mangelt, sodass die Preise nicht weiter steigen können, auch, weil bereits größere Mengen als üblich aus Erzeugerhand verkauft wurden. Das gilt nicht nur für Raps der Ernte 2020, sondern auch bereits für Lieferungen ex Ernte 2021. Wenn auch weniger Neugeschäfte abgeschlossen werden, wird doch jede Menge Ware bewegt. Die Kontraktabwicklung durch den Handel läuft auf Hochtouren. Auch könnten die Rapsgeschäfte bis Weihnachten noch einmal an Fahrt gewinnen, meinen Marktbeobachter. Denn wegen des avisiert größeren Angebotes aus Australien erscheinen Preissteigerungen am EU-Rapsmarkt eher unwahrscheinlich. Daher könnte sich so mancher entschließen, weitere Mengen zu vermarkten, solange das Preisniveau noch hoch ist.

Während die Rapspreise für vordere Liefertermine ihr Niveau bei 387,70 EUR/t halten, stehen die Vorkontraktpreise unter Druck. Bereits in der vergangenen Handelswoche hatten sie an Wert verloren und haben nun weiter nachgegeben. 371,40 EUR/t im Bundesdurchschnitt entsprechen einem Rückgang von 3,70 EUR/t oder 1 % zur Vorwoche. Grund für den Preisrückgang ex Ernte 2021 ist die größere Rapsaussaatfläche, die die UFOP auf 1,00 bis 1,03 Mio. ha beziffert, aber auch die bis dato günstigen Witterungsbedingungen für die Entwicklung der Rapsfeldbestände in Deutschland.

Am Rapsschrotmarkt geht sehr ruhig zu. Die meisten Mischfutterbetriebe sind bis Jahresende gut versorgt. Liefertermine im kommenden Jahr werden kaum besprochen, da das Preisniveau den Mischfutterherstellern zur längerfristigen Versorgung noch zu hoch ist. Aber nicht nur die Geschäfte mit physischer Ware sind eingeschlafen, in den vergangenen sieben Tagen ist das Kontraktgeschäft ebenfalls zum Erliegen gekommen. Ölmühlen-Offerten sind aber auch im Dezember selten, Preise werden an den meisten Standorten in Deutschland nicht mehr genannt. Der Markt für Ölschrote wird sich voraussichtlich erst im kommenden Jahr wieder beleben.

Auch die Preise für Sojaschrot haben im Vorwochenvergleich nachgegeben. Die Nachfrage ist auch hier ruhig, das Angebot derweil bedarfsdeckend, aber nicht überreichlich. Bärische Impulse setzen die schwachen Sojaschrotnotierungen in Chicago.

Die Sojaölpreise beugen sich den schwächeren Vorgaben vom internationalen Parkett. Verbesserte Wetterbedingungen in Brasilien, die die Prognose einer dortigen Rekordernte untermauern, setzen die Notierungen für Sojabohnen und Nachprodukte unter Druck; die kräftigen Gewinne der vergangenen Wochen beginnen zu bröckeln. Die Sojaölpreise fob Hamburg wurden zuletzt bei 800 EUR/t und damit 20 EUR/t unter Vorwoche festgestellt. Sojaöl, als Zugpferd des Pflanzenölmarktes, wirkt sich auch auf die Entwicklungen beim Raps- und Sonnenblumenöl aus.

Rapsöl verzeichnet einen kräftigen Preisrückgang von 52 EUR/t oder fast 6 % im Vergleich zur Vorwoche auf 848 EUR/t fob Hamburg. Schon in der 49. Kalenderwoche hatten die Preise deutlich nachgegeben. Wie es weitergeht, hängt vor allem von den Entwicklungen am Biodieselmarkt ab. Im November eher verhalten, berichteten Marktteilnehmer zuletzt von auflebender Nachfrage für die erste Jahreshälfte 2021, die auch die Preise für Rapsöl, als Rohstoff für die Herstellung winterharten Biodiesels, befestigen könnte.