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Marktbericht KW 39 / 2020
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Mit Unterstützung der festen Raps- und Sojanotierungen sind auch die Erzeugerpreise in Deutschland deutlich gestiegen. Auf Wochensicht steht ein Plus von 4 auf 371 EUR/t, was dem höchsten Preisniveau seit Februar 2020 entspricht. Damit übersteigt das aktuelle Niveau die Preislinie von 2019/20 um 3 EUR/t, die Preisdifferenz zu 2018/19 hat sich sogar auf 22 EUR/t erhöht. Die Erzeuger hatten sich in den vergangenen Wochen mit Verkäufen eher zurückgehalten, da ihnen das Preisniveau nicht ausreichte. Angesichts der kleinen deutschen und europäischen Rapsernte haben sie auf Preissteigerungen spekuliert. Mit dem jüngsten Anstieg scheinen die Vorstellungen der Erzeuger aber allmählich getroffen zu werden und ihre Abgabebereitschaft hat zugenommen. So wurden aus Niedersachsen, Thüringen, Sachsen und Bayern Verkäufe, auch teils größerer Mengen, gemeldet. Auch in Westfalen-Lippe und aus dem Rheinland wird zwar auch von einer erhöhten Abgabebereitschaft der Erzeuger berichtet, das Kaufinteresse der Verarbeiter ist dort aber eher gering. Meldungen zufolge ist in einigen Regionen wohl auch nicht mehr so viel Ware in den Lägern der Erzeuger bzw. freie Ware vorhanden, da ein Großteil bereits während der Ernte vermarktet wurde. 

Die Ölschrotpreise haben in der Berichtswoche kräftigen Auftrieb bekommen. Die Preise für Rapsschrot liegen durch den jüngsten Preisanstieg mittlerweile auf dem höchsten Niveau seit Anfang Mai 2020. Der Markt ist, wie auch schon in den Vorwochen, zweigeteilt. Im Westen von Deutschland bieten Ölmühlen kaum mehr Ware an. Teilweise notieren sie nicht einmal mehr zur Lieferung im Oktober Preise. Gleichzeitig ist die Nachfrage weiterhin zumindest stetig. Nur in Ostdeutschland werden auf den vorderen Terminen noch vereinzelt Partien angeboten. Diese haben schon in den vergangenen zwei Wochen das Kaufinteresse überregionaler Abnehmer geweckt, was aufgrund der langen Transportwege eher selten der Fall ist. Sogar aus den Niederlanden wurde probeweise eine Partie geordert. Sojaschrot hat sich im Vergleich zur Vorwoche kräftig verteuert. Unterstützung kommt hauptsächlich von den Börsennotierungen in Chicago.  

Sojaöl hat sich auf Wochensicht unverändert auf 740 EUR/t gehalten und liegen damit weiterhin auf dem höchsten Niveau seit Februar 2020. Wenig richtungsweisende Impulse kamen von den Ölnotierungen in Chicago, die mit Zick-Zack-Kurs am 21.09.2020 auch nur wieder Vorwochenniveau erreicht hatten. Die Rapsölpreise haben gegenüber der Vorwoche um 5 auf 790 EUR/t nachgegeben. Damit hat sich der Preisabstand zwischen Raps- und Sonnenblumenöl nochmals vergrößert. Lag er in der Vorwoche bei 80 EUR/t sind es mittlerweile 96 EUR/t. Am Markt für Rapsöl fehlen ebenfalls richtungsweisende Impulse. Selbst die festen Preise für Raps konnten den Preisrückgang nicht stoppen, die Nachfrage ist schwach, das Angebot vergleichsweise reichlich, wenn auch noch für vordere Termine ein Aufschlag von 10 EUR/t gefordert werden, die Folgemonate sind dann schon wieder preisidentisch.