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Marktbericht KW 38 / 2020
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Am deutschen Rapsmarkt ist weiterhin wenig los. Trotz der kleinen Rapsernte 2020 in Deutschland sind die Ölmühlen gut versorgt, da sie sich in den vergangenen Wochen ausreichend Ware aus dem Baltikum und der Ukraine gekauft haben. Mittlerweile kommt auch vermehrt Raps aus Kanada. Besonders auf den vorderen Terminen wird so gut wie keine Ware nachgefragt und die meisten Ölmühlen sind auch bis Jahresende gut versorgt. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die ruhige Marktsituation auch noch in den kommenden Wochen anhalten wird. Zumindest solange es keine schlagartige Kurswendung an der Terminbörse in Paris geben wird. Während die Erzeuger im Rheinland mit der Vermarktung von Raps zurückhaltend agieren, werden aus Niedersachsen-Ost und Thüringen verstärkt Verkäufe gemeldet. Der ruhige Handel lässt auch die Rapspreise stagnieren, die im Vorwochenvergleich nur um 0,80 auf 366,90 EUR/t leicht zugelegt haben.  

In einigen deutschen Bundesländern benötigen die vor kurzem gesäten Rapsfeldbestände dringend Regen. Meldungen zufolge, wurde der Rapsanbau in Hessen leicht ausgedehnt, doch dort mangelt es den Beständen bereits jetzt an Wasser. Auch in Thüringen wird von einem Wasserdefizit berichtet. In Sachsen ist die Rapssaat mithilfe der kräftigen Regenfälle vor zwei Wochen gut aufgelaufen. Aktuell entzieht aber auch hier die Hitze dem Boden die Feuchtigkeit. 
Die Rapsschrotpreise haben in den vergangenen sieben Tagen nochmals zugelegt. Preisauftrieb bringt wie schon in der Vorwoche die stetige bis regional lebhafte Nachfrage, die auf ein eher begrenztes Angebot auf den vorderen Positionen trifft. Nur im Osten Deutschlands ist dies nicht der Fall. Dort gibt es Ölmühlen, die ihre Ware auf den vorderen Terminen verkaufen wollen. Dabei handelt es sich Marktteilnehmer zufolge um Druckpartien, bei denen Preiszugeständnisse gemacht werden. Momentan werden dafür regional aber kaum Käufer gefunden.  

Die Sojaschrotpreise sind ebenfalls in den ersten vier Tagen der Berichtswoche gestiegen, gaben zuletzt aber so kräftig nach, dass sie unter das Vorwochenniveau rutschten. Einem reichlichen Angebot steht eine eher geringe Nachfrage gegenüber, da der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Ostdeutschland die Mischfutterhersteller vorsichtig agieren lässt.  
Sojaöl verbucht in der Berichtswoche ein leichtes Plus. In den vergangenen sieben Tagen legte es um umgerechnet 5 auf 740 EUR/t zu. Marktteilnehmer berichten von einer regen Nachfrage aus China. Zudem stützen die Sojaölkurse in Chicago. Diese haben in der Berichtswoche um umgerechnet knapp 20 auf  636 EUR/t zugelegt. Und sind auf den höchsten Stand seit Januar 2020 geklettert. Der Sojakomplex in Chicago wird ebenfalls von der lebhaften chinesischen Nachfrage getrieben. Zudem stützen die ungünstigen Witterungsbedingungen in den USA. Zusätzlich hat das USDA die weltweiten Lagerbestände von Sojabohnen und Sojaöl zum Ende des Wirtschaftsjahres 2020/21 nach unten korrigiert.  

Nur Rapsöl konnte in dieser Berichtswoche nicht von der positiven Stimmung profitieren und gab um 3 auf 795 EUR/t nach. Dämpfende Impulse kommen vom Rohölmarkt. Diese sind zurückgegangen, weil die Nachfrage nach Rohöl 2020 doch geringer ausfallen dürfte als bisher gedacht. Und auch die Nachfrageprognose für 2021 wurde gedämpft. Wenig Unterstützung bringen auch die Rapskurse in Paris.