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Marktbericht KW 34 / 2020
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Nach wie vor treffen äußerst wettbewerbsfähige Rapspartien aus dem Baltikum an deutschen Häfen ein. Auch aus der Ukraine kommen weitere Schiffsladungen an. Erst in der 33. Kalenderwoche waren die Lieferungen von dort aufgelebt und damit etwa zwei Wochen später als ursprünglich geplant. Grund war die deutliche Verzögerung der dortigen Rapsernte. Der Importdruck ließ die Erzeugerpreise in der vergangenen Woche kräftig nachgegeben. In der 34. Kalenderwoche sind sie immerhin nicht weiter verfallen, trotzdem wird das Vorjahr nun knapp verfehlt.  

Mit den Preisrückgängen wurde die Verkaufsbereitschaft aus der Landwirtschaft abgewürgt und bleibt in der aktuellen Handelswoche verhalten. Gleichzeitig ist das Interesse der Ölmühlen für Inlandsraps eher gering. Dazu tragen nicht nur die preisgünstigen Offerten aus dem Ausland bei, sondern auch der Rückgang der Rapsölpreise in der vergangenen Woche. Zwar sind diese zuletzt nicht weiter verfallen, dennoch will man beim Rohstoffeinkauf nun vorsichtiger agieren. Weitere Preisnachlässe werden abgewartet bzw. in den Geschäftsverhandlungen versucht durchzusetzen. 

Der Inlandsmarkt läuft ruhig, auf geringem Mengenniveau. Doch Erzeuger werfen die Flinte nicht ins Korn. Sie setzen auf ein früheres Versiegen des Importzustroms aus der Ukraine in der Saison 2020/21, vor dem Hintergrund, dass die dortige Ernte sehr viel kleiner als im Vorjahr ausgefallen ist. 

Die Rapsschrotpreise sind in dieser Berichtswoche um 6 auf 206 EUR/t gestiegen. Damit liegen sie aktuell auf dem höchsten Stand seit Ende Juni und etwa 12 EUR/t über Vorjahresniveau. Unterstützt wurden sie von der etwas lebhafteren Nachfrage der Mischfutterhersteller. Diese haben sich mit ihren Käufen besonders auf die vorderen Termine konzentriert. Die Sojaschrotpreise haben sich im Vergleich zu Rapsschrot noch deutlicher befestigt. Auf Wochensicht steht sowohl bei Sojaschrot mit 44 % ProFett-Gehalt als auch bei 49er Ware ein Plus von 8 EUR/t. Damit liegen die Sojaschrotpreise, genau wie Rapsschrot, deutlich über dem Vorjahresniveau. Fob Hamburg wurde zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr unabhängig von der Qualität etwa 12 EUR/t weniger verlangt. Die deutschen Kassapreise orientieren sich hauptsächlich an den Sojaschrotkursen in Chicago, die auf Wochensicht um 5 % zugelegt haben.  
Nachdem sie in der Vorwoche um 30 EUR/t nachgegeben hatten, haben sich die Rapsölpreise in der aktuellen Berichtswoche auf dem Niveau von 770 EUR/t fob Hamburg stabilisiert. Unterstützung kommt vom Biodieselmarkt, wo die Nachfrage nach Rapsmethylester mehr und mehr auflebt. Bereits ab Mitte September dürften viele Beimischer auf die Verwendung von Rapsmethylester umstellen, neben dem allseits gefragten UCOME. Soja- und Palmmethylester werden in den nächsten Monaten eine untergeordnete Rolle am Markt spielen. 

Derweil haben sich die Sojaölpreise gegenüber der Vorwoche befestigt, ab November werden fob Hamburg 710 EUR/t aufgerufen, womit das Vorwochenniveau um 20 EUR/t übertroffen wird. Dieser Preis bezieht sich auf Ware zur Lieferung ab November, denn vorne ist das Angebot an rohem Sojaöl in Deutschland äußerst gering, Raffinat soll im Moment nahezu gar nicht mehr verfügbar sein. Preisunterstützung gibt es vom internationalen Parkett: In Chicago hatte die Euphorie unter US-Exporteuren über die lebhafte Sojabohnennachfrage aus China den Notierungen Auftrieb gegeben.