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Marktbericht KW 05 / 2021
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Die Rapserzeugerpreise in Deutschland tendieren fest. Gegenüber der Vorwoche wurden in mehreren Bundesländern die Forderungen kräftig angehoben. Im Bundesmittel werden 418 EUR/t gefordert und damit 7 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung finden die Rapserzeugerpreise in Deutschland in der knappen Versorgungslage und der Zurückhaltung der Abgeber. Nach lebhafter Vermarktung in den vergangenen Monaten sind die alterntigen Rapsvorräte weit, regional sogar bereits vollständig geräumt. Letzte Reste werden in Spekulation auf weitere Preissteigerungen zurückgehalten. Der Vermarktungsstand ex Ernte 2021 ist ebenfalls sehr hoch, teilweise sind bereits 30 % der kommenden Ernte vorkontrahiert. Nun wird abgewartet. Denn auch wenn die Regenfälle bisher reichlich waren und sich die Feldbestände gut entwickeln konnten, zeigt der Rückblick auf vergangene Jahre, dass sich das Blatt bis zur Ernte noch wenden kann. Möglicher Frost und Frühjahrstrockenheit werden abgewartet, bevor weitere Mengen unter Vertrag genommen werden. Zu groß ist sonst die Gefahr, kontrahierte Mengen am Ende nicht liefern zu können. 

Preisauftrieb bringt aber nicht nur der gut geräumte und von Kaufzurückhaltung gekennzeichnete Inlandsmarkt. Wichtige Rapserzeugerstaaten, darunter das Baltikum, das in der ersten Saisonhälfte nie dagewesene Mengen Raps nach Deutschland lieferte, ist ausverkauft. Bei den Drittstaaten setzt sich das Bild fort: Die Ukraine hat kaum noch Raps für den Export im Angebot und auch die Zufuhren aus Kanada, das an Bedeutung für die EU- und deutsche Rapsversorgung seit 2019/20 deutlich an Bedeutung gewonnen hat, dürften nun spürbar nachlassen. 

Am Rapsschrotmarkt ging es in dieser Woche recht ruhig zu und es wurden nur wenig Umsätze getätigt. Der Grund dafür ist, dass die meisten Mischfutterhersteller bis einschließlich Februar gut gedeckt sind. Aber auch für März/April wird nur wenig Ware nachgefragt. Die Käufer hatten sich aus Angst vor weitere Preissteigerungen in den Vorwochen bereits eingedeckt und warten nun erst einmal ab. Das Angebot an Rapsschrot übersteigt an vielen Standorten in Deutschland momentan die Nachfrage. Das erzeugt Druck auf die Preise.  

Die Preise für Sojaschrot haben sich im Vorwochenvergleich in entgegengesetzte Richtungen entwickelt. Während 49er Sojaschrot zuletzt mehr kostete als in der Woche zuvor, wurde für 44er Ware weniger verlangt. Die Preise für 44er Ware orientieren sich an den auf Wochensicht schwächeren Sojaschrotkursen in Chicago. Die Forderungen für 49er Ware widersetzen sich diesen Vorgaben, da das Angebot an hochproteinreichem Sojaschrot in Deutschland nach wie vor begrenzt ist.   
Die Rapsölpreise erreichten zuletzt ein Niveau von 1.007 EUR/t und damit ein Plus von 99 EUR/t zur Vorwoche. Das ist außerdem der höchste Preisstand seit September 2012. Auftrieb bringt vor allem die angespannte Versorgungslage beim Rohstoff. Die EU-Rapseinfuhren haben zuletzt spürbar an Tempo verloren, da der ukrainische Markt so gut wie leergefegt ist und auch die Kanadier nach den lebhaften Ausfuhren der vergangenen Monate auf einen Engpass zusteuern. Doch die neue Ernte liegt noch Monate in der Zukunft, womit die EU-Rapsversorgung keineswegs gesichert ist. Hinzu kommen Nachfrageimpulse. Vor allem China ist als Käufer von Ölsaaten und Nachprodukten aktiv, darunter fällt auch Rapsöl aus EU-Produktion. Wenn jetzt noch die Nachfrage aus der EU-Biodieselindustrie Fahrt aufnehmen würde, wären sicherlich noch weitere Preissteigerungen beim Rapsöl möglich, doch hier herrscht eher Zurückhaltung. Zwar ist es nicht mehr so ruhig wie nach dem Jahreswechsel, die Nachfrage aber wohl höchstenfalls stetig. Mancher ist sich aber sicher, dass die Nachfrage nach Rapsöl zur Biodieselherstellung früher oder später an Fahrt gewinnen muss, da Altspeiseöl (UCO) infolge der Gastronomieschließungen äußerst knapp ist. 

Nach Rapsöl zeigt Sojaöl den deutlichen Preisanstieg im Vergleich zur Vorwoche, 910 EUR/t entsprechen einem Plus von 50 EUR/t. Unterstützung bringen die aktuellen Entwicklungen in Brasilien. Dortige Regenfälle bringen den Sojabohnenfeldern übermäßige Feuchte, die die Ausbreitung von Krankheits- und Schaderregern fördert und die Ernte verzögert. Da der globale Sojamarkt nach frischen Bohnen hungert, bleibt die Preiswirkung auf Sojabohnen und Nachprodukte nicht aus.