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Marktbericht KW 04 / 2021
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In der 3. Kalenderwoche hatte sich der Preisaufschwung am deutschen Rapsmarkt bereits spürbar abgeschwächt, in der aktuellen Handelswoche tendieren die Preise nun leicht schwächer: 410,70 EUR/t im Bundesdurchschnitt entsprechen einem Rückgang von 1,20 EUR/t zur Vorwoche. Je nach Region fallen die Rückgänge aber auch deutlicher aus. Das gilt für den Osten Niedersachsens sowie für Hessen, wo gegenüber der Vorwoche jeweils mehr als 10 EUR/t abgegeben wurden. Den Markt versetzt die jüngste Preisentwicklung in den Ruhemodus. Zwar wurde seit den ersten deutlichen Preissteigerungen im November 2020 ohnehin nicht mehr viel verkauft, nicht mangels Interesses, sondern aufgrund der weiter als üblich vorangeschrittenen Lagerräumung. Doch in der vergangenen Woche waren auf dem erreichten hohen Preisniveau immerhin noch Restmengen vermarktet worden, in Torschusspanik sozusagen, bevor die Preise den Rückwärtsgang einlegen, was sie nun getan haben. Dafür wird in der 4. Kalenderwoche offenbar mehr Raps ex Ernte 2021 gehandelt. Nachfrage ist vorhanden, Abgabebereitschaft ebenfalls, was die Preise mit 380,50 EUR/t auf dem Niveau der Vorwoche hält. Die kommende Ernte ist allerdings nicht erst jetzt Thema. Die Verkäufe waren bereits im November 2020 aufgelebt, sodass der Vermarktungsstand bereits höher als üblich ist. Vielerorts sind schon mindestens 20 % der Ernte 2021 unter Vertrag. 

Am deutschen Rapsschrotmarkt stehen nach wie vor Lieferungen im Zeitraum Februar bis April 2021 im Fokus der Käufer. Doch allmählich scheint auch die Nachfrage für spätere Liefertermine in Gang zu kommen. Marktbeteiligte melden nun auch Kaufanfragen für Mai bis Juli. Angesichts deutlicher Preisabschläge gegenüber Rapsschrot zur sofortigen Lieferung ist das nicht überraschend. Die Preisdifferenz zur vorderen Ware lässt auch das Interesse für Lieferungen ex Rapsernte 2021 aufkommen. Insgesamt wird die Nachfrage am deutschen Rapsschrotmarkt als stetig und passend zum verfügbaren Angebot beschrieben. 

Während sich die Rapsschrotpreise befestigt haben, wurden die Forderungen für Sojaschrot zur Vorwoche gekürzt. Die schwächeren US-Sojaschrotkurse tragen maßgeblich dazu bei, denn diese verzeichneten am 19.01. und dann noch einmal am 22.01.2021 gravierende Rückgänge. Das Angebot an Sojaschrot, vor allem an hochprozentiger Ware, ist in Deutschland knapp, da Lieferungen aus Argentinien streikbedingt verzögert eintreffen.  

Die Rapsölpreise sind in der Berichtswoche um 15 EUR/t oder 1,7 % auf 908 EUR/t gestiegen. Neben den auf Wochensicht leicht gestiegenen Raps- und Sojaölnotierungen, setzt die allmählich anziehende Nachfrage aus dem Biodieselsektor bullische Impulse. Zudem befürchten Marktteilnehmer, dass das Angebot an Rapsöl in der laufenden Saison knapp werden könnte. Die Bedenken werden vom begrenzten Rohstoffangebot geschürt. 

Am Kassamarkt hat sich nur Sojaöl in der Berichtswoche vergünstigt. Zur Lieferung im Januar wurden zuletzt 860 EUR/t festgestellt. Ware zur Lieferung im Februar kostete 855 EUR/t und damit rund 5 EUR/t oder 1 % weniger als vor einer Woche. Marktteilnehmern zufolge werden momentan große Mengen an Sojabohnen in den Niederlanden und der EU verarbeitet, weil die Margen attraktiv sind. Das steigert das Angebot an Sojaöl und übt Druck auf die Preise aus.