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Marktbericht KW 03 / 2021
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Für Raps frei Lager des Erfassers werden in der dritten Kalenderwoche 412 EUR/t im Bundesdurchschnitt gemeldet. Das entspricht einem Plus von 1 EUR/t zur Vorwoche. Die Rapsterminkurse in Paris, die auf Wochensicht um 2 % nachgaben, liefern keine Unterstützung mehr. Die Hausse an Rapstermin- und Kassamärkten scheint mit dem Rückgang der Sojabohnennotierungen ihr Ende gefunden zu haben. Rückläufige kanadische Canola- und malaysische Palmölnotierungen tragen ebenfalls ihren Teil bei. 

Die Marktlage ist im Prinzip unverändert: die Geschäfte bleiben ruhig, daran ändert die jüngste Preisentwicklung nichts. Das kleine Angebot der Erzeuger trifft am deutschen Kassamarkt auf den geringen Bedarf der Ölmühlen auf den vorderen Terminen. Vollkommen umsatzlos ist der deutsche Rapsmarkt dann aber auch nicht. Alterntig werden vereinzelt noch Restmengen vermarktet sowie weitere Vorkontrakte abgeschlossen. Mit den jüngsten Preisrückgängen ex Ernte 2021 ist das Kaufinteresse sogar etwas gestiegen, so die Marktmeldungen einzelner Regionen. Hier scheitert es dann eher am Verkaufswillen der Erzeuger, die einerseits schon viel Raps der kommenden Ernte gebunden haben und andererseits nichts überstürzen und nun erst einmal die Entwicklung ihrer Feldbestände abwarten wollen. Momentan ist das Bild in den meisten Anbauregionen dank ausreichender Regenfälle und guter Winterhärte zufriedenstellend. 

Am Rapsschrotmarkt kennen die Preise seit mehreren Wochen nur eine Richtung: bergauf. Marktteilnehmer berichten trotz des hohen Preisniveaus von stetigen Umsätzen in der vergangenen Woche. Dabei stehen besonders die vorderen Termine im Fokus. Keiner möchte sich bei den aktuellen Preisen langfristig eindecken, sondern kauft nur das Nötigste. Da sich die Rapsschrotpreise unter anderem an den Sojaschrotkursen in Chicago orientieren, sind Marktteilnehmer gespannt, wie es in den kommenden Tagen weitergeht. Denn die Notierungen knickten zuletzt kräftig nach unten ab. Das könnte sich auch am Rapsschrotmarkt bemerkbar machen.  

Auch Sojaschrot hat sich in den vergangenen sieben Tagen verteuert. Unterstützung bringt das begrenzte Angebot an Sojaschrot in Deutschland. Besonders die Offerten an hochproteinreichem Sojaschrot sind gering. Viele Ölmühlen haben auf Terminen bis Anfang März nur noch wenig 49er Ware im Angebot. Die Nachfrage kann dadurch nicht gedeckt werden.  

Rapsöl kostete zuletzt 893 EUR/t fob Hamburg und damit 30 EUR/t oder 3,3 % weniger als vor einer Woche. Die Unterstützung vom Terminmarkt hat nachgelassen. Am vergangenen Freitag hatten die Rapsnotierungen in Paris deutlich an Wert verloren. Zuletzt war die Tendenz zwar wieder fester, doch die Hausse scheint erst einmal vorüber, zumal der bullische USDA-Monatsreport eingepreist ist. Die Wetterlage in Südamerika bleibt zwar angespannt und deshalb im Fokus, vorrangig aber am Sojaölmarkt. Die Rapsölnachfrage ist dem Vernehmen nach stetig und scheint aktuell etwas Fahrt aufzunehmen. Kaufinteresse kommt dabei nicht nur aus der Biodieselindustrie. Auch die Chinesen sind nach wie vor als Käufer von Ölsaaten und Nachprodukten am Weltmarkt sehr aktiv. Gegenüber Sonnenblumen- und Palmöl ist Rapsöl wettbewerbsfähig. Die EU-Versorgungslage mit Rapsöl wird als knapp beschrieben, hängt aber maßgeblich davon ab, wie sich die Nachfrage am Biodieselmarkt in den kommenden Monaten entwickeln wird. 

Die Sojaölpreise haben im Vergleich zur Vorwoche um 31 EUR/t oder 3,5 % auf 865 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Die Sojabohnenfeldbestände in Südamerika werden weiterhin genau beobachtet, weitere Kürzungen der Ernteprognosen sind nicht auszuschließen.