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Fasermixe mit unterschiedlicher Zusammensetzung – Auswirkungen auf Futterverbrauch, Lebendmasseentwicklung und Zuchtleistung
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Um die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierverordnung einhalten zu können, werden in der landwirtschaftlichen Praxis häufig sogenannte „Fasermixe“ eingesetzt. Hauptbestandteile dieser rohfaserreichen Ergänzungsfuttermittel für Zuchtschweine sind Apfeltrester, Sojabohnenschalen, Trockenschnitzel, Grünmehl, Mühlennachprodukte und viele andere mehr. In einem Fütterungsversuch mit tragenden und ferkelführenden Sauen wurde geprüft, ob sich Fasermixe unterschiedlicher Zusammensetzung auf Futteraufnahme, Lebendmasseentwicklung und Zuchtleistung auswirken. Dr. Wolfgang Preißinger, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft, stellt die Ergebnisse im aktuellen Beitrag vor.

Versuchsdurchführung

Der Versuch wurde am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Schweinehaltung in Schwarzenau durchgeführt. Insgesamt wurden 89 Produktionszyklen von Sauen für den Versuch berücksichtigt. Folgende Behandlungsgruppen wurden getestet:

  • Kontrolle: Fasermix I, mit Apfeltrester (Schwarzenauer Standard)
  • Testgruppe: Fasermix II ohne Apfeltrester (preiswert)

Aus nachfolgender Tabelle geht die Zusammensetzung beider Fasermixe hervor. Zu Versuchsbeginn betrug die Preisdifferenz zwischen beiden Fasermixen exakt 7 Euro pro Dezitonne.

Ergebnisse

Futterverbrauch

In nachfolgender Tabelle ist der Futterverbrauch der Sauen während der Trächtigkeit und Laktation dargestellt. Signifikante Unterschiede traten dabei nicht auf. Lediglich in der Woche vor dem Abferkeln ergab sich aufgrund der geringen Streuung in diesem Abschnitt ein absicherbarer Unterschied.

Lebendmasseentwicklung

In nachfolgender Tabelle ist die Lebendmasseentwicklung der Sauen während der Trächtigkeit und Laktation dargestellt. Signifikante Unterschiede traten nicht auf.

Geburtsverlauf, Sauengesundheit und Zuchtleistungen

Der Geburtsverlauf, der Gesundheitsstatus sowie die Zuchtleistungen sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt. Mit Ausnahme des Wurfgewichtes und der abgesetzten Ferkel konnten zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Bei diesen Parametern schnitt die Testgruppe mit dem preiswerten Fasermix besser ab. Die Zusammensetzung des Fasermix zeigte keinen Einfluss auf die Körpertemperatur der Sauen während der ersten drei Tage nach der Geburt sowie auf die Häufigkeit von Anomalien bei Ferkeln (Binneneber, Bruchferkel, Mumien).

Gewichtsentwicklung der Ferkel und Aufzuchtleistungen der Sauen beider Versuchsgruppen

ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT

Der Einsatz des preiswerteren Fasermix ohne Apfeltrester zeigte im Versuch keine negativen Effekte auf Futteraufnahme und Lebendmasseentwicklung der Sauen sowie auf die Zuchtleistung. Berücksichtigt man die Preisdifferenzen von 1,25 Euro für das Trage- und 0,35 Euro für das Laktationsfutter, so reduzieren sich bei einem unterstellten Futterverbrauch von 700 bis 850 Kilogramm Tragefutter und 350 bis 500 Kilogramm Säugefutter pro Sau und Jahr die Futterkosten um rund 10 bis 12,5 Euro pro Sau. Bei 250 Sauen sind dies 2.500 bis 3.100 Euro pro Jahr.

DER DIREKTE DRAHT

Dr. Wolfgang Preißinger
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft
D-97359 Schwarzach a. Main

E-mail: Wolfgang.Preissinger(at)LfL.bayern(dot)de