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Monatsbericht Oktober 2020: Rapspreise stabil – noch, Sojaschrot im Höhenflug, Nachfrage schnell abgeflaut
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Rapspreise stabil – noch!
Die Rapspreise haben sich in den vergangenen vier Wochen befestigt. Zuletzt wurden 373 EUR/t frei Erfasserlager im bundesweiten Durchschnitt ermittelt, die den Stand von vor vier Wochen um 7 EUR/t übertreffen. Die Forderungen lagen Ende Oktober 2020 damit außerdem 7 EUR/t über dem Referenzzeitpunkt des Vorjahres. Doch weiteres Aufwärtspotenzial besteht aktuell nicht mehr und dürfte im gesamten November nicht unbedingt gegeben sein. Die seit zwei Wochen nahezu unveränderten Preise deuten dies bereits an.

Im Oktober waren die Einflüsse am deutschen Rapsmarkt gegensätzlich: Auf der einen Seite stand die geringe Rapsnachfrage der Ölmühlen in Deutschland und die günstigen Witterungsbedingungen für die kürzlich gesäten Rapsfeldbestände, auf der anderen Seite die bis vor kurzem festen Rapsnotierungen in Paris, die scheinbar sogar die Marke von 400 EUR/t in Angriff nehmen wollten, angespornt von den rasanten Kurssteigerungen für Sojabohnen in Chicago. Bullisch wirkten außerdem die im Vergleich zum Vorjahr geringeren Rapslieferungen aus der Ukraine, die durch höhere Importe aus Kanada nur teilweise kompensiert werden konnten.

Für den November liegen die Erwartungen am Rapsmarkt nun vor allem auf der Biodieselnachfrage, die sich in den Wintermonaten wie üblich vor allem auf Rapsmethylester konzentriert. Doch bisher – Stand Ende Oktober – war die Nachfrage äußerst verhalten und mit den ab 02.11. geltenden Corona-Maßnahmen in Deutschland, könnte die Marktbelebung fortgesetzt ausbleiben. Man erinnere sich nur an das Frühjahr, als der Kraftstoffverbrauch in Deutschland, einschließlich Biodiesel, Corona-bedingt massiv eingebrochen war.

Sojaschrot im Höhenflug
Die Ölschrotpreise sind im Oktober nach oben geschossen. Sojaschrot kletterte unabhängig von der Qualität auf den höchsten Stand seit Mai 2018. 49er Ware wurde bei 396 EUR/t fob Hamburg festgestellt, 44er Ware kostete im Oktober durchschnittlich 370 EUR/t fob Hamburg. Verglichen mit dem Vormonat hat sich Sojaschrot damit um durchschnittlich 14 % verteuert. Die Forderungen für Rapsschrot haben einen weniger rasanten Anstieg hingelegt, kletterten aber dennoch mit zuletzt 250 EUR/t auf das höchste Niveau seit fünf Monaten. Das entspricht einer Steigerung von 11 % gegenüber Vormonat. Unterstützung kam hauptsächlich von den Notierungen in Chicago. Am hiesigen Kassamarkt haben sich die Käufer aufgrund der hohen Preise weitestgehend vom Markt zurückgezogen.

Nachfrage schnell abgeflaut
Ende September war das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller noch zumindest stetig, regional sogar lebhaft. Da die Preise aber Woche für Woche weiter gestiegen sind, hat sich die Stimmung an den Ölschrotmärkten gedreht. Die Mischfutterbetriebe zogen sich seit Oktoberbeginn aufgrund des
hohen Preisniveaus mehr und mehr vom Markt zurück. Geordert hat nur noch, wer unbedingt Ware benötigte. Wenn es hier und da Anfragen gab, lag das Kaufinteresse vor allem auf den vorderen Lieferterminen November bis Januar. Mit größeren Käufen wird aber vorerst auf Preisnachlässe in den kommenden Wochen gehofft.

Der Auslöser für den rasanten Preisanstieg bei den Ölschroten sind hauptsächlich die festen Terminkurse in Chicago. Sowohl die Sojabohnen- als auch die Schrotkurse haben im Oktober im Vergleich zum Vormonat kräftig zugelegt. Die Sojabohnennotierungen lagen im Oktober im Schnitt rund 6 % über dem Vormonatswert, bei Sojaschrot steht sogar ein Plus von 13 %. Auftrieb kommt von der lebhaften Nachfrage aus China nach US-Soja. Zudem stützten die trockenheitsbedingten Aussaatverzögerungen in Brasilien.