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Monatsbericht Dezember 2020: Rapspreise knapp behauptet
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Die Rapspreise haben sich im Dezember kaum verändert. Erzeuger vermarkten zurückhaltender und die meisten Ölmühlen haben ihren Bedarf bis nach dem Jahreswechsel gedeckt. Auch der Terminmarkt schickte im Dezember nicht mehr so viel Unterstützung wie im Vormonat, sodass die hiesigen Kassapreise nicht weiter steigen konnten. Mit 387 EUR/t zeigten sie sich zur Monatsmitte knapp bahauptet. Ob es noch einmal Schub gibt, hängt jetzt vor allem von der australischen Rapsernte und den Entwicklungen am Sojamarkt ab.

Der Rapsmarkt hat sich ruhig entwickelt. Nennenswerte Geschäftsabschlüsse kamen zuletzt nicht mehr zustande und dürften bis zu den Feiertagen wohl auch nicht mehr erfolgen. Die Ölmühlen haben ihre Hausaufgaben gemacht, die Rohstofflager sind gefüllt und der Nachschub über Kontrakte aus dem In- und Ausland bis nach dem Jahreswechsel gesichert. Bestes Beispiel dafür ist die jüngste Ankunft einer Schiffsladung Raps von über 50.000 t aus der Schwarzmeerregion. Auch von Seiten der Erzeuger haben sich die Handelsaktivitäten beruhigt, schon seit Anfang Dezember ist das der Fall. Im November hatten sich Rapserzeuger in Deutschland umfangreich von Ware der Ernte 2020 getrennt und auch bereits überdurchschnittliche Mengen ex Ernte 2021 unter Vertrag genommen.

In den meisten Regionen Deutschlands sollen nur noch Restmengen Raps der Ernte 2020 unverkauft in Erzeugerhand liegen. Die werden jetzt in Spekulation auf Preissteigerungen in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte unter Verschluss gehalten. Wer verkaufen wollte, hat dies zu hohen Preisen im November längst getan. Ex Rapsernte 2021 werden die Verkäufe nun vor allem dadurch limitiert, dass sich niemand verkalkulieren möchte. Zwar haben sich die Feldbestände bisher gut bis sehr gut entwickelt und die Anbaufläche fällt größer als im Vorjahr aus, doch ist es bis zum Erntebeginn noch lange hin und bis dahin können Wetterumschwünge noch vieles ändern. 2019 waren es schließlich auch erst die Spätfröste im April und die sich anschließende Trockenheit, die die Erträge dezimierten. Niemand möchte zu früh zu viel Raps der kommenden Ernte vermarkten und am Ende die vereinbarten Mengen nicht liefern können oder eventuelle Preissteigerungen verpassen.

Ölschrote vergünstigen sich
Die Preise für Raps- und Sojaschrot konnten ihre mehrjährigen Höchststände im Dezember nicht halten und haben gegenüber dem Vormonat nachgegeben. Dabei hat Sojaschrot mit 44 % ProFett-Gehalt mit einem Rückgang von 25 auf 373 EUR/t am stärksten an Wert eingebüßt. 49er Ware verlor 23 EUR/t und kostete im Dezember durchschnittlich 401 EUR/t. Für Rapsschrot wurden mit 266 etwa 5 EUR/t weniger verlangt. Aufgrund des hohen Preisniveaus im November ist das Kaufinteresse vieler Mischfutterbetriebe bereits in der letzten Novemberwoche abgeflaut und es fanden sich nur noch vereinzelt Käufer. Zudem waren die Mischfutterhersteller im Dezember überwiegend schon bis Jahresende gedeckt. Um die Versorgung im nächsten Jahr werden sie sich erst nach den Feiertagen kümmern. Die ruhige Nachfrage trifft am Rapsschrotmarkt auf ein eher begrenztes Angebot auf den vorderen Terminen. Ölmühlen bieten kaum Ware an. Das sieht aber für die 53. Kalenderwoche dieses Jahres und den Januar 2021 anders aus. Hier dürfte ausreichend Ware zur Verfügung stehen. Am Sojaschrotmarkt schrumpft das Angebot allmählich, da aus Südamerika etwas weniger kommt.

GVO-freies Sojaschrot zeigt gegenläufige Entwicklung
Die Preise für GVO-Sojaschrot haben in den vergangenen fünf Wochen durchschnittlich 33 EUR/t fob Hamburg an Wert abgegeben. Bei den Preisen für GVO-freies Sojaschrot sieht das anders aus. Diese sind seit Mitte November kontinuierlich gestiegen. Der Auslöser hierfür ist das schwindende Angebot bei gleichzeitig lebhafter Nachfrage. Brasilien ist der Hauptlieferant für GVO-freie Ware. Das dortige Angebot ist aber mittlerweile sehr knapp, China hat den Markt in den vergangenen Monaten regelrecht leergefegt, was die Preise hierzulande nach oben treibt. Zudem suchen Käufer nun auch in anderen Ländern nach GVO-freiem Sojaschrot, wodurch europäische Ware zunehmend in den Vordergrund rückt. Das gibt den Preisen zusätzlich Auftrieb.