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Marktbericht KW 37 / 2020
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Am deutschen Rapsmarkt herrscht nach wie vor Flaute. Dabei geht es beiderseitig ruhig zu, schwache Nachfrage trifft auf geringes Angebot. Die Zurückhaltung der Ölmühlen ist auf deren mittlerweile gute Abdeckung bis Jahresende zurückzuführen, oft fehlt wohl nur noch wenig in den Büchern.

In den vergangenen Wochen hatten sich Verarbeiter in Deutschland vor allem mit Importraps aus dem Baltikum und der Ukraine vollgesogen. Die Zurückhaltung der Rapserzeuger ist auf Preisniveau und -verlauf zurückzuführen. Vor dem Hintergrund einer gegenüber dem Vorjahr zwar höheren aber erneut unterdurchschnittlichen Rapsernte in Deutschland und der angespannten Versorgungslage, liegen die Preisvorstellungen der Erzeuger höher als das aktuelle Preisniveau am Kassamarkt. Außerdem weckt der Blick auf den vorjährigen Verlauf die Hoffnung, dass die Preise in den kommenden Wochen bis Monaten noch viel Luft nach oben haben könnten. 2019/20 hatten die Rapserzeugerpreise in Deutschland Ende Oktober/Anfang November eine Kletterpartie begonnen, die sie bis Ende Januar auf fast 400 EUR/t nach oben führte. Auf einen solchen Preisverlauf spekulieren Erzeuger auch dieses Jahr und halten dementsprechend größere Mengen noch zurück. 

Vergangene Woche waren Marktteilnehmer davon ausgegangen, dass Rapsschrot seine Preisspitze erreicht hatte, doch das war offenbar nicht der Fall. In der Berichtswoche haben sich die Rapsschrotpreise in Deutschland weiter befestigt. Preisauftrieb bringt die mindestens stetige, regional auch mal lebhafte Nachfrage nach Rapsschrot. Loko prompt ist das Angebot sehr dünn, nur wenige Ölmühlen vermarkten vordere Ware. Offerten gibt es fast nur im Osten, während an den meisten anderen Standorten in Deutschland keine Ware zur sofortigen Lieferung angeboten wird. Auf späteren Terminen ab November und bis April nächsten Jahres ist das Kaufinteresse ebenfalls mindestens stetig, während das Angebot eher zurückhaltend ist, sodass ein Nachfrageüberhang entsteht, der preisstützende Wirkung hat. 

Am Sojaschrotmarkt steht einem reichlichen Angebot eine eher geringe Nachfrage gegenüber. Trotzdem konnten sich die Preise, mit kräftiger Unterstützung von den US-Sojakursen, befestigen.  
Auch Sojaöl ist gegenüber Vorwoche um 2 auf 735 EUR/t gestiegen. Dies ist hauptsächlich auf die festeren Sojabohnen- und Sojaölkurse in Chicago zurückzuführen. Die anhaltend lebhaften Sojabohnenkäufe Chinas haben die Sojakurse um umgerechnet 9 auf 301 EUR/t nach oben getrieben. Zusätzlich stützt die trockene Witterung in einigen Teilen des Mittleren Westens, die die Feldbestandsentwicklung beeinträchtigt. Marktteilnehmer berichten zudem von einer lebhaften Nachfrage, sodass Sojaöl zur Lieferung im September kaum mehr verfügbar ist. 

Rapsöl wird von den festen Sojaöl- und Palmölpreisen mit nach oben gezogen. Es verteuerte sich in den vergangenen sieben Tagen um 4 auf 798 EUR/t. Von der Rohstoffseite kommt nur noch wenig Unterstützung. Die EU-Rapsernte ist erwartungsgemäß klein ausgefallen und die geringere Ernte in der Ukraine ist ebenfalls eingepreist. Mit den großen Ernteerwartungen in Australien dürfte es zumindest auf den vorderen Terminen keine Versorgungsengpässe mit Raps und infolgedessen auch mit Rapsöl geben.