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Marktbericht KW 12 / 2024
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Auch wenn es zum Ende der 11. KW noch einmal bergab ging, konnten sich die Notierungen an der Pariser Börse zuletzt wieder befestigen und setzen damit ihre Aufwärtsbewegung weiter fort. So schloss der Fronttermin am 19.03.2024 bei 446,25 EUR/t, rund 2,25 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Im Fokus der Kursbewegung standen dabei unter anderem die Entwicklungen in Südamerika, denn in Brasilien schreitet die Sojaernte rasch voran. Wie bereits in den vergangenen Wochen zogen die festen US-Sojanotierungen auch den EU-Raps mit nach oben. Hinzu kommt festes Rohöl, welches zusätzlichen Auftrieb verlieh. Vor diesem Hintergrund werden auch die Offerten auf Großhandelsebene angehoben. Preismeldungen für Partien der Ernte 2023 sind auch weiterhin nur noch franko Niederrhein erhältlich. Hier werden bei reduzierter Prämie (-2) unverändert zur Vorwoche 454 EUR/t in Aussicht gestellt. Andernorts werden Offerten für alterntige Partien nur auf Anfrage besprochen. Franko Hamburg werden für Partien der Ernte 2024 bei stabilem Aufgeld mit 437 rund 5 EUR/t mehr aufgerufen. Die Preissteigerungen konnten das Kaufinteresse im Wochenverlauf kurzzeitig beleben. Dabei wurden regional auch Partien der Ernte 2023 geordert. Damit konnten hier und da zwar kleinere Mengen aus den Lagern geräumt werden, die Bestände dürften dennoch durchaus reichlich sein. Vorkontrakte wurden zuletzt ebenfalls vereinzelt diskutiert und umgesetzt, der Anteil der bereits vertraglich gebunden Partien bleibt dennoch weiterhin ungewöhnlich gering. Auch am heimischen Rapsmarkt können die Preissteigerungen die Abgabebereitschaft der Erzeuger beleben. Das betrifft sowohl Partien der alten als auch der neuen Ernte. Auch von Umsätzen wird dabei berichtet. So können die Lagerbestände regional etwas abgebaut werden, denn das Zeitfenster bis zur kommenden Ernte wird immer kleiner. Im Mittel werden für Partien der Ernte 2023 aktuell 402,80 EUR/t verlangt, 8,10 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 370-424,50 EUR/t. Für Partien der Ernte 2024 werden aktuell mit 405,70 (379-425,50) EUR/t in Aussicht gestellt. Die Rapsbestände sind dieses Jahr bereits weit entwickelt, in Ostdeutschland mindestens 2 Wochen weiter als üblich. Die Feldarbeiten schreiten zügig voran. Die erste Stickstoffgabe zu Raps ist erfolgt, vielerorts sogar bereits die zweite.

Die Lage am heimischen Rapsschrotmarkt hat sich innerhalb der vergangenen Tage wenig geändert. Nach wie vor ist das Angebot knapp und kann im vorderen Bereich die Nachfrage nicht decken. Prompte Partien werden dabei im Schnitt für um die 300 EUR/t offeriert. Partien zur Lieferung ab April waren zuletzt für 292 EUR/t im Gespräch. Die Preise rangieren schon seit einiger Zeit in enger Spanne. Für zusätzlichen Preisauftrieb sorgen die festen Rapskurse an der Börse in Paris. Seit Ende Februar legte die Notierung um fast 40 EUR/t auf zuletzt 446 EUR/t zu. Die Preissituation könnte sich durch die aktuelle Diskussion um die Einführung von Zöllen auf Raps und Nachprodukte aus Russland und Belarus verschärfen. Die Nachricht löste eine Welle von am Nachmittag des 19. März aus und stützte die Preise. Sojaschrot tendiert erneut uneinheitlich. GVO-freie Partien mit 44 ProFett im Schnitt mit 555 EUR/t jüngst bewertet, ein Plus von 5 EUR/t. Konventionelle Ware rangiert dagegen bei 410 EUR/t und damit 12 EUR/t unter Vorwochenlinie. Nach wie vor drücken vor allem die schwache Nachfrage sowie die laufende Sojaernte in Südamerika auf die Preise. GVO-freie Ware profitierte dagegen von einer lebhafteren Nachfrage.

Auch in der laufenden Handelswoche zieht Rapsöl am heimischen Markt im Preis an. Fob deutscher Mühle sind aktuell 930 EUR/t im Gespräch, 20 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Deutlicher fällt indes die Aufwärtskorrektur für Partien fob Niederlande aus, mit 950 EUR/t werden hier rund 35 EUR/t mehr gefordert. Preistreibende Impulse kamen dabei insbesondere seitens des Rohstoffs. Indes bleibt die Nachfrage nach Rapsöl verhalten. Seitens des Energiesektors bietet das aktuelle Preisniveau auch weiterhin keinen Anreiz zum Kauf. Auch das Interesse seitens der Konsumenten bleibt gering. Hier und da werden jedoch immer mal wieder Partien geordert, sowohl auf vorderen als auch auf hinteren Lieferpositionen. Insbesondere bei Partien zur Lieferung ab März kann die Nachfrage jedoch oftmals nicht mehr bedient werden, denn hier ist Rapsöl bereits auf einigen Paritäten ausverkauft. Ohnehin spielte Rapsöl in der EU-27 zum Wochenstart nur eine untergeordnete Rolle. Im Fokus standen die jüngsten Meldungen hinsichtlich der Importzölle auf Getreide und Ölsaaten sowie deren Nachprodukte aus Russland und Belarus.