Markt, Grundlagen-Rinder
30.10.2017

Weltweite Nachfrage nach tierischen Erzeugnissen steigt

L P D - Nutztiere stehen nicht in Futterkonkurrenz zu Menschen. Mit dieser Einschätzung zieht die Welternährungsorganisation (FAO) einen Schlussstrich unter die vor einigen Jahren mit großer Leidenschaft geführte Debatte um „Teller oder Trog“.

Eine neuere Studie bestätigt nach Mitteilung des Landvolk Pressedienstes, dass in der Nutztierhaltung überwiegend nicht für den menschlichen Verzehr geeignetes Futter genutzt wird. Das trifft für 86 Prozent der in der Tierhaltung eingesetzten Futtermittel zu. Das untermauern auch Daten der Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT). Er belegt für das Wirtschaftsjahr 2014/15 (1. Juli bis 30. Juni), dass nur ein Viertel des in Viehställen eingesetzten Futters von der Mischfutterindustrie geliefert wird. Mehr als die Hälfte, exakt 52,2 Prozent aller an Nutztiere verfütterten Futtermittel, gelten als Rauh- oder Saftfutter wie Gras, Silage oder Heu. Zu einem Drittel nutzen die Landwirte eigenes Getreide, das allerdings aufgrund minderer Qualitäten nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Mit 92,3 Prozent wird übrigens auch hauptsächlich Futter aus deutscher Erzeugung eingesetzt.

Produkte aus tierischer Erzeugung werden nach Einschätzung der FAO bei der Ernährung der weltweit wachsenden Bevölkerung eine größere Rolle spielen. So wird die Weltbevölkerung für 2050 auf etwa 9,6 Mrd. Menschen prognostiziert, davon dürften etwa zwei Drittel in Städten leben und über ein deutlich höheres Budget verfügen als heute. Damit steigt die weltweite Nachfrage nach Produkten tierischer Erzeugung wie Fleisch, Milchprodukten oder Eiern. Bis 2050 geht die FAO von einem Nachfrageplus um 70 Prozentpunkte gegenüber dem heutigen Niveau aus. Die Studie gibt zur Entspannung bei der Futtersituation aus mehreren Gründen Anlass. Danach steht das Viehfutter nicht in der früher vermuteten Konkurrenz zu den von Menschen gefragten pflanzlichen Lebensmitteln, auch die Futterverwertung der Tiere fällt besser aus als zunächst angenommen. Außerdem nutzen insbesondere Weidetiere Futter, das für die menschliche Ernährung ansonsten nicht verwertet werden könnte. Und nicht zuletzt wird mit dem von Tieren produzierten wirtschaftseigenen Düngern in vielen Ländern erst der Nährstoffkreislauf wieder geschlossen und eine landwirtschaftliche Erzeugung dauerhaft möglich. Die Studie der FAO steht im Netz unter: http://www.fao.org/ag/againfo/home/en/news_archive/2017_More_Fuel_for_the_Food_Feed.html. LPD 79/2017)


Foto: Landvolk