Markt
24.04.2019

Weltrapsbilanz deutlich korrigiert: Unerwartet hohe Rapsendbestände

In seiner jüngsten Schätzung nimmt das USDA teilweise deutliche Korrekturen zur weltweiten Rapserzeugung 2018/19 vor. Das führt gleichzeitig zur Anhebung der globalen Rapsendbestände.

Während die Anfangsbestände und die Verarbeitung für 2018/19 fast unverändert zum Vormonat auf 7,2 bzw. 68,4 Mio. t geschätzt werden, erwartet das US-Landwirtschaftsministerium USDA eine um 1 Mio. t höhere globale Erzeugung von 72 Mio. t. Damit würde das Vorjahresergebnis nur noch um 2 Mio. t verfehlt. Der aktuelle Anstieg ist auf eine erwartete Produktionssteigerung in Indien zurückzuführen. Im Vormonat wurden 6,6 Mio. t avisiert, aktuell sind es 8 Mio. t.

Gleichzeitig soll 2018/19 der weltweite Verbrauch von Raps nun doch das Vorjahresniveau erreichen. Die aktuelle Schätzung wurde gegenüber dem Vormonat um 0,5 % auf 71,6 Mio. t leicht angehoben. Besonders in Indien und Kanada dürfte 2018/19 mehr verbraucht werden als bislang angenommen. Gleichzeitig wird für China die Verbrauchsprognose etwas gekürzt, was das globale Plus begrenzt.

Der globale Handel mit Raps wurde gegenüber dem Vormonat deutlich nach unten korrigiert. Statt 17 Mio. t sollen 2018/19 nur noch 16 Mio. t am Weltmarkt gehandelt werden. Das entspricht knapp dem Niveau des Vorjahres. Ursache für diese Korrektur ist der aktuelle Konflikt zwischen China und Kanada. Das USDA kürzt für beide Länder die Import- bzw. Exportprognose um jeweils 1 Mio. t.

Mit dem Plus in der Erzeugung und dem Minus im Verbrauch ergeben sich rein rechnerisch höhere globale Endbestände für 2018/19. Die fallen damit nicht nur 1,1 Mio. t höher aus als bislang erwartet, sondern würden mit 7,6 Mio. t nun sogar das Vorjahresergebnis übertreffen. Es wären die umfangreichsten Rapsvorräte seit 8 Jahren.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) weist jedoch einschränkend darauf hin, dass im Hinblick auf die Handelbarkeit und Endverwendung eine Austauschbarkeit von kanadischem, in der Regel gentechnisch verändertem Raps gegen EU Raps nicht ohne weiteres möglich ist. Deshalb orientieren sich die Importe deutscher Ölmühlen aus Drittstaaten vorrangig in Richtung Osteuropa oder Australien, wie auch der Blick auf Bestandsentwicklung, Ernteergebnis bzw. Lagerbestände.

Quelle: UFOP e. V.


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