Grundlagen-Rinder, Markt
04.01.2019

Rindfleischmarkt

Die Rindfleischproduktion in der EU hat sich im Jahr 2018 auf dem zuvor leicht eingeknickten Niveau entgegen den Erwartungen stärker als gedacht erhöht. Mit geschätzten 8,3 Mio. Tonnen produziertem Rindfleisch dürfte das Vorjahresergebnis um 2,3 % übertroffen werden.

Der Grund für das überraschende Wachstum in 2018 waren deutlich erhöhte Kuh- und Färsenschlachtungen im Zuge der Futterknappheit in weiten Teilen der EU. Der diesjährige Sommer stellte gerade die Rinderhalter vor große Herausforderungen. Neben weniger Kälbern mussten auch die Bestände abgestockt werden. Oft spürbar erhöhte Kuh- und Färsenschlachtungen waren die Folge. Dies traf besonders Deutschland, Dänemark, Irland, Frankreich, Italien, Österreich und das Vereinigte Königreich.

Nachdem im Verlauf des Jahres die Erzeugerpreise für Jungbullen und insbesondere Schlachtkühe aufgrund des erhöhten Aufkommens unter Druck geraten waren, steigen die Erzeugerpreise zum Jahresende wieder langsam an. So liegt der aktuelle Preis für R3 Tiere bei 3,80 Euro je Kilogramm auf Vorjahresniveau.

Bei den Schlachtkühen sind die Preisaufschläge nach dem zweimaligen deutlichen Rückgang nunmehr relativ kräftig, da die Vieheinkäufer der Schlachtereien nach langer Zeit wieder Kühe suchen. Auch bei den Jungbullen kann der stabile Bedarf nicht immer gedeckt werden, so dass moderat steigende Jungbullenpreise notiert werden.

Insgesamt ist seit Jahren ein ganz leicht ansteigender Rindfleischverzehr zu verzeichnen, der derzeit bei 10,1 kg pro Kopf notiert ist. In 2017 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 10,0 kg.

Während im vergangenen Jahr leicht steigende Rindfleischeinfuhren nach Deutschland verzeichnet wurden, gingen diese im Jahr 2018 um 4 % zurück. Die Rückgänge sind dabei auf kleinere Liefermengen aus der EU zurückzuführen. Die Drittlandsimporte haben dagegen sogar leicht zugenommen, bei denen Argentinien nach wie vor das Hauptlieferland ist. Allerdings machen die Importe aus den Drittländern nur einen kleinen Teil der gesamten Menge aus. So stammen 86 % der Lieferungen aus Europa.


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