Markt
10.10.2018

Monatsbericht September 2018: Rapserzeugern fehlen die Verkaufsanreize, Sojaschrotpreise deutlich gesunken, Sojaöl fällt auf 8-Jahrestief – Rapsöl fehlt die Biodieselnachfrage

Am Rapsmarkt haben sich die Einkaufspreise für Raps in den vergangenen Wochen abgeschwächt und waren frei Erfasserlager unter die Linie von 350 EUR/t gerutscht. Druck vom überreichlich versorgten US-Sojamarkt belastete die Rapskurse und infolgedessen die Kassapreise.

Rapserzeugern fehlen die Verkaufsanreize
Am Rapsmarkt haben sich die Einkaufspreise für Raps in den vergangenen Wochen abgeschwächt und waren frei Erfasserlager unter die Linie von 350 EUR/t gerutscht. Druck vom überreichlich versorgten US-Sojamarkt belastete die Rapskurse und infolgedessen die Kassapreise. Diese Gebote waren vielen Erzeugern zu niedrig, so dass kaum Ware angeboten wurde. Aber auch die Käufer verhielten sich ruhig. Auf den vorderen Positionen war der Bedarf gedeckt und erst für Liefertermine ab Januar war Kaufinteresse vorhanden.

Die Zurückhaltung der Ölmühlen und die fallenden Rapsterminkurse lähmten die Geschäfte am deutschen Rapskassamarkt im September. Viele Verarbeiter sind ausreichend versorgt und müssen daher vorerst keine weiteren Mengen zu kaufen – sie können es sich leisten, weitere Preisnachlässe abzuwarten und halten ihre Prämien unverändert. Die Rapsterminkurse in Paris gaben auf Monatssicht rund 3,9 % nach. Ausschlaggebend waren schwache US-Sojanotierungen, die wegen der erneuten Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China in der zweiten Monatshälfte erneut deutlich unter Druck geraten waren. Die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Rapspreisniveau war insbesondere in der Landwirtschaft spürbar – nach einigen Kontraktabschlüssen werden die Mengen aus der Ernte 2018 nun eher zurückgehalten. Viele setzen auf steigende Preise in den kommenden Wochen und spekulieren auf Unterstützung durch feste Rohölkurse.

Die Aussaat von Winterraps in Deutschland ging aufgrund der Trockenheit nur langsam voran. Marktteilnehmer befürchten eine Flächenverkleinerung um bis zu 20 % gegenüber Vorjahr.

Sojaschrotpreise deutlich gesunken
Am Schrotmarkt blieb es im September weiterhin sehr ruhig. Zuletzt hatte sich das Interesse an Rapsschrot etwas belebt, was den Preisen ein wenig Auftrieb verlieh. Da deutsche Ölmühlen unbefriedigende Margen erzielten, waren sie wenig bereit die Nachfrage mit Preiszugeständnisse zu stimulieren. Da sie auch keinen Angebotsdruck hatten, warteten sie ab. Demgegenüber hatten sich die Großhandelspreise für Sojaschrot weiter abgeschwächt. Grund für den anhaltenden Preisdruck war die Unsicherheit durch den eskalierenden Zollstreit zwischen den USA und China sowie die flott voranschreitenden US-Sojaernte, die weiterhin auf Rekordniveau geschätzt wird. Käufer hielten sich daher zurück und spekulierten auf ein umfangreiches Angebot und weiter fallende Forderungen.

Sojaöl fällt auf 8-Jahrestief – Rapsöl fehlt die Biodieselnachfrage
Die Großhandelspreise für Palmöl waren kräftig unter Druck geraten. Cif Rotterdam wurden Ende September 451 EUR/t genannt und damit 26 % weniger als im Vorjahresmonat. Grund waren stetig nach oben korrigierten Produktionssteigerungen in Südostasien bei gleichzeitig rückläufiger internationaler Nachfrage. Viele Marktteilnehmer erwarten, dass die Palmölproduktion um bis zu 15 % größer ausfallen könnte als bisher vermutet. Einen Lichtblick brachten jedoch die aktuellen Prognosen zu den malaysischen Exporten für die ersten 20 Tage im September. Demnach könnte mit fast 1,1 Mio. t rund 74 % mehr Palmöl ausgeführt worden sein als im Vormonat. Auch die Forderungen für Sojaöl tendierten in den vergangenen Monaten deutlich schwächer. Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China belastete den gesamten Sojasektor und setzte sowohl die Sojabohnen-, als auch die Sojaölkurse in Chicago unter Druck. Zeitgleich wächst eine Rekordsojaernte in den USA heran und die US-Ölmühlen haben ihre Verarbeitung auf neue Höchststände gesteigert, was die Sojaölvorräte steigen ließ. Ende September mussten Käufer 635 EUR/t fob Hamburg bezahlen, etwas mehr als zum 8-Jahrestief aus der Vorwoche. Demgegenüber haben sich die Großhandelspreise für Rapsöl fester entwickelt. Stützend wirkte das knappe Angebot nach der enttäuschenden EU- Rapsernte. Die langanhaltende Trockenheit der vergangenen Monate hat zu massiven Ertragseinbußen bei Raps in vielen Ländern geführt. Zwar haben sich die Forderungen für Rapsöl seit dem Jahrestiefststand im März um 12 % befestigt, liegen aber immer noch 6 % unter Vorjahr, denn die Nachfrage war bisher nur verhalten. Biodieselproduzenten spekulieren auf weiter sinkende Forderungen, um sich mit Rohstoff einzudecken und solange die Beimischer ihre Nachfrage nach RME noch aufschieben, gibt es kaum Impulse für festere Preise.