Markt
02.10.2017

Monatsbericht September 2017: Rapserzeugpreise liegen unter Vorjahresniveau, EU-Zollentscheidung drückt Preis noch weiter, Keine Überraschungen am Sojaschrotmarkt, Rapsschrotmarkt: Nachfrage und Angebot passen nicht zueinander

Die Ölmühlen halten ihre Prämien konstant. Sie sind nicht bereit, mehr für den Rohstoff Raps zu bezahlen. Damit hat sich die Situation am Kassamarkt kaum geändert. Rapserzeuger in Deutschland müssen sich mit Preisen zufriedengeben, die die Vorjahreslinie fortgesetzt unterschreiten, und der Abstand wird größer.

Rapserzeugpreise liegen unter Vorjahresniveau
Die Ölmühlen halten ihre Prämien konstant. Sie sind nicht bereit, mehr für den Rohstoff Raps zu bezahlen. Damit hat sich die Situation am Kassamarkt kaum geändert. Rapserzeuger in Deutschland müssen sich mit Preisen zufriedengeben, die die Vorjahreslinie fortgesetzt unterschreiten, und der Abstand wird größer. Und das, obwohl die deutsche Rapsernte 2017 unterdurchschnittlich ausgefallen ist. Dementsprechend sind die Erzeuger wenig bereit, sich von ihrer Ware zu trennen. Und selbst die gegen Monatsende festen Rapskurse, angetrieben von einem schwächeren Euro, konnten keine Abgabebereitschaft mobilisieren. Und das, obwohl die deutsche Rapsernte 2017 unterdurchschnittlich ausgefallen ist. Dementsprechend sind die Erzeuger wenig bereit, sich von ihrer Ware zu trennen. Und selbst die gegen Monatsende festen Rapskurse, angetrieben von einem schwächeren Euro, konnten keine Abgabebereitschaft mobilisieren.

EU-Zollentscheidung drückt Preis noch weiter
Für Bewegung, und zum Leidwesen der Erzeuger für zusätzlichen Preisdruck, sorgte am sonst impulsarmen Rapsmarkt im September die Nachricht, dass die EU-Kommission die Anti-Dumping-Zölle auf argentinischen Biodiesel zum Monatsende deutlich reduzieren wird, von im Schnitt 24 % auf nur noch 6 %. Ein Schock für viele Biodieselhersteller in Deutschland, aber auch die Ölmühlen und die Rapserzeuger sehen ihren Absatz in Gefahr. Die Angst ist nicht unbegründet, dass vergleichsweise günstiger argentinischer SME (Sojamethylester) den heimischen RME (Rapsmethylester) ab dem kommenden Frühjahr Marktanteile kosten könnte. Außerdem wird berichtet, dass bereits im Oktober erste Schiffsladungen argentinischer Biodiesel die EU-28 erreichen sollen. Zwar reagierte Matif prompt mit einem scharfen Rückgang um 5 EUR/t auf die Entscheidung der EU-Kommission vom 07.09.2017, die Schutzzölle drastisch abzusenken, vorerst müssen die Rapserzeuger in Deutschland aber wohl noch nicht um ihren Absatz bangen. Denn jetzt steht mit den fallenden Temperaturen erst einmal die Verwendung von RME mit vergleichsweise niedrigerem Gefrierpunkt im Vordergrund und viele Mineralölkonzerne haben ihren Biodieselbedarf zur Erfüllung der diesjährigen Beimischungsquote noch nicht erfüllt. Im vierten Quartal von 2017 ist daher mit einer steigenden RME-Nachfrage zu rechnen, nicht nur zur Freude der Biodieselhersteller, sondern auch der vorgelagerten Ölmühlen und Rapserzeuger - entlang der gesamten Wertschöpfungskette könnten die Preise anziehen. Bis April 2018 könnte der Preisdruck durch argentinische Biodieselimporte daher noch auf sich warten lassen.

Keine Überraschungen am Sojaschrotmarkt

Im September hat sich an der ruhigen Marktsituation der Vorwochen nichts geändert. Das Geschäft mit der Mischfutterindustrie verlief in ruhigen Bahnen, viele hatten sich schon vor Wochen längerfristig eingedeckt und die Erlöse aus dem Verkauf von Schrot und Öl waren für die Mühlen in Deutschland nach wie vor nur bedingt zufriedenstellend. Erst recht, nachdem das USDA zu Monatsbeginn seine Ernteprognose für US-Soja nochmals anhob, und zwar unerwartet deutlich. Das erzeugte Preisdruck, auch am hiesigen Sojaschrotmarkt. Die wenigen überhaupt noch aktiven Käufer zogen sich zurück. Nach Veröffentlichung der USDA-Zahlen rechneten sie nun umso mehr mit weiteren Preisnachlässen. Bei gut gefüllten Lägern wurden fast nur noch Kleinstmengen für den vorderen Bedarf konsumiert, umfangreiche Bedarfsdeckung auf einen günstigeren Zeitpunkt verschoben.

Rapsschrotmarkt: Nachfrage und Angebot passen nicht zueinander
Auch am Rapsschrotmarkt hielten sich die Käufer mehrheitlich zurück, weshalb die Nachfrage auch hier überschaubar ausfiel. Im Gegensatz zum Sojaschrotmarkt fanden aber zumindest vereinzelt Termingeschäfte statt. Da jedoch das Angebot zugleich groß war, konnte der Druck nicht aus dem Markt genommen werden. Hatte Rapsschrot Anfang September noch von einer kurzzeitig aufflammenden Nachfrage profitiert, beruhigte sich danach das Geschäft spürbar. Das spiegelt sich auch in den Preisen wider, die zum einen rückläufig waren, so verlor vorderes Rapsschrot im Monatsverlauf 5 % an Wert, zum anderen wurde vordere Ware mit großem Discount gegenüber späteren Lieferterminen offeriert.