Markt
01.11.2018

Monatsbericht Oktober 2018: Geringe Umsätze mit Raps, Importe gestiegen, Keine Nachfragebelebung in Sicht, Sojaschrot folgt US-Kursen abwärts

Niedrige Pegelstände auf den Wasserwegen sorgen für Lieferverzögerungen und lassen die Transportkosten steigen. Das lähmt die Umsätze am Rapsmarkt. Die meisten Käufer warten ab und hoffen auf eine Entspannung der Situation ab Mitte November. Gleichzeitig herrscht auf der Angebotsseite kein Verkaufsdruck, denn es wurden in den vergangenen Wochen bereits einige Kontrakte geschlossen.

Geringe Umsätze mit Raps
Niedrige Pegelstände auf den Wasserwegen sorgen für Lieferverzögerungen und lassen die Transportkosten steigen. Das lähmt die Umsätze am Rapsmarkt. Die meisten Käufer warten ab und hoffen auf eine Entspannung der Situation ab Mitte November. Gleichzeitig herrscht auf der Angebotsseite kein Verkaufsdruck, denn es wurden in den vergangenen Wochen bereits einige Kontrakte geschlossen. Entsprechend sind die Ölmühlen in Deutschland bis Jahresende gedeckt und auch für das erste Quartal 2019 ist die Versorgung bei den meisten schon gut. Große Lücken gibt es noch im zweiten Quartal 2019. Wie üblich spekulieren Abgeber hier noch auf deutliche Preissteigerungen.

Importe gestiegen
Die knappe Rapsversorgung in Deutschland aufgrund der schwachen Ernte treibt die Rapsimporte an. Im Zeitraum Juli bis August 2018 wurden rund 1,062 Mio. t Raps eingeführt, was 7,3 % mehr waren als im Vorjahreszeitraum. Die mit Abstand größte Teilmenge kam aus EU-Staaten, fast 890.000 t oder gut 80 % der Gesamtmenge. Besonders über die Niederlande erreichten Deutschland große Mengen Raps, gut 219.000 t. Rumänien war im Betrachtungszeitraum für 206.000 t gut, aus Frankreich kamen mehr als 184.000 t und Polen steuerte gut 117.000 t bei. Auch aus anderen Teilen Europas waren die Rapslieferungen umfangreich. Aus der Ukraine kamen mehr als 100.000 t und aus Serbien 41.000 t zu uns. Australien lieferte von Juli bis August fast 26.000 t Raps nach Deutschland, eine Besonderheit, da im Vorjahr zur gleichen Zeit kein Raps von dort kam.

Keine Nachfragebelebung in Sicht
Ölmühlen in Deutschland sollen bereits bis März 2019 gut gedeckt sein. Lücken werden mit Importen und dabei häufig auch mit Sojabohnen gefüllt, da deren Verarbeitung bessere Margen verspricht. Auch die Biodieselnachfrage, die im Oktober deutlich angezogen hatte, dürfte im November bereits wieder abflauen. Bis Jahresende wird sich die Nachfrage daher kaum beleben. Für 2019 steht bislang vor allem Importraps aus Australien in den Büchern, doch Versorgungslücken könnten sich auftun. Denn pessimistischen Schätzungen zufolge sollen nicht einmal 2 Mio. t Raps in Australien geerntet werden. Das wären 0,8 Mio. t weniger als bislang prognostiziert worden waren und 1,6 Mio. t weniger als im Vorjahr geerntet wurden. Bei einer durchschnittlichen Exportrate von 75 % in den vergangenen Jahren würden demnach 1,5 Mio. t zur Verfügung stehen. Im Wirtschaftsjahr 2017/18 erhielt allein die EU-28 rund 1,8 Mio. t und es gibt weltweit noch viele andere Interessenten. Hiesige Rapserzeuger hoffen daher auf Preissteigerungen über den Jahreswechsel.

Sojaschrot folgt US-Kursen abwärts
Die Lage am Sojaschrotmarkt in Deutschland ist seit Wochen im Prinzip unverändert. Ohne Eigendynamik orientieren sich die Preise fast ausschließlich an den Vorgaben aus Chicago. Wenn die Terminkurse steigen, ziehen die Kassapreise am darauffolgenden Handelstag oft nach, genauso verhält es sich, wenn die Notierungen nachgeben. In der letzten Oktoberwoche rutschten die US-Sojaschrotkurse ab und zogen die hiesigen Kassapreise mit nach unten. Aus der Mischfutterindustrie kamen zudem keine entscheidenden Impulse. Gekauft wird lediglich von der Hand in den Mund, berichten Anbieter, also nur kleine Mengen für den vorderen Bedarf. Davon abgesehen geht es ruhig zu. Viele Käufer dürften sich derzeit vor allem aus zwei Gründen zurückhalten: Entweder haben sie ihre Versorgung bereits langfristig abgesichert und müssen nun erst einmal nichts mehr zukaufen oder aber sie warten auf Preisnachlässe. Diese scheinen durchaus möglich, denn das internationale Marktumfeld ist bärisch: Das USDA erwartet eine Rekordernte in den USA und schätzt die globale Sojaerzeugung 2018/19 auf 370 Mio. t, sodass die Vorräte zum Jahresende auf rekordhohe 110 Mio. t steigen könnten.

 

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