Markt
31.10.2017

Monatsbericht Oktober 2017: Rapserzeugerpreise: Abstand zum Vorjahr immer deutlicher, Wird sich das Blatt bald wenden?, Ölschrotmarkt: Mischfutterindustrie kaum aktiv, Flaute auch am Rapsschrotmarkt

Rapserzeuger in Deutschland sind weiterhin kaum bereit Ware abzugeben. Der Grund ist ein Preisniveau, das zunehmend deutlicher unter Vorjahreslinie liegt, mittlerweile beläuft sich die Preisdifferenz auf 26 EUR/t und sogar das vergleichsweise preisschwache Jahr 2015/16 wird mittlerweile unterboten.

Rapserzeugerpreise: Abstand zum Vorjahr immer deutlicher
Rapserzeuger in Deutschland sind weiterhin kaum bereit Ware abzugeben. Der Grund ist ein Preisniveau, das zunehmend deutlicher unter Vorjahreslinie liegt, mittlerweile beläuft sich die Preisdifferenz auf 26 EUR/t und sogar das vergleichsweise preisschwache Jahr 2015/16 wird mittlerweile unterboten. Unter der Berücksichtigung einer schwachen deutsche Rapsernte 2017 ist es daher kein Wunder, dass sich viele Erzeuger über zu niedrige Preise beklagen und die Ware lieber auf Lager halten. Grund für das Niedrigpreisniveau waren in den zurückliegenden Wochen unter anderem die fehlenden Impulse von der Pariser Börse. Trotz kleiner deutscher Ernte dümpelte Matif-Raps vor sich hin oder tendierte sogar schwächer, denn in anderen EU-Mitgliedstaaten, besonders im Osten, waren die Ernten durchaus gut, sodass auf EU-Ebene nicht mit Knappheit zu rechnen ist. Aus Sicht hiesiger Erzeuger spiegelte das Matif-Kursniveau die Situation am deutschen Kassamarkt damit nicht wider. Preisdruck kommt aber nicht nur aus Paris, sondern auch aus dem eigenen Land, wo sich die Ölmühlen bereits seit Wochen mit Rohstoffeinkäufen zurückhalten. Die Versorgung war offenbar vorerst mit Ware aus dem Ausland abgesichert worden, der Bedarf, die Vorräte mit Inlandsraps aufzustocken entsprechend gering.

Wird sich das Blatt bald wenden?
Allerdings hat es in den zurückliegenden Tagen einige Kurssteigerungen in Paris gegeben, zuletzt schloss Matif-Raps dann sogar auf einem 1-Monatshoch. Grund sollen vor allem die langsam schwindenden EU-Vorräte an Importraps sein und Nachschub aus Australien steht erst für das Frühjahr 2018 an. Gleichzeitig rechnen Marktbeobachter mit einer baldigen Belebung des Biodieselmarktes. In den vergangenen Wochen ist es hier sehr ruhig zugegangen, verwunderlich, zieht die Biodieselnachfrage und besonders die nach Rapsmethylester um diese Zeit des Jahres normalerweise kräftig an. Denn je später das Jahr, desto mehr drängt die Erfüllung der jährlichen Biodieselquote. Bislang reduzierten sich die Geschäfte jedoch auf UCOME-Ware. Der Ansturm auf RME blieb bislang aus. Doch zuletzt schienen sich die Preise langsam zu befestigen, sodass die Biodieselnachfrage anziehen könnte.

Ölschrotmarkt: Mischfutterindustrie kaum aktiv
Viele Mischfutterhersteller haben schon vor Wochen umfangreich Ware eingekauft und ihre Versorgung damit bis weit in das Jahr 2018 hinein gesichert. Entsprechend gering war die Nachfrage im Oktober, umgesetzt wurde wenig. Für Sojaschrot zeigten sich die Preise zur Monatsmitte aber dennoch fester. Einerseits, weil der ein oder andere Mischfutterhersteller noch etwas Ware auf vorderen Positionen orderte, andererseits aufgrund bullischer Impulse aus Übersee. Gemeint ist der jüngste Report des US-Landwirtschaftsministeriums USDA, der die Ertragsprognose für US-Soja überraschend senkte und damit einen regelrechten Kurssprung an der Chicagoer Börse auslöste. Die Sojanotierungen legten innerhalb eines Tages um 2,8 %. Das ging dann auch am hiesigen Kassamarkt für Sojaschrot nicht vorüber, die Preise machten tags darauf einen deutlichen Sprung um 9 EUR/t nach oben. Das jedoch hatte zur Folge, dass sich das ohnehin verhaltene Kaufinteresse aus der Mischfutterindustrie schlagartig abkühlte. Seitdem finden die Sojaschrotpreise nicht wieder den Weg nach oben – die Nachfrage ist gering und die Impulse vom internationalen Markt bärisch. Denn die Sojaernte in den USA geht zügig voran, die Aussaat in Südamerika ebenfalls und einer reichlichen Versorgung steht derzeit eigentlich nichts im Wege. Weitere Preisnachlässe sind damit auch nicht unwahrscheinlich. Das fördert die Zurückhaltung auf Seiten der Käufer sogar noch.

Flaute auch am Rapsschrotmarkt
Ähnlich dünn waren im Oktober auch die Umsätze mit Rapsschrot. Am Angebot scheiterte es in der Regel nicht, zumindest die großen Mühlen hatten reichlich Ware anzubieten. Aber die Nachfrage war alles andere als drängend. Mancher Marktteilnehmer zeigte sich darüber verwundert, wo doch Rapsschrot in einem attraktiven Preisverhältnis zum Low-Protein-Sojaschrot steht und zudem GVO-freie Ware von einer steigenden Nachfrage profitieren sollte. Es heißt, dass sich die meisten Mischfutterhersteller mit Substituten eingedeckt haben und deshalb nur sporadisch Rapsschrot ordern.