Markt
03.12.2018

Monatsbericht November 2018: Rapsmarkt kurzzeitig belebt, Markt wieder beruhigt, Anbieter spekulieren auf Preissteigerungen 2019, Rapsschrot gesucht, Sojaschrot: Umsätze ruhig aber stetig

Ende November wurden am Rapsmarkt in Deutschland einige Geschäfte abgeschlossen, denn die Ölmühlen schafften mit höheren Prämien auf rückläufige Terminkurse Verkaufsanreize für Rapsanbieter. Allerdings war die Marktbelebung nur von kurzer Dauer. Es scheint, dass lediglich einzelne Mühlen noch kleinere Lücken auf den vorderen Positionen zu stopfen hatten, aber das ist nun erfolgt.

Rapsmarkt kurzzeitig belebt

Ende November wurden am Rapsmarkt in Deutschland einige Geschäfte abgeschlossen, denn die Ölmühlen schafften mit höheren Prämien auf rückläufige Terminkurse Verkaufsanreize für Rapsanbieter. Allerdings war die Marktbelebung nur von kurzer Dauer. Es scheint, dass lediglich einzelne Mühlen noch kleinere Lücken auf den vorderen Positionen zu stopfen hatten, aber das ist nun erfolgt. Die Bereitschaft, weiter so tief in die Tasche zu greifen, sinkt mit der nun besseren Versorgungslage wieder.

Markt wieder beruhigt

Nun ist es wieder das gleiche Bild wie in den vergangenen Wochen: Schwache Sojanotierungen in den USA ziehen die Rapsterminkurse in Paris mit nach unten. Dieser Rückgang wiederum geht auch am hiesigen Kassamarkt nicht vorüber, denn die Ölmühlen heben ihre Prämien nicht an, weil sie auf den vorderen Positionen gut gedeckt sind. Zusätzlich bremst nach wie vor die Logistik das Geschäft. Kleinwasser verzögert die Lieferungen von Raps und Nachprodukten und hat kräftige Aufgelder zur Folge, die aber kaum einer zahlen will. Rapserzeuger halten sich unterdessen weiterhin zurück, aus deren Sicht müssten die Preise angesichts kleiner Rapsernte 2018 und geringer Aussaat für 2019 wesentlich höher liegen. Doch da spielen weder der Terminmarkt, noch die Ölmühlen mit. Letztere haben entweder auf Sojaverarbeitung umgestellt oder sind bis auf Weiteres gut gedeckt oder vermarkten weniger Rapsöl an die Biodieselindustrie und benötigen deshalb ihrerseits weniger Rohstoff.

Anbieter spekulieren auf Preissteigerungen 2019

Rapserzeuger wittern indes bereits Absatzchancen im zweiten Quartal 2019, wo die Versorgung der Ölmühlen noch lückig ist. Doch auch für diesen Vermarktungszeitraum werden sie nichts überstürzen. Denn schon jetzt wird rege auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019 spekuliert. Die kleine deutsche Rapsernte 2018, Ertragseinbußen in Australien, das im Wirtschaftsjahr 2017/18 einige Mengen Raps nach Deutschland lieferte und so die knappe Versorgung hierzulande ergänzte, sowie nicht zuletzt die problematische Winterrapsaussaat in Deutschland und Frankreich, der entsprechend hohe Flächenkürzungen folgten, schüren die Hoffnung, im Übergang auf die neue Ernte höhere Forderungen gegenüber den Verarbeitern durchsetzen zu können. Bis Jahresende ist nicht mehr mit einer Belebung des Rapsmarktes zu rechnen. Aber auch im neuen Jahr, wenn die Geschäftsbücher wieder aufgeschlagen werden, könnte es zunächst noch verhalten weitergehen,  weil die Versorgung der Mühlen vorerst ausreichend sein dürfte, während sich die Erzeuger aufgrund höherer Preisvorstellungen vom Markt fernhalten.

Rapsschrot gesucht

Der Rapsschrotmarkt hat sich belebt, die vorderen Termine seien regelrecht unter Feuer, heißt es aus dem Markt. Von eine stetigen bis regen Nachfrage aus der Mischfutterindustrie wird berichtet. Der eine oder andere Futtermittelhersteller hat seinen Bedarf bis Jahresende offenbar noch nicht vollständig gedeckt und möchte die Versorgung jetzt ergänzen. Viele Anfragen kontrieren sich aber auch auf das erste Quartal 2019, währen das Kaufinteresse für Termine im zweiten Quartal dann deutlich geringer ausfällt. Während die Nachfrage auf den vorderen Positionen lebhaft ist, ist das Angebot zugleich begrenzt, wegen logistischer Probleme aufgrund niedriger Flusspegel, aber auch weil die meisten Ölmühlen fast leegekauft sind, sodass sich Ware häufig nur noch aus Zweithand mobilisieren lässt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine belebte Nachfrage kaum Angebot findet. Die Preise zeigten sich davon zuletzt allerdings unbeeindruckt. Anbieter rechnen damit, dass sich die Nachfrage schnell wieder beruhigen dürfte, denn das große Geschäft für 2018 ist eigentlich durch.

Sojaschrot: Umsätze ruhig aber stetig

Am Sojaschrotmarkt in Deutschland ist die Lage ruhig und abwartend. Viele Käufer sind verunsichert im Hinblick auf die Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China. Anbieter von Sojaschrot in Deutschland berichten trotzdem zumindest von stetigen Anfragen und gelegentlichen Umsätzen, während sich zur gleichen Zeit des Vorjahres fast überhaupt keine Ware bewegen ließ.

 

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