Markt
04.12.2017

Monatsbericht November 2017: Hausse bereits wieder vorüber, Druck von rückläufige Pflanzenölkursen, Anhaltend geringes Interesse an Ölschroten, Rapsschrot so billig wie seit 6 Jahren nicht mehr

Nach wochenlanger Lethargie brachte eine anziehende Biodieselnachfrage Leben in den Markt. Nicht nur UCOME, sondern auch Rapsmethylester standen bei den Mineralölkonzernen hoch im Kurs, da die Biodieselquote 2017 noch nicht erfüllt ist.

Hausse bereits wieder vorüber
Nach wochenlanger Lethargie brachte eine anziehende Biodieselnachfrage Leben in den Markt. Nicht nur UCOME, sondern auch Rapsmethylester standen bei den Mineralölkonzernen hoch im Kurs, da die Biodieselquote 2017 noch nicht erfüllt ist. Davon profitierten nicht nur die Biodieselproduzenten, auch die Ölmühlen konnten mit Rapsöl mehr erlösen, verarbeiteten mehr und orderten Rohstoff nach. Die höhere Rapsnachfrage der Mühlen war aber wohl nicht nur auf verbesserte Absatzmöglichkeiten Richtung Biodieselindustrie zurückzuführen, sondern auch auf die schrumpfenden Vorräte an Importraps. So entstanden Versorgungslücken, die zügig geschlossen werden wollten. Gleichzeitig war das Angebot aus der Landwirtschaft aber nicht üppig. Nach einer Woche war die Hausse bereits wieder vorüber. Die Erzeugerpreise gerieten unter Druck der fallenden Terminkurse.

Druck von rückläufige Pflanzenölkursen
Die Rapskurse in Paris konnten das 5-Wochenhoch in der ersten Monatsdekade nicht halten. Grund waren die schwächeren Kurse für Sojabohnen und Pflanzenöl. Weiterhin belastet die Ungewissheit über die Mengen von argentinischem Biodiesel, der ab dem Frühjahr 2018 in die EU-28 eingeführt werden könnte. Am 05.12.2017 wird in den USA über die tatsächliche Einführung eines Importzolls auf argentinischen Biodiesel entschieden, sollte dieser Entschluss fallen, dann böte sich die EU-28 als Destination eines Großteils der 1,5 Mio. t Biodiesel aus Argentinien an, die bisher in die USA geliefert wurden. Marktbeobachter schätzen, dass bereits 20 % der Menge auf dem Weg nach Europa sind. Zusätzlich hat auch der festere Eurokurs von über 1,17 USD die Rapsnotierungen unter Druck gesetzt. Für die kommenden Wochen dürften vor allem die politischen Entscheidungen in der EU-28 und den USA mit Bezug zu den Biodieselzollsätzen für kursentscheidende Impulse sorgen.

Anhaltend geringes Interesse an Ölschroten
Die Mischfutterindustrie zeigt so gut wie kein Kaufinteresse für Ölschrote. Ihren Bedarf hat sie bereits vor Wochen langfristig gedeckt, die Läger sind voll. Die jüngsten Preisbefestigungen für Sojaschrot waren daher nicht das Ergebnis einer gestiegenen Nachfrage, sondern das Resultat zweier deutlicher Kurssprünge an der Terminbörse. Das hat die Nachfrage noch mehr abgekühlt. Rapsschrot ist für die Mischfutterindustrie momentan nicht interessant und das weder im Tagesgeschäft noch auf Termin. Denn auf Lieferungen ab Februar 2018 werden Preisaufschläge gefordert, die kaum einer akzeptiert.

Rapsschrot so billig wie seit 6 Jahren nicht mehr
Den größten Preisnachlass gegenüber Vormonat verzeichnet Rapsschrot, für das frei Hof im Bundesdurchschnitt knapp 201 EUR/t verlangt wurde. Das sind fast 17 EUR/t weniger als noch im Oktober 2017 und so wenig wie seit 6 Jahren nicht mehr. Auch GVO-Sojaschrot war mit 322 EUR/t für 44er Ware bzw. mit 346 EUR/t für 49er preisgünstiger. Allerdings fiel das Minus mit gut einem Euro pro Tonne vergleichsweise gering aus. Die Forderungen für GVO-freies Sojaschrot frei Hof entwickelten sich uneinheitlich, so war 44er Schrot etwas teurer, 49er indes billiger als noch im Oktober. Auf Großhandelsstufe war die Preisentwicklung indes mit durchweg günstigeren Forderungen eindeutig. Dabei gab 48er GVO-freies Sojaschrot mit einem Minus von 2,6 % zum Vormonat sogar am meisten nach.