Markt
04.06.2018

Monatsbericht Mai 2018: Raps der alten Ernte nicht mehr gefragt, Ertragseinbußen in Deutschland möglich, Sojaschrot beendet Hausse, Rapsschrotmarkt hat sich gedreht

Mehr und mehr Ölmühlen ziehen sich vom Markt zurück. Es zeichnet sich ab, was in den vergangenen Wochen bereits befürchtet wurde:

Raps der alten Ernte nicht mehr gefragt
Mehr und mehr Ölmühlen ziehen sich vom Markt zurück. Es zeichnet sich ab, was in den vergangenen Wochen bereits befürchtet wurde: Die Mühlen haben angesichts geringer Rapsverarbeitung und umfangreichem Angebot an vergleichsweise günstiger Importware vielfach keinen Bedarf mehr und die Wahrscheinlichkeit, dass im Übergang auf die neue Ernte noch Versorgungslücken entstehen, ist gering. Immer mehr Erzeuger planen daher ihre Ware durchzulagern. In der zweiten Monatshälfte fanden die Rapspreise Unterstützung in den festeren Vorgaben vom Terminmarkt, wenngleich die Ölmühlen bei unveränderten Prämien blieben. Die Verkaufsbereitschaft konnte das etwas heben, die meisten spekulieren aber auf Preissteigerungen im Übergang auf die neue Ernte und halten alterntige Restmengen unter Verschluss. Ex Ernte hat sich das Kaufinteresse der Ölmühlen etwas belebet. Ausschlaggebend sind Unsicherheiten im Hinblick auf die Rapsversorgung 2018/19. Das hat vor allem die Vorkontraktpreise kräftig steigen lassen.

Ertragseinbußen in Deutschland möglich
Das suboptimale Bestandsbild bei deutschem Raps bereitet vielen Landwirten Sorge. Wegen des sprunghaften Temperaturanstiegs im April und des in der Folge großen Temperaturgefälles zwischen Tag und Nacht wuchsen die Rapspflanzen oberirdisch zu schnell, während die Wurzel und damit die Nährstoffaufnahme nicht hinterherkamen. Über mögliche Ertragseinbußen wird diskutiert, bislang ist das Schadmaß aber noch nicht quantifizierbar. Knospenwelke, geringe Verzweigung, lückige Beständen und geringe Schotenzahl sowie die generell unterdurchschnittlich entwickelten Rapsfeldbestände prägen das Bild. Das dämpft die Verkaufsbereitschaft der Landwirte ex Ernte 2018. In den Ertragsschätzungen spiegelt sich dies mittlerweile auch wider. Die Analyten von MARS korrigierten ihre Ertragsschätzung für Deutschland jüngst auf 35,6 dt/ha, im April waren es noch 39 dt/ha gewesen.

Sojaschrot beendet Hausse
Die Nachfrage nach Sojaschrot hatte sich Ende April belebt, nachdem die Mischfutterhersteller mit ihrer Bedarfsdeckung nicht länger warten konnten. Zudem wuchs die Sorge vor noch weiter steigenden Preisen. Das hat sich allerdings nicht bewahrheitet. So hat sich mit der Preisschwäche das Kaufinteresse wieder deutlich beruhigt die Ware könnte ja noch preisgünstiger werden. Es wird abgewartet, vordere Ware wurde zuletzt nicht angefragt.

Rapsschrotmarkt hat sich gedreht
Rapsschrot war im April auf den vorderen Positionen sehr knapp, es gab kaum Offerten, gleichzeitig war das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller bis zum Monatswechsel rege, was die Preise in die Höhe trieb. Im Mai hat sich die Marktlage geändert. Es ist wieder Ware verfügbar, die Aufschläge bröckeln. Das sollte die Nachfrage der Mischfutterhersteller antreiben, tut es aber nicht. Das Angebot übersteigt die Nachfrage. Vereinzelt kamen zwar Kaufanfragen aus der Mischfutterindustrie für Raps- und Sojaschrot für die zweite Jahreshälfte 2018, aber auf den vorderen Positionen wurde zuletzt kaum noch etwas umgesetzt. Marktteilnehmer berichten von nachlassender Nachfrage aus der Mischfutterindustrie, die Preiswirkung erzielt. Die meisten zeigen keinen Bedarf mehr und sind auch bis auf weiteres gut mit Ware versorgt. Gegebenenfalls wird es in den kommenden Wochen noch die eine oder andere kleine Lücke zu stopfen geben, aber mit einer spürbaren Nachfragebelebung ist nicht zu rechnen. Die meisten Mischfutterhersteller beobachten die Preisentwicklung. Viele spekulieren, nachdem die Preise zuletzt schwächer tendierten, nun auf weitere Vergünstigungen. Während die Nachfrage auf den vorderen Positionen gering ist, gibt es zugleich wieder mehr Offerten. Sogar zur sofortigen Lieferung ist an manchen Standorten Ware verfügbar. Das erhöht den Preisdruck und lässt potenzielle Käufer erst recht abwarten.