Markt
01.04.2019

Monatsbericht März 2019: Keine Verkaufsanreize für Rapserzeuger, Ölmühlen warten ab, Rapsernte 2019 noch kleiner als im Vorjahr?, Wenig Kaufinteresse, Schleppende Umsätze am Rapsschrotmarkt

Im Februar 2019 hatten die Rapserzeugerpreise in Deutschland kräftig an Wert verloren. Schwache Ölmühlennachfrage, Importdruck und der starke Rückgang der Rapsterminkurse in Paris zogen die Kassapreise in die Tiefe.

Keine Verkaufsanreize für Rapserzeuger
Im Februar 2019 hatten die Rapserzeugerpreise in Deutschland kräftig an Wert verloren. Schwache Ölmühlennachfrage, Importdruck und der starke Rückgang der Rapsterminkurse in Paris zogen die Kassapreise in die Tiefe. Im März haben sich die Preise zumindest wieder stabilisiert, doch nur in kleinen Schritten ging es aufwärts. Zuletzt wurden 343 EUR/t im Bundesdurchschnitt festgestellt, mehr als im Vorjahr, aber immer noch deutlich weniger als zum Vergleichszeitpunkt 2016/17. Die Hoffnungen auf Preissteigerungen zum Saisonende schwinden, viele werden den Raps wohl durchlagern. Der Preisverlauf zeigt, dass sich der Fokus langsam auf die neue Ernte verlagert.

Ölmühlen warten ab
Die Branche rechnet mit hohen Rapsimporten aus Kanada und der Ukraine in den kommenden Monaten, das belastet die Terminkurse und lässt auch am Kassamarkt keine großen Preissteigerungen zu. Ölmühlen sehen wegen des absehbar steigenden Importangebots keinen Grund, heimischen Raps zu kaufen. Erzeuger, die teilweise noch große Mengen aus der alten Ernte vor sich herschieben, sind verzweifelt. Mancher bereut sogar die 360 EUR/t, die ihm vor sechs Wochen geboten wurden, nicht akzeptiert zu haben. Sich jetzt mit 343 EUR/t zufriedengeben, ist keine Alternative.

Rapsernte 2019 noch kleiner als im Vorjahr?
In seiner sogenannten Vorschätzung für die Winterrapsernte 2019 rechnet der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) mit einer noch kleineren Erzeugung als im bereits schwachen Vorjahr. Keine 3,2 Mio. t sind avisiert, was noch einmal 13 % weniger als 2018 wären. Zwar dürften die Erträge bei einem – und danach sieht es im Moment aus – normalen Witterungsverlauf wieder höher ausfallen als im Vorjahr, doch sind die Flächen in allen Bundesländern geschrumpft, teilweise erheblich.

Wenig Kaufinteresse
Die Lage am Sojaschrotmarkt ist gegenüber Februar nahezu unverändert ruhig. Richtungsweisende Impulse fehlen fast gänzlich. Das Angebot ist zwar reichlich, aber die Umsätze schleppend, weil kaum Geschäfte getätigt werden. An vorderer Ware ist kaum ein Mischfutterhersteller interessiert, wenn überhaupt kaufen sie kleinste Mengen für den direkten Bedarf. Das lässt darauf schließen, dass diese immer noch gut gedeckt sind. Da der Preis im Vergleich zum Vormonat für Sojaschrot mit 44 % ProFett-Gehalt im Schnitt nur um 1 % gesunken ist und für Sojaschrot mit 49 % ProFett-Gehalt nur um 2 % reicht dieser Preisrückgang noch nicht aus, um die Mischfutterhersteller wieder zum Handeln zu animieren. Solange die Preise leicht rückläufig sind, warten vielen auf weitere Vergünstigungen. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr lagen die Preise rund 60 EUR/t höher. Die geringe Nachfrage übt fortlaufend Druck auf die Preise aus, was die Käufer wiederum zum Abwarten veranlasst. Eine Trendwende war auch im März nicht in Sicht. Negativen Einfluss üben zudem die gesunkenen Sojabohnenkurse in Chicago auf den hiesigen Kassamarkt aus.

Schleppende Umsätze am Rapsschrotmarkt
Das gleiche Spiel zeigt sich am Rapsschrotmarkt. Das Angebot ist vorne begrenzt, März-Ware wird kurz vor dem Monatswechsel kaum noch offeriert und auch für April ist das Angebot eher knapp. Gleichzeitig ist die Nachfrage aber immer noch verhalten und es wird kaum physische Ware gehandelt, sondern eher Kontrakte auf späteren Lieferterminen geschlossen. Auch mit Rapsschrot sind die Mischfutterhersteller noch gut genug eingedeckt und müssen nur geringe Mengen zukaufen. Bei den langsam sinkenden Preisen spekulieren sie auf weitere Vergünstigungen. Seit Ende Februar wurden die Forderungen um 5 % zurückgenommen. Um den Markt endlich wieder etwas zu beleben, bräuchte es Kaufimpulse aus der Mischfutterindustrie.

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