Markt
04.04.2018

Monatsbericht März 2018: Rapsreise bleiben niedrig, Ölmühlen fehlt es an Absatzmöglichkeiten, Sojaschrotpreise bleiben auf hohem Niveau, Rapsschrot weiterhin knapp und gesucht

Am deutschen Rapsmarkt geht es weiterhin sehr ruhig zu. Die Ölmühlen heben ihre Prämien nicht an, zudem tendieren die Rapsterminkurse in Paris schwächer.

Rapsreise bleiben niedrig
Am deutschen Rapsmarkt geht es weiterhin sehr ruhig zu. Die Ölmühlen heben ihre Prämien nicht an, zudem tendieren die Rapsterminkurse in Paris schwächer. Beides zusammen setzt keine Verkaufsanreize für Rapsanbieter, sodass es kaum Offerten gibt. Dem Vernehmen nach befindet sich zwar immer noch reichlich alterntige Ware in Erzeugerhand, mehr als in Normaljahren, aber angesichts des sehr niedrigen Preisniveaus halten viele die Ware unter Verschluss. Einige hoffen noch auf eine Hausse im April, doch schon 2016 war diese nicht wie erwartet eingetroffen und in diesem Jahr dürfte es bei reichlicher Rohstoffzufuhr aus dem Ausland und geringen Erlösen aus dem Rapsölverkauf für Anbieter erst recht schwierig werden, Preisaufschläge gegenüber den Ölmühlen durchzusetzen. Was das Kontraktgeschäft ex Ernte 2018 betrifft, so halten sich viele Rapserzeuger zurück. Die jüngste Kaltfront habe die Verkaufsbereitschaft gänzlich eingefroren, heißt es. Landwirte rechnen mit Auswinterungsschäden. Noch ist das Ausmaß aber unklar und solange wird die Zurückhaltung wohl andauern. 

Ölmühlen fehlt es an Absatzmöglichkeiten
Den Ölmühlen fehlt es an Möglichkeiten, Rapsöl zu vermarkten. Wenn sie überhaupt mal etwas verkaufen, sind die Erlöse gering. Deshalb heben sie ihre Prämien auf den Rohstoff auch weiterhin nicht an und setzen somit keine Anreize für Rapsverkäufer. Dass ADM sein Biodieselwerk in Mainz mindestens bis zur Jahresmitte herunterfahren wird, verdeutlicht, dass es der EUBiodieselindustrie nicht gelingt, dem Angebots- und Preisdruck durch argentinische und indonesische Biodieselimporte etwas entgegenzusetzen. Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen, dass sich die Erlössituation der Ölmühlen und damit auch die Absatzchancen der Rapserzeuger in den kommenden Wochen verbessern werden. Denn wegen preisgünstiger Biodieselimporte aus Argentinien und Indonesien, die seit Jahresbeginn 2018 verstärkt den europäischen Kontinent erreichen, ist es für die Mühlen umso schwieriger geworden Rapsöl zu verkaufen. Vielfach lohne sich die Verarbeitung von Rapsöl nicht mehr, sodass es EU-weit zu Schließungen kommt, auch in Deutschland wird jetzt ein Werk heruntergefahren. Von Marktteilnehmern heißt es darüber hinaus, dass die größten Lieferungen Biodiesel aus Argentinien noch gar nicht eingetroffen seien und in den kommenden Wochen eintreffen werden. Damit würden sich Angebots- und Preisdruck noch weiter erhöhen. Für die Ölmühlen könnten sich die Absatzmöglichkeiten also noch verschlechtern, sodass sie ihre Prämien auf den Rohstoff wohl weiterhin nicht anheben werden. Rapserzeuger können daher kaum noch Preissteigerungen erwarten.

Sojaschrotpreise bleiben auf hohem Niveau
Ölschrote und besonders Sojaschrot hat sich im März deutlich verteuert. Das hat die Nachfrage der Mischfutterhersteller auf Eis gelegt. Stattdessen ist Rapsschrot gefragt, wegen zunehmender Knappheit mancherorts mittlerweile regelrecht gesucht. Das sorgte auch für deutlichen Preisauftrieb. Grund für die feste Tendenz beim Sojaschrot ist anhaltende und schwerwiegende Trockenheit in den Hauptanbaugebieten für Sojabohnen des weltweit größten Sojaschrotexporteurs Argentinien. Jüngste Regenfälle haben die Lage nicht entspannt, sodass die Ernteschätzungen mittlerweile unter 40 Mio. t liegen. Das Kaufinteresse der Mischfutterindustrie für Sojaschrot am hiesigen Markt ist gering, viele hoffen auf Vergünstigungen. Aber ein Preisniveau von 300 EUR/t, wie es sich nach der US-Ernte 2017 eingestellt hatte, dürfte 2018 kaum mehr möglich sein, geben Anbieter zu bedenken.

Rapsschrot weiterhin knapp und gesucht
Dass einzelne Biodieselwerke in Europa ihre Produktion gedrosselt haben, macht sich auch am Rapsschrotmarkt bemerkbar. Denn dadurch, dass die Biodieselindustrie weniger Rapsöl einsetzt, haben auch die Ölmühlen ihre Verarbeitung reduziert. Somit fällt weniger Öl aber auch weniger Schrot als Koppelprodukt an. Dem Vernehmen nach hat sich das Rapsschrotangebot am hiesigen Kassamarkt weiter verknappt, zugleich ist die Nachfrage wegen der hohen Preise für Sojaschrot aber ungebrochen rege. Das hat die Preise weiter kräftig steigen lassen. Gegen Monatsende wurden im Schnitt 248 EUR/t fob Ölmühle gefordert und damit so viel wie seit Juli 2015 nicht mehr.