Markt
02.07.2018

Monatsbericht Juni 2018: Erster Raps in Deutschland gedroschen, Rapspreise steigen, Sojaschrotpreise geben kräftig nach, Preiswürdigkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot sinkt

Am Rapsmarkt hat sich das Verkaufsinteresse noch einmal deutlich abgekühlt. Die rückläufigen Terminkurse in Paris, aber auch das geringe Kaufinteresse der Verarbeiter lässt die Rapserzeuger vorerst abwarten.

Erster Raps in Deutschland gedroschen
Am Rapsmarkt hat sich das Verkaufsinteresse noch einmal deutlich abgekühlt. Die rückläufigen Terminkurse in Paris, aber auch das geringe Kaufinteresse der Verarbeiter lässt die Rapserzeuger vorerst abwarten. Ohnehin treibt sie ganz andere Sorgen. Zwar haben viele von ihnen bereits Raps der kommenden Saison vertraglich gebunden, mit dem Verkauf weiterer Menge halten sie sich jetzt aber zurück, zu unsicher ist die Ertragslage. Die Kühle zur Blüte, die fast 50 % kürzere Vegetationsperiode, sowie Hitze und Trockenheit haben den Beständen ordentlich zugesetzt, so dass die Ertragsaussichten spürbar zurückgenommen wurden. Sollte sich die 32,2 dt/ha die der EUPrognosedienst zuletzt schätzte, bewahrheiten, dann kämen nicht einmal 4,1 Mio. t zustande. Das wären gut 200.000 t weniger als 2017 und zum Durchschnitt würden fast 1 Mio. t fehlen.

Rapspreise steigen
Die absehbar schwachen Rapserträge in Deutschland konnten bislang nur wenig Preiswirkung erzielen, aber die gekürzte Ernteprognose in Frankreich hat immerhin die Kurse nach oben getrieben und damit die deutschen Erzeugerpreise befestigt.

Langsam schlägt nun doch die Aussicht auf eine schwächere Rapsernte in Europa auf die Preise durch und lässt die Notierungen steigen. Und das, obwohl in Chicago die Sojabohnen und in Kuala Lumpur die Palmölpreise schwächeln. Aber Unterstützung kommt vom schwachen Euro und vom festen Rohöl. Der Anstieg der Terminkurse schlägt am Kassamarkt erstmals bei den Großhandelspreisen vollständig durch, da die Prämien stabil blieben, teils sogar angehoben wurden. Aber auch die Erzeuger bekommen nun wieder mehr für ihren Raps geboten als in der Vorwoche.

Sojaschrotpreise geben kräftig nach
Am Sojaschrotmarkt ging es zuletzt lebhafter zu. Nach deutlichen Kursrückgängen für Sojabohnen und Sojaschrot in Chicago und entsprechenden Preisrücknahmen am deutschen Kassamarkt war ein Niveau erreicht, auf dem Mischfutter-hersteller eher bereit waren zu kaufen. Bis ins Frühjahr 2019 wurden, Marktteilnehmern zufolge, Kontrakte abgeschlossen. Der Bedarf der Mischfutterindustrie wurde allmählich drängender, denn viele waren ab August 2018 nur unzureichend gedeckt.

Preiswürdigkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot sinkt
Am Sojaschrotmarkt bleiben die Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China das Topthema. Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Terminmärkte für Sojabohnen und -schrot auf Talfahrt geschickt. Die Unsicherheit an den Finanz- und Rohstoffmärkten war hoch, was die Aktivitäten der Marktakteure lähmte. Die Forderungen für Sojaschrot haben sich im Verlauf des Monats stetig vergünstigt und erreichten zwischenzeitlich sogar ein 4-Monatstief. Das nutzen einige Mischfutterhersteller um ihren Bedarf, teils auch bis weit in das Jahr 2019 zum Großteil zu decken. Die etwas belebte Nachfrage hat das Preisniveau zuletzt sogar gestützt, denn durchschnittlichen Großhandelspreise der deutschen Ölmühlen hatten die jüngsten Kursverluste in Chicago nicht nachvollzogen. Unterstützt wird die vermehrte Nachfrage auch von der sinkenden Preiswürdigkeit des Rapsschrotes. Woche um Woche büßt Rapsschrot seinen Wettbewerbsvorteil gegenüber Sojaschrot zunehmend ein, denn die Preise werden aufgrund des knappen vorderen Angebotes kaum zurückgenommen. Das lässt Mischfutterhersteller eher zu Soja-, als zu Rapsschrot greifen. Seit Wochen verharren die Forderungen auf einem nahezu konstanten Preisniveau. Viele Marktteilnehmer warteten die ersten Ergebnisse der EU-Rapsernte ab, bevor sich neu positionieren.