Markt
01.08.2018

Monatsbericht Juli 2018: Rapspreise fester, Erzeuger noch abwartend, Rapsimporte bleiben über Vorjahr, Rapsschrotpreise deutlich fester, Sojaschrot profitiert von Verteuerung des Futterweizens

Die Rapsernte in Europa geht weiter voran, von Mindererträgen und geringen Ölgehalten wird dabei berichtet. Sogar in der Ukraine, wo die Aussichten zuletzt noch gar nicht so schlecht waren, melden Landwirte nun Ertragseinbußen von bis zu 10 % gegenüber dem Vorjahr.

Rapspreise fester, Erzeuger noch abwartend
Die Rapsernte in Europa geht weiter voran, von Mindererträgen und geringen Ölgehalten wird dabei berichtet. Sogar in der Ukraine, wo die Aussichten zuletzt noch gar nicht so schlecht waren, melden Landwirte nun Ertragseinbußen von bis zu 10 % gegenüber dem Vorjahr. Der Deutsche Raiffeisenverband DRV hatte seine Ernteprognose zuletzt auf 3,55 Mio. t gekürzt, was einem 10Jahrestief entspräche. Im Osten der Republik berichteten Erzeuger zuletzt von enttäuschenden Rapserträgen, während zumindest die Ölgehalte in Ordnung seien. Der EU-Prognosedienst MARS erwartet für Deutschland Rapserträge von 30 dt/ha und sieht auch in anderen Teilen Europas große Trockenheit und kräftige Ertragseinbußen. Dennoch haben sich die Rapsterminkurse in Paris im Juli kaum bewegt und dümpelten um die Marke von 360 EUR/t herum. Auch von den Ölmühlen kam wenig mehr Kaufinteresse als in den Vormonaten. Die Rapserzeugerpreise sind trotzdem gestiegen und erreichten zuletzt mit 348 EUR/t immerhin wieder Vorjahresniveau. Doch aus Erzeugersicht reicht das noch lange nicht. Vor dem Hintergrund einer avisiert knapperen Rapsversorgung in Deutschland und Europa müssten die Preise schon stärker steigen um Verkäufer zu animieren. Viele Landwirte bleiben dem Markt eher fern und konzentrieren sich auf Erntearbeiten.

Rapsimporte bleiben über Vorjahr
Im Mai 2018 wurden laut Statistischem Bundesamt rund 530.000 t Raps nach Deutschland eingeführt, das waren 3,7 % weniger als im Vorjahresmonat. Aber in den ersten 11 Monaten des Wirtschaftsjahres 2017/18 (Juli-Mai) lagen die Einfuhren damit immer noch 8,8 % über Vorjahr. Das geht vor allem auf die kräftig gestiegenen Importe aus der Ukraine zurück. Von dort kamen 656.600 t Raps nach Deutschland, mehr als drei Mal so viel wie im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Auch die Einfuhren aus Russland sind gestiegen, um 300 % auf 9.400 t. Besonders kräftig zugelegt haben aber die Einfuhren aus Serbien. In den ersten 11 Monaten des Wirtschaftsjahres 2017/18 kamen insgesamt 54.500 t von dort und damit fast zehn Mal so viel wie im Vorjahr.

Rapsschrotpreise deutlich fester
Im Juli haben sich die Rapsschrotpreise deutlich befestigt. Zu Beginn der zweiten Juliwoche legten sie einen kräftigen Sprung von rund 20 EUR/t auf 240 EUR/t hin und haben das höhere Niveau seitdem halten können. Auslöser waren einige größere Rapsschroteinkäufe von Mischfutterherstellern, die sich damit für die zweite Jahreshälfte 2018 eingedeckt haben. Am Sojaschrotmarkt ging es im Juli eher impulslos zu, sodass sich die Kassapreise zuletzt nur marginal unter dem Niveau von vor 4 Wochen bewegten. Ware mit 49 % Proteingehalt erzielte Ende Juli 359 EUR/t im Bundesmittel, nur 3 EUR/t weniger als 4 Wochen zuvor, 44er Sojaschrot kam auf 331 EUR/t, ein Rückgang von 2 EUR/t auf Monatssicht.

Sojaschrot profitiert von Verteuerung des Futterweizens
Die Rapsschrotpreise haben in der ersten Julihälfte vor allem von einigen größeren Einkäufen der Mischfutterindustrie profitiert, zusätzliche Unterstützung kam von den Rapsterminkursen in Paris, die auf die avisierten Ertragseinbußen in weiten Teilen Europas mit festerer Tendenz reagierten. Allerdings war die Kaufwelle nur von kurzer Dauer – in nur zweit Wochen hatte sich eine Vielzahl der Futtermittelhersteller bereits längerfristig, zum Teil bis Januar 2019, mit Ware eingedeckt. Doch obwohl die Nachfrage schnell wieder abebbte, blieb die Preistendenz fest. Begrenztes Angebot und stetige Nachfrage sorgen für Stabilität am Rapsschrotmarkt. Mischfutterhersteller, die noch die eine oder andere Versorgungslücke zu schließen haben, überlegen jetzt, ob sie auf dem erreichten Preisniveau noch weitere Mengen Rapsschrot einkaufen oder Preisnachlässe abwarten wollen. Die Sojaschrotpreise haben sich jüngst wieder gefangen und lagen nur leicht unter Vormonatsniveau. Deutliche Preisrückgänge für Futterweizen lassen Mischfutterhersteller eher auf Mais bei der Rationsgestaltung zurückgreifen. Als Proteinkomponente kommt in der Kombination dann vor allem höherwertiges Sojaschrot zum Einsatz. Das bringt den Sojaschrotpreisen etwas Unterstützung.