Markt
01.08.2017

Monatsbericht Juli 2017: Im Juli überwogen schwache Rapsnotierungen, Vordere Ware knapp, spätere Liefertermine ohne Nachfrage, Sojaschrotnachfrage geht zurück, Preissturz bei Rapsschrot erhöht Wettbewerbsfähigkeit

Starke Regenfälle in weiten Teilen Deutschlands sorgten für eine Verzögerung der Rapsernte. Daher war das Angebot aus der laufenden Ernte heraus, auch zur Belieferung bereits geschlossener Kontrakte, sehr überschaubar.

Im Juli überwogen schwache Rapsnotierungen
Starke Regenfälle in weiten Teilen Deutschlands sorgten für eine Verzögerung der Rapsernte. Daher war das Angebot aus der laufenden Ernte heraus, auch zur Belieferung bereits geschlossener Kontrakte, sehr überschaubar. Versorgungslücken bei den Ölmühlen taten sich auf und prompte Ware erzielte deutliche Aufgelder. Demgegenüber zeigten Ölmühlen an Raps auf späteren Lieferterminen deutlich weniger Interesse, denn von den Terminmärkten kamen Schwächesignale, die jegliches Kaufinteresse unterbanden.

Vordere Ware knapp, spätere Liefertermine ohne Nachfrage
Ölmühlen sehen sich vor dem Hintergrund deutlich sinkender Erlöse aus Rapsöl- und Rapsschrotverkauf derzeit nicht in der Lage hohe Aufgelder zu bewilligen. Besonders die mangelnde Ölnachfrage ist ein entscheidender Grund für die Zurückhaltung und die unflexiblen Prämien. Dem Rapsölmarkt fehlt es an Nachfrage. Potenzielle Biodieselkäufer halten sich zurück und warten auf die Entscheidung Brüssels hinsichtlich der avisierten Antidumpingzölle. Die sollen aber erst Mitte August kommen. So lange wird sich die Nachfrage wohl noch aufstauen. Sie nehmen sogar teils ihre Prämien zurück, was im Zusammenspiel mit dem sinkenden Rapskurs in Paris zu einem insgesamt niedrigeren Rapspreisniveau führte. So kostete Raps franko Niederrhein Ende des Monats 362 EUR/t, fast 10 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Das bremst die ohnehin verhaltene Abgabebereitschaft der Erzeuger und Handelsunternehmen spürbar. Die Verunsicherung hinsichtlich des zu erwartenden Angebotes wächst, denn noch steht der Großteil auf dem Feld und der jetzige Regen ist zum Zeitpunkt der Reife nicht förderlich. Es zeichnet sich in Deutschland eine ähnliche Rapsversorgung wie im Vorjahr ab und die etwas über Vorjahr liegenden Erzeugerpreise spiegeln das wider. Im Schnitt erhielten Erzeuger knapp 350 EUR/t für Raps frei Erfasserlager und damit 10 EUR/t mehr als vor einem Jahr. Das reicht aber nicht aus, um Verkaufsbereitschaft zu fördern.
  
Sojaschrotnachfrage geht zurüc
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Während des gesamten Monats Juli war die Nachfrage nach Sojaschrot in Deutschland sehr verhalten. Die global üppige Versorgung bot den Mischfutterbetriebe kaum Anlass zur Sorge vor Engpässen. Befürchtungen vor wetterbedingten Ertragsverlusten bei US-Sojabohnen trieben zwar die Terminnotierungen und in Folge auch die Kassapreise in der ersten Junihälfte nach oben. Mit günstigeren US-Witterungsbedingungen sanken die Preise wieder. Beide Entwicklungen konnten das Kaufinteresse nicht mobilisieren.

Preissturz bei Rapsschrot erhöht Wettbewerbsfähigkeit

Die Forderungen für Sojaschrot zogen nach den Tiefstständen Ende Juni rasant an. Innerhalb von knapp zwei Wochen stiegen die Preise um fast 11 % auf ein 2-Monatshoch an. Getrieben von den Wettermärkten in den USA nahm die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Rapsschrot deutlich ab. Zumal die Forderungen für Rapsschrot so kurz vor Abschluss der neuen Ernte stetig schwächer tendierten. So musste im Juli für Rapsschrot knapp 8 % weniger bezahlt werden als im Vormonat. Die zuletzt genannten 183 EUR/t markierten den tiefsten Stand April 2016. Für die vorderen Positionen hat sich auf diesem Niveau die Rapsschrotnachfrage bei den großen Mühlen belebt, konnte aber keine preisstützende Wirkung entfalten.

Durch die schwächeren Rapsschrotpreise hat sich der Preisabstand zwischen 44er Sojaschrot und 35er Rapsschrot umgerechnet auf 1 % Proteingehalt zum Vormonat deutlich erhöht. In der zweiten Monatshälfte stieg die Differenz über die Linie von 1,00 EUR/t In der Spitze betrug der Preisabstand sogar 1,25 EUR/t. Das hat die Vorzüglichkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot kräftig gesteigert. Denn trotz des festen Eurokurses und des abnehmenden Kaufinteresse für Sojaschrot lag der Preis im Monatsdurchschnitt 2 % über Vormonat.