Markt
03.03.2020

Monatsbericht Februar 2020: Rapspreise im Rückwärtsgang, Unsicherheit über die Feldbestandsentwicklung, Schwarzmeer-Raps füllt Versorgungslücken, Kaufinteresse an Ölschroten kurzzeitig aufgelebt, Mögliche Angebotsengpässe treiben Sojaschrotpreise, Einsatz

Der Fokus der Marktteilnehmer ist im Februar deutlich auf Termine ex Ernte 2020 umgeschwenkt. Das lässt sich am Verlauf der Erzeugerpreise in Deutschland ablesen: Während die Preise für Inlandsraps vom Erzeuger im Monatsverlauf um 10 auf 376 EUR/t nachgegeben haben, tendieren die Vorkontraktpreise mit 369 bis 370 EUR/t im Bundesmittel stabil bis leicht fester.

Rapspreise im Rückwärtsgang
Der Fokus der Marktteilnehmer ist im Februar deutlich auf Termine ex Ernte 2020 umgeschwenkt. Das lässt sich am Verlauf der Erzeugerpreise in Deutschland ablesen: Während die Preise für Inlandsraps vom Erzeuger im Monatsverlauf um 10 auf 376 EUR/t nachgegeben haben, tendieren die Vorkontraktpreise mit 369 bis 370 EUR/t im Bundesmittel stabil bis leicht fester. Ölmühlen haben ihre Versorgung bis Saisonende 2019/20 abgesichert, Erzeuger die Ernte 2019 weitgehend verkauft, sodass es nur logisch ist, dass prompt fast nichts mehr umgesetzt wird. Ex Ernte bremst allerdings die verhaltene Abgabebereitschaft der Erzeuger den Handel – noch!

Unsicherheit über die Feldbestandsentwicklung
Wie so häufig zu dieser Jahreszeit, tendenziell aber noch etwas stärker als üblich, sind Rapserzeuger in Deutschland verunsichert, was den Ernteumfang 2020 anbelangt. Bei mildem Wetter haben sich die Rapsfeldbestände in Deutschland in den vergangenen Wochen zwar gut bis sehr gut entwickelt, was die Ertragsaussichten grundsätzlich verbessert, aber auch Gefahren birgt. Zum einen leistet die milde Witterung nicht nur dem Biomassezuwachs der Pflanzen, sondern auch der Ausbreitung von Schadinsekten Vorschub, was gerade auch vor dem Hintergrund eingeschränkter chemischer Bekämpfungsmöglichkeiten fatal werden könnte, zum anderen wären Frosteinbrüche nach der raschen Bestandsentwicklung umso gravierender. Letztere sind, wie der Rückblick auf vergangene Jahre zeigt, noch bis in den April hinein möglich. Alles in allem ist die Ertrags- und damit auch die Ernteprognose in Deutschland sehr unsicher und bremst das Kontraktgeschäft. Landwirte wollen nicht zu früh zu viel verkaufen und Gefahr laufen, vertraglich festgelegte Mengen am Ende nicht liefern zu können.

Schwarzmeer-Raps füllt Versorgungslücken
Deutschland hat in der ersten Wirtschaftsjahreshälfte 2019/20 rund 3,1 Mio. t Raps importiert, 1 % weniger als im Vorjahr aber ein ausgesprochen durchschnittliches Ergebnis, das den Schnitt der vergangenen fünf Jahre fast auf den Punkt genau trifft. Die größten Mengen kamen wie gewohnt aus anderen EU-Staaten zu uns, mit 2,1 Mio. t allerdings 11 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Aus Frankreich erhielt Deutschland in der ersten Saisonhälfte 2019/20 gut 413.000 t Raps und damit fast 22 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der mit deutlichem Vorsprung vor allen anderen Herkunftsländern wichtigste Rapslieferant für Deutschland ist mittlerweile die Ukraine. In der ersten Wirtschaftsjahreshälfte 2019/20 kamen 805.500 t von dort, was einer Steigerung von 26 % zum Vorjahr und einem Vorsprung von 92 % zur zweitplatzierten Niederlande ist. In den vergangenen Jahren hat sich die Ukraine zur wichtigsten Rapsherkunft für Deutschland aufgeschwungen und damit Frankreich in dieser Rolle abgelöst.

Kaufinteresse an Ölschroten kurzzeitig aufgelebt
An den Ölschrotmärkten sind sowohl die Preise für Sojaschrot, unabhängig von der Qualität, als auch für Rapsschrot im Februar deutlich gestiegen. Am Rapsschrotmarkt kam zu Beginn des Monats Unterstützung von einem überraschenden Produktionsstopp einer Ölmühle in Nordostdeutschland. Zudem war das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller an Rapsschrot zur Lieferung im Februar bis Juli aufgeflammt. Dieses ist zwar zum Ende des Monats – nicht zuletzt weil einige Marktteilnehmer aus NRW wegen Karneval nicht am Markt tätig waren – wieder abgeflaut. Die Preise haben sich trotzdem deutlich um 12 auf 223 EUR/t befestigt. Das ist der höchste Stand seit einem Jahr.

Mögliche Angebotsengpässe treiben Sojaschrotpreise
Nachdem auch die Nachfrage nach Sojaschrot zu Beginn des Monats hoch war, nahm das Kaufinteresse besonders an vorderer Ware in der zweiten Februarhälfte wieder ab. Die Nachfrage der Mischfutterbetriebe konzentrierte sich mehr auf spätere Termine. So war der Markt ruhig und wartete auf richtungsweisende Impulse. Aus Argentinien kommen aufgrund des Ausfalls einer insolventen Ölmühle weiterhin weniger Schiffe mit Importware. Der Fokus vieler Marktteilnehmer richtet sich momentan auf die laufende brasilianische Sojabohnenernte, die bisher in Rekordhöhe avisiert wird.

Einsatz von Ölschroten im Mischfutter gesunken
In Deutschland ist der Einsatz von Ölschroten zur Mischfutterherstellung im ersten Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2019/20 gegenüber Vorjahr zurückgegangen. Es wurden 2,8 Mio. t verarbeitet, was das Vorjahresergebnis um 176.000 t verfehlt. Von Juli bis Dezember 2019 wurden 1,17 Mio. t Sojaschrot verwendet und damit 46.000 t weniger als im Vorjahreszeitraum. An Rapsschrot wurden 1,26 Mio. t eingesetzt, im Vorjahr waren es noch gut 100.000 t mehr.

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