Markt
27.02.2019

Monatsbericht Februar 2019: Rapspreise finden keine Unterstützung, Ölmühlen kaufen fast nichts, Ölschrotnachfrage gering, Rapsschrot knapp, Nachfrage gering, Zurückhaltung setzt sich fort

Auch im Februar dümpelten die Rapspreise zunächst weiter knapp unter 360 EUR/t vor sich hin. Dadurch wuchs zwar der Vorsprung zum Vorjahr, aber gleichzeitig der Rückstand zum Wirtschaftsjahr 2016/17. Damals waren die Preise noch deutlich über 400 EUR/t geklettert.

Rapspreise finden keine Unterstützung

Auch im Februar dümpelten die Rapspreise zunächst weiter knapp unter 360 EUR/t vor sich hin. Dadurch wuchs zwar der Vorsprung zum Vorjahr, aber gleichzeitig der Rückstand zum Wirtschaftsjahr 2016/17. Damals waren die Preise noch deutlich über 400 EUR/t geklettert. Aus Sicht der Landwirte passt das aktuelle Preisniveau nicht zur geringeren Rohstoffverfügbarkeit, weshalb sie sich mit Verkäufen sehr zurückhalten. Gegen Monatsende kamen die Preise dann in Bewegung, allerdings nach unten, so ging es binnen einer Handelswoche um 6 auf 353 EUR/t abwärts. Das fördert die Zurückhaltung der Erzeuger noch zusätzlich. Kaum jemand verkauft aktuell nennenswerte Mengen, denn das wäre ein Verlustgeschäft. Schließlich lag das Preisniveau zum Zeitpunkt der Einlagerung höher als jetzt, hinzu kommen die Kosten für die Lagerhaltung. Rapserzeuger spekulieren deshalb auf Preissteigerungen zur Ernte 2019.

Ölmühlen kaufen fast nichts

Der deutliche Preisrückgang Ende Februar geht zum einen auf schwächere Terminkurse zurück, zum anderen belastet die zurückhaltende Nachfrage der Ölmühlen, die ihre Prämien auf die sinkenden Rapsterminkurse in Paris unverändert halten. Marktteilnehmern zufolge sind die meisten noch gut gedeckt, nachdem sie zum Jahresende 2018 ihre Vorräte mit Raps aus der Ukraine aufgefüllt hatten. Nachfragebremsend sind aber auch geringe Erlöse aus dem Rapsölverkauf, vor allem jetzt, da Biodieseleinkäufer allmählich von Rapsmethylester (RME) auf Soja- und Palmmethylester (SME, PME) umstellen. Ab Mitte April wird diese sogenannte Sommerware den Markt für die kommenden 6 Monate dominieren.

Ölschrotnachfrage gering

Am Sojaschrotmarkt ging es im Februar fortgesetzt ruhig zu. Wie schon in den vergangenen Monaten beschränken sich die Aktivitäten der Mischfutterhersteller zumeist auf den Einkauf von Kleinstmengen für den unmittelbaren Bedarf, während keine langfristigen Kontrakte in größerem Umfang abgeschlossen werden. Die zurückhaltende Nachfrage und die eher bärischen Einflüsse vom Weltmarkt setzen die Preise unter Druck. Das wiederum lässt Käufer auf weitere Vergünstigungen hoffen, was wiederum die Zurückhaltung fördert – ein Teufelskreis, in dem die Preise keine Unterstützung finden.

Rapsschrot knapp, Nachfrage gering

Auch am Rapsschrotmarkt hat sich die Lage gegenüber Vormonat im Prinzip nicht geändert. Auf den vorderen Positionen ist das Angebot der Ölmühlen begrenzt, gleichzeitig ist die Nachfrage zurückhaltend. So lassen sich keine höheren Forderungen durchsetzen. Die Preise für Rapsschrot sind stabil aber nominell, das heißt, es steckt kaum Umsatz dahinter. Die geringe Nachfrage deutet darauf hin, dass Mischfutterbetriebe immer noch gut versorgt sind. Wie beim Sojaschrot spekulieren Käufer auf Preisnachlässe, nur wer dringend Ware braucht, kauft etwas. Das Preisverhältnis von Raps- zu Sojaschrot liegt aktuell bei 0,8 während es im April 2018 zum Beispiel noch bei 0,65 gelegen hatte. Aus der Branche heißt es, dass beim derzeitigen Preisverhältnis Mischfutterbetriebe eher zu Soja- als zu Rapsschrot greifen, um Versorgungslücken zu schließen.

Zurückhaltung setzt sich fort

Am Sojaschrotmarkt warten die meisten nun erst einmal die Ernte in Südamerika ab. Wochenlang war es in Brasilien zu trocken, in Argentinien zu nass gewesen, aber mittlerweile haben sich in beiden Ländern die Bedingungen für die Sojaerzeugung gebessert. Für Sojabohnen in Brasilien kam das mancherorts zu spät, Ertragseinbußen sind unvermeidbar, aber in Argentinien, wo die Aussaat erst kürzlich abgeschlossen wurde, haben die Kulturen noch alle Chancen normale oder sogar überdurchschnittliche Erträge zu erreichen. Für den deutschen Sojaschrotmarkt ist die Ernte in Argentinien ohnehin die interessantere, denn das Land verarbeitet den Großteil seiner Bohnen selbst und liefert dann vor allem das Schrot nach Europa. Das bedeutet, dass je höher das Angebot aus Argentinien ausfällt, dies auch einen direkten Einfluss auf die Preisentwicklung in Deutschland hat. Zweifelsfrei wird die Ernte und damit auch das Sojaschrotangebot aus Argentinien größer ausfallen als im ernteschwachen Vorjahr, aber ob es eine überdurchschnittliche Ernte wird ist noch nicht klar. Optimisten jedenfalls rechnen mit einem reichlichen Sojaschrotangebot aus Argentinien, das weiteren Preisnachlässe in den kommenden Wochen bringen könnte. Wer nicht unbedingt kaufen muss, hält sich zurück und beobachtet den Wetterverlauf in Südamerika und die Preisentwicklung am hiesigen Markt. Im März dürfte das Hoffen auf weitere Vergünstigungen die Umsätze am Kassamarkt lähmen.

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