Markt
01.03.2018

Monatsbericht Februar 2018: Rapspreise weit unter Vorjahr, Erstmals liegt Verarbeitungsschwerpunkt auf Importraps, Sojaschrotpreise ohne Umsatz kräftig gestiegen, Rapsschrotnachfrage belebt

Auch im Februar haben die Ölmühlen in Deutschland ihre Gebote nicht angehoben, denn die unbefriedigenden Erlösmöglichkeiten aus dem Rapsölverkauf haben sich nicht verbessert.

Rapspreise weit unter Vorjahr
Auch im Februar haben die Ölmühlen in Deutschland ihre Gebote nicht angehoben, denn die unbefriedigenden Erlösmöglichkeiten aus dem Rapsölverkauf haben sich nicht verbessert. Sie haben ihre Verarbeitung gedrosselt oder verwenden vorzugsweise Importraps. Die Preise erhielten zuletzt Unterstützung von den von den Rapsnotierungen in Paris, das konnte den Preisverfall allerdings vorerst nur stoppen, nicht umkehren. Mittlerweile beläuft sich der Preisrückstand zum Vorjahr auf über 70 EUR/t, daher ist kaum ein Erzeuger bereit Raps abzugeben. Die meisten halten an der Hoffnung auf Preissteigerungen im Übergang auf die neue Ernte fest, was derzeit aber wenig begründet ist. Allerdings lässt sich seit vier Wochen aber zumindest ein etwas höheres Kaufinteresse der Ölmühlen für Raps der Ernte 2018 erkennen, so dass die Erzeugerpreise um 7 EUR/t auf 332 EUR/t gestiegen sind.

Erstmals liegt Verarbeitungsschwerpunkt auf Importraps
Die neusten Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bestätigen, dass sich die Ölmühlen in Deutschland vorrangig mit Importraps versorgt haben, während inländische Ware vernachlässigt wurde. In der ersten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres nahmen die Mühlen insgesamt 2,8 Mio. t Importraps auf, fast ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Dagegen sank der Zugang von inländischem Raps um ein Viertel auf 2 Mio. t. Damit wurden erstmals mehr Auslands- als Inlandsraps gekauft. Gleichzeitig haben die Ölmühlen auch weniger Raps verarbeitet als im Vorjahreszeitraum, mit 4,7 Mio. t rund 4 % weniger. Grund ist die gesunkene Nachfrage nach Rapsöl. Das hat aber auch zur Folge, dass Rapsschrot nun knapp ist.

Sojaschrotpreise ohne Umsatz kräftig gestiegen
Die Sojaschrotpreise haben sich im Februar deutlich befestigt und erreichten sogar ein 13Monatshoch. Dies war aber keineswegs auf eine Belebung der Nachfrage zurückzuführen. Mischfutterhersteller sind in der Mehrheit nach wie vor ausreichend mit Ware gedeckt, da einige bereits im Herbst 2017 Kontrakte bis zur Jahresmitte 2018 abgeschlossen hatten. Nur vereinzelt wurden Kleinstmengen zur prompten Lieferung umgesetzt. Die Preissteigerungen waren ausschließlich auf festere Kurse in Chicago zurückzuführen: Auf die anhaltende Trockenheit in Argentinien, dem weltweit bedeutendsten Sojaschrotexporteur, und die mittlerweile absehbaren Ertragseinbußen reagierten die US-Sojanotierungen mit kräftigem Plus. Herausragend war dabei aber vor allem die Befestigung der Schrotkurse, die sich dann auch auf den hiesigen Kassamarkt übertrug. Das Kaufinteresse hat sich mit den deutlichen Preisaufschlägen noch weiter abgekühlt. Mischfutterhersteller beobachten ohne Druck den Preisverlauf. Noch glauben die meisten nicht daran, dass sich die feste Tendenz als nachhaltig erweisen wird.

Rapsschrotnachfrage belebt
Rapsschrot konnte im Februar ebenfalls von den festen Sojaschrotkursen profitieren und legte kräftig zu. Aber die Vorgaben aus Chicago waren nicht der einzige Grund. Dem Vernehmen nach hatte sich das Rapsschrotangebot zur Monatsmitte spürbar reduziert und damit den einen oder anderen Mischfutterhersteller in Kauflaune versetzt. Auf nahezu allen Paritäten fanden sich Interessenten und es wurden höhere Preise erzielt. Bedeutender Grund für die Rapsschrotknappheit sind die geringen Erlösmöglichkeiten der Ölmühlen mit Rapsöl. Die Ware fließt nicht ab, die Verarbeitung wurde gedrosselt. Somit fällt auch weniger Rapsschrot an. Im Verlauf der zweiten Monatshälfte schrumpfte das Angebot dann sogar noch weiter, sodass nur noch am Niederrhein Ware zu bekommen war. Das hatte dann auch beim letzten Mischfutterhersteller das Kaufinteresse geweckt.