Markt
03.03.2017

Monatsbericht Februar 2017: Rapspreise deutlich über Vorjahr, Rapsterminkurse geben nach, Rapsschrot wird knapp und teuer, Abwartende Haltung am Sojaschrotmarkt

Die Erzeugerpreise für Raps zeigten zuletzt, trotz Druck vom Weltmarkt, weiterhin nach oben gerichtete Tendenz. Die Großhandelspreise haben mit den rückläufigen Terminkursen ebenfalls den Rückwärtsgang eingelegt. Rapsschrot wird nach wie vor kaum umgesetzt. Wie schon in den vergangenen Wochen trifft das knappe Angebot auf sehr geringe Nachfrage. Der Sojaschrotmarkt weist ein ähnliches Bild auf wie schon in den vergangenen Wochen. Angebot ist überreichlich da, die Nachfrage hält sich jedoch in Grenzen.

Rapspreise deutlich über Vorjahr

Die Erzeugerpreise für Raps zeigten zuletzt, trotz Druck vom Weltmarkt, weiterhin nach oben gerichtete Tendenz. Das Angebot ist weiterhin sehr knapp, Ware gesucht. Bis Ende Dezember war bereits mehr an den Erfassungshandel abgegeben worden als im Vorjahreszeitraum. Von den 4,6 Mio. t Raps, die 2016 in Deutschland geerntet worden waren, sind bis Jahresende mit 3,7 Mio. t rund 81 % vom Erzeuger verkauft gewesen. Das waren gut 100.000 t mehr als 2015. Damals waren nur 72 % der Rapsernte vermarktet worden. Damit blieben für den Rest der Saison, selbst auf Basis von null Verlusten und null Selbstverbrauch, noch 877.400 t Raps. Das würde gerade reichen, um den Inlandsbedarf der Ölmühlen im zweiten Halbjahr zu 20 % zu decken.

Rapsterminkurse geben nach

Die Großhandelspreise haben mit den rückläufigen Terminkursen ebenfalls den Rückwärtsgang eingelegt. Ölmühlen klagen über unbefriedigende Verarbeitungsmargen, denn die Ölpreise haben kräftig nachgegeben. So verlor Rapsöl seit Monatsbeginn rund 2,4 % an Wert, die Großhandelspreise für den Rohstoff haben nach kurzem Auftrieb die Werte des Monatsanfangs wieder erreicht. Dennoch bleiben die Ölmühlen am Ball und nehmen die spärlich offerierten Mengen flott auf. Selbst wenn sie auf den vorderen Terminen aufgrund der umfangreichen Lieferungen aus Australien gut versorgt sind, bis zum Anschluss an die kommende Ernte gibt es noch genug Rohstofflücken, die gefüllt werden müssen. Auf Erzeugerebene wurden im Februar 2017 im Schnitt 407 EUR/t gezahlt, das waren fast 70 EUR/t mehr als vor einem Jahr. Und auch wenn aktuell Druck von den Terminmärkten kommt, so scheint das knappe Angebot weiterhin große Stützkraft zu besitzen. Die Abgabebereitschaft für Raps der Ernte 2016 ist sehr gering, etwas lebhafter war indes im Februar der Abschluss von Vorkontrakten ex Ernte. Immerhin wurden regional attraktive 380 EUR/t geboten. Im Schnitt wurden im Februar 2017 für Raps ex Ernte rund 371,50 EUR/t gezahlt und so 50 EUR/t mehr als vor einem Jahr.

Rapsschrot wird knapp und teuer

Rapsschrot wird nach wie vor kaum umgesetzt. Wie schon in den vergangenen Wochen trifft das knappe Angebot auf sehr geringe Nachfrage. Erst sind die Rapskurse am Terminmarkt zu schnell nach oben gelaufen, so dass es den Käufern zu teuer wurde. Seit einer knappen Woche tendieren die Rapskurse wieder schwächer, aber die Käufer fragen immer noch nicht nach, denn nun hoffen sie auf weitere Preisnachlässe. Das gilt auch für Liefertermine der kommenden Saison. Ohnehin geben die Forderungen für Rapsschrot nicht so stark nach wie die Terminkurse, denn am Kassamarkt konnten sich die Rapspreise aufgrund des knappen Angebotes besser behaupten. Es ist kaum Raps der Ernte 2016 greifbar. So kostete Rapsschrot im Februar 2017 im Schnitt 224 EUR/t und so 11 % mehr als im Vormonat.

Abwartende Haltung am Sojaschrotmarkt

Der Sojaschrotmarkt weist ein ähnliches Bild auf wie schon in den vergangenen Wochen. Angebot ist überreichlich da, die Nachfrage hält sich jedoch in Grenzen. Der Handel bietet Ware teilweise etwas preiswerter als die Ölmühlen an, die Käufer reagieren jedoch insgesamt abwartend. Das relativ hohe Preisniveau besteht nun schon seit einigen Wochen. Hier treiben die Terminkurse die Kassapreise an. Obschon die fundamentalen Marktdaten für eher fallende Kurse sprechen, immerhin manifestiert sich die Gewissheit einer Rekordsojaernte in Südamerika, bleibt das hohe Kurs- und Preisniveau bestehen. Käufer hoffen wie schon in den Vorwochen auf Preisrücknahmen und ordern nur für den kurzfristigen Bedarf. Die Logistikprobleme durch Niedrigwasser und damit einhergehende Aufschläge wie zu Beginn des Monats, sind aktuell kein Thema. Die Großhandelspreise lagen im Februar 2016 für 44er Ware im Schnitt bei 338,50 EUR/t und damit nur geringfügig unter den 339,30 EUR/t des Vormonats. GVO-freies Sojaschrot mit 49 % RP war mit 545,50 EUR/t demgegenüber 0,4 % teurer als im Vormonat.