Markt
01.02.2018

Monatsbericht Dezember 2018: Umsatzschwacher Rapsmarkt, Ölmühlen zeigen wenig Kaufinteresse für Inlandsraps, Hohe Preise aber wenig Umsatz mit Sojaschrot, Auch Rapsschrot tendiert fester

Die Rapskurse in Paris sind im Januar deutlich abgerutscht. Lagen sie zu Monatsbeginn noch bei 350 EUR/t schlossen sie zuletzt nur noch auf 341 EUR/t.

Umsatzschwacher Rapsmarkt
Die Rapskurse in Paris sind im Januar deutlich abgerutscht. Lagen sie zu Monatsbeginn noch bei 350 EUR/t schlossen sie zuletzt nur noch auf 341 EUR/t. Gleichzeitig haben die Ölmühlen in Deutschland ihre Prämien für Raps kaum verändert. Der Kursrückgang wurde somit nicht aufgefangen. Die Kassapreise gaben ebenfalls kräftig nach und weisen damit einen entgegengesetzten Preisverlauf gegenüber dem Vorjahr auf. Mittlerweile liegt der Rapserzeugerpreis 68 EUR/t unter Vorjahreslinie. Landwirte sind daher kaum bereit zu verkaufen. Sie empfinden das aktuelle Preisniveau, als viel zu gering und als nicht dem im Vergleich zu den Vorjahren knapperen Angebot an Inlandsraps entsprechend.

Ölmühlen zeigen wenig Kaufinteresse für Inlandsraps
Die Gründe, weshalb Ölmühlen in Deutschland nur geringes Kaufinteresse für Inlandsraps zeigen und ihre Prämien nicht anheben, sind vielfältig. Zum einen vergünstigt der starke Euro von mittlerweile über 1,24 USD Rapszufuhren aus Drittstaaten. So strömen momentan vor allem Lieferungen aus der Ukraine, die 2017 eine besonders umfangreiche Ernte eingefahren hat, und Australien in die EU-28. Die Importware ist vergleichsweise preisgünstig und wird von vielen Mühlen hierzulande, insbesondere vor dem Hintergrund geringer Erlöse mit den Rapsnachprodukten, genutzt, um die Läger zu füllen und die Rohstoffversorgung langfristig abzusichern. Bis zur Ernte 2018 sind viele Verarbeiter mittlerweile gut eingedeckt. Der Bedarf, überhaupt noch Ware zuzukaufen ist gering. Der hohe Eurokurs hat aber noch einen weiteren Effekt: Für Drittstatten haben sich Raps-Importe aus der EU-28 verteuert. Wenig Chancen für Rapsanbieter aus Deutschland also, ihre Ware am internationalen Markt abzusetzen, ohne Preiszugeständnisse machen zu müssen. Neben günstigen Rapszufuhren aus dem Ausland sind es aber auch die nach wie vor schleppenden Rapsölgeschäfte mit hiesigen Biodieselproduzenten. Speziell die Nachfrage nach RME ist seitens der Mineralölkonzerne gering. Denn einerseits bietet UCOME-Ware ein deutlich höheres THGEinsparpotential, andererseits wächst die Konkurrenz durch SME-Lieferungen aus Übersee.

Hohe Preise aber wenig Umsatz mit Sojaschrot
Die Sojaschrotpreise konnten in der zweiten Monatshälfte des Januars kräftig zulegen. Am 25.01.2018 lagen die Forderungen bei 344 EUR/t für Ware mit einem Proteingehalt von 49 % und bei 317 EUR/t für solche mit 44 % Anteil. Das waren für 49er Ware 9,6 % und für 44er 9,3 % mehr als zu Monatsbeginn. Grund für die feste Tendenz ist aber nicht etwa, wie man es annehmen könnte, eine regere Nachfrage nach Sojaschrot aus der Mischfutterindustrie. Denn Futtermittelhersteller sind in der Mehrheit vorerst sehr gut mit Proteinkomponenten versorgt – kaum einer hat Bedarf, weitere Ware zuzukaufen, schon gar nicht zu höheren Preisen. Die Umsätze mit Sojaschrot beschränken sich daher unverändert auf vereinzelte Geschäfte über geringe Mengen zur prompten Lieferung. Der Preisanstieg am Sojaschrotmarkt ist vielmehr auf die deutlich festeren Vorgaben aus Chicago zurückzuführen, wo die Sojanotierungen, angetrieben von der fortwährenden Trockenheit in Argentinien und der damit einhergehenden Sorge um mögliche Ertragsausfälle, kräftig zugelegt haben. Die feste Tendenz hat sich auf den hiesigen Kassamarkt übertragen. Mit den Preisbefestigungen hat sich das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller sogar noch weiter abgekühlt. 

Auch Rapsschrot tendiert fester
Auch die Rapsschrotpreise haben von den festeren Vorgaben aus Chicago profitieren können, zumindest indirekt, insofern, als dass es sich bei Soja- und Rapsschrot um teilweise Substitute handelt. Das bedeutet, wenn die Sojaschrotpreise zulegen, zieht Rapsschrot mit leichter Verzögerung nach. Doch das ist nicht alles: Marktteilnehmer berichteten von etwas mehr Nachfrage aus der Mischfutterindustrie auf den vorderen Positionen. Auch das gab den Preisen Auftrieb. Gebremst wurde die Entwicklung allerdings durch bärische Signale aus Paris, wo die Rapsterminkurse deutlich nachgaben.