Markt
03.09.2018

Monatsbericht August 2018: Ölmühlen signalisieren Kaufinteresse ex Ernte 2019, Rapsimporte 2017/18 gestiegen, Sojaschrotpreise deutlich gesunken, Rapsschrot hochpreisig, aber ohne großen Umsatz

Am Rapsmarkt war die Lage im August uneinheitlich. Der Monat startete mit deutlicher Preisbefestigung, die vor allem auf die feste Tendenz der Rapsterminkurse in Paris zurückzuführen war.

Ölmühlen signalisieren Kaufinteresse ex Ernte 2019
Am Rapsmarkt war die Lage im August uneinheitlich. Der Monat startete mit deutlicher Preisbefestigung, die vor allem auf die feste Tendenz der Rapsterminkurse in Paris zurückzuführen war. Doch auch die Ölmühlen in Deutschland erhöhten ihre Prämien, sodass es am Kassamarkt zu zusätzlichen Aufschlägen kam. Zu Monatsbeginn wurden für Raps vom Erzeuger noch 355 EUR/t frei Erfasserlager genannt, eine Woche darauf bereits 8 EUR/t mehr. Doch um die Monatsmitte drehte sich der Markt: Schwächere Terminkurse zogen auch die Kassapreise nach unten und viele Rapserzeuger nahmen ihre Offerten umgehend vom Markt. Da sie 2018 deutliche Ertragseinbußen hinnehmen mussten, halten sie die knappe Ernte nun unter Verschluss und spekulieren auf höhere Gebote. Auf den vorderen Lieferpositionen ist das aber schwierig geworden, denn die meisten Ölmühlen zeigen nur noch geringeres Kaufinteresse an Partien bis Jahresende, nehmen dafür aber bereits Liefertermine im neuen Jahr in den Fokus und fragen zum Teil schon Ware ex Ernte 2019 nach.

Rapsimporte 2017/18 gestiegen
Deutschland hat im Wirtschaftsjahr 2017/18 die Gesamtmenge von fast 6 Mio. t Raps eingeführt, 5,6 % mehr als im Vorjahr und eine Rekordmenge. 4,5 Mio. t Raps oder ein Anteil frei Viertel an der Gesamtmenge kamen aus Mitgliedstaaten der EU-28, das waren 2,5 % mehr als im vergangenen Wirtschaftsjahr. Der mit Abstand größte Zulieferer war Frankreich mit 1,4 Mio. t, 4,2 % mehr als im Vorjahr. Auch aus Ungarn (488.000 t) und Rumänien (454.000 t) kamen beträchtliche Mengen, zudem Drittlandsimporte über die Niederlande in Höhe von 740.000 t. Außerhalb der EU-Außengrenzen erwies sich die Ukraine als bedeutendes Herkunftsland. Mit 671.500 t lieferte es mehr als drei Mal so viel wie im Jahr zuvor. Australien steuerte 706.000 t bei, das waren allerdings rund 27 % weniger als im Wirtschaftsjahr 2016/17.

Sojaschrotpreise deutlich gesunken
Im August waren die Umsätze mit Sojaschrot stetig, aber auf niedrigem Mengenniveau. Die Preise orientierten sich fast ausschließlich an den Terminkursen für Sojaschrot in Chicago, und die hatten nach der Hausse im Juli 2018 die Gewinne vollständig wieder abgegeben. Grund ist die Aussicht auf eine Rekordsojaernte in den USA und eine absehbar reichliche Versorgung im Wirtschaftsjahr 2018/19, während sich zugleich die Nachfrage Chinas nach US-Soja im Zuge der Handelsstreitigkeiten mit den USA deutlich reduzieren und die USA vor Absatzprobleme stellen wird. Während im Juli und in der ersten Augusthälfte noch vergleichsweise stabile Forderungen für Sojaschrot genannt wurden, brachen die Preise in der zweiten Hälfte ein und verloren fast 11 % an Wert. Zunächst hatte die Schwäche aber keine Umsatzbelebung zur Folge, denn Käufer hofften auf weiteren Preisrückgang.

Rapsschrot hochpreisig, aber ohne großen Umsatz
Am Rapsschrotmarkt zeigten sich die Preise auf hohem Niveau stabil. Im August wurden durchschnittlich 247,50 EUR/t gefordert, rund 13 EUR/t mehr als im Vormonat. Damit ist Rapsschrot mehr als ein Drittel teurer als vor einem Jahr. Die hohen Preise dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es am Rapsschrotmarkt sehr ruhig zugeht, knapperes Angebot lässt die Preise steigen und nicht etwa größeres Kaufinteresse. Da wo stabile bis festere Preise erzielt werden, steht in der Regel so gut wie kein Umsatz dahinter, allenfalls mal eine LKW-Ladung. Zumeist handelt es sich um hafennahe Standorte im Norden, wo Preisaufschläge gefordert werden, denn dort ist das Angebot wegen schwacher Regionalernten überschaubar und Importware zudem knapp.