Markt
01.05.2018

Monatsbericht April 2018: Rapsgeschäft bleibt zäh, Ölmühlen drosseln Rapsverarbeitung, Sojaschrotpreise auf hohem Niveau stabil, Rapsschrot knapp und gesucht

Am deutschen Rapskassamarkt findet kaum Umsatz statt. Die Ölmühlen heben ihre Prämien nicht an und in Paris rutschten die Terminkurse zuletzt auf einen Schlussstand von 339 EUR/t.

Rapsgeschäft bleibt zäh
Am deutschen Rapskassamarkt findet kaum Umsatz statt. Die Ölmühlen heben ihre Prämien nicht an und in Paris rutschten die Terminkurse zuletzt auf einen Schlussstand von 339 EUR/t. Entsprechend wurden die Forderungen für Raps in Deutschland zurückgenommen. Mit 328 EUR/t im Bundesdurchschnitt beläuft sich der Preisrückstand zum Vorjahr auf 58 EUR/t. Anbieter finden somit weiterhin keine Verkaufsanreize und halten die Restbestände aus der Ernte 2017 zurück. Das Kontraktgeschäft verläuft ebenfalls ruhig, auch wenn die Ölmühlen etwas mehr Kaufinteresse für die neue Ernte zeigen. Die meisten sind gut versorgt, viele brauchen wegen geringer Verarbeitung aber auch einfach weniger Rohstoff.

Ölmühlen drosseln Rapsverarbeitung
Die Erlösmöglichkeiten mit Rapsschrot sind zwar gut, aber Rapsöl an die Biodieselindustrie zu verkaufen ist und bleibt schwierig. Einige Mühlen haben deshalb ihre Verarbeitung gedrosselt und bevorzugen zudem Importware. Marktteilnehmer berichten, dass die Mühlen den Crush herunterfahren oder Wartungsarbeiten vorziehen, denn die Erlöse aus dem Rapsölverkauf an die Biodieselindustrie sind unverändert gering. Hoch sind die Erlöse mit Rapsschrot, aber das allein reicht nicht aus, die Verarbeitung zu steigern. Solange aus der Biodieselindustrie keine Kaufimpulse kommen, und die sind auch in den kommenden Wochen nicht zu erwarten, werden Rapsanbieter keine höheren Preise erzielen können. Ein Hoffnungsschimmer ist die avisiert steigende Rapsverarbeitung und der entsprechend höhere Bedarf Chinas, den das Reich der Mitte Markteinschätzungen zufolge wohl vor allem mit Raps aus der Ukraine decken könnte. Das könnte den Angebotsdruck durch ukrainischen Raps am EU-Markt etwas nehmen, würde den Rapskursen in Paris Auftrieb geben und letztlich auch die Kassapreise antreiben. Ob es allerdings so kommt, bleibt abzuwarten und ist momentan eher Spekulation. Viele Landwirte hoffen dennoch auf Impulse, die die Erzeugerpreise wieder steigen lassen.

Sojaschrotpreise auf hohem Niveau stabil
Die Verteuerung des Sojaschrots in den zurückliegenden Wochen ist vor allem auf die festen Sojakurse an der Chicagoer Börse zurückzuführen. Grund ist die seit Wochen währende Trockenheit in Argentinien, dem drittgrößten Sojabohnenproduzenten und größten Sojaschrotexporteur weltweit. Das USDA hat seine Ernteschätzung für Argentinien jüngst auf 40 Mio. t gesenkt. Das wäre fast ein Drittel weniger als im Wirtschaftsjahr 2016/17. Die Börsen Argentiniens schätzen die Ernte sogar noch tiefer. Die kleinere Sojaernte dürfte zu einem geringeren Exportangebot Argentiniens am Weltmarkt führen, die Aussicht darauf treibt die Schrotpreise an, bremste damit aber die Nachfrage aus der Mischfutterindustrie. Mittlerweile kaufen die Mischfutterhersteller aber mehr. Viele müssen trotz hoher Preise für die zweite Jahreshälfte 2018 vorsorgen.

Rapsschrot knapp und gesucht
Im Fahrwasser der steigenden Sojaschrotpreise konnte auch Rapsschrot im April deutlich zulegen. Aber das war nicht der einzige Grund. Auch eine rege Nachfrage bei zugleich knapper werdendem Angebot trieb die Preise nach oben. Ab der Monatsmitte war Rapsschrot zur prompten Lieferung nicht mehr verfügbar. Grund ist eine geringere Verarbeitung von Raps in den Ölmühlen. Viele haben ihre Verarbeitung gedrosselt, vorrübergehend ausgesetzt oder auf Soja umgestellt, sodass weniger Rapsöl, aber auch weniger Rapsschrot als Koppelprodukt anfällt.