Markt
08.05.2017

Monatsbericht April 2017: Rapspreise auf niedrigerem Niveau konsolidiert, Ölmühlen verarbeiten hauptsächlich ausländischen Raps, Ölschrotmärkte kommen nicht in Schwung, Geringe Verarbeitung der Ölmühlen

Die Rapspreise haben sich am Kassamarkt zuletzt wieder leicht nach oben bewegt, entlang festerer Kursen an der Terminbörse in Paris. Europa erhielt allein im April 2017 über 550.000 t Raps aus Drittländern. Den Hauptanteil lieferte Australien. An den Ölschrotmärkten ging es im April weiterhin ruhig zu. Die Rapsschrotpreise sind auf den vorderen Terminen etwas unter Druck geraten.

Rapspreise auf niedrigerem Niveau konsolidiert

Die Rapspreise haben sich am Kassamarkt zuletzt wieder leicht nach oben bewegt, entlang festerer Kursen an der Terminbörse in Paris. Weitere Unterstützung kommt von den ungünstigen Witterungsbedingungen in Europa. Die Trockenheit in weiten Teilen Westeuropas verunsichert den Markt spürbar. Die Frage, ob der jüngste Schnee und Frost den Rapsfeldbeständen geschadet hat, spaltet den Markt. Auf jeden Fall hemmt es die Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Sie erwarten eine spätere Ernte und damit mehr Nachfrage für alterntige Partien, die immer überschaubarer werden. Außerdem ist aus ihrer Sicht das um rund 40 EUR/t niedrigere Preisniveau für Raps der kommenden Ernte nicht mehr begründet.  

Ölmühlen verarbeiten hauptsächlich ausländischen Raps

Europa erhielt allein im April 2017 über 550.000 t Raps aus Drittländern. Den Hauptanteil lieferte Australien. Damit wird das Inlandsangebot erweitert und sorgt vor allem in Ländern wie Frankreich und dem Vereinigten Königreich für spürbare Entlastung. Denn an den dortigen Märkten ist aus den schwachen Rapsernten kaum noch Inlandsware vorhanden. Auch in Deutschland sind die Lieferungen an Australraps fest eingeplant, sind sie doch preisgünstiger als alterntige deutsche Ware. Deutschland erhielt seit Jahresbeginn rund 370.000 t Raps aus Australien und anderen Drittländern. Damit übersteigt die Anlieferung von ausländischer Ware an deutsche Ölmühlen den Anteil deutscher Herkünfte. Im Januar/Februar 2017 waren es rund 10 % mehr. Verarbeitet wurden in dieser Zeit rund 1,56 Mio. t Raps, 3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Einkaufspreis lag mit knapp 405 EUR/t rund 9 % über Vorjahreslinie.

Ölschrotmärkte kommen nicht in Schwung

An den Ölschrotmärkten ging es im April weiterhin ruhig zu. Käufer von Sojaschrot hielten sich zumeist zurück, obwohl die Rahmenbedingungen zunächst abgesteckt sind: Südamerika wird eine Rekordernte einfahren, während die kommende US-Ernte noch kein Thema ist und damit keinen Einfluss auf die Preisentwicklung hat. Für Mengen aus der neuen südamerikanischen Ernte zeigten sich dortige Landwirte zuletzt auch zunehmend abgabebereiter, das dürfte den Warenfluss in Richtung der Exporthäfen und dementsprechend auch nach Europa antreiben. Von logistischen Einflüssen abgesehen können aber eigentlich nur noch unvorhergesehene Wetterereignisse für Preisbewegung bei Sojabohnen und deren Nachprodukten sorgen, diese wären dann aber nach oben gerichtet. Das Preistal dürfte erreicht sein. Dessen wird sich auch die Nachfrageseite am deutschen Sojaschrotmarkt zunehmend bewusster. So gehen mittlerweile Anfragen für die Sommermonate August/September bei den Händlern ein und auch auf späteren Terminen scheint das Kaufinteresse etwas anzuziehen. 

Geringe Verarbeitung der Ölmühlen

Die Rapsschrotpreise sind auf den vorderen Terminen etwas unter Druck geraten. Denn obwohl viele der hiesigen Mühlen derzeit ihre Verarbeitung aufgrund einer für sie unzureichenden Marge gedrosselt haben und der Ausstoß entsprechend reduziert ist, scheint mehr Ware aus der alten Ernte verfügbar zu sein, als zuvor angenommen. Das nun doch etwas höhere Angebot hat Preisdruck erzeugt. Ware aus Raps der kommenden Ernte wird derzeit noch nicht besprochen. Hier macht sich genau wie am Rohstoffmarkt Unsicherheit breit. Nach dem Kälteeinbruch in der vergangenen Woche warten Landwirte vorerst die Entwicklung ihrer Rapsbestände ab. Gleichzeitig halten sich die Mühlen zurück und steigen nur verhalten in Verkaufsgespräche mit Futtermittelherstellern ein.