Markt
23.10.2019

Mehr Sojabohnen aus Deutschland

Größere Aussaatflächen stellten bereits im Frühjahr eine höhere Leguminosenernte in Aussicht. Hinzu kamen teils deutliche Ertragssteigerungen, die die Ernteerwartungen nochmals zunehmen ließen.

Nach dem witterungsbedingt schwachen Vorjahr dürfte die Leguminosenernte 2019 wieder etwas höher ausfallen. Im vergangenen Jahr wurden aufgrund von Flächenrückgängen und massiven Ertragseinbrüchen nur knapp 439.000 t gedroschen, im aktuellen Jahr sollen mit 501.000 t rund 14 % mehr geerntet worden sein. Im Bundesdurchschnitt hat vor allem die Sojaerzeugung deutlich zugenommen: 2019 wurden mit 84.000 t rund 43 % mehr als im Vorjahr erzeugt. Es wurden aber auch 16 % mehr Futtererbsen von den Feldern geholt und 3 % mehr Ackerbohnen gedroschen. Die Süßlupinenernte fiel nur marginal größer aus als im Vorjahr. 

Sojabohnen werden erst seit 2015 in nennenswertem Umfang in Deutschland angebaut. Seitdem ist die Fläche um 17.000 ha gewachsen, allein im Vorjahresvergleich nahm sie nochmals um 5.100 auf 29.000 ha zu. Die bayerischen Bauern bauen mit Abstand am meisten Soja an und erzeugen knapp 60 % der Gesamtmenge. Flächen- und Ertragssteigerungen in ganz Deutschland ließen die Erntemenge 2019 steigen.

Der deutliche Erntezuwachs bei Futtererbsen sind nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf eine größere Anbaufläche und höhere Erträge zurückzuführen. Von der Gesamtfläche von 74.800 ha ist das größte Areal in Bayern zu finden, gefolgt von Sachsen-Anhalt. Die größte Menge wurde aber aufgrund von deutlichen Ertragssteigerungen mit 37.000 t in Mecklenburg-Vorpommern erzielt. Obwohl die Anbaufläche an Ackerbohnen im Vergleich zum Vorjahr um 11 % verkleinert wurde, ist die Erntemenge aufgrund von gestiegenen Erträgen gewachsen. In Schleswig-Holstein sind Erträge von 46,3 dt/ha erzielt worden, im Vorjahr waren es noch 12 dt/ha weniger. Mit rund 10.000 ha ist die größte Anbaufläche in Nordrhein-Westfalen zu finden; mit 37.700 t wurde dort auch die größte Ernte eingebracht.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) richtet unter Hinweis auf die insgesamt stabile Entwicklung die Erwartung an die Bundesregierung, Körnerleguminosen als zunehmend wichtigere Eiweißquelle für die Tier- aber auch Humanernährung weiterzuentwickeln. Mit Blick auf die Ackerbaustrategie müssen diese Kulturen in den Fokus rücken als Multitalente zur Erweiterung der Fruchtfolgen, zur Steigerung der Biodiversität und der Verbesserung Treibhausgasbilanz durch die organische Bindung von Luftstickstoffe für Nachfolgekulturen.

Neben Raps sind Körnerleguminosen die einzige gentechnikfreie Eiweißalternative zu Sojaimporten. Diese Entwicklung einer solchen Strategie ist der Prüfstein, ob es die Bundesregierung ernst damit meint, die Bioökonomie im Sinne einer regionalen Kreislaufwirtschaft nicht nur beim Kohlenstoff, sondern insbesondere beim Stickstoff voranzutreiben. Diese Strategie würde zugleich einen wichtigen Beitrag leisten, die öffentliche Akzeptanz zu verbessern, betont der Verband. Die bestehenden Förderansätze über Netzwerke müssten daher verstetigt und intensiviert werden.

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