Markt
15.05.2017

Landwirte nehmen Herausforderung Klimaschutz an

Niedersachsens Landwirte wollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, dieser muss sich nach Einschätzung des Landvolkes Niedersachsen aber im europäischen und internationalen Kontext bewegen. „Wir müssen das Thema global behandeln“, sagt Dr. Holger Hennies vom Landvolk Niedersachsen.

In einer Stellungnahme zum Niedersächsischen Klimaschutzgesetz verweist der Verband auf die großen Herausforderungen, die Landwirte zur Anpassung an den Klimawandel erbringen müssen. Er sieht die hiesige Agrarwirtschaft aber auch in einer besonderen Verantwortung, da Niedersachsen mit seinen Boden- und Klimaräumen zu den fruchtbarsten und ertragsreichsten Regionen weltweit zählt. Trotz zu erwartender Extremwetterlagen werden Niedersachsens Landwirte weiterhin eine produktive landwirtschaftliche Nutzung ihrer Flächen betreiben können. Dr. Holger Hennies als Vorsitzender des Umweltausschusses im Landvolk Niedersachsen leitet hieraus eine Verpflichtung des Landes ab, landwirtschaftliche Betriebe und deren landwirtschaftliche Nutzfläche für eine effiziente Nahrungsmittelerzeugung zu erhalten. Als Waldbesitzer und Betreiber von landesweit 1.500 Biogasanlagen würden viele Landwirte bereits heute positives zum Klimaschutz beitragen. Im Fall der Energiegewinnung und der Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare würde diese Leistung allerdings dem Energiesektor zugerechnet. Den Ausbau regenerativer Energien sieht das Landvolk ebenfalls als Beitrag zum Klimaschutz, solange er nicht zu Lasten landwirtschaftlicher Nutzflächen geht. Daher lehnt der Verband sowohl die Vermehrung von Waldflächen als auch den Ausbau von Fotovoltaikanlagen auf Freiflächen ab.

Der Verband verweist auf den jüngst vom Bundeskabinett beschlossenen Klimaschutzplan der Bundesregierung. Darin heißt es: „Auf Grund biologischer Prozesse im Pflanzenbau und in der Tierhaltung ist eine Minderung auf null Emissionen wie in anderen Sektoren nicht möglich.“ Eine allein dem Ziel des Klimaschutzes untergeordnete Einschränkung der landwirtschaftlichen Erzeugung bezeichnet Hennies als „aus den Augen aus dem Sinn-Taktik“. Die Nahrungsmittelproduktion werde dann nämlich in Regionen verlagert, wo sie weitaus höhere Treibhausgasemissionen verursachen würde. Klimaschutzexperten sprechen dann vom Carbon-Leakage-Effekt. In herausgehobenem Maße treffe dies für Dauergrünländereien zu, deren Erhalt ebenfalls als politisches Ziel formuliert wird. Hoheitliche Einschränkungen bei der Waldnutzung lehnt das Landvolk ebenso ab wie der Waldbesitzerverband.

(LPD 35/2017)