Markt, Grundlagen-Rinder
28.02.2017

Im zweiten Halbjahr 2016 floss deutlich weniger Milch

Europas Milcherzeuger haben schon im zweiten Quartal 2016 auf die damals niedrigen Milchpreise reagiert und die Erzeugung reduziert. Nach einer Auswertung der noch vorläufigen Anlieferungsstatistik waren die Milchbauern mit einer relativ hohen Erzeugung in das Jahr gestartet und haben aufgrund der extrem niedrigen Erzeugerpreise bereits im zweiten Quartal die Menge reduziert.

Schon im dritten Quartal lag nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes die Anlieferung unter der vergleichbaren Vorjahreslinie und reduzierte sich im vierten Quartal noch weiter nach unten. In der gesamten EU fiel am Ende des Jahres 2016 die Milcherzeugung mit 152 Mio. t nur um knapp 0,3 Mio. t höher aus als im Jahr zuvor. Die großen Milcherzeugerländer Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich hatten nach Daten der AMI die Milchanlieferung 2016 deutlich eingeschränkt, die Milchbauern dieser drei Länder liefern fast die Hälfte der gesamten europäischen Milcherzeugung. Auf der anderen Seite gab es aber auch Länder mit deutlichen Zuwächsen, wie beispielsweise die Niederlande mit einem Plus von 7,2 Prozent oder auch Polen, Italien und Irland mit Zuwachsraten von 2,2 bis 4,1 Prozent. Aktuell gehen Marktbeobachter nicht erneut von einer spürbaren Mengensteigerung aus. Einerseits haben viele Milchviehhalter die Bestände reduziert oder gar aufgegeben, auf der anderen Seite dürfte die Beteiligung an Programmen zur Mengenreduktion im Rahmen eines nationalen Hilfspaketes dem entgegenstehen.

Nach einer vom Deutschen Bauernverband jetzt vorgestellten Befragung unter Milcherzeugern durch die Universität Kiel gibt es kein einheitliches Bild zur künftigen Ausgestaltung genossenschaftlicher Lieferverträge zwischen Milcherzeugern und Molkereien. Vielmehr müssen marktgerechte Vereinbarungen zwischen Landwirten und Molkereien getroffen werden, die dem heterogenen Meinungsbild in der Landwirtschaft aber auch den Ansprüchen der Molkereien gerecht werden. Zwischen den Landwirten und den Molkereien als Vertragspartnern müssten nach Einschätzung der Landwirte zukünftig neben Mengen auch Preise und Lieferzeiten besser abgestimmt werden.

(LPD 15/2017)