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08.11.2017

FAO-Studie: Tiere sind keine Nahrungsmittelkonkurrenz

Nur 13 % der globalen Getreideernte werden laut einer aktuellen FAO-Studie für die Futterproduktion verwendet. Darauf weist der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hin. Laut FAO bestehe keine Konkurrenz zur Ernährung der Weltbevölkerung.

Die Studie „Livestock: On our plates or eating at our table?“ der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schlägt Wellen. Den Studienergebnissen zufolge verbraucht die Fleischproduktion weit weniger Getreide als bisher angenommen. Sie macht demnach nur 13 % der globalen Getreideernte aus. Dagegen seien 86 % aller Futtermittel für die Tierhaltung, wie etwa Ernte-Reste und Nebenprodukte, nicht für den Menschen zum Verzehr geeinigt. Außerdem verwerteten die Nutztiere, insbesondere die Wiederkäuer, große Flächen an Weiden, auf denen nur Grünfutter wachse und die sich ansonsten nicht zur Erzeugung von Lebensmitteln verwenden ließen.

Laut FAO-Studie beweiden Nutztiere insgesamt rund 2 Mrd. ha Grünland weltweit, wovon etwa 700 Mio. ha als Ackerland genutzt werden könnten. Als weiteren Punkt führen die Autoren die Düngeleistung der Tiere an. Eine Konkurrenzsituation gibt es nach Meinung der FAO nicht. Darüber hinaus sichere die Viehhaltung in vielen ländlichen Gebieten das Einkommen für mehr als 500 Mio. Menschen. Wenn die Ernterückstände und Nebenprodukte nicht durch das Vieh verzehrt würden, könnten sie zudem schnell zu einer Umweltbelastung werden. Weiterhin zeigt die Studie Unterschiede zwischen Produktionssystemen und Arten auf. Beispielsweise benötige ein Rind nur 0,6 kg Protein aus essbarem Futter, um 1 kg Protein in Milch und Fleisch umzuwandeln, welches von höherer Ernährungsqualität sei. Im Durchschnitt würden 3 kg Getreide zur Herstellung von 1 kg Fleisch auf globaler Ebene benötigt, im Einzelnen 2,8 kg bei Wiederkäuern und 3,2 kg bei den Nutztieren ohne Wiederkäuermägen. Die FAO widerspricht mit der Studie früheren Analysen, wonach zwischen 6 kg und 20 kg Futter benötigten würden, um 1 kg Rindfleisch zu erzeugen.


Foto: RLV