Grundlagen-Schweine, Markt
24.09.2019

Extrem N-/P-reduzierte Futterkonzepte mit und ohne Probiotikumzusatz

Wie weit lassen sich die Nährstoffgehalte im Mastfutter noch senken? Darüber wird angesichts des massiven Nährstoffdrucks in den Veredlungsregionen weiter intensiv diskutiert. Der jüngste Versuch der LWK Niedersachsen mit extrem niedrigen Rohprotein- und Phosphorgehalten ab 50 kg Lebendgewicht zeigt, dass sehr beachtliche Leistungen und Nährstoffeinsparungen erzielt werden können. In einem daran anschließenden Mastversuch mit etwas geänderten Futterkonzepten hat die Landwirtschaftskammer untersucht, inwieweit sich diese Leistungen bestätigen und welchen Effekt hierbei der Zusatz eines Probiotikums erzielen kann.

Versuchsdurchführung in der LPA Quakenbrück
In der Leistungsprüfungsanstalt Quakenbrück wurden 120 Ferkel (Topigs Norsvin Pi x TN 70) nach Gewicht und Geschlecht (weibliche Tiere und Kastraten 1:1) auf drei Futtergruppen verteilt und in Einzelbuchten gehalten: Gruppe 1 (Kontrolle, stark N-/P-reduziert), Gruppe 2 (extrem N-/P-reduziert nach Firmenvorgabe), Gruppe 3 (wie Gruppe 2 + Probiotikum BioPlus YC). Es wurde überprüft, welche Leistungen mit sehr niedrigen Rohprotein- und Phosphorgehalten nach Vorgabe der Bröring Unternehmensgruppe im Vergleich zur stark N-/P-reduzierten Fütterung möglich sind. Einer Versuchsgruppe war das Probiotikum BioPlus YC zugesetzt.

Ergebnisse
Die Schweine erzielten durchschnittliche Tageszunahmen von 1015 g, der Futteraufwand je kg Zuwachs lag bei 2,46 kg. Die Indexpunkte/kg Schlachtkörpergewicht lagen im Mittel bei 1,010. Es traten keine gesicherten Unterschiede auf. Die Futterkosten je 100 kg Zuwachs der beiden extrem N-/P-reduzierten Gruppen lagen um 2,68 bzw. 0,92 € (mit Probiotikum) über denen der Kontrollgruppe, der N-Anfall war um 17 % und der P-Anfall um      26 bzw. 29 % vermindert.

Während es bei den weiblichen Schweinen keine gesicherten Unterschiede innerhalb der Futtergruppen gab, benötigten die Kastraten der Gruppe 2 mehr Futter/kg Zuwachs in den letzten beiden Phasen und in der gesamten Mastperiode.

Der Versuch zeigt, dass Schweine auch bei sehr knapper N- und P-Versorgung enorme Leistungen erzielen können. Den höheren Futterkosten stehen allerdings beträchtliche N-/P-Einsparungen gegenüber, wodurch die Nährstoffproblematik in veredlungsstarken Regionen entschärft werden könnte. Bei der Bewertung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die Endmastfutter der beiden Versuchsgruppen etwas eiweißreicher als geplant waren. Um die Grenzen der Nährstoffreduzierung verlässlich einschätzen zu können, bedarf es weiterer Untersuchungen.

Nähere Informationen zur Studie erhalten Sie hier: https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/1/nav/753/article/34685.html

Quelle: LWK Niedersachsen

 

 


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