Markt, Eiweißfuttermittel
08.08.2017

Deutschland, (k)ein Sonnenblumenland?

Beliebt als Öl in der Küche, begehrt als Schrot im Tierfutter: Sonnenblumen sind geschätzte Ackerfrucht und ihre Blüte in diesen Tagen eine Wohltat für die Seele. Aktuell blüht die Sonnenblume in der Europäischen Union auf 4,2 Millionen Hektar.

Damit ist die Pflanze im Anbau zweitwichtigste Ölfrucht in Europa hinter Raps mit 6,5 Millionen Hektar. Die EU-Kommission geht in diesem Jahr von einer Sonnenblumenernte in Höhe von 9 Millionen Tonnen aus – ein Plus von 5 Prozent zum Vorjahr.

In Deutschland ist vor allem das Öl der Sonnenblume begehrt, das reich an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren ist. Etwa 3,8 Kilogramm verbraucht jeder Deutsche jährlich in Form von Speiseöl, Margarine oder auch Frittieröl etwa für Pommes. Nach Raps- ist Sonnenblumenölbeliebtestes Speiseöl der Deutschen.

„Das ist wie bei den Pandabären: Allein das Bild der Sonnenblume erweckt in uns schon ein positives Gefühl und beeinflusst somit unsere Kaufentscheidung“, so Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.

In voller Pracht steht die Sonnenblume in Deutschland derzeit auf rund 20.000 Hektar – das entspricht in etwa der Größe des heimischen Sojaanbaues. Zum Vergleich: Raps gedeiht hierzulande auf rund 1,2 Millionen Hektar. "Sonnenblumen besetzen im deutschen Anbau eher eine Nische. Das liegt vor allem am feucht-kühlen Klima in unseren Breiten. Umso wichtiger ist daher der Import der Saaten aus unseren europäischen Nachbarländern", so Thywissen.

Deutschland importierte im letzten Jahr rund 350.000 Tonnen Sonnenblumensaaten. Ein Großteil der Ware kam aus Ungarn oder Frankreich. Bei der Verarbeitung der Saaten durch die Ölmühlen entsteht neben Sonnenblumenöl als Koppelprodukt auch Schrot, das als hochwertiges Eiweißfutter überwiegend an Rinder und Geflügel verfüttert wird. In der gesamten Tierfütterung kamen im letzten Jahr rund 314.000 Tonnen Sonnenblumenschrot zum Einsatz. Die Grafik zu diesem Thema finden Sie hier.

Quelle: OVID