
(Foto: agrar-press)
Praxistipp: Ursache für Schwanzbeißen unklar
Ulrich Averberg, LWK Nordrhein-Westfalen, informierte anlässlich der Beraterfortbildungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und der Fachschule Osnabrück über die Einflussfaktoren auf das Schwanzbeißen. Es gehe darum, Stress bei den Schweinen zu verringern, denn Stress führe zu Kannibalismus.
Interessant sei, dass Großgruppen in Umfragen unter Landwirten deutlich besser abschneiden als kleinere Gruppen in engeren Abteilen. Haben die Schweine Spielzeug, wirkt sich das auch vermindernd auf das Schwanzbeißen aus. Averberg empfahl, das Fressplatzverhältnis bei der Sensorfütterung auf mindestens 1:4 zu halten, tagsüber zu füttern, wenn die Schweine aktiv sind und auf regelmäßige Fütterungszeiten zu achten, da die Schweine sich sehr an Abläufe gewöhnen.
Der Wasserdruck in der Tränke sollte nicht zu hoch sein, damit die Schweine auch wirklich trinken können und die Luftrate im Stall sollte dem Tierwachstum angepasst werden. Beim Einstallen von Läufern sollte der Stall ausreichend lange aufgeheizt werden, damit sich auch die Spaltenböden erwärmen. Ansonsten würden die Schweine kalt und feucht liegen und Erkrankungen seien vorprogrammiert. Ebenso schädlich wirke Falschluft, die als kalte Zugluft durch die Abteile ziehe. Hier sollten die Eintrittslöcher gefunden und verschlossen werden. Doch Averberg räumte ein: „Eigentlich wissen wir noch gar nicht, warum die Schweine sich gegenseitig die Schwänze abbeißen. Sicherlich ist die hohe Belegungsdichte in den Ställen ein Grund, denn würden die Schweine jeweils einen Hektar Platz haben, würden sie sich gar nicht treffen. Doch es spielen noch mehr Faktoren eine Rolle. Das Stallklima, Fliegen, die Lüftung, Krankheiten, Genetik, die Fütterung - all das müssen wir untersuchen und optimieren."