Kokzidiose bei Saugferkeln - der unterschätzte Verlustbringer
Kokzidien sind bei Saug- und Absatzferkeln oft die Ursache für Ferkeldurchfälle. Viele Betriebsleiter unterschätzen allerdings die wirtschaftlichen Auswirkungen durch Kokzidien und nehmen damit unnötige Verluste in Kauf. Dänische Schweinehalter haben dieses Problem mit einer systematischen Kokzidien-Bekämpfung dauerhaft in den Griff bekommen
Im Rahmen des diesjährigen Tierärztekongresses des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte in Nürnberg informierte Bayer Tiergesundheit über die Bedeutung der Kokzidiose in Ferkelaufzuchtbetrieben.
Eine vom Unternehmen in Auftrag gegebene aktuelle Studie ergab, dass die von Kokzidien ausgehende Gefahr noch in hohem Maße unterschätzt wird. Dabei gehören diese Krankheitserreger zu den großen Verlustbringern im Abferkelstall. Der Darmparasit verursacht lang anhaltende Schäden an der Darmschleimhaut, was zu erheblichen Wachstumsdepressionen führt. Hinzu kommt, dass Sekundärinfektionen mit Viren und Bakterien gefördert werden. Während die Behandlung gegen bakterielle Infektionen mit Clostridien und E. coli von fast allen befragten Ferkelerzeugern laut Umfrage als sehr wichtig eingeschätzt wurde, wird der Bekämpfung der Kokzidiose eine eher geringe Bedeutung beigemessen. Dies unterscheidet die deutschen Ferkelhalter erheblich von ihren Kollegen im Ausland. Hier betreiben mehr als 80 Prozent aller Betriebe eine systematische Kokzidiose-Bekämpfung.
Ursachenforschung - ein Blick über die Grenze
Besonders erfolgreich in der Kokzidienbekämpfung sind die dänischen Nachbarn. Dr. Peter Johannsen, praktischer Tierarzt und Landwirt in Dänemark, erklärte eindrucksvoll anhand eigener Untersuchungen und praktischer Erfahrungen:"Der Durchfall im Abferkelstall war in unseren Betrieben lange Zeit eines der gesundheitlichen Hauptprobleme. Zumeist in der zweiten bis dritten Lebenswoche registrierten wir dann einen gelben Durchfall, von dem fast alle Ferkel betroffen waren." Eine antibiotische Behandlung führte meist zu unbefriedigenden Erfolgen. Erst durch den Einsatz von Sulfonamiden konnte ein deutlicher Effekt erzielt werden, in dessen Folge die Kokzidien als Verursacher erkannt wurden.
Wegen der speziellen Stallsituationen in Dänemark haben sich unterstützende hygienische Maßnahmen zunächst schwierig gestaltet. "Die Abferkelställe in Dänemark waren häufig - anders als in Deutschland - nicht sektioniert", erklärte Dr. Johannsen. "Das Rein-Raus-Verfahren wurde wenig konsequent durchgeführt." Vergleiche von Freilandbetrieben mit herkömmlichen Haltungsverfahren hätten zudem gezeigt, dass die Gefahr der Verschleppung und Ansteckung durch Personal im Stall nicht unterschätzt werden dürfe.
Jetzt wird in Dänemark konsequent behandelt
Die Wende in den dänischen Ställen sei mit der Einführung eines Medikamentes mit dem Wirkstoff Toltrazuril zur systematischen Behandlung der Ferkel eingetreten. Nahezu auf einen Schlag seien die meisten Durchfallprobleme im Abferkelstall verschwunden. Aufgrund des durchschlagenden Erfolges werden in Dänemark heute die Ferkel nahezu flächendeckend mit diesem Produkt behandelt. "Der besondere Vorteil liegt in der lebenslangen Immunität", urteilt der Tierarzt. "Behandelte Ferkel bleiben bis in die Mastperiode hinein geschützt." Die dadurch entstehenden ökonomischen Vorteile schätzt Johannsen sehr hoch ein. "Höhere Absetzgewichte von rund einem Kilogramm, niedrigere Ferkelverluste von ein bis zwei Prozent, sinkende Therapiekosten und gleichmäßige und damit gut zu vermarktende Würfe - das ist heute in Dänemark Realität."
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bayerfarm.de




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