Harnstoff in der Rinderfütterung?
Welche Parameter sind für den bedarfsgerechten Einsatz von Harnstoff zu beachten
Die physiologischen Voraussetzungen für die Verfütterung von Harnstoff an Wiederkäuer sind gleichzusetzen mit der Schaffung günstiger Bedingungen für die Synthese von Bakterieneiweiß aus dem Futterstickstoff im Pansen.
Diese Bedingungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Vorhandensein von verfügbaren Kohlenhydraten, welche den Pansenbakterien die Energie und die notwendigen N-freien Kohlenstoffgerüste zur Eiweißsynthese liefern.
- Vorhandensein von genügend Mineralstoffen und Spurenelementen, insbesondere von Schwefel, Phosphor, Eisen, Mangan und Kobalt für die Pansenbakterien.
- Allmähliche Gewöhnung der Tiere an den Futterharnstoff und gleichmäßige Verabreichung des harnstoffhaltigen Futters.
- Harnstoff darf sich nicht entmischen oder sich in gewissen Futterschichten anreichern, wie es z.B. bei der Einmischung von Harnstoff in eine Silage denkbar ist.
Diese allgemeinen Gesichtspunkte des Harnstoffeinsatzes bedürfen jedoch einer Einschränkung im Hinblick auf die Harnstoffverwertung. Der Einsatz von Harnstoff oder anderen NPN-Verbindungen ist zunehmend ineffizienter, wenn der abbaubare Futter-N den Bedarf der Vormagenflora übersteigt. Dies bedeutet, dass bei Kühen mit hoher Milchleistung und unzureichender Energieversorgung sowie bei der Intensivmast von Bullen in der Anfangsmast aufgrund einer unzureichenden Futteraufnahme nicht mit einer effizienten Ausnutzung gerechnet werden kann.
Harnstoff hat in diesen Situationen nur Nachteile für die Tiere und belastet zudem noch die Umwelt.
100 g Harnstoff = 46,6 g N x 6,25 = 297g Protein.




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