Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 34 2016


    Die Situation am Rapskassamarkt ist im Wesentlichen unverändert zur Vorwoche. Mangels Angebot wird wenig umgesetzt. Ölmühlen haben zwar Bedarf, der ist allerdings nicht so groß, dass sich das spürbar in allen Prämien äußern würde. So wurden nur auf den vorderen Lieferpositionen die Aufgelder angehoben, um entstehende Versorgungslücken schließen zu können. Bei stabilen Rapsnotierungen in Paris hat sich das jüngst nur begrenzt auf die Gebote am Kassamarkt übertragen. Im Vergleich zur Vorwoche sind sie dennoch gestiegen. Prompte Ware wird franko Hamburg mit 379 EUR/t aktuell rund 4 EUR/t höher bewertet. Das Angebot bleibt trotzdem sehr knapp. Erzeuger hoffen auf deutlich höhere Preise. Dem Vernehmen nach könnte bei Geboten von franko 390 EUR/t und mehr etwas mehr angeboten werden. Diese sind aktuell und bei dem aktuell insgesamt ruhigen Handel noch in weiter Ferne.

    Die Ölschrotpreise bewegen sich diese Woche ungewöhnlich wenig. Rapsschrot rangiert seit einigen Tagen leicht über 200 EUR/t fob Ölmühle für vordere Ware. Sojaschrot hat sich bei rund 326 EUR/t für 44er-Ware und 357 EUR/t für 48er-Qualität fob Norddeutschland eingependelt und liegt damit 9 EUR/t unter Vorwochenniveau. Verantwortlich für die Preisrücknahmen waren die leicht schwächeren Kurse in Chicago sowie ein gegenüber dem US-Dollar fester Euro, der Importe zusätzlich vergünstigte. Aktuell mangelt es an richtungsweisenden Impulsen von den Rohstoffmärkten. Gebremst wird der Umsatz, neben der ohnehin geringen Nachfrage, zusätzlich von der Abwesenheit zahlreicher Marktteilnehmer aufgrund einer Großveranstaltung. Das Angebot ist ausreichend, obgleich Sojaschrot zur Lieferung im August im Süden bereits ausverkauft ist.

    Nach dem kräftigen Anstieg in der Vorwoche, sind die Preisbewegungen der Pflanzenöle diese Woche eher überschaubar. Sojaöl und Palmöl gaben tendenziell leicht nach. Sonnenblumenöl und Rapsöl haben ihr Niveau weitgehend behauptet. Die Preise für sehr knapp verfügbares Rapsöl zur vorderen Lieferung legten in Rotterdam sogar zu. So werden für Septemberlieferungen aktuell 748 EUR/t fob genannt, rund 5 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Trotz lebhafterer Nachfrage der Biodieselhersteller nach Rapsöllieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2016/17 kommen kaum mehr Abschlüsse zu Stande. Die Verarbeiter konnten sich noch nicht genügend Rohstoff sichern und bieten auch zu den Lieferterminen Anfang 2017 wenig an. Das Sojaölangebot ist ausreichend. Augustware kostet fob Rotterdam mit 755 EUR/t aktuell 5 EUR/t weniger.

    Dateigröße: 39 KDatum: 26.08.2016

  • Marktbericht KW 33 2016


    Der Rapskassamarkt präsentierte sich zu Wochenbeginn etwas belebter. Bei tendenziell festen Rapskursen in Paris sind die Gebote gestiegen und das hat das Angebot etwas gesteigert. Regional wurde auf allen Terminen Ware umgesetzt. Mittlerweile agieren Marktteilnehmer jedoch wieder zurückhaltender. Viele Ölmühlen konnten ihre Versorgungslücken auf den vorderen Lieferterminen schließen, so dass die Prämien gesenkt wurden. Das Kaufinteresse an Lieferungen ab Oktober 2016 ist insgesamt begrenzt. Erzeuger bieten in der Hoffnung auf steigende Preise wenig an. Fob Hamburg wird für vordere Ware mit 375 EUR/t aktuell rund 1 EUR/t mehr geboten als in der Vorwoche. Die Rapsernte ist derweil fast überall abgeschlossen. Die Mengen zu dreschender Flächen werden wohl keinen Angebotsdruck mehr erzeugen, zumal es in den Lägern aufgrund einer auch deutlich kleineren Weizenernte noch Kapazitäten gibt. Der Deutsche Raiffeisenverband, DRV, taxiert die Rapsernte 2016 in Deutschland, wie der Deutsche Bauernverband, auf rund 4,5 Mio. t und damit 500.000 t kleiner als im Vorjahr. Mit Ausnahme von Bayern wurde laut DRV in allen Regionen weniger eingefahren trotz teils deutlicher Flächenausdehnung.

    Der Rapsschrothandel ist zweigeteilt: Das Kaufinteresse an Lieferungen bis September 2016 ist verschwindend gering, Lieferungen ab Oktober 2016 werden gleichzeitig rege nachgefragt. Während die Preise für vordere Ware aufgrund eines reichlichen Angebots unter Druck stehen, versuchen die Ölmühlen für spätere Lieferungen im Zuge der lebhaften Nachfrage höhere Preise durchzusetzen. Auch wenn teils intensiv mit Käufern verhandelt wird, können sie die Forderungen vereinzelt durchsetzen. Im Vergleich zur Vorwoche haben sich die Rapsschrotpreise allerdings kaum geändert. Lieferungen im August werden mit durchschnittlich 196 EUR/t fob identisch bewertet. Dem Sojaschrothandel in Deutschland fehlt es an Impulsen. Die Nachfrage ist sehr gering, während es nirgendwo an Angebot mangelt. Die Preise werden täglich angepasst, wenn auch meist nicht so stark wie zu Monatsbeginn. Die große Volatilität der Kurse in Chicago und ein sehr schwacher US-Dollar wirken nur noch abgeschwächt auf die Sojaschrotpreise.

    Die Pflanzenölpreise haben gegenüber Vorwoche einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Die Impulse dafür sind allerdings im Detail schwer nachvollziehbar, die Verunsicherung der Marktteilnehmer ist weiterhin groß. Das vordere Angebot an Pflanzenölen, vor allem an Rapsöl, ist aktuell zwar knapp, gleichzeitig wird aber auch sehr wenig nachgefragt. Käufer ordern nur das Nötigste. Den größten Preisanstieg zur Vorwoche verzeichnete Palmöl. Rapsöl zur Lieferung im August 2016 wird fob Hamburg mit 755 EUR/t rund 25 EUR/t höher bewertet. So teuer war es kurz nach der Rohstoffernte zuletzt im August 2013.

    Dateigröße: 181 KDatum: 18.08.2016

  • Marktbericht KW 32 2016


    Der Rapshandel in Deutschland kommt bei sehr begrenztem Angebot nicht in Schwung. Die Preise zogen im Vergleich zur Vorwoche bei steigenden Prämien der Verarbeiter und anziehenden Kursen in Paris zwar deutlich an, aber nicht genug, um das Angebot spürbar zu erhöhen. Der Bedarf der Ölmühlen wächst derweil auf den vorderen Lieferterminen stetig. Bevor die Prämien weiter angehoben werden, warten sie wohl noch repräsentativere Ernteergebnisse aus Deutschland und den Haupterzeugungsländern ab, auch wenn die wahrscheinlich keine positiven Überraschungen mit sich bringen. Franko Hamburg werden für Raps zur vorderen Lieferung 374 EUR/t und damit 16 EUR/t mehr als in der Vorwoche genannt. In Deutschland ist die Rapsernte 2016 in vielen Bundesländern abgeschlossen. In den verbliebenen Regionen zögern häufige Niederschläge das Ende hinaus. Der Deutsche Bauernverband DBV schätzte den Durchschnittsertrag in seinem zweiten Erntebericht auf 34 dt/ha und damit weit unter Vorjahresniveau und dem langjährigen Mittel. Die Rapserzeugung Deutschlands insgesamt wird so trotz etwas größerer Anbaufläche nur noch bei 4,5 Mio. t gesehen, rund 500.000 t kleiner als 2015.

    Der Handel mit Ölschroten läuft diese Woche sehr schleppend. Umgesetzt wird kaum etwas. Die Nachfrage der Futtermittelhersteller ist aufgrund des nach wie vor schleppenden Absatzes in Richtung Milchviehbetriebe gering. Im Hinblick auf die wohl auch in den kommenden Wochen niedrigen Erlöse der Milcherzeuger dürfte die Nachfrage, vor allem nach Sojaschrot, gering bleiben. Dabei spielt die von Verbrauchern oft gewünschte Gentechnikfreiheit bei Milchprodukten eine Rolle, die das Kaufinteresse Richtung Rapsschrot lenkt. Die zuletzt angehobenen Forderungen für Sojaschrot schaffen zudem keine Kaufanreize. Vordere Ware in 44er-Qualität kostet aktuell 334 EUR/t fob Norddeutschland und damit 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche, 48er-Sojaschrot wird mit 364 EUR/t rund 8 EUR/t höher bewertet. Die Rapsschrotpreise rangieren im Großhandel für Lieferungen im August mit durchschnittlich 196 EUR/t fob etwa 4 EUR/t unter Vorwochenniveau. Die Nachfrage ist trotz sinkender Preise gering, das Angebot ausreichend. Das Kaufinteresse beschränkt sich auf Liefertermine in den Wintermonaten.

    Der Pflanzenölhandel kommt nicht in Schwung. Das ohnehin schon sehr geringe Kaufinteresse wurde mit anziehenden Preisen gänzlich im Keim erstickt. Während Sojaöl und Rapsöl sich aufgrund kräftig steigender Rohstoffkosten befestigten, legte Palmöl im Zuge einer lebhaften Nachfrage bei gleichzeitig schrumpfenden Lagerbeständen im Haupterzeugungsland Indonesien zu. Den größten Preissprung am europäischen Kassamarkt verzeichnete Sojaöl. Vordere Ware kostet mit 730 EUR/t fob Nordseehäfen rund 30 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Rapsöl wird mit 712 EUR/t fob rund 16 EUR/t höher bewertet. Rapsöl zur Lieferungen im August 2016 ist regional schon ausverkauft und zur vorderen Lieferung insgesamt knapp verfügbar. Da die Rohstoffbeschaffung für die Ölmühlen aufgrund unbefriedigender Margen bei sehr knappem Angebot schwierig ist, kommt auch nur wenig nach. Der Plan einiger Verarbeiter, sich erst während der Ernte umfangreich mit günstigem Rohstoff einzudecken, ist dieses Jahr nicht aufgegangen.

    Dateigröße: 183 KDatum: 11.08.2016

  • Marktbericht KW 31 2016


    Die Rapsernte 2016 steht unter keinem guten Stern. Übermäßige Feuchtigkeit im Frühjahr und im Frühsommer sowie mangelnde Einstrahlung haben das Ertragspotenzial stark gesenkt. Der Krankheit- und Schädlingsdruck ist regional ungewöhnlich hoch. Starke Verunkrautung und kräftige Niederschläge bremsen den Drusch in manchen Regionen diese Woche aus. In vielen Bundesländern ist die Ernte schon abgeschlossen. Das Resümee fällt dabei überwiegend gleich aus: Die Erträge sind sehr heterogen und haben das Vorjahresniveau teils deutlich verfehlt. Repräsentativere Ergebnisse über den Durchschnittsertrag wird es erst nach Abschluss der Ernte in den verbliebenen Regionen geben. Dass die Gesamterzeugung das Vorjahresniveau verfehlt, ist wahrscheinlich. Der Rapshandel kommt bei sehr begrenztem Angebot nicht in Schwung. Erzeuger lagern weiterhin ein, so viel es geht. Dem Vernehmen nach gibt es aufgrund schlechterer Raps- und Getreideerträge dafür noch genug Kapazitäten. Verarbeiter können sich derweil auf den vorderen Lieferpositionen nur über den Abruf von Kontrakten oder Importe versorgen. Letztere stammen dem Vernehmen nach vor allem aus Südosteuropa. Die Preise haben sich, genau wie die Prämien der Verarbeiter, uneinheitlich zur Vorwoche entwickelt. Franko Hamburg werden im Großhandel mit 358 EUR/t aktuell 4 EUR/t mehr genannt.

    Die Konkurrenzfähigkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot bleibt groß. Ein gut 1,60 EUR niedrigerer Preis für ein Prozent Protein pro Tonne sowie die Aussichten auf Preissteigerungen im Laufe des Wirtschaftsjahres aufgrund eines knapper als erwarteten EU-Rohstoffangebots heizen die Nachfrage an. Auch die zuletzt kräftig gesunkenen Preise für Sojaschrot schaffen nicht genügend Kaufinteresse, zumal die

    Forderungen insgesamt noch volatil sind. Erst wenn in den USA der ertragsbestimmende Monat August vorbei ist, wird sich für die Sojabohnen- und die Sojaschrotkurse eine deutlichere Tendenz abzeichnen. Aktuell kostet Sojaschrot zur Lieferung im August mit 324 EUR/t fob Hamburg rund 17 EUR/t weniger als in der Vorwoche und so wenig wie seit Ende April 2016 nicht mehr, 48er-Sojaschrot rangiert mit 356 EUR/t fob Hamburg rund 19 EUR/t niedriger. Rapsschrot fob Niederrhein ist diese Woche bei zeitweise schwachen Rohstoffkursen unter die Marke von 200 EUR/t gerutscht.

    Die Pflanzenölpreise finden keine klare Richtung. Schwache Rohölnotierungen schmälern die Nachfrage nach pflanzenölbasiertem Biodiesel und damit die Nachfrage. Sojaöl wird zusätzlich von sehr guten Aussichten auf die US-Rohstoffernte unter Druck gesetzt. Die Volatilität der Preise ist aufgrund des wahrscheinlich noch im gesamten August 2016 vorherrschenden Wettermarktes in den USA allerdings unverändert groß. Am europäischen Pflanzenölmarkt ist vor allem die laufende Rapsernte Gesprächsthema. Auch wenn das Rohstoffangebot der Ölmühlen aufgrund deutlich niedrigerer Rapserträge und unbefriedigender Preise aktuell kleiner ist, als vermutet, sind sie insgesamt wohl gut versorgt. Nur regional ist Rapsöl zur vorderen Lieferung knapp. Die Preise haben sich zur Vorwoche befestigt. Vordere Ware kostet mit 708 EUR/t fob Hamburg rund 5,50 EUR/t mehr. Sojaöl wird auf dem gleichen Liefertermin aktuell mit 695 EUR/t und damit 7 EUR/t niedriger bewertet.

    Dateigröße: 57 KDatum: 05.08.2016

  • Marktbericht KW 30 2016


    Das Rapsangebot am Kassamarkt bleibt trotz laufender Ernte knapp. Erzeuger erfüllen vorrangig bestehende Kontrakte und lagern darüber hinaus so viel wie möglich ein. Zum einen warten sie ab, wie sich die Erträge mit voranschreitender Ernte entwickeln, zum anderen erhoffen sie sich höhere Preise. Nachdem der Drusch nun in den meisten Regionen Fahrt aufgenommen hat, könnte der Erntedruck in den kommenden Tagen zunehmen. Da Ölmühlen auf den vorderen Lieferpositionen Bedarf haben, wurden die Prämien auf die schwächelnden Rapskurse teils leicht angehoben. Aktuell werden für Raps zur vorderen Lieferung dennoch nur 354 EUR/t franko Hamburg und damit 6 EUR/t weniger als in der Vorwoche geboten. Bei steigendem Angebot, spätestens kommende Woche, können sie sich wohl umfangreich eindecken. Das hängt aber auch davon ab, wie viel die Landwirte tatsächlich von den Feldern holen können. Erste Meldungen aus den Anbauregionen sind negativ. So wird von heterogenen Erträgen gesprochen, welche die geringen Erwartungen oft nicht erfüllen. Aus Norddeutschland werden 10-20 % niedrigere Erträge gemeldet. Der Ölgehalt ist derweil, wenn auch ebenfalls in großer Spannbreite, regional durchaus zufriedenstellend.

    Die Sojaschrotpreise am Kassamarkt setzen ihren Abwärtstrend fort und rangieren weit unter Vorwochenlinie. Vordere 44er-Ware wird mit 340 EUR/t fob Norddeutschland etwa 23 EUR/t niedriger bewertet und kostet so wenig wie seit Anfang Mai 2016 nicht mehr, 48er-Sojaschrot gab ebenso deutlich auf 374 EUR/t nach. Der kräftige Preisrückgang konnte die Nachfrage nicht ankurbeln. Grund ist der noch präsente US-Wettermarkt. Auch wenn sich aktuell bei der Aussicht auf eine umfangreiche Rohstoffernte eine Schwächetendenz zeigt, könnte es im August 2016, je nachdem wie die Witterung in der ertragsbestimmenden Phase der Sojapflanzen ist, kräftige Kursschwankungen für Sojabohnen und damit Sojaschrot geben. Lebhafte Nachfrage nach Rapsschrot, vor allem auf den Lieferterminen ab August 2016, sowie die Aussicht auf ein kleineres Rohstoffangebot haben den Preisen in den vergangenen Tagen derweil Auftrieb gegeben. Novemberware kostet fob Niederrhein mit 219 EUR/t rund 4 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Die Sojaölpreise haben bei schwachen Terminmarktkursen in Chicago und den Aussichten auf eine umfangreiche Rohstoffernte in den USA einen Satz nach unten gemacht. Julilieferungen kosten mit 705 EUR/t fob Nordseehäfen rund 35 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Spätere Termine gaben ebenfalls kräftig nach. Der Rückgang der Rapsölpreise war im Vergleich dazu mit etwa 6 EUR/t für vordere Ware überschaubar. Lieferungen zwischen August und Oktober 2016 kosten aktuell 702,50 EUR/t fob Hamburg und damit nahezu genauso viel wie Sojaöl. Auch spätere Termine liegen preislich nah beieinander. Rapsöl zur Lieferung im Juli ist ausverkauft, aber auch für die folgenden Monate ist das Angebot nicht reichlich, da sich die Ölmühlen aufgrund der schleppenden Rapsernte noch nicht umfangreich mit günstigem Rohstoff eindecken konnten. Die Nachfrage ist verhalten, da Käufer von den teils stark schwankenden Preisen abgeschreckt sind und die weitere Entwicklung aufgrund der noch vagen Rapsernteprognosen und dem Wettermarkt in den USA schwer abzuschätzen ist.

    Dateigröße: 57 KDatum: 28.07.2016

  • Marktbericht KW 29 2016


    Bei günstiger Witterung ist die Rapsernte in Deutschland zu Wochenbeginn vielerorts in Schwung gekommen. Hochsommerliche Temperaturen und einige Tage Regenpause dürften den Drusch vorangetrieben haben, so dass zum Wochenende erste repräsentative Meldungen aus den Anbaugebieten erwartet werden. Allerdings könnte es dann auch erneut witterungsbedingte Unterbrechungen der Ernte geben. Bis dato hinken die Erträge dem Vorjahr regional schon hinterher. Das könnte sich mit Beginn der Haupternte allerdings noch etwas relativieren. Die Gretchenfrage ist, wie die Pflanzen auf schweren Böden die teils überreichlichen Wassermengen im Mai und Juni verarbeitet haben. Der Deutsche Raiffeisenverband DRV hat aufgrund witterungsbedingter Ertragseinbußen seine Schätzung der Rapsernte auf 4,9 Mio. t leicht nach unten korrigiert. Den Durchschnittsertrag prognostiziert der DRV auf 37 dt/ha und damit fast 5 % unter Vorjahresniveau. Der Rapshandel bleibt geprägt von geringem Angebot bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage. Erzeuger hoffen auf steigende Preise im Zuge eines voraussichtlich deutlich kleineren EUAngebots und lagern bevorzugt ein. Verarbeiter haben derweil wenig Bedarf an freier Ware und wickeln vorrangig Kontrakte ab. Feste Rapskurse in Paris haben die Preise am Kassamarkt jüngst wieder in die Höhe getrieben. Franko Hamburg werden mit 360 EUR/t aktuell 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche genannt.

    Die Sojaschrotpreise am Kassamarkt haben einen Satz nach unten gemacht. Prompte Ware wird in Norddeutschland mit 358 EUR/t fob rund 21 EUR/t niedriger bewertet, 48er-Qualität verzeichnete einen ebenso starken Rückgang auf 392 EUR/t. Das entspricht dem niedrigsten Niveau seit Ende Mai 2016. Druck auf die Preise üben ein umfangreiches Angebot sowie schwache Sojaschrotkurse in Chicago aus. Der Ölschrothandel hat sich mit rückläufigen Preisen Mitte Juli etwas belebt, da Käufer Bedarf haben. Aufgrund eines voraussichtlich kleineren Rapsangebots 2016/17 ist der Preisspielraum für Rapsschrot nach unten allerdings begrenzt. Da sich bei den Rohstoffkursen in Paris aufgrund kräftiger Ertragseinbußen in den Haupterzeugungsländern zuletzt eine feste Tendenz abzeichnete, könnte es auch für die Schrotpreise bald aufwärts gehen. Darauf hoffen die Verarbeiter, deren Verarbeitungsmargen bei schleppendem Rapsölabsatz unbefriedigend sind. Das Kaufinteresse sinkt bei steigenden Preisen spürbar.

    Die Preise für Raps- und Sojaöl sind im Vergleich zur Vorwoche kräftig gestiegen. Auftrieb gaben Sojaöl die kurzzeitig festen Notierungen in Chicago und bis dato haben die Kurse ihr höheres Niveau halten können. Augustware kostet aktuell mit 730 EUR/t fob Nordseehäfen rund 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Rapsöl zur vorderen Lieferung legte im Hinblick auf ein möglicherweise noch knapperes Rohstoffangebot in der EU-28 ebenso deutlich auf etwa 702 EUR/t fob zu. Vom Kassamarkt selbst kommen derzeit keine Impulse. Marktteilnehmer warten vorerst ab, wie sich der Wettermarkt in den USA sowie die EU-Rapsernte in den kommenden Tagen und Wochen entwickeln.

    Dateigröße: 57 KDatum: 21.07.2016

  • Marktbericht KW 28 2016


    Die Rapsernte 2016 hat begonnen, wenn auch langsam und nur regional. Das in vielen Anbauregionen wechselhafte Wetter zögerte den Erntestart hinaus, spätestens in der kommenden Woche soll es aber überall losgehen. Erste repräsentative Ertrags- und Qualitätsmeldungen werden mit Spannung erwartet. Bis dato wird immer noch mit etwas niedrigeren Erträgen als im Vorjahr gerechnet. Aufgrund einer etwas größeren Anbaufläche in Deutschland könnte die Ernte dennoch mit schätzungsweise 5 Mio. t Vorjahresniveau erreichen, wenn es nicht sogar leicht überschreiten. Der Rapshandel läuft weiterhin schleppend. Das Angebot steigt langsam. Verarbeiter fragen nur verhalten nach, da sie meist gut versorgt sind und aufgrund unbefriedigender Margen kaum Spielraum für ihre Prämien haben. Regional wurden die Prämien aber, zumindest für die vorderen Liefertermine, leicht zur Vorwoche angehoben. Im Großhandel sind die Preise vor diesem Hintergrund teils kräftig gestiegen. Franko Hamburg wird vordere Ware mit 354 EUR/t aktuell 8 EUR/t höher bewertet.

    Feste Sojaschrotkurse in Chicago und Rapsnotierungen in Paris geben den Preisen für Ölschrote Auftrieb. Während die Tendenz für Sojaschrot im Zuge eines möglicherweise witterungsbedingt kleineren Rohstoffangebots in den USA dabei auch langfristig fest ist, tendieren die Rapsschrotpreise aufgrund eines zunehmenden Rapsangebots aus der gerade anlaufenden Ernte schwach. Zuletzt wurde vordere Ware mit durchschnittlich 208 EUR/t fob Ölmühle noch knapp über Vorwochenniveau bewertet. Sojaschrot in 44er-Qualität kostet derweil aktuell mit 379 EUR/t fob Norddeutschland etwa 1 EUR/t weniger. Umgesetzt wird wenig. Käufer von Rapsschrot warten auf Preisnachlässe mit fortschreitender Rohstoffernte. Sojaschrotkäufer ordern nur, um dringenden Bedarf zu decken, in der Hoffnung, dass die Preise bald sinken. Das Angebot an beiden Schroten ist demgegenüber ausreichend.

    Der Pflanzenölmarkt kommt nicht in Schwung. Das Angebot ist zu diesem Saisonzeitpunkt ungewöhnlich groß, während die Nachfrage weiterhin leblos ist. Die Rapsölpreise sind bei steigenden Rohstoffpreisen zuletzt deutlich angehoben wurden, was das Kaufinteresse auch in den kommenden Tagen gering halten könnte. Vordere Ware kostet mit 684 EUR/t fob Hamburg rund 9 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Käufer hoffen allerdings auf rückläufige Preise. Einfluss auf die Entwicklung der Pflanzenölpreise hat die Entwicklung der Rohstoffkurse und die ist mit dem Wettermarkt in den USA und den noch vagen Ertragsprognosen für Raps in der EU derzeit volatil. Auch die Währungen schwanken stark. Der aktuelle USDA-Bericht zur globalen Versorgung erzielte keine Kurswirkung. Die Sojaölpreise rangieren leicht unter Vorwochenniveau. Vordere Ware mit 705 EUR/t fob Hamburg rund 3 EUR/t niedriger bewertet.

    Dateigröße: 56 KDatum: 14.07.2016

  • Marktbericht KW 27 2016


    Raps wird kaum noch gehandelt, da die Ölmühlen derzeit mit der Wartung ihrer Anlagen befasst sind. Vereinzelt wird noch Ware aus der alten Ernte gesucht, da immer mehr Stimmen laut werden, dass es zu feucht auf den Schlägen ist, um zu ernten. Aus einigen Landesteilen wird aber auch gemeldet, dass - bei guter Witterung - die Rapsernte beginnen könnte. Kontrakte sind nach den Preisabschlägen derzeit kein Thema. Im Vergleich zur Vorwoche verloren die Erzeugerpreise 2 EUR/t auf durchschnittlich 335,50 EUR/t. Erzeuger sind sich nicht sicher, wie sie sich mit der derzeitigen Preissituation verhalten sollen. Viele denken über die Einlagerung der noch nicht verkauften Mengen nach, was sich angesichts der insgesamt knappen, globalen Marktversorgung eher anbietet, als jetzt, im Strudel des Erntepreisknickes sich all zu früh und zu billig von seiner Ware zu trennen. Unter den Erzeugern ist die Tendenz zur Einlagerung deutlich zu spüren. Vereinzelt werden angesichts der fallenden Kurse noch Vorkontrakte abgeschlossen.

    Mit den schwächeren Rohstoffnotierungen, aber vor allem mit dem Limit down für Sojaschrot an der Chicagoer Börse haben die Ölschrotpreise kräftig verloren. Sojaschrot gab am 06.07.2016 gegenüber Vortag um 15 EUR/t nach und notierte fob Hamburg mit 380 EUR/t wieder nahe der Vorwochenlinie. Der leicht schwächere Eurokurs konnte dem Preisverfall nichts entgegensetzen. Rapsschrot wird derzeit kaum gehandelt, die Prämien der einzelnen Standorte sind stabil für alle Termine bis zum Ende der Saison 2016/17. Der jüngste Preisrutsch konnte die Nachfrage nicht beleben, ganz im Gegenteil: nun wird abgewartet, ob dies der Hinweis auf eine Trendwende ist oder nur eine Eintagsfliege war. Vorderes Rapsschrot wird kaum noch offeriert, nur vereinzelt werden Partien angeboten, dann allerdings auch zu den gleichen Preisen wie für Ware zur Lieferung ab August 2016. Der Aufschlag für Lieferungen November/Januar 2016/17 kostet durchweg 10 EUR/t mehr, der für den Rohstoff beträgt indes nur 5 EUR/t.

    Die zuletzt kräftig abgerutschten Pflanzenölpreise haben das ohnehin umsatzschwache Geschäft weiter reduziert. Bei ausreichendem Angebot, nur vordere Ware ist teils limitiert, warten die potenziellen Käufer weiterhin ab und hoffen auf anhaltende Preisschwäche. Dabei bremsen auch die Unsicherheiten an den Finanzmärkten das längerfristige Engagement. Kaufinteresse kommt dagegen teils auch von den sonst üblichen Anbietern, die auf späteren Lieferterminen größere Lücken im Angebot aufweisen und zu decken versuchen. Dabei helfen die volatilen Rohstoffkurse und die derzeit kaum kalkulierbaren Währungsentwicklungen jedoch nur wenig. Allerdings zeichnet sich eine Ausweitung der Preisdifferenz zwischen Rapsöl und Sojaöl ab. In Deutschland wurden am 05.07.2016 für vorderes Rapsöl 690 EUR/t verlangt, 5 EUR/t weniger als am Vortag und 25 EUR/t weniger als noch vor einer Woche. Demgegenüber sind die Forderungen für rohes Sojaöl nach oben gesetzt worden. Mit 720 EUR/t kosten Partien zur Lieferung im Juli nun knapp 28 EUR/t mehr als noch am 29.06.2016. Der kräftige Auftrieb fürs Rohöl lässt sich für Sojaölraffinat nicht durchsetzen. Die Prämie wurde von 42 EUR/t in der Vorwoche auf 35 EUR/t in der 27. KW gesenkt.

    Dateigröße: 57 KDatum: 07.07.2016

  • Marktbericht KW 26 2016


    Das Wirtschaftsjahr 2015/16 ist nahezu beendet. Die Unsicherheiten vor und mit dem Brexit haben die Kurse kräftig in Bewegung gebracht und die Kassapreise auf Talfahrt geschickt. Das Rapsgeschäft stagniert, nicht nur wegen der stark zurückgenommenen Gebote. Immerhin verlor alterntiger Raps frei Erfasserlager 12,60 EUR/t zur Vorwoche und rutschte auf 339,35 EUR/t. Sondern auch, weil es kaum noch Geschäft gibt. Auch Kontrakte sind derzeit kein Thema. Nicht nur, dass die Preise frei Erfasserlager im Bundesdurchschnitt um 5,50 EUR/t auf 337,15 EUR/t absackten, auch das Wetter spielt nicht mit und bereitet noch immer Sorgen um Qualität und Ertrag. Verzögerungen wird es wohl nicht geben. In Südosteuropa wird bereits fleißig gedroschen und die Erträge sollen durchschnittlich bis gut ausfallen. Ob das ausreicht, die absehbaren Verluste in Polen, Skandinavien und dem Vereinigten Königreich auszugleichen, ist eher fraglich. Die zunehmenden Lieferungen aus der Schwarzmeerregion und die Importüberhänge aus Australien werden den Preisspielraum für deutschen Raps nach oben einengen. Die Großhandelspreise haben sich gegenüber Vorwoche kaum ermäßigt. Franko Ölmühle am Niederrhein wurde für Raps zur Lieferung ex Ernte am 29.06.2016 rund 356 EUR/t genannt, 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Die Sojanotierungen tendierten zuletzt stabil und haben sich damit von ihrem Tiefpunkt am 24.06.2016 in Folge der Brexit-Entscheidung erholt. Mit 381 EUR/t fob Hamburg für 44er Sojaschrot lagen die Forderungen 3 EUR/t über Vorwochenlinie. Für 46,5er Importware wurde am 29.06.2016 rund 468 USD/t gefordert und damit sogar 1 USD/t weniger als in der Vorwoche. Umgerechnet in Euro mussten mit 422 EUR/t allerdings 6 EUR/t mehr gezahlt werden. Vor dem Hintergrund schwankender Soja- und Währungskurse hatte sich das ohnehin nur auf Kleinstmengen beschränkte Sojaschrotgeschäft zusätzlich beruhigt. Mit den festeren Rapskursen zu Wochenbeginn hat sich das Kaufinteresse für Rapsschrot belebt, ebbte aber auch schnell wieder ab, als in Paris die Rapskurse den Rückwärtsgang einlegten. Über alle Liefertermine hinweg musste am 29.06.2016 immerhin 1 EUR/t mehr gezahlt werden als vor einer Woche. Dabei hatte sich zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot erneut verbessert und setzt damit den Ende April 2016 begonnenen Aufwärtstrend stetig fort.

    Die Pflanzenölpreise verloren mit der Schwäche der Rohstoffnotierungen gleichfalls. Für Importöle bremste allerdings der schwache Euro den Verlust. Seither konnten sich die Preise noch nicht wieder auf den alten Stand erholen. Rapsöl kostete zuletzt noch 692,50 EUR/t und damit 20 EUR/t weniger als vor einer Woche. Das Kaufinteresse liegt deutlich darunter. Sojaöl hat ebenfalls nachgegeben, allerdings mit 8 EUR/t deutlich weniger. So kostetet es zuletzt fob Deutschland noch 715 EUR/t, war damit aber auch noch 15 EUR/t teurer als die Wettbewerber fob Niederlande. Besonders deutlich wird auch der Einfluss der Währung bei den Preisen für Sonnenblumenöl. Fob ARAG wird Ware der Saison 2015/16 mit 845 USD/t bewertet und damit 5 USD/t unter Vorwochenlinie. In Euro kostete sie indes mit 786 EUR/t rund 32 EUR/t mehr als zuvor.

    Dateigröße: 57 KDatum: 30.06.2016

  • Marktbericht KW 25 2016


    Die Gebote am Kassamarkt für Raps sind aufgrund kräftig sinkender Rapskurse in Paris und bei geringer Nachfrage stark rückläufig. Franko Niederrhein werden aktuell 352 EUR/t genannt und damit fast 19 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Angeboten wird vor diesem Hintergrund kaum etwas. Erzeuger haben die festen Preise der vergangenen Wochen genutzt und ihre üblichen Mengen zur Lieferung in 2016/17 vertraglich fixiert. Das waren etwa 30-40 % der voraussichtlichen Erntemenge. Jetzt warten sie den Start und die ersten Druschergebnisse ab, bevor sie wieder etwas anbieten. Die Spekulationen über das diesjährige Ertragsniveau sind aufgrund der regional widrigen Witterung der vergangenen Wochen lebhaft. So könnten Trockenheit in Ostdeutschland und überdurchschnittliche Niederschläge im Süden zu deutlichen Einbußen führen. Auch wenn die Prognosen zuletzt etwas nach unten angepasst wurden, könnten deutschlandweit aber immer noch überdurchschnittliche Erträge eingefahren werden. Zumindest haben das Experten von MARS mit Hilfe von Simulationsmodellen und Berechnungen anhand historischer Werte berechnet. Demnach wird in Deutschland ein Durchschnittsertrag von 40 dt/ha erwartet. Das wären fast 7 % mehr als im langjährigen Mittel. Nach Einschätzung der AMI gibt es allerdings hinsichtlich des Ertragsniveaus mehr Luft nach unten als nach oben.

    Ein volatiler Eurokurs im Vorfeld der Abstimmung Großbritanniens über den Verbleib in der EU-28 lässt die Preise für importiertes Sojaschrot kräftig schwanken. Zwar sind die Preissprünge diese Woche nicht so groß, wie in der vorherigen Woche, trotzdem sind Käufer von täglichen Anpassungen verunsichert und fragen kaum nach. Schließlich ist ungewiss, wie sich die Preise in den kommenden Tagen entwickeln. Gute Vegetationsbedingungen in den USA sowie eine lebhafte Verarbeitung in Argentinien könnten langfristig Druck ausüben. Auch der Rapsschrothandel kommt nicht in Schwung. Bis sich die Anspannung um das UKReferendum gelegt hat, könnte es auch eine Weile dauern. Sowohl Käufer als auch Verkäufer warten zudem den Start der Rohstoffernte 2016 ab, um die weitere Angebots- und Preisentwicklung besser abschätzen zu können. Im Großhandel wird prompte Ware mit 215 EUR/t rund 13 EUR/t unter Vorwochenniveau bewertet.

    Die Pflanzenölpreise sind bei schwachen Rohstoffkursen abgerutscht. Bei nahezu lebloser Nachfrage und ausreichendem Angebot bietet selbst der Markt keine Impulse. Die Verunsicherung der Marktteilnehmer bezüglich der EU-28 und des Euro ist weiterhin groß und das voraussichtlich knappe Ergebnis des Referendums wird mit Spannung erwartet. Nachdem sowohl die Sojabohnen- als auch die Rapskurse kräftig nachgegeben haben und Rohöl zuletzt ebenfalls schwach tendierte, konnten sich die Pflanzenölpreise nicht halten. Rapsöl zur Lieferung im August 2016 kostet fob Rotterdam am 22.06.2016 mit 681 EUR/t rund 18 EUR/t weniger als in der Vorwoche, Sojaöl gab 15 EUR/t auf 695 EUR/t nach. Die Nachfrage wurde aufgrund der angespannten Lage trotz kräftiger Preisnachlässe nicht beflügelt. Wenn überhaupt, ordern Käufer Kleinstmengen zur prompten Lieferung.

    Dateigröße: 57 KDatum: 23.06.2016

  • Marktbericht KW 24 2016


    Der Rapsmarkt bleibt weiterhin geprägt von abwartender Haltung. Erzeuger sind von den rückläufigen Geboten wenig angetan und halten sich mit weiteren Offerten vorerst zurück. Es scheint, als haben viele Anbieter ihr übliches Drittel der zu erwartenden Ernte verkauft. Zurückhaltung wird nur von den Landwirten im Nordosten der Republik berichtet, die ihren leichten Standorten bei der bisherigen Trockenheit nicht viel zutrauen und daher erst 20-25 % vermarktet haben sollen. Darüber hinaus läuft derzeit nur noch wenig. Nach den Unwettern der Vortage wird nun erst einmal abgewartet, wie sich die Feldbestände weiterhin entwickeln. Stimmen aus dem Markt bewerten die Ertragsschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes für Winterweizen mit 38,4 dt/ha als zu niedrig, sie halten 41,5-42,5 dt/ha als eher wahrscheinlich. Damit könnte die Rapsernte 2016 auf 5,5 Mio. t kommen. Auch wenn in Deutschland die Rapsbestände keine erkennbaren Schäden davon getragen haben, wird dennoch auf ein geringeres Rapsangebot in der EU-28 spekuliert. Das könnte den Preisen während der Ernte sogar unüblicherweise Auftrieb gewähren, falls die Erträge nicht stimmen. Vordere Ware wird an einigen Standorten gesucht, was die hohen Prämien widerspiegeln, aber auf den hinteren Positionen zeigen sich die Verarbeiter derzeit wenig aufnahmebereit. Vor dem Hintergrund unbefriedigenden Margen und einer schon sehr hohen Bedarfsdeckung, wenigstens für die Termine Oktober bis Dezember 2016, werden die Prämien nicht angepasst. Sie erhoffen sich, die Rohstofflücken während der Ernte zu niedrigeren Preisen schließen zu können. Der Preisabstand zwischen Weizen und Raps auf Erzeugerstufe ist derzeit jedoch so groß - neuerntiger Raps 356 EUR/t, neuerntiger Brotweizen 142 EUR/t - dass die Erzeuger wohl eher die Ölsaat einlagern als das Getreide.

    Der Ölschrotmarkt präsentiert sich auch in dieser Woche ausgesprochen lethargisch, umgesetzt wird kaum etwas. Käufer zeigen wenig Kaufinteresse, zumal die Forderungen den Rückwärtsgang angetreten haben. Selbst prompte Termine gaben trotz eines regional knappen Angebotes nach. Mit 228 EUR/t kosteten sie am 15.06.2016 rund 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Rapsschrot der kommenden Saison gab indes nur um 3 EUR/t auf 237 EUR/t nach. Gleichzeitig lassen volatile Währungen die Forderungen für Importware kräftig schwanken. Auch das dämpft die Nachfrage. Da die Preise stark währungsbestimmt sind und die Volatilität des Eurokurses im Vorfeld des Referendums in Großbritannien nächste Woche ebenfalls groß ist, wächst die Verunsicherung der Marktteilnehmer. Die Preisentwicklung in den kommenden Tagen ist schwer abzuschätzen und im Zuge dessen halten sich Käufer zurück und warten vorerst ab. Dabei ist ihr Bedarf ohnehin gering. Im Vergleich zur Vorwoche kostete Sojaschrot in 44er-Qualität am 15.06.2016 mit 397 EUR/t fob Hamburg rund 4 EUR/t mehr, lag zwischenzeitlich aber auch schon mal bei 406 EUR/t.

    Das bevorstehende Referendum zur Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU-28 am 23.06.2016 hält derzeit sowohl die Termin- als auch die Kassamärkte in Atem. Der Handel läuft vor diesem Hintergrund schleppend, das gilt auch für den mit Pflanzenölen. Die Preise für Raps- und Sojaöl konnten sich aufgrund der zwischenzeitlich festen Rohstoffkurse in Paris und Chicago zur Vorwoche leicht festigen, gerieten aufgrund des insgesamt geringen Handelsinteresses aber unter zunehmenden Druck. Rapsöl zur Lieferung bis August war nur noch sehr knapp verfügbar und wurde daher mit kräftigem Aufschlag angeboten. August-Lieferungen kosteten fob Hamburg diese Woche 702,50 EUR/t und damit 6,50 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Sojaöl wurde am 15.06.2016 mit 712 EUR/t rund 2 EUR/t höher bewertet.

    Dateigröße: 57 KDatum: 16.06.2016

  • Marktbericht KW 23 2016


    Unwetter mit kräftigen Niederschlägen haben Rapserzeuger in Deutschland in den vergangenen Tagen den Atem anhalten lassen. Schließlich wusste kaum jemand, ob und wie stark das Wetter den Beständen zusetzt. Besonders hart hat es den Süden und Südwesten getroffen, wo Überschwemmungen und kräftiger Hagel umfangreiche Schäden angerichtet haben. Deutschlandweit halten sich die Auswirkungen, dem Vernehmen nach, aber in Grenzen. Vor allem im Norden, der am wenigsten abbekommen hat, entwickelt sich Raps zufriedenstellend. Die Befürchtungen der Erzeuger um Ernteeinbußen schmälern jedoch das Interesse an Kontrakten. Außerdem hoffen sie, dass die Preise weiter steigen, was im Hinblick auf eine kleiner als erwartete EU-Ernte wahrscheinlich ist. Da Raps in Frankreich von den Unwettern schwer getroffen wurde, könnte Deutschland - sollten sich die bis dato guten Ertragsaussichten bestätigen - dieses Jahr wieder Platz 1 der EU-Haupterzeugungsländer einnehmen. Die Nachfrage der Verarbeiter ist weiterhin gering, so dass sich auch an den Prämien nichts ändert. Bei steigenden Rapskursen in Paris sind die Gebote zur Vorwoche dennoch deutlich und meist über 380 EUR/t gestiegen. Franko Hamburg werden ex Ernte aktuell 376 EUR/t und so 8 EUR/t mehr als in der Vorwoche genannt.

    Nachdem der Euro gegenüber dem US-Dollar zu Wochenbeginn einen Satz von 1,115 auf 1,136 USD nach oben gemacht hat, sanken die Preise für Sojaschrotimporte kräftig. Vordere Ware kostete am Dienstag 23-24 EUR/t weniger als noch Ende vergangener Woche. Aktuell wird prompte Ware in 44er-Qualität mit durchschnittlich 402 EUR/t bewertet und so immer noch etwa 14 EUR/t über Vorwochenniveau, 48er-Ware kostet mit 433,50 EUR/t ebenfalls etwa 14 EUR/t mehr. Die Nachfrage konnte trotz zuletzt rückläufiger Preise nicht angekurbelt werden. Zum einen liegt das daran, dass die Preise immer noch auf Vergleichsweise hohem Niveau rangieren, zum anderen ist der Bedarf der Käufer gering. Da sich die Schätzungen eines kleineren Angebotes aus Südamerika im Zuge niedrigerer Sojaernten immer mehr verfestigen, dürfte in den kommenden Wochen der Preisspielraum nach unten begrenzt sein. Das Angebot am Kassamarkt in Deutschland ist derzeit ausreichend.

    Ein gegenüber dem US-Dollar sprunghaft fester Eurokurs hat gegenüber Vorwoche die Preise für Importöle bei gleichzeitig rückläufigen Terminkursen gesenkt. Sojaöl zur vorderen Lieferung kostet mit 705 EUR/t rund 5 EUR/t weniger. Rapsöl ist leicht gestiegen, Lieferungen ab August kosten mit 697 EUR/t rund 2 EUR/t mehr. Dazu hat neben steigenden Rohstoffpreisen auch eine regional lebhaftere Nachfrage beigetragen. Prompte Ware wird derweil etwas günstiger als in der Vorwoche bewertet, da das Kaufinteresse auf den vorderen Lieferpositionen gering ist. Behindert wird der Handel mit Pflanzenölen derzeit durch kräftige Währungsschwankungen, sie erschweren die Preisgestaltung der Verarbeiter und verunsichern die Käufer. Das Angebot an Pflanzenölen ist ausreichend, nur Rapsöl zur Lieferung bis Juli 2016 ist begrenzt verfügbar.

    Dateigröße: 57 KDatum: 09.06.2016