Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 44 2014


    Anhaltende Logistikprobleme in den USA erschweren die Sojaschrotversorgung und bescherten den US-Kursen diese Woche kräftige Gewinne, die zuletzt aber zum Teil wieder abgegeben werden mussten. Da die Schwierigkeiten in der Bahnlogistik wahrscheinlich einige Wochen anhalten, gibt es für die Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen vorerst wenig Spielraum nach unten. Zumal die Rohstoffernte in den USA nach wie vor dem langjährigen Mittel hinterherhinkt. Bis zum Wochenbeginn waren 70 % von Soja gedroschen und damit 6 Prozentpunkte weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Gleichzeitig ist die Nachfrage anhaltend groß. Ein Großteil der Sojaernte geht direkt in den Export und nicht zu den heimischen Ölmühlen. Die Pariser Rapskurse folgen der Entwicklung der US-Sojanotierungen mit leichter Verzögerung und schlossen zuletzt im Minus. Der zuvor feste Trend, der von Soja ausgelöst wurde, hat die Preise etwas höher getrieben, das Geschäft wurde allerdings kaum angekurbelt. Die angebotenen Mengen treffen auf eine gute Nachfrage. Da die Verarbeitungsmargen zum Ende des Jahres schwinden, beschränkt sich das Kaufinteresse auf vordere Ware. Die Erzeugerpreise für Raps haben gegenüber Vorwoche um rund 4 EUR/t auf 304 EUR/t zugelegt.

    Die Ölschrotpreise haben im Vorwochenvergleich einen kräftigen Satz nach oben gemacht. Promptes Sojaschrot in 44er-Qualität kostete zuletzt mit durchschnittlich 415 EUR/t fast 65 EUR/t mehr, Rapsschrot wird mit 212 EUR/t knapp 14 EUR/t höher bewertet. Das hat der ohnehin schon geringen Nachfrage einen ordentlichen Dämpfer verpasst. Käufer sehen in der derzeitigen Haussephase allerdings keinen langfristigen Trend und warten mit ihren Deckungskäufen ab. Bis Jahresende ist der Rohstoffbedarf ohnehin sehr gut gedeckt. Der Fokus lag zuletzt eher auf den Terminen Januar/April 2015. Das Angebot an Sojaschrot ist auf den vorderen Lieferterminen weiterhin knapp. Rapsschrot wird etwas umfangreicher angeboten.

    Im Zuge fester Vorgaben der Terminmarktnotierungen haben die Pflanzenölpreise gegenüber Vorwoche kräftig zugelegt. Rapsöl hat sich dabei stärker verteuert als Sojaöl und kostet nun deutlich mehr. Fob Nordseehafen wird vordere Ware diese Woche mit 675 EUR/t rund 28 EUR/t höher bewertet. Sojaöl legte um 20 EUR/t auf 660 EUR/t zu. Prompte Ware ist nur mit kräftigen Aufschlägen erhältlich. Das Geschäft mit Pflanzenölen ist aufgrund des kräftigen Preisanstiegs zum Erliegen bekommen. Käufer sind gut gedeckt und geben nur vereinzelt Gebote für kleinere Deckungskäufe ab. Interesse besteht, wenn überhaupt, an Lieferungen Anfang 2015.

    Dateigröße: 54 KDatum: 31.10.2014

  • Marktbericht KW 43 2014


    Die Rapsnotierungen in Paris ziehen wieder an. Mit einem Plus von 6 EUR/t in nur drei Tagen für die Fronttermine und späteren Termine. Damit liegt das Niveau wieder über Vorwoche und auch am Kassamarkt haben sich die Gebote deutlich nach oben bewegt. Da die Margen der Ölmühlen auf den vorderen Terminen noch am besten sind werden bis Jahresende noch vereinzelte Partien gesucht. Das Kaufinteresse steht aber geringem Angebot gegenüber, da die Gebote für Raps zur späteren Lieferung höher liegen. Das liegt an dem großen Preissprung, der an der Börse besteht. November- und Februar- Termin liegen 8,75 EUR/t auseinander, diese Differenz können auch die Prämien der Käufer am Kassamarkt nicht ausgleichen. Erzeuger werden sich aber aufgrund der höheren Gebote ab Februar 2014 wohl im alten Jahr nicht mehr von ihrer Ware trennen. Auf den späteren Terminen ist das Kaufinteresse der Mühlen relativ gering, da die Ölpreise einer Verbesserung der Marge im Wege stehen und es darüber hinaus so gut wie kein Rapsschrotgeschäft gibt. Noch bestehen bei den Mischfutterherstellern große Lücken hinsichtlich ihrer Rohstoffdecke. Auch auf den vorderen Terminen gibt es derzeit so gut wie keinen Umsatz. Die Mischfutternachfrage schwächelt und die bereits jetzt kontrahierten Mengen an Ölschroten werden wohl länger reichen als geplant. Landwirte haben nicht so viel Mischfutter gekauft wie bisher, da aufgrund der niedrigen Getreidepreise mehr hofeigenes Futter verwendet wird. Außerdem ist die Grundfutterversorgung deutlich besser als im Vorjahr. Zur Produktion hofeigener Mischungen wird vor allem Sojaschrot eingesetzt, das schmälert ebenfalls die Nachfrage nach Rapsschrot. Die Kontrakte für die Einzelkomponente Sojaschrot wurden bereits vor Wochen abgeschlossen, so dass auch hier derzeit wenig Neugeschäft herrscht.

    Der Handel mit Ölschroten ist sehr ruhig. Dabei nimmt das Angebot an Rapsschrot auf den vorderen Lieferpositionen langsam zu. Noch sind allerdings keine Preisabschläge sichtbar. Die Forderungen sind im Vergleich zur Vorwoche um 4 EUR/t angestiegen und folgen damit den festen Sojaschrotnotierungen. Aufgrund der schleppenden US-Ernte ist das Angebot an vorderem Sojaschrot in den USA sehr knapp, so dass die Kurse in nur 4 Tagen um 7 % zulegten. Hierzulande reagierten die Sojaschrotpreise zusätzlich auf den sprunghaft schwächeren Eurokurs. Allein am Mittwoch verteuerte sich Sojaschrot um 12 EUR/t.

    Auch der Pflanzenölmarkt ist ohne nennenswerte Umsätze. Rapsöl hat gegenüber Sojaöl an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen, allerdings nur auf den vorderen Lieferterminen. Hier werden Raps- und Sojaöl nahezu preisidentisch bewertet. Die geforderten 655 EUR/t für Rapsöl sind den Biodieselherstellern allerdings weiterhin zu hoch. Ihre Gebote liegen 25 EUR/t darunter.

    Dateigröße: 153 KDatum: 24.10.2014

  • Marktbericht KW42 2014


    Die Sojanotierungen scheinen ihren Abwärtstrend beendet zu haben. Der jüngste Monatsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums sorgte für einen Tag für rückläufige Notierungen, aber der Aufwärtstrend wurde danach wieder aufgenommen. Grund sind die schleppende Ernte in den USA und das zunehmend ungünstigere Wetter. Am Kassamarkt entsteht trotz der laufenden Ernte, in der Vorwoche wurden rund 5 Mio. t Sojabohnen geerntet, kein Preisdruck. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Die zögerliche Vermarktung der Erzeuger lässt die Prämien am Kassamarkt steigen. Das treibt auch die Kurse am Terminmarkt. Ganz besonders fest sind die Sojaschrotnotierungen. Die schleppend anlaufende Verarbeitung bei gleichzeitig reger Exportnachfrage hat seit Monatsbeginn den Fronttermin um fast 20 % erhöht.

    Raps in Paris kann von der festen Tendenz in Chicago nicht profitieren. Seit dem jüngsten Höchststand am 6.10.14 wurden bereits knapp 8,50 EUR/t wieder verloren. Dabei drückt vor allem der schwache Mineralölkurs, der die Wettbewerbsfähigkeit von RME deutlich einschränkt und damit die Nachfrage nach Rapsöl mindert. Am Kassamarkt ist der Rapshandel stetig, vor allem bis Dezember 2014 suchen Ölmühlen noch Partien. Die Abgabebereitschaft der Erzeuger hat mit dem Rückgang der Gebote allerdings spürbar nachgelassen.

    Der Handel mit Ölschroten gestaltet sich ruhig. Das Angebot an Soja-und Rapsschrot ist auf vorderen Terminen begrenzt, allerdings kann für Rapsschrot kaum Aufgeld durchgesetzt werden. Im Vergleich zur Vorwoche wird Rapsschrot etwas schwächer bewertet, wobei auch die rückläufigen Rapspreise für Druck sorgten. Die Nachfrage ist sehr gering. Sporadisch werden Umsätze getätigt, wobei auch Liefertermine für 2015 besprochen werden. Die Nachfrage nach Importsojaschroten ist stetig, wobei das Angebot an Brasil-Pellets knapp ist und Aufgelder erzielt. In Anlehnung an die zuletzt stetig steigenden Sojabohnenkurse wurden die Forderungen für Sojaschrot stetig erhöht. 44er Ware hat dabei die Linie von 380 EUR/t nach mehr als einer Woche wieder erreicht.

    Der Pflanzenölmarkt ist ohne nennenswerte Umsätze. Die gegenläufige Kursentwicklung von Raps und Soja, schwächere Palmölnotierungen und vor allem das Abrutschen des Mineralölkurses lähmen den Markt. Dies spiegelt sich nicht nur in der nahezu identischen Bewertung von Raps- und Sojaöl wider, sondern auch in der Preisgleichheit der verschiedenen Termine. Der Mineralölkurs hat aufgrund der schwächeren Konjunkturdaten für Europa und China, der ungebremsten Produktivität der OPEC-Länder sowie der Aussicht auf eine schwächere Nachfrageentwicklung in 6 Tagen 10 % an Wert eingebüßt. Das bremst die Nachfrage nach Biodiesel und nach Rohstoff zur Biodieselherstellung. Dabei wird den Unternehmen zusätzlich der Markt erschwert, da es immer noch keine Regularien zur Umsetzung der THG-Quote ab 1.1.2015 im Öl- und Saatgeschäft gibt.

    Dateigröße: 76 KDatum: 17.10.2014

  • Kommentar KW41 2014


    Die Pariser Rapsnotierungen tendieren wieder schwach. Der vorherige Kursanstieg hatte dem Kassamarkt vorab allerdings etwas Leben eingehaucht. Die Prämien der Verarbeiter waren zuletzt zwar nahezu unverändert zur Vorwoche, haben aber ausgereicht, um mehr Ware aus Erzeugerhand zu mobilisieren. Die Erzeugerpreise sind gegenüber Vorwoche um 8 EUR/t auf 298 EUR/t gestiegen. Und das Angebot könnte zeitnah weiter zulegen. So steht eine sehr umfangreich prognostizierte Körnermaisernte in Deutschland in den Startlöchern, die irgendwie untergebracht werden muss. Für Unsicherheit am Markt sorgten zuletzt Spekulationen über eine kleinere Rapsanbaufläche in Deutschland als vorab vermutet. So sollen die jungen Rapspflanzen vielerorts verstärkt mit Schädlingen befallen sein. Grund ist der seit Ende 2013 verbotene Einsatz von mit Neonicotinoid gebeiztem Saatgut. Sowohl die Rapskurse in Winnipeg als auch die Sojabohnenkurse in Chicago haben vergangene Woche zeitweise zugelegt. Soja bescherten witterungsbedingte Ernteunterverzögerungen in den USA und eine rege Nachfrage nach US-Soja von Hauptimporteur China Gewinne. Mittlerweile ist die Tendenz, aufgrund des geringen Interesses im Vorfeld der Freitag erscheinenden USDA-Versorgungsschätzung, wieder schwach.

    Die Ölschrotpreise entwickeln sich uneinheitlich. Da es am Kassamarkt an Impulsen mangelt, orientieren sich die Verarbeiter bei der Preisfestlegung meist an der Entwicklung der Rohstoffkurse in Chicago und Paris. Das vordere Angebot ist derweil weiterhin sehr knapp. Da Käufer bis auf weiteres gut gedeckt sind, wird aber auch kaum nachgefragt. Dadurch stehen die Preise unter Druck. Rapsschrot zur Lieferung im November - Oktoberware ist kaum verfügbar - kostet diese Woche im Großhandel mit 196 EUR/t rund 1 EUR/t weniger. Die Preise für Sojaschrot in 44er-Qualität zur prompten Lieferung haben gleichzeitig um 2 EUR/t auf 353 EUR/t zugelegt, blieben in den vergangenen Tagen bei uneinheitlichen Vorgaben der Terminmarktnotierungen in Chicago allerdings weitgehend unverändert. Der Aufschlag für prompte Ware gegenüber Lieferungen im November betrug zuletzt knapp 18 EUR/t.

    Die Pflanzenölpreise haben erneut gegenüber Vorwoche zugelegt. Geschäft gibt es derzeit aber kaum. Starke Währungsschwankungen, vor allem vom US-Dollar, verunsichern den Markt. Auch wenn Käufer tendenziell Interesse haben, so schrecken die steigenden Preise sowie die schwer einschätzbare weitere Entwicklung stark ab, so dass Käufer kaum Gebote abgeben. Zudem wird die aktuelle USDA-Versorgungsschätzung mit Spannung erwartet, auch wenn sie wohl keine großen Überraschungen mit sich bringen wird. Aufgrund des knappen vorderen Angebotes und bei festen Vorgaben der Soja- und Rapsnotierungen wurden vor allem die Preise für Rapsöl kräftig angehoben. Fob Nordseehäfen wird Novemberware aktuell mit 665 EUR/t rund 20 EUR/t über Vorwoche bewertet. Sojaöl kostet mit 665 EUR/t etwa 5 EUR/t mehr.

    Dateigröße: 54 KDatum: 10.10.2014

  • Kommentar KW40 2014


    Die Rapskurse haben sich von der Entwicklung der Sojanotierungen gelöst und tendieren fester. Im Vorwochenvergleich legte der Fronttermin von Raps in Paris mehr als 5 EUR/t zu. Dadurch konnte zuletzt sogar wieder die 320 EUR/t-Marke geknackt werden. Den Erzeugerpreisen für Raps kam die feste Entwicklung der Rohstoffkurse etwas zu Gute. In einigen Regionen wurden sie leicht angehoben, weshalb Erzeuger mehr Raps abgeben. Gleichzeitig gibt es durchaus Nachfrage, vor allem auf den vorderen Lieferpositionen. Dadurch werden wieder mehr Umsätze getätigt. Der Abwärtstrend der Sojakurse wurde unterbrochen, da sich die Erntebedingungen in den USA in den kommenden Tagen verschlechtern sollen. Die US-Sojafeldbestände befinden sich allerdings weiterhin in einem überdurchschnittlich guten Zustand, die Erträge übertreffen in vielen Anbauregionen die hohen Erwartungen. Gleichzeitig läuft die brasilianische Sojaaussaat problemlos bei optimalen Bedingungen. Bislang ist rund ein Fünftel gedrillt und damit etwa 6 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Analysten schätzen, dass auch in Brasilien deutlich mehr Sojabohnen erzeugt werden als bislang vermutet. Dadurch gibt es für die Chicagoer Sojanotierungen langfristig nur den Weg abwärts.

    Die Nachfrage nach Rapsschrot ist im Vorwochenvergleich deutlich zurückgegangen. Die Preise haben sich uneinheitlich entwickelt. Während prompte Ware mit durchschnittlich 202 EUR/t etwas höher bewertet wird, gaben die Preise für Lieferungen ab November leicht nach. Aufgrund der Feiertagswoche ist das Handelsinteresse insgesamt gering, und in Erwartung weiterer Preisrücknahmen werden Ölschrote kaum nachgefragt. Die Sojaschrotpreise werden auf den vorderen Lieferpositionen weiterhin von einem sehr knappen Angebot gestützt und haben sich gegenüber Vorwoche behauptet. Aufgrund schwacher Vorgaben der Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen sanken die Preise für Lieferungen ab November unter Vorwochenniveau.

    Am Pflanzenölmarkt ist es diese Woche ruhig. Dafür sind vor allem die Feiertagswoche und der schwache Eurokurs verantwortlich, die das Handelsinteresse dämpfen. Die Preise entwickelten sich gegenüber Vorwoche uneinheitlich. Die Forderungen für Sojaöl wurden auf den vorderen Lieferpositionen aufgrund des sehr knappen Angebots deutlich angehoben. Spätere Lieferungen werden im Vorwochenvergleich etwas niedriger bewertet. Auch Rapsöl ist weiterhin vorne sehr knapp und in Deutschland zur prompten Lieferung kaum erhältlich. Die Preise haben erneut zur Vorwoche zugelegt. Die Nachfrage der Biodieselhersteller ist zwar rege, bei den aktuell hohen Aufgeldern für vordere Ware werden aber kaum Gebote abgegeben. Rapsöl zur Lieferung im November kostete fob Hamburg mit 648 EUR/t zuletzt 8 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 54 KDatum: 02.10.2014

  • Kommentar KW39 2014


    Die starke Abwärtsbewegung, mit der die Sojakurse auf die beginnende US-Rekordernte reagierten, hat zeitweise auch den europäischen Rapsmarkt ergriffen. Nach einem kräftigen Sturz zu Wochenbeginn konnten sich die Rapskurse in Paris zuletzt aber, entkoppelt von Soja, wieder befestigen und schlossen nur knapp unter Vorwochenlinie. Der Anstieg der Rohstoffnotierungen hat auch wieder etwas Schwung in den Kassamarkt gebracht. Erzeuger geben bei etwas höheren Preisen mehr Ware zum Verkauf frei. Die Nachfrage der Verarbeiter ist allerdings weiterhin gering, da sie für den Rest des Jahres gut gedeckt sind. Eine nennenswerte Nachfragebelebung wird erst im neuen Jahr erwartet. Für leichte Verunsicherung hat diese Woche der Brand in einer Ölmühle gesorgt. Rohstoff wird dort momentan nicht mehr abgenommen, Nachprodukte müssen anderweitig beschafft werden. Die Sojakurse haben in den vergangenen 6 Börsentagen rund 5 % an Wert verloren. Die nun beginnende Ernte und die Aussicht auf ein Rekordangebot üben starken Druck aus. Rund 3 % der US-Flächen wurden bislang gedroschen. Die Erträge sollen die hohen Erwartungen zumeist erfüllen und die Aussicht auf gutes Erntewetter lassen einen raschen Fortschritt erwarten.

    Die Sojaschrotpreise schienen ihren Tiefpunkt zuletzt vorerst erreicht zu haben, die Forderungen zogen wieder etwas an. Das Angebot an prompter Ware ist vor allem im Süden Deutschlands aufgrund von Wartungsarbeiten in der 39. Kalenderwoche begrenzt und erzielt Aufgelder gegenüber den Folgeterminen und auch gegenüber dem Angebot fob Hamburg. Zur Vorwochenlinie fehlten den Preisen am Donnerstag allerdings noch 2 EUR/t. Wegen fester Vorgaben der Rohstoffnotierungen in Paris haben auch die Rapsschrotpreise zugelegt, zuletzt deutlich um rund 6 EUR/t. Vordere Ware ist dadurch nicht mehr unter 200 EUR/t zu erwerben. Die Nachfrage ist außerdem gestiegen, da mit dem Ausfall eines Anbieters nun Ersatzlieferungen gesucht werden.

    Am Pflanzenölmarkt war es diese Woche ruhig, nur der Ausfall einer Ölmühle im Westen sorgte auch hier für Verunsicherung. Das Angebot an Rapsöl zur Lieferung im Oktober ist auf wenige Mengen begrenzt und wird daher fester bewertet als in der Vorwoche. Der Preisabstand zu November-Ware beträgt 10 EUR/t. Damit ist in Deutschland Rapsöl wieder teurer als Sojaöl. Dafür sind keine Käufer zu finden, die Geldkurse liegen rund 20 EUR/t unter den Forderungen. An späteren Lieferterminen wird zudem kaum Interesse gezeigt, da vom schwachen Sojamarkt noch weiterer Preisdruck erwartet wird. Die Sojaölpreise haben im Zuge schwacher Rohstoffnotierungen indes deutlich nachgegeben. Im absehbar schwachen Markt wird kein nennenswertes Geschäft getätigt.

    Dateigröße: 50 KDatum: 26.09.2014

  • Kommentar KW38 2014


    Günstige Witterung bringt die US-Sojaernte wieder zügig voran. Im Süden läuft sie dabei schon flott, während sie im Norden aufgrund der niedrigen Temperaturen etwas verzögert ist und noch nicht so richtig starten konnte. Bislang gemeldete Erträge entsprechen den hohen Erwartungen. Derweil ist die Nachfrage nach US-Sojabohnen und -schrot am Weltmarkt rege, vor allem seitens des Hauptimporteurs China. Trotzdem stehen die Sojanotierungen in Chicago im Hinblick auf eine noch größer als bislang vermutete US-Sojaerzeugung anhaltend unter Druck. Das USDA beziffert die US-Ernte in seinem aktuellen Monatsbericht auf 106,5 Mio. t und damit fast 2,7 Mio. t höher als im Vormonat. Der neue Fronttermin November in Chicago hat vor diesem Hintergrund in den vergangenen Tagen deutlich nachgegeben. Für Auftrieb sorgten kurzzeitig Befürchtungen um Schäden durch erste Fröste in den Anbau-gebieten, die sich mittlerweile allerdings wieder verflüchtigt haben. Die Pariser Rapskurse konnten sich zuletzt behaupten.

    Positive Impulse kamen vom Kassamarkt. Befriedigendere Margen der Verarbeiter aufgrund steigender Rapsölpreise bei gleichzeitig zunehmender Nachfrage und ein weiterhin knappes Angebot stützen die Notierungen, die zuletzt nahezu auf Vorwochenniveau schlossen. Die Abgabebereitschaft der deutschen Erzeuger konnte bei den derzeit bewilligten Prämien nicht gesteigert werden. Höchstens mangelnde Lagerraumkapazitäten für Mais und Düngemittel veranlassen dazu, die eine oder andere Partie zum Verkauf zu geben. Die Erzeugerpreise haben sich gegenüber der vergangenen Woche mit 296 EUR/t nur knapp behauptet. Die Sojaschrotpreise am deutschen Kassamarkt stehen unter Druck schwächelnder Terminmarktnotierungen für Sojabohnen und -schrot in Chicago. Auf den vorderen Lieferpositionen bremste allerdings immer noch das knappe Angebot den Preisrückgang etwas. Im Vergleich zur Vorwoche wird Sojaschrot zur prompten Lieferung trotzdem rund 9 EUR/t niedriger bewertet. Ware in 44er-Qualität kostet so durchschnittlich 366 EUR/t. In Erwartung weiterer Preisrücknahmen im Laufe der kommenden Wochen ist die Nachfrage derzeit nur gering. Auch das Interesse an Rapsschrot ist insgesamt überschaubar. Dadurch stehen die Preise aktuell ebenfalls unter Druck, auch wenn das Angebot an vorderer Ware begrenzt ist. Die Forderungen werden täglich entsprechend der regionalen Nachfrage sowie der Entwicklung der Pariser Rohstoffkurse leicht angepasst. Im Vorwochenvergleich haben sie sich behauptet.

    Der Markt für Pflanzenöl ist nach Veröffentlichung des USDA-Berichts in Lethargie verfallen. Umsätze werden trotz einer höheren Nachfrage kaum getätigt. Grund ist vor allem das nur knappe vordere Angebot. Das Interesse an Rapsöl ist derweil leicht gestiegen. Bei leicht festen Terminmarktnotierungen des Rohstoffs haben die Preise zur Vorwoche zugelegt. Fob Nordseehäfen kostet Oktoberware diese Woche mit 642 EUR/t rund 5 EUR/t mehr. Für Lieferungen ab November ist das Angebot umfangreich, allerdings werden diese kaum nachgefragt. Bei einem Preisniveau von 640 EUR/t für Novemberware haben Biodieselhersteller kein Interesse. Stattdessen warten sie die bald erwartete Kehrtwende der Preisentwicklung ab, die aufgrund des umfangreichen Rohstoffangebots jederzeit eintreten kann. Bei steigenden Kursen für das Konkurrenzprodukt Palmöl hat die Nachfrage nach Sojaöl zugenommen und die Preise in die Höhe getrieben. Novemberware kostete fob Nordseehäfen zuletzt mit 650 EUR/t fast 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Sonnenblumen- und Palmöl werden diese Woche ebenfalls deutlich höher bewertet.

    Dateigröße: 57 KDatum: 19.09.2014

  • Kommentar KW37 2014


    Die Zeichen stehen weiterhin auf Plus für die US-Sojaernte. Die jüngste Feldbestandsschätzung des USDA war zu diesem Zeitpunkt noch nie so gut, die Ernte in den Südstaaten läuft und bringt überdurchschnittliche Erträge. Die Frostwarnung wurde abgemildert auf kleine Gebiete. In der aktuellen Monatsschätzung des USDA wurde die US-Ernteschätzung auf 106,5 Mio. t angehoben, das wäre ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Anleger lösten im Vorfeld des Berichtes bereits ihre Risikopositionen auf, so dass die Sojakurse schwächer tendierten. Die neue Prognose sorgte für erneuten Druck, der Fronttermin rutschte auf ein 4-Jahrestief, der November-Kontrakt deutlich unter die Linie von 10 USD/bu (284 EUR/t) und öffnet damit den Preisspielraum nach unten. Wie schon in den Vorwochen zeigt sich der Rapsterminmarkt davon nur wenig beeindruckt. Die Kurse schwächeln leicht, möglicherweise gestützt von der Kürzung der australischen Ernteschätzung und vom weiterhin sehr geringen Kassaangebot. In Kanada stehen indes die Terminnotierungen stark unter Druck, obwohl die derzeitigen Vegetationsbedingungen für Raps sehr ungünstig sind. Es ist regional bereits sehr winterlich, so dass Ernteausfälle nicht auszuschließen sind. Hierzulande tut sich am Rapsmarkt wenig. Da sich die Erzeugerpreise kaum verändert haben, ändert sich auch am geringen Angebot wenig.

    Die Preise für Sojaschrot haben kräftig nachgegeben. Die Schwäche der Bohnennotierung spiegelt sich auch im Schrot wider. Dabei kann der schwache Eurokurs den Preisrückgang nur wenig bremsen. Mitte der Woche wurden fob Hamburg für 44er Ware 364 EUR/t genannt und damit 8 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Damit hat der knapp versorgte Markt für alterntige Sojabohnen, der seit Mitte August für Preisauftrieb sorgte, nun vollständig an Preiswirkung verloren. Die Nachfrage ist gering, da Käufer auf weitere Preisrücknahmen hoffen. Rapsschrot zeigt geringe Preisbewegung und wiedersteht dem Druck der schwachen Sojaschrotpreise. Die Forderungen stabilisierten sich zuletzt knapp unter der Linie von 199 EUR/t für September-Lieferungen, wobei für vordere Ware das Angebot die Nachfrage übersteigt. Der Umsatz mit Pflanzenöl ist sehr gering. Es fehlt vor allem an Nachfrage. Auf den vorderen Terminen bis Ende Oktober scheinen die Käufer gut versorgt zu sein und warten mit Deckungskäufen nun weiter ab.

    Der Kursrutsch für Soja steigert die abwartende Haltung, da die magische Linie von 10 USD/bu unterschritten wurde und nun ein weiterer Kursrutsch nicht auszuschließen ist. Das könnte auch die Sojaölpreise drücken, die im Vergleich zum Rapsöl ohnehin als zu hoch eingestuft werden. Vorderes Rapsöl ist nicht mehr überall verfügbar. Die anstehende Großlieferung Richtung China sorgt für festere Preise für September-Lieferungen, ab Position Januar tendieren die Forderungen 5 EUR/t schwächer als in der Vorwoche. Damit ist Rapsöl nun preisidentisch mit Sojaöl. Sonnenblumenöl wird aufgrund steigender Rohstoffpreise rund 5 EUR/t höher bewertet als in der Vorwoche. Palmöl hat im Zuge fester Terminnotierungen und dem schwächeren Euro gegenüber dem Dollar sprunghaft zugelegt.

    Dateigröße: 57 KDatum: 12.09.2014

  • Kommentar KW36 2014


    Die Bewegungen der Chicagoer Sojakurse waren zuletzt überschaubar, da die Marktteilnehmer den Verlauf der US-Sojaernte abwarten. Diese hat vergangene Woche im Süden der USA begonnen. Das setzt die Kurse zunehmend unter Druck. Da die Sojapflanzen in ihrer Entwicklung noch ein bisschen hinterherhinken, dauert es aber wohl noch bis die Ernte in Gang kommt. Der jüngste wöchentliche Zustandsbericht des USDA fiel überraschend positiv aus und bescherte den Kursen dadurch bereits Verluste. So wurden 72 % der bonitierten Pflanzen mit gut oder exzellent bewertet, 2 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Auftrieb brachte kurzzeitig wieder das sehr knappe alterntige US-Angebot. Außerdem gab es jüngst Meldungen über Überschwemmungen im Mittleren Westen, zu denen anhaltende und intensive Regenfälle in der vergangenen Woche geführt haben. Die Rapskurse in Paris folgten den Sojakursen diese Woche ins Minus, gaben im Vorwochenvergleich aber nur leicht nach. Für etwas Auftrieb sorgten zu Wochenbeginn noch Impulse vom Kassamarkt. Eine etwas größere Nachfrage der Verarbeiter bei gleichzeitig überschaubarem Angebot belebte das Geschäft. Die Nachfrage der Biodieselhersteller wird wohl bald wegen der Umstellung auf Übergangs- beziehungsweise Winterware zunehmen und so den Rapsölabsatz ankurbeln, der zuletzt eine Verbesserung der Margen verhindert hatte. Anschlussbedarf decken die Verarbeiter vorrangig mit Importen, denn mit kaum veränderten Preisen geben die Erzeuger weiterhin wenig Raps zum Verkauf frei. Und das, trotz einer vom Statistikamt vorläufig geschätzten, überdurchschnittlichen Rapsernte 2014 von 6,2 Mio. t. Das sind 8 % über Vorjahr. Erzeuger kümmern sich jetzt vorrangig um die Rapsaussaat.

    Am Ölschrotmarkt ist es ruhig. Dafür verantwortlich ist unter anderem das sehr überschaubare Sojaschrotangebot, das die Preise auf hohem Niveau hält. Rapsschrot wird demgegenüber kaum nachgefragt. Auch hier ist das vordere Angebot nicht reichlich. Vereinzelt werden Gebote für naheliegende Liefertermine abgegeben, da durchaus Anschlussbedarf besteht. Der Durchschnittspreis für Rapsschrot ist gegenüber Vorwoche um 4 EUR/t auf 200 EUR/t gestiegen und damit auf 4-Wochenhoch. Auftrieb brachten zeitweise feste Rohstoffnotierungen. Diese Stütze ist mittlerweile wieder hinfällig. Mit der zusätzlichen Unterstützung anziehender US-Sojaschrotkurse erreichten die Sojaschrotpreise zuletzt fast Vorwochenniveau. Im Süden ist Sojaschrot weiterhin deutlich teurer als im Norden. Der Preisunterschied für prompte Ware betrug zuletzt knapp 10 EUR/t. Novemberware liegt 5-6 EUR/t auseinander.

    Die Vermarktung von Rapsöl läuft nur schleppend. Dabei mangelt es nicht an Angebot, sondern vor allem an Nachfrage. Diese war zuletzt gering und wurde auch von den zuletzt etwas schwächeren Preisen nicht angekurbelt. Fob Nordseehäfen kostet Rapsöl diese Woche mit 635 EUR/t rund 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Mit der baldigen Umstellung der Biodieselhersteller von SME (Sojamethylester) und PME (Palmmethylester) auf rapsölbasierten Biodiesel wird es saisontypisch aber wohl zu einem deutlichen Nachfraganstieg kommen. Das könnte die Rapsölpreise wieder steigen lassen und die Margen der Ölmühlen verbessern. Die Sojaölpreise haben sich indes zur Vorwoche kaum verändert. Nur knappe vordere Ware wird mit 650 EUR/t etwas höher bewertet.

    Dateigröße: 55 KDatum: 05.09.2014

  • Kommentar KW35 2014


    Die Chicagoer Sojakurse haben diese Woche fast stetig nachgegeben. Nur der Fronttermin konnte zwischenzeitlich einen Teil seiner Verluste, im Hinblick auf ein knappes USKassamarktangebot an Sojabohnen und -schrot, bei anhaltend reger Nachfrage aus dem Ausland, wieder ausgleichen. Der Druck auf die Notierungen hält aufgrund der erwarteten US-Rekordernte bei günstigen Vegetationsbedingungen in den Sojaanbaugebieten an. Das US-Landwirtschaftsministerium ordnete in seiner wöchentlichen Feldbestandsschätzung mit 70 % zwar 1 Prozentpunkt weniger in die Kategorien gut bis exzellent ein, das ist aber immer noch der beste Zustand der Feldbestände in 22 Jahren zu diesem Zeitpunkt. Im Vorfeld der Ernte nimmt das Kaufinteresse an Sojabohnen am US-Kassamarkt langsam ab. Die Rapskurse in Paris legten in den vergangenen Tagen zu.

    Für Auftrieb sorgte vor allem die größere Nachfrage nach Kontrakten, da am Kassamarkt weiterhin kaum etwas angeboten wird. Vor diesem Hintergrund schloss der Fronttermin zuletzt 5 EUR/t über Vorwochenniveau. Den Großhandelspreisen kam der leichte Anstieg der Terminkurse etwas zu Gute, da Verarbeiter vor allem auf den vorderen Lieferpositionen Anschlussbedarf und im Zuge dessen die Prämien leicht angehoben haben. Demgegenüber haben sich die Erzeugerpreise so gut wie gar nicht verändert. So bleibt die Abgabebereitschaft der Erzeuger unverändert gering und wenn, dann finden Käufer und Verkäufer selten zueinander. Die Ölschrotpreise werden täglich entsprechend der Entwicklung der Terminmarktnotierungen der Rohstoffe angepasst. Vor diesem Hintergrund legten die Rapsschrotpreise zuletzt zu. Septemberware wurde mit durchschnittlich 196 EUR/t knapp 3 EUR/t über Vorwoche bewertet. Andere Impulse scheint es momentan nicht zu geben. Die Nachfrage entwickelte sich zwar uneinheitlich, war insgesamt aber gering. Vor allem für Sojaschrot wird mit einem baldigen Preisrückgang gerechnet, sobald die erwartete Rekordsojaernte in den USA beginnt. Einem aktuellen Preisverfall hierzulande wirken aber noch das sehr knappe vordere Angebot sowie der schwache Eurokurs entgegen.

    Die zeitweise feste Tendenz der Rohstoffnotierungen in Chicago und Paris hatte den Soja- und Rapsölpreisen Auftrieb gegeben. Die Sojaölkurse in Chicago entkoppelten sich zu Wochenbeginn von den schwächeren Sojakursen und tendierten vor dem Hintergrund des knappen vorderen Angebots an US-Ware leicht fester. Das sorgte für zusätzlichen Auftrieb der Sojaölpreise. Fob Hamburg kostete Sojaöl zur Lieferung im September 2014 mit 647 EUR/t rund 12 EUR/t mehr als am Mittwoch der Vorwoche, die Forderungen für Rapsöl wurden um 9 EUR/t auf 639 EUR/t angehoben. Die Nachfrage ist bei steigenden Preisen rückläufig. Gebote werden nur im überschaubaren Rahmen abgegeben.

    Dateigröße: 57 KDatum: 29.08.2014

  • Kommentar KW34 2014


    Die Sojakurse entwickelten sich diese Woche uneinheitlich. Während der neue Fronttermin im Zuge einer anhaltend regen Nachfrage nach US-Ware bei gleichzeitig knappem US-Kassamarktangebot deutlich zulegte, standen spätere Termine unter Druck der guten Vegetationsbedingungen in den US-Sojaanbaugebieten. So wirkte sich der jüngste Regen nach Einschätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums positiv auf die Pflanzenentwicklung aus. Die wöchentliche Feldbestandsbonitur fiel, entgegen den Erwartungen einiger Marktteilnehmer, besser aus als in der Vorwoche. Die zum Teil festen Vorgaben von Soja bescherten auch den Pariser Rapsnotierungen zuletzt Gewinne, die insgesamt aber noch unter Druck einer umfangreichen EU-Rapsernte stehen. Am Kassamarkt hat sich die Situation gegenüber Vorwoche nicht geändert, es werden kaum Umsätze getätigt. Erzeuger geben bei leicht schwächeren Geboten selten Ware zum Verkauf frei, entsprechend überschaubar ist das vordere Angebot. Verarbeiter haben zwar Interesse, sind aber kaum bereit, dem mit höheren Prämien Ausdruck zu verleihen. Außerdem hoffen manche Käufer, dass aufgrund knapper Lagerkapazitäten noch einiges an Raps angeboten wird. Dringender Anschlussbedarf wird allerdings bevorzugt mit ausländischer Ware gedeckt.

    Die Forderungen für Sojaschrot wurden in den vergangenen Tagen aufgrund des sehr knappen vorderen Angebots und fester Sojaschrotkurse in Chicago stetig angehoben. Prompte Ware in 44er-Qualität kostete mit 380 EUR/t fob Hamburg etwa 14 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Spätere Liefertermine hatten indes, im Hinblick auf ein ab Oktober deutlich größeres Rohstoffangebot aus einer voraussichtlichen Rekordsojaernte in den USA und damit verbundenen Preisnachlässen für das Nachprodukt, nicht so stark zugelegt. Novemberware kostet im Schnitt nur 10 EUR/t mehr. Das Geschäft mit Rapsschrot ist in den vergangenen Tagen deutlich abgeflaut. Mischfutterhersteller hatten sich vorerst ausreichend eingedeckt und fragen nur noch vereinzelte Partien nach. Das Angebot an prompter Ware war ausreichend. Die Preise konnten sich vor dem Hintergrund stabiler Rohstoffkurse in Paris behaupten.

    Die Pflanzenölpreise am europäischen Kassamarkt standen unter kräftigem Druck. Vor allem die Forderungen für Palmöl wurden zuletzt deutlich zurückgenommen, nachdem die Terminmarktnotierungen in Kuala Lumpur in ihrem Abwärtstrend zu Wochenbeginn fast ein 5-Jahrestief erreichten. Die Preise für Raps- und Sojaöl sind am Mittwoch im Vorwochenvergleich um 10 EUR/t gesunken. Die rückläufigen Preise konnten zwar mehr Nachfrage generieren, Biodieselhersteller hielten sich allerdings mit umfangreichen Deckungskäufen in Erwartung weiter sinkender Preise noch zurück. Zudem begrenzten sinkende Rohölkurse die Konkurrenzfähigkeit von Biodiesel und dämpften damit auch die Nachfrage nach den Rohstoffen. Das Angebot an Pflanzenölen auf den vorderen Positionen war ausreichend, so dass keine Aufgelder verlangt wurden.

    Dateigröße: 55 KDatum: 22.08.2014

  • Kommentar KW33 2014


    Die Rapsernte brachte nahezu überall zufriedenstellende Ergebnisse. Das französische Ministerium hat unlängst seine Ernteschätzung für Raps auf 5,5 Mio. t angehoben. Und auch EU-weit sind die Meldungen positiv. Einzelne Analysten gehen von einer EU-Rapserzeugung von 23,1 Mio. t aus, das US-Landwirtschaftsministerium etwas verhaltener von 22,65 Mio. t. Das wären auf jeden Fall 1,5-2 Mio. t mehr als im Vorjahr. Vor diesem Hintergrund gibt es momentan wenige Chancen für feste Rapspreise. Auch die Nachprodukte geben kaum Unterstützung. Die Ölmühlen sind noch an prompter Ware interessiert, stoßen aber auf sehr geringe Abgabebereitschaft. Gegenüber den Terminkursen liegen die Prämien weiterhin im Minus, erst ab Liefertermin Oktober 2014 im Plus. Diese Positionen sind aus Sicht der Verarbeiter weniger lukrativ, aber für Anbieter interessanter. Aufgrund des sehr geringen Umsatzes am Kassamarkt, orientieren sich die Rapspreise an den Sojanotierungen. Der vordere US-Sojaterminkurs ist aufgrund des baldigen Endes mit viel Börsentechnik behaftet, daher steht jetzt der Verlauf des November-Kontraktes im Vordergrund. Der hatte sich nach kurzer Stabilisierungsphase diese Woche deutlich ermäßigt. Auslöser war die aktuelle USDA-Schätzung, die mit ihren Korrekturen nach oben für kräftigen Kursdruck sorgte.

    Die Rapsschrotpreise können sich auf den vorderen Terminen knapp behaupten. An den meisten Standorten ist ausreichend Ware vorhanden, aber das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller lässt nach. Aufgrund der höheren Rohstoffpreise auf den späteren Terminen haben auch die Rapsschrotforderungen ab Lieferposition Oktober 2014 leicht zugelegt. Nach einer kurzen Befestigung tendieren die Sojaschrotpreise wieder schwächer und erreichten so zuletzt etwa Vorwochenniveau. Der Druck von den schwächeren Terminnotierungen hält an, aber das teils knappe vordere Angebot stützt die Forderungen am Kassamarkt, auch wenn die Nachfrage zuletzt abgeklungen ist. Die Wettbewerbsfähigkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Die Differenz zwischen 1 % Protein im Rapsschrot und 1 % Protein im Sojaschrot beträgt aktuell 2,60 Euro. So viel wie seit Oktober 2013 nicht mehr.

    Die Pflanzenölpreise stehen unter Druck rückläufiger Terminnotierungen für Soja- und Palmöl. Unlängst erreichte Palmöl ein 1,5-Jahrestief und auch der Fronttermin in Chicago für Sojaöl rutscht langsam weiter ab und notiert auf einem Niveau wie zuletzt im Oktober 2009. Am Kassamarkt haben sich die Pflanzenölpreise teils kräftig ermäßigt. Das Angebot an vorderer Ware ist reichlich, nachdem es in den Vorwochen leichte Engpässe in der Rapsölversorgung aus Ostdeutschland und Polen gab. Die sind nun behoben. Die Nachfrage hat sich schon im Vorfeld des USDA-Berichtes merklich beruhigt und kommt auch danach noch nicht wieder in Schwung. Der schwächere Mineralölkurs verringert die Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel und damit die Nachfrage nach Rohstoff.

    Dateigröße: 54 KDatum: 15.08.2014