Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 30


    Die Pariser Rapskurse entwickelten sich in der vergangenen Woche volatil. Witterungsbedingte Ernteunterbrechungen in weiten Teilen der EU-28 schmälerten den Druck. Auftrieb gab zwischenzeitlich ein schwacher Euro, der EU-Ware am Weltmarkt konkurrenzfähiger macht. Feste Vorgaben aus Übersee bescherten zu Wochenbeginn zusätzliche Gewinne. Die Rapsernte in Deutschland geht weiterhin nur schleppend voran und hinkt im Fortschritt schon dem Vorjahr hinterher. Immer wiederkehrende Regenfälle und dadurch bedingte Ernteunterbrechungen lassen am Kassamarkt keinen Angebotsdruck aufkommen. Auf eben diesen warten allerdings Verarbeiter, um günstiger an Ware zu kommen. Die Preise haben zur Vorwoche leicht nachgegeben.

    Für die kommenden zwei Wochen wird in den USA günstige Witterung vorhergesagt, so dass sich die Sojafeldbestände gut entwickeln können. Zwar fiel die jüngste Bonitur durch das USDA unverändert aus, das heißt 62 % der Pflanzen wurden mit gut oder exzellent bewertet, in den nächsten Tagen besteht aber Luft nach oben. Das setzt die Notierungen in Chicago unter Druck. Die Marke von 10 USD/Bushel - das sind umgerechnet 339 EUR/t - könnte so in den kommenden Tagen durchbrochen werden.

    Ein nachfragüberschreitendes Angebot setzt die Preise für Sojaschrot kräftig unter Druck. Demgegenüber sind die Rapsschrotpreise für Ware zur Lieferung August bis Oktober 2015 im Großhandel gegenüber Vorwoche kaum verändert.

    Rapsschrot hat so gegenüber Sojaschrot an Konkurrenzfähigkeit verloren. Das vordere Angebot ist aufgrund der anhaltenden Wartungspausen und einem nur sehr langsam wachsenden Rohstoffangebot aus der neuen Ernte knapp. Zur prompten Lieferung wird Rapsschrot fob Ölmühle nur noch in Süddeutschland angeboten. Allerdings nimmt die Verarbeitung neuerntiger Rapspartien an Fahrt auf und damit wird das Rapsschrotangebot wohl bald zunehmen. Da Mischfutterhersteller gut gedeckt sind, warten sie im Hinblick darauf entspannt auf fallende Preise.

    Dem Pflanzenölmarkt fehlt es an belebenden Impulsen. Käufer zeigen derzeit kaum Interesse. Gleichzeitig ist das Angebot, vor allem an Raps- und Sonnenblumenöl, sehr knapp. Die Preise haben sich, verglichen mit den Sprüngen in den vergangenen Wochen, zur Vorwoche kaum geändert. Ausnahme sind die für prompte Ware. Rapsöl zur Lieferung im August kostet bei schwachen Vorgaben der Pariser Rapsnotierungen mit 718 EUR/t fob Rotterdam aktuell knapp 3 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Sojaöl wird mit 700 EUR/t rund 5 EUR/t höher bewertet. Die Nachfrage ist gering, da Käufer auf den vorderen Positionen gut gedeckt sind und höchstens Kleinstmengen zukaufen. Aber auch an Lieferungen ab November 2015 besteht kaum Interesse. Novemberware Rapsöl kostet fob Rotterdam mit 728 EUR/t aktuell rund 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Die Preise für prompte Ware nähern sich aufgrund der langsam wachsenden Rohstoffverfügbarkeit denen für Augustware an.

    Dateigröße: 54 KDatum: 24.07.2015

  • Marktbericht KW 29


    Die Erwartungen, dass die US-Sojaanbaufläche zur Ernte 2015 kleiner ausfällt, als noch zu Jahresbeginn vermutet, erhärten sich. So haben kräftige Regenfälle von bis zu 50 mm eine Nachsaat von Sojabohnen diese Woche nahezu unmöglich gemacht. Alleine im Hauptanbaugebiet Missouri konnten wohl etwa 445.000 ha der für Soja vorgesehenen Flächen nicht bestellt werden. Die vom USDA im Juli 2015 beibehaltene Flächenschätzung von rund 84,4 Mio. ha kann vor diesem Hintergrund kaum erreicht werden. Die Notierungen haben bei insgesamt günstigerer Witterung jüngst wieder eine Kehrtwende gemacht und kräftig nachgegeben.

    In Deutschland ist es am Kassamarkt für Raps sehr ruhig. Erzeuger sind, sofern es die Witterung zulässt, mit der Ernte von Getreide und Raps beschäftigt, und kaum an der Vermarktung interessiert. Die neue Ernte wird bevorzugt eingelagert, da die Erzeuger auf höhere Preise in Richtung der Linie von 400EUR/t hoffen. Aktuell sind die Preise allerdings noch ein gutes Stück davon entfernt, tendieren aber fest. Die Nachfrage der Verarbeiter ist rege. Das äußerte sich teilweise bereits in etwas höheren Prämien, besonders auf den vorderen Lieferpositionen. Der Deutsche Raiffeisenverband hat jüngst seine aktuelle Ernteschätzung veröffentlicht. Die Rapserzeugung wird darin auf 4,9 Mio. t prognostiziert und damit witterungsbedingt etwa 100.000 t niedriger als im Vormonat. Das entspräche einem Rückgang von 21 % gegenüber dem Vorjahr.

    In Abhängigkeit der Vorgaben vom Terminmarkt schwanken die Ölschrotpreise derzeit stark. Das dämpft die Nachfrage, da Käufer bezüglich der weiteren Preisentwicklung verunsichert sind. Im Vorwochenvergleich werden sowohl Soja- als auch Rapsschrot etwas höher bewertet. Das Angebot ist, vor allem auf den vorderen Lieferterminen, begrenzt. Im Süden Deutschlands ist Sojaschrot zur Lieferung im Juli 2015 seit Wochenbeginn ausverkauft. Rapsschrot wird für die gleiche Parität fob Ölmühle nur noch im Süden und Westen angeboten. Die Nachfrage ist allerdings auch gering, so dass der Preisspielraum nach oben begrenzt ist. Am meisten umgesetzt wird vordere Ware, da Käufer hier noch einige Bedarfslücken haben. Insgesamt beschränkt sich das Geschäft allerdings vor allem auf den Niederrhein.

    Das Auf und Ab der Pflanzenölpreise hält in Zeiten starker Wechselkursschwankungen und volatilen Terminmarktnotierungen an. Zuletzt haben die Preise wieder kräftig zugelegt. Das hat die Nachfrage nahezu zum Erliegen gebracht. Das Angebot ist demgegenüber ausreichend, wenn auch im Falle vorderer Ware nicht umfangreich.

    Kräftig sinkende Mineralölnotierungen schmälern die Nachfrage nach Biodiesel und die Margen der Hersteller sind bei den aktuellen Preisen für Pflanzenöle, die als Rohstoffe zur Herstellung genutzt werden, unbefriedigend. Obwohl Biodieselhersteller nicht gut gedeckt sind, kaufen sie vor diesem Hintergrund höchstens Kleinstmengen. Im Vergleich zur Vorwoche kostet Rapsöl zur Lieferung im Juli 2015 fob Hamburg mit 742,50 EUR/t rund 17,50 EUR/t mehr. Spätere Liefertermine legten preislich noch kräftiger um bis zu 30 EUR/t zu. Sojaöl zur Lieferung im Juli 2015 wird mit 698 EUR/t fob Hamburg diese Woche etwa 15 EUR/t höher bewertet.

    Dateigröße: 50 KDatum: 17.07.2015

  • Marktbericht KW 28 2015


    Am Kassamarkt für Raps wird derzeit kaum etwas umgesetzt. Das liegt vor allem am knappen Angebot. Die Ernte ist im Süden und Südosten des Landes zwar angelaufen, erste Partien davon fließen aber nur langsam an den Markt. Die Nachfrage ist gleichzeitig groß. Unbefriedigende Margen verhindern allerdings weiterhin eine Anhebung der Prämien. Kommende Woche wird voraussichtlich auch auf den leichten Böden im Norden und Osten Deutschlands mit dem Rapsdrusch begonnen. Im Rheinland haben sich die Ertragsaussichten aufgrund der kräftigen Unwetter am Wochenende zum Teil noch verschlechtert. So wurden einzelne Flächen von Starkregen und Hagel geschädigt. Insgesamt wird mit heterogenen Rapserträgen gerechnet, die weit unter dem sehr guten Niveau des Vorjahres liegen.

    Die Rapspreise haben im Vergleich zur Vorwoche deutlich nachgegeben. Während Raps in Paris auf das niedrigste Niveau seit zwei Wochen rutschte, gaben die Großhandelspreise bei stabilen Prämien der Verarbeiter ebenfalls kräftig nach. Fob Hamburg werden aktuell mit 373 EUR/t rund 21 EUR/t weniger genannt.

    Günstige Aussaat- und Vegetationsbedingungen in den USA sowie ein fester US-Dollar hatten den Sojakursen diese Woche kräftige Verluste beschert. Die Spekulationen um den möglichen Umfang der US-Ernte sind derweil weiterhin groß und können immer wieder für einen Kurswechsel sorgen.

    Die Sojaschrotnotierungen in Chicago haben in den vergangenen Tagen deutlich nachgegeben. Der Fronttermin schloss zuletzt knapp 3 % unter Vorwochenniveau. Die Aussicht, dass China in Folge der schwachen Wirtschaftsentwicklung zukünftig deutlich weniger Ware nachfragen könnte als in der Vergangenheit, sorgt an der Terminbörse für kräftigen Druck. Gleichzeitig belasten schwache Rohstoffnotierungen. Zusätzlich laufen die Sojaverarbeitung und auch der Export in Südamerika auf Hochtouren. So nimmt das Angebot an den europäischen Häfen stetig zu und das setzt die Preise unter zusätzlichen Druck. Fob Hamburg kostet sowohl 44er-Ware als auch 49er-Ware 9 EUR/t weniger als vor einer Woche.

    Die Rapsschrotpreise sind demgegenüber sturzartig gefallen. Im Großhandel kostet Rapsschrot zur Lieferung August bis Oktober 2015 mit zuletzt 232,40 EUR/t rund 19 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Die Pflanzenölpreise wurden bei schwachen Vorgaben von den Terminmärkten deutlich zurückgenommen. Die Nachfrage hat sich bei rückläufigen Preisen etwas belebt. Käufer sind allerdings weiterhin verunsichert aufgrund der derzeit kräftigen Kursschwankungen.

    Kräftigen Druck üben schwache Mineralölnotierungen aus. Diese sanken aufgrund der Meldungen über eine Erhöhung des schon vorhandenen Überangebots auf ein 3-Monatstief. Das schmälert die Konkurrenzfähigkeit von Biodiesel und damit auch die Nachfrage nach den Rohstoffen zur Herstellung.

    Außerdem wächst das Angebot an Rapsöl mit zunehmender Rohstoffverfügbarkeit langsam wieder. Das erhöht den Druck auf die Preise noch kräftig. Julilieferungen werden fob Hamburg mit 725 EUR/t fast 50 EUR/t niedriger als in der Vorwoche bewertet. Spätere Lieferungen kosten zwischen 40-50 EUR/t weniger. Die Sojaölpreise sind derweil überschaubar um 31 EUR/t fob Hamburg auf 684 EUR/t für Juli-Ware gesunken.

    Dateigröße: 55 KDatum: 10.07.2015

  • Marktbericht KW 27 2015


    Das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 steht im Zeichen der Bullen. Feste Vorgaben aus Winnipeg und Chicago haben die Pariser Rapsnotierungen am Dienstag nah an die Marke von 400 EUR/t getrieben. Zum Teil wurde sie bereits überschritten. Aufgrund der pessimistischen Aussichten auf die bald richtig anlaufende Ernte ist die Tendenz weiterhin fest. Ein Niveau von über 400 EUR/t ist selbst zur Ernte nicht unwahrscheinlich.

    Ein kräftiger Aufwärtsschwung an den Terminmärkten hat auch dem Kassamarkt kurzzeitig etwas Leben eingehaucht. Deutlich höhere Gebote, vor allem im spot-Bereich, haben das Handelsinteresse der Erzeuger gesteigert. Dem wirkt nun aber die aktuelle Hitzewelle entgegen. Aufgrund der wachsenden Befürchtungen um zusätzliche Ertragsverluste und in Erwartung weiter steigender Preise hat sich das Interesse der Erzeuger am Abschluss von Kontrakten wieder abgekühlt. Die Nachfrage der Verarbeiter ist derweil immer noch lebhaft. Die Prämien sind aufgrund unbefriedigender Margen, vor allem auf späteren Lieferterminen, gedeckelt. Im vorderen Bereich wurden sie aufgrund der zuletzt etwas besseren Margen leicht angehoben. Die Großhandelspreise liegen aufgrund der festen Vorgaben der Pariser Rapsnotierungen mit 394 EUR/t fob Hamburg rund 18 EUR/t über Vorwochenniveau.

    Der Aufwärtstrend der US-Sojanotierungen hat diese Woche noch kräftig an Schwung zugelegt. Nachdem am Dienstag die USDA-Schätzungen der US-Lagervorräte sowie der Sojaanbaufläche veröffentlichte wurden, die zum Teil große Überraschungen mit sich brachten, hat der Fronttermin seinen größten Tagesgewinn seit 2010 verzeichnet. Damit erreichte er ein 6-Monatshoch.

    Der Handel mit Rapsschrot nach einem kräftigen Preissprung zur Wochenmitte nahezu zum Erliegen. Mühlen setzten bei festen Vorgaben von den Terminmärkten und im Hinblick auf ein kleiner geschätztes Rohstoffangebot die Forderungen deutlich nach oben. Käufer sind davon abgeschreckt und warten nun die weitere Entwicklung ab. Das vordere Angebot ist derweil sehr knapp. Zur Lieferung August bis Oktober 2015 kostet Rapsschrot im Großhandel durchschnittlich 252 EUR/t und damit 21 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Nachdem das USDA die US-Sojabohnenvorräte zum Ende des zweiten Quartals vom USDA geringer eingeschätzt wurden als im Vorfeld erwartet, notierte Sojaschrot in Chicago sprunghaft fester. In Folge legten in Deutschland die Sojaschrotpreise zuletzt ebenfalls kräftig zu und 44er-Ware kostet nun 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche und 48er-Ware 8 EUR/t mehr.

    Die aktuelle finanzpolitische Situation in der EU und die am Dienstag veröffentlichten Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums gingen auch am Pflanzenölmarkt nicht vorüber. Kräftig steigende Terminmarktkurse haben auch die Pflanzenöle mit nach oben gezogen. Das hat die Nachfrage der ohnehin schon verunsicherten Käufer zusätzlich gedämpft. Das vordere Angebot ist, vor allem im Fall von Sonnenblumen- und Rapsöl, knapp.

    Die Rapsölpreise haben für Lieferungen ab August 2015 im Vergleich zur Vorwoche kräftig um 24,50 EUR/t auf 742,50 EUR/t fob Hamburg zugelegt und damit den größten Preisanstieg verzeichnet.

    Feste Sojabohnennotierungen in Chicago und eine rege Nachfrage aus der Biodieselindustrie haben auch die Sojaölnotierungen in die Höhe getrieben. In Rotterdam legten die Forderungen für Lieferungen von August bis Oktober 2015 um 10 EUR/t auf 695 EUR/t zu.

    Dateigröße: 121 KDatum: 03.07.2015

  • Marktbericht KW 26 2015


    Die Pariser Rapsnotierungen haben in den vergangenen Tagen, angetrieben von festen Vorgaben aus Winnipeg und Chicago sowie einem schwachen Euro, kräftig zugelegt. Der Fronttermin übersprang dabei regelrecht die Marke von 380 EUR/t. Diese wurde im gesamten Wirtschaftsjahr 2014/15 nicht geknackt. Außerdem entspricht das dem höchsten Niveau seit April 2014. In Südosteuropa hat die Rapsernte begonnen und mit Spannung wird auf erste Ertragsmeldungen gewartet. Der agrarmeteorologische Dienst der EU-Kommission, MARS, rechnet in seiner aktuellen Schätzung mit einem Durchschnittsertrag in der EU-28 von 33 dt/ha. Das ist „nur“ etwa 1 dt/ha weniger als im Vormonat, was im Hinblick auf die in vielen Regionen sehr ungünstigen Vegetationsbedingungen in den vergangenen Wochen vergleichsweise moderat scheint. So hat MARS der Trockenheit zwar Rechnung getragen, prognostiziert aber nach wie vor Erträge über dem langjährigen Mittel. In Deutschland prognostiziert MARS aktuell einen Durchschnittsertrag von 40 dt/ha und hat damit seine Vormonatsschätzung um fast 10 % gekürzt. Das langjährige Mittel würde so noch um 4 % übertroffen werden. Im Vorjahresvergleich entspräche das allerdings einem Rückgang von rund 12 %. Feste Rapsnotierungen in Paris haben die Gebote am Kassamarkt trotz unveränderter Prämien der Verarbeiter erhöht. Das hat das Interesse der Erzeuger am Abschluss von Kontrakten gesteigert. Insgesamt befindet sich der Anteil der vorkontrahierten Mengen allerdings noch auf einem Tiefpunkt. Es soll schätzungsweise nicht einmal die Hälfte vertraglich fixiert worden sein. Unbefriedigende Margen der Verarbeiter aufgrund eines schleppenden Rapsölabsatzes, vor allem auf den späteren Lieferterminen, verhindern allerdings eine Anhebung der Prämien.

    Mit steigenden Ölschrotpreisen beruhigte sich in den vergangenen Tagen die Nachfrage. Rapsschrot zur Lieferung im Juni wird nun nur noch in Westdeutschland angeboten. Die Preise sind zur Vorwoche auf allen Lieferterminen leicht gestiegen. Dabei ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen. Offensichtlich haben sich die Mischfutterhersteller vorerst ausreichend eingedeckt. Für vordere Ware werden im Großhandel zurzeit 270 EUR/t gefordert und damit 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche. In Deutschland hatten die Sojaschrotpreise kräftig zugelegt, da vor allem der schwache Euro den Importpreisen Auftrieb gab. Das bremste die Nachfrage, so dass, auch im Zuge sinkender Terminkurse, die Forderungen leicht zurückgenommen wurden, auch wenn der Euro weiterhin schwach tendiert.

    Die Nachfrage nach Pflanzenölen ist derzeit gering. Käufer haben zwar Bedarf, erwerben zu den aktuellen Preisen aber höchstens kleine Mengen. Zusätzlich verunsichern die jüngsten Währungsschwankungen, die eine Vorhersage der weiteren Preisentwicklung erschweren. Das sehr knappe vordere Angebot stützt besonders die Rapsölpreise. Feste Terminmarktnotierungen und die Aussichten auf ein deutlich knapperes Rohstoffangebot 2015/16 verhindern derzeit einen größeren Preisrückgang bei Pflanzenölen. Wegen der geringen Rohstoffverfügbarkeit der Verarbeiter, unbefriedigenden Margen sowie der bei einigen Ölmühlen jährlichen Wartungspause, ist das vordere Angebot sehr knapp. Vor allem Rapsöl- und Rapsölraffinat sind kaum noch verfügbar. Die Preise konnten zur Vorwoche erneut zulegen. Augustware wird fob Hamburg mit 718 EUR/t rund 5,50 EUR/t höher bewertet. Sojaöl wird demgegenüber für die gleiche Parität 28 EUR/t günstiger bewertet.

    Dateigröße: 55 KDatum: 26.06.2015

  • Marktbericht KW 25.2015


    Die US-Sojakurse haben jüngst einen kräftigen Satz nach oben macht. Auftrieb geben die weiterhin ungünstigen Aussaatbedingungen in den USA. Die geschätzten 85 Mio. acres - das entspricht rund 34,4 Mio. ha - werden aufgrund der regenbedingten Verzögerungen wohl nicht erreicht. Derweil wird US-Soja der Ernte 2014 immer noch rege nachgefragt. So summierten sich die Exporte vergangene Woche auf etwa 227.000 t und lagen damit deutlich über den Erwartungen. Für Raps sind Ertragsverluste in den Haupterzeugungsländern aufgrund der langanhaltenden Trockenheit in den vergangenen Monaten nicht mehr auszuschließen und da es zudem noch Meldungen über ein deutlich niedrigeres Exportpotenzial Australiens gab, tendieren die Notierungen fest. Auch vor dem Hintergrund anhaltend pessimistischer Aussichten in Kanada.

    Das Angebot am Kassamarkt ist knapp, gleichzeitig ist aber auch die Nachfrage gesunken. Verarbeiter haben ihren Anschlussbedarf gut decken können und aufgrund der teilweise laufenden Wartungsarbeiten ohnehin kaum Interesse. Die Rapspreise am Kassamarkt liegen bei festen Vorgaben vom Terminmarkt und kaum veränderten Prämien knapp über Vorwochenniveau. Fob Hamburg werden mit 369 EUR/t für die neue Ernte 3 EUR/t mehr genannt. Die Aussichten auf die kommende Ernte sind derweil weiterhin getrübt. Der Deutsche Raiffeisenverband hat in seiner aktuellen Ernteschätzung auf den zunehmend schlechteren Zustand der Feldbestände reagiert und sie deutlich um 200.000 t gekürzt. Aktuell rechnet der DRV mit einer Rapsernte von 5 Mio. t. Das wäre ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

    Rapsschrot zur Lieferung im Juni oder Anfang Juli 2015 wird mittlerweile nur noch im Süden und Westen Deutschlands angeboten. Das Interesse daran ist jedoch gering. Demgegenüber hat sich der Handel auf den späteren Lieferterminen noch einmal deutlich belebt. Käufer haben großes Interesse, vor allem an den Positionen zwischen November 2015 und April 2016. Am meisten umgesetzt wird am Niederrhein. Die Rapsschrotpreise haben im Vorwochenvergleich kräftig zugelegt. Knappe vordere Ware wird mit 268 EUR/t rund 8 EUR/t höher bewertet. Sommerware kostet mit durchschnittlich 226 EUR/t fob Ölmühle rund 11 EUR/t mehr. Feste Vorgaben der Sojabohnenkurse sowie eine lebhafte Nachfrage am US-Kassamarkt haben den Sojaschrotnotierungen jüngst einen Tagesgewinn von mehr als 2 % beschert. Vor diesem Hintergrund wurden auch in Deutschland die Forderungen um gut 8 EUR/t gegenüber Vortag kräftig angehoben. Im Vorwochenvergleich beträgt das Plus allerdings nur knapp 4 EUR/t.

    Die Pflanzenölpreise haben, mit Ausnahme von Palmöl, im Vorwochenvergleich leicht nachgegeben. Nach Preisrücknahmen Ende der Vorwoche, war die Tendenz zuletzt aber wieder fest.

    Käufer haben zwar Bedarf, sind aber stark verunsichert bezüglich der weiteren Preisentwicklung, so dass sie derzeit kaum Gebote abgeben. Im Hinblick auf eine vermutlich kleinere Rapsernte, sowohl EU- als auch weltweit, sowie übersichtlichen Rohstoffvorräten werden die Rapsölpreise in der nächsten Zeit aber wohl kaum weit nach unten gehen. Zur Vorwoche werden Lieferungen ab August fob Rotterdam mit 713 EUR/t rund 2 EUR/t niedriger bewertet. Die Preise für Sojaöl werden von den Aussichten auf ein möglicherweise kleineres US-Rohstoffangebot aus der kommenden Ernte sowie einem erwarteten Nachfrageanstieg der Biodieselindustrie gestützt. Juli-Ware kostet mit 695 EUR/t knapp 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 55 KDatum: 19.06.2015

  • Marktbericht KW 24 2015


    Die aktuelle Versorgungsschätzung des US-Landwirtschaftsministerium überraschte nur bei der Prognose der Endbestände 2014/15. Hier wurde mit einer Aufwärtskorrektur gerechnet. Das USDA prognostizierte mit 93,2 Mio. t aber 3 Mio. t kleinere Vorräte. Dabei sollen vor allem in Brasilien und den USA wohl weniger eingelagert sein. Den Fortschritt der US-Sojaaussaat bis Sonntag bezifferte das USDA derweil auf 79 %. Das war ebenfalls deutlich weniger als erwartet und liegt aufgrund des Wochenfortschritts von nur knapp 8 % jetzt unter dem langjährigen Schnitt. Regen hatte zwar die Aussaat teilweise behindert, dafür können sich die Pflanzen gut entwickeln. In seiner ersten Bonitur der Feldbestände ordnet das USDA allerdings nur etwa 69 % der Pflanzen in die Kategorien gut und exzellent ein. Im sehr guten Vorjahr waren es noch 5 Prozentpunkte mehr.

    Während es in den USA derzeit zu nass ist, macht dem kanadischen Raps Trockenheit zu schaffen. Die Ernteerwartungen werden vor diesem Hintergrund, nachdem Frost den Pflanzen im Mai 2015 schon stark geschadet hatte, immer weiter nach unten korrigiert. Aktuelle Schätzungen liegen zum Teil bereits unter 14 Mio. t - das wären mindestens 10 % weniger als im vergangenen Jahr.

    Das Rapsangebot am deutschen Kassamarkt wird immer überschaubarer. Die Nachfrage der Verarbeiter ist weiterhin lebhaft, wenn auch nicht mehr so drängend. Die Preise tendieren bei rückläufigen Vorgaben von der Terminbörse schwach. Die Aussichten auf die kommende Ernte sind aufgrund anhaltender Trockenheit getrübt, auch wenn die Erträge wohl noch zufriedenstellend ausfallen könnten - vorausgesetzt, es regnet bald.

    Die Ölschrotpreise haben sich zur Vorwoche uneinheitlich entwickelt. Während die Forderungen für Sojaschrot sukzessive angehoben wurden, ging es für Rapsschrot abwärts. Einfluss auf die Preisentwicklung hatte vor allem die Entwicklung der Rohstoffkurse.

    Der Fokus der Rapsschrotkäufer hat sich diese Woche etwas mehr auf spätere Liefertermine verlagert. Die Nachfrage nach vorderer Ware ist derweil gesunken. Da können auch stark rückläufige Preise kaum zu Käufen animieren. Im Vorwochenvergleich kostet Rapsschrot zur prompten Lieferung im Großhandel mit 267 EUR/t fast 20 EUR/t weniger. Sommerware wird indes mit 215 EUR/t nur etwa 3 EUR/t niedriger bewertet.

    Die Sojaschrotpreise wurden bei zeitweise festen Vorgaben der US-Sojaschrotkurse demgegenüber zur Vorwoche deutlich angehoben. Prompte Ware kostet fob Hamburg rund 9 EUR/t mehr.

    Käufer und Verkäufer finden am Pflanzenölmarkt bei schwankenden Preisen selten zueinander. Biodieselhersteller fragen zudem kaum etwas nach, da ihre Margen aufgrund eines schleppenden Biodieselabsatzes unbefriedigend sind und die aktuellen Forderungen weit über ihren Vorstellungen liegen. Verarbeiter haben die Rapsölpreise in den vergangenen Tagen kräftig angehoben, um ihre Margen zu verbessern. Promptes Rapsöl wird aktuell mit 760 EUR/t fob Hamburg fast 28 EUR/t höher als in der Vorwoche bewertet. Das entspricht dem höchsten Stand seit November 2013. Der Abstand gegenüber günstigerer Sommerware, also Rapsöl aus der kommenden Rohstoffernte, ist so deutlich gestiegen, da hierfür die Forderungen nur leicht angehoben wurden

    Die Sojaölpreise am Kassamarkt wurden bei schwachen Terminmarktkursen gegenüber Vorwoche deutlich zurückgenommen. Dadurch vergrößert sich der Abstand zu Rapsöl. Promptes Sojaöl kostet fob Hamburg aktuell mit 708 EUR/t rund 52 EUR/t weniger als Rapsöl.

    Dateigröße: 55 KDatum: 12.06.2015

  • Marktbericht KW 23 2015


    Die Witterung rückt zunehmend in den Fokus der Teilnehmer am Kassamarkt. So könnte die Trockenheit, so denn sie weiter anhält, den Preisspielraum nach unten in nächster Zeit deutlich begrenzen. Im Vorwochenvergleich sind die Rapspreise vor dem Hintergrund sprunghaft gestiegener Börsennotierungen in Paris kräftig angehoben wurden. Prompte Ware wird im Großhandel teilweise 13 EUR/t höher bewertet. Das Angebot aus Erzeugerhand ist allerdings, trotz der deutlich höheren Gebote kaum gestiegen, so dass die Versorgung am Markt weiterhin eng ist. Die Prämien der Verarbeiter auf die Notierungen sind im Vorwochenvergleich nahezu unverändert. Eine Ergänzung des knappen Kassamarktangebotes durch Importe hat den Bedarf der Verarbeiter verringern können.

    Das Interesse an Kontrakten hat sich mit dem Preisschub zu Wochenbeginn kurzzeitig erhöht, ist aber nun schon wieder abgeebbt. Aufgrund der anhaltend ungünstigen Vegetationsbedingungen in Deutschland ist das Handelsinteresse der Erzeuger insgesamt gering. Die Befürchtungen um trockenheitsbedingte Ernteverluste wachsen stetig und da auch in den kommenden Tagen keine ergiebigen Regenfälle vorhergesagt sind, wird sich die Lage demnächst kaum entspannen.

    Seit Wochenbegin wird Sojaschrot in Deutschland zunehmend preisgünstiger angeboten. Die negativen Vorgaben von der Terminbörse in Chicago zeigten Preiswirkung am deutschen Kassamarkt, obwohl es für die Kursbewegung keine fundamentalen Gründe gab. Gleichzeitig tendierte der Euro etwas fester und wirkte sich preisdrückend auf Importware aus. Diese Preisschwäche könnte allerdings nur von kurzer Dauer sein, weil die Versorgung mit Schrot am US-Kassamarkt knapp ist und die Nachfrage weltweit anzieht.

    Rapsschrot setzte hingegen seine Preisrallye fort und erreichte zwischenzeitlich für vordere Ware fast die Linie von 290 EUR/t. Eine Trendwende ist möglicherweise in Sicht, in Westdeutschland wenden sich Abnehmer dem günstigeren Sojaschrot zu und infolgedessen wurden die Preise der Mühlen gesenkt. Die Verfügbarkeit von Rohstoff ist aber immer noch limitiert. Rapsschrot verliert damit zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Im Durchschnitt kostet 1 % Protein aus Rapsschrot zurzeit 0,55 EUR/t mehr als aus Sojaschrot.

    Angetrieben von festen Terminnotierungen, starken Währungseinflüssen und einer teilweise höheren Nachfrage sind die Pflanzenölpreise kräftig gestiegen. Dabei werden immer neue Höchststände erreicht. Dem Geschäft am europäischen Markt kommt das allerdings kaum zu Gute, da die kräftige Preisbewegung viele Käufer abschreckt. Das Angebot ist vor diesem Hintergrund mehr als ausreichend.

    Sowohl die Börsennotierungen für Raps und Sojabohnen als auch für Soja- und Palmöl sind zu Wochenbeginn deutlich gestiegen. Der Fronttermin der Sojaölnotierungen in Chicago kletterte auf ein 7-Monatshoch. In Rotterdam wurden die Preise folglich ebenfalls deutlich nach oben korrigiert. Prompte Ware kostet rund 35 EUR/t mehr als in der Vorwoche. So teuer war Sojaöl seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Die Rapsölpreise wurden ebenfalls deutlich angehoben und lagen fob Rotterdam zuletzt mit 728 EUR/t weit über ihrem Jahreshoch. Immerhin beträgt das Plus gegenüber Vorwoche 38 EUR/t.

    Dateigröße: 55 KDatum: 05.06.2015

  • Marktbericht KW 22 2015


    Der Druck des umfangreichen globalen Angebots auf die US-Sojanotierungen hat aufgrund lebhafter Nachfrage nach US-Ware sowie schleppenden Verladungen in Brasilien nachgelassen. Obwohl sie jüngst sogar wieder Gewinne verzeichnen konnten, rangieren die Kurse weiterhin auf dem niedrigsten Level seit Oktober 2014, Tendenz schwach. So fragt China derzeit kaum noch nach und die südamerikanischen Sojaernten übertreffen die Erwartungen. Die wachsende Konkurrenzfähigkeit aufgrund des schwächeren Euro hat den Pariser Rapskursen diese Woche kräftige Gewinne beschert und hält die Kurse weiterhin auf dem höheren Niveau. Der Fronttermin schloss zuletzt bei 362 EUR/t mehr als 2 EUR/t über Vorwoche.

    Das Geschäft am Kassamarkt in Deutschland wird weitgehend vom Handel mit vorderer Ware bestimmt und selbst das läuft aufgrund des knappen Angebotes nur schleppend. Kontrakte auf die kommende Ernte werden kaum abgeschlossen, da die aktuellen Gebote weit unter den Vorstellungen der Erzeuger liegen. Alterntige Ware ist kaum noch vorhanden und Verarbeiter zeigen an den Restmengen großes Interesse. Nachdem vergangene Woche die Prämien für vordere Ware kräftig angehoben wurden, ist der Spielraum nach oben aufgrund der unbefriedigenden Margen aktuell aber begrenzt. Feste Vorgaben der Pariser Rapskurse haben den Preisen im Vorwochenvergleich aber Auftrieb gegeben.

    Die Rapsfeldbestände entwickeln sich weiterhin zufriedenstellend und lassen einen guten Durchschnittsertrag erwarten. Der agrarmeteorologische Prognosedienst der EU-Kommission prognostizierte für Deutschland jüngst sogar einen weit überdurchschnittlichen Ertrag von 44 dt/ha. Das wäre nur etwa 1 dt/ha weniger als im sehr guten Vorjahr.

    Die Sojaschrotankünfte aus Argentinien verzögern sich weiterhin aufgrund des laufenden Streiks und verknappen hierzulande das Angebot. Daher steigen die Preise im Vorwochenvergleich kräftig. Insbesondere hochproteinhaltige Ware zur Lieferung im Juni und Juli 2015 kann nur in geringen Mengen offeriert werden, sodass die große Preisdifferenz zu 44er Ware bestehen bleibt.

    Für Rapsschrot auf den vorderen Lieferterminen wird nochmals deutlich mehr gefordert als in der Vorwoche. Das Angebot der Mühlen ist nach wie vor sehr knapp. Die Preise für die späteren Termine legen hingegen nur leicht zu. Insgesamt ist die Mischfutterindustrie mit Ölschroten ausreichend gedeckt. Aber die Nachfrage ist dennoch groß genug, um die festen Forderungen aufrechtzuerhalten.

    Das Geschäft mit Pflanzenölen läuft weiterhin nur schleppend. Neben der feiertagsbedingt kurzen Arbeitswoche dämpfen höhere Preise das Kaufinteresse. Das Angebot ist, mit Ausnahme von Sonnenblumenöl, vor dem Hintergrund der geringen Nachfrage ausreichend. Für den Preisanstieg der Pflanzenöle waren vor allem feste Vorgaben der Terminmarktnotierungen sowie ein schwacher Euro verantwortlich. So haben Raps in Paris, Sojaöl in Chicago und Palmöl in Malaysia in den vergangenen Tagen kräftige Gewinne verzeichnet. Das trieb hierzulande und in Rotterdam die Forderungen. Ein schwacher Euro verstärkte den Preisauftrieb für Importöle zusätzlich.

    Rapsöl zur vorderen Lieferung wird fob Hamburg mit 707,50 EUR/t knapp 21,50 EUR/t höher als in der Vorwoche bewertet und ist damit auf dieser Position sogar wieder teurer als Sojaöl. Letzteres kostet zur Lieferung im Juni-Juli 2015 mit 705 EUR/t aktuell etwa 7 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 55 KDatum: 29.05.2015

  • Marktbericht KW 21 15


    Der Rapsfronttermin in Paris hat im Vorwochenvergleich leicht zugelegt, zuletzt angetrieben von der erneut zurückgenommen Ernteschätzung für Deutschland. Der Deutsche Raiffeisenverband schätzt aktuell die Rapsernte 2015 auf 5,2 Mio. t und damit nun sogar 16,2 % geringer als im Vorjahr. Vor allem die Aussicht auf eine noch kleinere Anbaufläche führte zu der Korrektur. Das Statistische Bundesamt schätzt die Anbaufläche von Winterraps mit 1,3 Mio. ha rund 6,1 % kleiner.

    Gestützt wurden die Kurse zudem von den verbesserten Exportaussichten aufgrund des deutlich schwächeren Euro.

    Am Kassamarkt ist das prompte Rapsangebot weiterhin sehr gering. Auch zu Abschlüssen von Kontrakten auf die Ernte 2015 sind viele Erzeuger nicht bereit. Das ist auch wenig verwunderlich, sind die Erzeugerpreise im Vergleich zur Vorwoche doch kaum gestiegen, während auf Großhandelsebene 5 EUR/t mehr geboten werden. Aber dafür können auch keine Mengen mobilisiert werden. Womöglich sind die Vorräte doch schon lange nicht mehr so hoch, wie erhofft. Erzeuger sind auch mit den Geboten ex Ernte nicht zufrieden. Es werden derzeit fast 20 EUR/t weniger geboten als für alterntige Ware und dies, obwohl die kommende Ernte doch deutlich kleiner ausfallen soll.

    Rapsschrot anhaltend teuer

    Im Vergleich zur Vorwoche haben die Sojaschrotkurse in Chicago leicht nachgegeben. In Deutschland zogen die Sojaschrotpreise ebenfalls moderat an. Dabei hat sich der Preisabstand zwischen 49er und 44er Sojaschrot von 28 EUR/t auf 37 EUR/t erhöht, denn das Angebot an 49er-Schrot ist besonders knapp.

    Rapsschrot tendiert weiterhin preisfest. Partien zur Lieferung im Mai werden nicht mehr angeboten, Juni-Ware kostet mit 266 EUR/t rund 23 EUR/t mehr als Anfang des Monats, da sich auch hier bereits knappes Angebot abzeichnet, denn viele Ölmühlen stellen im Juni aufgrund ihrer üblichen Wartungspause die Verarbeitung ein.

    Die Wettbewerbsfähigkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot hat zuletzt drastisch abgenommen. Vordere Ware wird im Großhandel mit knapp 266 EUR/t bewertet und ist damit so teuer wie vor einem Jahr. Demgegenüber kostet Sojaschrot so wenig wie seit 3 Jahren nicht mehr.

    Rapsölpreise können sich behaupten

    Der Absatz von Pflanzenöl gestaltet sich weiterhin zäh. Sporadisch werden überschaubare Mengen gehandelt, wobei bei weitem nicht die Preise gezahlt wurden, die als Offerte anfänglich im Raum standen. Der schwankende Dollar und die richtungslosen Rohstoffnotierungen bieten ohnehin viel Platz für Preisdiskussionen.

    Besonders schwierig ist es derzeit Preise für vorderes Raffinat zu bekommen. Anbieter halten sich trotz ausreichendem Angebot zurück, denn die Margen haben sich deutlich verschlechtert. Vor allem für Juli hat sich der Preisabstand von Rapsölraffinat zum Rohöl deutlich verringert und beträgt örtlich nicht einmal mehr 35 EUR/t. Während Raffinat den Preisschnitt zur kommenden Saison schon frühzeitig ansetzt, wird Rapsöl von Mai bis Juli teils noch preisidentisch mit 688 EUR/t bewertet.

    Dateigröße: 50 KDatum: 29.05.2015

  • Marktbericht KW 20 2015


    Die US-Sojanotierungen haben zu Beginn dieser Woche kräftig zugelegt und näherten sich wieder der Marke von 10 USD/bu (umgerechnet 330 EUR/t). Eine flotte US-Sojaaussaat und Anhebungen der Ernteschätzungen für Brasilien und Argentinien haben dann zuletzt aber wieder kräftige Verluste beschert. So sollen in Argentinien laut Getreidebörse in Rosario, aufgrund von Rekorderträgen in bisher unvorstellbarem Ausmaße, mit 60 Mio. t rund 1,5 Mio. t mehr geerntet werden.

    Die Pariser Rapskurse konnten ihre Verluste nach dem Auslaufen des Fronttermins Mai 2015 Ende vergangener Woche bislang nicht vollständig ausgleichen. Das Geschäft am Kassamarkt für Raps in Deutschland läuft weiterhin nur zäh. Verantwortlich dafür ist vor allem der schleppende Rapsölabsatz der Verarbeiter, der eine Anhebung der Prämien, vor allem für die kommende Ernte 2015, verhindert und so den Preisspielraum nach oben begrenzt. Erzeuger akzeptieren die Gebote nicht und zeigen auch wenig Interesse am Abschluss von Kontrakten. Die Rapsfeldbestände in Deutschland stehen derweil in voller Blüte und entwickeln sich gut. Im Großhandel kostet Raps ex Ernte 2015 mit 355 EUR/t fob Hamburg rund 5 EUR/t weniger. Die nur geringen Andienungsmengen des ausgelaufenen Maikontrakts von insgesamt 17.100 t - wovon etwa 93 % in Deutschland zur physischen Erfüllung kamen - konnten bezüglich des knappen Angebots an spot-Ware auch kaum Abhilfe schaffen.

    Die Nachfrage nach Rapsschrot hat sich belebt, besonders an vorderer Ware besteht reges Interesse. Offenbar sind Mischfutterhersteller doch noch nicht ausreichend mit Rohstoff eingedeckt. Allerdings bieten die meisten Mühlen keine prompte Ware mehr an, kleinere Mengen gibt es noch in Ostdeutschland. Die steigenden Preise für das knappe Rapsangebot haben auch die Forderungen für promptes Rapsschrot in die Höhe getrieben, während Liefertermine ab Sommer 2015 schwächer tendieren. Die Preisdifferenz zwischen spot-Ware und Ware der Parität August/Oktober liegt inzwischen bei 34 EUR/t. Dies war zuletzt im Juli 2014 der Fall. Fob Hamburg wurden die prompten Sojaschrotpreise im Vergleich zu Vorwoche in Folge zunächst schwächelnder Terminnotierungen in Chicago um 4-6 EUR/t gesenkt. Zurzeit werden größere Preisrücknahmen durch ein weiterhin knappes Angebot verhindert.

    Die Nachfrage nach Soja- und Palmöl hat sich deutlich belebt. Die Sojaölnotierungen in Chicago haben vor diesem Hintergrund im Vorwochenvergleich kräftig zugelegt. Das hat auch den Kassapreisen Auftrieb gegeben. In Rotterdam sind vor allem die Preise für spätere Liefertermine gestiegen. Mit 710 EUR/t fob kosten Lieferungen im Juni/Oktober knapp 20 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Prompte Ware wird mit 710 EUR/t rund 10 EUR/t höher bewertet.

    Das Interesse an Rapsöl beschränkt sich weiterhin auf spot-Ware. Spätere Lieferungen werden vernachlässigt. Die Forderungen für Rapsöl wurden im Vorwochenvergleich leicht zurückgenommen. Die Spanne zwischen den Sojaöl- und Rapsölpreisen hat sich dadurch deutlich geweitet. Mit 690 EUR/t kostet Rapsöl aktuell 20 EUR/t weniger als Sojaöl.

    Dateigröße: 154 KDatum: 18.05.2015

  • Marktbericht KW 19 2015


    Die US-Sojanotierungen haben zu Beginn dieser Woche kräftig zugelegt und näherten sich wieder der Marke von 10 USD/bu (umgerechnet 330 EUR/t). Eine flotte US-Sojaaussaat und Anhebungen der Ernteschätzungen für Brasilien und Argentinien haben dann zuletzt aber wieder kräftige Verluste beschert. So sollen in Argentinien laut Getreidebörse in Rosario, aufgrund von Rekorderträgen in bisher unvorstellbarem Ausmaße, mit 60 Mio. t rund 1,5 Mio. t mehr geerntet werden.

    Die Pariser Rapskurse konnten ihre Verluste nach dem Auslaufen des Fronttermins Mai 2015 Ende vergangener Woche bislang nicht vollständig ausgleichen. Das Geschäft am Kassamarkt für Raps in Deutschland läuft weiterhin nur zäh. Verantwortlich dafür ist vor allem der schleppende Rapsölabsatz der Verarbeiter, der eine Anhebung der Prämien, vor allem für die kommende Ernte 2015, verhindert und so den Preisspielraum nach oben begrenzt. Erzeuger akzeptieren die Gebote nicht und zeigen auch wenig Interesse am Abschluss von Kontrakten. Die Rapsfeldbestände in Deutschland stehen derweil in voller Blüte und entwickeln sich gut. Im Großhandel kostet Raps ex Ernte 2015 mit 355 EUR/t fob Hamburg rund 5 EUR/t weniger. Die nur geringen Andienungsmengen des ausgelaufenen Maikontrakts von insgesamt 17.100 t - wovon etwa 93 % in Deutschland zur physischen Erfüllung kamen - konnten bezüglich des knappen Angebots an spot-Ware auch kaum Abhilfe schaffen.

    Die Nachfrage nach Rapsschrot hat sich belebt, besonders an vorderer Ware besteht reges Interesse. Offenbar sind Mischfutterhersteller doch noch nicht ausreichend mit Rohstoff eingedeckt. Allerdings bieten die meisten Mühlen keine prompte Ware mehr an, kleinere Mengen gibt es noch in Ostdeutschland. Die steigenden Preise für das knappe Rapsangebot haben auch die Forderungen für promptes Rapsschrot in die Höhe getrieben, während Liefertermine ab Sommer 2015 schwächer tendieren. Die Preisdifferenz zwischen spot-Ware und Ware der Parität August/Oktober liegt inzwischen bei 34 EUR/t. Dies war zuletzt im Juli 2014 der Fall. Fob Hamburg wurden die prompten Sojaschrotpreise im Vergleich zu Vorwoche in Folge zunächst schwächelnder Terminnotierungen in Chicago um 4-6 EUR/t gesenkt. Zurzeit werden größere Preisrücknahmen durch ein weiterhin knappes Angebot verhindert.

    Die Nachfrage nach Soja- und Palmöl hat sich deutlich belebt. Die Sojaölnotierungen in Chicago haben vor diesem Hintergrund im Vorwochenvergleich kräftig zugelegt. Das hat auch den Kassapreisen Auftrieb gegeben. In Rotterdam sind vor allem die Preise für spätere Liefertermine gestiegen. Mit 710 EUR/t fob kosten Lieferungen im Juni/Oktober knapp 20 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Prompte Ware wird mit 710 EUR/t rund 10 EUR/t höher bewertet.

    Das Interesse an Rapsöl beschränkt sich weiterhin auf spot-Ware. Spätere Lieferungen werden vernachlässigt. Die Forderungen für Rapsöl wurden im Vorwochenvergleich leicht zurückgenommen. Die Spanne zwischen den Sojaöl- und Rapsölpreisen hat sich dadurch deutlich geweitet. Mit 690 EUR/t kostet Rapsöl aktuell 20 EUR/t weniger als Sojaöl.

    Dateigröße: 55 KDatum: 08.05.2015