Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 17 2015


    Die Sojabohnennotierungen in Chicago haben im Vorwochenvergleich zugelegt. Auftrieb gibt aktuell ein erneuter LKW-Fahrerstreik in Brasilien, der am Donnerstag begonnen hatte. Die dadurch schleppenden Verladungen könnten das Interesse an konkurrierender US-Ware wieder erhöhen. Auch die Langfristprognose Chinas mit der Aussicht auf zunehmenden Importbedarf an Sojabohnen brachte diese Woche positive Impulse. Demgegenüber sorgt die sich ausbreitenden Vogelgrippe in den USA und die damit absehbar schwindende Nachfrage am Inlandsmarkt für Druck.

    Den Rapsnotierungen an der Pariser Börse mangelt es bei stabilem Euro und unveränderter Lage am Kassamarkt insgesamt an Impulsen. Die festen Vorgaben von Soja bescherten dem Fronttermin jüngst allerdings Gewinne. Spätere Termine tendieren derweil weiterhin stabil. Am Kassamarkt in Deutschland wird nur selten etwas umgesetzt und dann nur überschaubare Mengen. Erzeuger sind bei günstiger Witterung verstärkt mit den Feldarbeiten beschäftigt. In der Hoffnung auf steigende Preise ist ihre Abgabebereitschaft ohnehin gering. Demgegenüber zeigen Verarbeiter Anschlussbedarf, vor allem für Mai 2015.

    Die Nachfrage nach Sojaschrot in Deutschland ist nur verhalten, da Käufer auf Preisermäßigungen im Zuge eines wachsenden Angebotes aus Südamerika warten. Ein deutlicher Anstieg des Angebots aus Importen ist bislang ausgeblieben. So ist 48er-Sojaschrot zur Lieferung im April 2015 in Deutschland bereits ausverkauft. Sojaschrot in 44er-Qualität ist zur Lieferung im April nur noch im Norden erhältlich. Mai-Lieferungen von 44er-Ware kosten fob Hamburg derzeit mit 366 EUR/t rund 8 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Sojaschrot in 48er-Qualität zur Lieferung im Mai 2015 wird mit 385 EUR/t etwa 5 EUR/t höher bewertet. Auch der Handel mit Rapsschrot läuft sehr ruhig. Die Nachfrage ist gering und konzentriert sich auf den Liefermonat Mai 2015. Das vordere Angebot ist zwar überschaubar, aufgrund des geringen Kaufinteresses aber ausreichend. Die Großhandelspreise für Mai-Lieferungen liegen, bei mangelnden Vorgaben der Pariser Rapskurse, mit 242 EUR/t knapp 1 EUR/t unter Vorwoche.

    Leicht rückläufige Preise haben das Interesse an Rapsöl etwas gesteigert. Insgesamt sind Biodieselhersteller aber wohl gut versorgt und kaufen nur kleine Mengen. Rapsöl zur Lieferung im Mai 2015 kostet aktuell 688 EUR/t fob Nordseehäfen und damit 7 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Die Sojaölpreise haben sich demgegenüber behauptet. Stützend wirkten die zuletzt fest tendierenden Sojaölnotierungen in Chicago. Mai-Ware wird fob Nordseehäfen mit 700 EUR/t aktuell auf Vorwochenniveau bewertet.

    Dateigröße: 54 KDatum: 24.04.2015

  • Marktbericht KW 16 2015


    Die US-Sojabohnennotierungen stehen weiterhin unter dem Druck immer größer werdender Ernten in Südamerika, einer voraussichtlich steigenden US-Anbaufläche sowie dem erwarteten Rückgang der Sojaschrotnachfrage wegen der sich möglichweise ausbreitenden Vorgelgrippe in den USA. Die argentinische Sojaernte ist aufgrund von Regenfällen zwar jüngst ins Stocken geraten, für die kommenden Tage sind allerdings wieder sehr gute Erntebedingungen in ganz Südamerika vorhergesagt, so dass problemlos gedroschen werden könnte. Der Fronttermin für Soja hat im Vorwochenvergleich leicht nachgegeben, wegen der Ernteverzögerungen in Argentinien sein 6-Monatstief aber vorerst wieder verlassen.

    Die Pariser Rapsnotierungen haben im Vorwochenvergleich einen kräftigen Satz nach oben gemacht. Das ist vor allem auf das deutlich lebhaftere Handelsinteresse zu Wochenbeginn zurückzuführen, da viele Marktteilnehmer am Terminmarkt umfangreich Optionen gedeckt haben, die diese Woche auslaufen. Die Abgabebereitschaft der Erzeuger am Kassamarkt ist bei deutlich höheren Preisen gestiegen. Gleichzeitig ist die Nachfrage rege, da Verarbeiter für die kommenden Monate noch Anschlussbedarf zeigen. Das spiegelt sich bislang allerdings kaum in den Prämien wider, da die Margen weiterhin unbefriedigend sind. Aufgrund des höheren Angebots und bei stetiger Nachfrage werden deutlich mehr Umsätze als in der Vorwoche getätigt. Auch die kommende Ernte wird häufiger besprochen, zumal die Preise auch dafür angehoben wurden. Im Durchschnitt werden auf Erzeugerebene diese Woche mit 347 EUR/t etwa 3 EUR/t mehr genannt.

    Das Geschäft mit Ölschroten wird von den hohen Preisen gebremst. Da Käufer allerdings Anschlussbedarf haben, wenden sie sich verstärkt dem preisgünstigeren Rapsschrot zu, das zu Wochenbeginn mit 238 EUR/t ein attraktives Niveau erreicht hatte. Das vordere Angebot wird dadurch zunehmend knapper und lässt die Forderungen wieder steigen. Die Nachfrage konzentriert sich dabei auf die Lieferpositionen ab Mai 2015. Das Interesse ab Ernte 2015 ist sehr überschaubar. Für April sind die Käufer schon gut gedeckt, so dass kaum noch etwas nachgefragt wird. Im Großhandel kostet Rapsschrot zur Lieferung im April diese Woche durchschnittlich 245 EUR/t und damit 7,50 EUR/t mehr. Die Sojaschrotpreise haben sich in den vergangenen Tagen kaum verändert. Im Vorwochenvergleich wird Sojaschrot fob Hamburg mit 360 EUR/t rund 2 EUR/t niedriger bewertet. Ware in 48er-Qualität kostet mit 397 EUR/t rund 3 EUR/t weniger. Umsätze werden zu diesen Preisen kaum getätigt.

    Das Geschäft mit Pflanzenölen lief diese Woche sehr ruhig. Eine Großveranstaltung in Rotterdam sowie zum Teil kräftige Preisanhebungen beschränken die Nachfrage weiterhin auf ein Minimum. Das Angebot ist demgegenüber mehr als ausreichend. Lediglich Sojaöl und Sonnenblumenöl sind nur mit Aufschlägen oder gar nicht erhältlich.

    Angetrieben von festen Vorgaben der Rapsnotierungen in Paris wurden die Preise für Rapsöl zur Vorwoche kräftig angehoben. April-Lieferungen werden mit 698 EUR/t fob Hamburg aktuell 13 EUR/t höher bewertet. Spätere Liefertermine wurden etwa in gleichem Ausmaß angepasst. Zusätzliche Nachfrage kann vor diesem Hintergrund nicht generiert werden. Biodieselhersteller deckenweiterhin nur dringenden Bedarf. Sojaöl zur Lieferung im April gibt es in Rotterdam derzeit nur noch auf Anfrage. Mai-Ware kostet mit 700 EUR/t etwa 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche und somit auch weiterhin etwas mehr als Rapsöl.

    Dateigröße: 56 KDatum: 17.04.2015

  • Marktbericht KW 15 2015


    Das Rapsgeschäft am Kassamarkt hat sich nach den Osterfeiertagen nicht belebt. Die erwartete Nachfrage nach Lieferungen ab Mai ist bislang ausgeblieben.

    Die Rapspreise stehen unter dem Druck schwacher Kurse in Paris, die im Vorwochenvergleich nachgegeben haben. Die Prämien der Verarbeiter sind aufgrund der weiterhin engen Logistik auf den vorderen Lieferpositionen unverändert. Da der Getreideexport wohl mindestens bis Mai 2015 umfangreich weitergehen wird, bleibt die Versorgung der Ölmühlen mit Rohstoff auf dem Wasserweg voraussichtlich auch in den kommenden Tagen schwierig. Der Preisspielraum für spot-Ware wird nach unten von der Nachfrage nach Rapsöl begrenzt. Aufgrund des anhalten hohen Preisniveaus für Rapsöl decken vor allem Biodieselhersteller nur dringenden Bedarf.

    Eine schnell wachsendes Angebot aus Südamerika und sowie eine gleichzeitig rückläufige Nachfrage nach US-Ware setzen die Sojabohnennotierungen in Chicago unter anhaltenden Druck. Nach einem mehrtägigen Abwärtstrend erreichte der Fronttermin zuletzt Vorwochenniveau. Die Sojabohnenernte in Brasilien und Argentinien kommt sehr gut voran. In der am Donnerstag erscheinenden USDA-Versorgungsschätzung rechnen Analysten daher mit einer Anhebung der Schätzung der argentinischen Sojaerzeugung.

    Die südamerikanischen Sojaernten sind weiterhin auf Rekordkurs und auch die Exportverladungen gingen zuletzt reibungslos vonstatten. Bis zu Beginn dieser Woche sollen in Brasilien aufgrund des zuletzt zügigen Erntefortschritts bereits etwa drei Viertel der Sojabohnenflächen gedroschen worden sein. Von den geernteten Sojabohnen wurde bereits wohl mehr als die Hälfte verkauft. Das sind allerdings fast 10 % weniger als im mehrjährigen Schnitt. Die brasilianischen Verladungen von Sojabohnen und Sojaschrot liefen in den vergangenen Tagen flüssig, trotz eines mehrtägigen Brands im Verladehafen Santos, der die Logistik behinderte. Allein in den ersten Tagen vom April sollen etwa 1,9 Mio. t Soja verladen worden sein. Für den gesamten Monat wird mit einem Rekord von 7,5-8,0 Mio. t gerechnet.

    Rapsschrot wird nur sporadisch gehandelt. Das Kaufinteresse ist gering, denn Mischfutterhersteller kommen länger mit ihren Vorräten aus als bisher angenommen. Ware zur prompten Lieferung wird nur an wenigen Standorten in geringen Mengen umgesetzt. Etwas mehr Kaufinteresse besteht für die Liefertermine Mai bis Juni 2015. Rapsschrot zur Lieferung im April 2015 wird im Schnitt mit 238 EUR/t unverändert zur Vorwoche bewertet.

    Der Anstieg der Sojaöl- und Palmölnotierungen hat auch die Forderungen am Kassamarkt erhöht. Davon ausgenommen ist allerdings Rapsöl, das sich gegenüber Vorwoche ermäßigte. Hier macht sich vor allem das überreichliche Angebot auf den vorderen Positionen bemerkbar.

    Die Wettbewerbsfähigkeit von Rapsöl und vor allem von Rapsölraffinat hat sich gegenüber Vorwoche deutlich verbessert. Das liegt vor allem an den stark gestiegenen Sojaölpreisen. Überwiegend feste Notierungen in Chicago haben dort zu einem Anstieg von 2 % gegenüber Vorwoche geführt. Fob ARAG werden aktuell 695 EUR/t verlangt und damit 5 EUR/t mehr. Damit ist Sojaöl nun wieder teurer als Rapsöl, dass mit 688 EUR/t bewertet wird. Einen kräftigen Preisanstieg verzeichnet knappes Sojaraffinat, das um 14 EUR/t zulegte und damit nun wieder sehr nahe an die Forderungen für Rapsölraffinat kommt. Letzteres hat sich gleichzeitig gegenüber Vorwoche um 8 EUR/t auf 759 EUR/t vergünstigt. Die Differenz ist damit von 28 EUR/t auf 6 EUR/t geschrumpft.

    Dateigröße: 51 KDatum: 10.04.2015

  • Marktbericht KW 14 2015


    Die Sojaanbaufläche in den USA zur Ernte 2015 bricht wohl erneut alle Rekorde. Gleichzeitig sind die US-Läger nach der Rekordernte im Vorjahr prall gefüllt. Am Dienstag veröffentlichte das US-Landwirtschaftsministerium, USDA, seine mit Spannung von den Marktteilnehmern erwartete Schätzung der Getreide- und Ölsaatenanbauflächen in den USA zur Ernte 2015 sowie seine Quartalsschätzung der Lagerbestände. Beide Berichte haben die Erwartungen für Soja untertroffen und so den Chicagoer Terminmarktnotierungen Auftrieb gegeben. In den USA werden zur Ernte 2015 nach Angaben des USDA schätzungsweise auf 34,2 Mio. ha Sojabohnen angebaut. Das wäre etwa 1 % mehr als 2014.

    Feste Sojanotierungen zogen auch die Rapsnotierungen wieder ins Plus. Im Hinblick auf eine voraussichtlich rückläufige EU-Ölsaatenerzeugung tendieren vor allem die Termine für die kommende Ernte fest. Der Kassamarkt für Raps präsentiert sich in der Karwoche ruhig. Das Angebot ist aufgrund einer geringen Abgabebereitschaft der Erzeuger weiterhin knapp. Die Nachfrage der Verarbeiter nach spot-Ware hat sich derweil in den vergangenen Tagen abgekühlt. Für April sind sie dem Vernehmen nach gut versorgt, was sich auch in tendenziell rückläufigen Prämien äußert. Für Lieferungen von Mai bis Juni 2015 gibt es allerdings immer noch Bedarfslücken. Weiterhin nur begrenzte Transportkapazitäten aufgrund umfangreicher Getreideverladungen stützen die Preise.

    Die Nachfrage nach Ölschroten blieb auch in der vergangenen Woche verhalten. Im Zuge fester Sojabohnennotierungen zogen die Sojaschrotkurse in Chicago an und führten so jüngst zu kräftigen Preiseanhebungen am deutschen Kassamarkt, die aber wohl nicht besonders langlebig sein werden. Im Vergleich zur Vorwoche kostet 44er-Sojaschrot fob Hamburg mit 374 EUR/t rund 12 EUR/t mehr, 48er-Ware legte preislich um 11 EUR/t auf 406 EUR/t zu.

    Die Preisentwicklung lässt die Mischfutterhersteller mit Anschlusskäufen weiter ausharren, denn eine gute Bevorratung verschafft ihnen dafür eine vorteilhafte Position. Das vordere Angebot an Sojaschrot ist in Deutschland nach wie vor noch überschaubar, zumal der Euro im Vergleich zum Dollar wieder an Wert verlor und sich Importware im Zuge dessen verteuerte. Für Rapsschrot wurden im Großhandel zuletzt mit 238 EUR/t rund 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche gefordert.

    Schwache Mineralölnotierungen und die bevorstehenden Feiertage haben das Geschäft mit Pflanzenölen diese Woche nahezu zum Erliegen gebracht. Umsätze werden kaum getätigt. Es mangelt vor allem an Nachfrage. Die Pflanzenölpreise haben sich derweil uneinheitlich entwickelt: Während Raps- und Sojaöl etwas fester bewertet werden, stehen die Sonnenblumen- und Palmölpreise unter Druck.

    Den größten Preisanstieg verzeichnete Rapsöl zur Lieferung im Mai 2015. Dafür werden bei Forderungen von etwa 688 EUR/t fob Hamburg oder Nordseehäfen diese Woche im Schnitt etwa 8 EUR/t mehr genannt. Lieferungen im Juni und Juli 2015 kosten indes mit 683 EUR/t rund 3 EUR/t mehr. In Hamburg kostet Sojaöl diese Woche.

    Dateigröße: 68 KDatum: 02.04.2015

  • Marktbericht KW 13 2015


    Die vergangene Woche wurde zuerst stark von den Finanzmärkten beeinflusst, bevor dann wieder die Sojaernte in Südamerika in den Fokus rutschte. Ein schwacher US-Dollar hatte die Konkurrenzfähigkeit von US-Ware am Weltmarkt kurzzeitig wieder erhöht und die Nachfrage belebt. Im Gegenzug gerieten die Rapsnotierungen aufgrund des festen Euro, der mit zuletzt 1,095 USD ein 3-Wochenhoch erreichte, unter Druck. Der Fronttermin brach am Donnerstag, stark belastet von den Sojavorgaben, kräftig ein und schloss zuletzt mit 367,50 EUR/t rund 3,50 EUR/t unter Vorwochenniveau.

    Das Geschäft am Kassamarkt für Raps hat sich bei nachlassender Nachfrage der Verarbeiter beruhigt. Sinkende Margen und ein nur noch geringer Anschlussbedarf veranlassen Verarbeiter dazu, ihre Prämien tendenziell leicht zu senken. Der zu Wochenbeginn auf 15 EUR/t steigende Invers an der Börse in Paris nährte die Hoffnung der Erzeuger, dass die gewünschten 20 EUR/t noch erreicht werden können, auch wenn diese aktuell wieder einen kräftigen Dämpfer erhalten hatte. Bis es eventuell soweit ist, verkaufen sie höchstens kleine Teilmengen. Mindestens bis Ostern werden sich die spot-Preise nach Einschätzung von Marktteilnehmern dadurch recht gut halten können. Aufgrund der schwächelnden Vorgaben der Pariser Rapskurse gerieten die Großhandelspreise unter Druck. Fob Hamburg werden mit 367 EUR/t rund 2 EUR/t für April-Ware genannt.

    Die Vermarktung der Ernte 2015 läuft weiterhin insgesamt nur schleppend. Bis dato wurde schätzungsweise noch nicht einmal ein Achtel der kommenden Rapsernte kontrahiert und das, obwohl die Feldbestände der Winterungen einen guten Eindruck machen.

    Am Ölschrotmarkt hat sich das Handelsinteresse vergangene Woche deutlich abgekühlt. Nach wie vor wird auf den vorderen Terminen wenig angeboten, aber die Mischfutterindustrie hat auch kaum Bedarf. So sind Angebot und Nachfrage zurzeit ausgeglichen. Die Preise stehen bei tendenziell schwachen Vorgaben von den Terminmärkten unter Druck.

    Die Rapsschrotpreise haben Ende vergangener Woche im Zuge einer lebhafteren Nachfrage deutlich zugelegt. Diese Entwicklung in Zusammenhang mit dem ohnehin geringen Bedarf, brachte das Geschäft nahezu zum Erliegen. In den vergangenen Tagen ermäßigten sich die Forderungen so wieder, liegen auf Großhandelsebene aber aktuell immer noch 2 EUR/t über Vorwochenniveau. Mit einer leichten Belebung der Nachfrage rechnen Marktteilnehmer nach Ostern, größerer Bedarf wird im Mai 2015 erwartet.

    Sowohl dem Handel mit den Rohstoffen als auch mit den Nachprodukten hat es diese Woche an Impulsen gefehlt. Umsätze mit Pflanzenölen wurden kaum getätigt. Dabei mangelt es vor allem an Nachfrage. Das Angebot ist demgegenüber umfangreich.

    Die Rapsölpreise haben im Vorwochenvergleich leicht nachgegeben. April-Ware kostet mit 690 EUR/t fob Nordseehäfen aktuell rund 8 EUR/t weniger. Rapsöl wird damit nun auf den vorderen Lieferpositionen genauso hoch bewertet wie Sojaöl, nachdem die Preise dafür zuletzt stabil geblieben sind. Lieferungen von Mai-Juli 2015 kosten fob Rotterdam jeweils 680 EUR/t.

    Dateigröße: 55 KDatum: 27.03.2015

  • Marktbericht KW 12 2015


    Die Pariser Rapsnotierungen profitieren vom schwachen Euro, der europäische Ware konkurrenzfähiger macht. Außerdem kommen feste Impulse vom Kassamarkt, da Verarbeiter deutlich mehr Interesse an Rohstoff haben. In der vergangenen Woche sank der Euro gegenüber dem US-Dollar zeitweise unter 1,056. Das entsprach dem niedrigsten Stand seit Januar 2003. Der Fronttermin für Raps in Paris hat derweil die 370 EUR/t-Marke überschritten, was fast einem 11-Monatshoch entspricht. Der Invers der Rapsnotierungen hat sich in den vergangenen Tagen auf etwa 12 EUR/t eingependelt. Eine Differenz von 20 EUR/t zwischen Front- und „neuerntigem“ Termin halten viele Marktteilnehmer in den kommenden Tagen für wahrscheinlich. Eine flott voranschreitende Sojabohnenernte in Brasilien und der Erntestart in Argentinien haben den US-Sojanotierungen in den vergangenen Tagen kräftige Verluste beschert. Zu Wochenbeginn war in Brasilien etwa die Hälfte der Sojabohnenflächen gedroschen.

    Das Geschäft am Kassamarkt für Raps wird derzeit von dem sehr knappen Angebot gebremst. Die Nachfrage der Verarbeiter, vor allem für die Termine April bis Juni 2015 ist derweil groß. Zwar trennen sich die Erzeuger bei den zuletzt gestiegenen Geboten nun schon häufiger von ihrer Lagerware, zur Deckung der Nachfrage reicht dies jedoch nicht aus. Ohnehin ist das verfügbare Angebot in einigen Regionen schon sehr ausgedünnt. Zusätzlich wird die Versorgung der Verarbeiter von den begrenzten Transportkapazitäten auf den Wasserwegen aufgrund umfangreicher Getreideverladungen erschwert. Die Erzeugerpreise für Raps haben im Vorwochenvergleich erneut zugelegt.

    Am Kassamarkt für Ölschrote ist es ruhig. Während das vordere Angebot teils sehr überschaubar ist, wird nur wenig nachgefragt. Auch die Preisrücknahmen der vergangenen Tage konnten das Interesse nicht steigern.

    Die Sojaschrotpreise haben im Vergleich zur Vorwoche kräftig nachgegeben. Dazu hat vor allem der Rückgang der US-Sojaschrotkurse beigetragen. Prompte Ware in 44er-Qualität kostet fob Hamburg aktuell mit 364 EUR/t rund 14 EUR/t weniger, für 48er-Sojaschrot wurden die Preise derweil vergleichsweise gering um 7 EUR/t auf 397 EUR/t zurückgenommen. Das Interesse der Käufer konnte trotzdem nicht gesteigert werden, da sie vorne gut gedeckt sind. So ist auch das nur geringe vordere Angebot ausreichend.

    Dem Rapsschrotmarkt fehlt es ebenfalls an belebenden Impulsen. Die Großhandelspreise haben im Vergleich zur Vorwoche leicht nachgegeben. Aprilware kostet mit 240 EUR/t knapp 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Die Mineralölnotierungen tendieren aufgrund des weiterhin starken Dollars sowie kräftig wachsender US-Lagerbestände schwach. Das belastet die Pflanzenölpreise, da die Konkurrenzfähigkeit von Biodiesel abnimmt und so die Nachfrage nach Rohstoffen. Das Interesse der Käufer ist gering. Außerdem schwanken die Forderungen am Kassamarkt mit den Währungen von Tag zu Tag stark. Das schmälert die Nachfrage zusätzlich. Das Angebot an Pflanzenölen ist derweil umfangreich.

    Die Rapsölpreise konnten sich bei stabilen Vorgaben der Rapsnotierungen in Paris zur Vorwoche leicht befestigen. Aprilware kostet mit 698 EUR/t fob Nordseehäfen rund 3 EUR/t mehr. Sojaöl bewegte sich am Kassamarkt preislich noch fester, auch wenn die Preise hier zuletzt fast nur nominell sind. Mit 688 EUR/t werden April-Lieferungen fob Hamburg etwa 6 EUR/t höher bewertet.

    Dateigröße: 55 KDatum: 20.03.2015

  • Marktbericht KW 11 2015


    Mit den steigenden Kursen an der Terminbörse verteuerte sich auch Raps an den Kassamärkten. Dabei konnte die zeitweilige Schwäche der Sojakurse dem Rapsauftrieb kaum Einhalt gebieten. Der schwache Euro beflügelt die EU-Ölsaatennotierungen. Der Fronttermin für Raps schloss in Paris zuletzt knapp 6,50 EUR/t über Vorwochenniveau.

    Die steigenden Marktpreise erhöhen auch endlich das Angebot. Es ist wohl auch das glimpfliche Ende des Winters, der zu mehr Verkaufsbereitschaft bei den Erzeugern führt. Mit sprunghaften Preissteigerungen aufgrund von Ertragsausfällen ist jetzt nicht mehr zu rechnen. Daher kommen die steigenden Gebote den Erzeugern gerade recht, sich nun von Teilmengen der alten Ernte zu trennen und auch für die kommende Ernte wieder Verhandlungen aufzunehmen. Erstmals in diesem Wirtschaftsjahr knackten die Erzeugerpreise für Raps diese Woche die Linie von 340 EUR/t. Das sind immerhin 45 EUR/t mehr als noch ex Ernte bewilligt wurde, aber 45 EUR/t weniger als vor einem Jahr.

    Auch wenn sich die Margen der Ölmühlen zuletzt kaum verbessert haben, bleiben die Prämien auf die Terminkurse stabil. Franko Niederrhein wird für vordere Ware 11 EUR/t über der Börsennotierung bewilligt. Auf die kommende Ernte wurde die Prämie zuletzt zurückgenommen und liegt jetzt bei Null. In Norddeutschland wird weniger auf Raps geboten, die Prämie vorne liegt bei 3 EUR/t, neuerntig bei -1 EUR/t.

    Nach Schwankungen im Wochenverlauf schlossen die Sojaschrotkurse in Chicago zuletzt deutlich über Vorwochenniveau. Auch die Sojaschrotpreise in Deutschland haben vor diesem Hintergrund zugelegt. Vorderes Angebot ist zudem knapp und wird gegenüber Ware zur Lieferung im Mai 2015 im Schnitt13 EUR/t teurer angeboten. An den nordeuropäischen Importhäfen ist zur prompten Lieferung derzeit keine südamerikanische Ware erhältlich.

    Auch Rapsschrot kostet mehr als noch vor einer Woche. Allerdings ist der Preisanstieg im Schnitt mit 3 EUR/t vergleichsweise moderat. Die Umsätze sind weiterhin gering, die Handelsaktivität konzentriert sich auf wenige Mühlenstandorte. Die Nachfrage der Mischfutterhersteller ist verhalten, denn der Ausstoß der Mischfutterindustrie ist zurzeit geringer als geplant.

    Die rückläufigen Notierungen an der Terminbörse üben kräftigen Druck auf die Sojaölpreise aus. Die Preise brachen Mitte der Vorwoche ein. Damit ist Rapsöl erstmals seit 13 Wochen wieder teurer als Sojaöl. Denn mit den steigenden Rapskursen hat sich Rapsöl zuletzt sogar deutlich verteuert. Das verunsichert die Marktteilnehmer und bremst die Kaufbereitschaft. Mit 695 EUR/t liegt das Preisniveau 13 EUR/t über Vorwochenlinie. Das Angebot an Rapsölraffinat ist weiterhin überreichlich. Am Markt herrschen zwischen einzelnen Anbietern so große Preisunterscheide wie noch nie. Dennoch ist mit einem Discount von über 50 EUR/t für vordere Ware kein Käufer zu mobilisieren.

    Dateigröße: 55 KDatum: 15.03.2015

  • Marktbericht KW 10 2015


    Die Auswirkung des Streikes in Brasilien verliert langsam an Preiswirkung, zumal die Straßenblockaden langsam geräumt werden und immer mehr Häfen zügig erreicht werden können. Damit rückt die Rekordernte wieder in den Vordergrund und könnte in den kommenden Tagen eher für Schwächeimpulse sorgen. Seit Wochenbeginn tendieren in Chicago die Sojabohnen schwächer. Dabei ist es vor allem die fehlende Nachfrage, die für bärische Stimmung sorgt.

    Die Rapskurse in Paris bewegten sich in den vergangenen 6 Tagen unisono mit den US-Sojakursen rauf und runter, scheinen sich auf dem erhöhten Niveau jedoch behaupten zu können. Der schwache Euro und der brasilianische Trucker-Streik hatten den Fronttermin Ende Februar 2015 auf 368,25 EUR/t und damit auf ein 10-Monatshoch getrieben. In den drei Wochen davor dümpelte der Rapskurs bei 356 EUR/t. Die jüngsten Gewinne konnten zwar nicht gehalten werden, aber noch wurde die Linie von 360 EUR/t nicht wieder verloren. Das liegt wohl auch an den etwas pessimistischeren Aussichten hinsichtlich der Rapserzeugung 2015. So schätzt der IGC aktuell die Rapsernte 2015 auf 21,2 Mio. t und damit fast 12 % unter Vorjahresniveau.

    Am Kassamarkt sind die Preise nach kurzfristigem Auftrieb wieder auf Vorwochenniveau angekommen. Ohnehin hatten die Ölmühlen bei steigenden Kursen die Prämien sukzessive zurückgenommen, da die Verarbeitungsmargen hohe Rapspreise derzeit nicht ermöglichen.

    Die Sojaschrotnotierungen in Chicago gaben in nur 5 Tagen um 4 % nach. Weltweit rückt das preisgünstigere Angebot aus Südamerika in den Fokus, nachdem die logistischen Probleme vor Ort langsam nachlassen. Vor dem Hintergrund schwächelnder Kurse gingen am deutschen Kassamarkt die Preise für Ölschrote zurück.

    Zuletzt kostete Rapsschrot rund 8 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Dennoch mangelt es an Kaufinteresse und auch die Verkäufer halten sich zurück. Denn beide Seiten warten auf eine für sie bessere Preissituation. Aufgrund der volatilen Märkte stehen die Chancen für beide Richtungen in etwa gleich – vorerst. Doch mit zunehmendem Angebot aus Südamerika dürfte es wieder mehr Preisdruck geben.

    Die Sojaölnotierungen in Chicago konnten sich besser behaupten als Schrot und Bohnen. Dabei kamen die Impulse hauptsächlich von den festen Palmölnotierungen, während Währung und Mineralölkurs keine neuen Impulse brachten.

    Der Pflanzenölmarkt ist weiterhin von unvereinbaren Preisvorstellungen geprägt. Die volatilen Kurse bremsen zusätzlich. Die Pflanzenölpreise liegen aktuell zwar noch leicht über Vorwochenlinie, tendieren aber schwächer. Umsätze kommen nicht zustande. Biodieselhersteller berichten von schleppendem Produktabsatz und ordern daher kaum Rohstoff. Ihr Kaufinteresse liegt bei 635 EUR/t für rohes Rapsöl fob und damit 45 EUR/t unter den genannten Abgabepreisen. Das Angebot an Rapsöl und vor allem Rapsölraffinat auf dem vorderen Liefertermin ist teils überreichlich, so dass mit großem Discount verkauft werden muss. Dennoch laufen nur Kleinstmengen, längerfristige Geschäfte werden völlig vernachlässigt.

    Dateigröße: 152 KDatum: 06.03.2015

  • Marktbericht KW 09 2015


    Die Konkurrenzfähigkeit von US-Sojabohnen am Weltmarkt ist weiterhin groß, da in Brasilien aufgrund von witterungsbedingten Ernteunterbrechungen sowie logistischen Problemen im Inland nur schleppend verladen werden kann. Das hat den Sojakursen in Chicago kräftigen Auftrieb gegeben. Nach Einschätzung von AG Rural lag der Erntefortschritt bis Wochenbeginn bei 20 % und damit knapp unter dem langjährigen Mittel. Im Vorjahresvergleich hinkte die Ernte 10 % hinterher, allerdings wurde damals auch vergleichsweise früh begonnen. Da in Brasilien zudem LKW-Fahrer wichtige Transportwege blockieren, um gegen die Anhebung der Dieselsteuer zu protestieren, gibt es auch starke logistische Probleme. Zu Wochenbeginn lagen die Verladungen von Sojabohnen mit 2,1 Mio. t im Februar 2015 deutlich hinter dem Vorjahreswert von 4,2 Mio. t. In dieser Woche soll nur etwa 1 Mio. t verladen werden.

    Die Rapspreise am Kassamarkt haben von zuletzt festen Vorgaben der Pariser Rapsnotierungen Aufwind erhalten, da der Fronttermin nach langem Warten wieder die 360 EUR/t-Marke überschritten hat. Diese galt für viele Marktteilnehmer als Widerstandslinie, die überschritten werden muss, damit etwas Schwung in den Handel mit Raps kommt. Da der Höhenflug von Raps an der Börse aus Mangel an Impulsen aber wohl nur kurzfristig ist, wird die Lethargie am Kassamarkt voraussichtlich Bestand haben. Die Prämien der Verarbeiter sind bei einer weiterhin sehr schleppenden Rapsölvermarktung und damit einhergehend unbefriedigenden Margen kaum verändert zur Vorwoche. Vor diesem Hintergrund kann weiterhin kaum Ware aus Erzeugerhand mobilisiert werden, zumal mit deutlicheren Preisanhebungen zum Ende der Saison gerechnet wird. Im Tagesgeschäft wird so weiterhin kaum etwas umgesetzt. Die Ernte 2015 wird zwar öfter besprochen, es werden aber weiterhin nur wenige Kontrakte abgeschlossen.

    In Chicago haben die Sojaschrotnotierungen zur Vorwoche deutlich zugelegt. Dieser Entwicklung folgend wurden auch in Deutschland die Sojaschrotpreise teils kräftig angehoben. Dadurch konzentrierte sich das Interesse zunächst auf das preisgünstigere Rapsschrot. Da die Preise auch dafür angehoben wurden, zogen sich die Käufer aus dem Tagesgeschäft zurück. Bei rückläufiger Nachfrage wurden die Forderungen für Ölschrote zuletzt wieder zurückgenommen.

    Zur Vorwoche kostet 44er- Sojaschrot mit 378 EUR/t noch rund 3 EUR/t und 49er-Ware mit 405 EUR/t etwa 6 EUR/t mehr. Besonders in Süddeutschland ist vordere Ware knapp. Hier wird prompte Ware in 48er-Qualität rund 33 EUR/t höher bewertet als Sojaschrot zur Lieferung im Mai bis Juli 2015. Sogar in Futtermittelwerken, die rechtzeitig geordert hatten, verzögert sich die Ankunft der Ware. Für Rapsschrot werden im Großhandel aktuell mit 245 EUR/t rund 5 EUR/t mehr gefordert als in der Vorwoche.

    Die Mineralölnotierungen an der NYMEX konnten ihre Gewinne der vergangenen Wochen nicht halten. Der Druck durch US-Lagervorräte auf Rekordniveau sowie einer geringen Nachfrage Chinas war zu groß, so dass der Fronttermin diese Woche wieder unter die 50 USD/Barrel-Linie fiel. Die Sojaölnotierungen in Chicago gaben vor diesem Hintergrund ebenfalls deutlich nach und zogen auch Palmöl mit ins Minus. Das belastet die Preise am europäischen Kassamarkt. Nachfrage konnte allerdings nicht generiert werden, da die aktuellen Preise für Käufer immer noch wenig attraktiv sind. Rapsöl ist weiterhin nur schwer verkäuflich, da rückläufige Mineralölkurse die Konkurrenzfähigkeit von Biodiesel schmälern.

    Rapsöl fob Nordseehäfen kostet zur Lieferung im März aktuell 656 EUR/t und damit etwa 9 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Die Nachfrage der Biodieselhersteller bleibt zu diesen Preisen leblos. Auch das Interesse an Sojaöl ist trotz der kräftigen Preisrücknahmen weiterhin gering. Im Vergleich zur Vorwoche kostet prompte Ware mit 675 EUR/t rund 20 EUR/t weniger.

    Dateigröße: 56 KDatum: 27.02.2015

  • Marktbericht KW 08 2015


    Den Rapskursen in Paris mangelt es an Impulsen. Seit mehreren Tagen haben sich die Notierungen kaum bewegt. Der Fronttermin in Paris schloss zuletzt knapp über Vorwochenniveau. Spätere Termine haben indes leichte Gewinne verzeichnet. Das Handelsinteresse an der Börse ist derweil aber gering. Die Sojakurse haben im Vorwochenvergleich bei einer anhaltend lebhaften Nachfrage nach US-Sojabohnen am Weltmarkt sowie einer regen Verarbeitung in den USA kräftig zugelegt. Im Januar 2015 wurde in den USA mit 4,4 Mio. t so viel Soja verarbeitet wie noch nie zuvor im Januar. Außerdem entsprach das dem vierthöchsten, jemals erreichten Monatswert. Im Vorjahresvergleich liegt das Plus bei knapp 3 %.

    Der Kassamarkt ist ohne Impulse wieder in Lethargie verfallen, in der Käufer und Verkäufer nicht zueinander finden. Die Erzeugerpreise für Raps liegen mit 331,50 EUR/t frei Erfasserlager auf Vorwochenniveau. Die Abgabebereitschaft ist dabei nach wie vor gering. Die Prämien der Verarbeiter sind, wegen einer weiterhin schleppenden Rapsölvermarktung vor allem für die Monate April bis Juni 2015, unverändert.

    Die Vorräte der Erzeuger summieren sich aufgrund der bisher sehr geringen Abgabebereitschaft dem Vernehmen nach wohl noch auf rund 20 % der Ernte 2014. Gleichzeitig müssen Verarbeiter in den letzten Monaten der Saison wohl noch ungefähr einen Bedarf von 1,25 Mio. t decken. Das entspricht in etwa den eingelagerten Mengen bei den Erzeugern. Inwieweit diese aber noch im Inland umgesetzt werden, hängt vor allem vom Umfang der Importe an australischem Raps im letzten Quartal des Wirtschaftsjahres sowie der Sojaverarbeitung ab.

    Im Zuge deutlich festerer Sojaschrotnotierungen in Chicago, wurden in Deutschland diese Woche auch die Sojaschrotpreise kräftig angehoben. Dadurch konzentrierte sich das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller vorrangig auf das deutlich preisgünstigere Rapsschrot. Befürchtungen über weitere Preisanhebungen beleben den Handel, sodass mehr Umsätze getätigt werden. Auch die Rapsschrotpreise sind im Vorwochenvergleich deutlich gestiegen.

    Sojaschrot in 44er-Qualität zur prompten Lieferung wird fob Hamburg mit 375 EUR/t rund 12 EUR/t über Vorwoche bewertet, 48er-Ware kostet mit 399 EUR/t rund 11 EUR/t mehr. Rapsschrot wird mit 240 EUR/t im Großhandel derweil 7 EUR/t höher bewertet als vor einer Woche. Große Mengen werden zu den aktuellen Preisen trotzdem kaum umgesetzt, allerdings deutlich mehr als noch vor einer Woche.

    Die Preise für Pflanzenöle und Raffinate sind im Vorwochenvergleich teils deutlich gestiegen. Da Käufer gut gedeckt sind und ohnehin kaum etwas nachfragen, kann der Handel aber kaum weiter gebremst werden. Das Angebot ist vor diesem Hintergrund ausreichend.

    Verunsicherung über die politische Lage in Osteuropa, die Neujahrsfeierlichkeiten in China sowie feste Preise am Kassamarkt schmälern das Handelsinteresse. Käufer haben kaum Anschlussbedarf und decken sich nur in Einzelfällen mit kleineren Mengen ein. Dem Pflanzenölmarkt fehlt es insgesamt an Orientierung. Bevor sich die politische und finanzwirtschaftliche Situation, sowohl in Europa als auch der Welt, nicht entspannt, wird sich das Geschäft wohl auch kaum beleben. Außerdem sind deutliche Preisrücknahmen notwendig, um Nachfrage zu generieren. Rapsöl kostet fob Hamburg mit 660 EUR/t aktuell rund 5 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Die Forderungen für Sojaöl wurden deutlich um etwa 12,50 EUR/ auf 685 EUR/t angehoben.

    Dateigröße: 51 KDatum: 23.02.2015

  • Marktbericht KW 07 2015


    Der aktuelle Versorgungsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums entsprach im Großen und Ganzen den Erwartungen der Marktteilnehmer und wirkte sich damit kaum auf die Ölsaatenkurse aus. Die US-Sojabohnennotierungen haben zwar leichte Verluste verzeichnet, konnten diese aber schnell wieder ausgleichen. Für Auftrieb sorgt die anhaltend rege Nachfrage nach US-Ware. Entsprechend der Erwartungen wurde die brasilianische Sojaerzeugung 2014/15 leicht um 1 Mio. t auf 94,5 Mio. t nach unten korrigiert. Gleichzeitig wurde die Prognose für Argentinien um 1 Mio. t auf 56 Mio. t angehoben. Aufgrund einer ebenfalls leichten Aufwärtskorrektur für China fällt die weltweite Sojaerzeugung wohl noch etwas umfangreicher aus als bislang vermutet. Da vor allem in Argentinien und den USA 2014/15 aber voraussichtlich mehr Soja verarbeitet wird, könnten die globalen Rohstoffvorräte zum Jahresende etwas kleiner ausfallen als noch im Januar 2015 geschätzt wurde.

    Dem Rapsmarkt fehlt es an Impulsen. Die Kurse in Paris haben sich seit Tagen kaum bewegt. Das Geschäft am Kassamarkt hat sich zwar etwas belebt, Umsätze werden aufgrund des weiterhin überschaubaren Angebots aber immer noch begrenzt getätigt. Die Nachfrage ist lebhaft, auch wenn sich das bislang kaum in höheren Prämien äußert. Die Abgabebereitschaft der Erzeuger ist mit den Preisen leicht gestiegen. Sie trennen sich bei einem Preis von durchschnittlich 332 EUR/t frei Erfasserlager - das sind 3 EUR/t mehr als in der Vorwoche - von etwas mehr Ware. Umfangreiche Mengen werden allerdings nicht verkauft, da die Erzeuger weiterhin mit einem deutlichen Preisauftrieb im Mai und Juni rechnen.

    Der Handel mit Ölschroten läuft sehr träge. Umsätze werden nur vereinzelt getätigt. Es mangelt vor allem an Nachfrage. Die Sojaschrotpreise haben im Vorwochenvergleich deutlich nachgegeben. Druck kam von schwachen Terminmarktnotierungen für Sojaschrot in Chicago. Prompte Ware in 44er-Qualität kostet fob Hamburg mit 364 EUR/t knapp 9 EUR/t weniger. Ware in 48er-Qualität wird mit 387 EUR/t rund 12 EUR/t niedriger bewertet. Nachfrage konnte dadurch allerdings nicht generiert werden, da Käufer gut gedeckt sind. Nur vereinzelt wird etwas für den dringenden Bedarf zugekauft. Dabei handelt es sich aber um überschaubare Mengen. Das Angebot an Sojaschrot ist ausreichend. Rapsschrot wird ebenfalls kaum nachgefragt. An Angebot mangelt es vor diesem Hintergrund nicht. Die Preise waren in den vergangenen Tagen stabil. Damit kostet Rapsschrot im Großhandel mit 233 EUR/t genau so viel wie vor einer Woche.

    Am Pflanzenölmarkt ist es ruhig. Sowohl die Stimmung am Markt als auch die Preise schwanken teilweise von Tag zu Tag in Abhängigkeit von den Neuigkeiten aus der Politik, von den Finanzmärkten sowie der Entwicklung des Euro. Umsätze werden kaum getätigt, da die Nachfrage wieder nachgelassen hat. Das Angebot an Pflanzenölen ist derweil ausreichend.

    Die Sojaölpreise haben fob Hamburg aufgrund der zeitweise festen Vorgaben der Terminmarktnotierungen in Chicago sowie steigenden Forderungen für das Alternativprodukt Palmöl gegenüber Vorwoche kräftig zugelegt. Februarware kostet mit 685 EUR/t rund 12,50 EUR/t mehr. Der Preisanstieg für spätere Lieferungen war etwas geringer. Das Interesse der Käufer ist mit steigenden Preisen deutlich gesunken. Die Rapsölpreise sind an einem weitgehend impulslosen Markt fast unverändert gegenüber Vorwoche. Februarware kostet sowohl fob Hamburg als auch fob Nordseehäfen weiterhin 655 EUR/t.

    Dateigröße: 55 KDatum: 13.02.2015

  • Marktbericht KW 06 2015


    Mit starker Unterstützung von Übersee legten die Rapskurse in Paris diese Woche kräftig zu. Dabei war es vor allem die positive Stimmung an den Rohstoffmärkten die an der Terminbörse in Paris für einen Wochengewinn des Mai-Termins von rund 12 EUR/t sorgte. Fundamental gibt es am Rapsmarkt nichts Neues. Mit den schwächeren Kursen in den Tagen zuvor hatte sich das Verkaufsinteresse merklich abgekühlt. Gleichzeitig sehen Ölmühlen aufgrund der knappen Verarbeitungsmarge wenig Preisspielraum nach oben.

    Die Prämien blieben weitgehend unverändert. Für die Liefertermine Februar und März 2015 werden weiterhin Partien gesucht, allerdings nicht zu jedem Preis. Aus der Andienung auf den Februar-Kontrakt heraus, kommen rund 43.700 t und damit deutlich weniger als anfangs erwartet. 811 Kontrakte (40.550 t) werden allein in Deutschland angedient. Da das Angebot liegt in Händen weniger und der Transportraum auf den Wasserwegen anhaltend knapp bleiben wird, werden die Prämien voraussichtlich stabil bleiben. Die kommende Ernte wird auf Großhandelsebene mit 343-351 EUR/t bewertet und damit etwas höher als in der Vorwoche. Erzeuger erhielten zuletzt um die 330 EUR/t, was allerdings kaum Mengen mobilisieren konnte.

    Auf die kurzfristig gestiegenen Terminmarktnotierungen reagierten auch die Forderungen für Ölschrote an den Kassamärkten mit festen Preisen. Die Nachfrage hat vor diesem Hintergrund deutlich nachgelassen. Vordere Ware wird weiterhin mit Aufgeld offeriert, dennoch konzentriert sich das Kaufinteresse auf diese Termine. Trotz der Preisanhebungen bleiben Raps- und Sojaschrot jedoch unter Vorwochenlinie. Sojaschrot in 44er-Qualität kostet mit durchschnittlich 367 EUR/t hierzulande 17 EUR/t weniger als vor einer Woche, Rapsschrot wird mit 232 EUR/t rund 2 EUR/t niedriger bewertet. Käufer spekulieren immer noch auf deutlich nachgebende Forderungen im Laufe der kommenden Wochen, zumal in Brasilien, trotz der zuletzt etwas gekürzten Prognosen, weiterhin eine Rekordsojaernte erwartet wird. Das könnte sich in den kommenden Wochen preisdrückend, auch auf Sojaschrot, auswirken und die Nachfrage deutlich erhöhen, da Mischfutterhersteller derzeit durchaus Bedarf haben.

    Mit dem starken Kursanstieg von Raps und Soja haben sich auch die Pflanzenölpreise nach oben bewegt. Raps- und Sojaöl können die Vorwochenlinie allerdings nicht erreichen. Der festere Euro hat die Offerten aber wieder attraktiver gemacht und so das Kaufinteresse spürbar angekurbelt. In der vergangenen Woche hat vor allem die Lebensmittelindustrie geordert. Allerdings wurde dabei vorzugsweise der vordere Bedarf mit besonders günstigen Offerten gedeckt. Vor allem Rapsölraffinat wurde gekauft, das zusätzlich an einigen Standorten aufgrund des Überangebots besonders günstig war. Deutlich zugelegt hat Palmöl, das ebenfalls lebhaftes Kaufinteresse verzeichnete. Die Raffinatpreise liegen derzeit 10 EUR/t über Vorwochenlinie, rohes Palmöl cif Rotterdam ist im Vergleich unverändert.

    Dateigröße: 55 KDatum: 06.02.2015