Differenz der Proteinpreise in Ölschroten KW 05

Ölsaaten KW 05

Pflanzenöle KW 05

Ölschrote KW 05

Aktuelle Marktberichte

Kommentar KW05 2012

Die Wettermärkte halten die Terminnotierungen im Griff. Dabei gesellte sich zu den spekulativen Bewertungen der südamerikanischen Sojaernten auch die Besorgnis über die Feldbestandsentwicklung in Südosteuropa und bei uns in Europa. Der Temperatursturz, nicht immer gepaart mit Schneefall lässt das Risiko der Auswinterung steigen. Immerhin fehlt östlich der Linie Rügen‐Dresden die Schneedecke. Aber ein paar Tage unter ‐ 10°C und nicht so hohe Tag‐/Nachtdifferenzen beeinträchtigen den Raps eigentlich nicht. Daher wurden auch in Paris der Meldungen aus der Ukraine und Russland eher unaufgeregt betrachtet, während die Sojakurse mit Blick auf erneut nach unten korrigierte Ernteprognosen in Südamerika wieder nach oben schnellten.

Die labilen Kurse und die kaum einschätzbare mittelfristige Marktentwicklung bremsten den Handel mit Raps. Ölmühlen zeigten wenig Interesse und Erzeuger forderten mit Blick auf die knappe EU‐Versorgungsbilanz mehr für ihre bereits sehr ausgedünnte Lagerware. Die Gebote ex‐Ernte stiegen schlagartig um teils über 8 EUR/t an. Vor dem Hintergrund der ungünstigen Wetterlage wurde seitens der Erzeuger allerdings nichts abgegeben. Die festen Rohstoffkurse ließen auch die Forderungen für Ölschrote steigen, wobei die Volatilität und die Unsicherheit hinsichtlich der mittelfristigen Preisentwicklung die Nachfrage spürbar hemmte. Nachfrage nach Rapsschrot wurde hauptsächlich am Niederrhein verzeichnet, wobei Ölmühlen allerdings kaum dabei waren. Die Prämien aufgrund des überschaubaren Angebotes weiteten sich bis auf April‐Liefertermine aus. Der Preisanstieg zur Vorwoche betrug 10 EUR/t. Die Kursschwäche der Sojabohnen und die damit einhergehende Herabsetzung der Forderungen für Sojaschrot zu Beginn der Vorwoche wurden vorerst gestoppt.

Die Kurse legten kräftig zu und ließen damit auch die Sojaschrotpreise steigen. Zusätzliche Unterstützung kam vom festeren Dollarkurs. Allerdings kamen die Sojaschrotpreise nicht an das Niveau der Vorwoche heran. Während Rapsöl anhaltend fest tendierte, gab Sojaöl zwischenzeitlich deutlich nach, konnte sich aber ab Wochenmitte wieder festigen. Palm‐ und Sonnenblumenöl tendierten stabil. Der etwas festere Dollarkurs glich die rückläufigen Rohstoffpreise bzw. Terminkurse wieder aus. Da die Regierung bislang keine neuen zollbefreiten Exportquoten vergab, dümpelt das Exportgeschäft in Malaysia vor sich hin. Das belastete die Notierungen, die in vier Tagen um 3 % nachgaben. Zurückgenommen wurde auch der Preis für Palmölraffinat, der gegenüber der Vorwoche rund 8 EUR/t verlor. Rapsölraffinat blieb demgegenüber knapp offeriert und teuer, während Sojaölraffinat bei wenig Kaufinteresse weiter abrutschte.

Datum: 03.02.2012 / Dateigröße: 112.18 KB

Kommentar KW04 2012

Raps tendierte fest und notierte deutlich über Vorwochenlinie. Am Donnerstag erreichte der Februar‐Fronttermin mit 465 EUR/t ein 8‐Monats‐Hoch. Dabei war auch viel Technik im Spiel. Da der Kontrakt am 31.01.2012 ausläuft, wurden massenhaft Kontrakte glattgestellt. Außerdem wurden die hohen Tagesdifferenzen zu lebhaftem Spekulationsgeschäft genutzt. Verkäufer verwiesen bei ihren Offerten nun auf die hohen Terminmarktkurse, die ja auch für die späteren Liefertermine deutlich über Vorwochenlinie notierten. Die aufnehmende Hand verwies allerdings auf die unsichere Marktlage und die geringe Kaufbereitschaft der Mühlen und setzte deutlich niedrigere Preisvorstellungen dagegen. Allerdings konnte zuletzt eine Anhebung der Prämien auf die Terminmarktkurse beobachtet werden. Dennoch kam das Geschäft mit Raps langsam in Schwung. Aufgrund der fehlenden Nachfrage der Verarbeiter, die mit Hinweis auf ungünstigere Verarbeitungsmargen vorerst nicht als Käufer am Markt auftraten, ließen sich die festen Terminkurse am Kassamarkt nur bedingt durchsetzen. Und bei den kaum gestiegenen Geboten sahen Erzeuger keine Veranlassung zum Verkauf ihrer Restmengen. Aus ihrer Sicht ebenfalls unbefriedigend entwickelten sich bisher die Gebote für Raps der Ernte 2012, die sukzessive nach unten korrigiert wurden und bei 406 EUR/t im Bundesdurchschnitt ankamen. Vor 14 Tagen waren noch 5 EUR/t mehr durchzusetzen. Mit einem aktuellen Matif‐Kurs von über 420 EUR/t sollten sich aber die Gebote für Rapslieferverträge ex Ernte nach oben bewegen.

Der Handel mit Rapsschrot kam nahezu zum Erliegen. Das Interesse war sehr gering. Januar‐Partien waren nur noch im Westen verfügbar und tendierten stabil um 182 EUR/t. Allerdings zeichnete sich ein zunehmend knapperes Angebot auch für den Februar ab, so dass auch für diese Position Aufgelder verlangt wurden. Vor allem im Süden ist das Rapsschrotangebot sehr überschaubar und vergleichsweise teuer. Sojaschrot tendierte demgegenüber deutlich fester und profitierte von den kräftig gestiegenen Terminkursen in den USA. Im Vergleich zur Vorwoche stiegen die Forderungen für 44er Partien um 11 EUR/t und näherten sich damit der Linie von 300 EUR/t.

Das Neujahrsfest in Südostasien sorgte auf den Pflanzenölmärkten für Ruhe. Die Börsennotierung in Kuala Lumpur für Palmöl wurde ausgesetzt, so dass ein Orientierungspunkt fehlte. In Chicago wies Sojaöl keinen eindeutigen Aufwärtsdrang auf und unterlag zusätzlich dem Druck des sehr volatilen Mineralölkurses. Am Kassamarkt musste vor allem Rapsöl Federn lassen und verringerte damit den Abstand zum preisfesteren Sojaöl. Rapsölraffinat blieb indes auf hohem Preisniveau.

 

Datum: 27.01.2012 / Dateigröße: 112.63 KB

Kommentar KW 03 2012

Das US‐Agrarministerium veröffentlichte in der vergangenen Woche seine Januar‐Ernteprognose und sorgte damit für Wirbel an den Terminmärkten. Aufgrund der Schätzung verloren Rapskontrakte an der Pariser Börse zwischenzeitlich 8 EUR/t. Soja notierte in Folge negativer Vorgaben des Maismarktes ebenfalls schwächer. Der Markt an der Pariser Börse beruhigte sich seit Wochenbeginn zunehmend und verzeichnete ein leichtes Plus. Als Reaktion auf die fallenden Rapskurse an der Pariser Börse verharrten die Marktteilnehmer am Kassamarkt in abwartender Haltung. Der Markt zeigt sich wieder lustlos. Vordere Termine wurden großenteils nicht mehr gehandelt, wobei für Raps franko Hamburg nur noch nominelle Preise festgestellt werden konnten. Nach den festen Preisen, die in der vergangenen Woche ex Ernte erzielt wurden, warteten viele Erzeuger ab und hofften wieder auf höhere Preise.

Die Rapsschrotpreise reagierten verzögert auf die Prognose des US‐Agrarministeriums. Bis zur Wochenmitte konnte sich der Markt jedoch wieder festigen, blieb aber unter Vorwochenlinie. Das Kaufinteresse nahm spürbar ab, war in den vergangenen Tagen ohnehin nur von Tausch innerhalb der Handelsstufe geprägt. Auch für Sojaschrot ließ der Preisauftrieb vorerst nach. Trotz rücklaÅNufiger Markversorgung mit Soja reagierten die Terminbörsen mit Kursschwäche und setzten damit auch die Preise am Kassamarkt unter Druck. Mit den zuletzt geforderten 290 EUR/t fob Hamburg für 44er Ware blieben die Gebote aber auf vergleichsweise hohem Niveau.

Pflanzenöle entwickelten sich in dieser Woche unterschiedlich und reagierten auf die schwachen Terminkurse vorerst mit einem deutlichen Rückgang, der allerdings nur von kurzer Dauer war. Rapsöl gab im Vergleich zur Vorwoche um 10 EUR/t auf 975 EUR/t zur Lieferung im Februar nach. Verkaufspreise für das sehr knappe vordere Angebot wurden nur noch auf Anfrage herausgegeben. Sojaöl musste sogar noch mehr Federn lassen und lag mit 940 EUR/t rund 20 EUR/t unter Vorwochenlinie. Aufgrund der ausreichenden Marktversorgung konnten sich hier die Kurse nicht wieder befestigen. Palmöl profitierte zum einen von den steigenden Kursen in Kuala Lumpur sowie vom festen Dollarkurs und konnte sein Niveau mit 833 EUR/t nahezu halten. Zuletzt profitierte Palmöl von der zunehmenden Nachfrage Chinas.

Datum: 20.01.2012 / Dateigröße: 111.68 KB

Kommentar KW02 2012

Der Rapsmarkt lebte in der zweiten Kalenderwoche spürbar auf. Die steigenden Terminkurse für Raps und Sojabohnen führten nicht nur zu einem Nachfrageschub am Kassamarkt, auch der Terminmarkt verzeichnete ungewöhnlich hohes Interesse. Erzeuger sahen sich stetig steigenden Geboten gegenüber, die am 10.01.2012 ein Plus gegenüber Vorwoche von 10 EUR/t erreichten. Dennoch konnten sie sich nur schwer von der immer knapper werdenden Lagerware trennen. Vergleichsweise häufig kamen jedoch Vorkontrakte auf die Ernte 2012 zustande, obgleich regional noch nicht überall die Linie von 400 EUR/t nach oben durchbrochen werden konnte.

Der Handel zeigte sich zuletzt immer weniger an Ware interessiert, zumal eine marktnahe Bewertung immer schwerer fiel. Die Sojakurse an der Terminbörse wurden weiterhin von den Vegetationsbedingungen in Südamerika beeinflusst. Durch die, bis Anfang der Woche anhaltende, Trockenheit in Argentinien und Teilen Brasiliens wurden Ertragseinbußen erwartet. Darauf spekulieren die Börsenteilnehmer und deckten sich umfangreich mit Long‐Positionen ein. Die Sojakurse erreichten mit umgerechnet 354 EUR/t ein 10‐Wochen‐Hoch. Starke Regenfälle in Südamerika zur Wochenmitte und Prognosen, dass die Trockenheit nur bedingt Schäden hinterlassen würde, drückten die Kurse nach unten. Der Handel mit Rapsschrot beruhigte sich merklich. Das lag vor allem an den hohen Aufgeldern für vordere Ware, die ausgesprochen knapp offeriert wurde.

Die Sojaschrotpreise stiegen vor dem Hintergrund fester Rohstoffnotierungen und lagen rund 10 EUR/t über Vorwochenlinie. Pflanzenöle konnten trotz steigender Rohstoffkurse kaum zulegen sondern konsolidierten sich auf Vorwochenlinie. Sojaöl geriet kurzzeitig aufgrund lebhafter Kontraktverkäufe in Chicago unter Preisschwäche, konnte sich zuletzt mit Hilfe des festen Mineralölkurses jedoch wieder auf Vorwochenlinie retten. Der feste Dollarkurs führte gleichzeitig zu einer Anhebung der Forderungen für Importöle. Zusätzlich wurden für das knappe vordere Angebot für Raps‐, Sojaund vor allem Sonnenblumenöl weiterhin Aufgelder gefordert.

Datum: 13.01.2012 / Dateigröße: 110.91 KB

Kommentar KW01 2012

Die Rallye für Ölsaaten, die bereits vor Weihnachten anfing, hielt bis Mitte der 1. Kalenderwoche an. Ausschlaggebend waren vor allem die ungünstigen Ernteprognosen aus Südamerika. Anhaltende Trockenheit soll dort vor allem den Sojabohnen zugesetzt haben. Gleichzeitig unterstützte der teils sprunghaft gestiegenen Mineralölkurs die Notierungen. Die politische Krise im Nahen Osten sowie der scharfe Anstieg des OPEC‐Ölpreises ließen die Rohölkurse wieder nachhaltig über die Linie von 100 USD/bl und damit auf 8‐Monats‐Hoch ansteigen. Der Dollarkurs entwickelte sich zuletzt sehr volatil und trug nur wenig zur Preisentwicklung bei, während das lebhafte Interesse der Börsianern an Abdeckung ihrer Risikopositionen zusätzlich für Auftrieb der Notierungen sorgte. Auch in Paris legten die Ölsaatenkurse kräftig zu. Der Fronttermin in Paris überschritt die Linie von 450 EUR/t und konnte ihn sogar kurzzeitig halten.

Am Kassamarkt reagierte der Handel mit lebhaftem Interesse, so dass die Prämie auf bis zu 18 EUR/t für Januarlieferungen anstieg. Dieses Niveau konnte aufgrund des rasch wieder schwindenden Kaufinteresses nicht gehalten werden, die Prämien gingen um 4 EUR/t zurück. Auch auf Erzeugerebene führten die festeren Kurse zu einem Anstieg der Forderungen, die gegenüber der Vorwoche im Schnitt um 6 EUR/t anstiegen. Dabei belebte sich das Verkaufsinteresse. Immerhin konnten z.B. in Schleswig‐Holstein erstmals seit September wieder mehr als 440 EUR/t realisiert werden. Daher wurden vor allem im Norden wieder mehr Umsätze getätigt, während es in anderen Regionen bei Unterhandlungen blieb. Auch die Kontraktpreise für Raps der Ernte 2012 zogen kräftig an, dabei wurde in Ostdeutschland die Linie von 400 EUR/t überschritten. Im Bundesdurchschnitt wurden für Raps der kommenden Saison aktuell 397 EUR/t geboten, das höchste Niveau seit Ende September. Mit der Kursschwäche, die sich gegen Ende der 1. Kalenderwoche durchsetzte, beruhigte sich der Kassamarkt wieder und die Großhandelspreise gingen zurück.

Das knappe Angebot an Rapsschrot auf den vorderen Lieferterminen verteuert weiterhin die Partien. Am lebhaftesten wird am Niederrhein Rapsschrot gehandelt, wobei hauptsächlich der Handel zum Zuge kommt. Mischfutterhersteller sind sehr zurückhaltend und hoffen auf ein Ende der Hausse und verweisen mit Blick auf die milde Witterung auf schleppende Mischfutternachfrage. Rapsschrot verteuerte sich in den vergangenen 4 Wochen im Bundesdurchschnitt von 151 auf 191 EUR/t zu. 44er Sojaschrot wurde zuletzt fob Hamburg mit 283 EUR/t bewertet und profitierte damit vom festen Dollarkurs. So teuer war Sojaschrot zuletzt Mitte Oktober. Auch hier werden Umsätze verzeichnet, die sich allerdings auf die vorderen Liefertermine konzentrieren. Der Handel mit Pflanzenölen gestaltet sich nach dem Jahreswechsel noch sehr ruhig. Die Rallye der Rohstoffpreise wurde nur verhalten umgesetzt, da es an physischem Geschäft mangelt. Rapsöl ist weiterhin auf den vorderen Lieferpositionen knapp offeriert. Vor allem zertifizierte Partien sind nur schwer zu bekommen. Die für Lieferungen ab Februar verlangten Aufgelder von 25 EUR/t gegenüber unzertifizierter Ware lassen sich allerdings bei den Käufern nicht durchsetzen. Gegenüber Sojaölraffinat hat sich der Preisabstand auf 60 EUR/t ausgeweitet. Demgegenüber werden die beiden Pflanzenöle in der rohen Variante mit 975 bzw 965 EUR/t relativ preisidentisch bewertet. Sonnenblumen‐ und Palmöl haben im Vergleich zur Weihnachtswoche um rund 40 EUR/t zugelegt. Auch hier wird wenig Ware umgesetzt.

Datum: 06.01.2012 / Dateigröße: 114.18 KB

Kommentar KW51 2011

Die Rapskurse zeigten sich wenig beeindruckt von der Performance der US‐Sojakurse. Zwar zogen auch in Paris die Kurse an, mit einem Plus von 8,25 EUR/t in fünf Tagen waren die Zugewinne allerdings mäßig. Am Kassamarkt kam der Rapshandel nahezu zum Erliegen. Nachfrage bestanden so gut wie gar nicht mehr, die Bücher sind größtenteils für dies Jahr geschlossen. Besprochen wurde allenthalben die nächste Ernte, aber hier lagen die Meinungen so weit auseinander, dass keine Abschlüsse zustande kamen.

Die Sojakurse tendierten fest. Der Fronttermine legte um rund 5 % zu. Auslöser war vor allem die spekulativ getriebenen Engagements an der Börse. Short‐Abdeckungen und umfangreiche Auflösung der Risikopositionen vor den Weihnachtsfeiertagen trieben zuletzt die Kurse nach oben. Gleichzeitig freundliche Aktienmärkte beflügelten die Anleger. Aber auch Fundamentales bewegte die Notierungen. So waren es zuletzt vor allem die pessimistischen Prognosen in Südamerika die für Festigkeit sorgten. Die Schrotpreise haben kräftig zugelegt. Unterstützt von steigenden Rohstoffpreise, konnten die Sojaschrotpreise zulegen. Das Kaufinteresse ist stetig, aber auf den überschaubaren vorderen Bereich konzentriert. Aufgrund der unsicheren Lage, dem großen spekulativen Preiseinfluss, aber auch die labilen Finanzmärkte wird nur vorsichtig auf den späteren Lieferterminen agiert. Vor allem die sich abzeichnenden volatilen Wettermärkte in Südamerika sorgen für kräftige Terminkursbewegungen, die so vom Kassamarkt nicht unterstützt werden.

Rapsschrot verzeichnet einen kräftigen Preissprung nach oben. Aufgrund knappen Angebotes wurden im Norden und Westen die Forderungen um fast 20 EUR/t gegenüber Vorwoche angehoben. Die Nachfrage hat sich deutlich beruhigt. In diesem Jahr wird nicht mehr mit viel Mengenbewegung gerechnet. Vorderes Rapsöl war gefragt. Vor allem das Interesse an nachhaltig produzierter Ware war ab Lieferung Januar ungebrochen. Dem stand allerdings so gut wie kein Angebot mehr gegenüber. Auch Raffinate waren auf vorderen Lieferpositionen ausverkauft. Wenn Partien auftauchten wurden hohe Prämien gefordert und auch bewilligt. Darüber hinaus war es am Pflanzenölmarkt sehr ruhig.

 

Datum: 22.12.2011 / Dateigröße: 109.9 KB

Kommentar KW50 2011

Als Reaktion auf den jüngsten Bericht des US‐Agrarministeriums (USDA), verzeichneten die europäischen Rapskurse zu Beginn der Woche Verluste. Die Preise für Raps, die zwischenzeitlich um 6 EUR/t sanken, erholten sich zur Wochenmitte wieder und konnten sogar ein stabiles Plus verzeichnen. Aufgrund der festeren Matif‐Notierungen scheint sich, entgegen der Tendenzen der vergangenen Woche, die Abgabebereitschaft der Landwirte wieder zu verstärken.

Bei den gehandelten Mengen kann jedoch nicht von hohen Größenordnungen gesprochen werden, da bis Dezember bereits ein Großteil der Ware kontrahiert wurde. Neben Preiseinbrüchen beim Raps mussten auch die Sojanotierungen zum Wochenanfang Verluste hinnehmen. USSoja‐Futures fielen am Montag am Chicago Board of Trade auf ein 14‐Monats‐Tief. Die anhaltende Trockenheit in den wichtigsten südamerikanischen Anbaugebieten belastete zunehmend den Markt und führte zu leicht steigenden Preisen.

Die Euro‐Schuldenkrise, die den US‐Dollar stärkt und die Aktienmärkte drückt, wirkt sich jedoch zunehmend negativ auf den Markt aus. Trotz Druck auf den Märkten und sinkenden Preisen für Soja, konnten sich die Sojaschrotnotierungen halten und zudem ein leichtes Plus verzeichnen. Bei Rapsschrot nehmen kurz vor Weihnachten die Handelsaktivitäten zu. Für Ware im Dezember sind 168 EUR/t genannt worden, ein Anstieg von 10 EUR/t zur Vorwoche. Auch die Preise für Sonnenblumenschrot bleiben relativ fest, obwohl das Angebot mehr als ausreichend ist. Der Markt für Pflanzenöle ist weiterhin sehr ruhig. Derzeit werden vor allem vorderer Termine gehandelt, obwohl hier eine große Menge bereits verkauft wurde. Gingen die Preise zu Beginn der Woche noch zurück, profitieren sie nun vom starken US‐Dollarkurs.

Datum: 15.12.2011 / Dateigröße: 110.05 KB

Kommentar KW48 2011

Von den steigenden Terminmarktnotierungen für Raps und Sojabohnen profitierte der Kassamarkt kaum. Die Gebote für Raps wurden sogar noch etwas zurückgenommen. Das lag vor allem am sehr geringen Kaufinteresse der Mühlen, die für dieses Jahr keinen Bedarf mehr signalisieren. Am Rapsmarkt waren keine Gebote für vordere Ware mehr zu bekommen. Dabei bremste auch die problematische Frachtsituation. Ab Januar ist wieder Kaufinteresse spürbar, allerdings nur für kleine Mengen und zum Teil auch nur noch mit niedrigeren Prämien auf die Terminkurse. Auf diesen Terminen verhinderte allerdings die sehr geringe Abgabebereitschaft nennenswerte Umsätze.

Ohnehin war die Bereitschaft sich auf den späteren Terminen zu positionieren eher gering, denn der momentan positiven Stimmung von den Terminmärkten wurde wenig Beständigkeit zugesprochen. Immerhin fußten die festen Sojanotierungen auf lebhafte Kontraktkäufe an der Terminbörse, während die positiven Meldungen aus den Sojaanbaugebieten in Südamerika eher für Preisschwäche sprachen. Am Ölschrotmarkt tat sich wenig. Die aufgrund der positiven Stimmung an den Finanzmärkten nach oben strebenden Rohstoffkurse wurden vom Kassamarkt als nicht besonders dauerhaft angesehen, so dass Käufer sich nicht animiert fühlten Ware zu ordern. Bei den Nachprodukten sorgten die festeren Terminkurse ohnehin nur für stabile Seitwärtstendenz, zumal in den USA die Terminkurse für Sojaschrot dem allgemeinen Aufwärtstrend nicht gefolgt waren.

Rapsschrot stand örtlich weiterhin unter Druck, so dass die Forderungen bereits unter die Linie von 150 EUR/t gerutscht waren. Aber auch das bot nicht genügend Impulse für die Käuferseite. Die zuletzt festeren Mineralölkurse hatten die Sojanotierungen beflügelt und auch die Sojaölkurse legten wieder leicht zu, blieben aber deutlich unter der Marke von 50 Cent/lb. Am Kassamarkt setzte sich indes keine positive Stimmung durch. Vorderes Rapsöl wurde hierzulande nur noch in überschaubaren Mengen offeriert und erzielte daher Aufgelder, in den Nordseehäfen ist Rapsöl erst wieder ab Februar verfügbar. Sojaöl hatte demgegenüber im Vergleich zur Vorwoche an Wert verloren, was auch auf den schwächeren Dollarkurs zurückzuführen war.

Datum: 02.12.2011 / Dateigröße: 110.68 KB

Kommentar KW 47 2011

Die 47. Kalenderwoche war gekennzeichnet durch stark sinkende Terminkurse, die den ohnehin umsatzschwachen Rapsmarkt weiter drosselten. Verarbeiter zeigen sich wenig aufnahmebereit, da die Nachprodukte nur schleppend abfließen. Vor allem die eingeschränkte Logistik bremst das Geschäft. Auf Erzeugerebene ermittelte die AMI GmbH in ihrer wöchentlichen Umfrage ein Minus von 9 EUR/t gegenüber Vorwoche. Damit haben sich die Preise seit Ende Juni um 38 EUR/t ermäßigt. Vor dem Hintergrund kleiner Lagerbestände sehen Erzeuger keine Veranlassung derzeit Raps zu handeln, da sie von steigenden Preisen, wenn nicht mehr im alten, dann doch im kommenden Jahr ausgehen.

Die niedrigeren Preisniveaus stimulieren das Interesse an Vorkontrakten auf das letzte Quartal des laufenden Wirtschaftsjahres sowie auf die kommende Ernte, doch auch auf diesen Terminen herrscht wenig Abgabebereitschaft. Sehr ruhig verläuft auch das Geschäft mit Pflanzenölen. Die Aussicht auf sinkende Weltwirtschaft schürt die Sorge um schwindende Nachfrage auch auf dem Energiesektor. Dabei entwickelt der schwache Mineralölkurs preissenkende Wirkung bei den Pflanzenölen. Das Angebot ist aufgrund der niedrigen Pegel standortbedingt teilweise sehr groß und findet nur mit Preisabschlag Käufer. Rapsöl wird auf den vorderen Positionen mit 930 EUR/t bewertet und liegt damit 30 EUR/t unter Vorwochenlinie.

Der Feiertag in den USA und das große Branchentreffen hierzulande haben für wenige Bewegung in der zweiten Wochenhälfte gesorgt. Ebenfalls deutlich nach unten gerichtet ist die Preisentwicklung für Ölschrote. Überreichliches Angebot an Rapsschrot trifft auf geringe Nachfrage, so dass die Forderungen für prompte Ware bei 153,55 EUR/t angekommen sind. Sojaschrot tendiert unter dem Druck nachgebender Rohstoffkurse ebenfalls schwach. Der festere Dollar kann den Abschwung bestenfalls leicht bremsen. Mit 253 EUR/t für 44er Ware fob Hamburg hat sich der Abstand zu Importware cif Rotterdam allerdings wieder ermäßigt, nachdem zu Wochenanfang die Differenz noch bei knapp 19 EUR/t lag, waren es zuletzt nur noch 14 EUR/t.

Datum: 28.11.2011 / Dateigröße: 109.05 KB

Kommentar KW46 2011

Am Rapsmarkt bleibt es ruhig. Beide Seiten zeigen wenig Engagement, zumal sich kein eindeutiger Trend durchsetzen kann. Tendierten zu Beginn der Woche die Rapsterminkurse noch schwach aufgrund des Drucks vom Dollar und schwacher Vorgaben vom US‐Sojamarkt, konnte sich Mitte der Woche kurzzeitig festere Tendenz durchsetzen fielen zum Wochenende die Kurse wieder zusammen.

Aber auch hier sind es nicht die fundamentalen Informationen, sondern die Einflüsse von den Finanzmärkten die die Kurse treiben. Daher bleibt die Verunsicherung am Kassamarkt bestehen und lähmt die Aktivitäten auf den späteren Handelsterminen. Im vorderen Lieferbereich werden nur Lücken in der Bedarfsdecke gestopft, wobei das aufgrund der immer problematischeren Logistik schwierig wird. Kleinwasser verteuert die Frachten und freie LKW‐Kapazitäten sind rar und ebenfalls teuer. Andererseits kommt auch kaum noch Raps an den Markt.

Auch für die Erzeuger scheint das Geschäft 2011 gelaufen, sofern nicht deutliche Preissprünge nach oben eintreffen sollten und davon ist derzeit nicht auszugehen. Auch der Markt für Ölschrote ist geprägt durch geringe Handelsaktivitäten. Aufgrund der bislang überdurchschnittlichen Temperaturen waren die Mischfutterabrufe gedrosselt. Desweiteren verschärft die Situation auf den Binnenwasserwegen die logistischen Probleme, so dass vordere Ware nur schleppend abläuft. Das drückt örtlich aufgrund überreichlichen Angebotes auf die Preise. Pflanzenöle haben sich im Zuge steigender Mineralölquotierungen bis Wochenmitte verteuert, können aber kein Kaufinteresse mobilisieren. Marktteilnehmer sind verunsichert und holen sich nichts Neues in die Bücher. Ohnehin scheint bis Jahresende die Nachfrage am Pflanzenölmarkt gelaufen zu sein. Dabei zeichnet sich ein typisches Bild ab: Ware die bereits knapp ist, wird händeringend gesucht und hohe Aufgelder bereitwillig akzeptiert, dagegen andere weiterhin vernachlässigt.

Datum: 21.11.2011 / Dateigröße: 127.88 KB

Kommentar KW45 2011

Mit großem Interesse erwartete der Markt in dieser Woche auf den Monatsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums. Von den aktualisierten Daten über die Einschätzung der Marktversorgung bei Weizen, Mais und Ölsaaten wurden sich neue Impulse für den lustlosen Markt erwartet. Immerhin läuft auf dem Kassamarkt so gut wie gar nichts mehr. Rapserzeuger halten, falls sie überhaupt noch Partien haben, diese in Hoffnung auf steigende Preise zurück. Demgegenüber zeigen OÅNlmühlen wenig Kaufinteresse. Die Deckung der ohnehin deutlich reduzierten Verarbeitung soll bis Jahresende gesichert sein. Zusätzlich erschwert Niedrigwasser auf den Binnenwasserwegen die Logistik und verteuert die Schiffsware zusätzlich.

Am Oberrhein beträgt der Kleinwasserzuschlag aktuell 7,50 EUR/t. Das bremst allerdings auch die Konkurrenz aus Ost‐ und Südosteuropa. Jedenfalls läuft an Rohware wenig, zumal auch das Nachproduktengeschäft klemmt. Örtlich läuft ein überreichliches Angebot an Rapsschrot auf, dass nur mit deutlichen Preisnachlässen Käufer findet. Im Bundesdurchschnitt waren die Forderungen zuletzt bei 164 EUR/t angekommen und damit auf einem Niveau wie zuletzt vor 19 Monaten. Das limitiert die Kalkulation der Ölmühlen, die aktuell für Raps rund 120 EUR/t mehr bezahlen müssen als im Mai 2010. Allerdings – und das verbessert die Kalkulation deutlich – erlösen die Mühlen für ihr Rapsöl auch 265 EUR/t mehr als damals. Aber das Rapsölgeschäft läuft nur schleppend und die zuletzt wieder festere Tendenz hat potentielle Käufer wieder verschreckt. Auf dem niedrigen Preiseniveau war Kaufinteresse aufgekeimt, aber Umsätze kamen aufgrund unvereinbarer Preisvorstellungen nicht zustande.

Nun ist das Kaufinteresse erst einmal wieder verstummt. Der Kassamarkt dümpelte bei knapp behaupteten Preisen vor sich hin. Daher erwarteten sowohl Käufer als Verkäufer neue Impulse von der aktuellen USDA‐Schätzung. Diese blieben jedoch aus, da auch im entscheidenden Moment die äußeren Faktoren von den Finanzmärkten mehr Preiswirkung erzielten als die Fundamentaldaten. Die Kurse sackten ab, obgleich wenigstens für Mais mit fester Tendenz gerechnet worden war und konnten sich bislang noch nicht wieder erholen! Die Kurse für Sojabohnen rutschten auf 11,58 USD/bu (312 EUR/t) und damit auf ein 1‐Monats‐Tief ab. Auch Sojaschrot wird schwach bewertet, so dass selbst in Deutschland die Forderungen jüngst um 4 EUR/t zurückgingen. Sojaöl kann von den gestiegenen Mineralölkursen und dem schwächeren Dollarkurs nicht profitieren und nähert sich in Chicago wieder der Widerstandslinie von 50 US‐cent/lb (818 EUR/t). Das ist ebenfalls ein 1‐Monats‐Tief. Hierzulande wird es unter 900 EUR/t bewertet und baut damit den Abstand zum Rapsöl weiter aus.

Datum: 11.11.2011 / Dateigröße: 130.53 KB

Kommentar KW44 2011

Die Griechenlandkrise bewegt weiterhin die Gemüter und die Märkte. Die positive Stimmung der Vorwoche war mit einem Schlag vom Tisch. Rettungsschirm, Schuldenbewältigung, Mitbestimmung und Demokratieverständnis waren die Schlagwörter in der deutschen Presse. Die Terminbörsen in Übersee nannten es nur: „ die Krise geht weiter“ und die Anleger zogen wieder ihr Geld aus den Anlagen. Zusätzlich belastete der steigende Dollar die Nachfrageprognosen für Mineralöl und Agrarrohstoffe, so dass die Kurse zusätzlich absackten. Dabei konnten fundamentale Daten erneut keine Preiswirkung entfalten. Die US-Sojaernte scheint derzeit niemanden zu interessieren. Nur die vage Aussicht auf Belebung der Sojaexporte nach China konnte am Ende der Woche die Kurse wieder über die Linie von 12 USD/bushel (320 EUR/t) heben. Raps zeigte sich Anfang der 44. Kalenderwoche noch sehr bewegt von den technischen Abwicklungen an der Pariser Terminbörse.

Dem Schlussakkord mit tiefrotem Minus folgten wieder Tage der Konsolidierung. Anscheinend rückt die knappe Versorgung wieder in den Fokus. Außerdem nützen den europäischen Mühlen die besten Ernten im Ausland nichts, wenn diese in Dollar bezahlt werden müssen. Der Kassamarkt lebt jetzt erst langsam wieder auf, nachdem sich auch an den Finanzmärkten Hoffnungsschimmer breit macht. Die Nachproduktmärkte dümpelten demgegenüber dahin. Die Preise gaben durchweg nach und boten daher wenig Anreiz zu handeln. Die Deckung der Konsumenten ist bis Jahresende angeblich gut gesichert und die Margen der Ölmühlen noch nicht so gut, dass sie aggressiv verkaufen wollen.

Zudem wird die Logistik durch Kleinwasser erschwert, dadurch fließt vor allem im Norden das überreichliche Angebot nur schwer ab. Das ist vor allem bei den Ölschroten der Fall. Die geringen Marktbewegungen spiegeln sich auch in den Preisen wider. So ermittelte die AMI GmbH am 04.11., dass Rapsschrot von November bis Juli fob Niederrhein einheitlich mit 172 EUR/t bewertet wird. 44er Sojaschrot kostet 271 EUR/t fob Hamburg von November bis April, danach sind 268 EUR/t anzulegen. Die Pflanzenöle haben derzeit ebenfalls wenig Geschäft. Nach dem pessimistischen Wochenstart konnten die Kurse zuletzt wieder kräftig zulegen, wobei Rapsöl an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen Ölen einbüsste. Am Anfang des Wirtschaftsjahres war das noch anders. Der Abgang von Rapsöl aus deutschen Mühlen stieg im Juli/August 2011 nach Angaben der BLE auf 344.500 t. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 326.500 t gewesen. Mehr Details finden Sie im aktuellen Wochenbericht der AMI GmbH.

Datum: 04.11.2011 / Dateigröße: 126.41 KB

Kommentar KW43 2011

Die Entscheidung der Finanzminister der EU überschattete die gesamte Woche den Getreide und Ölsaatenmarkt. Die daraus möglicherweise resultierenden Entwicklungen an den Finanzmärkten führten zu Unsicherheit an den Rohstoffmärkten. Vor der Entscheidung stiegen vor allem in Übersee viele Anleger aus ihren Engagements aus, so dass vor allem Sojabohnen kräftige Einbußen hinnehmen mussten. Die gleichzeitig flotte US‐Ernte, bis zum 24.10.2011 waren 80 % der Fläche geräumt, blieb dabei im Hintergrund. Wie gelähmt der Getreide‐/Ölsaatenmarkt von der richtungsweisenden Finanzentscheidung war, verdeutlichten auch die geringen Bewegungen an den Terminkursen und der lustlose Kassamarkt. Bei mangelnder Nachfrage aus der Verarbeitungsindustrie zeigte auch der Handel wenig Interesse an Rapspartien. Preislich spiegelte sich das in den gesunkenen Prämien wider, die auf vordere Ware nun bei 6‐8 EUR/t franko Niederrhein angekommen sind.

Zusätzlich bremst der auslaufende November‐Termin an der Terminbörse die Kaufaktivitäten. Die technisch bedingten starken Schwankungen werden je nach Richtung von der einen oder anderen Marktseite als Impuls zu Unterhandlungen herangezogen, treffen aber auf der Gegenseite auf wenig Gegenliebe. Auch hinsichtlich der Ernte 2012 gab es kaum Unterhandlungen, weil der Marktpreis die Linie von 400 EUR/t nach oben nicht durchbrechen konnte. Während die Rapskurse in Paris, losgelöst von den Vorgaben aus Chicago, nach oben tendierten und zuletzt die Linie von 447 EUR/t erreichten, stand Rapsschrot massiv unter Druck örtlich überreichlichen Angebotes. Die zusätzliche Preisschwäche für Sojaschrot verstärkte die Abwärtsbewegung, so dass vordere Ware mit durchschnittlich 174,25 EUR/t so preisgünstig bewertet wurde, wie schon seit zwei Monaten nicht mehr. Sojaschrot hat zwar mit dem sehr schwachen Dollarkurs ‐ erstmals seit sieben Wochen wieder über 1,40 USD/EUR ‐ in den vergangenen Tagen an Wert verloren, erreichte mit 273 EUR/t den Monatstiefpunkt (267 EUR/t) noch nicht.

Bei den Pflanzenölpreisen zeichnete sich in der 43. Kalenderwoche eine uneinheitliche Entwicklung ab. Während Sojaöl unter dem Druck schwacher US‐Sojaölnotierungen und mangelnder Nachfrage in Europa stetig nachgab, konnten sich die Rapsölkurse anfänglich behaupten, zuletzt sogar wieder zulegen. Feste Rohstoffkurse und ein überschaubares Angebot auf den vorderen Lieferterminen wurden als Gründe aufgeführt. Die Differenz zwischen den beiden Ölen betrug zuletzt 65 EUR/t und war damit so hoch wie zuletzt Mitte Juni 2011.

 

Datum: 28.10.2011 / Dateigröße: 126.8 KB

Kommentar KW 42 2011

Fing die 42. Kalenderwoche noch mit einem kräftigen Preisanstieg für Raps an, konnten sich die Kurse aufgrund der schwachen Vorgaben aus Übersee nicht halten und erreichten zuletzt sogar ein 3‐Wochen‐Tief. Die Kassamarktpreise orientieren sich eng an den Terminkursen in Paris, wobei die Prämien auf vordere Ware von den Ölmühlen mit Hinweis auf gute Deckung bereits zurückgenommen wurden. Der inverse Markt besteht an der Börse noch immer, doch die Prämien auf die hinteren Liefertermine sind nahezu identisch. Daher finden sich zur Lieferung ab April keine Verkäufer mehr am Markt. Sie gehen auf 10 EUR/t niedrigere Preise als für Januar/März‐Lieferungen nicht ein. Ohnehin ist es am Kassamarkt sehr ruhig. Die Verunsicherung hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Finanz‐ und Rohstoffmärkte bremst noch immer die mittelfristigen Engagements.

Allerdings wurden vor dem Hintergrund der festeren Kurse wieder mehr Unterhandlungen bezüglich der Ernte 2012 geführt. Die magische Grenze von 400 EUR/t für den Erzeuger wurde kurzzeitig erreicht und konnte damit wieder Verkaufsinteresse wecken. Viel wurde jedoch nicht abgeschlossen. Das Geschäft mit Nachprodukten konzentriert sich wegen der Unsicherheiten weiterhin auf den prompten Bereich. Dabei zeichnet sich für vorderes Rapsöl und für vorderes Rapsschrot eine sehr knappe Marktversorgung ab. Allerdings wird auch hier wenig gehandelt. Mischfutterhersteller warten auf weiteren Preissenkungen, um wieder umfangreicher zu ordern und aufgrund des fehlenden Mischfuttergeschäftes reicht die bestehende Rohstoffdecke.

 

Die Sojakurse tendieren schwach. Die unsichere Weltwirtschafts‐ und Finanzlage veranlassten viele Anleger aus ihren Engagements auszusteigen, so dass massive Kurseinbrüche folgten. Zusätzlich wurden die Kurse von der sehr flotten Sojaernte gedrückt. Allerdings ist die Anlieferung der Farmer aus der Ernte heraus sehr zögerlich. Immerhin sieht die globale Versorgung mit Sojabohnen für 2011/12 sowohl in den USA als auch global sehr eng aus. Daher rechnen auch die US‐Farmer mit höheren Erlösen und warten erst einmal ab. Entgegen schwachen Sojanotierungen tendierten die Sojaschrotkurse aufgrund reger Exporte zuletzt fester und sorgten daher auch für steigende Sojaschrotforderungen bei uns. Die Währungsrelation zeigt demgegenüber derzeit wenig Preiswirkung. Während Sojaschrot fester tendiert, gaben die Rapsschrotforderungen zuletzt in Anlehnung an schwächere Rapskurse nach, so dass die Wettbewerbsfähigkeit von Rapsschrotprotein wieder sprunghaft angezogen ist.

 

Datum: 21.10.2011 / Dateigröße: 124.61 KB

Kommentar KW 40 2011

Der Abwärtstrend hielt auch in der 40. Kalenderwoche an. Ausgelöst durch unerwartet hohe Bestandsschätzungen in den USA, rutschten die Terminnotierungen für Getreide und Ölsaaten kräftig nach unten, zumal auch von den Finanzmärkten Anfang der Woche negative Tendenzen kamen. Erst gegen Mitte der Woche drehten sich die Märkte, positive Stimmung an den Aktien‐ und Finanzmärkten sorgten auch an den Rohstoffbörsen für mehr Engagement und steigende Kurse. Dabei wurde der Aufwärtstrend allerdings durch die fundamentalen Informationen etwas gebremst. Immerhin laufen die US‐Ernten an Mais und Sojabohnen flott und es zeichnen sich höhere Erträge ab als bislang angenommen.

Daher kommen die Kurse für Sojabohnen nicht so richtig auf die Beine, während Raps in den vergangenen Tagen einen Teil seiner Verluste sogar wieder wettmachen konnte. Doch dass die Versorgung mit Raps knapp bleiben wird, bestätigt jetzt auch die jüngste EU‐Ernteschätzung von Coceral. Der Branchenverband schätzt die EU Rapsernte 2011 auf 18,9 Mio. t und damit 1,6 Mio. t unter Vorjahreslinie. Die deutsche Rapsernte beträgt vorläufig 3,9 Mio. t, 1,75 Mio. t weniger als im Vorjahr. Damit steigt der Importbedarf stark an. Unter Berücksichtigung eines fortgesetzten Rückganges der Verarbeitung wie bisher, läge für 2011/12 die Rapsverarbeitung bei knapp 6,8 Mio. t. Davon käme nicht einmal mehr die Hälfte aus dem Inland, im Vorjahr waren es noch 60 % gewesen und schon 2010/11 zeichnete sich zusätzlich steigender Bedarf an Rapsöl aus Importen ab.

Vor diesem Hintergrund zögern die Erzeuger mit der Vermarktung ihrer Ware, sofern überhaupt noch Raps in den Lagern ist. Sie verweisen permanent auf knappes Angebot und warten die Preisschwäche, ausgelöst durch äußere Faktoren, weiterhin ab. Die unterschiedliche Kursschwäche der Ölsaaten spiegelt sich auch in den Nachprodukten wider. Während Sojaschrot weiter sehr schwach reagiert, können sich die Rapsschrotforderungen, wenigstens auf den vorderen Lieferterminen gut behaupten. Immerhin ist das Angebot sehr knapp und die Aufgelder gleichen den Niveaurückgang bislang aus. Auch die Pflanzenölpreise zeichnen die Entwicklung der Rohstoffkurse nach. Damit zeigt sich allerdings auch, dass am Pflanzenölmarkt nichts los ist. Käufer und Verkäufer sind wenig interessiert, wobei sich allerdings bei sinkenden Rapsölpreisen zu Beginn der Woche mehr Kaufinteresse gezeigt haben soll. Allerdings kamen keine Umsätze zustande. Zu hoch waren und sind noch immer die Differenzen zwischen den Preisvorstellungen der Käufer und Anbieter.

Datum: 07.10.2011 / Dateigröße: 120.66 KB

Kommtentar KW 39 2011

Erneut strauchelt der Ölsaatenmarkt unter dem Druck äußerer Einflüsse. Zuletzt war es die Angst um eine Weltwirtschaftskrise aufgrund der sehr negativen Konjunkturprognosen aus den USA. Diese belasteten die Währung und ließen die Rohstoffe, allen voran Rohöl, kräftig nach unten gehen. Aber auch die Unsicherheiten an den Finanzmärkten führten erneut zu massenhaften Liquidationen von Terminkontrakten. Sojabohnen verzeichneten den größten Kurseinbruch. Vom zweithöchsten Stand am 31.08. auf ein 11‐Monatstief in nur 21 Tagen; ein Minus von 16 % oder umgerechnet 40 EUR/t! Das belastet auch die Nachprodukte. Vor allem Sojaöl zeigte zuletzt deutliche Schwächen und rutschte ab. War es vor einer Woche noch preisgleich mit Rapsöl, lag es zuletzt 25 EUR/t darunter. Damit haben die Großhandelspreise in nur 13 Handelstagen von 1000 EUR/t auf 900 EUR/t fob nachgegeben.

Kaufinteresse keimt dabei immer wieder auf. Vor allem vordere Liefertermine wurden lebhaft abgerufen. Das gilt auch für Sojaschrot. In den europäischen Importhäfen hatten die Preise zuletzt erdrutschartig nachgegeben, dabei stützte das sehr knappe Angebot bei gleichzeitig stetiger Nachfrage die Forderungen der vorderen Liefertermine. Deutsche Ware wird relativ preisgleich bewertet, wobei auch das Nord‐Süd‐Preisgefälle nachgelassen hat. Mit 274 EUR/t hat 44er Sojaschrot fob Hamburg seit dem 12.9. rund 31 EUR/t verloren. Demgegenüber entwickelten sich die Rapsschrotpreise in den vergangenen Tagen relativ stabil, obgleich auch hier der Kursrutsch an den Terminbörsen nicht spurlos vorübergegangen ist. Allerdings ist das vordere Angebot so knapp, dass vor allem im Westen die Aufgelder stetig angehoben wurden und damit die Schwäche teils kompensierten. Fob Mühle wurden für Rapsschrot zuletzt zwischen 181‐184 EUR/t für Oktober‐Lieferungen verlangt. Vor einem Jahr lagen die Forderungen bei 218 EUR/t. Rapsöl kann sich demgegenüber preislich nicht halten und rutschte ebenfalls ab. Die Umsätze sind sehr verhalten, das Interesse abgeflaut. Aufgrund der labilen Märkte haben sich Geld‐ und Briefkurse weit voneinander entfernt. Auch der Handel mit Raps ist fast zum Erliegen gekommen.

Zwar wurde die eine oder andere Partie vom Erzeuger panikartig offeriert, da die Erzeugerpreise im zweistelligen Bereich abgesackt sind, aber große Mengen wurden nicht gehandelt. Die Mühlen zeigen sich weiterhin sehr verhalten was die Liefertermine 2011 angeht und für 2012 finden sie kaum Angebote. Handel und Erzeuger erwarten vor dem Hintergrund der knappen Angebotslage in Europa steigende Preise, so dass sie derzeit nichts auf Termin anbieten. Ob die Erwartungen erfüllt werden, bleibt abzuwarten, zwar konnte die Knappheit einen starken Preisrutsch wie bei den Sojabohnen bremsen, aber wie sich die äußeren Faktoren entwickeln werden oder ob sich die Fundamentaldaten durchsetzen können, ist vorerst nicht absehbar.

Datum: 30.09.2011 / Dateigröße: 93.79 KB

Kommentar KW 38 2011

Wieder einmal steht der Ölsaatenmarkt den Turbulenzen an den Finanzmärkten hilflos gegenüber. Selbst die Optimisten, die immer wieder auf ein knappes Rapsangebot hinweisen und auf steigende Preise spekulieren, werden langsam nervös, da die Kurse auf die Bekanntgabe ernstzunehmender Konjunkturrisiken in den USA mit erdrutschartigen Kursverlusten reagierten. Zudem ist die Griechenlandkrise noch nicht vom Tisch und der nächste Kandidat der Eurozone, Italien, wurde kürzlich in seiner Kreditwürdigkeit herabgestuft. Mag man davon halten was man will, die Aktien‐ und Finanzmärkte dieser Welt reagieren auf solche Nachrichten heftig und so gab es an den meisten Tagen der 38. Kalenderwoche für die Ölsaatenkurse nur eine Richtung – nach unten. Dabei konnten die fundamentalen Daten in den USA kaum Preiswirkung entfalten. Zumal diese ebenfalls bärisch waren. Die bevorstehende Sojaernte und die absehbar schwache Exportnachfrage belasteten die Kurse, die zuletzt unter dem Druck des starken Dollars und der hektischen Verkäufe kräftig abrutschten. Sojabohnen erreichten ein Niveau wie zuletzt Anfang Dezember 2010.

Dem großen Druck konnten sich auch die Rapskurse letztendlich nicht mehr widersetzen, obgleich sie in der ersten Wochenhälfte tapfer aufwärts strebte. Die Verluste am Donnerstag waren fast zweistellig, so dass der November‐Termin, der am Mittwoch noch auf 446,75 EUR/t schloss auf 437,50 EUR/t abrutschte. Die heftigen Preisbewegungen lähmen den Kassamarkt, zumal die Verunsicherung über den Verlauf der weiterhin von außen gesteuerten Märkte wieder zunimmt. So sind die Umsätze am Rapsmarkt auf ein Minimum zusammengeschrumpft, da nun überhaupt keine Ware mehr offeriert wird. Auch das Verkaufsinteresse der Ernte 2012 ist verschwunden, da sich aus Sicht der Erzeuger die witterungsbedingten Aussaatdefizite im Preis nicht widerspiegeln.

Immerhin konnten in Mecklenburg‐Vorpommern, dem Rapsanbaugebiet Deutschlands, betrieblich teils gerade mal 50 % der Winterrapsflächen realisiert werden. Was auf den Feldern steht, macht allerdings einen guten Eindruck. Der scharfe Preisverlust der Rohstoffe ließ auch die Nachprodukte einbrechen. Dabei wurden die Ölpreise zusätzlich von den schwachen Mineralölkursen belastet. Während sich Rapsöl bis dato recht stabil bei 960 EUR/t fob einpendelte und sogar die anderen Pflanzenöle wie Soja‐ und Sonnenblumenöl preislich überrundete, wurden die Forderungen zuletzt um 15 EUR/t zurückgenommen. Sojaöl verlor zum Vorwochenniveau sogar 30 EUR/t und liegt aktuell mit 940 EUR/t 5 EUR/t unter Rapsöl. Die Schrotpreise spiegeln die angebotsbedingt engen Aussichten beim Raps deutlich wider. Während Sojaschrot kräftig Federn lassen musste und zur Vorwoche 12 EUR/t abgab, konnte Rapsschrot die Vorwochenlinie von 182,30 EUR/t sogar halten. Diese Forderungen werden absehbar aber auch weiter zurückgehen. Die ohnehin schwache Nachfrage der Mischfutterhersteller, die sich in den vergangenen Wochen sowieso nur auf die nötigsten Mengen im vorderen Lieferbereich konzentrierten, ist vorerst völlig eingeschlafen. Solange die unsichere Lage an den Finanzmärkten anhält, werden auch im Agrarbereich so wenig wie möglich neue Verträge abgeschlossen.

Datum: 23.09.2011 / Dateigröße: 94.12 KB

Kommentar KW 37 2011

Während am Kassamarkt der Rapshandel sehr ruhig läuft, verzeichnete der Terminkontrakt in Paris lebhaftes Interesse. Dabei zeichnete sich zumeist Kursschwäche ab. Allerdings kann Raps gegenüber den Sojanotierungen einen gewissen Widerstand beweisen, auch wenn der Preisspielraum nach oben spürbar eingeengt ist. Aber das absehbar knappe Rapsangebot in Deutschland und das ebenfalls absehbar geringe Exportpotential der östlichen EU‐Staaten lassen gerade gegen Ende des Jahres eine deutliche Verknappung erwarten. Das bremst den Preisverfall bei uns. Das spiegeln auch die Erzeugerpreise wider, die den jüngsten Kursrückgang nicht umgesetzt haben und im Vergleich zur Vorwoche sogar feste Tendenz aufwiesen. Rückläufig waren demgegenüber die Gebote für Raps der Ernte 2012. Ansonsten wird auf Großhandelsebene wenig Raps gehandelt.

Aufgrund der gegenläufigen Preisentwicklungen bleibt auch die Differenz zwischen Geld‐ und Briefkursen teils unüberwindbar hoch, zumal die Ölmühlen nur geringes Kaufinteresse signalisierten. Auch die Erzeuger sehen sich nicht im Zugzwang und warten mit der Vermarktung der vorerst eingelagerten Ware ab. Immerhin stehen die Zeichen auf weitere Preisbefestigung. Außerdem steht weiterhin die Aussaat der Wintersaaten im Vordergrund und die ist im Norden noch immer deutlich eingeschränkt durch die witterungsbedingt geringe Befahrbarkeit der Schläge. Auch die Maisernte steht an und könnte, wenigstens im süddeutschen Raum, in den nächsten Wochen für mehr Angebot an Raps sorgen, sofern Erzeuger und Handel den Lagerplatz für den Mais benötigen. Die Kurse für Soja haben in der vergangene Woche ordentlich an Boden verloren und notieren auf Monatstief. Auslöser der Schwache war die US‐Versorgungsschätzung, die die US‐Sojaernte entgegen der Erwartung des Marktes nach oben korrigierte. Das gab den ersten Dämpfer. Dann konnten die USA weniger Sojaexportieren als erwartet, die Kurse gaben erneut nach. Zudem blieben die befürchteten Frostschäden an den Beständen aus. Zuletzt führte die angekündigte Geldspritze für die EU zu massiven Liquidationen von Agrarfutures in den USA, um das Geld in risikoreichere Anlagen zu stecken. Die ohnehin schwach gestimmten Sojafutures gaben erneut kräftig nach.

Das konnten auch der etwas schwächere Dollarkurs und der steigende Mineralölkurs nicht aufhalten. Auch wenn die US‐Sojaölkurse zuletzt Federn lassen mussten, bleiben die Forderungen hierzulande über denen von Rapsöl. Denn auch Rapsöl reagierte auf die USDA‐Schätzung mit Schwäche, konnte sich zuletzt jedoch stabilisieren, so dass die Differenz zum Sojaöl schmolz. Auch verzeichnet Rapsöl aufgrund des überreichlichen Angebotes in Norddeutschland wieder mehr Kaufinteresse. Die Ölschrotforderungen nahmen in der vergangene Woche stetig ab, dabei verlor vor allem Sojaschrot. Fob norddeutscher Mühle nähert sich daher der Preise für 48er Ware wieder der Linie von 300 EUR/t. Rapsschrot konnte sich dem starken Preisdruck, minus 11 EUR/t in einer Woche, widersetzen und gab nur leicht nach. Das Kaufinteresse blieb daher sehr klein. (AMI, Wienke von Schenck)

Datum: 16.09.2011 / Dateigröße: 94.53 KB

Kommentar KW36 2011

Mit hektischen Kursverlusten, ausgelöst durch erneute Turbulenzen an den Finanz‐ und Aktienmärkten, startete die 36. Kalenderwoche. Die Angst der Anleger vor Werteverlust griff auch auf den Agrarsektor über und an den Terminbörsen lösten einige ihre Engagements auf. Damit gerieten die Kurse ins Rutschen. Der Kassamarkt betrachtete gelähmt den stetigen Preisrückgang. Käufer und Verkäufer zogen sich zurück. Während in den USA die Sojabohnen allerdings weiterhin unter Druck stehen, hat sich für Raps der Markt gedreht. Bereits am Mittwoch überwog positive Stimmung an den Kassamärkten, so dass wenigstens für den vorderen Lieferbereich wieder häufiger Unterhandlungen stattfanden.

Aber Käufer und Verkäufer kamen preislich nicht zu einander, zu groß war die Differenz der Preisvorstellungen. Die fundamentalen Marktdaten und vor allem das katastrophale Ernteergebnis in Deutschland gewinnen Einfluss auf die Notierungen. Immerhin wurde in Deutschland mit vorläufig geschätzten 3,9 Mio. t die kleinste Rapsernte seit 2003 eingefahren. Das bleibt nicht ohne Wirkung am Markt, bei einer Verarbeitung von geschätzten 8 Mio. t, wäre das nicht einmal ein Selbstversorgungsrad von 50 %! Ware wird gesucht und ist zu den bisherigen Preisen nicht verfügbar. Innerhalb von nur zwei Börsentagen legte der Fronttermin für Raps in Paris um 9 EUR/t zu und marschiert stramm auf die 450 EUR/t zu. Der inverse Markt besteht an der Terminbörse allerdings immer noch, so dass am Kassamarkt hohe Prämien die Kursdifferenz ausgleichen. Auf den vorderen Matif‐Kurs werden 15‐19 EUR/t Prämie bewilligt, auf spätere Termine 20‐32 EUR/t. Am Kassamarkt kam es zuletzt trotzdem nur selten zu Umsätzen, da kaum Ware verfügbar war.

Die Aussicht auf ein sehr knappes Angebot veranlasst die Erzeuger auf höhere Preise zu warten. Zwar wird das Rapsangebot in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte durch Ware aus Australien vervollständigt, die ist aber nicht zertifiziert! Der feste Dollarkurs hat zu einem scharfen Preisanstieg für Sojaöl geführt, so dass dieses nun wieder teurer als Rapsöl ist. Demgegenüber wird der Sonnenblumenölpreis von den hohen Angebotsaussichten in Argentinien belastet. Daher ist dieses ernährungsphysiologisch hochwertige Öl derzeit am günstigsten von den Drei in Rotterdam verfügbar. Palmöl befindet sich wieder im Aufwärtstrend, das Preisniveau liegt aber rund 200 EUR/t unter dem der anderen. Rapsschrot profitiert von den anziehenden Rapskursen und wird ebenfalls fester bewertet, zumal das Kaufinteresse wieder ansteigt, wenn auch nur auf den vorderen Lieferterminen. Sojaschrot tendiert schwächer, obgleich der auf hohem Niveau stabile Dollarkurs die Importware weiterhin stützt, zeichnen sich doch die rückläufigen Notierungen in Übersee auch in den hiesigen Forderungen ab.

Datum: 09.09.2011 / Dateigröße: 92.74 KB

Kommentar KW35 2011

Während die Aussaat von Winterraps im Süden Deutschlands recht gut voran kommt, kämpfen Landwirte im Norden weiterhin mit durchnässten Böden. Insbesondere in Schleswig‐Holstein und im Norden Niedersachsens waren die Böden bis Mitte dieser Woche aufgrund der ergiebigen Niederschläge oft nicht befahrbar. Die Ölmühlen signalisieren überwiegend wenig Interesse an Raps zur kurzfristigen Lieferung und konzentrieren sich eher auf die Liefertermine ab Januar 2012. Das Angebot aus der Erzeugerstufe fällt weiterhin verhalten aus, zumal die Abwicklung von Kontrakten derzeit im Vordergrund steht. Positive Impulse kommen indes weiterhin vom US‐Sojamarkt. An der Börse Chicago legte der Soja‐Fronttermin innerhalb von nur drei Wochen um fast 12 % zu und erreichte am letzten Augusttag mit 1.449 cts/bu (=ca. 369 EUR/t) den höchsten Stand seit Anfang Februar. Ausgelöst wurde der Kursanstieg von wetterbedingten Sorgen um die Sojabestände im Mittleren Westen.

Die Rapsschrotpreise haben zu Wochenbeginn deutlich angezogen. So mussten Käufer am Mittwoch rund 16 EUR/t mehr anlegen als in der Vorwoche. Mit den steigenden Preisen hatte zeitweise auch die Nachfrage der Mischfutterindustrie etwas zu. Insgesamt hält sich das Kaufinteresse jedoch in Grenzen, zumal einige Verarbeiter das günstige Sonnenblumenschrot vorziehen und die Kurse in der zweiten Wochenhälfte bereits wieder sanken. Auch bei Sojaschrot zeigt die Preiskurve unter dem Einfluss positiver Vorgaben von den Rohstoffmärkten zeitweise nach oben. Die Forderungen für hochproteinhaltige Ware aus deutscher Herstellung erreichten zur Wochenmitte den höchsten Stand seit Anfang April.

Bei den Pflanzenölen setzten sich angesichts der steigenden Rohstoffpreise sowie der freundlicheren Impulse vom Mineralölmarkt etwas höhere Preise durch. Rapsöl verteuerte sich gegenüber der Vorwoche um rund 10 EUR/t, für Sojaöl wurden 15 bis 20 EUR/t mehr verlangt. Die Nachfrage nach Rapsöl bleibt indes verhalten, auch wenn viele Händler allmählich auflebendes Interesse aus dem Biokraftstoffsektor erwarten. Palmöl wird bei schwacher Nachfrage ebenfalls etwas höher bewertet als in der Vorwoche, das gleiche gilt für die Raffinate. Gegen Ende der Woche setzten sich insbesondere bei Rapsöl wieder schwächere Tendenzen durch.

Datum: 02.09.2011 / Dateigröße: 95.92 KB

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