Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 38 2016


    Der Rapshandel läuft schleppend. Es mangelt sowohl an Angebot als auch an Nachfrage. Ölmühlen haben sich bis einschließlich Oktober 2016 gut mit Rohstoff versorgt, so dass nach vorderer Ware kaum noch gesucht wird und die auf die Börsennotierungen gezahlten Prämien schwach tendieren. Aber auch spätere Liefertermine werden kaum nachgefragt. Gleichzeitig bleibt das Angebot trotz steigender Preise gering. Erzeuger hoffen auf deutlich mehr als die aktuell auf Erzeugerebene genannten 359 EUR/t frei Erfasserlager und verkaufen wenig ihrer gut eingelagerten Ware. Die Ölmühlen in Deutschland konnten ihre Versorgungslücken auf den vorderen Lieferterminen, dem Vernehmen nach, wohl umfangreich mit Importen schließen. Inwieweit das in den kommenden Monaten noch funktionieren wird, bleibt aufgrund der großen Importkonkurrenz in der EU-28 fraglich. Eine überdurchschnittlich gute Rapsernte im traditionellen Exportland Australien könnte die angespannte Versorgungslage dabei jedoch entspannen. Schon 2015/16 zogen die Lieferungen von dort mit 636.000 t schon kräftig auf das Achtfache des Vorjahresvolumens an. Das entsprach außerdem einem Rekordhoch. Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, führte Deutschland 2015/16 knapp 5,4 Mio. t Raps ein, 15 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

    Die Sojaschrotpreise am Kassamarkt in Deutschland wurden bei festen Sojaschrotkursen in Chicago zu Wochenbeginn kräftig angehoben und rangieren leicht über dem Vorwochenniveau. Prompte Ware in 44er- Qualität, die nur in Norddeutschland offeriert wird, kostet mit 307 EUR/t fob rund 1 EUR/t mehr, 48-er Ware wird mit 337 EUR/t rund 3 EUR/t höher bewertet. Aufgrund der trotz Ernteunterbrechungen anhaltend positiven Aussichten auf die Rohstoffernte in den USA, könnte der Druck auf die Notierungen in Chicago und die Preise am Kassamarkt in Deutschland bald wieder zunehmen. Der Rapsschrothandel läuft derzeit ruhig, aber es wird stetig etwas umgesetzt. Der Angebotsdruck auf den vorderen Lieferpositionen hat etwas nachgelassen, trotzdem rangieren die Preise bei insgesamt verhaltener Nachfrage und zeitweise schwachen Rapskursen unter Vorwochenniveau. Im Großhandel werden für Lieferungen im September mit 189 EUR/t rund 3 EUR/t weniger genannt.

    Die europäischen Pflanzenölpreise entwickeln sich derzeit fest. Das bremst den Handel deutlich. Die Nachfrage ist verhalten, obwohl Käufer Bedarf haben, auch an Lieferungen in 2016. Üblicherweise sind sie zu diesem Saisonpunkt schon gut mit Ware für das letzte Quartal des Jahres versorgt. Vergangene Woche hatten einige Käufer noch die Preisschwäche genutzt, so dass regional mehr umgesetzt wurde. Wer das in der Hoffnung auf weiter sinkende Preise nicht gemacht hat, hält sich diese Woche bei dem kräftigen Preisanstieg erst recht mit Anfragen zurück. Die Nachfrage ist sehr gering, nachdem feste Terminmarktkurse für Sojabohnen-, Sojaöl-, Raps- und Palmöl den Preisen kräftigen Auftrieb gegeben haben. Besonders Rapsöl und Palmöl zur vorderen Lieferung sind knapp und teuer. Sollte ein Käufer allerdings Interesse haben, würde er auf allen Lieferterminen fündig werden. Vor allem ostdeutsche Ölmühlen bieten bei Aufschlagszahlung zur vorderen Lieferung noch Ware an. Nur im Westen ist das Angebot sehr knapp. Lieferungen ab November 2016 werden deutschlandweit ausreichend angeboten. Rapsöl zur Lieferung im Oktober 2016 wird aktuell mit 770 EUR/t fob Hamburg rund 19 EUR/t über Vorwochenniveau bewertet. Sojaöl legte zum gleichen Liefertermin 24 EUR/t auf 749 EUR/t fob zu und nähert sich Rapsöl so preislich an.

    Dateigröße: 177 KDatum: 22.09.2016

  • Marktbericht KW 37 2016


    Der Rohstoffbedarf der Ölmühlen in Deutschland ist weiterhin groß. Lediglich im September 2016 sind sie gut gedeckt, darüber hinaus gibt es für 2016/17 noch teils große Versorgungslücken. Während westdeutsche Ölmühlen sich über das knappe Angebot aus Deutschland einigermaßen mit Importen versorgen können, fällt ostdeutschen Ölmühlen die Rohstoffbeschaffung schwer. Der Spielraum der Prämien nach unten ist so begrenzt. Aufgrund schwacher Rapsnotierungen in Paris sind die Gebote im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Franko Hamburg werden aktuell mit 369 EUR/t rund 4 EUR/t weniger genannt. Auf Erzeugerebene konnten sich die Preise derweil weiter befestigen. Das Angebot kann allerdings nicht gesteigert werden. Auch auf lange Sicht werden die nur sehr knapp offerierten Rapsmengen wohl nicht ausreichen, dass die Ölmühlen auf Vorjahresniveau verarbeiten können. Trotz eines voraussichtlich größer als erwarteten globalen Angebots, unter anderem aus Australien, sowie zuletzt besseren Margen der deutschen Verarbeiter, ist die Importkonkurrenz in der EU-28 einfach zu groß.

    Die Erwartung einer Rekordsojaernte in den USA drückt nicht nur die Sojaschrotkurse in Chicago, sondern auch die Preise am Kassamarkt in Deutschland. Das USDA hat seine Schätzung der Sojaernte 2016/17 jüngst erneut kräftig nach oben korrigiert. Die Sojaverarbeitung könnte vor diesem Hintergrund ebenfalls Rekordniveau erreichen. Nach Einschätzung des USDA fallen im Wirtschaftsjahr etwa 42 Mio. t Sojaschrot an, davon gehen rund 11,2 Mio. t in den Export. Bei erwarteten Rekordausfuhren der beiden weltweiten Hauptexporteure Brasilien und Argentinien ist das Angebot 2016/17 umfangreich und das dürfte die Preise unter Druck halten. In Deutschland kostet Sojaschrot in 44er-Qualität zur Lieferung im Oktober aktuell durchschnittlich 306 EUR/t und damit 8 EUR/t weniger als in der Vorwoche, 48er-Ware wird mit 334 EUR/t rund 10 EUR/t niedriger bewertet. Die Nachfrage ist zwar weiterhin verhalten, vor allem zu den späteren Lieferterminen jedoch stetig. Der Rapsschrothandel läuft ebenfalls schleppend. Zu Wochenbeginn war die Nachfrage regional zu den späteren Lieferterminen etwas belebter, ist mittlerweile aber wieder abgeflaut. Im Vergleich zur Vorwoche kostet vordere Ware im Großhandel aktuell durchschnittlich 191 EUR/t und damit rund 5 EUR/t weniger. Regional zunehmender Angebotsdruck und rückläufige Rapspreise üben Druck aus.

    Schwache Terminmarktkurse, sowohl für Raps, Sojaöl und Palmöl als auch für Rohöl, belasten die Pflanzenölpreise am europäischen Kassamarkt derzeit stark. Für sehr knapp verfügbares Rapsöl zur prompten Lieferung muss zwar weiterhin eine Prämie gezahlt werden, aber auch die Preise konnten sich zur Vorwoche nicht halten. Novemberware wird in Rotterdam aktuell mit 738 EUR/t rund 16 EUR/t niedriger bewertet. Der Preisrückgang von Sojaöl war noch deutlicher, so dass es sich weiter nach unten absetzte. Mit 720 EUR/t kosten Lieferungen im September 2016 aktuell rund 25 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Das entspricht außerdem einem 5-Wochentief. Auch Sonnenblumenöl und Palmöl kosten diese Woche deutlich weniger. Das Handelsinteresse ist insgesamt allerdings gering. Marktteilnehmer spekulieren rege über die Validität der aktuellen USDA-Monatsschätzung, die eine noch umfangreichere US-Sojaernte als vermutet auswies und damit die Ölsaatennotierungen hüben wie drüben stark belastete. Die Nachfrage ist derweil in der Hoffnung auf weiter sinkende Preise abgeflaut.

    Dateigröße: 302 KDatum: 15.09.2016

  • Marktbericht KW 36 2016


    Der Rapsmarkt hat sich etwas belebt, auch wenn das Angebot weiterhin knapp ist. Die Ölmühlen haben ihre Prämien stabil gehalten, auch als in Paris die Kurse fester tendierten. Die steigende Nachfrage nach Rapsöl zur Biodieselherstellung hat die Margenkalkulation der Mühlen verbessert, so dass höheren Forderungen bewilligt werden konnten. Die Gebote zwischen 385-390 EUR/t franko haben die Abgabebereitschaft des Handels etwas angekurbelt. Doch tendenziell bleibt der deutsche Kassamarkt unterversorgt. Dennoch soll es bei den Verarbeitern selbst für September 2016 noch Versorgungslücken geben. Für diesen Termin hatten sich die Verarbeiter größere Abgabemengen aus der Ernte heraus und geringere Preise versprochen. Das hat sich aufgrund der kleinen Rapsernte allerdings nicht ergeben. Nun muss noch Ware in die Bücher, die aber kaum greifbar ist. Das liegt auch an der kaum vorhandenen Abgabebereitschaft der Erzeuger. Das ist auch wenig verwunderlich so wurden im Norden mit 363 EUR/t nur 1 EUR/t mehr bewilligt als in der Vorwoche. In Standortferneren Regionen liegen die Aufschläge auch bei 5 EUR/t, aber selbst das höhere Niveau von 350 EUR/t ist aus Sicht der Erzeuger indiskutabel.

    Das Interesse an Ölschroten hat sich insgesamt leicht belebt. Für Sojaschrot ist die Nachfrage jedoch auf Lieferungen bis Februar 2017 beschränkt und konzentriert sich auf das letzte Quartal 2016. Am 07.09.2016 wurde 44er Sojaschrot fob Hamburg für 314 EUR/t und 48er Ware für 344 EUR/t angeboten. Insgesamt ist die Verfügbarkeit reichlich. Käufer warten nach wie vor auf die neue Ernte aus den USA und weitere Preisermäßigungen im Hinblick auf das prognostizierte Rekordniveau. Die Nachfrage nach Rapsschrot zeigt sich ebenso verhalten und beschränkt sich im Wesentlichen auf Ware vom Niederrhein. Vor dem Hintergrund zuletzt schwächerer Rapskurse in Paris mussten die Preise für Rapsschrot am Kassamarkt ebenfalls ihre Gewinne wieder abgegeben, nachdem sie sich zu Wochenbeginn leicht befestigt hatten. Vordere Ware fob Ölmühle wird mit 196 EUR/t rund 2 EUR/t schwächer bewertet als in der Vorwoche.

    Die Pflanzenölpreise haben kräftig zugelegt. Nicht nur, dass sich die Rohstoffkosten in den vergangenen Tagen erhöht haben, auch die Nachfrage hat zugelegt und übersteigt auf einigen Terminen häufig das Angebot. Die Nachfrage der Biodieselhersteller nach Rapsölraffinat hat zuletzt wieder spürbar abgenommen, nachdem in der 35. KW umfangreich Kontrakte abgeschlossen worden waren. Auch rohes Rapsöl verzeichnete lebhafte Nachfrage. Nun ist der Markt in eine Konsolidierungsphase getreten, es wird abgewartet, was der USDA-Bericht am 12.9.2016 für Impulse bringt. Anbieter verlangen aufgrund des knappen vorderen Angebotes deutlich höhere Preise als in der Vorwoche. So liegen die Offerten für Rapsölraffinat in Nordeuropa zwischen 796-830 EUR/t. Sollten Umsätze zustande kommen, dann weit unter der genannten Obergrenze. Fob Niederrhein wurden am 7.9.2016 für rohes Rapsöl rund 765 EUR/t genannt, 30 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 43 KDatum: 08.09.2016

  • Marktbericht KW 35 2016


    Ölmühlen laufen weiterhin der Ware hinterher. Sie haben zu Beginn der Woche den rückläufigen Kursen in Paris mit höheren Prämien getrotzt um mehr Angebot zu erhalten, konnten aber zuletzt mit den deutlichen Verlusten bei Raps, Soja und Pflanzenölen diese nicht weiter erhöhen. So gaben die Gebote langsam nach. Allerdings wird damit immer noch fast genau so viel geboten wie vor einer Woche. Franko Mühle am Niederrhein wird aktuell mit 378 EUR/t rund 8 EUR/t weniger bewilligt als in der Vorwoche. Der Bedarf für September 2016 dürfte weitgehend gedeckt sein, aber ab Oktober 2016 klaffen noch größere Lücken. An den Importstandorten wird die Nachfrage vor allem über Importe gedeckt, so dass sich dort die Prämien ohnehin nicht nach oben bewegt haben. Allerdings reicht die Preisdifferenz zwischen standortnahen und standortfernen Regionen noch nicht aus um das überregionale Geschäft anzuheizen. Erzeuger vermarkten kaum noch Raps. Sie sehen für die Ölsaaten in den kommenden Monaten größere Chancen eines Preisanstieges als für Getreide und halten daher Raps zurück. Wenn aus Liquiditätsgründen Partien verkauft werden müssen, dann ist es eher Getreide. Damit bleibt am Kassamarkt das Angebot an heimischer Ware knapp. Ganz besonders vor dem Hintergrund der aktuell zurückgenommenen Erzeugerpreise.

    Der Ölschrotmarkt zeigt sich weiterhin ohne Impulse, denn die Nachfrage bleibt anhaltend verhalten. Die Käufer warten, wie bereits in den vorangegangenen Wochen, auf die neue Sojaernte und hoffen im Zuge des steigenden Rohstoffangebots auf Preisnachlässe. Sojaschrot in 44-er Qualität kostet aktuell zur prompten Lieferung fob Hamburg 316 EUR/t und liegt somit 10 EUR/t unter Vorwochenniveau, 48-er Ware fob wird für 345 EUR/t angeboten und damit 12 EUR/t niedriger bewertet. Neben dem schwächeren Eurokurs gegenüber dem US-Dollar, der Importe verteuert, belasteten die fallenden Notierungen in Chicago zusätzlich. Die Forderungen für Rapsschrot fallen deutlich unter die Marke von 200 EUR/t. Vordere Ware fob Ölmühle wird für 194 EUR/t offeriert und kostet gegenüber der Vorwoche 7 EUR/t weniger.

    Die Rapsölpreise können sich der Schwäche von Soja- und Palmöl widersetzen. Die jüngste Schätzung der EU-Kommission bestätigt die geringe Rapsernte in der EU-28, die zudem auch noch geringere Ölgehalte aufweist, so dass mit absehbar geringerem Rapsölangebot aus den EU-Mühlen zu rechnen ist. Gleichzeitig haben die europäischen Ölmühlen Mühe ihren Bedarf zu decken. Kontrakte können vom Handel nur schwer gedeckt werden und freie Ware wird so gut wie nicht offeriert. Das lässt den Rapsölpreisen wenig Spielraum nach unten. Fob Hamburg wurden am 31.08.2016 für Ware zur Lieferung im Oktober 745 EUR/t verlangt, Raffinate erzielten 790 EUR/t. Obgleich dieses Niveau verhältnismäßig hoch ist – vor einem Monat kostete Oktoberraffinat 747 EUR/t – wird nun wieder mehr gekauft. Biodieselhersteller stellen um von Palmölraffinat auf Rapsölraffinat und die Hoffnung, dass sich die Gebote mit der anstehenden Sojarekordernte in den Keller bewegen könnten, ist vorüber. Allerdings wird der Preisabstand zum Sojaöl immer größer und auch die Palmölpreise haben den Weg nach unten eingeschlagen, so dass die Wettbewerbsfähigkeit von Rapsöl gegenüber anderen Ölen schwindet. Am Kassamarkt macht sich dies bereits in der steigenden Nachfrage nach Sojaöl bemerkbar.

    Dateigröße: 39 KDatum: 01.09.2016

  • Marktbericht KW 34 2016


    Die Situation am Rapskassamarkt ist im Wesentlichen unverändert zur Vorwoche. Mangels Angebot wird wenig umgesetzt. Ölmühlen haben zwar Bedarf, der ist allerdings nicht so groß, dass sich das spürbar in allen Prämien äußern würde. So wurden nur auf den vorderen Lieferpositionen die Aufgelder angehoben, um entstehende Versorgungslücken schließen zu können. Bei stabilen Rapsnotierungen in Paris hat sich das jüngst nur begrenzt auf die Gebote am Kassamarkt übertragen. Im Vergleich zur Vorwoche sind sie dennoch gestiegen. Prompte Ware wird franko Hamburg mit 379 EUR/t aktuell rund 4 EUR/t höher bewertet. Das Angebot bleibt trotzdem sehr knapp. Erzeuger hoffen auf deutlich höhere Preise. Dem Vernehmen nach könnte bei Geboten von franko 390 EUR/t und mehr etwas mehr angeboten werden. Diese sind aktuell und bei dem aktuell insgesamt ruhigen Handel noch in weiter Ferne.

    Die Ölschrotpreise bewegen sich diese Woche ungewöhnlich wenig. Rapsschrot rangiert seit einigen Tagen leicht über 200 EUR/t fob Ölmühle für vordere Ware. Sojaschrot hat sich bei rund 326 EUR/t für 44er-Ware und 357 EUR/t für 48er-Qualität fob Norddeutschland eingependelt und liegt damit 9 EUR/t unter Vorwochenniveau. Verantwortlich für die Preisrücknahmen waren die leicht schwächeren Kurse in Chicago sowie ein gegenüber dem US-Dollar fester Euro, der Importe zusätzlich vergünstigte. Aktuell mangelt es an richtungsweisenden Impulsen von den Rohstoffmärkten. Gebremst wird der Umsatz, neben der ohnehin geringen Nachfrage, zusätzlich von der Abwesenheit zahlreicher Marktteilnehmer aufgrund einer Großveranstaltung. Das Angebot ist ausreichend, obgleich Sojaschrot zur Lieferung im August im Süden bereits ausverkauft ist.

    Nach dem kräftigen Anstieg in der Vorwoche, sind die Preisbewegungen der Pflanzenöle diese Woche eher überschaubar. Sojaöl und Palmöl gaben tendenziell leicht nach. Sonnenblumenöl und Rapsöl haben ihr Niveau weitgehend behauptet. Die Preise für sehr knapp verfügbares Rapsöl zur vorderen Lieferung legten in Rotterdam sogar zu. So werden für Septemberlieferungen aktuell 748 EUR/t fob genannt, rund 5 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Trotz lebhafterer Nachfrage der Biodieselhersteller nach Rapsöllieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2016/17 kommen kaum mehr Abschlüsse zu Stande. Die Verarbeiter konnten sich noch nicht genügend Rohstoff sichern und bieten auch zu den Lieferterminen Anfang 2017 wenig an. Das Sojaölangebot ist ausreichend. Augustware kostet fob Rotterdam mit 755 EUR/t aktuell 5 EUR/t weniger.

    Dateigröße: 39 KDatum: 26.08.2016

  • Marktbericht KW 33 2016


    Der Rapskassamarkt präsentierte sich zu Wochenbeginn etwas belebter. Bei tendenziell festen Rapskursen in Paris sind die Gebote gestiegen und das hat das Angebot etwas gesteigert. Regional wurde auf allen Terminen Ware umgesetzt. Mittlerweile agieren Marktteilnehmer jedoch wieder zurückhaltender. Viele Ölmühlen konnten ihre Versorgungslücken auf den vorderen Lieferterminen schließen, so dass die Prämien gesenkt wurden. Das Kaufinteresse an Lieferungen ab Oktober 2016 ist insgesamt begrenzt. Erzeuger bieten in der Hoffnung auf steigende Preise wenig an. Fob Hamburg wird für vordere Ware mit 375 EUR/t aktuell rund 1 EUR/t mehr geboten als in der Vorwoche. Die Rapsernte ist derweil fast überall abgeschlossen. Die Mengen zu dreschender Flächen werden wohl keinen Angebotsdruck mehr erzeugen, zumal es in den Lägern aufgrund einer auch deutlich kleineren Weizenernte noch Kapazitäten gibt. Der Deutsche Raiffeisenverband, DRV, taxiert die Rapsernte 2016 in Deutschland, wie der Deutsche Bauernverband, auf rund 4,5 Mio. t und damit 500.000 t kleiner als im Vorjahr. Mit Ausnahme von Bayern wurde laut DRV in allen Regionen weniger eingefahren trotz teils deutlicher Flächenausdehnung.

    Der Rapsschrothandel ist zweigeteilt: Das Kaufinteresse an Lieferungen bis September 2016 ist verschwindend gering, Lieferungen ab Oktober 2016 werden gleichzeitig rege nachgefragt. Während die Preise für vordere Ware aufgrund eines reichlichen Angebots unter Druck stehen, versuchen die Ölmühlen für spätere Lieferungen im Zuge der lebhaften Nachfrage höhere Preise durchzusetzen. Auch wenn teils intensiv mit Käufern verhandelt wird, können sie die Forderungen vereinzelt durchsetzen. Im Vergleich zur Vorwoche haben sich die Rapsschrotpreise allerdings kaum geändert. Lieferungen im August werden mit durchschnittlich 196 EUR/t fob identisch bewertet. Dem Sojaschrothandel in Deutschland fehlt es an Impulsen. Die Nachfrage ist sehr gering, während es nirgendwo an Angebot mangelt. Die Preise werden täglich angepasst, wenn auch meist nicht so stark wie zu Monatsbeginn. Die große Volatilität der Kurse in Chicago und ein sehr schwacher US-Dollar wirken nur noch abgeschwächt auf die Sojaschrotpreise.

    Die Pflanzenölpreise haben gegenüber Vorwoche einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Die Impulse dafür sind allerdings im Detail schwer nachvollziehbar, die Verunsicherung der Marktteilnehmer ist weiterhin groß. Das vordere Angebot an Pflanzenölen, vor allem an Rapsöl, ist aktuell zwar knapp, gleichzeitig wird aber auch sehr wenig nachgefragt. Käufer ordern nur das Nötigste. Den größten Preisanstieg zur Vorwoche verzeichnete Palmöl. Rapsöl zur Lieferung im August 2016 wird fob Hamburg mit 755 EUR/t rund 25 EUR/t höher bewertet. So teuer war es kurz nach der Rohstoffernte zuletzt im August 2013.

    Dateigröße: 181 KDatum: 18.08.2016

  • Marktbericht KW 32 2016


    Der Rapshandel in Deutschland kommt bei sehr begrenztem Angebot nicht in Schwung. Die Preise zogen im Vergleich zur Vorwoche bei steigenden Prämien der Verarbeiter und anziehenden Kursen in Paris zwar deutlich an, aber nicht genug, um das Angebot spürbar zu erhöhen. Der Bedarf der Ölmühlen wächst derweil auf den vorderen Lieferterminen stetig. Bevor die Prämien weiter angehoben werden, warten sie wohl noch repräsentativere Ernteergebnisse aus Deutschland und den Haupterzeugungsländern ab, auch wenn die wahrscheinlich keine positiven Überraschungen mit sich bringen. Franko Hamburg werden für Raps zur vorderen Lieferung 374 EUR/t und damit 16 EUR/t mehr als in der Vorwoche genannt. In Deutschland ist die Rapsernte 2016 in vielen Bundesländern abgeschlossen. In den verbliebenen Regionen zögern häufige Niederschläge das Ende hinaus. Der Deutsche Bauernverband DBV schätzte den Durchschnittsertrag in seinem zweiten Erntebericht auf 34 dt/ha und damit weit unter Vorjahresniveau und dem langjährigen Mittel. Die Rapserzeugung Deutschlands insgesamt wird so trotz etwas größerer Anbaufläche nur noch bei 4,5 Mio. t gesehen, rund 500.000 t kleiner als 2015.

    Der Handel mit Ölschroten läuft diese Woche sehr schleppend. Umgesetzt wird kaum etwas. Die Nachfrage der Futtermittelhersteller ist aufgrund des nach wie vor schleppenden Absatzes in Richtung Milchviehbetriebe gering. Im Hinblick auf die wohl auch in den kommenden Wochen niedrigen Erlöse der Milcherzeuger dürfte die Nachfrage, vor allem nach Sojaschrot, gering bleiben. Dabei spielt die von Verbrauchern oft gewünschte Gentechnikfreiheit bei Milchprodukten eine Rolle, die das Kaufinteresse Richtung Rapsschrot lenkt. Die zuletzt angehobenen Forderungen für Sojaschrot schaffen zudem keine Kaufanreize. Vordere Ware in 44er-Qualität kostet aktuell 334 EUR/t fob Norddeutschland und damit 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche, 48er-Sojaschrot wird mit 364 EUR/t rund 8 EUR/t höher bewertet. Die Rapsschrotpreise rangieren im Großhandel für Lieferungen im August mit durchschnittlich 196 EUR/t fob etwa 4 EUR/t unter Vorwochenniveau. Die Nachfrage ist trotz sinkender Preise gering, das Angebot ausreichend. Das Kaufinteresse beschränkt sich auf Liefertermine in den Wintermonaten.

    Der Pflanzenölhandel kommt nicht in Schwung. Das ohnehin schon sehr geringe Kaufinteresse wurde mit anziehenden Preisen gänzlich im Keim erstickt. Während Sojaöl und Rapsöl sich aufgrund kräftig steigender Rohstoffkosten befestigten, legte Palmöl im Zuge einer lebhaften Nachfrage bei gleichzeitig schrumpfenden Lagerbeständen im Haupterzeugungsland Indonesien zu. Den größten Preissprung am europäischen Kassamarkt verzeichnete Sojaöl. Vordere Ware kostet mit 730 EUR/t fob Nordseehäfen rund 30 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Rapsöl wird mit 712 EUR/t fob rund 16 EUR/t höher bewertet. Rapsöl zur Lieferungen im August 2016 ist regional schon ausverkauft und zur vorderen Lieferung insgesamt knapp verfügbar. Da die Rohstoffbeschaffung für die Ölmühlen aufgrund unbefriedigender Margen bei sehr knappem Angebot schwierig ist, kommt auch nur wenig nach. Der Plan einiger Verarbeiter, sich erst während der Ernte umfangreich mit günstigem Rohstoff einzudecken, ist dieses Jahr nicht aufgegangen.

    Dateigröße: 183 KDatum: 11.08.2016

  • Marktbericht KW 31 2016


    Die Rapsernte 2016 steht unter keinem guten Stern. Übermäßige Feuchtigkeit im Frühjahr und im Frühsommer sowie mangelnde Einstrahlung haben das Ertragspotenzial stark gesenkt. Der Krankheit- und Schädlingsdruck ist regional ungewöhnlich hoch. Starke Verunkrautung und kräftige Niederschläge bremsen den Drusch in manchen Regionen diese Woche aus. In vielen Bundesländern ist die Ernte schon abgeschlossen. Das Resümee fällt dabei überwiegend gleich aus: Die Erträge sind sehr heterogen und haben das Vorjahresniveau teils deutlich verfehlt. Repräsentativere Ergebnisse über den Durchschnittsertrag wird es erst nach Abschluss der Ernte in den verbliebenen Regionen geben. Dass die Gesamterzeugung das Vorjahresniveau verfehlt, ist wahrscheinlich. Der Rapshandel kommt bei sehr begrenztem Angebot nicht in Schwung. Erzeuger lagern weiterhin ein, so viel es geht. Dem Vernehmen nach gibt es aufgrund schlechterer Raps- und Getreideerträge dafür noch genug Kapazitäten. Verarbeiter können sich derweil auf den vorderen Lieferpositionen nur über den Abruf von Kontrakten oder Importe versorgen. Letztere stammen dem Vernehmen nach vor allem aus Südosteuropa. Die Preise haben sich, genau wie die Prämien der Verarbeiter, uneinheitlich zur Vorwoche entwickelt. Franko Hamburg werden im Großhandel mit 358 EUR/t aktuell 4 EUR/t mehr genannt.

    Die Konkurrenzfähigkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot bleibt groß. Ein gut 1,60 EUR niedrigerer Preis für ein Prozent Protein pro Tonne sowie die Aussichten auf Preissteigerungen im Laufe des Wirtschaftsjahres aufgrund eines knapper als erwarteten EU-Rohstoffangebots heizen die Nachfrage an. Auch die zuletzt kräftig gesunkenen Preise für Sojaschrot schaffen nicht genügend Kaufinteresse, zumal die

    Forderungen insgesamt noch volatil sind. Erst wenn in den USA der ertragsbestimmende Monat August vorbei ist, wird sich für die Sojabohnen- und die Sojaschrotkurse eine deutlichere Tendenz abzeichnen. Aktuell kostet Sojaschrot zur Lieferung im August mit 324 EUR/t fob Hamburg rund 17 EUR/t weniger als in der Vorwoche und so wenig wie seit Ende April 2016 nicht mehr, 48er-Sojaschrot rangiert mit 356 EUR/t fob Hamburg rund 19 EUR/t niedriger. Rapsschrot fob Niederrhein ist diese Woche bei zeitweise schwachen Rohstoffkursen unter die Marke von 200 EUR/t gerutscht.

    Die Pflanzenölpreise finden keine klare Richtung. Schwache Rohölnotierungen schmälern die Nachfrage nach pflanzenölbasiertem Biodiesel und damit die Nachfrage. Sojaöl wird zusätzlich von sehr guten Aussichten auf die US-Rohstoffernte unter Druck gesetzt. Die Volatilität der Preise ist aufgrund des wahrscheinlich noch im gesamten August 2016 vorherrschenden Wettermarktes in den USA allerdings unverändert groß. Am europäischen Pflanzenölmarkt ist vor allem die laufende Rapsernte Gesprächsthema. Auch wenn das Rohstoffangebot der Ölmühlen aufgrund deutlich niedrigerer Rapserträge und unbefriedigender Preise aktuell kleiner ist, als vermutet, sind sie insgesamt wohl gut versorgt. Nur regional ist Rapsöl zur vorderen Lieferung knapp. Die Preise haben sich zur Vorwoche befestigt. Vordere Ware kostet mit 708 EUR/t fob Hamburg rund 5,50 EUR/t mehr. Sojaöl wird auf dem gleichen Liefertermin aktuell mit 695 EUR/t und damit 7 EUR/t niedriger bewertet.

    Dateigröße: 57 KDatum: 05.08.2016

  • Marktbericht KW 30 2016


    Das Rapsangebot am Kassamarkt bleibt trotz laufender Ernte knapp. Erzeuger erfüllen vorrangig bestehende Kontrakte und lagern darüber hinaus so viel wie möglich ein. Zum einen warten sie ab, wie sich die Erträge mit voranschreitender Ernte entwickeln, zum anderen erhoffen sie sich höhere Preise. Nachdem der Drusch nun in den meisten Regionen Fahrt aufgenommen hat, könnte der Erntedruck in den kommenden Tagen zunehmen. Da Ölmühlen auf den vorderen Lieferpositionen Bedarf haben, wurden die Prämien auf die schwächelnden Rapskurse teils leicht angehoben. Aktuell werden für Raps zur vorderen Lieferung dennoch nur 354 EUR/t franko Hamburg und damit 6 EUR/t weniger als in der Vorwoche geboten. Bei steigendem Angebot, spätestens kommende Woche, können sie sich wohl umfangreich eindecken. Das hängt aber auch davon ab, wie viel die Landwirte tatsächlich von den Feldern holen können. Erste Meldungen aus den Anbauregionen sind negativ. So wird von heterogenen Erträgen gesprochen, welche die geringen Erwartungen oft nicht erfüllen. Aus Norddeutschland werden 10-20 % niedrigere Erträge gemeldet. Der Ölgehalt ist derweil, wenn auch ebenfalls in großer Spannbreite, regional durchaus zufriedenstellend.

    Die Sojaschrotpreise am Kassamarkt setzen ihren Abwärtstrend fort und rangieren weit unter Vorwochenlinie. Vordere 44er-Ware wird mit 340 EUR/t fob Norddeutschland etwa 23 EUR/t niedriger bewertet und kostet so wenig wie seit Anfang Mai 2016 nicht mehr, 48er-Sojaschrot gab ebenso deutlich auf 374 EUR/t nach. Der kräftige Preisrückgang konnte die Nachfrage nicht ankurbeln. Grund ist der noch präsente US-Wettermarkt. Auch wenn sich aktuell bei der Aussicht auf eine umfangreiche Rohstoffernte eine Schwächetendenz zeigt, könnte es im August 2016, je nachdem wie die Witterung in der ertragsbestimmenden Phase der Sojapflanzen ist, kräftige Kursschwankungen für Sojabohnen und damit Sojaschrot geben. Lebhafte Nachfrage nach Rapsschrot, vor allem auf den Lieferterminen ab August 2016, sowie die Aussicht auf ein kleineres Rohstoffangebot haben den Preisen in den vergangenen Tagen derweil Auftrieb gegeben. Novemberware kostet fob Niederrhein mit 219 EUR/t rund 4 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Die Sojaölpreise haben bei schwachen Terminmarktkursen in Chicago und den Aussichten auf eine umfangreiche Rohstoffernte in den USA einen Satz nach unten gemacht. Julilieferungen kosten mit 705 EUR/t fob Nordseehäfen rund 35 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Spätere Termine gaben ebenfalls kräftig nach. Der Rückgang der Rapsölpreise war im Vergleich dazu mit etwa 6 EUR/t für vordere Ware überschaubar. Lieferungen zwischen August und Oktober 2016 kosten aktuell 702,50 EUR/t fob Hamburg und damit nahezu genauso viel wie Sojaöl. Auch spätere Termine liegen preislich nah beieinander. Rapsöl zur Lieferung im Juli ist ausverkauft, aber auch für die folgenden Monate ist das Angebot nicht reichlich, da sich die Ölmühlen aufgrund der schleppenden Rapsernte noch nicht umfangreich mit günstigem Rohstoff eindecken konnten. Die Nachfrage ist verhalten, da Käufer von den teils stark schwankenden Preisen abgeschreckt sind und die weitere Entwicklung aufgrund der noch vagen Rapsernteprognosen und dem Wettermarkt in den USA schwer abzuschätzen ist.

    Dateigröße: 57 KDatum: 28.07.2016

  • Marktbericht KW 29 2016


    Bei günstiger Witterung ist die Rapsernte in Deutschland zu Wochenbeginn vielerorts in Schwung gekommen. Hochsommerliche Temperaturen und einige Tage Regenpause dürften den Drusch vorangetrieben haben, so dass zum Wochenende erste repräsentative Meldungen aus den Anbaugebieten erwartet werden. Allerdings könnte es dann auch erneut witterungsbedingte Unterbrechungen der Ernte geben. Bis dato hinken die Erträge dem Vorjahr regional schon hinterher. Das könnte sich mit Beginn der Haupternte allerdings noch etwas relativieren. Die Gretchenfrage ist, wie die Pflanzen auf schweren Böden die teils überreichlichen Wassermengen im Mai und Juni verarbeitet haben. Der Deutsche Raiffeisenverband DRV hat aufgrund witterungsbedingter Ertragseinbußen seine Schätzung der Rapsernte auf 4,9 Mio. t leicht nach unten korrigiert. Den Durchschnittsertrag prognostiziert der DRV auf 37 dt/ha und damit fast 5 % unter Vorjahresniveau. Der Rapshandel bleibt geprägt von geringem Angebot bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage. Erzeuger hoffen auf steigende Preise im Zuge eines voraussichtlich deutlich kleineren EUAngebots und lagern bevorzugt ein. Verarbeiter haben derweil wenig Bedarf an freier Ware und wickeln vorrangig Kontrakte ab. Feste Rapskurse in Paris haben die Preise am Kassamarkt jüngst wieder in die Höhe getrieben. Franko Hamburg werden mit 360 EUR/t aktuell 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche genannt.

    Die Sojaschrotpreise am Kassamarkt haben einen Satz nach unten gemacht. Prompte Ware wird in Norddeutschland mit 358 EUR/t fob rund 21 EUR/t niedriger bewertet, 48er-Qualität verzeichnete einen ebenso starken Rückgang auf 392 EUR/t. Das entspricht dem niedrigsten Niveau seit Ende Mai 2016. Druck auf die Preise üben ein umfangreiches Angebot sowie schwache Sojaschrotkurse in Chicago aus. Der Ölschrothandel hat sich mit rückläufigen Preisen Mitte Juli etwas belebt, da Käufer Bedarf haben. Aufgrund eines voraussichtlich kleineren Rapsangebots 2016/17 ist der Preisspielraum für Rapsschrot nach unten allerdings begrenzt. Da sich bei den Rohstoffkursen in Paris aufgrund kräftiger Ertragseinbußen in den Haupterzeugungsländern zuletzt eine feste Tendenz abzeichnete, könnte es auch für die Schrotpreise bald aufwärts gehen. Darauf hoffen die Verarbeiter, deren Verarbeitungsmargen bei schleppendem Rapsölabsatz unbefriedigend sind. Das Kaufinteresse sinkt bei steigenden Preisen spürbar.

    Die Preise für Raps- und Sojaöl sind im Vergleich zur Vorwoche kräftig gestiegen. Auftrieb gaben Sojaöl die kurzzeitig festen Notierungen in Chicago und bis dato haben die Kurse ihr höheres Niveau halten können. Augustware kostet aktuell mit 730 EUR/t fob Nordseehäfen rund 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Rapsöl zur vorderen Lieferung legte im Hinblick auf ein möglicherweise noch knapperes Rohstoffangebot in der EU-28 ebenso deutlich auf etwa 702 EUR/t fob zu. Vom Kassamarkt selbst kommen derzeit keine Impulse. Marktteilnehmer warten vorerst ab, wie sich der Wettermarkt in den USA sowie die EU-Rapsernte in den kommenden Tagen und Wochen entwickeln.

    Dateigröße: 57 KDatum: 21.07.2016

  • Marktbericht KW 28 2016


    Die Rapsernte 2016 hat begonnen, wenn auch langsam und nur regional. Das in vielen Anbauregionen wechselhafte Wetter zögerte den Erntestart hinaus, spätestens in der kommenden Woche soll es aber überall losgehen. Erste repräsentative Ertrags- und Qualitätsmeldungen werden mit Spannung erwartet. Bis dato wird immer noch mit etwas niedrigeren Erträgen als im Vorjahr gerechnet. Aufgrund einer etwas größeren Anbaufläche in Deutschland könnte die Ernte dennoch mit schätzungsweise 5 Mio. t Vorjahresniveau erreichen, wenn es nicht sogar leicht überschreiten. Der Rapshandel läuft weiterhin schleppend. Das Angebot steigt langsam. Verarbeiter fragen nur verhalten nach, da sie meist gut versorgt sind und aufgrund unbefriedigender Margen kaum Spielraum für ihre Prämien haben. Regional wurden die Prämien aber, zumindest für die vorderen Liefertermine, leicht zur Vorwoche angehoben. Im Großhandel sind die Preise vor diesem Hintergrund teils kräftig gestiegen. Franko Hamburg wird vordere Ware mit 354 EUR/t aktuell 8 EUR/t höher bewertet.

    Feste Sojaschrotkurse in Chicago und Rapsnotierungen in Paris geben den Preisen für Ölschrote Auftrieb. Während die Tendenz für Sojaschrot im Zuge eines möglicherweise witterungsbedingt kleineren Rohstoffangebots in den USA dabei auch langfristig fest ist, tendieren die Rapsschrotpreise aufgrund eines zunehmenden Rapsangebots aus der gerade anlaufenden Ernte schwach. Zuletzt wurde vordere Ware mit durchschnittlich 208 EUR/t fob Ölmühle noch knapp über Vorwochenniveau bewertet. Sojaschrot in 44er-Qualität kostet derweil aktuell mit 379 EUR/t fob Norddeutschland etwa 1 EUR/t weniger. Umgesetzt wird wenig. Käufer von Rapsschrot warten auf Preisnachlässe mit fortschreitender Rohstoffernte. Sojaschrotkäufer ordern nur, um dringenden Bedarf zu decken, in der Hoffnung, dass die Preise bald sinken. Das Angebot an beiden Schroten ist demgegenüber ausreichend.

    Der Pflanzenölmarkt kommt nicht in Schwung. Das Angebot ist zu diesem Saisonzeitpunkt ungewöhnlich groß, während die Nachfrage weiterhin leblos ist. Die Rapsölpreise sind bei steigenden Rohstoffpreisen zuletzt deutlich angehoben wurden, was das Kaufinteresse auch in den kommenden Tagen gering halten könnte. Vordere Ware kostet mit 684 EUR/t fob Hamburg rund 9 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Käufer hoffen allerdings auf rückläufige Preise. Einfluss auf die Entwicklung der Pflanzenölpreise hat die Entwicklung der Rohstoffkurse und die ist mit dem Wettermarkt in den USA und den noch vagen Ertragsprognosen für Raps in der EU derzeit volatil. Auch die Währungen schwanken stark. Der aktuelle USDA-Bericht zur globalen Versorgung erzielte keine Kurswirkung. Die Sojaölpreise rangieren leicht unter Vorwochenniveau. Vordere Ware mit 705 EUR/t fob Hamburg rund 3 EUR/t niedriger bewertet.

    Dateigröße: 56 KDatum: 14.07.2016

  • Marktbericht KW 27 2016


    Raps wird kaum noch gehandelt, da die Ölmühlen derzeit mit der Wartung ihrer Anlagen befasst sind. Vereinzelt wird noch Ware aus der alten Ernte gesucht, da immer mehr Stimmen laut werden, dass es zu feucht auf den Schlägen ist, um zu ernten. Aus einigen Landesteilen wird aber auch gemeldet, dass - bei guter Witterung - die Rapsernte beginnen könnte. Kontrakte sind nach den Preisabschlägen derzeit kein Thema. Im Vergleich zur Vorwoche verloren die Erzeugerpreise 2 EUR/t auf durchschnittlich 335,50 EUR/t. Erzeuger sind sich nicht sicher, wie sie sich mit der derzeitigen Preissituation verhalten sollen. Viele denken über die Einlagerung der noch nicht verkauften Mengen nach, was sich angesichts der insgesamt knappen, globalen Marktversorgung eher anbietet, als jetzt, im Strudel des Erntepreisknickes sich all zu früh und zu billig von seiner Ware zu trennen. Unter den Erzeugern ist die Tendenz zur Einlagerung deutlich zu spüren. Vereinzelt werden angesichts der fallenden Kurse noch Vorkontrakte abgeschlossen.

    Mit den schwächeren Rohstoffnotierungen, aber vor allem mit dem Limit down für Sojaschrot an der Chicagoer Börse haben die Ölschrotpreise kräftig verloren. Sojaschrot gab am 06.07.2016 gegenüber Vortag um 15 EUR/t nach und notierte fob Hamburg mit 380 EUR/t wieder nahe der Vorwochenlinie. Der leicht schwächere Eurokurs konnte dem Preisverfall nichts entgegensetzen. Rapsschrot wird derzeit kaum gehandelt, die Prämien der einzelnen Standorte sind stabil für alle Termine bis zum Ende der Saison 2016/17. Der jüngste Preisrutsch konnte die Nachfrage nicht beleben, ganz im Gegenteil: nun wird abgewartet, ob dies der Hinweis auf eine Trendwende ist oder nur eine Eintagsfliege war. Vorderes Rapsschrot wird kaum noch offeriert, nur vereinzelt werden Partien angeboten, dann allerdings auch zu den gleichen Preisen wie für Ware zur Lieferung ab August 2016. Der Aufschlag für Lieferungen November/Januar 2016/17 kostet durchweg 10 EUR/t mehr, der für den Rohstoff beträgt indes nur 5 EUR/t.

    Die zuletzt kräftig abgerutschten Pflanzenölpreise haben das ohnehin umsatzschwache Geschäft weiter reduziert. Bei ausreichendem Angebot, nur vordere Ware ist teils limitiert, warten die potenziellen Käufer weiterhin ab und hoffen auf anhaltende Preisschwäche. Dabei bremsen auch die Unsicherheiten an den Finanzmärkten das längerfristige Engagement. Kaufinteresse kommt dagegen teils auch von den sonst üblichen Anbietern, die auf späteren Lieferterminen größere Lücken im Angebot aufweisen und zu decken versuchen. Dabei helfen die volatilen Rohstoffkurse und die derzeit kaum kalkulierbaren Währungsentwicklungen jedoch nur wenig. Allerdings zeichnet sich eine Ausweitung der Preisdifferenz zwischen Rapsöl und Sojaöl ab. In Deutschland wurden am 05.07.2016 für vorderes Rapsöl 690 EUR/t verlangt, 5 EUR/t weniger als am Vortag und 25 EUR/t weniger als noch vor einer Woche. Demgegenüber sind die Forderungen für rohes Sojaöl nach oben gesetzt worden. Mit 720 EUR/t kosten Partien zur Lieferung im Juli nun knapp 28 EUR/t mehr als noch am 29.06.2016. Der kräftige Auftrieb fürs Rohöl lässt sich für Sojaölraffinat nicht durchsetzen. Die Prämie wurde von 42 EUR/t in der Vorwoche auf 35 EUR/t in der 27. KW gesenkt.

    Dateigröße: 57 KDatum: 07.07.2016