Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 35 2015


    Der ohnehin schon auf Sparflamme laufende Rapshandel hat sich mit dem kräftigen Kursrutsch vollends beruhigt. Das stark gesunkene Rapspreisniveau konnte die Umsätze am Kassamarkt nicht beleben. Erzeuger sehen derzeit wenig Sinn im Verkauf, Druckpartien scheint es auch keine mehr zu geben. Raps muss für Weizen seinen Lagerplatz nicht mehr räumen. Denn in den meisten Regionen ist die Weizenernte gelaufen. Nur im Norden stehen noch 10 % aus, und für die ist ausreichend Lagerraum vorhanden. Raps wird also gehalten und das wohl auch bis Jahresende. Denn der September ist traditionell der umsatzschwächste Monat mit den saisonal niedrigsten Preisen. Die Erzeugerpreise verloren gegenüber Vorwoche 15 EUR/t und lagen im Schnitt bei 337 EUR/t. Damit weisen sie gegenüber Vorjahr aber immerhin noch Plus von 42 EUR/t aus.

    Auf der nächsten Stufe können so die Handelsunternehmen allerdings nicht ihre Kauf-Positionen auflösen. Und die Mühlen sehen sich mit den stärker eingebrochenen Rapsölpreisen keiner besseren Marge gegenüber. Außerdem fehlt es an vorratsentlastender Nachfrage. Die Prämien entwickeln sich nicht und können so kein Neugeschäft generieren. Im Wochenverlauf wurden die Gebote stetig und in großen Schritten nach unten angepasst. Für Lieferung im September 2015 werden aktuelle durchschnittlich 351,50 EUR/t genannt, 13 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Rapsschrot hat sich mit dem Rückgang der Rohstoffnotierungen kräftig ermäßigt. Die Forderungen wurden im Schnitt gegenüber Vorwoche um 9 EUR/t zurückgenommen. Das hat die ohnehin geringe Nachfrage zusätzlich gebremst. Anscheinend herrscht derzeit kein dringender Bedarf, denn vordere Partien finden keine Käufer in der Mischfutterindustrie. Das Angebot ist ausreichend, vordere Ware erzielt keine Aufgelder. Ganz im Gegenteil, an einzelnen Mühlenstandorten sind Septemberlieferungen sogar mit einem kleinen Preisabschlag gegenüber dem Folgetermin verfügbar. keinen dringenden Bedarf haben. Das wenige Geschäft konzentriert sich auf den Niederrhein.

    Da das Angebot an vorderem Sojaschrot sehr unterschiedlich ist, schlug der Druck der schwachen Rohstoffnotierungen nur im Norden und im Süden auf den späteren Lieferterminen zu Buche. Während fob Hamburg die Forderungen gegenüber Vorwoche um 9 EUR/t reduziert wurden, legt das sehr knappe Angebot in Süddeutschland sogar um 6 EUR/t zu. Der niedrige Pegelstand des Rheins lässt die Frachtraten steigen. Daher kostet vorderes Sojaschrot im Süden mittlerweile 26 EUR/t mehr als im Norden. Auf den späteren Lieferterminen liegt der Preisabstand bei den üblichen 7 EUR/t.

    Die Pflanzenölpreise sind mit dem kräftigen Rückgang der Mineralölnotierungen und dem starken Preisverfall für Soja- und Palmöl ebenfalls deutlich nach unten angepasst worden.

    Sojaöl wurde in Chicago zuletzt mit umgerechnet 505 EUR/t bewertet, knapp 70 EUR/t unter Vorwochenlinie und damit auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2006. In den Nordseehäfen verlor Sojaöl zur Vorwoche 55 EUR/t. Damit wächst die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Rapsöl, das nur 35 EUR/t verlor. In Deutschland lockten die Forderungen verstärkt Käufer, vor allem aus der Nahrungsmittelindustrie an den Markt, die sich auf allen Terminen umfangreich eindeckten. Immerhin ist Rapsöl wieder so günstig wie zu Beginn des Jahres 2015. Aber beide Öle haben im Vergleich zum Palmöl auf dem Biokraftstoffmarkt keine Chance. Palmöl befindet sich weiterhin im freien Fall, die rückläufigen Börsennotierungen können vom etwas festeren Eurokurs nicht annähernd kompensiert werden.

    Dateigröße: 172 KDatum: 28.08.2015

  • Marktbericht KW 34 2015


    Die aktuelle Ernteschätzung des Deutschen Bauernverbandes verpufft wirkungslos angesichts der erdrückenden Faktoren. Eigentlich wäre diese Meldung für eine Preisbefestigung gut. Denn die deutsche Rapsernte bleit mit knapp 5 Mio. t nicht nur 20 % hinter dem Vorjahresergebnis zurück, sondern verfehlt auch das langjährige Mittel um 5 %. Käufer argumentieren, dass dieses nicht unerwartete Ergebnis bereits längst eingepreist ist. Immerhin liegen die Großhandelspreise 12 % über Vorjahreslinie.

    Neugeschäft kommt nicht zustande. Der Handel hat teils zu höheren Preisen gekauft, als jetzt dafür geboten wird. Ohnehin ziehen sich die Ölmühlen im Hinblick auf gefüllte Rohstoffläger zurück. Gleichzeitig sind die Margen sehr unbefriedigend, so dass die Verarbeitung gedrosselt wird, teils sogar vorerst pausiert. Damit kann man auch die Rapsnachfrage für die kommenden Wochen vergessen.

    Was derzeit läuft, ist Vertragsware und vereinzelt auch Druckpartien, die der unerwartet reichlichen Weizenernte Platz machen müssen. Aber so richtig laufen tut es auch nicht. Niedrigwasser auf wichtigen Wasserstraßen sorgen für kräftige Prämien auf die Frachten. Da wird zum Teil auf die eine oder andere Lieferung dann besser verzichtet und die Anlieferung nach hinten geschoben.

    Aus Sicht der Erzeuger ist die Rapsernte 2015 gelaufen, freie Ware ist eingelagert und wird wohl so schnell den Hof auch nicht verlassen. Deutliche Preisrücknahmen - im Vergleich zur Vorwoche gaben die Erzeugerpreise um 6,50 EUR/t nach - drängen nicht zum Verkaufen.

    Sie befassen sich momentan mit der Aussaat, die mit den Regenfällen in einigen Regionen Deutschlands nun auch nicht mehr so staubt. Doch so richtig glücklich ist die Entwicklung nicht. Einige Landwirte beklagen den steigenden Kostendruck im Rapsanbau durch mehr Pflanzenschutz und sehen die bisherige Preisrelation von 2:1 gegenüber Weizen als zu niedrig und nicht mehr gerechtfertigt. Ein aktueller Vergleich der Terminkontrakte Ernte 2016 von Raps und Weizen in Paris zeigt ein Verhältnis von 1,9:1.

    Die US-Sojaschrotnotierungen sind in den vergangenen Tagen kräftig gesunken. Vor diesem Hintergrund gaben auch am deutschen Kassamarkt die Preise spürbar nach und liegen aktuell 10 EUR/t unter Vorwochenniveau. Käufer zeigen nur wenig Interesse an Ölschroten zur prompten Lieferung, da sie in einem fallenden Markt auf eine günstigere Gelegenheit warten. Futtermittelhersteller zeigen Bedarf an Sojaschrotlieferungen ab September 2015. Vereinzelt kommt es zu Abschlüssen.

    Für Rapsschrot wird auf Großhandelsebene wird im Durchschnitt für prompte Lieferungen 235 EUR/t gefordert und so 7 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Die Preisvorstellungen der Abnehmer liegen auf einem Niveau, das Mühlen nicht akzeptieren. Daher wird kaum Ware umgesetzt. Spätere Liefertermine werden nicht besprochen. Während Sojaschrot im Vergleich zum Vorjahr momentan 12 % unter Vorjahreslinie bewertet wird, kostet Rapsschrot 23 % mehr.

    Die Pflanzenölpreise haben sich im Zuge der rückläufigen Rohstoffnotierungen weiter ermäßigt. Vor allem Liefertermine ab Oktober rutschen preislich ab. Das kann in einigen Fällen auch Käufer an den Markt locken. Vor allem preisgünstiges Palmöl wird rege geordert. Dabei ist es auch konkurrenzlos günstig. Nachhaltiger Rohstoff für die Biodieselherstellung wurde zuletzt fob Hamburg mit 592 EUR/t zur Lieferung im September annonciert, 22 EUR/t unter Vorwochenpreis.

    Auch Sojaöl findet Käufer, vor allem die Nahrungsmittelindustrie deckt sporadisch ihre Bedarfslücken. Im Vergleich zur Vorwoche werden mit 668 EUR/t fob Hamburg rund 9 EUR/t weniger verlangt. Umsätze finden allerdings nur auf den vorderen Lieferpositionen statt, spätere Termine werden vernachlässigt.

    Dateigröße: 120 KDatum: 21.08.2015

  • Marktbericht KW 33 2015


    Die Rapsernte ist in vielen Regionen abgeschlossen. In den vergangenen Tagen war es im Westen zwar nass, aber im Norden und Osten trocken, so dass die Drescher zügige Arbeit leisten konnten. Das Ertragsniveau liegt im Schnitt der vergangenen 5 Jahre zeigt aber sehr große Heterogenität von 25-55 dt/ha. Die Ölgehalte sind durchschnittlich, selten unter 42 %. Agrarverbände schätzen die Ernte um 5 Mio. t und damit etwas geringer als im Vorjahr. Die 2014 angeblich erzielten 6,2 Mio. t werden ja von den meisten Marktteilnehmern zudem bezweifelt, es wird aufgrund der Knappheit gegen Ende 2014/15 von weniger ausgegangen. Auch wenn die Ernte bis auf einige Hochlagen und norddeutsche Randgebiete abgeschlossen ist, die Abgabebereitschaft bleibt verhalten. Obgleich die Ernte besser ausfiel als erwartet, die Preise können im Schnitt nicht überzeugen, selbst wenn vereinzelt 365 EUR/t gezahlt werden. Erzeuger erhielten in der aktuellen Woche im Mittel 359 EUR/t. Das sind gut 3,50 EUR/t mehr als in der Vorwoche und 62 EUR/t mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

    Die Ölmühlen hoben mit den festen Terminnotierungen ihre Gebote ebenfalls an, für den August/September- Termin mit 3-6 EUR/t allerdings sehr unterschiedlich. Für die vorderen Liefertermine wird ohnehin kaum noch Ware benötigt, und auch für September scheint der Bedarf ausreichend gedeckt. Das Interesse konzentriert sich auf Liefertermine ab Oktober, für die die Gebote Anfang der Woche um 3 EUR/t angehoben wurden. Doch auf diesen Terminen wird bislang kaum Ware offeriert. Auch aus dem Ausland ist das Angebot derzeit nicht drängend. Die geringeren Ernten in Frankreich, Polen und Tschechien begrenzen das Exportpotenzial.

    Erst die Rallye, dann der Absturz. Die tonangebenden Sojanotierungen zogen in den vergangenen Tagen alle Register und stießen die Kassamärkte in staunende Tatenlosigkeit. Zusätzlich setzt der feste Euro die Preise unter Druck. Mit 1,114 USD/EUR legte er in 5 Tagen um 2,7 % zu. Die Sojaschrotpreise zeigten sich vor diesem Hintergrund sehr volatil, verteuerten sich um bis zu 6 EUR/t, um dann von einem zum anderen Tag um 9 EUR/t abzurutschen. Damit ist Sojaschrot nun sogar wieder günstiger als in der Vorwoche. Kaufinteresse besteht wenig und auch Rapsschrot wird selten gehandelt. Seit Mitte Juli 2015 hat es sukzessive an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, da sich der Preisvorteil für 1 Prozent Protein von 1,45 Euro auf 0,71 Euro reduziert hat.

    Aktuell wird Rapsschrot fob Mühle mit durchschnittlich 243,70 EUR/t bewertet. Die Preisrücknahmen zum Vortag sind auf den vorderen Terminen eher gedämpft, da die Verkaufsmengen bereits limitiert sind, demgegenüber geben spätere Termine kräftiger nach. Die Umsätze tendieren gegen Null, gerade vor und nach dem überraschenden USDA-Bericht. Mischfutterhersteller zeigten schon in den vergangenen Tagen kein Kaufinteresse.

    Der Preisabstand zwischen den europäischen Ölen und importiertem Palmöl wird immer größer. Während sich die Soja- und Rapsölpreise unter dem Einfluss fester Rohstoffbörsen zuletzt aufwärts bewegten, steht Palmöl weiterhin unter Druck eines reichlich versorgten Marktes. Besonders kräftig hat sich Sojaöl verteuert. Fob ARAG legte der August-Termin auf 675 EUR/t zu und kostet so 20 EUR/t mehr als in der Vorwoche, Rapsöl fob Niederrhein wird mit 698 EUR/t nur unwesentlich über Vorwochenlinie bewertet. Die Nachfrage ist mit den steigenden Forderungen sehr gedämpft, zumal auch der Absatz der Biodieselhersteller stockt. Aufgrund des niedrigen Dieselpreises versuchen Beimischer den Anteil an Biodiesel so gering wie möglich zu halten und ordern daher vorzugsweise Biodiesel mit sehr hohem THG-Einsparungskoeffizient. Der wird vorrangig mit Biodiesel aus Altspeisefetten erzielt, so dass Rapsöl und auch Sojaöl in den Hintergrund rutschen. Demgegenüber ist Palmöl deutlich wettbewerbsfähiger, was sich auch in der Nachfrage widerspiegelt. Es findest stetig Käufer, zumal es zur Vorwoche teils über 20 EUR/t nachgegeben hat. Sonnenblumenöl zur Lieferung ab Oktober hat ebenfalls im Preis nachgegeben. Zwar wird in der EU-28 die Erntemenge des Vorjahres nicht wieder erreicht werden können, aber durchschnittliche Ergebnisse wird es wohl dennoch geben.

    Dateigröße: 115 KDatum: 14.08.2015

  • Marktbericht Kw 32 2015


    Die Rapsernte ist im Süden so gut wie gelaufen und auch im Norden sind die Drescher flott vorangekommen. Das Bild, das sich zeichnet, ist überaus heterogen, zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass von den Schlägen mehr kommt, als erwartet worden ist. Damit ist bundesweit ein durchschnittliches Ergebnis durchaus denkbar, aber mit dem Flächenrückgang von 8 % wird das Rapsangebot deutlich kleiner ausfallen als im Vorjahr. Schätzungen liegen bei 4,8 Mio. t nach 6,2 Mio. t in 2014. Es gibt aber auch Marktteilnehmer, die von mehr als 5 Mio. t ausgehen. Erzeuger liefern weiterhin nur ab, was sie im Vorfeld verkauft hatten, ihnen sind die zuletzt nur knapp behaupteten Gebote immer noch zu niedrig. Mit 355 EUR/t im Schnitt liegen die Gebote doch deutlich unter den geforderten 360 EUR/t.

    Die Rapskurse konnten sich zuletzt leicht fangen, denn wichtige Ernteschätzungen wurden zurückgenommen. Gleichzeitig wächst aber das Angebot aus den laufenden Ernten. Im Vergleich zum Vorjahr sind zwar deutliche Abstriche zu erkenne, die Flächenreduzierungen und die Trockenheit fordern ihren Tribut, aber im Schnitt kann sich die europäische Rapsernte durchaus sehen lassen.

    Mit den etwas festeren Rohstoffkursen zu Monatsanfang wurden auch die Forderungen für Rapsschrot angehoben. Während vordere Ware nur mit leichten Abschlägen vermarktet werden kann, zeichnet sich ein deutlicher Preissprung für Ware ab November ab. Ölmühlen verlangen im Schnitt 10 EUR/t mehr als für vordere Partien. Dabei ist vordere Ware gar nicht so üppig verfügbar, denn einige Mühlen haben mit der Verarbeitung aus technischen Gründen noch nicht so recht an Fahrt aufgenommen. Käufer finden sich kaum, selbst auf der umsatzstärksten Parität am Niederrhein wird selten Neugeschäft getätigt.

    Das Angebot an hochproteinhaltigen Sojaschrot ist regional nicht so komfortabel wie 44er Ware, so dass die jüngsten Preisaufschläge etwas höher ausfielen. Angetrieben vom schwachen Euro legten die Preise zuletzt wieder zu, für 44er Sojaschrot um 2 EUR/t gegenüber Vorwoche, für 48er um 4 EUR/t. Cif Rotterdam werden brasilianische Herkünfte erst wieder zur Lieferung im Oktober erwartet, sind dann aber dennoch günstiger als argentinische Ware.

    Die Pflanzenölpreise, mit Ausnahme vom Palmöl, konnten sich zuletzt leicht befestigen. Als Gründe werden vor allem der schwache Euro und die ebenfalls wieder leicht festeren Mineralölkurse genannt. Letztere hatten in der ersten Jahreshälfte ihren Einfluss auf die Pflanzenölpreise verloren, weil ihr Absturz wohl zu heftig war. Nun blicken die Börsianer wieder häufiger auf die Rohölnotierungen. Die Sojaölnotierungen in Chicago konnten sie jedenfalls vor größeren Verlusten retten. Nachdem sie zu Wochenbeginn die Linie von 0,30 USD/lb (609 EUR/t) unterschritten hatten, dümpeln sie nun um 0,29 USD/lb (599 EUR/t.) Während in Chicago die Notierungen so unter Vorwochenlinie fielen, können sich die Sojaölpreise in Deutschland auf Vorwochenlinie halten. Demgegenüber hat Rapsöl sogar zugelegt und damit ging das letzte Kaufinteresse vorerst verloren. Mit 702,50 EUR/t fob Niederrhein ist es 10 EUR/t teurer als vor einer Woche.

    Dateigröße: 54 KDatum: 07.08.2015

  • Marktbericht KW 31 2015


    Immer wieder unterbrechen Niederschläge den Fortgang der Rapsernte, Läger füllen sich nur langsam und so können sich keine Druckpartien aufbauen. Gleichzeitig sinken die Preise und bremsen so die ohnehin geringe Abgabebreitschaft der Erzeuger. Mit dem baldigen Ende des August-Kontraktes in Paris werden die Prämien am Kassamarkt nun über den November-Termin berechnet. Fob Hamburg kostete Raps diese Woche vor diesem Hintergrund 364 EUR/t und damit 18 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Die Ernte geht in den einzelnen Regionen unterschiedlich schnell voran. Während in Ostwestfalen erst mit dem Drusch begonnen wurde, sind in der Köln-Aachener Bucht bereits bis zu 50 % vom Halm. Auf guten Böden wurden teils überraschend hohe Erträge eingefahren. Die Ölgehalte sind durchschnittlich. Auf leichten Böden sind die Ertragseinbußen jedoch erwartungsgemäß hoch. Im Osten wird von einem Minus von 20-30 % gesprochen.

    Der Abwärtstrend der US-Sojabohnenkurse wurde jüngst unterbrochen. Dennoch haben die Notierungen im Vorwochenvergleich deutlich nachgegeben und rutschten unter der Marke von 10 USD/bu. Der weitere Kursverlauf wird maßgeblich von den Vegetationsbedingungen in den US-Hauptanbaugebieten bestimmt, da Soja bald in eine ertragssensible Phase kommt.

    In Deutschland werden die Ölschrotforderungen von reichlicher Versorgung belastet. Zudem haben die US-Sojaschrotkurse kräftig nachgegeben. Am deutschen Kassamarkt entfaltet das zunehmende Angebot an südamerikanischen Herkünften preisdrückende Wirkung. Zudem sorgt ein leicht festerer Euro für günstigere Importe. Fob Hamburg vergünstigte sich 44er Sojaschrot zur prompten Lieferung um 15 EUR/t gegenüber Vorwoche, für 48er-Ware sind es sogar 20 EUR/t weniger.

    Rapsschrot zur prompten Lieferung wird nur noch auf Anfrage und dann mit deutlichen Aufgeldern offeriert. Ware zur Lieferung im August 2015 hat im Preis nachgegeben. Das Angebot aus der laufenden Rohstoffernte wächst langsam aber stetig, ohnehin richtet sich das Interesse der Mischfutterhersteller auf vordere Lieferpartien.

    Die Pflanzenölpreise sind im Vergleich zur Vorwoche kräftig gesunken. Druck kam vor allem vom Terminmarkt. Einzige Ausnahme bleibt Sonnenblumenöl. Aufgrund eines sehr knappen vorderen Rohstoffangebots wurden die Preise dafür leicht angehoben.

    Trotz fortschreitender Rapsernte ist die Rohstoffverfügbarkeit der Verarbeiter immer noch gering, da Erzeuger nur so viel anbieten, wie sie nicht eingelagert bekommen. Bei schwachen Pariser Rapsnotierungen wurden die Rapsölpreise deutlich gesenkt. Augustware fob Rotterdam kostet mit 695 EUR/t rund 23 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Sojaöl hat unter dem Druck der US-Sojaölnotierungen, die von einer geringen Nachfrage belastet werden, noch deutlicher nachgegeben. Vordere Ware kostet fob Rotterdam rund 35 EUR/t weniger. Damit hat sich der Abstand zu Rapsöl wieder deutlich vergrößert. Zwischenzeitlich konnten die rückläufigen Preise die Nachfrage ankurbeln. In Erwartung weiterer Preisrücknahmen hat sich das Kaufinteresse aber schon wieder abgekühlt.

    Dateigröße: 54 KDatum: 31.07.2015

  • Marktbericht KW 30


    Die Pariser Rapskurse entwickelten sich in der vergangenen Woche volatil. Witterungsbedingte Ernteunterbrechungen in weiten Teilen der EU-28 schmälerten den Druck. Auftrieb gab zwischenzeitlich ein schwacher Euro, der EU-Ware am Weltmarkt konkurrenzfähiger macht. Feste Vorgaben aus Übersee bescherten zu Wochenbeginn zusätzliche Gewinne. Die Rapsernte in Deutschland geht weiterhin nur schleppend voran und hinkt im Fortschritt schon dem Vorjahr hinterher. Immer wiederkehrende Regenfälle und dadurch bedingte Ernteunterbrechungen lassen am Kassamarkt keinen Angebotsdruck aufkommen. Auf eben diesen warten allerdings Verarbeiter, um günstiger an Ware zu kommen. Die Preise haben zur Vorwoche leicht nachgegeben.

    Für die kommenden zwei Wochen wird in den USA günstige Witterung vorhergesagt, so dass sich die Sojafeldbestände gut entwickeln können. Zwar fiel die jüngste Bonitur durch das USDA unverändert aus, das heißt 62 % der Pflanzen wurden mit gut oder exzellent bewertet, in den nächsten Tagen besteht aber Luft nach oben. Das setzt die Notierungen in Chicago unter Druck. Die Marke von 10 USD/Bushel - das sind umgerechnet 339 EUR/t - könnte so in den kommenden Tagen durchbrochen werden.

    Ein nachfragüberschreitendes Angebot setzt die Preise für Sojaschrot kräftig unter Druck. Demgegenüber sind die Rapsschrotpreise für Ware zur Lieferung August bis Oktober 2015 im Großhandel gegenüber Vorwoche kaum verändert.

    Rapsschrot hat so gegenüber Sojaschrot an Konkurrenzfähigkeit verloren. Das vordere Angebot ist aufgrund der anhaltenden Wartungspausen und einem nur sehr langsam wachsenden Rohstoffangebot aus der neuen Ernte knapp. Zur prompten Lieferung wird Rapsschrot fob Ölmühle nur noch in Süddeutschland angeboten. Allerdings nimmt die Verarbeitung neuerntiger Rapspartien an Fahrt auf und damit wird das Rapsschrotangebot wohl bald zunehmen. Da Mischfutterhersteller gut gedeckt sind, warten sie im Hinblick darauf entspannt auf fallende Preise.

    Dem Pflanzenölmarkt fehlt es an belebenden Impulsen. Käufer zeigen derzeit kaum Interesse. Gleichzeitig ist das Angebot, vor allem an Raps- und Sonnenblumenöl, sehr knapp. Die Preise haben sich, verglichen mit den Sprüngen in den vergangenen Wochen, zur Vorwoche kaum geändert. Ausnahme sind die für prompte Ware. Rapsöl zur Lieferung im August kostet bei schwachen Vorgaben der Pariser Rapsnotierungen mit 718 EUR/t fob Rotterdam aktuell knapp 3 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Sojaöl wird mit 700 EUR/t rund 5 EUR/t höher bewertet. Die Nachfrage ist gering, da Käufer auf den vorderen Positionen gut gedeckt sind und höchstens Kleinstmengen zukaufen. Aber auch an Lieferungen ab November 2015 besteht kaum Interesse. Novemberware Rapsöl kostet fob Rotterdam mit 728 EUR/t aktuell rund 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Die Preise für prompte Ware nähern sich aufgrund der langsam wachsenden Rohstoffverfügbarkeit denen für Augustware an.

    Dateigröße: 54 KDatum: 24.07.2015

  • Marktbericht KW 29


    Die Erwartungen, dass die US-Sojaanbaufläche zur Ernte 2015 kleiner ausfällt, als noch zu Jahresbeginn vermutet, erhärten sich. So haben kräftige Regenfälle von bis zu 50 mm eine Nachsaat von Sojabohnen diese Woche nahezu unmöglich gemacht. Alleine im Hauptanbaugebiet Missouri konnten wohl etwa 445.000 ha der für Soja vorgesehenen Flächen nicht bestellt werden. Die vom USDA im Juli 2015 beibehaltene Flächenschätzung von rund 84,4 Mio. ha kann vor diesem Hintergrund kaum erreicht werden. Die Notierungen haben bei insgesamt günstigerer Witterung jüngst wieder eine Kehrtwende gemacht und kräftig nachgegeben.

    In Deutschland ist es am Kassamarkt für Raps sehr ruhig. Erzeuger sind, sofern es die Witterung zulässt, mit der Ernte von Getreide und Raps beschäftigt, und kaum an der Vermarktung interessiert. Die neue Ernte wird bevorzugt eingelagert, da die Erzeuger auf höhere Preise in Richtung der Linie von 400EUR/t hoffen. Aktuell sind die Preise allerdings noch ein gutes Stück davon entfernt, tendieren aber fest. Die Nachfrage der Verarbeiter ist rege. Das äußerte sich teilweise bereits in etwas höheren Prämien, besonders auf den vorderen Lieferpositionen. Der Deutsche Raiffeisenverband hat jüngst seine aktuelle Ernteschätzung veröffentlicht. Die Rapserzeugung wird darin auf 4,9 Mio. t prognostiziert und damit witterungsbedingt etwa 100.000 t niedriger als im Vormonat. Das entspräche einem Rückgang von 21 % gegenüber dem Vorjahr.

    In Abhängigkeit der Vorgaben vom Terminmarkt schwanken die Ölschrotpreise derzeit stark. Das dämpft die Nachfrage, da Käufer bezüglich der weiteren Preisentwicklung verunsichert sind. Im Vorwochenvergleich werden sowohl Soja- als auch Rapsschrot etwas höher bewertet. Das Angebot ist, vor allem auf den vorderen Lieferterminen, begrenzt. Im Süden Deutschlands ist Sojaschrot zur Lieferung im Juli 2015 seit Wochenbeginn ausverkauft. Rapsschrot wird für die gleiche Parität fob Ölmühle nur noch im Süden und Westen angeboten. Die Nachfrage ist allerdings auch gering, so dass der Preisspielraum nach oben begrenzt ist. Am meisten umgesetzt wird vordere Ware, da Käufer hier noch einige Bedarfslücken haben. Insgesamt beschränkt sich das Geschäft allerdings vor allem auf den Niederrhein.

    Das Auf und Ab der Pflanzenölpreise hält in Zeiten starker Wechselkursschwankungen und volatilen Terminmarktnotierungen an. Zuletzt haben die Preise wieder kräftig zugelegt. Das hat die Nachfrage nahezu zum Erliegen gebracht. Das Angebot ist demgegenüber ausreichend, wenn auch im Falle vorderer Ware nicht umfangreich.

    Kräftig sinkende Mineralölnotierungen schmälern die Nachfrage nach Biodiesel und die Margen der Hersteller sind bei den aktuellen Preisen für Pflanzenöle, die als Rohstoffe zur Herstellung genutzt werden, unbefriedigend. Obwohl Biodieselhersteller nicht gut gedeckt sind, kaufen sie vor diesem Hintergrund höchstens Kleinstmengen. Im Vergleich zur Vorwoche kostet Rapsöl zur Lieferung im Juli 2015 fob Hamburg mit 742,50 EUR/t rund 17,50 EUR/t mehr. Spätere Liefertermine legten preislich noch kräftiger um bis zu 30 EUR/t zu. Sojaöl zur Lieferung im Juli 2015 wird mit 698 EUR/t fob Hamburg diese Woche etwa 15 EUR/t höher bewertet.

    Dateigröße: 50 KDatum: 17.07.2015

  • Marktbericht KW 28 2015


    Am Kassamarkt für Raps wird derzeit kaum etwas umgesetzt. Das liegt vor allem am knappen Angebot. Die Ernte ist im Süden und Südosten des Landes zwar angelaufen, erste Partien davon fließen aber nur langsam an den Markt. Die Nachfrage ist gleichzeitig groß. Unbefriedigende Margen verhindern allerdings weiterhin eine Anhebung der Prämien. Kommende Woche wird voraussichtlich auch auf den leichten Böden im Norden und Osten Deutschlands mit dem Rapsdrusch begonnen. Im Rheinland haben sich die Ertragsaussichten aufgrund der kräftigen Unwetter am Wochenende zum Teil noch verschlechtert. So wurden einzelne Flächen von Starkregen und Hagel geschädigt. Insgesamt wird mit heterogenen Rapserträgen gerechnet, die weit unter dem sehr guten Niveau des Vorjahres liegen.

    Die Rapspreise haben im Vergleich zur Vorwoche deutlich nachgegeben. Während Raps in Paris auf das niedrigste Niveau seit zwei Wochen rutschte, gaben die Großhandelspreise bei stabilen Prämien der Verarbeiter ebenfalls kräftig nach. Fob Hamburg werden aktuell mit 373 EUR/t rund 21 EUR/t weniger genannt.

    Günstige Aussaat- und Vegetationsbedingungen in den USA sowie ein fester US-Dollar hatten den Sojakursen diese Woche kräftige Verluste beschert. Die Spekulationen um den möglichen Umfang der US-Ernte sind derweil weiterhin groß und können immer wieder für einen Kurswechsel sorgen.

    Die Sojaschrotnotierungen in Chicago haben in den vergangenen Tagen deutlich nachgegeben. Der Fronttermin schloss zuletzt knapp 3 % unter Vorwochenniveau. Die Aussicht, dass China in Folge der schwachen Wirtschaftsentwicklung zukünftig deutlich weniger Ware nachfragen könnte als in der Vergangenheit, sorgt an der Terminbörse für kräftigen Druck. Gleichzeitig belasten schwache Rohstoffnotierungen. Zusätzlich laufen die Sojaverarbeitung und auch der Export in Südamerika auf Hochtouren. So nimmt das Angebot an den europäischen Häfen stetig zu und das setzt die Preise unter zusätzlichen Druck. Fob Hamburg kostet sowohl 44er-Ware als auch 49er-Ware 9 EUR/t weniger als vor einer Woche.

    Die Rapsschrotpreise sind demgegenüber sturzartig gefallen. Im Großhandel kostet Rapsschrot zur Lieferung August bis Oktober 2015 mit zuletzt 232,40 EUR/t rund 19 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Die Pflanzenölpreise wurden bei schwachen Vorgaben von den Terminmärkten deutlich zurückgenommen. Die Nachfrage hat sich bei rückläufigen Preisen etwas belebt. Käufer sind allerdings weiterhin verunsichert aufgrund der derzeit kräftigen Kursschwankungen.

    Kräftigen Druck üben schwache Mineralölnotierungen aus. Diese sanken aufgrund der Meldungen über eine Erhöhung des schon vorhandenen Überangebots auf ein 3-Monatstief. Das schmälert die Konkurrenzfähigkeit von Biodiesel und damit auch die Nachfrage nach den Rohstoffen zur Herstellung.

    Außerdem wächst das Angebot an Rapsöl mit zunehmender Rohstoffverfügbarkeit langsam wieder. Das erhöht den Druck auf die Preise noch kräftig. Julilieferungen werden fob Hamburg mit 725 EUR/t fast 50 EUR/t niedriger als in der Vorwoche bewertet. Spätere Lieferungen kosten zwischen 40-50 EUR/t weniger. Die Sojaölpreise sind derweil überschaubar um 31 EUR/t fob Hamburg auf 684 EUR/t für Juli-Ware gesunken.

    Dateigröße: 55 KDatum: 10.07.2015

  • Marktbericht KW 27 2015


    Das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 steht im Zeichen der Bullen. Feste Vorgaben aus Winnipeg und Chicago haben die Pariser Rapsnotierungen am Dienstag nah an die Marke von 400 EUR/t getrieben. Zum Teil wurde sie bereits überschritten. Aufgrund der pessimistischen Aussichten auf die bald richtig anlaufende Ernte ist die Tendenz weiterhin fest. Ein Niveau von über 400 EUR/t ist selbst zur Ernte nicht unwahrscheinlich.

    Ein kräftiger Aufwärtsschwung an den Terminmärkten hat auch dem Kassamarkt kurzzeitig etwas Leben eingehaucht. Deutlich höhere Gebote, vor allem im spot-Bereich, haben das Handelsinteresse der Erzeuger gesteigert. Dem wirkt nun aber die aktuelle Hitzewelle entgegen. Aufgrund der wachsenden Befürchtungen um zusätzliche Ertragsverluste und in Erwartung weiter steigender Preise hat sich das Interesse der Erzeuger am Abschluss von Kontrakten wieder abgekühlt. Die Nachfrage der Verarbeiter ist derweil immer noch lebhaft. Die Prämien sind aufgrund unbefriedigender Margen, vor allem auf späteren Lieferterminen, gedeckelt. Im vorderen Bereich wurden sie aufgrund der zuletzt etwas besseren Margen leicht angehoben. Die Großhandelspreise liegen aufgrund der festen Vorgaben der Pariser Rapsnotierungen mit 394 EUR/t fob Hamburg rund 18 EUR/t über Vorwochenniveau.

    Der Aufwärtstrend der US-Sojanotierungen hat diese Woche noch kräftig an Schwung zugelegt. Nachdem am Dienstag die USDA-Schätzungen der US-Lagervorräte sowie der Sojaanbaufläche veröffentlichte wurden, die zum Teil große Überraschungen mit sich brachten, hat der Fronttermin seinen größten Tagesgewinn seit 2010 verzeichnet. Damit erreichte er ein 6-Monatshoch.

    Der Handel mit Rapsschrot nach einem kräftigen Preissprung zur Wochenmitte nahezu zum Erliegen. Mühlen setzten bei festen Vorgaben von den Terminmärkten und im Hinblick auf ein kleiner geschätztes Rohstoffangebot die Forderungen deutlich nach oben. Käufer sind davon abgeschreckt und warten nun die weitere Entwicklung ab. Das vordere Angebot ist derweil sehr knapp. Zur Lieferung August bis Oktober 2015 kostet Rapsschrot im Großhandel durchschnittlich 252 EUR/t und damit 21 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Nachdem das USDA die US-Sojabohnenvorräte zum Ende des zweiten Quartals vom USDA geringer eingeschätzt wurden als im Vorfeld erwartet, notierte Sojaschrot in Chicago sprunghaft fester. In Folge legten in Deutschland die Sojaschrotpreise zuletzt ebenfalls kräftig zu und 44er-Ware kostet nun 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche und 48er-Ware 8 EUR/t mehr.

    Die aktuelle finanzpolitische Situation in der EU und die am Dienstag veröffentlichten Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums gingen auch am Pflanzenölmarkt nicht vorüber. Kräftig steigende Terminmarktkurse haben auch die Pflanzenöle mit nach oben gezogen. Das hat die Nachfrage der ohnehin schon verunsicherten Käufer zusätzlich gedämpft. Das vordere Angebot ist, vor allem im Fall von Sonnenblumen- und Rapsöl, knapp.

    Die Rapsölpreise haben für Lieferungen ab August 2015 im Vergleich zur Vorwoche kräftig um 24,50 EUR/t auf 742,50 EUR/t fob Hamburg zugelegt und damit den größten Preisanstieg verzeichnet.

    Feste Sojabohnennotierungen in Chicago und eine rege Nachfrage aus der Biodieselindustrie haben auch die Sojaölnotierungen in die Höhe getrieben. In Rotterdam legten die Forderungen für Lieferungen von August bis Oktober 2015 um 10 EUR/t auf 695 EUR/t zu.

    Dateigröße: 121 KDatum: 03.07.2015

  • Marktbericht KW 26 2015


    Die Pariser Rapsnotierungen haben in den vergangenen Tagen, angetrieben von festen Vorgaben aus Winnipeg und Chicago sowie einem schwachen Euro, kräftig zugelegt. Der Fronttermin übersprang dabei regelrecht die Marke von 380 EUR/t. Diese wurde im gesamten Wirtschaftsjahr 2014/15 nicht geknackt. Außerdem entspricht das dem höchsten Niveau seit April 2014. In Südosteuropa hat die Rapsernte begonnen und mit Spannung wird auf erste Ertragsmeldungen gewartet. Der agrarmeteorologische Dienst der EU-Kommission, MARS, rechnet in seiner aktuellen Schätzung mit einem Durchschnittsertrag in der EU-28 von 33 dt/ha. Das ist „nur“ etwa 1 dt/ha weniger als im Vormonat, was im Hinblick auf die in vielen Regionen sehr ungünstigen Vegetationsbedingungen in den vergangenen Wochen vergleichsweise moderat scheint. So hat MARS der Trockenheit zwar Rechnung getragen, prognostiziert aber nach wie vor Erträge über dem langjährigen Mittel. In Deutschland prognostiziert MARS aktuell einen Durchschnittsertrag von 40 dt/ha und hat damit seine Vormonatsschätzung um fast 10 % gekürzt. Das langjährige Mittel würde so noch um 4 % übertroffen werden. Im Vorjahresvergleich entspräche das allerdings einem Rückgang von rund 12 %. Feste Rapsnotierungen in Paris haben die Gebote am Kassamarkt trotz unveränderter Prämien der Verarbeiter erhöht. Das hat das Interesse der Erzeuger am Abschluss von Kontrakten gesteigert. Insgesamt befindet sich der Anteil der vorkontrahierten Mengen allerdings noch auf einem Tiefpunkt. Es soll schätzungsweise nicht einmal die Hälfte vertraglich fixiert worden sein. Unbefriedigende Margen der Verarbeiter aufgrund eines schleppenden Rapsölabsatzes, vor allem auf den späteren Lieferterminen, verhindern allerdings eine Anhebung der Prämien.

    Mit steigenden Ölschrotpreisen beruhigte sich in den vergangenen Tagen die Nachfrage. Rapsschrot zur Lieferung im Juni wird nun nur noch in Westdeutschland angeboten. Die Preise sind zur Vorwoche auf allen Lieferterminen leicht gestiegen. Dabei ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen. Offensichtlich haben sich die Mischfutterhersteller vorerst ausreichend eingedeckt. Für vordere Ware werden im Großhandel zurzeit 270 EUR/t gefordert und damit 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche. In Deutschland hatten die Sojaschrotpreise kräftig zugelegt, da vor allem der schwache Euro den Importpreisen Auftrieb gab. Das bremste die Nachfrage, so dass, auch im Zuge sinkender Terminkurse, die Forderungen leicht zurückgenommen wurden, auch wenn der Euro weiterhin schwach tendiert.

    Die Nachfrage nach Pflanzenölen ist derzeit gering. Käufer haben zwar Bedarf, erwerben zu den aktuellen Preisen aber höchstens kleine Mengen. Zusätzlich verunsichern die jüngsten Währungsschwankungen, die eine Vorhersage der weiteren Preisentwicklung erschweren. Das sehr knappe vordere Angebot stützt besonders die Rapsölpreise. Feste Terminmarktnotierungen und die Aussichten auf ein deutlich knapperes Rohstoffangebot 2015/16 verhindern derzeit einen größeren Preisrückgang bei Pflanzenölen. Wegen der geringen Rohstoffverfügbarkeit der Verarbeiter, unbefriedigenden Margen sowie der bei einigen Ölmühlen jährlichen Wartungspause, ist das vordere Angebot sehr knapp. Vor allem Rapsöl- und Rapsölraffinat sind kaum noch verfügbar. Die Preise konnten zur Vorwoche erneut zulegen. Augustware wird fob Hamburg mit 718 EUR/t rund 5,50 EUR/t höher bewertet. Sojaöl wird demgegenüber für die gleiche Parität 28 EUR/t günstiger bewertet.

    Dateigröße: 55 KDatum: 26.06.2015

  • Marktbericht KW 25.2015


    Die US-Sojakurse haben jüngst einen kräftigen Satz nach oben macht. Auftrieb geben die weiterhin ungünstigen Aussaatbedingungen in den USA. Die geschätzten 85 Mio. acres - das entspricht rund 34,4 Mio. ha - werden aufgrund der regenbedingten Verzögerungen wohl nicht erreicht. Derweil wird US-Soja der Ernte 2014 immer noch rege nachgefragt. So summierten sich die Exporte vergangene Woche auf etwa 227.000 t und lagen damit deutlich über den Erwartungen. Für Raps sind Ertragsverluste in den Haupterzeugungsländern aufgrund der langanhaltenden Trockenheit in den vergangenen Monaten nicht mehr auszuschließen und da es zudem noch Meldungen über ein deutlich niedrigeres Exportpotenzial Australiens gab, tendieren die Notierungen fest. Auch vor dem Hintergrund anhaltend pessimistischer Aussichten in Kanada.

    Das Angebot am Kassamarkt ist knapp, gleichzeitig ist aber auch die Nachfrage gesunken. Verarbeiter haben ihren Anschlussbedarf gut decken können und aufgrund der teilweise laufenden Wartungsarbeiten ohnehin kaum Interesse. Die Rapspreise am Kassamarkt liegen bei festen Vorgaben vom Terminmarkt und kaum veränderten Prämien knapp über Vorwochenniveau. Fob Hamburg werden mit 369 EUR/t für die neue Ernte 3 EUR/t mehr genannt. Die Aussichten auf die kommende Ernte sind derweil weiterhin getrübt. Der Deutsche Raiffeisenverband hat in seiner aktuellen Ernteschätzung auf den zunehmend schlechteren Zustand der Feldbestände reagiert und sie deutlich um 200.000 t gekürzt. Aktuell rechnet der DRV mit einer Rapsernte von 5 Mio. t. Das wäre ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

    Rapsschrot zur Lieferung im Juni oder Anfang Juli 2015 wird mittlerweile nur noch im Süden und Westen Deutschlands angeboten. Das Interesse daran ist jedoch gering. Demgegenüber hat sich der Handel auf den späteren Lieferterminen noch einmal deutlich belebt. Käufer haben großes Interesse, vor allem an den Positionen zwischen November 2015 und April 2016. Am meisten umgesetzt wird am Niederrhein. Die Rapsschrotpreise haben im Vorwochenvergleich kräftig zugelegt. Knappe vordere Ware wird mit 268 EUR/t rund 8 EUR/t höher bewertet. Sommerware kostet mit durchschnittlich 226 EUR/t fob Ölmühle rund 11 EUR/t mehr. Feste Vorgaben der Sojabohnenkurse sowie eine lebhafte Nachfrage am US-Kassamarkt haben den Sojaschrotnotierungen jüngst einen Tagesgewinn von mehr als 2 % beschert. Vor diesem Hintergrund wurden auch in Deutschland die Forderungen um gut 8 EUR/t gegenüber Vortag kräftig angehoben. Im Vorwochenvergleich beträgt das Plus allerdings nur knapp 4 EUR/t.

    Die Pflanzenölpreise haben, mit Ausnahme von Palmöl, im Vorwochenvergleich leicht nachgegeben. Nach Preisrücknahmen Ende der Vorwoche, war die Tendenz zuletzt aber wieder fest.

    Käufer haben zwar Bedarf, sind aber stark verunsichert bezüglich der weiteren Preisentwicklung, so dass sie derzeit kaum Gebote abgeben. Im Hinblick auf eine vermutlich kleinere Rapsernte, sowohl EU- als auch weltweit, sowie übersichtlichen Rohstoffvorräten werden die Rapsölpreise in der nächsten Zeit aber wohl kaum weit nach unten gehen. Zur Vorwoche werden Lieferungen ab August fob Rotterdam mit 713 EUR/t rund 2 EUR/t niedriger bewertet. Die Preise für Sojaöl werden von den Aussichten auf ein möglicherweise kleineres US-Rohstoffangebot aus der kommenden Ernte sowie einem erwarteten Nachfrageanstieg der Biodieselindustrie gestützt. Juli-Ware kostet mit 695 EUR/t knapp 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 55 KDatum: 19.06.2015

  • Marktbericht KW 24 2015


    Die aktuelle Versorgungsschätzung des US-Landwirtschaftsministerium überraschte nur bei der Prognose der Endbestände 2014/15. Hier wurde mit einer Aufwärtskorrektur gerechnet. Das USDA prognostizierte mit 93,2 Mio. t aber 3 Mio. t kleinere Vorräte. Dabei sollen vor allem in Brasilien und den USA wohl weniger eingelagert sein. Den Fortschritt der US-Sojaaussaat bis Sonntag bezifferte das USDA derweil auf 79 %. Das war ebenfalls deutlich weniger als erwartet und liegt aufgrund des Wochenfortschritts von nur knapp 8 % jetzt unter dem langjährigen Schnitt. Regen hatte zwar die Aussaat teilweise behindert, dafür können sich die Pflanzen gut entwickeln. In seiner ersten Bonitur der Feldbestände ordnet das USDA allerdings nur etwa 69 % der Pflanzen in die Kategorien gut und exzellent ein. Im sehr guten Vorjahr waren es noch 5 Prozentpunkte mehr.

    Während es in den USA derzeit zu nass ist, macht dem kanadischen Raps Trockenheit zu schaffen. Die Ernteerwartungen werden vor diesem Hintergrund, nachdem Frost den Pflanzen im Mai 2015 schon stark geschadet hatte, immer weiter nach unten korrigiert. Aktuelle Schätzungen liegen zum Teil bereits unter 14 Mio. t - das wären mindestens 10 % weniger als im vergangenen Jahr.

    Das Rapsangebot am deutschen Kassamarkt wird immer überschaubarer. Die Nachfrage der Verarbeiter ist weiterhin lebhaft, wenn auch nicht mehr so drängend. Die Preise tendieren bei rückläufigen Vorgaben von der Terminbörse schwach. Die Aussichten auf die kommende Ernte sind aufgrund anhaltender Trockenheit getrübt, auch wenn die Erträge wohl noch zufriedenstellend ausfallen könnten - vorausgesetzt, es regnet bald.

    Die Ölschrotpreise haben sich zur Vorwoche uneinheitlich entwickelt. Während die Forderungen für Sojaschrot sukzessive angehoben wurden, ging es für Rapsschrot abwärts. Einfluss auf die Preisentwicklung hatte vor allem die Entwicklung der Rohstoffkurse.

    Der Fokus der Rapsschrotkäufer hat sich diese Woche etwas mehr auf spätere Liefertermine verlagert. Die Nachfrage nach vorderer Ware ist derweil gesunken. Da können auch stark rückläufige Preise kaum zu Käufen animieren. Im Vorwochenvergleich kostet Rapsschrot zur prompten Lieferung im Großhandel mit 267 EUR/t fast 20 EUR/t weniger. Sommerware wird indes mit 215 EUR/t nur etwa 3 EUR/t niedriger bewertet.

    Die Sojaschrotpreise wurden bei zeitweise festen Vorgaben der US-Sojaschrotkurse demgegenüber zur Vorwoche deutlich angehoben. Prompte Ware kostet fob Hamburg rund 9 EUR/t mehr.

    Käufer und Verkäufer finden am Pflanzenölmarkt bei schwankenden Preisen selten zueinander. Biodieselhersteller fragen zudem kaum etwas nach, da ihre Margen aufgrund eines schleppenden Biodieselabsatzes unbefriedigend sind und die aktuellen Forderungen weit über ihren Vorstellungen liegen. Verarbeiter haben die Rapsölpreise in den vergangenen Tagen kräftig angehoben, um ihre Margen zu verbessern. Promptes Rapsöl wird aktuell mit 760 EUR/t fob Hamburg fast 28 EUR/t höher als in der Vorwoche bewertet. Das entspricht dem höchsten Stand seit November 2013. Der Abstand gegenüber günstigerer Sommerware, also Rapsöl aus der kommenden Rohstoffernte, ist so deutlich gestiegen, da hierfür die Forderungen nur leicht angehoben wurden

    Die Sojaölpreise am Kassamarkt wurden bei schwachen Terminmarktkursen gegenüber Vorwoche deutlich zurückgenommen. Dadurch vergrößert sich der Abstand zu Rapsöl. Promptes Sojaöl kostet fob Hamburg aktuell mit 708 EUR/t rund 52 EUR/t weniger als Rapsöl.

    Dateigröße: 55 KDatum: 12.06.2015