Kommentar KW17 2013
An der Börse in Paris haben sich die Rapsnotierungen diese Woche von den Vorgaben aus den USA abgekoppelt und tendierten fest. Die Differenz zwischen dem Frontmonat und dem August-Termin wuchs dabei stetig. Während vor einer Woche der Mai-Termin mit 479,75 EUR/t noch rund 43 EUR/t über dem ersten Termin der kommenden Ernte lag, waren es zuletzt mit 488,25 EUR/t schon über 50 Euro. Mit Auslaufen des Fronttermins in der kommenden Woche erwarten Marktteilnehmer einen deutlichen Rückgang der Notierungen, da diese Spanne zwischen alter und neuer Ernte kaum realistisch sei. Am deutschen Kassamarkt war es in dieser Woche sehr ruhig, da die Erzeuger mit Feldarbeiten beschäftigt sind. Die Vermarktung der kommenden Ernte verläuft schleppend. Die Sojabohnenkontrakte zeigten diese Woche ein uneinheitliches Bild. Während die Notierungen für die Ernte 2012 aufgrund des knappen Angebotes durch die hohen Kassapreise für prompte Ware gestützt wurden, fielen die Kurse für die kommende Ernte wegen einer möglichen Flächenausdehnung bei Sojabohnen, aufgrund der verzögerten US-Maisaussaat. Gewinnmitnahmen und verbesserte Wetterbedingungen im Mittleren Westen drückten zeitweise auch den Fronttermin ins Minus.
Während die Rohstoffkurse an der Börse immer weiter steigen, war das Interesse an Rapsschrot am Kassamarkt diese Woche äußerst schwach. Ganz im Gegensatz zur Vorwoche, als Ware zur vorderen Lieferung enorm gefragt war. Bei Preissenkungen im Rahmen von bis zu 5 EUR/t Mitte der Woche, war Rapsschrot zur Lieferung im Mai nur noch im Westen für zuletzt 318 EUR/t und im Norden für 322 EUR/t zu bekommen. Sojaschrot zur sofortigen Lieferung wird verstärkt gesucht und daher steigen die Preise weiter an. Die Verladeprobleme in Brasilien, wo derzeit mehr als 90 Schiffe zur Abholung der Sojaernte bereitliegen, bremsen den Nachschub an Bohnen für die Verarbeitung und sorgen für zunehmende Knappheit auf den vorderen Terminen.
Dem physischen Markt für Pflanzenöle fehlt es an bullischen Impulsen. Seit nun schon fast 10 Wochen regt sich kaum etwas, Käufer zeigen kein Interesse. Der Abwärtstrend der Pflanzenölpreise setzt sich dabei immer weiter fort. Vordere Ware an Rapsöl wurde diese Woche mit 842 EUR/t rund 6 EUR/t niedriger bewertet als noch vor einer Woche. Sojaöl fob Hamburg war mit 828 EUR/t für die Lieferung zwischen Mai und Juli für 7 EUR/t weniger zu haben. Marktteilnehmer rechnen bei einer derzeit erwarteten, großen US-Sojaernte damit, dass sich der schleppende Handel noch weiter hinziehen wird.
Datum: 26.04.2013 / Dateigröße: 142.19 KB
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