Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 29 2016


    Bei günstiger Witterung ist die Rapsernte in Deutschland zu Wochenbeginn vielerorts in Schwung gekommen. Hochsommerliche Temperaturen und einige Tage Regenpause dürften den Drusch vorangetrieben haben, so dass zum Wochenende erste repräsentative Meldungen aus den Anbaugebieten erwartet werden. Allerdings könnte es dann auch erneut witterungsbedingte Unterbrechungen der Ernte geben. Bis dato hinken die Erträge dem Vorjahr regional schon hinterher. Das könnte sich mit Beginn der Haupternte allerdings noch etwas relativieren. Die Gretchenfrage ist, wie die Pflanzen auf schweren Böden die teils überreichlichen Wassermengen im Mai und Juni verarbeitet haben. Der Deutsche Raiffeisenverband DRV hat aufgrund witterungsbedingter Ertragseinbußen seine Schätzung der Rapsernte auf 4,9 Mio. t leicht nach unten korrigiert. Den Durchschnittsertrag prognostiziert der DRV auf 37 dt/ha und damit fast 5 % unter Vorjahresniveau. Der Rapshandel bleibt geprägt von geringem Angebot bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage. Erzeuger hoffen auf steigende Preise im Zuge eines voraussichtlich deutlich kleineren EUAngebots und lagern bevorzugt ein. Verarbeiter haben derweil wenig Bedarf an freier Ware und wickeln vorrangig Kontrakte ab. Feste Rapskurse in Paris haben die Preise am Kassamarkt jüngst wieder in die Höhe getrieben. Franko Hamburg werden mit 360 EUR/t aktuell 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche genannt.

    Die Sojaschrotpreise am Kassamarkt haben einen Satz nach unten gemacht. Prompte Ware wird in Norddeutschland mit 358 EUR/t fob rund 21 EUR/t niedriger bewertet, 48er-Qualität verzeichnete einen ebenso starken Rückgang auf 392 EUR/t. Das entspricht dem niedrigsten Niveau seit Ende Mai 2016. Druck auf die Preise üben ein umfangreiches Angebot sowie schwache Sojaschrotkurse in Chicago aus. Der Ölschrothandel hat sich mit rückläufigen Preisen Mitte Juli etwas belebt, da Käufer Bedarf haben. Aufgrund eines voraussichtlich kleineren Rapsangebots 2016/17 ist der Preisspielraum für Rapsschrot nach unten allerdings begrenzt. Da sich bei den Rohstoffkursen in Paris aufgrund kräftiger Ertragseinbußen in den Haupterzeugungsländern zuletzt eine feste Tendenz abzeichnete, könnte es auch für die Schrotpreise bald aufwärts gehen. Darauf hoffen die Verarbeiter, deren Verarbeitungsmargen bei schleppendem Rapsölabsatz unbefriedigend sind. Das Kaufinteresse sinkt bei steigenden Preisen spürbar.

    Die Preise für Raps- und Sojaöl sind im Vergleich zur Vorwoche kräftig gestiegen. Auftrieb gaben Sojaöl die kurzzeitig festen Notierungen in Chicago und bis dato haben die Kurse ihr höheres Niveau halten können. Augustware kostet aktuell mit 730 EUR/t fob Nordseehäfen rund 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Rapsöl zur vorderen Lieferung legte im Hinblick auf ein möglicherweise noch knapperes Rohstoffangebot in der EU-28 ebenso deutlich auf etwa 702 EUR/t fob zu. Vom Kassamarkt selbst kommen derzeit keine Impulse. Marktteilnehmer warten vorerst ab, wie sich der Wettermarkt in den USA sowie die EU-Rapsernte in den kommenden Tagen und Wochen entwickeln.

    Dateigröße: 57 KDatum: 21.07.2016

  • Marktbericht KW 28 2016


    Die Rapsernte 2016 hat begonnen, wenn auch langsam und nur regional. Das in vielen Anbauregionen wechselhafte Wetter zögerte den Erntestart hinaus, spätestens in der kommenden Woche soll es aber überall losgehen. Erste repräsentative Ertrags- und Qualitätsmeldungen werden mit Spannung erwartet. Bis dato wird immer noch mit etwas niedrigeren Erträgen als im Vorjahr gerechnet. Aufgrund einer etwas größeren Anbaufläche in Deutschland könnte die Ernte dennoch mit schätzungsweise 5 Mio. t Vorjahresniveau erreichen, wenn es nicht sogar leicht überschreiten. Der Rapshandel läuft weiterhin schleppend. Das Angebot steigt langsam. Verarbeiter fragen nur verhalten nach, da sie meist gut versorgt sind und aufgrund unbefriedigender Margen kaum Spielraum für ihre Prämien haben. Regional wurden die Prämien aber, zumindest für die vorderen Liefertermine, leicht zur Vorwoche angehoben. Im Großhandel sind die Preise vor diesem Hintergrund teils kräftig gestiegen. Franko Hamburg wird vordere Ware mit 354 EUR/t aktuell 8 EUR/t höher bewertet.

    Feste Sojaschrotkurse in Chicago und Rapsnotierungen in Paris geben den Preisen für Ölschrote Auftrieb. Während die Tendenz für Sojaschrot im Zuge eines möglicherweise witterungsbedingt kleineren Rohstoffangebots in den USA dabei auch langfristig fest ist, tendieren die Rapsschrotpreise aufgrund eines zunehmenden Rapsangebots aus der gerade anlaufenden Ernte schwach. Zuletzt wurde vordere Ware mit durchschnittlich 208 EUR/t fob Ölmühle noch knapp über Vorwochenniveau bewertet. Sojaschrot in 44er-Qualität kostet derweil aktuell mit 379 EUR/t fob Norddeutschland etwa 1 EUR/t weniger. Umgesetzt wird wenig. Käufer von Rapsschrot warten auf Preisnachlässe mit fortschreitender Rohstoffernte. Sojaschrotkäufer ordern nur, um dringenden Bedarf zu decken, in der Hoffnung, dass die Preise bald sinken. Das Angebot an beiden Schroten ist demgegenüber ausreichend.

    Der Pflanzenölmarkt kommt nicht in Schwung. Das Angebot ist zu diesem Saisonzeitpunkt ungewöhnlich groß, während die Nachfrage weiterhin leblos ist. Die Rapsölpreise sind bei steigenden Rohstoffpreisen zuletzt deutlich angehoben wurden, was das Kaufinteresse auch in den kommenden Tagen gering halten könnte. Vordere Ware kostet mit 684 EUR/t fob Hamburg rund 9 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Käufer hoffen allerdings auf rückläufige Preise. Einfluss auf die Entwicklung der Pflanzenölpreise hat die Entwicklung der Rohstoffkurse und die ist mit dem Wettermarkt in den USA und den noch vagen Ertragsprognosen für Raps in der EU derzeit volatil. Auch die Währungen schwanken stark. Der aktuelle USDA-Bericht zur globalen Versorgung erzielte keine Kurswirkung. Die Sojaölpreise rangieren leicht unter Vorwochenniveau. Vordere Ware mit 705 EUR/t fob Hamburg rund 3 EUR/t niedriger bewertet.

    Dateigröße: 56 KDatum: 14.07.2016

  • Marktbericht KW 27 2016


    Raps wird kaum noch gehandelt, da die Ölmühlen derzeit mit der Wartung ihrer Anlagen befasst sind. Vereinzelt wird noch Ware aus der alten Ernte gesucht, da immer mehr Stimmen laut werden, dass es zu feucht auf den Schlägen ist, um zu ernten. Aus einigen Landesteilen wird aber auch gemeldet, dass - bei guter Witterung - die Rapsernte beginnen könnte. Kontrakte sind nach den Preisabschlägen derzeit kein Thema. Im Vergleich zur Vorwoche verloren die Erzeugerpreise 2 EUR/t auf durchschnittlich 335,50 EUR/t. Erzeuger sind sich nicht sicher, wie sie sich mit der derzeitigen Preissituation verhalten sollen. Viele denken über die Einlagerung der noch nicht verkauften Mengen nach, was sich angesichts der insgesamt knappen, globalen Marktversorgung eher anbietet, als jetzt, im Strudel des Erntepreisknickes sich all zu früh und zu billig von seiner Ware zu trennen. Unter den Erzeugern ist die Tendenz zur Einlagerung deutlich zu spüren. Vereinzelt werden angesichts der fallenden Kurse noch Vorkontrakte abgeschlossen.

    Mit den schwächeren Rohstoffnotierungen, aber vor allem mit dem Limit down für Sojaschrot an der Chicagoer Börse haben die Ölschrotpreise kräftig verloren. Sojaschrot gab am 06.07.2016 gegenüber Vortag um 15 EUR/t nach und notierte fob Hamburg mit 380 EUR/t wieder nahe der Vorwochenlinie. Der leicht schwächere Eurokurs konnte dem Preisverfall nichts entgegensetzen. Rapsschrot wird derzeit kaum gehandelt, die Prämien der einzelnen Standorte sind stabil für alle Termine bis zum Ende der Saison 2016/17. Der jüngste Preisrutsch konnte die Nachfrage nicht beleben, ganz im Gegenteil: nun wird abgewartet, ob dies der Hinweis auf eine Trendwende ist oder nur eine Eintagsfliege war. Vorderes Rapsschrot wird kaum noch offeriert, nur vereinzelt werden Partien angeboten, dann allerdings auch zu den gleichen Preisen wie für Ware zur Lieferung ab August 2016. Der Aufschlag für Lieferungen November/Januar 2016/17 kostet durchweg 10 EUR/t mehr, der für den Rohstoff beträgt indes nur 5 EUR/t.

    Die zuletzt kräftig abgerutschten Pflanzenölpreise haben das ohnehin umsatzschwache Geschäft weiter reduziert. Bei ausreichendem Angebot, nur vordere Ware ist teils limitiert, warten die potenziellen Käufer weiterhin ab und hoffen auf anhaltende Preisschwäche. Dabei bremsen auch die Unsicherheiten an den Finanzmärkten das längerfristige Engagement. Kaufinteresse kommt dagegen teils auch von den sonst üblichen Anbietern, die auf späteren Lieferterminen größere Lücken im Angebot aufweisen und zu decken versuchen. Dabei helfen die volatilen Rohstoffkurse und die derzeit kaum kalkulierbaren Währungsentwicklungen jedoch nur wenig. Allerdings zeichnet sich eine Ausweitung der Preisdifferenz zwischen Rapsöl und Sojaöl ab. In Deutschland wurden am 05.07.2016 für vorderes Rapsöl 690 EUR/t verlangt, 5 EUR/t weniger als am Vortag und 25 EUR/t weniger als noch vor einer Woche. Demgegenüber sind die Forderungen für rohes Sojaöl nach oben gesetzt worden. Mit 720 EUR/t kosten Partien zur Lieferung im Juli nun knapp 28 EUR/t mehr als noch am 29.06.2016. Der kräftige Auftrieb fürs Rohöl lässt sich für Sojaölraffinat nicht durchsetzen. Die Prämie wurde von 42 EUR/t in der Vorwoche auf 35 EUR/t in der 27. KW gesenkt.

    Dateigröße: 57 KDatum: 07.07.2016

  • Marktbericht KW 26 2016


    Das Wirtschaftsjahr 2015/16 ist nahezu beendet. Die Unsicherheiten vor und mit dem Brexit haben die Kurse kräftig in Bewegung gebracht und die Kassapreise auf Talfahrt geschickt. Das Rapsgeschäft stagniert, nicht nur wegen der stark zurückgenommenen Gebote. Immerhin verlor alterntiger Raps frei Erfasserlager 12,60 EUR/t zur Vorwoche und rutschte auf 339,35 EUR/t. Sondern auch, weil es kaum noch Geschäft gibt. Auch Kontrakte sind derzeit kein Thema. Nicht nur, dass die Preise frei Erfasserlager im Bundesdurchschnitt um 5,50 EUR/t auf 337,15 EUR/t absackten, auch das Wetter spielt nicht mit und bereitet noch immer Sorgen um Qualität und Ertrag. Verzögerungen wird es wohl nicht geben. In Südosteuropa wird bereits fleißig gedroschen und die Erträge sollen durchschnittlich bis gut ausfallen. Ob das ausreicht, die absehbaren Verluste in Polen, Skandinavien und dem Vereinigten Königreich auszugleichen, ist eher fraglich. Die zunehmenden Lieferungen aus der Schwarzmeerregion und die Importüberhänge aus Australien werden den Preisspielraum für deutschen Raps nach oben einengen. Die Großhandelspreise haben sich gegenüber Vorwoche kaum ermäßigt. Franko Ölmühle am Niederrhein wurde für Raps zur Lieferung ex Ernte am 29.06.2016 rund 356 EUR/t genannt, 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Die Sojanotierungen tendierten zuletzt stabil und haben sich damit von ihrem Tiefpunkt am 24.06.2016 in Folge der Brexit-Entscheidung erholt. Mit 381 EUR/t fob Hamburg für 44er Sojaschrot lagen die Forderungen 3 EUR/t über Vorwochenlinie. Für 46,5er Importware wurde am 29.06.2016 rund 468 USD/t gefordert und damit sogar 1 USD/t weniger als in der Vorwoche. Umgerechnet in Euro mussten mit 422 EUR/t allerdings 6 EUR/t mehr gezahlt werden. Vor dem Hintergrund schwankender Soja- und Währungskurse hatte sich das ohnehin nur auf Kleinstmengen beschränkte Sojaschrotgeschäft zusätzlich beruhigt. Mit den festeren Rapskursen zu Wochenbeginn hat sich das Kaufinteresse für Rapsschrot belebt, ebbte aber auch schnell wieder ab, als in Paris die Rapskurse den Rückwärtsgang einlegten. Über alle Liefertermine hinweg musste am 29.06.2016 immerhin 1 EUR/t mehr gezahlt werden als vor einer Woche. Dabei hatte sich zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit von Rapsschrot gegenüber Sojaschrot erneut verbessert und setzt damit den Ende April 2016 begonnenen Aufwärtstrend stetig fort.

    Die Pflanzenölpreise verloren mit der Schwäche der Rohstoffnotierungen gleichfalls. Für Importöle bremste allerdings der schwache Euro den Verlust. Seither konnten sich die Preise noch nicht wieder auf den alten Stand erholen. Rapsöl kostete zuletzt noch 692,50 EUR/t und damit 20 EUR/t weniger als vor einer Woche. Das Kaufinteresse liegt deutlich darunter. Sojaöl hat ebenfalls nachgegeben, allerdings mit 8 EUR/t deutlich weniger. So kostetet es zuletzt fob Deutschland noch 715 EUR/t, war damit aber auch noch 15 EUR/t teurer als die Wettbewerber fob Niederlande. Besonders deutlich wird auch der Einfluss der Währung bei den Preisen für Sonnenblumenöl. Fob ARAG wird Ware der Saison 2015/16 mit 845 USD/t bewertet und damit 5 USD/t unter Vorwochenlinie. In Euro kostete sie indes mit 786 EUR/t rund 32 EUR/t mehr als zuvor.

    Dateigröße: 57 KDatum: 30.06.2016

  • Marktbericht KW 25 2016


    Die Gebote am Kassamarkt für Raps sind aufgrund kräftig sinkender Rapskurse in Paris und bei geringer Nachfrage stark rückläufig. Franko Niederrhein werden aktuell 352 EUR/t genannt und damit fast 19 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Angeboten wird vor diesem Hintergrund kaum etwas. Erzeuger haben die festen Preise der vergangenen Wochen genutzt und ihre üblichen Mengen zur Lieferung in 2016/17 vertraglich fixiert. Das waren etwa 30-40 % der voraussichtlichen Erntemenge. Jetzt warten sie den Start und die ersten Druschergebnisse ab, bevor sie wieder etwas anbieten. Die Spekulationen über das diesjährige Ertragsniveau sind aufgrund der regional widrigen Witterung der vergangenen Wochen lebhaft. So könnten Trockenheit in Ostdeutschland und überdurchschnittliche Niederschläge im Süden zu deutlichen Einbußen führen. Auch wenn die Prognosen zuletzt etwas nach unten angepasst wurden, könnten deutschlandweit aber immer noch überdurchschnittliche Erträge eingefahren werden. Zumindest haben das Experten von MARS mit Hilfe von Simulationsmodellen und Berechnungen anhand historischer Werte berechnet. Demnach wird in Deutschland ein Durchschnittsertrag von 40 dt/ha erwartet. Das wären fast 7 % mehr als im langjährigen Mittel. Nach Einschätzung der AMI gibt es allerdings hinsichtlich des Ertragsniveaus mehr Luft nach unten als nach oben.

    Ein volatiler Eurokurs im Vorfeld der Abstimmung Großbritanniens über den Verbleib in der EU-28 lässt die Preise für importiertes Sojaschrot kräftig schwanken. Zwar sind die Preissprünge diese Woche nicht so groß, wie in der vorherigen Woche, trotzdem sind Käufer von täglichen Anpassungen verunsichert und fragen kaum nach. Schließlich ist ungewiss, wie sich die Preise in den kommenden Tagen entwickeln. Gute Vegetationsbedingungen in den USA sowie eine lebhafte Verarbeitung in Argentinien könnten langfristig Druck ausüben. Auch der Rapsschrothandel kommt nicht in Schwung. Bis sich die Anspannung um das UKReferendum gelegt hat, könnte es auch eine Weile dauern. Sowohl Käufer als auch Verkäufer warten zudem den Start der Rohstoffernte 2016 ab, um die weitere Angebots- und Preisentwicklung besser abschätzen zu können. Im Großhandel wird prompte Ware mit 215 EUR/t rund 13 EUR/t unter Vorwochenniveau bewertet.

    Die Pflanzenölpreise sind bei schwachen Rohstoffkursen abgerutscht. Bei nahezu lebloser Nachfrage und ausreichendem Angebot bietet selbst der Markt keine Impulse. Die Verunsicherung der Marktteilnehmer bezüglich der EU-28 und des Euro ist weiterhin groß und das voraussichtlich knappe Ergebnis des Referendums wird mit Spannung erwartet. Nachdem sowohl die Sojabohnen- als auch die Rapskurse kräftig nachgegeben haben und Rohöl zuletzt ebenfalls schwach tendierte, konnten sich die Pflanzenölpreise nicht halten. Rapsöl zur Lieferung im August 2016 kostet fob Rotterdam am 22.06.2016 mit 681 EUR/t rund 18 EUR/t weniger als in der Vorwoche, Sojaöl gab 15 EUR/t auf 695 EUR/t nach. Die Nachfrage wurde aufgrund der angespannten Lage trotz kräftiger Preisnachlässe nicht beflügelt. Wenn überhaupt, ordern Käufer Kleinstmengen zur prompten Lieferung.

    Dateigröße: 57 KDatum: 23.06.2016

  • Marktbericht KW 24 2016


    Der Rapsmarkt bleibt weiterhin geprägt von abwartender Haltung. Erzeuger sind von den rückläufigen Geboten wenig angetan und halten sich mit weiteren Offerten vorerst zurück. Es scheint, als haben viele Anbieter ihr übliches Drittel der zu erwartenden Ernte verkauft. Zurückhaltung wird nur von den Landwirten im Nordosten der Republik berichtet, die ihren leichten Standorten bei der bisherigen Trockenheit nicht viel zutrauen und daher erst 20-25 % vermarktet haben sollen. Darüber hinaus läuft derzeit nur noch wenig. Nach den Unwettern der Vortage wird nun erst einmal abgewartet, wie sich die Feldbestände weiterhin entwickeln. Stimmen aus dem Markt bewerten die Ertragsschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes für Winterweizen mit 38,4 dt/ha als zu niedrig, sie halten 41,5-42,5 dt/ha als eher wahrscheinlich. Damit könnte die Rapsernte 2016 auf 5,5 Mio. t kommen. Auch wenn in Deutschland die Rapsbestände keine erkennbaren Schäden davon getragen haben, wird dennoch auf ein geringeres Rapsangebot in der EU-28 spekuliert. Das könnte den Preisen während der Ernte sogar unüblicherweise Auftrieb gewähren, falls die Erträge nicht stimmen. Vordere Ware wird an einigen Standorten gesucht, was die hohen Prämien widerspiegeln, aber auf den hinteren Positionen zeigen sich die Verarbeiter derzeit wenig aufnahmebereit. Vor dem Hintergrund unbefriedigenden Margen und einer schon sehr hohen Bedarfsdeckung, wenigstens für die Termine Oktober bis Dezember 2016, werden die Prämien nicht angepasst. Sie erhoffen sich, die Rohstofflücken während der Ernte zu niedrigeren Preisen schließen zu können. Der Preisabstand zwischen Weizen und Raps auf Erzeugerstufe ist derzeit jedoch so groß - neuerntiger Raps 356 EUR/t, neuerntiger Brotweizen 142 EUR/t - dass die Erzeuger wohl eher die Ölsaat einlagern als das Getreide.

    Der Ölschrotmarkt präsentiert sich auch in dieser Woche ausgesprochen lethargisch, umgesetzt wird kaum etwas. Käufer zeigen wenig Kaufinteresse, zumal die Forderungen den Rückwärtsgang angetreten haben. Selbst prompte Termine gaben trotz eines regional knappen Angebotes nach. Mit 228 EUR/t kosteten sie am 15.06.2016 rund 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Rapsschrot der kommenden Saison gab indes nur um 3 EUR/t auf 237 EUR/t nach. Gleichzeitig lassen volatile Währungen die Forderungen für Importware kräftig schwanken. Auch das dämpft die Nachfrage. Da die Preise stark währungsbestimmt sind und die Volatilität des Eurokurses im Vorfeld des Referendums in Großbritannien nächste Woche ebenfalls groß ist, wächst die Verunsicherung der Marktteilnehmer. Die Preisentwicklung in den kommenden Tagen ist schwer abzuschätzen und im Zuge dessen halten sich Käufer zurück und warten vorerst ab. Dabei ist ihr Bedarf ohnehin gering. Im Vergleich zur Vorwoche kostete Sojaschrot in 44er-Qualität am 15.06.2016 mit 397 EUR/t fob Hamburg rund 4 EUR/t mehr, lag zwischenzeitlich aber auch schon mal bei 406 EUR/t.

    Das bevorstehende Referendum zur Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU-28 am 23.06.2016 hält derzeit sowohl die Termin- als auch die Kassamärkte in Atem. Der Handel läuft vor diesem Hintergrund schleppend, das gilt auch für den mit Pflanzenölen. Die Preise für Raps- und Sojaöl konnten sich aufgrund der zwischenzeitlich festen Rohstoffkurse in Paris und Chicago zur Vorwoche leicht festigen, gerieten aufgrund des insgesamt geringen Handelsinteresses aber unter zunehmenden Druck. Rapsöl zur Lieferung bis August war nur noch sehr knapp verfügbar und wurde daher mit kräftigem Aufschlag angeboten. August-Lieferungen kosteten fob Hamburg diese Woche 702,50 EUR/t und damit 6,50 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Sojaöl wurde am 15.06.2016 mit 712 EUR/t rund 2 EUR/t höher bewertet.

    Dateigröße: 57 KDatum: 16.06.2016

  • Marktbericht KW 23 2016


    Unwetter mit kräftigen Niederschlägen haben Rapserzeuger in Deutschland in den vergangenen Tagen den Atem anhalten lassen. Schließlich wusste kaum jemand, ob und wie stark das Wetter den Beständen zusetzt. Besonders hart hat es den Süden und Südwesten getroffen, wo Überschwemmungen und kräftiger Hagel umfangreiche Schäden angerichtet haben. Deutschlandweit halten sich die Auswirkungen, dem Vernehmen nach, aber in Grenzen. Vor allem im Norden, der am wenigsten abbekommen hat, entwickelt sich Raps zufriedenstellend. Die Befürchtungen der Erzeuger um Ernteeinbußen schmälern jedoch das Interesse an Kontrakten. Außerdem hoffen sie, dass die Preise weiter steigen, was im Hinblick auf eine kleiner als erwartete EU-Ernte wahrscheinlich ist. Da Raps in Frankreich von den Unwettern schwer getroffen wurde, könnte Deutschland - sollten sich die bis dato guten Ertragsaussichten bestätigen - dieses Jahr wieder Platz 1 der EU-Haupterzeugungsländer einnehmen. Die Nachfrage der Verarbeiter ist weiterhin gering, so dass sich auch an den Prämien nichts ändert. Bei steigenden Rapskursen in Paris sind die Gebote zur Vorwoche dennoch deutlich und meist über 380 EUR/t gestiegen. Franko Hamburg werden ex Ernte aktuell 376 EUR/t und so 8 EUR/t mehr als in der Vorwoche genannt.

    Nachdem der Euro gegenüber dem US-Dollar zu Wochenbeginn einen Satz von 1,115 auf 1,136 USD nach oben gemacht hat, sanken die Preise für Sojaschrotimporte kräftig. Vordere Ware kostete am Dienstag 23-24 EUR/t weniger als noch Ende vergangener Woche. Aktuell wird prompte Ware in 44er-Qualität mit durchschnittlich 402 EUR/t bewertet und so immer noch etwa 14 EUR/t über Vorwochenniveau, 48er-Ware kostet mit 433,50 EUR/t ebenfalls etwa 14 EUR/t mehr. Die Nachfrage konnte trotz zuletzt rückläufiger Preise nicht angekurbelt werden. Zum einen liegt das daran, dass die Preise immer noch auf Vergleichsweise hohem Niveau rangieren, zum anderen ist der Bedarf der Käufer gering. Da sich die Schätzungen eines kleineren Angebotes aus Südamerika im Zuge niedrigerer Sojaernten immer mehr verfestigen, dürfte in den kommenden Wochen der Preisspielraum nach unten begrenzt sein. Das Angebot am Kassamarkt in Deutschland ist derzeit ausreichend.

    Ein gegenüber dem US-Dollar sprunghaft fester Eurokurs hat gegenüber Vorwoche die Preise für Importöle bei gleichzeitig rückläufigen Terminkursen gesenkt. Sojaöl zur vorderen Lieferung kostet mit 705 EUR/t rund 5 EUR/t weniger. Rapsöl ist leicht gestiegen, Lieferungen ab August kosten mit 697 EUR/t rund 2 EUR/t mehr. Dazu hat neben steigenden Rohstoffpreisen auch eine regional lebhaftere Nachfrage beigetragen. Prompte Ware wird derweil etwas günstiger als in der Vorwoche bewertet, da das Kaufinteresse auf den vorderen Lieferpositionen gering ist. Behindert wird der Handel mit Pflanzenölen derzeit durch kräftige Währungsschwankungen, sie erschweren die Preisgestaltung der Verarbeiter und verunsichern die Käufer. Das Angebot an Pflanzenölen ist ausreichend, nur Rapsöl zur Lieferung bis Juli 2016 ist begrenzt verfügbar.

    Dateigröße: 57 KDatum: 09.06.2016

  • Marktbericht KW 22 2016


    Der Rapshandel kommt nicht in Schwung. Bis zum Beginn der Ernte wird sich daran wohl auch kaum etwas ändern. Restmengen aus der Ernte 2015 werden, vorrangig aus mangelnder Verfügbarkeit, kaum angeboten. An Kontrakten haben Erzeuger in der Hoffnung auf weiter steigende Preise kein Interesse. Gleichzeitig ist das bis zuletzt rege Kaufinteresse ostdeutscher Ölmühlen gesunken, so dass auch von dort keine Impulse mehr kommen. Westdeutsche Verarbeiter ordern schon seit längerem nur Kleinstmengen, wahrscheinlich um sich wie im vergangenen Jahr, direkt in der Ernte umfangreich einzudecken. Der Bedarf der Ölmühlen ist auf späteren Lieferpositionen, mit Ausnahme von Oktober bis Dezember, noch groß. Die Prämien wurden im Vergleich zur Vorwoche teils leicht zurückgenommen. Dieses Minus haben steigende Terminmarktkurse allerdings mehr als ausgeglichen. Franko Hamburg werden ex Ernte aktuell 368 EUR/t geboten und damit 3 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Schwache US-Sojaschrotkurse und eine sehr geringe Nachfrage am Kassamarkt setzen die Sojaschrotpreise unter Druck. Da sie trotz eines deutlichen Rückgangs von 6-8 EUR/t zur Vorwoche weiterhin auf sehr hohem Niveau - dem höchsten seit 17 Monaten - rangieren, ist das Kaufinteresse unverändert gering. Käufer hoffen auf deutlich niedrigere Preise und haben insgesamt wenig Bedarf. Sojaschrot in 44er-Qualität kostet aktuell 397 EUR/t, 48er-Ware wird mit 428 EUR/t fob Hamburg bewertet. Der Rapsschrothandel läuft aufgrund lebloser Nachfrage der Mischfutterhersteller ebenfalls schleppend. Die bei steigenden Rohstoffpreisen zuletzt erneut angehobenen Forderungen schafften dabei auch keine Kaufanreize. Sehr knappe, vordere Ware kostet im Großhandel mit durchschnittlich 232 EUR/t etwa 1 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Lieferungen ab August 2016 werden mit rund 234 EUR/t etwa 5 EUR/t höher bewertet.

    Die Sojaölpreise zogen in den vergangenen Tagen kräftig an und setzten sich für Lieferungen ab August 2016 deutlich von denen für Rapsöl ab. Während Sojaöl mit aktuell 715 EUR/t fob Rotterdam knapp 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche kostet, wird Rapsöl mit 695 EUR/t stabil bewertet. Die Nachfrage nach Rapsöl hat sich etwas belebt, da einige Käufer Versorgungslücken in den verbleibenden Wochen von 2015/16 schließen müssen. Das äußert sich allerdings meist nur im Kauf von Kleinstmengen. Trotz des großen Preisabstandes gegenüber prompter Ware - immerhin ein Minus von fast 30 EUR/t - werden Lieferungen ab August kaum nachgefragt. Käufer warten vorerst die Preisentwicklung mit näher rückender Rohstoffernte ab, bevor sie sich auf dieser Lieferposition eindecken.

    Dateigröße: 54 KDatum: 02.06.2016

  • Marktbericht KW 21 2016


    Die Lage am Kassamarkt in Deutschland ist unverändert zur Vorwoche. Regional haben Ölmühlen großen Bedarf an Rohstoff, vor allem auf den vorderen Lieferpositionen, und äußern dies teils in Anhebungen der Prämien auf die Börsennotierungen. Das Angebot ist gleichzeitig sehr begrenzt. Sowohl von den Erzeugern als auch vom Erfassungshandel wird sehr wenig offeriert. Seitens der Erzeuger mangelt es bei festen Preisen aber nicht an Abgabebereitschaft, aber an verfügbaren Restmengen. Das Interesse am Abschluss von Kontrakten ist derweil sehr gering, da Erzeuger auf weitere Preisanhebungen hoffen. Aufgrund schwacher Rapskurse in Paris wurde der Anstieg der Gebote zwar abgebremst, der Aufwärtstrend hält jedoch an. Im Vergleich zur Vorwoche werden franko Hamburg ex Ernte aktuell 365 EUR/t genannt, etwa 2 EUR/t mehr. Die Rapspflanzen in Deutschland entwickeln sich insgesamt weiterhin gut, auch wenn ihnen regional Trockenheit verstärkt zu schaffen macht. Der agrarmeteorologische Prognosedienst der EU korrigierte den geschätzten Durchschnittsertrag zwar leicht nach unten, trotzdem werden immer noch gute Erträge, knapp 9 % über dem langjährigen Mittel, erwartet. Das Vorjahresniveau könnte mit 41,5 dt/ha etwa 6 % übertroffen werden. Höhere Erträge werden in der EU-28 derzeit nur in Belgien erwartet.

    Ein gegenüber dem US-Dollar schwacher Euro und feste Sojaschrotnotierungen in Chicago haben die Preise für Sojaschrot in Deutschland kräftig in die Höhe getrieben. Im Vergleich zur Vorwoche kostet vordere Ware fob Hamburg mit 395 EUR/t rund 31 EUR/t mehr, 48er-Ware wird mit aktuell 423 EUR/t sogar 34 EUR/t höher bewertet. So viel musste für Sojaschrot seit November 2014 nicht mehr gezahlt werden. Die Nachfrage ist vor diesem Hintergrund verschwindend gering. Mischfutterhersteller offerieren teils sogar nicht benötigte Ware, anstatt welche zu ordern. Die Nachfrage ist aufgrund der schwierigen Erlössituation der Milchviehbetriebe gering und die Preise sind aus Käufersicht viel zu hoch. Das Angebot ist demgegenüber mehr als ausreichend. Ausnahme ist Rapsschrot aus Raps der alten Ernte, das wird nur noch regional offeriert. Der Durchschnittspreis fob Ölmühle ist im Vergleich zur Vorwoche um 8 EUR/t auf 231 EUR/t gestiegen. Das entspricht einem 9-Monatshoch.

    Die Pflanzenölpreise am europäischen Kassamarkt stehen unter dem Druck geringer Nachfrage und, wie im Fall von Sojaöl und Palmöl, schwachen Terminmarktkursen. Die Rapsölpreise zeigen nur auf den Terminen der kommenden Saison Schwächetendenz. Augustware kostet fob Hamburg mit 695 EUR/t aktuell rund 12 EUR/t weniger. Das vordere Angebot ist weiterhin sehr knapp, so dass die Preise dafür nur leicht nachgegeben haben. Mit 722,50 EUR/t werden Lieferungen zwischen Mai-Juni 2016 rund 2,50 EUR/t niedriger bewertet. Sojaöl kostet gleichzeitig mit 695 EUR/t rund 5 EUR/t weniger.

    Dateigröße: 54 KDatum: 27.05.2016

  • Marktbericht KW 20 2016


    Am Rapsmarkt wird vor allem Ware in Ostdeutschland bewegt. Dabei spielen Erzeuger und Erfassungshandel nur eine kleine Rolle. Vereinzelte Ölmühlen suchen händeringend Ware um Rapsschrotlieferungen an Mischfutterhersteller zu bedienen. Da sie anscheinend nicht genügend Rohstoff besitzen, gewähren sie auf die ohnehin höheren Kassapreise noch Aufgelder. In den vergangenen Tagen hatten mit den steigenden Terminmarktnotierungen auch die Kassapreise deutlich zugelegt, ohne jedoch nennenswertes Neugeschäft auf den alterntigen Positionen, außer an einigen wenigen Standorten, generieren zu können. Das liegt vor allem am geringen Angebot. Es wird davon gesprochen, dass nun doch mehr Hofläger geräumt sind, als bislang angenommen. Andererseits gibt es auch immer noch Erzeuger die Rapspartien zurückhalten und auf weitere Preissteigerungen spekulieren. Erweitert wird das geringe heimische Angebot durch stetige Importe aus EU-Ländern. Dabei werden die Geschäfte mit Frankreich weiterhin auf Basis 4 % Ölgehalt, auch für die kommende Ernte, abgewickelt, auch wenn dort ab Juli 2016 der Mindestgehalt auf der Abrechnung 42 % beträgt. Hinsichtlich der kommenden Ernte kam es in Deutschland vereinzelt zu Abschlüssen, immerhin wurden 360 EUR/t frei Erfasserlager bezahlt. Dennoch bleiben die bisherigen Vorverkaufsmengen deutlich unter der Menge der vergangenen Jahre.

    Mit der Rallye in Chicago und dem schwächeren Eurokurs legten auch hierzulande die Sojaschrotpreise erneut kräftig zu und erreichten knapp die Linie von 365 EUR/t für 44er Sojaschrot bzw. 390 EUR/t für 48er Sojaschrot fob Hamburg. Damit haben die Forderungen in nur 2 Tagen um 11 EUR/t zugelegt. Für die vergangenen 6 Wochen macht das ein Plus von 35 %. Das Kaufinteresse ist bei diesen sprunghaften Bewegungen nicht besonders ausgeprägt. Bedarfslücken werden so spät wie möglich geschlossen, da viele Marktteilnehmer auf ein baldiges Ende der Hochpreisphase hoffen. Wie lange die Spekulationen um ein unzureichendes argentinisches Sojaschrotangebot aus der neuen Ernte heraus noch anhalten werden, bleibt abzuwarten. Noch sehen die US-Anbieter eine zunehmende Wettbewerbsfähigkeit für ihre Produkte und damit Preispotenzial nach oben. Die Nachfrage nach Rapsschrot hat sich weiter beruhigt, sofern sich dies bei den ohnehin schon geringen Umsätzen noch sagen lässt. Auf den vorderen Lieferterminen übersteigt daher das Angebot wieder deutlich die Nachfrage. Die Preise wurden gegenüber Vorwoche deutlich zurückgenommen. Ware der kommenden Saison wird von Mischfutterherstellern weiterhin vernachlässigt, ihnen fehlt die dazu passende Mischfutternachfrage. Rapsschrot hat seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Sojaschrot indes ausbauen können. Im Vergleich zu den Kosten für 1 Prozent Protein in einer Tonne Sojaschrot, das am 18.05.2016 mit 8,11 Euro bewertet wird, kostet es im Rapsschrot 6,42 Euro.

    Die Pflanzenölmärkte sind von geringer Umsatztätigkeit geprägt und von knapp behaupteten, teils schwächeren Preisen. Allerdings hebt der schwache Euro einen Teil der Preisrücknahmen wieder auf. So kostet Sonnenblumenöl fob niederländischer Mühle zwar mit 870 USD/t rund 10 USD/t weniger als in der Vorwoche, auf Euro-Niveau tendieren die Forderungen mit 773 EUR/t indes stabil. Ebenfalls stabil zur Vorwoche wird Sojaöl bewertet, das weiterhin 720 EUR/t kostet. Demgegenüber zeigen die Rapspreise nach oben und liegen damit wieder über denen von Sojaöl. Auslöser für diesen kräftigen Preisauftrieb von immerhin 10 EUR/t zur Vorwoche ist das knappe Angebot. Prompte Ware ist nicht überall in ausreichender Menge verfügbar. So werden die Forderungen für vordere Lieferpositionen in den Niederlanden nur noch auf Anfrage genannt. Und auch Rapsölraffinat ist nur begrenzt verfügbar. Allerdings hat sich die Nachfrage schon wieder etwas beruhigt, so dass die Prämie auf rohes Rapsöl in den Niederlanden bereits wieder leicht zurückgenommen wurde.

    Dateigröße: 51 KDatum: 19.05.2016

  • Marktbericht KW 19 2016


    Regional lebhafte Nachfrage der Verarbeiter und feste Rohstoffkurse haben die Gebote diese Woche, bei gleichzeitig sehr knapp verfügbaren Restmengen der alten Ernte, in die Höhe getrieben. Ölmühlen in Ostdeutschland haben, um an Rohstoff zu kommen, ihre Prämien auf die Börsenkurse zum Teil deutlich auf bis zu 20 Euro für vordere Ware angehoben. Im Großhandel werden franko Niederrhein für vordere Ware aktuell 382 EUR/t geboten, franko Hamburg werden derzeit 371 EUR/t genannt. Ölmühlen in Westdeutschland sind gut versorgt und fragen nur verhalten nach. Umgesetzt wird kaum etwas, so dass die Preise zum Teil nur nominal sind. Die Abgabebereitschaft der Erzeuger ist bei festen Preisen zwar gestiegen, das Angebot ist aufgrund der begrenzt verfügbaren Restmengen aus der Ernte 2015 allerdings trotzdem sehr gering. Trockenheit und kräftiger Wind in den Anbauregionen Deutschlands erhöhen derweil die Befürchtungen um Ertragseinbußen der kommenden Ernte. Das Interesse am Abschluss von Kontrakten ist daher gesunken.

    Die Sojaschrotpreise machten mit festen Terminnotierungen nach Veröffentlichung der USDA-Schätzung einen Sprung nach oben. Am deutschen Kassamarkt wurden die Forderungen daher ebenfalls kräftig angehoben. Prompte Ware kostete innerhalb eines Tages rund 20 EUR/t mehr. Nach den geringen Preisschwankungen im Wochenverlauf entspricht das etwa auch der Differenz zur Vorwoche. Fob Hamburg wird 44er-Ware mit 355 EUR/t bewertet, 48er-Ware kostet 383 EUR/t. Nachdem die Rapskurse Dienstagabend ebenfalls einen Satz nach oben gemacht haben, legten auch die Rapsschrotpreise bis zu 10 EUR/t zu. Da Käufer, angefeuert von den Aussichten auf eine knappere globale Rohstoffversorgung 2016/17, mit weiteren Anhebungen rechnen, decken sie jetzt noch ihre Bedarfslücken. Das prompte Angebot ist unverändert knapp, so dass die Preise auf diesen Lieferpositionen besonders anzogen. Im Vergleich zur Vorwoche kostet Rapsschrot im Großhandel zur Lieferung im Juni 2016 mit 229 EUR/t rund 6 EUR/t mehr.

    Der jüngste Anstieg der Rohstoffkurse hat den Preisen für Raps- und Sojaöl kräftigen Auftrieb gegeben. Sojaöl zur vorderen Lieferung fob Hamburg kostet mit 720 EUR/t aktuell rund 27,50 EUR/t als in der Vorwoche. Gleichzeitig wird Rapsöl mit 707 EUR/t rund 15 EUR/t höher bewertet. Das vordere Angebot an beiden Pflanzenölen ist begrenzt. Die Nachfrage ist aufgrund der hohen Volatilität der Preise und dem aus Käufersicht zu hohem Niveau weiterhin sehr gering. Umgesetzt wird so kaum etwas.

    Dateigröße: 54 KDatum: 12.05.2016

  • Marktbericht KW 18 2016


    Der Rapshandel kommt nicht in Schwung. Nachdem die Rapskurse in Paris im Vergleich zur Vorwoche einen Satz nach unten gemacht haben, konnten sich auch die Gebote am Kassamarkt nicht halten und gaben kräftig nach. Selbst die in einigen Regionen angehobenen Prämien der Verarbeiter haben dem kaum entgegengewirkt. Das ohnehin begrenzte Rapsangebot ist bei rückläufigen Preisen gesunken. In einigen Regionen wird alterntig nichts mehr angeboten. Das Geschäft mit den Restmengen der Ernte 2015 gestaltet sich aufgrund des sehr knappen Angebotes bei verhaltener Nachfrage insgesamt sehr schwierig. Die Preise sind oft nominal, da kaum etwas umgesetzt wird. Der Wechsel des Fronttermins in Paris Ende voriger Woche erschwert den Handel zusätzlich, da die Basis für die Kalkulation der Gebote sehr uneinheitlich angesetzt wird. Erzeuger widmen sich bei günstigerer Witterung als in der Vorwoche verstärkt den Feldarbeiten. Aufgrund der feiertagsbedingt kurzen Woche dürfte sich der Handle in den kommenden Tagen kaum beleben. Hinsichtlich der kommenden Ernte halten sich sowohl Erzeuger als auch Handel und Verarbeiter zurück. Fob Hamburg werden ex Ernte 2016 im Großhandel aktuell rund 351 EUR/t geboten und damit 7 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    In einer kurzen Arbeitswoche und bei steigenden Preisen stagniert der Ölschrothandel. Preisschwankungen bei Sojaschrot durch volatile Rohstoffkurse verunsichern die ohnehin verhalten nachfragenden Käufer. Jüngst wurden die Forderungen für vordere Ware um 14 EUR/t zum Vortag angehoben, um tags darauf 8 EUR/t zu sinken. Käufer hoffen langfristig auf fallende Preise aufgrund eines steigenden Angebots aus Südamerika. Ein Preisrückgang zeichnet sich jedoch bislang nicht ab. Im Vergleich zur Vorwoche kostet vordere Ware in 44er-Qualität fob Hamburg mit 334 EUR/t rund 9 EUR/t mehr, 48er-Ware wird mit 361 EUR/t rund 7 EUR/t über Vorwoche bewertet. Dem Rapsschrothandel mangelt es auch an Impulsen. Umsätze sind gering. Das knappe Angebot auf den vorderen Lieferpositionen hält die Preise fob Ölmühle auf hohem Niveau. Prompte Ware kostet im Großhandel aktuell durchschnittlich 223 EUR/t, rund 1 EUR/t weniger. Spätere Lieferungen werden kaum verändert zur Vorwoche bewertet.

    Schwache Terminmarktkurse, sowohl für Sojaöl- und Palmöl als auch Rohöl in New York, und schleppende Nachfrage setzen die Pflanzenölpreise am europäischen Kassamarkt unter kräftigen Druck. Ein gegenüber dem US-Dollar fester Eurokurs verbilligt Importe zusätzlich. Nachfrage kann das dennoch nicht generieren. Käufer sind verunsichert und abgeschreckt im Zuge der zunehmenden Volatilität an den Terminmärkten, die sich meist auch auf die Preisentwicklung am Kassamarkt überträgt. Die Nachfrage der Biodieselhersteller ist zudem mit steigenden Temperaturen, die das Kaufinteresse an winterfestem RME schmälern, noch weiter gesunken. An Angebot mangelt es derweil nicht. Die Konkurrenzfähigkeit von Rapsöl gegenüber Sojaöl ist, zumindest für vordere Ware, im Vergleich zur Vorwoche deutlich gesunken. Nachdem die Sojaölpreise einen Satz von mehr als 20 EUR/t nach unten gemacht haben, kosten Mailieferungen mit 682,50 EUR/t fob Hamburg aktuell fast 14 EUR/t weniger als Rapsöl zur gleichen Parität. Die Preise für Augustware liegen derweil mit 692 EUR/t fast gleichauf.

    Dateigröße: 50 KDatum: 06.05.2016